Der Mayakalender und 2012

Interview mit der Schamanin Cornelia Johanna Wagner, München

S. Levent Oezkan: Wer waren die Maya und was macht Sie so besonders?

Cornelia Johanna Wagner: Die ersten Maya lebten in Süd- und Südost-Mexiko (Yucatán) sowie in Teilen von Guatemala, Honduras und Belize. Das, was uns gerade heute an dieser hochentwickelten Kultur faszinieren kann, ist ihr Verständnis von der Zeit. Sie waren große Sternen- und Naturbeobachter. Die messende Betrachtung von Natur und Schöpfung ermöglichte ihnen den Einblick in die logisch-mathematischen Konstanten, denen das Universum unterworfen ist. Auf diese Weise erkannten sie die Weisheit des Schöpfers, wodurch sie in Harmonie mit den Bedingungen der Existenz leben konnten.

 

Ihr tiefer Einblick in die Zyklen der Natur ermöglichte jenen, die sich dafür öffneten, den Aufstieg in andere Dimensionen. Der Teil des Volkes, der zurückblieb, verlor nach und nach seine hohen Werte. Jahrhunderte später stießen die spanischen Eroberer auf ein blutrünstiges Volk, das allemal leicht zu erobern war.

 

Eine weitere Besonderheit der Maya ist ihr enger Bezug zur Sonne. Sie erkannten in der Sonne  ein Lebewesen mit eigener Intelligenz und besonderen Zielen. Die erhöhte Sonnenaktivität, die wir aktuell verzeichnen, wurde von den Maya schon lange vorhergesagt. In ihrem Verständnis geht es darum, dies nicht als Bedrohung zu erleben, sondern sich mit dem Bewusstsein der Sonne als Lebensspender zu verbinden.

 

Unter den heutigen Maya gibt es z.B. die Mayapriesterin Nah Kin (Priesterin des Sonnentempels Uxmal in Yucatán),  die von Kindheit an in die schamanischen Lehren der alten Maya eingeweiht wurde und auch mit den aufgestiegenen (kosmischen) Maya in Verbindung steht. Sie lehrt auf der ganzen Welt das alte und das ganz aktuelle Maya-Wissen.
Dazu gäbe es noch jede Menge zu sagen…    


S. Levent Oezkan: Was bedeutet Schamanismus?

Cornelia Johanna Wagner: Im klassischen Sinne ist ein Schamane ein Mensch, der über ein einschneidendes Erlebnis (Krankheit, Todeserfahrung) Verbindung zu den sogenannt »nicht-realen« Welten erhält und damit aufgefordert ist, sich in den Dienst anderer zu stellen. Der Kontakt mit der Anderswelt ist nicht immer ungefährlich und so ist dieser »Ruf« eine große Herausforderung. Diese Verpflichtung ist oft auch mit einem sehr bescheidenen und asketischen Lebenswandel verbunden, also nicht unbedingt eine Berufung, die man mit Begeisterung annimmt.

 

Heutzutage  öffnen sich viele Wissenskanäle alter Völker, die vorher nur Eingeweihten zugänglich waren. So kann sich jeder, der sich dazu berufen fühlt, mit anderen Welten und Dimensionen in Kontakt zu gehen und sein Wissen und seine Erfahrung in den Dienst anderer Menschen zu stellen, von Wissenden in die Geheimnisse einweihen lassen.
Für mich persönlich war meine schamanische Ausbildung (Wissen der Hopi/Navajo) ein Weg zu mir selbst, der mir abverlangte, mich von vielerlei Illusionen zu lösen und einen unverblümten Blick auf das zu werfen, was mich wirklich ausmacht.

S. Levent Oezkan: Woran kann man einen Schamanen erkennen?


Cornelia Johanna Wagner: Ich würde (mit Verlaub) die Frage eher so formulieren: Woran erkennt man einen Schamanen, dem man sich bedenkenlos anvertrauen kann? Es sind Menschen, die mit der Kraft des Lichts und der Elemente arbeiten.  Ein Schamane erkennt die Natur der Dinge, er wird sich nicht von den Trugbildern deines Egos täuschen lassen.  Er weiß, dass es jenseits der Welt des »Egos« keine Trennung gibt. Wir sind alle eins, es gibt keine »anderen«.  Wir alle sind mit der Quelle verbunden, wir alle sind Liebe, Licht und Fülle. Wie also erkenne ich einen Schamanen? Ein einziger Blick von ihm wird genügen und du wirst das Gefühl haben, völlig nackt dazustehen. Er stellt dir die Fragen Deines Herzens.  Er wird nicht wissen wollen, wie du dein Geld verdienst,  wie alt du bist oder wie du lebst. Er wird dich fragen, wonach du dich sehnst, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist und ob du einen anderen enttäuschen kannst, um dir selbst treu zu bleiben.

S. Levent Oezkan: Wie arbeiten Sie als Schamanin?

Cornelia Johanna Wagner: Ich arbeite mit der Natur, den Elementen, einem indianischen Medizinrad und auch mit den zentralen Elementen des Maya-Wissens, wie z.B. der Maya-Sonnenatmung. Je nachdem, an welchem Punkt der Ratsuchende, der zu mir kommt, gerade steht, wähle ich die »Instrumente« aus, die für denjenigen hilfreich sein können. Für mich ist jeder Mensch, der bei mir anklopft, ein strahlendes Lichtwesen wie wir alle,  er hat eben nur gerade keinen direkten Zugang zu diesem Bewusstsein.  Mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, biete ich ihm eine Möglichkeit, diesen Kontakt zu seinem wahren Wesen wieder herzustellen.

S. Levent Oezkan: In der Esoterik und Psi-Szene reden im Moment alle von 2012. Auch im Kino gab es Filme, so dass das Thema auch in weniger spirituellen Kreisen besprochen wird.
Was passiert am 21.12.2012 aus astronomischer Sicht?

Cornelia Johanna Wagner: Am 22.12.2012 endet in unserer Galaxis ein Zyklus von etwa 25.000 Jahren. Es entsteht die sogenannte »galaktische Ausrichtung«, d.h. dass die Sonne zur Wintersonnwende 2012 exakt auf den  (gedachten) galaktischen Äquator zeigt. Außerdem fällt die Bewegung der Sonne zu dieser Zeit genau mit einem dunklen Fleck im Zentrum der Milchstraße zusammen, dem sogenannten »Dark Rift«. In der mythologischen Astrologie der Maya ist das Dark Rift als der »dunkle Weg« (Xibalba Bé) bekannt. Zur Wintersonnwende wird die Sonne den südlichen Teil des Xibalba Bé erreichen. Die ganze Region im innersten Kern der Galaxis entspricht einem Kreuz, der aus der Milchstraße und der Ekliptik zwischen Schütze und Skorpion gebildet wird. Die Maya nennen es »die Wegkreuzung des heiligen Baumes«.
Wo ein Ende eines Zyklus, da auch ein Anfang. Es beginnt also in jenen Momenten auch ein völlig neuer galaktischer Zyklus.

 

S. Levent Oezkan: 2012 rückt immer näher, es gibt die verschiedensten Theorien, was passieren könnte.
Mir bekannt sind diese:

1) der 10. Planet Nibiru streift die Erde ganz knapp und es gibt ein großes Unglück
2) Laut Nasa, wird die Sonne in 2012 besonders aktiv werden und wir müssen mit
Stromausfällen rechnen
3) Die Pole sollen sich innerhalb weniger Tage bzw. sogar innerhalb weniger Stunden
verschieben, was dazu führt, dass die Erdkruste aufbricht und große Tsunamis entstehen
4) Es soll drei Tage dunkel sein
5) Es soll 30 Stunden dunkel sein
6) Man soll eine Supanova-Explosion mitbekommen, welche verursacht, dass es drei
Nächte lang hell sein soll
7) Die Menschen werden in eine neue Dimension gehoben
8) Alles wird besser
9) Die Sonne soll ab 2012 im Westen aufgehen
10) Außerirdische werden landen und das Heil der Menschheit verkünden
11) Außerirdische werden landen und die Erde verwüsten
12) Ein Komet wir auf die Erde stürzen
13) Der Antichrist wird erscheinen und alle Menschen ins Verderben stürzen
14) Jesus wird wiederkehren und die Menschen erretten

Welche von diesen Annahmen stimmen bzw. womit können wir wirklich rechnen?

Cornelia Johanna Wagner: Diese 14 Punkte möchte ich gerne zusammenfassen: Unser Planet Erde bzw. unser Sonnensystem befindet sich ja gerade am Ende des besagten 25.000-Jahre-Zyklus.  Astronomisch gesehen befindet sich unsere Sonne in ihrer elliptischen Bahn an der Position, an der sie der Zentralsonne unserer Galaxis am allernächsten steht. Was bedeutet das für den Planet Erde und uns Menschen, die wir auf ihr leben? Zunächst: Wir werden mit extrem viel (Sonnen)Energie bestrahlt, der Erdkern erwärmt sich und damit verändert sich unser Klima. Ja es ist möglich, dass es vermehrt zu Hurrikans kommt, zu Seebeben, Erdbeben, Tsunamis.  Ja, das Magnetfeld der Erde verändert sich dadurch.  Ja, durch die erhöhte Sonnenaktivität  werden Satelliten beeinflusst, es kann zu Totalausfällen des Funkverkehrs kommen, dadurch auch zu Stromausfällen, die längere Zeit andauern. Was ist die Schlussfolgerung aus all dem? Wir stehen vor einer unglaublichen Chance. Wir haben die Wahl, uns für die angsterfüllte, apokalyptische Version unserer Menschheitsgeschichte zu entscheiden oder in die Bewusstheit zu gehen, die (erhöhte) Sonnenenergie zu nutzen und ganz gezielt einen Paradigmenwechsel zu initiieren und zu sagen: »Die Zeit der Angst, des Leids, der Krankheit und des Tods ist vorbei. Wir wählen ein Leben in Frieden, Freude und Gesundheit. Wir sind nicht länger Opfer, wir übernehmen Verantwortung für uns, für unseren Planeten und wir nutzen die erhöhte Energie, um uns zu wandeln.

S. Levent Oezkan: War es nicht schon immer so, dass die Menschen sich mit einem Weltuntergang oder großen
kosmischen Ereignissen konfrontiert sahen, letztendlich aber nichts passiert ist?

Cornelia Johanna Wagner: Meiner Meinung nach lässt sich das ganz leicht erklären. Was ist die größte Angst der Menschen? Die Angst davor, dass wir uns in Nichts auflösen, dass wir aufhören zu existieren. Eben dass wir die Trennung von der Quelle des Seins leibhaftig erleben. Da es aber keine Trennung gibt, kann das nie passieren. Aber diese Angst steckt tief in uns und so ist es nicht verwunderlich, wenn dann apokalyptische Untergangsversionen bei vielen auf fruchtbaren Boden fallen, frei nach dem Motto: »Und es macht doch alles keinen Sinn, eines Tages werden wir untergehen…«. Das sind alles  Dinge, die sich in nur unserem Geist abspielen.
Es liegt also an uns, wie wir die Veränderungen in unserer Galaxis, in unserem Kosmos erleben. Je mehr Angst wir generieren, um so heftiger werden die Veränderungen auf unserem Planeten ausfallen. Je mehr wir uns mit unserer inneren Quelle der Liebe verbinden, umso weniger Auswirkungen wird es in unserem realen Erleben geben.

S. Levent Oezkan: Wo sollte man sich 2012 aufhalten?

Cornelia Johanna Wagner: Dort, wo das Herz einen hinführt.

 

Wer sich mit dieser Aussage nicht zufrieden geben will: Eine gute Lektüre dazu ist das Buch »2012 – Die Welt nimmt Kurs auf das neue goldene Zeitalter« von Diana Cooper…

S. Levent Oezkan: Wie bereiten Sie sich auf das große Jahr 2012 vor?

Cornelia Johanna Wagner: Ich werfe alles ab, was nicht mehr zu mir gehört. Heißt im ganz banalen Sinne, ich räume alle meine Schränke und Schubladen aus und befreie mich von Dingen, die mich belasten. Im spirituelleren Sinne schaue ich darauf, dass ich mit mir im Frieden bin, präsent, ganz bewusst in der Gegenwart. Mache bestimmte Rituale, regelmäßige Meditationen und liebäugle mit der Idee, am 21.12. 2012 bei »meiner« Mayapriesterin Nah Kin in Mexiko zu sein, um an der Pyramide von Uxmal mit vielen Gleichgesinnten in Synchronisation mit der Sonnenenergie zu gehen und damit unserer Mutter Erde und unserer Menschheit die Möglichkeit zu geben, einen Quantensprung in Richtung Liebe, Frieden und Harmonie zu machen.

S. Levent Oezkan: Was machen Menschen, die vor so etwas Angst haben? Gibt es für solche einen Trost?

Cornelia Johanna Wagner: Natürlich gibt es Trost. Wir alle werden zuweilen von Zweifeln, von Angst erfasst. Unser komplettes Glaubenssystem basiert auf Angst. Seit tausenden von Jahren haben wir uns findige Machthaber erfunden, die uns erzählen wollen, dass es einen strafenden Gott gibt, eine Hölle, ein Fegefeuer. Warum? Damit wir nicht erkennen, dass wir selbst Schöpfer unserer Realität sind und dass es an jedem einzelnen von uns liegt, zu wählen, ob wir Liebe, Fülle und Reichtum erfahren wollen oder doch lieber das bekannte Leid.
Wer es (zeitweilig) aus eigener Kraft nicht schafft, mit diesen Ängsten umzugehen, sucht sich am besten licht- und kraftvolle Menschen in seinem Umfeld, die ihn inspirieren, wieder die freudvollen Seiten unserer Existenz zu erkennen und zu leben.

S. Levent Oezkan: Was können wir von 2012 und dem Wandel unserer heutigen Zeit lernen, dass wir die Welt zu etwas schönerem, zu etwas gesunderem, zu etwas gerechterem und einem gemeinsamen Miteinander führen?

Cornelia Johanna Wagner: Bewusstsein, Bewusstsein und nochmal Bewusstsein.

Vielen Dank für das Interview!

Mehr über Frau Wagner und Ihre Arbeit finden Sie unter:
www.corneliajohanna.de

 

 

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