Oden an das Universum

von S. Levent Oezkan

Geburt und Fortdauer

Finsternis und Leere.
Stille Wasser der Wüste.
Salz und Süße
Alles war aufgelöst.
Alles war im Kreis.
Aus Einheit zur Vielheit
Vom Chaos zum Kosmos.
Ohne Eros zerbrach der Kreis
Liebe entwich der Hemisphäre.

Zwei Hälften vermissen sich
Erzwingen Tag und Nacht.
Im getrennten Kreis
Erde - kosmische Mutter
Aus der sich der Himmel empor wölbte.

Einmal befruchtet
Gebar sie 12 Sterne.
Himmlische verloren ihre Herrlichkeit
Denn Muttererde war stärker.
Leben kam jetzt aus dem Boden
Von nun an Gebet.

Aus der Ferne auf der Flucht
Fielen gefiederte Schlangen
Auf die Erde nieder.

Versteckten sich in Tieren
Und spiegelten in sich den Menschen
Wie der Himmel aus der Erde
Verstoßen auf der Flucht.
In die Erde.
In die Unterwelt.

Schwert und Schlange
Wein und Brot.
Erbitten des Opfers
Im Wunsch nach Erlösung.

Goldener Vogel

Es ist morgen.
Schwer – liegt Tau auf den Blättern.
Sammelt sich zu einem großen, silbernen Tropfen.
Darin spiegelt sich der Morgenstern.
Die Sonne geht auf.

Der Tropfen gleicht einem Ei.
Aus dem Ei schlüpft ein Vogel
Mit goldenem Gefieder.
Mit einem goldenen Auge
Und einem silbernen Auge.

Er baut sein Nest in den Gipfeln der Berge.
Mit einem hellen Schrei erhebt er sich,
Fliegt in den Himmel
Steigt auf im Osten
Und folgt der Sonne.
Am Abend kommt er im Westen zur Ruhe
Und schläft ein.

Ein Auge aber hält er geöffnet
Das silberne, das spiegelnde.
Er beobachtet damit den nächtlichen Mond
Dessen Licht sich vermindert
Und schließlich wiederkehrt,
Wie die Seele.

Der Mond regiert das Wasser.
Wasser auf der Erde.
Wasser in der Luft
Und Wasser im Himmel.
Aus dem Mond regnet das lebendige Wasser der Seelen
Auf die Erde – der Tau.

Ein neuer Zyklus beginnt.

Singularität

Einheit
Anfang – Ende
Trennung – Zeit

Geleiten Jehuda und Peter
Das Lamm der Erlösung
Am Türsturz gekennzeichnet
Schreitet der Tod vorüber
An dem Tag wenn das Licht der Finsternis gleicht
Die Rückkehr des Lebens ermöglicht

Die westlichen Wächter
Geküsst vom Skorpion
Lösen die Sinne aus dem Polaren
In der Tiefe – Eingefühlt

Allein und daraus alles
Zwei und Drei und Vier und 13
Kreuz im Kreis und Hauch des Lebens
Auf's Neue - Dem Körper auferlegt

Acker, Samen, Ernte, Speise
Form und Verstand
Das ist Kreation: gesät, gereift, gepflückt
Aus der Erde junges Grün.
So kann der Körper altern
Wenn Faules ausgeschieden
Und im Geschlecht die Freiheit hinzugeben

Gekostet wird der Körper
In heftigem Verlangen
Wer ist dem Schlaf ein Bruder?

 


 

Diese Themen könnten Sie interessieren

Tesbih - ewigeweisheit.de

Der Dhikr der Sufis: Auf dem Weg zum Licht Allahs

Dhikr ist die zentrale Praxis der Sufi-Derwische. Damit beabsichtigen sie ihr Herz von allen Versehrungen zu reinigen. Ihr Wunsch ist Raum zu schaffen, für die Liebe Allahs und ein Bewusstsein …

Weiterlesen ...

Irminsul - ewigeweisheit.de

Irminsul: Sinnbild der Weltsäule

Die alten Sachsen verehrten als Heiligtum eine große Säule: Irminsul. Vermutlich ragte sie einst bei den Externsteinen im Teutoburger Wald zum Himmel. In ihr verehrten die sächsischen Germanen den …

Weiterlesen ...

Indianische Kunst - ewigeweisheit.de

Weisheit der amerikanischen Ureinwohner

In den Erzählungen der Indianer Nordamerikas liegt tiefe Weisheit. Ihr Wissen über das menschliche Leben auf dieser Erde, ist klar, einleuchtend und für jeden zu verstehen. Sie verwenden eine …

Weiterlesen ...

 

Die Sufis: Bewahrer der Essenz aller Religionen

Ein Sufi kann sich überall und jeder Form des Umgangs anpassen. Auch wenn die …

Weiterlesen ...

Der Prophet Mani - ewigeweisheit.de

Mani: Prophet eines verschollenen Glaubens

Die Religion der Manichäer beanspruchte für sich, eine abschließende …

Weiterlesen ...

Liegt der Ursprung der indoeuropäischen Kultur in der Arktis?

Seit Anfang des 20. Jhd. wird eine Theorie verfochten, die die ursprüngliche …

Weiterlesen ...

Was ist Gott und was sind wir?

Gott ist eine Essenz ohne Dualität, doch nicht ohne Beziehungen. Er ist die …

Weiterlesen ...