Aus der Raupe ein Schmetterling

von S. Levent Oezkan

Wenn wir zurückdenken, als wir jung waren: hatten wir nicht alle unsere persönlichen Heldinnen und Helden? Jemanden der uns ein Vorbild war, wenn auch nur als vorübergehende Laune?

Jemand begab sich auf ein Abenteuer, sei es in einem Märchen, in einem Film oder sogar in unserer Familie oder unserem Freundes- und Bekanntenkreis.

Wir beobachteten mit Spannung und hielten zu unserem persönlichen Helden. Es war eine Figur, die unsere gesamte Aufmerksamkeit absorbierte.

Und heute? Wie oft finden wir uns in so einer Stimmung? Bei unserer Arbeit? In unserem tagtäglichen Leben?

Was, wir wären selbst jener Held, nur in einer anderen Geschichte?

Besonders die Schwierigkeiten, die unsere Heldin hatte, ja vor allem dann, wenn Sie kurz vor dem Abgrund, zwischen Leben und Tod stand: das brachte in uns, beim Lesen, im Zuschauen oder Zuhören, größte Energie hervor. Denn wir hielten zu ihr und wollten dass sie es schafft!

Metamorphose

Die Phase zwischen Sterben und wieder geboren werden, ist ein Übergang von einem Zustand in einen anderen, höheren, bestimmt schöneren – so wollen es die Legenden, Mythen und religiösen Überlieferungen.

Denken Sie an eine Raupe: sie verpuppt sich und scheint im Innern ihres Kokons zu verenden. Dort verwandelt sie sich aber in Wirklichkeit zu einer schwarzen, schleimigen Masse, bis sie sich schließlich zum Schmetterling umgeformt, aus der Schale ihres alten Lebens befreit hat, um schließlich der Sonne entgegenzufliegen.

Jeder Mensch muss sich auch durch dunkle Lebensphasen drängen. Doch immer wenn man den tiefsten, finstersten Moment überschritten hat, erscheint in der Ferne wieder ein Licht und man weiß, dass es dort weitergeht.

Was war, ist vergangen. Die Vegetation macht es uns jedes Jahr aufs Neue vor: Keine Frühlingsblume blüht 365 Tage. Doch sie blüht wunderschön für einige Zeit, dann vergeht sie, bis an ihrer Stelle im kommenden Jahr, vielleicht die Farben einer anderen Blume strahlen. Es würde wohl sein Leben kosten, versuchte das Pflänzchen seine Blüten zu halten.

Die Rose blüht und duftet, doch sie wird gewiss auch ihre roten Blättchen abwerfen. Dann aber wächst an jener Stelle eine Frucht mit neuen Samen. Nur damit kann sie fortbestehen.

Jeder schönen Lebensphase folgt vielleicht eine weniger schöne, doch man kann immer davon ausgehen, dass einem wieder etwas anderes, gutes, lebendiges, liebenswürdiges im Leben begegnet. Immer aber ist es von neuer, anderer Art. Dem zweiten Frühling folgt ein dritter und so weiter, bis das irdische Dasein seinen Zweck erfüllte. Das ist das Ziel.

 

 

 

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