Befreiung vom Selbstmitleid

von S. Levent Oezkan

Selbstmitleid ist eine Ohrfeige für die, denen es wirklich schlechter geht.

Selbstmitleid - ewigeweisheit.de

Schwer trägt der Durchschnittsmensch seinen Ballast mit sich herum und fürchtet sich (ihn) in seinem Leben zu verlieren – sei es durch Versagen, Scheitern oder tatsächlichen Verlust, von Angehörigen, Freunden oder seinem Besitz. Darunter leidet er mit vielen anderen.

Die Glaubenssätze aus der Familie wurden übernommen. Sie hindern und basieren meist nur auf Angst.

Immer wieder neue Moden tauchen auf, die man, wenn auch ganz und gar unästhetisch, dennoch einhält, allein um zu etwas dazu zu gehören.

Man tut alles Mögliche dafür, nur nicht den jetzigen Augenblick bewusst erleben zu müssen, stets auf der Flucht und im Spannungsfeld zwischen ewigem Gestern und niemals erreichbarer Ziele in der Zukunft, da sie wohl auch nie gesteckt wurden. Wer aber lernt sich Ziele zu setzen, macht Sorgen um das, was sein könnte überflüssig, denn wer ein Ziel hat, will es auch erreichen und hat gar keine Zeit zu bangen oder sich zu bemitleiden.

Freiheit und Sexualität

Religiöse Glaubenssätze werden »sicherheitshalber« eingehalten, was im Übrigen auch für Atheisten gilt, seien es deren humanistischen, überlieferten Auffassungen, die sie einfach so bei sich tragen, ohne aber von der Ursache hinter ihrer Überzeugung überhaupt zu ahnen.

All die genannten Verhaltensweisen schirren hier und da den eigenen Geltungsdrang an, der sicherstellen soll, jederzeit den sexuellen Befriedigungswunsch stillen zu dürfen. Wer so weit kam, der empfindet den anscheinenden Wert dessen, immer weniger und zusätzliche Reize drängen allmählich Richtung Schmerzgrenze.

Halt und Orientierung im Leben scheinen entweder durch Probleme oder Langeweile gegeben zu sein. Die Gewohnheit und die Erwartungshaltung, was einem Staat oder andere öffentliche oder private Institutionen vorschreiben, was man zu tun oder zu lassen hat, wird vorausgesetzt, nur um dem Wunsch nach Normalität Befriedigung zu verschaffen. Dieser Wunsch nach Normen resultiert aus einer Hilflosigkeit, die allein durch Unwissenheit und Ignoranz die Menschen davon abhält, sich frei zu entfalten.

Was bei alle dem als einzig gelebte Freiheit bleibt, ist der Sex, der so ungeheuer wichtig, fast schon heilig ist und manchmal kommt es aus Eifersucht zu schwerer Gewalt. Interessant dabei zu sehen, dass jene Stelle, wo der Mensch sein Sexualorgan trägt »Os Sacrum« genannt wird: der »Heilige Knochen«. Was würde passieren, man könnte sich über die sexuell erzielte Freiheitsillusion hinweg erheben, sie aufgeben, ein, wie die Lateiner sagten, »Sacrificium«, ein Opfer erbringen, etwas heilig (»sacer«) machen (»fico«)?

Man könnte die eigene Opferrolle auflösen, in dem man Verantwortung übernimmt für alle Ergebnisse und Ereignisse im Leben und sie immer als Resultate des eigenen Handelns betrachtet. Damit ist man wirklich frei.