Lichtgestalten vom Planeten Venus

von Hadji Ali Bey

Es gibt eine geheimnisvolle Verbindung zwischen der Erde und unserer Nachbarin Venus: wegen ihrer extrem heißen atmosphärischen Verhältnisse (fast 97% Kohlendioxid bei ca. 500 °C), kann sich auf ihrer Oberfläche kein Leben entwickeln – zumindest nicht solches, was mit dem Leben auf der Erde vergleichbar wäre. Wie uns aber die esoterische Philosophie lehrt, leben dort andere Wesen, die immer wieder auf die Erde kamen – um den Menschen die Geheimnisse der Natur zu lehren.

Seit Anbeginn der menschlichen Zivilisation, spielt die Venus eine wichtige Rolle im Glauben der Menschen. Die Babylonier verehrten sie als dritthellstes Himmelsobjekt, neben Mond und Sonne. Man nannte sie »Ishtar« – Göttin der sexuellen Liebe und des Krieges. Ihr Symboltier war der Löwe. Ishtars Planet Venus, ist außerdem ein Symbol des Zwielichts, denn sie erscheint am Himmel nur während der Morgen- oder Abenddämmerung. So symbolisiert sie die Übergänge von der Finsternis ins Licht und vom Licht in die Finsternis – so wie das auch die zwei Äquinoktien, die Tag-und-Nacht-Gleichen im Frühling und im Herbst symbolisieren. Mit den Ständen der Sonne, den Phasen des Mondes und der Bewegung des Fixsternhimmels, bewegt sich die Venus auf wunderbare Weise über den Himmelsbogen – ist in vollständiger Harmonie mit ihren astralen Gefährten. Von der Erde aus erscheint dieses himmlische Ensemble wie ein großes, kosmisches Räderwerks.

Für die Dauer von ca. 2.160 Jahren, erscheint die Venus am Morgenhimmel in einem bestimmten Tierkreiszeichen. Es ist für die selbe Dauer das Tierkreiszeichen, in dem im Osten die Sonne aufgeht, an der Tag-und-Nacht-Gleichen im Frühling (Frühlingspunkt). Diesem Aufgang der Frühlingsgestirne, maßen die Alten Menschen höchste spirituelle Bedeutung zu, so dass das jeweilige Symbol der 12 Tierkreiszeichen, die Grundlage von Symbolik und Ritus der spirituellen Tradition bildete. In der Hochphase der altägyptischen Religion, ging die Frühlingssonne im Sternbild Löwe auf. Daher die Sphinx, die einst wohl die monumentale Figur eines Löwen war, der um etwa 10.500 v. Chr. auf sein eigenes Sternbild schaute. Ziemlich wahrscheinlich wurde dieser überdimensionalen Skulptur, erst später die Büste eines Pharao (wohl von Thutmosis IV) aufgesetzt. Darauf weißt der unverhältnismäßig große Körper hin, wenn man ihn mit dem seinem Kopf vergleicht. Manche Geheimorden (Golden Dawn, Ordo Templi Orientis) sehen im Zeitalter des Löwen, überhaupt den Beginn der nach-atlantischen Zivilisation auf unserem Planeten.

Dem Löwezeitalter folgte das Krebszeitalter, dann das Zwillingezeitalter, bis im Stierzeitalter, beginnend vor etwa 6.000 Jahren, die wissenschaftlich-religiösen Hochkulturen im Industal, im Zweistromland und in Ägypten entstanden. Es war die Zeit in der wahrscheinlich auch die Große Pyramide von Gizeh errichtet wurde.

Mit dem Eintritt des Frühlingspunktes in das Zeichen Widder, begann die israelitische Epoche. Um die Zeitenwende musste der Widder einem neuen Symbol weichen. Er wurde als »Lamm Gottes« geopfert und an seine Stelle trat das Symbol des Fisches. Die Initialen seiner griechischen Bezeichnung Ichthys (griech. ἰχθύς), stehen für das Anagramm Iesous Christos Theou Yios Soter: Jesus Christus Gottes Sohn Erlöser. So begann also eine 2.160 Jahre lange Epoche, wo die Frühlingssonne im Tierkreiszeichen der Fische aufstieg. Heute leben wir am Ende dieser Epoche, während ein neues Äon aufdämmert: das Wassermannzeitalter.

Altägyptische Zeit - ewigeweisheit.de

Sakrale Mathematik

Seit uralter Zeit war den Priestern bekannt, dass sich die Tag-und-Nacht-Gleiche, alle 72 Jahre um ein 1° durch den Tierkreis bewegt. Nach 25.920 Jahren haben alle Sternbilder den Osthorizont zur Tag-und-Nacht-Gleiche durchlaufen. Darum war die Zahl 72 den alten Gelehrten heilig. In ihr sahen sie ein kosmische Konstante: 72 besitzt die Teiler 2, 6 und 12. Durch 2 geteilt, erhalten wir 36 (auch der Teiler 6 ergibt 6 x 6 = 36), was ja ein Teiler des 360°-Kreises ist. Die 12 ist bekanntlich die Zahl der Sternbilder in diesem 360°-Kreis. Teilt man die Kreiszahl 360 : 72, so erhält man 5 – die Zahl des Heiligen Pentagramms – einem der wichtigsten Symbole des Okkultismus. Seine Form bildet einen Durchlass, entlang seiner 5 Strahlen, die Kräfte zwischen Himmel und Erde fließen können. Mit seinen 5 Sinnen kann der Mensch diesen Kräftefluss wahrnehmen. Mit den 5 Fingern seiner Hände, kann der Magier in diesen kosmischen Vorgang eingreifen.

Das Pentagramm ist ein Symbol des Mikrokosmos und des Menschen, da er, seine 5 Gliedmaßen von sich streckend, in diese Form hineinpasst. Es ist eine natürliche Form, woraus sich die heilige Zahl Φ (phi) ergibt, die sich aus dem Verhältnis seiner Linien-Schnittpunkte berechnen lässt. Diese Proportion nennt man das Goldene Maß (auch: Goldenes Verhältnis, Goldener Schnitt), der sich immer aus dem Verhältnis 1 : 1,6181... bildet.

Harmonie des Goldene Schnitts

Der Goldene Schnitt ist das natürliche Verhältnis der Harmonie: in der Mathematik, in der Kunst, der Architektur und in der Musik. Besonders wichtig ist das Goldene Verhältnis in der Biologie. Alles was wir in der Natur als harmonisch oder schön empfinden, dessen Maße befinden sich im Goldenen Verhältnis. Wenn wir unseren Zeigefinder betrachten, so ist das Verhältnis der beiden oberen Glieder zum unteren Glied, ebenso im Goldenen Verhältnis, wie das obere Fingerglied (mit dem Fingernagel) zum mittleren Glied. Auch wenn wir unser Gesicht im Spiegel betrachten, so teilen die Augen das Gesicht vom obersten Punkt der Stirn, bis zum untersten Punkt des Kinns, ungefähr im Verhältnis des Goldenen Maßes (auch auf dem Titelbild dieses Artikels zu erkennen). Jeder gute Fotograf oder Kameramann weiß, dass er das Zentrum des Gesichts im Goldenen Maß, auf dem Bild eines Portraits platzieren kann, um so schnell eine ausgeglichene Harmonie der Proportionen zu erzielen.

In der Pflanzenwelt wachsen im Verhältnis dieses Goldenen Maßes, die Blätter der Rose spiralförmig um den Blütenkelch. Das Goldene Maß ist das natürliche Verhältnis perfekter Harmonie und Schönheit. Nicht zufällig, ist darum das Pentagramm auch ein Symbol der Göttin Venus. Seit dem Altertum weiß man, dass ihr gleichnamiger Planet als Morgenstern, in 8 Jahren ein fast perfektes Pentagramm in den Himmel zeichnet, wenn man seine fünf erdnächsten Himmelspunkte durch Linien untereinander verbindet (Goethe deutet darauf hin im Faust I). Daher die Assoziation des Pentagramms als Symbol der Venus.

Die 72 Namen

Mit der Venus hat es noch eine andere Bewandtnis, die auf die 72 Namen der Kabbala hindeutet. Die alten Menschen nannten die Venus »Luzifer«, den Lichtbringer, da sie als Morgenstern den Tag ankündigt. Doch als astrale Personifikation des Erzengels Luzifer – dem gefürchteten Namensträger – ist die Venus ganz relevant für die Entwicklung der Erde.

Wie jeder weiß, erklärt die Bibel-Genesis, dass Adam (hebräisch אדם, adaam, »Mensch«) mit seiner Frau Eva (hebräisch חוה, hawwah, »die Leben spendende«), zuerst ganz unbewusst im Zweistromland lebten, ohne ihre Reproduktionsfähigkeit erkannt zu haben. Die esoterische Philosophie lehrt nun, dass lange vor dieser Zeit, es auf der Venus besondere Wesenheiten gab, die viel höher entwickelt waren. Im Gegensatz zum Menschen, besaßen diese Wesen aber keine Körper, sondern waren aus Licht und Feuer geformt. Die Araber nennen diese Wesen die »Dschinn«. In den den Märchen aus 1000 und einer Nacht, finden diese Dschinn (auch »Jeanie«) Erwähnung als Flaschengeister. Auch in den magischen Clavicula Salomonis (Schlüssel Salomons) kommen sie vor. Außerdem ist das Wort »Dschinn«, etymologisch verwandt mit dem, was die Römer einen »Genius« (Plural: Genien) nannten – einen Schutzgeist. Auch die Bezeichnung für einen Menschen mit natürlich angeborenen Talent – »Genie« – ist mit obigem Begriff verwandt.

Diese Dschinns auf jeden Fall, sind identisch mit den 72 Genien aus der kabbalistischen Engel-Lehre. Jeder dieser 72 Genien steht in Verbindung, auch mit einer Wesenheit aus der dämonischen Welt. So wie die 72 Genien der Herrschaft Luzifers folgen, so steht den 72 Dämonen die Große Schlange vor – jenes Wesen, das die Sünde und das Böse verkörpert und in der Bibel Satan genannt wird. Ihre beiden Wesensnaturen sind auf kosmischer Ebene, auch Aspekte der Venus. Denn die Venus rotiert, als einziger Planet unseres Sonnensystems, im Uhrzeigersinn, während die Erde und die anderen Planeten gegen den Uhrzeigersinn rotieren. So hat die physische Erscheinung des Planeten Venus, gewissermaßen auch den Charakter eines Widersachers (hebräisch שטן, satan, »Gegner«). In diesem Aspekt fuhr das Geistfeuer ihres planetarischen Regenten Venus, in die Schlange am Baum der Erkenntnis von Gutem und Bösem im Garten Eden. Die Schlange war quasi das Vehikel dieses venusischen Wesens, das die Muslime »Iblis« nennen (dieser arabische Name ist abgeleitet von der Wortwurzel بلس, balasa, »der Verzweifelte«). Dieses Lichtwesen ähnelt dem aus der Theosophie bekannten, ewig jungen »Sanat Kumara« – einem Mitglied der sogenannten Großen Weißen Bruderschaft. Hiermit begeben wir uns in einen äußerst ambivalenten Bereich, in dem der Leser mit vielen Widersprüchen und Täuschungen konfrontiert wird.
Sanat Kumara soll sich in einem ätherischen Lichtpalast, über dem mythischen Reich von Shambhala aufhalten. Man nennt Sanat Kumara auch den »Herrn der Flammen« (die »Flammen« sind ein Synonym für Heiligen, die ihn begleiten). Vor Millionen von Jahren soll er von der Venus auf die Erde gekommen sein. Gläubige der großen Religionen, sehen in ihm einen Retter der Menschheit: er ist der Skanda der Hindus, der Brahma-Sanam Kumar der Buddhisten, der »Alte der Tage« der Juden, Ahura Mazda der Zoroastrier. Manche Sufis sehen in ihm den Al-Khdir – eine viel diskutierte Figur im Islam (Sure 18:65-82).

Körperlose Wesenheiten von der Venus

Venus, der Planet der Liebenden, könnte laut theosophischer Lehre, der spirituell am weitesten entwickelte Planet unseres Sonnensystems sein. Die Wesen auf der Venus sollen unserer spirituellen Entwicklung, viele Millionen Jahre voraus sein. Manche Theosophen glauben, Sanat Kumara wäre aus der Äthersphäre der Venus vor 18 Millionen Jahren auf die Erde hinabgestiegen. Auch der Weisheitslehrer White Eagle sagt, das die Venus in jeder Beziehung fortgeschrittener ist als unsere Erde. Die »Herren der Flamme« kamen immer wieder von der Venus auf die Erde, um die ersten Menschen über die geistigen Gesetze zu unterrichten, die das Leben auf der Erde regulieren.

Erde und Venus - ewigeweisheit.de

Erde und Venus besitzen etwa den selben Radius.

Wie die Venus ist

Die Atmosphäre der Venus ist viel feinstofflicher als die der Erde und unser Planet im Vergleich zu ihr, ganz dicht und dunkel. Gemäß dieser Verhältnisse auf der Venusoberfläche, ist auch die Konstitution der Wesen, die auf der Venus leben. Doch sie besitzen geistige Fähigkeiten, die dem Menschen überlegen sind.

Das nun die Venus eine andere Atmosphäre besitzt, mag wohl auch daran liegen, dass sie als einziger Planet unseres Sonnensystems keinen Mond besitzt. Damit fehlt ihr das Androgyn, was der Erde ja mit dem Mond gegeben ist. Die Venus erhält ihr Licht also ausschließlich von der Sonne – so dass Venus und Sonne, ein rein weiblich-männliches System bilden. Doch es fehlt der Mond als Vermittler zwischen geistigen und physischen Formen, und so hat die Venus auch kein körperliches Leben auf ihrer Oberfläche hervorgebracht. Körperlichkeit kann sich nur aus dem Androgyn entwickeln, was im System von Erde-Mond und Erde-Sonne, gegeben ist. Im Menschenkörper konnte sich ein Seelenleben entwickeln, was den Venus-Wesen aus oben genanntem Grund nicht möglich war. So versuchten die Venusianer auf der Erde zu verwirklichen, was ihnen auf ihrem Heimatplaneten nicht möglich ist. Da sie weder Körper noch Seele hatten, diese aber für ihre Fortentwicklung benötigten, kamen diese Lichtwesen von der Venus auf die Erde – nicht aber nur eigennützig, denn erst durch die lichthaften Aspekte ihrer Erscheinung, ließen sie Eva und Adam ihre kreative Kraft erkennen. Jakob Böhme schreibt in seiner »Aurora Morgenröte im Aufgang«, dass nachdem Adam und Eva vom verbotenen Baum der Erkenntnis aßen, überhaupt erst ihre Zeugungsorgane hervorwuchsen: »Adam erkannte seine Frau und sie ward schwanger«, heißt es in der Genesis. Der Baum der Erkenntnis von Gutem und Bösem brachte also eine Frucht hervor, durch die der Mensch Anteil nahm, an der Weisheit dieser Lichtwesen vom Planten Venus. Von ihnen bekamen die beiden das Gesetz des »kosmischen Räderwerks«, mit dem sie Gutes und Böses hervorbringen konnten. Das sind die Wesenszüge der 72 Genien und 72 Dämonen. Mit den 72 ist es also wie mit den zwei Seiten einer Münze. Doch auf dem Rand einer Münze ist bekanntlich auch noch etwas eingraviert. Wer diese geheimnisvolle »Gravierung« entziffert, der wird scherlich verwirrt sein.

Bei Deiner Erhabenheit, ich (Iblis) will sie sicher alle in die Irre führen. Ausgenommen davon sind Deine erwählten Diener (Propheten) unter ihnen.

- Sure 38:82

Interessanterweise erwähnt der Koran diese Wesen (Dschinn), als eine neben der Menschheit lebende Gemeinschaft auf Erden.

Sprich: Ich nehme meine Zuflucht beim Herrn der Menschen,
Dem König der Menschen, dem Gott der Menschen
Vor dem Übel des Einflüsterers, der entweicht und wiederkehrt,
Der den Menschen in die Brust einflüstert,
Unter den Dschinn und den Menschen.

- Sure 114 - die Menschen

Die Sufis sagen, dass auch die Dschinn in Familien beieinander leben, uns Menschen zwar sehen können, wir sie aber nicht. Sie leben unter uns – und wenn man über sie spricht, spricht man sie an. Daher die rabbinische Tradition die 72 Namen zu rezitieren.

Sprich: Es wurde mir offenbart, dass eine Schar der Dschinn zuhörte und dann sagte: Wahrlich, wir haben einen wunderbaren Koran gehört,
Der zur Rechtschaffenheit leitet; so haben wir an ihn geglaubt, und wir werden unserem Herrn nie jemanden zur Seite stellen.
Und erhaben ist die Größe unseres Herrn. Er hat sich weder eine Gefährtin noch Kinder genommen,
Und daß die Toren unter uns abscheuliche Lügen über Allah zu äußern pflegten.
Und wir meinten, daß weder die Menschen noch die Dschinn über Allah jemals lügen würden.
Und Männer von den Menschen pflegten Zuflucht zu nehmen bei Männern von den Dschinn, doch mehrten sie so ihnen die Drangsal.

- Verse 1-6 aus der 72. Sure - die Dschinn

Interessant dass die 72. Koran-Sure den Titel trägt »Die Dschinn« – wo die 72 doch die Anzahl der Genien in der Kabbala ist!

Wir Menschen sind ihnen überlegen, da wir einen Körper haben. Wir können von diesen Lichtwesen Eigenschaften annehmen, leider aber auch von ihnen besetzt werden! Die Sache mit den Engeln und Schutzgeistern, ist also eine äußerst ambivalente Angelegenheit. Strenge Regeln herrschen in der Engelwelt. Wer sich ihnen widersetzt - wissentlich oder aus Unkenntnis, deren Seele wird von den Wächtern entsprechend behandelt. Von diesen Wächtern lesen wir im Apokryphon des Henoch (Buch der Wächter), wie auch im Koran:

Und wir suchten den Himmel, doch wir fanden ihn mit starken Wächtern und (feurigen) Sternschnuppen erfüllt.

- Sure 72:8

All das hier Gesagte mutet, fremdartig, ungewöhnlich an, scheint manchmal unglaubwürdig. Wie dem auch sei, soll betont werden, das man vermeiden sollte, über diese Dinge zu sprechen – denn die mündliche Rede, wie oben gesagt, ruft diese Wesenheiten auf den Plan. Jeder der schon einmal darüber mit anderen gesprochen hat, weiß was hiermit gemeint ist!

 

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