Leitbilder und Vision

von S. Levent Oezkan

Meiner Herkunft geschuldet sehe ich mich als Gastgeber, Autor und Lehrer. Fragte mich einer, was die Motivation für meine spirituelle, philosophische Arbeit ist, so würde ich antworten: Ich tue meine Arbeit in erster Linie für mein eigenes Seelenheil - doch darüber hinaus zum Wohle aller, die von den Ergebnissen meiner Forschung profitieren. Dabei will ich auf Berührungspunkte hinweisen, zwischen philosophischen Ideen, religiösen und ethischen Vorstellungen.

Auf die Kernpunkte der großen Religionen unseres Planeten hinzuweisen und Wege zu zeigen, wo sich östliche und westliche Kultur annähern können: dazu möchte ich in meiner Arbeit beitragen. Weder aber will ich mich dabei über Glauben und religiöse Tradition hinweg setzen, als eher Menschen zu einer traditionellen Gesinnung ermutigen, und damit beisteuern zu einem Bewusstsein für einen nicht-hegemonialen Universalismus. Das bedeutet: meine Arbeit will das Wesen einer kosmischen Religion beschreiben und dabei alle Interessierten adressieren – unabhängig ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer politischen Gesinnung und über territoriale Grenzen hinweg, jenseits aller Macht- oder Überlegenheitsansprüche.

Jede spirituelle Traditionen als solche, gilt es in ihrer Eigenart zu betrachten. Es liegt mir viel daran die überlieferten Sitten und Gebräuche aller bereits Jahrtausende alten Religionen und philosophischen Schulen, dem heutigen Menschen zu vermitteln zu machen.

Ein neues Zeitmaß

Unsere Welt verändert sich in atemberaubendem Tempo. Wohin die Weltgesellschaft steuert ist ungewiss. Sicher aber findet gerade eine neue industrielle Revolution statt. Sie bringt zwar viel Gutes und eine Erleichterung für viele arme Menschen. Doch auf der anderen Seite weiß keiner so recht, ob die zunehmende Digitalisierung unseres Lebens, tatsächlich nur zu unserem Wohlergehen beiträgt.

Was an technologischem Fortschritt den Menschen in den vergangenen 20 Jahren gegeben wurde, entspricht den Erwartungen vieler Menschen. Wenn Ende des letzten Jahrtausends weniger als 10% in Deutschland über Internet verfügten, sind heute 90% aller Deutschen, vollkommen selbstverständlich im Internet zu Gange. Die Form zwischenmenschlicher Kommunikation aber, verflacht dabei zusehends.

Dies macht aus menschlicher Lebensart einen Modus – ein sich ständig verformendes Modell, dass sich den immer wieder neuen Entwicklungen anzupassen scheint: der von uns allen verwendeten Technologie. Was aber bleibt von unserer Kultur, wenn keiner mehr Zeit findet sich mit den Grundwerten seines eigenen Lebens zu befassen?

Daher mein Hinweis auf die Traditionen in West und Ost – das was unsere Vorfahren seit Jahrtausenden weitergaben – an Glaubensvorstellungen und Überzeugungen.

Und doch haben alle Traditionen dieser Welt einen gemeinsamen Kern, der aber durch die Wirrungen unserer modernen Zeit in Vergessenheit geriet. Denn nicht zufällig gab es in der Vergangenheit in Europa, in Afrika und Asien, immer wieder Gruppen von Menschen verschiedener Konfessionen, die Haus an Haus in Frieden miteinander lebten.

Andererseits finden sich in den Kerngedanken der west-östlichen Traditionen, ganz wesentliche Qualitäten, die uns auch heute noch helfen. Sie sind eben von den Grundprinzipien irdischen Daseins geleitet, die das Leben eines Menschen, mit diesen wertvollen und praktischen Weisheiten bereichern können.

Nicht zufällig entstanden daher in Europa, zwischen Mitte des 19. und Mitte des 20. Jahrhundert, verschiedene Organisationen und Vereinigungen, die auf diesen essentiellen Kern aller spirituellen Traditionen hinwiesen.

Der Mond - ewigeweisheit.de

Das alte Zeitmaß

Der Mond galt einst als Maß für die Zeit des Laufs der Monate und Jahre, während man am Stand der Sonne die Stunden ablaß. Erst mit der Erfindung der Räderwerke, wurde die Zeit in noch kleinere Einheiten unterteilt, bis sie heute schließlich in die Mikrozeiten der Atomuhren zerfielen. In aber allen Religionen, war insbesondere der Mond von zentraler Bedeutung. Nicht zufällig bestimmt der Frühlingsvollmond das christliche Osterdatum oder der islamische Mondkalender, den Beginn und das Ende des heiligen Monats Ramadan. Yotisch - die indische Astrologie, basiert ebenfalls auf den Phasen des Mondes. Besonders den alten Mutterkulten matriarchaler Zeit, war der Mond heilig. Seine Phasen von Licht und Finsternis sind auch eine Allegorie auf den Wandel unseres Lebens.

Was hat der traditionalistische Ansatz für einen Sinn?

In der Zeit in der wir leben, einem Anthropozän, einem Zeitalter der Menschen, werden wir täglich daran erinnert, dass unklar ist, welche Zukunft unser instabiler Wohnort Erde, derzeit für Mensch und Natur hat.

Es scheint schon einen Grund zu dafür zu geben, wieso unzählige Titel in Zeitungsartikeln und im Fernsehen davor warnen, dass sich unser Lebensraum kurz vor einem ökologischen Zusammenbruch befindet: Waldrodung, Raubbau von Bodenschätzen, Plastikmüll und die Auslöschung ganzer Spezies. Allein in den vergangenen 10 Jahren tauchten unzählige solcher Hiobsbotschaften in den Medien auf.

Manche winken solche Warnungen ab, denn sie glauben alles auf die Überbevölkerung schieben zu können, zu der ja besonders die sogenannten Entwicklungsländer beitragen. Doch das sind nur rassistische Auffassungen, die genau in die Gegenrichtung der Wirklichkeit laufen. Natürlich stimmt es, dass wir in den kommenden Jahrzehnten vor einem gigantischen Bevölkerungsproblem stehen. Doch das hat überhaupt nichts mit armen Menschen zu tun. Das eigentliche Problem ist, dass es zu viele reiche Verschwender gibt! Wer von den wohlhabenden Menschen auf unserer Erde, bis auf die wenigen gebliebenen Fürsten, pflegen die Gebräuche und Sitten ihrer Kultur?

Mir erscheint es ganz und gar nicht abwegig, wieder auf die alten Traditionen zu blicken, die ihre Festtage dem jährlichen Zyklus und Zusammenspiel von Erde, Sonne und Gestirnen anglichen.

Unsere Vorfahren dachten sich das Leben des Menschen auf der Erde als Mysterium, abhängig vom Lauf der Himmelslichter. In mythologischer Urzeit vergötterte man Gestirne und Natur, philosophierte über ihr Wesen in der Antike, um schließlich über die daraus gewonnenen Weisheiten, sich allmählich eine höhere Einheit auszumalen, was schließlich zur Gründung der Religionen führte.

In dieser Einheit von Himmlischem und Irdischem, steht der Mensch, als ein mit Intellekt begabtes Wesen in der Verantwortung, seinen irdischen Wohnort zu bewahren. Das kann nur geschehen, in dem er alte, überlieferte, ewig gültige Werte bewahrt - ein Brauch, der auch auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Religion hinweist. Es sind jene Werte, die seit Anbeginn der Zivilisation auf unserem Planeten von Beutung waren, und durch die verschiedenen kulturellen und religiösen Traditionen am Leben erhalten und somit auch kommenden Generationen zur Verfügung stehen.

In Zukunft wird es nicht mehr möglich sein, die Abhängigkeit der verschiendenen Religionen der Welt voneinander, zu ignorieren. Wir stehen bereits heute vor der Notwendigkeit, die gemeinsame Basis zu finden, auf der wir unsere Zusammenarbeit gründen können.

Unser kulturelles Erbe verpflichtet uns dazu, dass menschliches Dasein auf unserem Planeten lebenswert ist. Und was bedeutet Kultur? Es ist die Pflege jener Ursprünge, die aus den Tiefen des Erdreichs kommend, im Wissen vom wechselnden Lauf der himmlischen Tag- und Nachtlichter, zum Nutzen Aller urbar gemacht werden müssen - in einer Rückbesinnung auf die Wurzeln menschlichen Lebens.

Ich für meinen Teil möchte hierzu beitragen, in meiner Arbeit in der Edition Ewige Weisheit.

 

Auf ein Kennenlernen oder Wiedersehen
freut sich mit den besten Grüßen,

S. Levent Oezkan - ewigeweisheit.de

S. Levent Oezkan

 

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