Das Tarot als Orakel

von S. Levent Oezkan

Erkenne dich selbst

- Inschrift am legendären Orakel zu Delphi

Was sind Orakel?

Heute sprechen Bewusstseinsforscher von einem Bereich des Daseins, den sie das »Unbewusste« nennen - in dem es keine Zeit gibt und Wissen nicht durch bestimmte Bilder begrenzt ist. Die archaischen Völker sprechen von der »Anderwelt« oder dem »Land der Götter« und nehmen mit diesem Daseinsbereich über Rituale Kontakt auf, um den Willen der Götter zu erfahren.

Göttersprüche wurden den alten Menschen an bestimmten Orten und heiligen Stätten übermittelt. Brunnen oder Erdspalten wurden für Durchgangs- und Kontaktzonen zur Unterwelt gehalten. An einer Orakelstätte1 empfing ein Medium in ekstatischer Versenkung die göttlichen Offenbarungen. Ein Orakel ist strenggenommen ein ritualisiertes Verfahren, das von spezialisierten Personen vollzogen wird, die mit dem Göttlichen in Kommunikation treten. Doch bezeichnet das Wort auch die Erteilung der Orakelbilder des Tarot, denn wie z. B. auch im Traum, können über Tarotbilder archetypische Bildschlüssel vom Frager empfangen werden.

Voraussetzung für die Befragung eines Orakels ist natürlich der Glaube an einen universalen Zusammenhang, der zwischen der Welt, den Menschen und der auf ihn wirkenden göttlichen Kräfte besteht. Bestimmte Bereiche oder Aspekte der Wirklichkeit sind der direkten Erkenntnis nicht zugänglich, können aber aufgrund einer zeichenhaften Entsprechung über das Orakel erschlossen werden. Hierbei kann es sich um Ereignisse in der Vergangenheit handeln, um die Deutung von Gegebenheiten der Gegenwart oder um Geschehnisse in der Zukunft. Das Orakel gibt einem hierzu konkrete Handlungsanweisungen, weshalb es auch über die Gegenwart befragt werden kann, um einem beim Fällen von Entscheidung behilflich zu sein.

Eine Orakelbefragung ist ein aktives Verfahren um den göttlichen Willen zu erkunden. Der Mensch hatte immer versucht die Götter zu befragen, denn er glaubte, dass nur sie in ihrer Allwissenheit ihm in der Eingeschränktheit seines Intellekts die Geheimnisse des Verborgenen mitteilen könnten. Dem Willen Gottes versuchte man durch Traumbilder oder durch Losorakel auf die Spur zu kommen, oder ihn etwa in der Stimme eines Propheten zu erkennen.

Gottes Wohlwollen versuchte man den himmlischen Kräften durch spirituelle Feste, Reinigungsriten, Gebete oder Opfergaben regelrecht abzuringen. Andererseits gab es auch Riten die mehr darauf abzielten, direkte Antworten auf Wünsche und Fragen zu bekommen. Man bediente sich der Magie, Mysterienkulten oder der Divination um »mit Gott persönlich zusammenzutreffen«, mit ihm zu verschmelzen und um sich selbst zu erkennen.

Vielfach betrafen Orakel bestimmte Tatbestände, die in der Vergangenheit lagen und durch göttlichen Ausspruch geklärt werden sollten. So wendete man sich an ein Orakel um die Namen von Dieben zu erfahren oder einen Entscheid über die Rechtmäßigkeit eines angefochtenen Besitzes zu erhalten. Ein Kranker fragte nach Genesung, ein anderer, ob er eine Reise antreten solle, wieder ein anderer, ob ihm eine Heirat beschieden sei. Neben den kleinen Leuten im Volk verschmähten auch höher gestellte Beamte die Antworten der Orakel nicht. Es gab also auch Fragen, die in das Gebiet der Politik übergriffen. Da die Menschen in die Orakelsprüche und Zeichen so hohe Bedeutung legten, waren sie natürlich auch starke Machtmittel der Hohepriester. In der politischen Bedeutung eines theokratischen Systems war deshalb ein Missbrauch von Orakeln unausweichlich.

Hauptarten der Orakel-Divination

Es gibt zwei Hauptarten der Divination. Die »induktive« und die »erweckende«. In der induktiven Divination beschäftigt sich das Orakel mit der Interpretation von Zeichen, so wie z.B. der Dechiffrierung des Vogelflugs, von denen die alten Menschen glaubten, dass sie die Götter im Himmel gesät haben, damit sie der Mensch dechiffriert. Jemand kann nach einem Hinweis fragen und durch ein spontan auftretendes Zeichen eine Antwort erhalten. Relevant für die Induktion ist auch das Verhalten von Tieren, die für divinatorische Zwecke verwendet wurden. Eine Eule die jault, eine Schlange die verschwindet, usw. Viele der Heiligtümer die man für divinatorische Zwecke suchte, wurden durch einen tierischen Führer angezeigt. Schlangen lebten in Felsritzen und waren Abgesandte der chtonischen2 Welt. Bekannte Orakeltiere sind der Adler des Zeus, die Krähe des Apollon oder der Wolf der Artemis. Selbstverständlich wurden auch gewisse Naturereignisse als Orakelspruch der Götter gedeutet – der Blitz des Zeus beim Gewitter, oder Erdbeben und Tsunamis, die angeblich den Willen Poseidons anzeigten.

Erweckungsorakel wurden durch die Propheten und Prophetinnen offenbart, die direkt mit dem Geist der Götter verbunden waren. Erweckende Divination war oft auch mit einem Heiligtum wie etwa dem Tempel zu Delphi verbunden. Der Lichtgott und Sonnenkönig Apollon vereinigte sich mit der Wahrsagerin Pythia, die über einer Erdspalte saß aus der Methan oder Ethylen3 strömte (chtonische Dämpfe) und sie durch die Gase in eine Art rauschähnlichen Zustand versetzt wurde. Als erweckend könnte man auch Träume bezeichnen. Generell zog man die erweckenden Orakel der Propheten den induktiven Orakeln vor.

Problem bei jeder Orakelbefragung war und ist aber immer die Ambiguität. Pythia wahrsagte König Krösus das er ein großes Reich vernichten werde – er dachte natürlich an das Reich der gegnerischen Perser – doch sollte es sein eigenes sein! Um etwa Scharlatane ausfindig zu machen, suchte man auch verschiedene Orakel auf um die eigenen Bedenken zu mildern. Auch Fälschungen von Orakelsprüchen wurden oft begangen, indem man nachträglich die Weissagungen an die sich ereignenden Vorfälle anglich.

Ägyptische Orakel

Der alte Ägypter erlebte Orakel als eine Gottesoffenbarung und vertraute auf ihre Wahrhaftigkeit. Im Tempel führte man eine Statue des relevanten Gottes auf seiner Barke aus dem Allerheiligsten und stellte ihm die Frage vor. Nun wartete der Frager auf ein Zeichen der Zustimmung, was im Neigen, Nicken oder Begrüßen wie etwa durch Heben des Armes, erkannt werden konnte. Hierzu dachten sich die Ägypter verschiedenste Methoden aus. Man glaubt heute, dass es sich hierbei um bestimmte Holz- oder Stoffpuppen handeln musste, deren Glieder aus elastischen Materialien hergestellt waren.

Kallisthenes4 bekundet als Augenzeuge, was das Orakel in Siwa5 Alexander dem Großen erteilte. Nach seinem Bericht lenkte der Gott Amun die Schritte der Träger, die sich nach gewissen geregelten Symbolen der Lautsprache bewegten. So konnte der Oberpriester aus den Bewegungen der Barke und ihrer Träger den Willen des Gottes ablesen, was nicht allzu schwer fallen konnte, da die Fragen fast immer mit entweder Ja oder Nein beantwortet wurden. Ein »Schweigen« des Gottes galt als Ablehnung.

Es wurde aber auch überliefert, dass bestimmte Reden des Gottes zustande kamen, die durch einen Kanal die Stimme eines hinter ihnen verborgenen Priesters weitergaben oder durch eine Art Bauchrednerei des selben ertönten. Man kann natürlich nicht mit Sicherheit sagen, auf welche anderen Weisen die »Götter« den Menschen die Orakel erteilten – sollte aber dem irrationalen Moment entsprechend Raum lassen, denn wir werden letztendlich niemals alles über die magischen Fähigkeiten der alten Ägypter erfahren können.

Bei religiösen Festen hatte auch das Volk Gelegenheit Götterorakel zu befragen. Bei Festprozessionen wurden auf der Barke des Gottes Fragen vorgelegt. Das Volk, wenn es den ihm sonst verborgenen Gott in seiner Barke an sich vorüberziehen sah, spähte wohl nach Zeichen und Bewegungen der Barke um diese als Omen zu deuten.

Oft wendeten sich die Ägypter mit ihren Fragen an verschiedene Orakel, ja wurden anscheinend manchmal selbst an ein anderes Orakel überwiesen.

Die alten Ägypter hatten verschiedene Orakelgötter. Bekannt sind der Kriegs- und Jagdgott Anhor (griech. Onuris), die Schlangengöttin Wadjet (griech. Buto) oder auch die Allmutter Isis, die man als Orakel im oberägyptischen Koptos verehrte. In Siwa, einer westlich des Nils befindlichen Wüstenoase, gesuchte man im Tempel des Amun das Orakel nach seinem Schicksal zu befragen. Amun war der Widdergehörnte alte Wind- und Fruchtbarkeitsgott, dessen Name »Der Verborgene« bedeutet. Er genoss im Theben der 11. Dynastie höchste Verehrung und hatte bis in die griechische Zeit als »Zeus-Ammon« Bedeutung. Man erbrachte ihm Opfer, in der Hoffnung auf die Übermittlung von Nachrichten aus dem Jenseits.

Es war eine alte Sitte, dass die Wahl des neuen Pharao im thebanischen Kirchenstaat durch Orakel erfolgte. Ebenso wurde die Besetzung verschiedener Ämter im Staat durch ein Orakellos bestätigt. So befragte etwa Ramses II. den Amun bei der Besetzung einer Hohepriesterstelle ein Orakel, indem er aus einer Liste von Kandidaten ihre Namen vorlas und denjenigen ernannte, bei dessen Nennung Amun »zufrieden« war. Thutmosis III. führte seine Berufung zum Pharao auf ein göttliches Orakel zurück. Dazu hatte er auch allen Anlass, denn er war nicht von Geburt aus zum Thron berufen, war er doch »nur« der Sohn Thutmosis II. und einer seiner Nebenfrauen. Auch Thutmosis IV. befragte den Amun während eines Aufstands in Nubien um Rat.

Urim und Thummim - Orakel der israelitischen Hohepriester

Auf eine Praxis der Divination gibt es auch in der rabbinischen Zeit vielfältige Hinweise. Man unterscheid zwischen Zeichendeutung und eigentlicher Divination, die das zukünftige Handeln bestimmt. Im Talmud etwa findet man eine divinatorische Methode, die das Werfen von Losen, die Interpretation von zufällig ermittelten Bibelversen, von Vogelstimmen oder der Sprache der Bäume erwähnt. Auch die Handlesekunst und Physiognomik waren in der jüdisch-kabbalistischen Tradition weit verbreitet.

In einer im Ornat des jüdischen Hohepriesters befindlichen Brusttasche trug er vor dem Herzen zwei Edelsteine, die mit verschiedenen Zeichen versehen waren – der eine schwarz der andere weiß. Durch sie ermittelte der Cohen6 das Orakel des YHVH. Da damit nur eine Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten gegeben war, wie etwa die Antwort eines Ja oder eines Nein, ähnelte die jüdische Form der Orakelbefrabgung stark der altägyptischen. Kam keiner der beiden Steine zum Vorschein, wurde überhaupt keine Antwort erteilt. Die beiden Orakelsteine oder -stäbchen wurden Urim (»Die Lichter«) und Thummim (»Die Wahrheiten«) genannt. In Exodus 28:30 heißt es: »Und sollst in das Amtschild tun Licht (Urim) und Recht (Thummim), dass sie auf dem Herzen Aarons seien, wenn er eingeht vor den Herrn, dass er trage das Amt der Kinder Israel auf seinem Herzen vor dem Herrn allewege.« Nach dem davidischen Zeitalter werden die durch Urim und Thummim vermittelten Orakel nicht mehr erwähnt.

Orakel zu Delphi

Charakteristisch für die hellenistische Kultur waren die sibyllinischen Orakel, deren Ursprünge teils auf paganische, teils jüdische, teils christliche Quellen zurückgehen. Mit dem Ende des Orakels zu Delos, kam der Kultort Delphi am Parnass ab dem 6. Jhd. v. Chr. zu seiner Blütezeit. Auch am Anfang der Neuzeit gab es in Griechenland apollonische Orakel wie etwa im 2. Jhd. n. Chr. in Didyma, oder in Klaros. Die letzten Orakel wurden unter Theodosis I. geschlossen. 392 fällte man die heilige, dem Jupiter geweihte Eiche in Dodona, womit auch dieser Kultort aufgegeben wurde.

Wichtigste Bedeutung in der griechischen Antike hatte das Orakel zu Delphi. Der delphische Tempel befindet sich an den schwindelerregend steilen Abhängen des Parnass, worüber bedrohliche Felsen aufragen, während unten ein tiefes Tal eingeschnitten ist. Das dort einst befindliche Orakel gehörte ursprünglich der Gaia, manche sagen sie habe es mit Poseidon geteilt, der durch den Propheten Pyrkon sprach. Gaia übergab ihren Anteil am Orakel dann der Erdgöttin Themis. Themis trat wiederum ihre Rechte an die Titanin Phoibe ab, die sie zuletzt Apollon überlassen hatte.

Für die alten Griechen waren die Orakel eine Art höheres Regelwerk der göttlichen Gesetze. Das griechische Wort für Gesetz lautet »nomos«, was ebenso als Wort für »Melodie« verwendet wird. Ein seltsames Wortspiel, das entweder einem historischen Zufall oder einer tieferen Realität entspricht, bringt es doch die unterschiedlichen Funktionen des Lichtgottes Apollon unter seinem Beinamen »Nomios« zusammen: Er ist Gott des Lichts, Gott der Orakel, Gott der Regulierung und Ordnung, sowie Gott der Musik und Kultur. Die Wechselbeziehung zwischen Musik und Mathematik war von besonderer Bedeutung für die Pythagoreer. Deren Gründer Pythagoras wurde angeblich von einer Jungfrau geboren, die von Apollon schwanger war, während sie sich im Orakel zu Delphi befand und von der Priesterin Pythia erfuhr, dass sie einen Sohn zur Welt bringen werde und ihm den Namen Pythagoras gab, der bedeutet »Pythia sprach«. Diese wiederum hat ihren Namen von einer großen Schlange, die den Zugang zum Kultort Delphi lange Zeit versperrte. Es war eine weissagende Schlange, die als Wächterin zum Tempel der Gaia gehörte. Apollon befreite das Orakel von der schrecklichen Schlange, deren Kadaver in eine Felsspalte hinabfiel, über der dann einst der Orakeltempel von Delphi errichtet wurde, über dessen Eingangsportal sich zwei Sprüche befanden:

»Erkenne dich selbst«

γνῶθι σεαυτόν, gnothi seauton

»Nichts im Übermaß«

μηδὲν ἄγαν, meden agan

Die Wissenschaft des Zufalls

Das vergangene Jahrhundert war geprägt von neuen Erkenntnissen sowohl im Bereich der Physik als auch des Okkultismus. Albert Einstein, Niels Bohr, Erwin Schrödinger, Max Planck, Werner Heisenberg, Marie Curie oder Louis de Broglie, um einige wenige Wissenschaftler zu nennen, die im Dienste der modernen Physik standen, brachten in der ersten Hälfte des 20. Jhd. die Sicht auf die Wirklichkeit ins Wanken – Licht war nicht alleine Energiewelle, Stoff nicht alleine Materie, sondern je nach Art der Betrachtung beides zugleich. Die Erkenntnisse der allgemeinen und speziellen Relativitätstheorie sowie der Quantenmechanik hatten nicht nur allen bisherigen Glauben über die Beschaffenheit des Mikro- und Makrokosmos in seinen Grundfesten erschüttert, sondern damit auch eine Auswirkung auf das philosophische und spirituelle Denken dieser Zeit. Ein regelrechter Fluss an neuen Ideen wurde in Gang gesetzt, der dem Menschen einerseits die Kraft verlieh, die Gipfel höchster Erkenntnisse zu erklimmen, Wissenschaftler gleichzeitig aber in die Tiefen schlimmster Verzweiflung stürzte. Es war ein Jahrhundert, das im Wissen absoluter Unsicherheit endete. Alles bisherige Verständnis vom innersten Aufbau der physischen Natur wurden haltlos und durch die neuen Erkenntnisse regelrecht fortgeschwemmt.

Aus Sicht der okkulten Wissenschaften ist das ganz klar ein Hinweis auf das Ende eines alten und Beginn eines neuen Äons, dem Zeitalter des Wassermanns. Aus dem Kelch des Wassermanns ergießen sich die neuen Lehren und Offenbarungen am Ende des alten Fischezeitalters, dessen Lehren teils hinweggerissen, teils durch neue Lehren ersetzt werden. Zu etwa der selben Zeit als die neuen Erkenntnisse der exoterischen Naturwissenschaften in die Welt kamen, entstanden in vielen europäischen und amerikanischen Geheimgesellschaften gleichermaßen neue Lehren der esoterischen Wissenschaft, die verschiedene alte Traditionen miteinander verbanden und damit festigten. Kabbalah, Hermetik, Alchemie, Astrologie und Numerologie wurden in einen okkult-wissenschaftlichen Zusammenhang gefügt und es entstanden unzählige Neuschöpfungen an Büchern. Auch wurden viele esoterische Orden neu gegründet. Helena Blavatsky, E. A. Waite, Aleister Crowley, S. L. MacGregor Mathers, Papus (Gérard Analect Vincent Encausse), Israel Regardie und andere trugen wesentlich zu dieser Entwicklung bei.

Auch im Bereich der Seelenlehre entstanden völlig neue Perspektiven, die einen tieferen Einblick in das Wesen der menschlichen Psyche ermöglichten. Sigmund Freud entwickelte seine Traumanalyse, die später von einem seiner Schüler, C. G. Jung teils weiterentwickelt, teils um ganz wesentliche Punkte erweitert wurde, die vor allem für die moderne Spiritualität, Symbollehre und das Verständnis eines übergeordneten Bewusstseins aus dem heutigen Wesen der Esoterik nicht mehr wegzudenken ist.

Durch das Heranziehen der aus den Wissensfeldern der Quantenphysik, der Philosophie, des Okkultismus und der Psychologie gewonnenen Erkenntnisse, erhalten wir Erklärungen über die »Funktionsweise« des Zufalls und der Orakel.

C. G. Jungs Interesse für »den Zufall« war durch Experimente mit dem I-Ging geweckt worden und er nahm an, dass sich hinter dem Zufall eine Ordnungsstruktur befände, die in den unermesslichen Weiten eines kollektiven Unbewussten ein Netz von Interkorrelationen bildet. Auch der österreichische Physiker Wolfgang Pauli stellte fest, dass hinter dem Zufall eine Art von Prinzip verborgen liege. Beide erweiterten die Sprache um ein neues Wort: Synchronizität – Ereignisse, die durch keine beobachtbaren Ursachen verbunden sind und es anscheinend doch einen sinnvollen und sogar nachweisbaren Zusammenhang zwischen ihnen gibt. Jung und Pauli versuchten darauf hinzuweisen, dass ein akausales7 Prinzip Ereignisse genauso gesetzmäßig miteinander verbinden könne wie die Kausalität der Naturgesetze. Das heißt, wenn wir einzelne Informationen auf zufällige Weise zusammenbringen, dann wird sie das akausale Synchronizitätsprinzip in sinnvoller Weise anordnen – und genau das geschieht auch bei der Tarot-Divination.

Am eindeutigsten könnte ein System der Divination sein, das auf den Bewegungen und Energiesprüngen von subatomaren Teilchen beruht. Denn auf dieser ursprünglichsten Ebene können wir die wichtigste Bedeutung der Synchronizität erkennen. Zwar geht das Leben nicht aus starren, vorherbestimmten Gesetzen hervor, wo alle Geschehnisse festgelegten Ursachen entspringen, dennoch aber folgen Ereignisse einem gewissen Sinn.

In einem Gedankenexperiment ging es den Wissenschaftlern Albert Einstein, Boris Podolsky und Nathan Rosen darum, nachzuweisen, dass aus Sicht der Quantenphysik die Beschreibung der physikalischen Wirklichkeit unvollständig sein müsse und zeigten, dass die Quantenphysik keine klassisch-wissenschaftliche Theorie ist. Sie betrachteten in diesem Gedankenexperiment zwei winzige, subatomare Photonen8, die anfänglich miteinander in Wechselwirkung9 stehen und sich z. B. dann über einen extrem langen Zeitraum sehr weit von einander entfernen. Eines dieser beiden Photonen bleibt hier auf der Erde, ein anderes befindet sich dann in der weiten Ferne des Kosmos, z. B. im 8 Lichtjahre10 entfernten Siriussystem. Eigentlich wird jeder der Behauptung zustimmen, dass sich die Eigenschaften des auf der Erde befindlichen Photons nicht verändern, wenn das im Siriussystem befindliche Photon eine Wechselwirkung erfährt. Es scheint nur selbstverständlich diese Frage zu bejahen – trotzdem zeigten Einstein, Podolsky und Rosen, dass dies in speziellen Fällen unzutreffend sein muss, was später durch John Stuart Bell und John Clausner experimentell bewiesen wurde. Sie wiesen nach, dass zwei Photonen die gleichermaßen belichtet wurden, auch dann, wenn sie voneinander getrennt wurden, immer noch auf den selben Reiz reagierten – wenn das eine Photon stimuliert wurde, reagierte gleichzeitig das andere, weit entferne Photon. Es scheint also, als bestünde – nachdem sie beide einmal zusammen »die selbe Erfahrung« gemacht haben – zwischen ihnen in Ewigkeit eine »mysteriöse« Verbindung, auch dann wenn sie voneinander getrennt wurden.

Es gibt also eine naturwissenschaftlich bewiesene universale Einheit, aus der sich die Auswirkungen einer Synchronizität ermitteln lassen. Das gesamte Universum ist in den kleinsten Teilen enthalten, die wiederum dem Ganzen entsprechen. Raum und Zeit sind nicht das, wofür wir sie halten. Sie sind nicht statisch, sondern dynamisch und durch unser Bewusstsein manipulierbar. Darum diskutiert man in Wissenschaftskreisen heute über Möglichkeiten, die sich aus dem Zufall ableiten lassen, im Kontext einer grundlegenden Symmetrie aller Dinge und Vorgänge, die immer synchron ablaufen. Auch die Tarotkarten »funktionieren« aufgrund der Synchronizitäten, die sich im Bereich des Unbewussten abspielen.

Nirvana ist die Folge des Erkennens, dass alle Dinge gleich sind.

- Der Buddha

Die Bilder auf den Tarotkarten drücken also die Vorgänge in den tiefen Schichten unserer unbewussten Psyche aus. Hieraus steigen Inhalte persönlicher wie auch unpersönlichen oder mythologischen Charakters auf. Diese nannte C. G. Jung das »kollektive Unbewusste«, das durch unseren Willen weder gesteuert noch beherrscht werden kann. Man hat eher den Eindruck, dass die darin »enthaltenen« Archetypen gar nicht in einem selbst, sondern außerhalb unserer persönlichen psychischen Strukturen liegen.

Erkenne Dich selbst

Durch das Licht der Sonne erkennen wir die Symbole auf der Erde. Im widerstrebenden Verhältnis von Licht und Dunkelheit, werden kontrastierende Symbole von Sonnenwesen aus der Unterwelt gehoben und in der diesseitigen Welt erkennbar gemacht. Diese Unterscheidung gegensätzlicher Pole begegnet uns bereits im Genesisbericht der Bibel, in dem es heißt: »Und Adam erkannte sein Weib Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mit dem Herrn«, Genesis 4:1. Sind Erkenntnis und (geschlechtliche) Vereinigung etwa das Selbe? Ein afrikanischer Mythos erzählt von einem Urmann und einer Urfrau, die zusammen in einer Kalebasse schliefen und ganz unbewusst waren, bis sie feststellten, dass sie von etwas getrennt wurden – ihrem neugeborenen Sohn – der nun zwischen ihnen lag und so erkannten sie sich. Die zwei sich bedingenden Hälften, die aus einer Einheit entstammen, finden wir in allen mythischen Überlieferungen. Polarität und Geschlechtlichkeit bilden die Grundlage allen Lebens und aller Erkenntnis. Pole erkennen sich nach ihrer Vereinigung und bleiben über das aus der Trennung hervorgegangene Dritte auf einer bestimmten Ebene immer miteinander verbunden. Der biblische Sündenfall erfolgte nachdem die Schlange, ein Werkzeug des Teufels, die Eva verführte vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu kosten – womit sie Welterkenntnis erlangte, und durch ihren mutterirdischen Seinsaspekt auch den Adam, das aus Erde erschaffene Urwesen, dazu überredete in den verbotenen Apfel zu beißen. Beide erkannten Welt und Gott in ihren äußeren Erscheinungsformen. Gott erniedrigte daraufhin die Schlange, so dass sie, laut Bibel, von nun an für immer an die Erde gefesselt war. Auf ähnliche Weise fixierte der griechische Sonnengott Apollon die Schlange Python mit seinem Pfeil, auf dass sie starb und damit den Weg nach Delphi öffnete: »Erkenne Dich Selbst«, stand seitdem über dem Eingang zum delphischen Orakeltempel. Erkenntnis erfolgt durch polare Trennung – die Urform durch ihre Wiedervereinigung.

Die sonnenhaften, göttlichen Kräfte beleben das Irdische (Gott schuf Adam aus Lehm) oder töten es, lassen es verdorren, verfaulen – so wie der Körper der Python, der den tödlichen Pfeilen des Sonnenfürsten Apollon zum Opfer fiel und als Kadaver in einer Erdspalte verfaulte. Die Kräfte der Erde verbinden alle auf ihr weilenden Lebewesen miteinander und es strömt das in ihr enthaltene Unterbewusstsein in die Seelen derselben. Der Mensch, als Krone der Schöpfung, kehrt durch die Vereinigung mit Gott zurück in die ursprüngliche Einheit der niederen und höheren Seele und gelangt damit zur Selbsterkenntnis – aus der »dia-bolischen Trennung« vom Selbst durch die Schlange (Satan, Python), erfolgt die »sym-bolische Vereinigung« mit Gott (Christus, Apollon).

In den alten chaldäischen Orakeln wird Gott als Geist beschrieben, den nur die menschliche Geistseele zu erkennen vermag. Dieser sonnenhafte Geist durchdringt alle Sphären und beseelt alle Dinge, pflanzt sich der Seele ein, die wiederum von Gott in den Körper des Menschen eingepflanzt wurde. Aus der ewigen göttlichen Monade entfaltet sich die Dualität, die zusammen eine Triade bilden und so das »Orakel des Urbeginns« formen – eben deshalb saß das delphische Medium Pythia auf einem goldenen Dreifuß.

Der durch das Orakel verkündete Geist, der alles Denkbare umfasst und alles auf wunderbare Weise ausschmückt, hat eine Fülle an Symbolen in die Welt »ausgegossen«, die den Ursprung aller Unterscheidungen bildet. Die Priesterinnen des delphischen Orakels waren die Mittlerinnen zwischen der Erdmutter Gaia und den solaren Kräften, durch die die in der Erde verborgenen Urbilder ans Tageslicht gebracht und der sichtbaren Welt in Form von Zeichen, Allegorien und Symbolen eingezeichnet wurden – damit sie der Frager erkenne. Diese Zeichen werden bei der Geburt eines Menschen auf der Erde in seine Seele eingesät, was ihn mit der Welt, den astralen Vorgängen und den Seelen aller anderen Lebewesen verbindet.

Durch die Verführung der Schlange im Garten Eden konnte der Mensch diese Zeichen der Welt zwar erkennen und mit seinem Partner neues Leben in die Welt bringen, war aber damit an einen gewissen »statischen Determinismus« gebunden, den die materielle Welt mit sich bringt, denn er war laut Bibelbericht von da an sterblich. Durch die Tötung der schrecklichen Python, einem Sinnbild für die sich gegen das Wohl des Menschen richtenden niederen Triebe, wurde durch den Lichtgott Apollon die Bahn zur Selbsterkenntnis geebnet – die Vereinigung der Menschenseele mit der Allseele Gottes – das Überwinden der animalischen, geschlechtlichen Natur führt die menschliche Seele wieder in den paradiesischen Urzustand zurück. Damit ist das von der erdverbundenen Pythia empfangene göttliche Orakel, das sich durch das Licht des Sonnengottes als Symbol in der irdischen, materiellen Bewusstseinsebene abzeichnet, ein dem Frager aus dem kollektiven Unbewussten aufsteigendes Symbol und Wegweiser. Der »dynamische Determinismus« von Orakelsystemen liefert die Möglichkeiten uns aus einer festgefahrenen, statischen Situation zu befreien, in die wir uns durch unsere Verstrickung in die materiellen Reize und Bindungen meist selbst manövriert haben.

Zusammenfassend stellen wir fest, das durch die Vereinigung der sich ewig gegenüberstehenden Gegensätze von Gut und Böse, Schwarz und Weiß, in einem Zustand völliger Ruhe, sich ein bestimmtes Symbol abzeichnet, woraus sich der vermeintlich negative Istzustand ablesen lässt und gleichzeitig die sich aus seiner Form ergebenden komplementären positiven Anteile ergänzend zur Anwendung bringen lassen, um die ursprüngliche Harmonie wieder herzustellen. Im Yin-Yang-Symbol wird dies ganz deutlich dargestellt. Im kleinen Arkana des Tarot harmonisieren die Themen der Kelchkarten die der Stäbe, die Münzenkarten die der Schwerter.

Der Mensch kann durch die Tarot-Divination nach den vielleicht in ihm schlummernden polaren Gegensätzen bzw. fehlenden Teil suchen. In der »Schlangenhöhle«, der delphischen Felsspalte, wird er Bewusstes und Unbewusstes völlig vereint vorfinden. Wo und wann immer diese beiden Pole zu stark voneinander getrennt sind, sucht das Bewusstsein sie wieder zu vereinigen, indem es sich in die Tiefe begibt, wo sie einst in Einheit verbunden waren.

Deutungsregeln für das Tarot-Orakel

Die meisten Menschen haben Angst vor der Zukunft und erwarten auch nicht, dass etwas Gutes passieren könnte. Lieber richten sie ihr Leben so ein, das alles immer gleich bleibt. Ein Gleichgewicht von Schmerz und Vergnügen mit sehr viel Langeweile und Frustration. Doch selbst diese Stabilität erscheint ihnen unwahrscheinlich. In den Augen der meisten Menschen können die Dinge deshalb nur schlechter werden und wahrscheinlich werden sie es deshalb auch.

Darum sagen viele, dass ihnen das Tarot Angst mache oder ihnen zumindest ein Gefühl des Unbehagens vermittle. Irgendetwas könnte ihre Erfahrungen und verborgenen Ängste und Hoffnungen aufdecken – und dann auch noch durch so einen simplen Packen Karten.

Wenn sie sich dann vielleicht doch von einem Freund oder Verwandten ein Tarot legen lassen, kommen sie sich vielleicht erst einmal albern vor. Sobald der Deuter die Karten jedoch auslegt, die Bedeutungen vielleicht in einem Buch nachschlägt und ihnen mitteilt, kommt erstaunlicherweise tatsächlich der neue Job, der untreue Freund oder die Angst vor Krankheit zum Vorschein.

Tarot-Befragungen lehren uns viele Dinge. Eines der wichtigsten ist die notwendige Balance zwischen Handlung und Intuition. Bereits beim Mischen der Tarot-Karten entsteht eine Bewusstheit, die die »Konstellation« der Karten gewissermaßen arrangiert. Das heißt nicht, dass das Tarot deterministisch ist – es ist ein dynamisches System ohne feste Regeln. Die Karten können auch immer wieder neu gemischt und ausgelegt werden, doch erhält man im Grunde genommen immer wieder dieselbe Antwort, wenn auch mit wichtigen Variationen.

Es gibt kein rigides Regelwerk im Tarot, doch es ist ausschlaggebend, wer die Karten mischt und mit welcher Hand man die Karten auswählt, ob man ein Tarot für sich selbst, für einen Bekannten oder eine fremde Person legt. Eine Vorgehensweise zum Befragen des Tarot-Orakels könnte etwa so aussehen, das die Karten vom Frager gemischt werden, vom Deuter mit der linken Hand entgegengenommen, mit der rechten Hand danach vor dem Frager gelegt, abgehoben und danach fächerartig vor dem Frager ausgebreitet werden. Dieser wählt jetzt verdeckt die für das Orakel benötigte Anzahl von Karten mit der linken Hand aus und gibt sie dem Deuter. Natürlich kann man sich die Karten auch selbst legen, wobei aber die Reihenfolge von Mischen, Abheben, Ausbreiten und Auswählen immer eingehalten werden sollte. Die größte Schwierigkeit beim Legen der Karten durch einen selbst ist allerdings die aus innerer Erregtheit hervorgehende Befangenheit und die damit verbundene Wunschvorstellung, aus der heraus die Frage gestellt wird.

Wenn man in einer schwierigen Situation ist, und natürlich gerade jetzt das Kartenorakel befragen möchte, ist es das Allerbeste, wenn wir zu einem Freund gehen und ihn bitten für uns die Karten zu legen. Wenn das nicht möglich ist, sollte man versuchen, sich auf die Kartenlegung entsprechend mental und seelisch vorzubereiten. Das kann z. B. eine favorisierte Yogaübung sein, oder eine Meditation von 2-5 Minuten – dadurch können wir eine innere Gelöstheit bewirken und die Frage kann in aller Gelassenheit gestellt werden.

Nachdem wir also die benötigte Anzahl mit links aufgenommen haben, legen wir sie verdeckt so in die rechte Hand, dass die Karte, die wir als erstes gezogen haben, sich als oberste Karte im Stapel befindet. Alle weiteren gezogenen Karten im Stapel werden darunter gesammelt. Wenn wir uns die Karten von jemandem legen lassen bzw. für jemanden legen, übernimmt der Deuter diese Aufgabe. Sind alle Karten ausgewählt und entsprechend gestapelt, werden sie einzeln abgehoben vor den Frager verdeckt an ihre Position im Legesystem gelegt und dann einzeln, eine nach der anderen aufgedeckt.

Wir werden in einem späteren Lehrbrief verschiedene Legesysteme vorstellen, wollen uns aber hier zuerst ein einfaches Legesystem anschauen, das mit drei Karten aus den 22 großen Arkana gedeutet wird. Zunächst also müssen wir aus den 78 Tarotkarten die Trümpfe heraussuchen und wie oben beschrieben mischen und auslegen.

Legesystem zur Deutung der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Wir wählen mit der linken Hand drei Karten aus, geben sie dem Deuter, der sie vor uns verdeckt hinlegt – eine neben der anderen. Jetzt wird die vom Frager links gesehene Karte aufgedeckt mit den Worten: »Das hat dahin geführt« – die in die Vergangenheit weisende Karte. Die mittlere Karte wird aufgedeckt mit den Worten »So ist es«, die rechte Karte mit »So geht es weiter«.

Die Quintessenz

Am Schluss bilden wir die einstellige Quersumme der drei Karten um ergänzend die Quintessenz zu bestimmen. Bei Legesystemen, in denen alle 78 Karten verwendet werden, zählt bei der Quintessenz der Zahlenwert, der auf der Karte steht: Asse zählen 1, Hofkarten (König, Königin, Ritter, Bube) werden nicht gezählt.

Die einstellige Quersumme ist die Quintessenz, was bedeutet, dass sie die Art zeigt, wie man mit dem Fragethema umgehen kann – die Zahlen der Trumpfkarten von 1 bis 9 (I - Magier bis XI - Eremit) spielen dabei eine Rolle:

  1. Der Magier: Wirkung und Kraft
  2. Die Hohepriesterin: Liebe, Bereitschaft, Schlussfolgerung
  3. Die Herrscherin: Neugeburt und Wachstum
  4. Der Herrscher: Klarheit, Ordnung, Wirklichkeit
  5. Der Hierophant: Erkenntnis des Geistes
  6. Die Liebenden: Große Entscheidung
  7. Der Wagen: Zuversichtlicher Aufbruch
  8. Kraft: Loyalität, Unvoreingenommenheit
  9. Der Eremit: Besinnung, Enthaltsamkeit

Die drei Wege

Eine weitere Form der Betrachtung ist die Ermittlung eines von drei Wegen, bei dem man schaut, welche der in einem beliebigen Legesystem befindlichen Trumpfkarten einem bestimmten Dreierrhythmus angehören.

  1. Der Osiris-Weg: Tat-Kraft-Impuls
    Trümpfe: 1 – 4 – 7 – 10 – 13 – 16 – 19
  2. Der Isis-Weg: Liebe-Erwartung-Geduld
    Trümpfe: 2 – 5 – 8 – 11 – 14 – 17 – 20
  3. Der Horus-Weg: Erkenntnis-Auswertung-Neues
    Trümpfe: 3 – 6 – 9 – 12 – 15 – 18 – 21

 

Fußnoten:

1 Der vom lat. Oraculum abgeleitete Begriff bezeichnet eine Orakelstätte, also einen Ort, an dem ein Götterspruch (orare = sprechen) ausgesprochen wird.

2 Der Chthonismus (griech. Χθόν, Chthon = »Erde«) bezeichnet eine Weltanschauung, in von einer als Mutter personifizierten Erde geprägt.

3 Es gibt einen Mythos, der besagt, dass diese Gase die Verwesungsdämpfe des Python seien, den Apollon tötete um das Orakel von Delphi von seinem Unwesen zu befreien.

4 Kallisthenes von Olynth (370 - 327 v. Chr.) war ein griechischer Geschichtsschreiber. Er beeinflusste viele nachfolgende Historiker durch sein Werk über Alexander den Großen.

5 Siwa ist eine Oase in der libyschen Wüste am äußersten, westlichen Rand des heutigen Staates Ägpyten.

6 Der Cohen (hebr. כהן) ist die höchste religiöse Autorität im jüdischen Tempel und bezeichnet einen Priester bzw. den Cohen Gadol – den Hohepriester.

7 Kausal = ursächlich, also auf das Verhältnis von Ursache und Wirkung bezogen. Akausal = nicht-ursächlich.

8 Ein Photon ist ein Quantum an Lichtenergie. Die Korpuskularität (Teilchenhaftigkeit) elektromagnetischer Wellen, wie etwa Licht, wurde als erstes von Isaac Newton postuliert. Das Photon hat im Vergleich zu anderen Elementarteilchen wie etwa den Elektronen oder Protonen keine Ruhemasse, sondern nur eine Masse wenn es sich in Bewegung befindet. Materie, so die moderne Wissenschaft, sind in bestimmten Ladungsstrukturen gefangene Photonen, die durch bestimmte Wechselwirkungen Ladungen erzeugen aus denen sich wiederum Gitternetze in Form von geordneten Kristallstrukturen bilden können. Die Masse eines Photons lässt sich durch die berühmte Formel von Albert Einstein E = m · c² berechnen, indem man die gemessene Lichtenergie durch das Quadrat der Lichtgeschwindigkeit teilt: m = E / c²

9 Kraft- oder Wechselwirkungen können vielfältiger Natur sein. Es sind die Wirkungen die bestimmte Energien auf ein bestimmtes Objekt haben, dieses z. B. durch ihre Gravitation anziehen, ablenken oder durch andere Kraftwirkungen zum Schwingen bringen, es teilen oder auflösen.

10 Ein Lichtjahr ist der Abstand, den das Licht in einem Jahr zurücklegt: 9,461 Billionen km.

 

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