Calcinatio in der Alchemie

Wie die Sonne, die weder östlich noch westlich ist, noch
von irgendeinem Ort, wo diese Sonne aufgeht.

– Rumi

Elemente

Feuer

Sal 

Chemische Substanzen

Schwefelsäure, Salzlösung

Terrestrische Zuordnung

Lava, Vulkanische Asche, Wüstenbildung.

Beschreibung

Der Begriff Calcinatio beschreibt die Einäscherung der Grundsubstanz. Hierbei wird die Ausgangssubstanz durch Brennen oder Glühen zermürbt und zu Asche verwandelt. Diesem Arbeitsschritt sind auch die Vorgänge Putrfactio (Fäulnis) und Mortificatio (Tötung) zugeordnet.

Allegorie

Der Wolf (Antimon) frisst den König, der das Gold symbolisiert, um danach diesen durch die Calcinatio in gereinigter Form wieder auferstehen zu lassen. Ein schwarzer Rabe stellt das Symbol der Fäulnis dar, den Tod und die Wiederbelebung. In der Spagyrik ist es die Wiedergeburt der Materie durch Verwesung. Biblisch wäre das mit dem Auszug der Israeliten aus Ägypten, und die darauffolgende vierzigjährige Reise durch die Sinai-Wüste zu vergleichen.

Verfahren

Man erhitzt bis nur noch Asche zurückbleibt oder löst auf durch eine ätzende Substanz. Die niedrigeren Prinzipien der Natur weichen zurück, damit die höheren zur Wirksamkeit gelangen können. Die Vernichtung des Körpers mit dem Ziel der Freimachung des Geistes.

Psychologie

Zerstörung des Egos und der Abhängigkeit von Materiellem. Die Läuterung der Schattenseiten des Selbst. Verzweiflung, Trauer, Buße um die Transmutation der Seele herbeizuführen. Übergang in einen neuen Lebensabschnitt ohne die Möglichkeit der Umkehr.

Körperfunktionen und Chakra

Körperliche Betätigungen wie Dauerlauf, Yoga, Sport. Aktivierung des Wurzelchakras. Verdauung von Nahrung und deren Ausscheidung.

Soziologische Zuordnung

Umsturz, Revolution, Untergang einer Kultur.

 


Quelle: Salomon Trismosin: Splendor Solis, 1582, The British Library

 

Fanden Sie diese Seite hilfreich?

 JA
 NEIN