Kheper - Der Ägyptische Gott des Ewigen Lebens

Skarabäus - ewigeweisheit.de

Vor der Mumifizierung des Pharao, entfernte man aus seinem Körper das Herz. Es wurde durch einen aus Lapislazuli geformten Skarabäus ersetzt, auf dessen Unterseite machtvolle Zaubersprüche eingraviert waren. Diese magische Gravur sollten dem Verstorbenen im Jenseits zu neuem Leben verhelfen.

Nachdem man das Herz aus dem Leichnam des Pharao entnommen hatte, wurde es in einem gesonderten Gefäß aufbewahrt, dass unter dem magischen Schutz des Wolfsgottes Duamutef stand. Das Herz war für die alten Ägypter nicht nur Sitz der Lebenskräfte, sondern auch Quelle aller guten und bösen Gedanken.

Der Skarabäus

Bereits lange vor dem Pyramidenbau zu Gizeh (vor ca. 4.600 Jahren), war im paganen Ägypten der skarabaeus sacer, der Heilige Pillendreher, ein Insekt sakraler Verehrung - ein schwarzer Mistkäfer, mit metallisch glänzendem Panzer. Er war ein Symbol des Gottes der aufgehenden Sonne: Khepera. Der Skarabäus verkörperte die unsichtbare Kraft, durch die sich die Sonne über den Himmel bewegt.
Für die Menschen im alten Ägypten, war dieser Käfer ein äußerst merkwürdiges Wesen, denn er schien ohne äußeres Zutun aus einer Mistkugel hervor zu schlüpfen, die zuvor andere seiner Art über den Boden gerollt hatten. Daher der ägyptische Name »kheper«, was soviel bedeutet wie »der von selbst wurde« oder »der aus der Erde entstand«.
Natürlich legt ein Skarabäus-Weibchen die befruchteten Eier im Dung ab, bevor daraus die Kugel geformt wird. Darin verpuppen sich die Larven und zur Mittagshitze schlüpfen sie daraus empor und fliegen der Sonne im Zenit entgegen.

Scarabaeus Sacer - ewigeweisheit.de

Der Skarabäus rollt seine Dungkugel von Osten nach Westen

Diese Kugeln formt der Skarabäus aus Kuhdung, der zu Anfangs unförmig und weich ist, doch nach und nach immer härter und runder wird.
Horapollo, ein ägyptischer Philosoph der Spätantike, beschrieb, dass der Skarabäus diese Dungkugel mit seinen Hinterbeinen von Osten nach Westen rollt, während er selbst nach Osten blickt. Er ahmt damit die Drehung der Erde nach, die sich ja ebenfalls von Osten nach Wesen dreht. Ziel der Dungkugel war ein Erdloch, dass er zuvor gegraben hatte. Darin verbirgt er für 28 Tage die Kugel. In dieser Zeit bewegt sich der Mond durch die 12 Tierkreiszeichen. Am 29. Tag holt der Skarabäus die Dungkugel aus dem Loch wieder hervor und wirft sie in den schwarzen Nilschlamm, worauf die kleinen Käfer beim Höchststand der Sonne zu schlüpfen beginnen, denn sie scheinen zu wissen, dass an diesem Tag die Konjunktion des Mondes mit der Sonne stattfindet.

Sonnenlicht des Lebens

Die Dungkugel war im alten Ägypten eine Allegorie auf die lebensspendende Sonne und man identifizierte den glänzenden Skarabäus mit dem Sonnengott Atum. Die unsichtbare Kraft mit der die Sonne über den Himmel »gerollt« wurde, manifestierte sich zur Götterfigur des Kheper. Dieser himmlische Skarabäus, so glaubte man, rolle die Sonne auf ihrer Tagesfahrt über den Horizont. Für die Ägypter enthielt die Sonne die Keime allen Lebens, so wie sich in der Dungkugel auf geheimnisvolle Weise die Keime der jungen Skarabäen verbergen.

Khepera war auch der Gott der trägen, doch lebendigen Materie, aus der neues Leben kommt - ein Gott der Wiederauferstehung. Man glaubte, dass mit dem Einsetzen des Lapislazuli-Skarabäus in den Leichnam, im toten Körper des Pharao ein Lebenssame des Kheper gepflanzt wurde. Er war der Keim zur Erweckung seines spirituellen Körpers. Durch Gebetsgesänge wurde dieser spirituelle Leib während der Beisetzung zum Leben erweckt.
Die Dungkugel des Skarabäus, die Sonne des Kheper und der tote Leib des Pharao waren für die alten Ägypter ein und das Selbe.

Sarkophag - ewigeweisheit.de

Sargdeckel des Pharaoh Seqenenre, um 1.550 v. Chr.

Ewiges Leben

Da also das Insekt den Eiern in der Dungkugel Leben verlieh, so glaubte man, dass das Symbol des Kheper auf einen Leichnahm gelegt, diesen zu neuem Leben erwecken könne. Man fertigte dazu einen in Gold gefassten, klaren Smaragd in Form eines Skarabäus an, auf dessen Rückseite magische Hieroglyphen angebracht waren und von den ägyptischen Hohepriestern dem Toten auf seine Reise durch die Unterwelt mitgegeben wurden.

Zauberspruch - ewigeweisheit.de

Der Zauberspruch "Neter Nefer, Neb Taui" auf der Rückseite eines Skarabäus

Neter Nefer, Neb Taui, Men-Kheper-Ra, Pet Pet Chasut Taui (Vollkommener Gott, Herr der zwei Länder, Men-Kheper-Ra, Unterwerfer aller fremden Länder der Hügel und Berge)

- magischer Spruch auf einem Skarabäus des Thutmosis III (Thronname: Men-Kheper-Ra)

Der Totenbrauch wurde in Ägypten irgendwann eine Mode; man trug Skarabäen als Glücksamulette. Man glaubte dem lebenden Träger eines solchen Amuletts sei langes, ja sogar ewiges Leben sicher.

ewigeweisheit.de

Alter Papyrus mit der Anleitung zur Herstellung eines magischen Amuletts

In einem alten Zauberpapyrus gibt es eine Anleitung zur Herstellung eines solchen Amuletts. Darin wird eine Zeremonie beschrieben, die vollzogen werden muss, bevor der Skarabäus dem Träger feierlich überreicht wird:

Nimm einen Smaragd (Synonym für grünen Stein) und forme ihn zu einem Skarabäus, durchbohre ihn und durchziehe ihn mit einem Faden aus reinem Gold. Auf seine Unterseite graviere eine heilige Isis, weihe ihn wie folgt beschrieben und nimm ihn dann in Gebrauch:
Lege das Skarabäus-Amulett auf einen Tisch aus Papyrus und breite darunter reines Linnen und Olivenzweige. Auf den Tisch stelle einen kleinen Räucheraltar in dem du Myrrhe und Kyphi (ein besonderes Räuchergemisch) entzündest. Reinige dich von allem und bereite dir dann ein kleines Gefäß aus Goldstein (Aventurin). Darin gib eine Salbe aus Lilien und lege da hinein den Skarabäus für drei Tage. Dann nimm ihn und bewahre ihn an einem anderen Ort auf. Während der Weihung lege neben den Skarabäus drei reine Brote und einige Früchte der Jahreszeit.

Tage an denen die Handlung vorgenommen werden soll, sind von Mondaufgang (Monatsanfang) an der 7., 9., 10., 12., 14., 16., 21., 24. und 25. Tag. Bei dieser Weihehandlung soll man das folgende Gebet an die Sonne richten:

Ich bin Thoth, der Erfinder der Medizin und der Buchstaben. Nahe mir, Unterirdischer, erwecke dich mir zu Liebe, großer Geist, Dämon, Phnoun (der Abyss). Ich bin Heron (Phönix), der berühmte, das Ei des Ibis, das Ei des Falken, das Ei des luftdurchfliegenden Phönix.

Feature Tick: 

 

Diese Themen könnten Sie interessieren

Ragnarök (Emil Doepler) - ewigeweisheit.de

Maitreya und Mehdi: Retter am Ende der Zeit

Buddhistische und islamische Geheimlehren sehen das Kommen eines großen Weltlehrers in der Endzeit. Gegenwärtig lebt dieser Erleuchtete im Verborgenen - so die heiligen Schriften. Mit seinem …

Weiterlesen ...

Gott Vishnu - ewigeweisheit.de

Das wunderbare Märchen vom Götterkönig Indra

Die heilig-göttlichen Offenbarungen des Hinduismus, die Puranas, erzählen eine sehr eindrucksvolle Geschichte über das Wesen unseres Egos und unseres wahren Selbsts. Alles was jetzt ist, war schon …

Weiterlesen ...

Das Windpferd Himor - ewigeweisheit.de

Über die sagenhafte Kosmologie der Tengri-Schamanen

Seine Reden begann der große Dschingis Khan stets mit dem Satz: "Auf Wunsch des ewigen blauen Himmels." Er sah sein Handeln im Auftrag Tengris - des göttlichen Himmels. Ihn verehren die Tengri- …

Weiterlesen ...

 
Rad der Wiedergeburten - ewigeweisheit.de

Wieso kommen die Menschenseelen auf die Erde?

Seit Urgedenken hielten die Meister der Weisheit höheres Wissen geheim, da es …

Weiterlesen ...

Der Mensch als kleiner Kosmos - ewigeweisheit.de

Der Mensch - ein kleines Universum auf dem Wege das große in sich zu entdecken

Der Mensch ist ein kleines Universum, ist ein Spiegelbild des großen …

Weiterlesen ...

Geheimnisse der Chakras - ewigeweisheit.de

Was Sie über die sieben Chakras unbedingt wissen sollten

Jeder kennt sie: die sieben Chakras. Doch nur wenige wissen, dass die …

Weiterlesen ...

Einweihung des Triptolemos in Eleusis - ewigeweisheit.de

Die Mysterien von Eleusis und das Urchristentum

Wer nie das Blut eines Mitmenschen vergossen hatte und fähig war zu schweigen …

Weiterlesen ...