Wie innen so aussen

von S. Levent Oezkan

Wie die Sonne auf die Erde wirkt, so wirkt das Herz auf den Laib

– Paracelsus

Wie innen, so außen, wie unten so oben!

Im Makrokosmos und im Mikrokosmos (griechische Bedeutungen: makros = groß, mikros = klein und kosmos = Welt) befinden sich die Natur und darin der Mensch. Ganz ähnlich der Bewegungen in unserem Sonnensystem, bewegen sich auch die Bestandteile des Atoms, dem Atomkern und den Elektronen, die diese umgeben.
Durch Ernest Rutherford und Niels Bohr wurde bekannt, dass Atome aus positiv elektrisch geladenen Kernen und negativ geladenen, sehr viel leichteren Elektronen bestehen. Die Anziehung zwischen den unterschiedlichen Ladungen folgt dabei gleichartigen Gesetzen, wie die Anziehung, die die Planeten unseres Sonnensystems durch die Sonne erfahren. Wenn man die Atomkerne und deren umkreisende Elektronen mit unserem Sonnensystem vergleicht, kann man erkennen, dass die Modelle sogar sehr identisch sind.
Unser Sonnensystem verbildlicht uns, wie unsere Atome aussehen. Die Teilchen umkreisen die Atome auch mehr oder weniger kreisförmig. Gleich dem Sonnensystem gibt es ein Zentrum, nämlich der Atomkern, wo kleinere Massen in Umlaufbahnen um eine größere Masse in der Mitte kreisen.
Die Versinnbildlichung, dass Mikrokosmos und Makrokosmos ineinander enthalten sind, ist nicht nur durch die Welt der Naturwissenschaften inspiriert, sondern

kommt auch in den Annahmen der abrahamitischen Mystiker vor (Kabbalisten, Rosenkreuzertum, Sufismus), nämlich im Bild der in sich entfaltenden Welten. Die Worte Makrokosmos und Mikrokosmos tauchen auch in der griechischen Antike auf, und zwar im Zusammenhang mit den Lehren des Hermes Trismegistos (dreimalgroßer Hermes; deshalb weil er die drei alchemistischen Prinzipien beherrschte, nämlich, Sulphur, Mercurius und Sal). Geht man in der Geschichte noch weiter in die Antike des alten Ägyptens zurück, so ist eben die Rede von einem Gott namens Thot dem Atlanter, welcher der Erfinder der Sprache, der Mathematik, der Schrift und aller Wissenschaft gewesen sein soll.

Dieser Hermes oder Thot, soll einst aus Atlantis eine Smaragdtafel mit besonderen Inschriften nach Ägypten gebracht haben und diese in einer der Pyramiden von Giza installiert haben. Vom Text, dieser Tafel, »dem Stein der Weisen«, existierten jedoch nur noch Abschriften. Diese wurden im Europa des anfänglichen 18. Jahrhunderts, in den Schriften der »Geheimen Bildern der Rosenkreuzer« übersetzt. Einem aus drei Heften bestehenden alchimistischen Werk.

»Wahr ist ohne Lügen, gewiß und aufs allerwahrhaftigste.
Dasjenige, welches Unten ist, ist gleich demjenigen, welches Oben ist: Und dasjenige, welches Oben ist, ist gleich demjenigen, welches Unten ist,
dies um zu vollbringen, die Wunderwerke eines einzigen Dinges!«

Dies sind die ersten beiden Paragraphen aus der Tabula Smaragdina (Smaragdtafel)

 

 

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