Der Eremit im Tarot

Selbstbeobachtung, Suche, Führung, Einsamkeit

Kurzbeschreibung:

Die Karte zeigt einen alten Mann der einen Stab in der einen und eine Laterne in der andren Hand trägt. Im Hintergrund ist Ödland. Jenseits dessen ist eine Bergkette zu sehen. Der Eremit hat die Lektionen des Lebens verinnerlicht im Begriff dessen, selbst die Lektion geworden zu sein. Er zeigt die Notwendigkeit sich aus der Gesellschaft zurückzuziehen um sich mit dem Selbst wohlzufühlen aber auch dem Bedürfnis aus der Isolation herauszutreten und das eigene Wissen mit anderen zu teilen. Er ist die Person die wir treffen, die uns die Einsicht gibt, welche wir benötigen um die versiegelte Höhle zu öffnen. Der Eremit ist der Torwächter der das Hinderniß repräsentiert, welches wir überwinden müssen um uns weiter zu entwickeln.

Zahl:

Numerologie der Neun - 9

Hebräischer Buchstabe:

י    “Hand”

 

Details:

Man sieht auf der 9. Karte des großen Arkanums einen in Mönchskluft gekleideten Mann, der anscheinend jemandem den Weg leuchtet. Er steht für den weisen, alten Mann, der alleine lebt um in der Stille in sich zu gehen und so zu sich selbst zu finden. Die erste Lebenshälfte, die nach außen gerichtete solare Phase hat ihren Abschluss gefunden – jetzt folgt die zweite, nach innen gerichtete lunare Lebensphase. Seine Haltung ist von einer gewissen Ernsthaftigkeit bestimmt. Nur so können alte Ansichten überprüft und wenn nötig über Bord geworfen werden. Der Eremit ist ein Asket der sich von fremden Gedanken und Meinungen gut abschirmen, und so sich aus ihm sein wahrer Wille herauskristallisieren kann. Er geht seinen eigenen Weg und nur auf diese Weise ein authentischer Mensch, frei von den Einwirkungen des Außen. Doch selbst wenn alle materiellen oder geistigen Dinge der äußeren Welt ihm nicht mehr helfen können und sich allmählich ein Desinteresse für die normale Umwelt einstellt, kann daraus eine illusorische Wirklichkeit erwachsen, in welcher sich an Stelle von Menschen unheimliche, gespenstische Schatten1 bewegen, die ihn zu allerlei Unfug überreden. Damit kommen die Schattenseiten des Eremiten auf den Plan. Wer sich isoliert bleibt uneinsichtig, und das führt oft zu Verbitterung. Aus dem Einsiedler wird mitunter ein unbelehrbarer Griesgram, der sich weigert auf vernünftige Ratschläge zu hören und sich von nichts und niemandem helfen lassen will.

1 Im Sufismus sagt man »Wer allein ist mit dem ist Sheytan« (Sheytan ist der Teufel).

 

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