Sonnenkult im antiken Ägypten

Schön erscheinst du
im Horizont des Himmels,
du lebendige Sonne,
die das Leben bestimmt! […]
Am Morgen aber bist du aufgegangen im Horizont
und leuchtest als Sonne am Tage;
du vertreibst die Finsternis und schenkst deine Strahlen.   […]
Alle Augen sehen sich dir gegenüber,
wenn du als Sonne des Tages über dem Land bist. […]

– Aus dem Sonnengesang ECHNATONs

Echnaton lebte in der 18. Dynastie, (ca. 15. Jhr v. Chr.), in der Zeit des so genannten  Neuen Reichs. Seine Frau Nofretete, deren Name »die Schöne ist gekommen« bedeutet, liebte die Kunst und die Spiritualität des Schönen.  Auch der Pharao Echnaton war mehr der Kunst und der Spiritualität zugetan als politischen Belangen. Er setzte auf eine streng nach innen gerichtete Politik. Es lag ihm mehr daran, die Kunst zu reformieren und als Vermittler zwischen Gott und den Gläubigen zu wirken. Auf diesem Wege führte das Herrscherpaar den Monotheismus ein.

In der neuen Hauptstadt Achet-Aton, erhob Echnaton den Gott Aton in Gestalt der Sonnenscheibe zum Gott über alle Götter Ägyptens. Alle anderen Götter waren diesem einzigen Gott geweiht. Der monotheistische Glaube an Aton erreichte im alten Äygpten unter Echnaton seinen Höhepunkt.
Ursprünglich kam jedoch die Idee, die Sonne an die Spitze der ägyptischen Theologie zu setzen, nicht von heute auf morgen und nicht durch Echnaton alleine. Der theologische Hintergrund dieser Idee geht bis in die frühe 4. Dynastie (um 2650 v. Chr.) zurück, denn in Heliopolis, der Sonnenstadt, spielte zu dieser Zeit der Sonnengott Re, die wichtigste Rolle im Glauben.
Auch im Neuen Reich galt Re (oder Ra) als der wichtigste und Vater aller anderen Gottheiten. Allerdings gibt es in der ägyptischen Mythologie einen Gott, der ähnlich bedeutend wie Re ist, und zwar Thoth, Gott der Magie und des Wortes. Thoth soll ein Ei gelegt haben (er selbst wird als Ibis dargestellt), nämlich das Welt-Ei, aus dem die Sonne, also Re schlüpfte.  Andere Mythen zeigen, dass sich Thoth selbst erschaffen hat mit der Kraft der Sprache (vergl. die Beschreibung der Schöpfung der Welt im Alten Testament „Und Gott sprach...“ Genesis 1,3 und im Johannesevangelium »Am Anfang war das Wort« Joh. 1,1). Der Urknall der Schöpfung.

 

 

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