Ursymbole der Schöpfung und ihre esoterische Bedeutung

von S. Levent Oezkan

Der Punkt

Der Punkt ist ein Symbol der Stille und der Dunkelheit. Er gleicht einem Samenkorn in der finsteren Erde, aus dem die Evolution aller anderen, komplexeren Dinge hervorzuwachsen strebt. 
Stellen wir uns einen Punkt vor, und geht von diesem, dem einfachsten geometrischen Objekt, ein Strahlen aus, so möchten sich daraus alle höheren Formen entfalten. Im Punkt sehen wir die Vollendung eines mächtigen Äons der Erfüllung. Es ist als ob wir hörten: "Es werde Licht."
Doch der Punkt ist mehr als Licht, ist mehr als Schwingung!

Im Punkt - der Dimension 0 - ist ein ganzer Kosmos aufgerollt. Er ist überall und enthält in sich den ganzen Rest.
Er ist auch in uns, als Teil unseres Seins. Und dies vergegenwärtigend enthüllt sich der Punkt in allen Manifestationen des Universums - etwas das an allem Anteil hat.
Im Punkt wird das unendliche Potential der Vollendung symbolisiert. 
Man könnte sagen, dass der Punkt eine Begrenzung darstellt, die vielleicht nur existiert, damit sie vom Menschen erkannt wird.
Wurde uns der Punkt gegeben, damit wir erkennen was es bedeutet essentiell zu sein?

Es ist ganz gleich ob er jetzt manifestiert, unmanifestiert, unbeweglich, still, dunkel oder hell ist. Alles ist im Einen enthalten - symbolisiert durch den Punkt.
Darum sind wir der Punkt - jeder Einzelne von uns. Jeder von uns ist ein Mittelpunkt, ein Zentrum. Wenn wir mit unserer Vorstellungskraft versuchen durch diesen Punkt in die Unendlichkeit einzutreten, dann erlangt alles seine  Vergöttlichung in diesem Zentrum.
Als Symbol steht der Punkt für die Seelenmonade - das entfaltete Selbst des Anfangs, unseres Weges und unseres Endes.

Die Linie

Mit der Linie beginnt das "Wunderbare". Sie wurde in der dunklen Stille aus dem Punkt geboren. Ganz gleich wohin wir blicken - nach Norden, Sünden, Osten oder Westen - in der Linie liegt das Potential sich in alle Richtungen auszudehnen.

Sie bildet ein Strahlennetz der Wahrscheinlichkeiten. Und im Zentrum dieses Netzes - einem Spinnennetze ähnlich - dort findet sich die Wiege allen Entstehens. Damit ist die Linie das Ursymbol der Weltachse um die sich alles dreht. Sie ist auch eine Spirale in der sich die Raumzeit aufwickelt.
In der Linie ist auch die Kraft der sexuellen Energie enthalten und damit die Herrlichkiet neuer Zeugungen und Schöpfungen. Alles was lebt ist mann-weiblich. Das beide Geschlechter getrennt sind - die horizontale Linie das Weibliche, die vertikale Linie das Männliche - hat die Intensivierung der Evolution zur Folge. Ständig versuchen sich die Polachsen der Weltdimensionen zu vereinigen. Gott ist die Vergeistigung der Vereinigungen dieser beiden Pole. Am Schnittpunkt den die vereinigten Polachsen bilden, aus ihm wächst die Welt hervor - ebenso vollkommen, wie die Rose aus der Erde.

Der Kreis

Nun ist die Linie doch gleichzeitig auch der Durchmesser des Kreises. Er markiert die Grenzen des Evolutionsprozesses als Symbol aller Kreisläufe.
Licht und Klang - beide breiten sich kreisförmig aus.
Im Kreis finden wir drei Hauptpositionen: ein Maximum, ein Minimum und ein Equilibrium. Sie bilden die drei Jahreszeiten die auf unserer Erde herrschen: Winter, Sommer und die gemäßigte Jahreszeit (Frühling oder Herbst).

Das Dreieck

Das Dreieck beschreibt Gott und Mensch in Existenz, Bewusstsein und Glückseligkeit, als auch die drei Schleier die des Menschen Dasein umhüllen: Klarheit, Bewegung und Widerstand.

Das Kreuz im Kreis

Dies ist das universale Symbol der Erkenntnis. Die vertikale Linie belebt, die horizontale Linie gleich aus. Im Kreuzungspunkt wird die Gemütsart beider Linien vereinigt. Der Kreuzungspunkt im Zentrum des Kreises ist Quelle des Lichts. So ist das Kreuz ein Symbol des Anfangs jeder Evolution. Darum ist es in vielen Religionen ein Zeichen des Heils und der Anbetung.

 

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