Bewusstheit und Navigieren in der neuen Zeit

von Nadine Hamburger

Die Welt, Systeme, Menschen und Organisationen sind komplexer und verändern sich schneller als je zuvor. Was gestern noch wahr, sinnvoll oder nützlich erschien, kann es schon heute nicht mehr sein. Herkömmliche Entscheidungsmodelle funktionieren nicht mehr. Zudem braucht es jetzt neue Lösungen auf höherer Ebene, die neuen Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Wie navigieren wir gelassen und sicher in diesen turbulenten Zeiten? Wie kalibrieren wir unseren inneren Kompass und treffen Entscheidungen inmitten von dieser Schnelllebigkeit und Komplexität?

Menschen, die bewegen und verändern (wollen), tragen eine höhere Verantwortung. 

Sie sind Pioniere – und das sind viele von uns. Sei es die Mutter in ihrer Familie, die nachfolgend ihrer eigenen spirituellen Entwicklung nun ein achtsameres Miteinander im Alltag initiiert. Der Berater, der als Change Maker neue Impulse im Unternehmen setzt, diese vorlebt und Manager wie Mitarbeiter bei der Umsetzung begleitet. Oder der Yoga und Mediation praktizierende Geschäftsführer, der einen neuen Geist in sein Unternehmen bringen möchte. 

Wir gehen bewusst in eine neue Welt, wir kreieren sie. Heute haben sich Hunderttausende dazu entschieden, nicht mehr Zeitzeugen, sondern aktive Zeitgestalter zu sein. Mit der Aufgabe, einen wichtigen Beitrag für den eigenen Kreis wie auch für die Welt zu schaffen. Ihren ganz individuellen Beitrag, ihren höheren Auftrag, ihre Bestimmung. 

Oft haben diese Bewusstseinspioniere oder Change Maker, wie ich sie gerne nenne, eine andere, vielleicht höhere Sichtweise auf die Dinge. Mit höherer Bewusstheit geht automatisch auch eine höhere Verantwortung einher, wenn wir uns selbst steuern und auch andere auf dieser Reise mitnehmen. Diese gilt es achtsam zu reflektieren und zu kultivieren.

Landkarte und innerer Kompass: Navigation in der neuen Zeit

Die beiden wichtigsten Elemente hierfür sind:

  • Bewusstheit über die aktuelle Situation und ihre Dynamik. 
  • Ihre eigene innere bzw. Ihre höhere Führung. 

Diese beiden sind quasi Ihre Landkarte und Ihr innerer Kompass.

Um eine Landkarte zu nutzen, benötigen Sie natürlich auch Ihre Koordinaten: Wo stehen Sie? Und wo wollen Sie hin? Für Ihre strategischen und taktischen Entscheidungen, welchen Weg Sie zu Ihrem Ziel wählen, gilt es zu natürlich noch wissen, was Sie an Kondition, Fähigkeiten, Begabungen und weiteren Ressourcen in Ihrem „Rucksack“ mitbringen. 

Wer gut im Schwimmen und Floßbauen ist, wird eher den Wasserweg über die Flüsse wählen. Wer die Berge und das Klettern liebt und beherrscht, nimmt den Pfad direkt zum gewünschten Gipfel. Die Landkarte betrachten wir also immer auch im Hinblick auf unser „Rüstzeug“, aber auch die umgebenden Bedingungen wie Wetter und Zustand der vorhandenen Basislager und natürlich unser Begleiter-Team.  

Und die Nadel Ihres inneren Kompass sollte fein kalibriert sein und nicht abgelenkt durch alte Denk- und Handlungsweisen, emotionale Fesseln, unbewusste Anreiber oder einen ungebändigten inneren Kritiker. Selbsterkenntnis, Selbstmanagement und Persönlichkeitsentwicklung ist daher das wichtigste Tun unserer Zeit.

 

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1. Ihre Landkarte der Bewusstheit: Erfassen der Situation und Dynamik

Je besser Sie das Gelände kennen, auf dem Sie reisen, desto erfolgreicher und nachhaltiger werden die Entscheidungen sein, die Sie hierfür treffen. Anders ausgedrückt: Je Bewusster wir uns der Situation und Dynamiken sind, desto sinnstiftender und zielsicherer können wir agieren.
Als beispielsweise in Asien Plastiktüten und -behälter eingeführt wurden, geschah diese ohne die Information für die betroffenen Menschen, dass sich diese nicht von alleine auflösen oder kompostieren wie Bananenstaudenblätter, in denen bislang das Essen verpackt wurde. Ein unfassbares Müllproblem für Land und Meer nahm seinen Anfang ... Deswegen ist Bewusstheit – ein möglichst hohes Wissen über das, was wir tun – so wichtig. Heute ist es wichtiger denn je. 

Haben Sie alles im Blick?

Beschreiben Sie eine aktuelle Situation aus Ihrem Beruf oder auch Privaten, einmal anhand der folgenden Quadranten. Die oberen Felder beschreiben Individuelle Aspekte („ICH“), die unteren Felder die kollektiven Aspekte („Wir“). Die linke Spalte die inneren, nicht sichtbaren Elemente, und die rechte Spalte die äußeren, sicht- oder messbaren Elemente.

  • Wer bin ich? Was will ich?
    = Werte, Vision &  Ziele, Gedanken, Bedürfnisse & Gefühle, Glaube
  • Wie erscheine und wirke ich? Wie verhalte ich mich?
    = Wirkung & Signale, Körper & Verhalten, Energie & Gesundheit, Kommunikation, Wissen & Kompetenzen
  • Wie wurde ich, was ich bin? Wie soll das Miteinander sein?
    = Unternehmenshistorie, persönlicher/familiärer Hintergrund, Interessen des Miteinanders, kulturelle Normen & Glaube, gemeinsame Vision & Werte
  • Wie lebe und arbeite ich? Wo will ich hin?
    Berufs- & Familiensituation, Umfeld (Arbeitsplatz, Wohnung,
       Natur), Struktur & Prozesse, Finanzen, Wachstum & Weiterentwicklung
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Das Modell kann in Bezug auf unterschiedliche Situationen eingesetzt werden: zum Betrachten einer Person, Situation oder auch eines Unternehmens. Die Elemente der Quadranten sind auch nicht trennscharf von einander abzugrenzen. Und ganz wichtig: Sie sind alle mit einander verbunden, wie der Pfeil in der Mitte andeutet. Wird ein Element verändert, hat das Auswirkungen auf das ganze System. 

Die Sichtweise der vier Quadranten (AQAL und später 4Q8P in erweiterten Versionen), wie es von dem Visionär und amerikanischen Philosophen Ken Wilber entwickelt wurde, gibt eine sehr hilfreiche Orientierung. Es kann uns in vielerlei Hinsicht als Landkarte dienen. In den letzten Jahrhunderten westlicher Kulturen und Unternehmen wurde die linke, nicht sicht- oder messbare Seite der Innerlichkeit unterbelichtet. So hilft uns diese „Landkarte“, gemeinsam wieder das Gesamtbild und alle wichtigen Aspekte zu erfassen. 

Und sie gibt uns neue Sichtweisen wie Inspirationund bringt wieder mehr zum Vorschein, was das Leben lebendig und erfüllend machen, sowie Lösungen weiser und nachhaltiger werden lassen: Innere Zufriedenheit und Entwicklung und dem damit verbundenen  Zugang zu innerem Wissen und Weisheit, höheren Bewusstseinszuständen sowie kraftvolles, nährendes Miteinander und neue, unterstützende Kulturen in Privatem wie Organisationen.

2. Befreie Deinen inneren Kompass: Offen und frei, das Neue zu empfangen

Wissenschaft, das Wissen und unsere Erfahrungen von Gestern haben eines gemeinsam: Sie sind alt. Wie sollten wir in der Lage sein, auf dieser Basis Entscheidungen für morgen zu treffen? Natürlich geben sie auch wichtige Hinweise. Viel wichtiger ist es aber heute, nach dem Betrachten einer Situation das „tagesaktuelle“ Wissen abzufragen. Sind wir in unserem Zentrum reinen Gewahrseins oder im Zustand reinen Bewusstseins, so haben wir in der Regel Zugang hierzu. Wir erhalten Informationen oder Inspiration aus einer höheren Bewusstheit heraus.  

Diesen Zugang erhalten wir durch das Training dieser Zustände und das Klären alter Themen. Aber auch das Hören auf unser Herz und unseren Körper, geben uns bereits aufschlussreiche Informationen. Sie sind um ein Vielfaches intelligenter und offener als unser Verstand. Je freier und klarer wir unsere Stimmen des Herzen und Signale unseres Körpers wahrnehmen als auch in der Lage sind, unsere aktuellen Gefühle und (alten) Emotionen zu deuten, desto besser werden die Lösungen sein, die entstehen.

Ganz konkret nehme ich in der Regel erst einmal mein Grundgefühl und meine intuitive Einschätzung einer (Entscheidungs-)Situation wahr und registriere alle Ideen, Impulse, Bedenken, Gefühle. Dann ergänze ich anhand der vier Quadranten, was mir noch nicht bewusst war und erfasse, wie sich die Situation ändert, wenn ich einzelne Aspekte ändern würde. 

Um dann konkrete Entscheidungsoptionen zu überprüfen, Frage ich noch meine (höhere) Körperintelligenz. Sei es mit kinesiologischer Testung (Körpertest), mit einem geschulten Seher oder Coach oder – besonders in komplexeren Situationen auch mit Hilfe von Bodenankern und Aufstellungen, die auch in der Familienaufstellung genutzt werden. Mit etwas Erfahrung und Übung kann man hier bereits einiges selbst herausfinden. Wichtig: Auch unser eigener Verstand oder auch alte Erfahrungen/Emotionen können die abgefragte Körperintelligenz beeinflussen. 

Daher ist es heute so wichtig, an unseren inneren Glaubens- und Gefühlssystem zu arbeiten, diese zu klären, zu trainieren und bewusst zu managen. Und natürlich auch unseren Körper fit zu halten. Denn selbst unsere Physis lässt uns kleiner denken, wenn die Muskeln schlaff oder verspannt sind oder wenn unsere Batterien leer sind.

Hin zur Co-Creation und kollektiver Intelligenz

Die oben beschriebene Bewusstheit über eine Situation sowie sich und seine eigene (höhere) Intelligenz bilden auch die entscheidende Basis für den nächst höheren Schritt: Das Entstehen und/oder Abfragen kollektiver Intelligenz. Kommen Individuen zusammen, die recht losgelöst von ihrem Ego agieren und achtsam mit einander kommunizieren, so springen oft Funken der Inspiration von einem zum anderen. Und neue, höhere Ideen und Lösungen entstehen, auf die wir alleine nicht gekommen wären. 

Lassen Sie uns genau dies kreieren. Gemeinsam, zum Wohle des Einzelnen und des großen Ganzen. Jetzt.

 

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