Die geheimnisvolle Smaragdtafel aus Atlantis

Smaragdtafel - ewigeweisheit.de

Seit uralter Zeit existiert eine Lehre, die man einem großen Meister zuschreibt: Hermes Trismegistos – Urvater der Alchemisten. Sein großes Werk ist zusammengefasst in 14 geheimnisvollen Sprüchen. Einst gravierte man diesen Text in eine Tafel aus reinem Smaragd. Vor etwa 2.300 Jahren im ägyptischen Alexandria übersetzt, sollte daraus einer der am meisten interpretierten Texte der Menschheit werden.

Somit ist die Smaragdtafel des Hermes Trismegistos, eines der bedeutendsten Dokumente der alten Wissenschaft. Sie ist sogar so wichtig, dass man die Geschichte dieser uralten Wissenschaft untergliedern könnte in die Zeit vor dem Auftauchen der Smaragdtafel und die Zeit danach.

Mehr als zwei Jahrtausende haben viele Gelehrte gerätselt, was es mit dem, auf dieser geheimnisvollen Steintafel eingravierten Text, eigentlich auf sich hat.

Beim ersten Lesen des Textes, scheint man zuerst mal kaum etwas zu verstehen. Doch womöglich ist unser Intellekt für das Verständnis dieses Textes einfach nicht geeignet. Eher versteht der Leser die Zeilen der Smaragdtafel intuitiv – »in seinem Herzen«, wie die Eingeweihten sagen würden.

Der Text dieser mysteriösen Steintafel, zwingt den Leser regelrecht dazu ihn zu interpretieren. Die Tatsache, dass dieser Text unzählige Male interpretiert wurde, spricht für sich. Zu jenen Gelehrten die nach ihrer Bedeutung forschten, zählte auch der Physiker Isaac Newton. Als erster übersetzte er den Text ins Englische.

Alchemisten der Vergangenheit, erkannten in den Zeichen und Zeilen der Smaragdtafel ihre Geheimnisse wieder. Auf den 14 Versen der Smaragdtafel gründeten sie die Fundamente ihres Wissens. Entsprechend trägt das 14. Arkanum des Thoth-Tarot (Golden Dawn) den Titel »Kunst« – eine Anspielung auf die hohe Kunst der Alchemie.

Ursprung der Smaragdtafel

Manche sagen die Spuren der Smaragdtafel ließen sich in einer Zeit finden, wo auch die biblische Genesis ihren Anfang nahm.

Laut der hermetischen Geheimlehren soll die Smaragdtafel von der Alten Atlantis nach Ägypten gebracht worden sein. Man rettete sie aus den Fluten der großen Überschwemmung (Sintflut), vor etwa 11.500 Jahren. Thoth der Atlanter soll sie vor dem Verschwinden bewahrt haben. Er ist der selbe, wie Hermes Trismegistos – der »Dreimalgroße Hermes«, »Herrscher der drei Welten«.

Man kann nicht mit absoluter Gewissheit sagen, ob es sich bei Thoth bzw. Hermes Trismegistos, wirklich um eine menschliche Person handelte. Das ihm zugeschriebene Werk umfasst zehntausende Bücher – die wohl ein Mensch, kaum in einem Leben hätte schreiben können. Eher ist es ein übernatürliches Wesen, eine Art »Aufgestiegener Meister«, wie ihn die moderne Theosophie nennen würde.

Thoth auf jeden Fall, war ein alt-ägyptischer Gott, der den Menschen die Sprache, Mathematik, Magie und die Wissenschaften brachte. Alles Substantive, die man in der einen oder anderen Form ja auch in den Zeilen der Smaragdtafel, in konzentrierter Form wiederfindet.

Großer Smaragd - ewigeweisheit.de

Bodenkachel in der Kathedrale zu Siena (Italien) mit einer Abbildung des Hermes Trismegistus (rechts).

Die Entdeckung der Smaragdtafel

Verschiedene Legenden kreisen um den Fund der Smaragdtafel. Als ich mich längere Zeit mit diesem magischen Objekt beschäftigte, fragte ich mich irgendwann, ob es vielleicht mehrere Kopien der selben Tafel gibt, die man später dann in der alten Welt fand. Denn zum einen heißt es, Hermes Trismegistos sei ein Sohn des biblischen Adam gewesen. Als er sich auf einer Reise auf die indische Insel Ceylon begab, soll er dort den Text auf einer smaragdenen Steintafel gefunden haben.

Auch gibt es eine Legende, dass man die Tafel in einer verborgenen Kammer unterhalb der Großen Pyramide von Gizeh fand.

Abrahams Frau Sarah will auf die Tafel in einer Höhle in der Nähe von Hebron gestoßen sein. Dort soll sie sie aus den krallenden Fingern einer Mumie entrissen haben.

Albertus Magnus schrieb den Fund Alexander dem Großen zu, der die Tafel im Grab des Hermes in Phönizien entdeckt haben will.

Was alle Legenden über den Fund der Smaragdtafel jedoch gemeinsam sagen, ist, dass es sich um einen grünfarbigen Stein handelt, in dem nach Art eines Basrelief, alt-phönizische Lettern eingegraben waren - einer Schrift also, von der alle Alphabete abstammen.

Der Text

Die jüngere Geschichte der Smaragdtafel, beginnt um 300 v. Chr. in Ägypten. Da nämlich übersetzte man den Originaltext zum ersten mal ins Griechische. Im ägyptischen Alexandria, sollte die Übersetzung des Textes dazu beitragen einen Streit beizulegen. Denn die dort ansässigen Gelehrten waren uneinig über die wahren Lehren der Alchemie. Jüdische, griechische und auch ägyptische Alchemisten, sie hatte alle ihre eigene Version von der »Hohen Kunst«. Erst als die Smaragdtafel in die damalige Amtssprache Alexandrias, in das Altgriechische übersetzt wurde, begann tatsächlich eine neue Ära für die Alchemie, war dieser Fund doch Ausgangspunkt einer gemeinsamen Weisheitslehre.

Zu damaliger Zeit war Alchemie kein Werk der Scharlatane, zu was es erst verkommen war im europäischen Mittelalter. Vielmehr handelte es sich um eine Wissenschaft, ja eher sogar eine von Gott inspirierte Begabung. Auf der Grundlage ihrer Lehren, so die alten Alchemisten, basieren die Grundlagen aller Religion und Wissenschaft.

Die Lehren und Praktiken der Alchemisten blieben seit alters her geheim. Sie waren nur einer kleinen Gruppe von auserwählten Priestern zugänglich. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Insbesondere im Mittelalter war es gefährlich als Alchemist erkannt zu werden. Für die Kirche waren die Alchemisten Ketzer und Teufelsanbeter, die man lieber gehängt oder auf dem Scheiterhaufen brennen sah, als sie in ihren »Hexenküchen« kochen zu lassen.

So also kam es zu der Verschwiegenheit, die diese Hohe Kunst bis heute umhüllt. Ihre hermetischen Lehren aber blieben erhalten und wurden, in okkulten Zirkeln, über Generationen vom Meister an den Schüler übergeben. Daher auch das Wort »hermetisch«, dass man im deutschen Sprachraum ja oft zur Bezeichnung von etwas Luftdichtem oder Undurchdringlichen verwendet: es ist etwas, dass unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen und praktiziert wird – etwas das eben undurchdringlich ist, für alle Nicht-Eingeweihten verschlossen. Gleichzeitig ist der Begriff »hermetisch« aber auch ein Hinweis darauf, dass die Methoden der Alchemie, sich immer auf ein in sich abgeschlossenes System beziehen – ganz gleich ob dabei Mikrokosmos oder Makrokosmos erforscht werden.

Fest steht, dass der Text der Smaragdtafel, das uralte Wissen der westlichen Zivilisation bewahrt. Zwar ist es ein okkulter und für viele, nur schwer zugänglicher Text, doch findet man im Studium der Smaragdtafel die Grundelemente jener alten Offenbarungslehre, die durch Hermes Trismegistos überliefert wurde.

In den 14 Zeilen der Smaragdtafel steht geschrieben, was später ganz wesentlich das naturwissenschaftliche Weltbild beeinflusste, ebenso aber auch die Religionen und den Okkultismus.

»Philosophie des gesamten Universums«

Auch wenn die Lehre der Smaragdtafel universal ist und die Fundamente bildet, auf denen Religion und Wissenschaft gründen, ist sie keineswegs eine allen zugängliche Lehre.

Niemals plauderten Alchemisten die Geheimnisse der Alchemie aus. Uneingeweihte ging die Geheimlehre der Alchemie einfach nichts an. Nicht etwa aber, um ihnen etwas vorzuenthalten, sondern weil dieses Wissen auch gewisse Gefahren birgt.

Großer Smaragd - ewigeweisheit.de

Großer Smaragd (cc)

Am Anfang trug die Smraragdtafel den lateinischen Namen »Tabula Smaragdina« (tabula = Tafel) – denn genau das war sie: eine Tafel aus grünem Stein.

Später nannte man sie auch die »Hermetische Tafel«, (Tabula Hermetica) – oder, gemäß des Ursprungsortes ihrer Übersetzung, die »Ägyptische Tafel« (Tabula Aegyptia).

Dort in Ägypten fließt der Nil, der jährlich seinen schwarzen Schlamm über die Ufer schwemmt. In diesem Schlamm sah man in alter Zeit, eine magische Substanz, denn seine Fruchtbarkeit brachte den Ägyptern ihre Nahrung. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Vom alt-ägyptischen Namen dieser schwarzen »Substanz«, dem »Khem« oder »Khemet«, stammt der Begriff Alchemie: Die schwarze Schlammerde nannten arabische Alchemisten »Al-Khem«.

Das Alter der Smaragdtafel

Niemand weiß, wo sich heute das Original der Smaragdtafel befindet oder ob es überhaupt noch existiert. Nur drei alte, lateinische Übersetzungen sind geblieben, die man einst in Alexandria aus der griechischen Urübersetzung anfertigte.

Was auch immer mit dem Original geschehen ist: der Text der Smaragdtafel, ist eines der wichtigsten Dokumente in der Geschichte der Menschheit – auch wenn die Original-Übersetzungen heute nicht mehr existieren, geschweige denn kaum einer davon je gehört hat.

In seinem Buch »Amphitheatrum Sapientiae Aeternae« bezeichnet der deutsche Alchemist Heinrich Kunrath, die Smaragdtafel sogar als »Monument für die ganze Menschheit«.

Illustration von Hans Vredeman de Vries: Im Labor des Alchemisten - ewigeweisheit.de

Illustration von Hans Vredeman de Vries: Im Labor des Alchemisten. Abbildung im Buch Heinrich Kunraths "Amphitheatrum sapientiae aeternae".
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Nach der arabischen Eroberung Ägyptens im 7. Jhd., wurde das alte alchemistische Wissen durch islamische Gelehrte fortgeführt – so wie etwa durch Abu Musa Dschabir ibn Hayyan. Das alte Wissen der Smaragdtafel kam dann irgendwann im 8. Jhd. über Marokko nach Spanien, wo die Alchemie einen wichtigen Stellenwert in der Wissenschaft einnahm. Dort sollte Dschabir ibn Hayyan später noch eine wichtige Rolle spielen. Sein Name wurde europäisiert als »Geber Arabicus«, der für die Geschichte der mittelalterlichen Alchemie, wie später auch für die Chemie, eine wichtige Rolle spielen sollte.

So kam der einst in Ägypten übersetzte Text der Tabula Smaragdina, irgendwann nach Europa. Hier entwickelte sich die Alchemie in den kommenden tausend Jahren zu ihrer Hochblüte, bis sie Ende des 18. Jhd. durch die moderne Wissenschaft in den Untergrund abgedrängt wurde.

Trotzdem blieb die Smaragdtafel stets die hermetische Grundlage aller alchemistischen Lehren. Das gilt auch heute noch. Erst in den vergangenen Jahrzehnten, gewannen ihre Weisheitslehren wieder an Bedeutung. Insbesondere die Heilkunst wie auch die schönen Künste, sollten von den Weissprüchen der Smaragdtafel profitieren.

 

Eine kommentierte Fassung des Textes finden Sie hier.

 

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