Magische Künste der Druiden

von S. Levent Oezkan

Druiden Magie - ewigeweisheit.de

Auch die Kelten hatten ihre Magier. Bei denen aber war das immer Sache der Druiden – der keltischen Priesterschaft. Gehen wir aber nach dem heiligen Buch Mabinogion, liegen die eigentlichen Ursprünge dessen, in der fernen Vergangenheit, wo einst die sagenhaften Tuatha Dé Danann in Erscheinung traten – die mythischen Nachfahren der keltischen Göttin Danu.

Auch bei den Kelten, war das hohe Handwerk der Magie, zu Anfangs ein Gewerbe der Frauen. Lange bevor Männer die Hohepriesterschaft ihres Stammes vertraten, übten die Kelten diese spirituelle Disziplin nur im Schutzkreis der Druidinnen aus. Im Laufe der Entwicklung der ersten Hochzivilisationen aber, übernahmen das Wissen der Druidinnen ihre männlichen Anhänger. Schließlich waren es die Magierinnen, die schon zu Vorzeiten magische Arbeiten vollzogen. Erst später befasste man sich Seite an Seite mit Magie und höheren Zauberkünsten.

Nachdem dann das Druidentum irgendwann verschwand, schien, als hätte sich das alte Wissen in Kreisen der Magierinnen fortgesetzt, während das allgemeine Priestertum begann zu christianisieren. Vielleicht geschah das einfach nur, um den alten Naturglauben der Kelten, auch für die Zukunft zu bewahren. Und daran scheint sich bis heute nichts verändert zu haben. Wer einmal das eigentümliche Glastonbury in Somerset (England) besuchte, wird dort wohl einigen dieser Zauberinnen begegnen, selbst in weißem Aufzug und goldenem Krönchen.

Da könnte man tatsächlich den Eindruck gewinnen, das manchen auch heute noch magische Zaubersprüche und Amulette helfen, natürliche Prozesse zu beschleunigen. Gar die eigene Erscheinung von jetzt auf nachher zu verändern oder sich unsichtbar zu machen, sei es auch nur anscheinend, sind Fähigkeiten über die die Eingeweihten des Druidentums verfügen. Vieles was die Druiden zurückließen, übernahmen nach ihnen aber christliche Heilige und auch der Klerus. Die Kunst der Druiden schien insbesondere in Irland und den Britischen Inseln eine ganz wesentliche Rolle zu spielen und schien dort überzugehen, in das dort so eigentümliche Christentum.

Knüppel, Schwerter, Kessel, Felsen

Die Kelten fürchteten die Macht ihrer Priester. Bei der Verehrung der Göttinnen, ließ man darum stets den Vortritt den Druiden, denn das gemeine Volk hatte Angst, ein Fluch könnte es heimsuchen. Jeder keltische Klan hatte darum seinen Druiden. Er begleitete auch die Könige der Keltensippe aufs Schlachtfeld. Dort unterstützte er, einen Heeresführer in seiner Kampfesmacht. Der Druide laß in den Sternen, wie der Gegner taktieren werde, zum Gewinn des Feldherrn. Der römische Naturphilosoph Plinius (23-29 n. Chr.) setze das Wort »Druide« deshalb gleich mit »Wahrsager« oder »Magier«, einem also, der über die selben Mächte verfügte wie etwa die Ägyptischen Hohepriester des Thoth.

Götter der Druiden: die Tuatha Dé Danann

Im Morgennebel, landeten einst die Tuatha Dé Danann an den Ufern Irlands. Von dort aus nahmen sie das alte Land von Éire ein, was sich vielleicht vor etwa 12000 Jahren ereignete. Dort erlernten sie von den noch viel älteren Meistern die magischen Künste. Daher wurden sie auch in jüngeren Sagen und Märchen, als die Druiden der Danaan bezeichnet – die Zauberer der Danaan. So ist also insbesondere Irland von Bedeutung, wenn es um die Frage der magischen Mächte der Druiden geht.

Die Magie der Druiden basierte grundsätzlich auf der Manipulation der vier Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde. Dafür stand je ein Symbol, dass gewiss auch an die Symbolik der kleinen Arkana des Tarot erinnert: Knüppel (manchmal auch ein Pfeil), Schwerter, Kessel und Felsen. Wie sie bei diesen magisch-alchemistischen Handlungen verfuhren, damit halten sich die überlieferten Sagen bedeckt. Wegen der Magie des Druidenkönigs Cormac mac Airt sollen einst alle Gewässer Irlands versiegt sein (Luft). Doch da trat ein anderer Druide auf, dessen abgeschossener Pfeil (Feuer) an einer Stelle niederging, wo ein Fels (Erde) aufbrach, aus dem plötzlich eine Brunnen (Wasser) hervorsprang.

Brunnen und Quellen, spielten in den Sagen um Druiden und Druidinnen immer eine wichtige Rolle. Da wäre zum Beispiel der Heilbrunnen Chalice Well zu nennen, der sich in einem kleinen Park im oben notierten Glastonbury befindet. Viele englische Sagen berufen sich auf diesen Ort, wie etwa die Fabel um König Artus, den Zauberer Merlin, das heilige Wunderschwert Excalibur, die Magierin Morgana und jene trockene Blutstropfen Christi, deren leuchtende Spuren im Heiligen Gral schimmern.

Auch wenn die Sagenwelt manchmal übergeht in die Legenden christlicher Heiliger, trifft man auf sie häufig in jenen Ländern, wo einst Kelten lebten. So etwa im französischen Lourdes, wo auch die Heilige Bernadette eine Quelle freilegte. Dorthin pilgern jährlich tausende Hilfesuchende, in der Hoffnung auf Heilung.

Druiden vermochten die Stille plötzlich mit Kriegsgetöse zu durchbrechen oder ließen aus dem Nichts heraus, schauerlichen Schreie von Hundertschaften erschallen. Die Töchter des irischen Druiden Calatin waren auf der Suche nach dem Helden Cúchulainn. Mit ihren Gesängen erhoben sie sich über die Lüfte, um nach ihm zu suchen. Zwar verbarg ihn der Druide Cathbad, doch sie fanden den Krieger dennoch. Sie erzeugten durch ihre Zauber einen Dunst, in den sie Cúchulainn hüllten und danach schlugen. Auch der alten Priesterin Sena wird nachgesagt, sie hätte Macht über die Winde und könnte durch ihre Magie die Wellen im Meer aufbrausen lassen.

Die Bäume von Brocéliande

In der Bretagne, im Nordwesten Frankreichs, befand sich einst ein sagenhafter Wald: Brocéliande. Hier wurde der Druide Merlin von der schönen Nimue, der Königin des Wassers, verzaubert. Sie entlockte ihm seine Zaubermächte und bannte ihn damit in eine Hecke, deren Laub und Äste aus Weißdorn, sich um ihn schlangen und gefangen nahmen.

Der Weißdorn ist im Sagenkreis der alten Kelten, ein Gewächs magischer Kraft. Auch die Druidin Morgana (auch: Morgan le Fey) soll in einem verwunschenen Tal des Waldes gelebt haben.

Heiliger St. Patrick - ewigeweisheit.de

Schutzheiliger Irlands: Der Heilige St. Patrick

In Brocéliande befindet sich die Quelle Barenton. Wer ihr Wasser in einem Kelch auffängt und danach über den Felsen an der Quelle gießt, soll damit Regen machen können. Bis heute anscheinend, sollen Menschen in Jahren großer Trockenheit, an diesen Ort pilgern, um diesen Ritus dort auszuführen. Man begibt sich dann in Gesängen, feierlich an die Quelle und betet dort für Regen.

Wiegenlieder und Nebelschleier

Sich für andere unsichtbar machen, dafür steht Féth Fíada – Zauberspruch der Tuatha Dé Danann. Féth heißt »Nebel« oder »Dunst«, Fíada ist ein »Wissender«, einer also, der die Kunst beherrscht sich in Nebel zu hüllen, sich aufzulösen und aus dem Gesichtsfeld anderer zu verschwinden. Klingt schon fast wie im Märchen, oder? Doch anscheinend besaßen die Druiden tatsächlich solche Fähigkeiten. Manch einem kommt da vielleicht das Wunderwerk des legendären Merlin in den Sinn, der eben noch inmitten der Tafelrunde stehend, sich abrupt zurückzieht und an seiner statt, ein Wölkchen seine Abwesenheit kaschiert.

Von solchen merkwürdigen Gestalten wie dem Merlin, so heißt es, übernahmen auch die christlichen Heiligen Irlands ihre teils magischen Handlungen.

Eine berühmte Geschichte aus der christlichen Sagenwelt Irlands, beschreibt dden Heiligen St. Patrick bei seinem Aufstieg auf den Hügel von Tara. Es ist ja der heilige Berg der Iren, der sich in der Mitte der vier Königreiche befindet (siehe oben) und auf dem man damals die irischen Hochkönige krönte. Von dort aus nun wollte St. Patrick den neuen Glauben verbreiten. Doch seine Gegner waren zahlreich. Als er seiner lauernden Feinde aber gewahr wurde, begann er eine eigenartige Melodie zu singen, eine durch und durch magische Hymne. Auf einmal umhüllte ihn ein glänzender Rauch. Den Soldaten der feindlichen Armee erschien all das zwar so, als wär da etwas, doch was sie sahen war nicht etwa St. Patrick, sondern ihnen erschien dort ein Hirsch mit seinen Kälbern.

Atomriug indiu
Niurt tren togairm trindóit
Cretim treodatad
Fóisin oendatad
Atomriug indiu
Niurt gene Christ cona bathius
Niurt a chrochtho cona adnacul.

Heute steige ich auf
Durch eine mächtige Kraft, in Anrufung der Trinität
Durch Glaube an die Dreiheit,
In Bekenntnis zur Einheit
Der Schöpfers der Schöpfung.
Heute steige ich auf
Durch die Kraft des Christus und seiner Taufe
Durch die Kraft seiner Kreuzigung mit seiner Grablegung

Auch wenn manche meinen, all das sei Schwindel und erdichtet, dürften sie sich in Wirklichkeit aber täuschen. Denn in der Tat gibt es Menschen die über solch höheres Weistum verfügen, um damit Menschen zu heilen, ihre Erscheinung zu verwandeln oder durch gezielte Anwendung von Zaubern, direkt oder indirekt auf Personen Einfluss zu nehmen – sei es nützlich oder schädlich, heilend oder unheilvoll.

Angehörige der sogenannten »Neu-Druiden« und auch manche moderne Hexen, sollten sich angeblich unsichtbar machen können, oder jemandem, so wie auch St. Patrick, als wer oder etwas Anderes erscheinen.

Ob bei ihren magischen Ritualen vielleicht auch besondere Substanzen zur Anwendung kamen, kann nicht ausgeschlossen werden. Fest steht, das man besondere Zaubertränke herzustellen wusste. So etwa den Trank des Vergessens: wer ihn einnahm, dessen Erinnerung wurde verwüstet und gar seine engsten Vertrauten und Geliebten, erschienen ihm als Fremde. Es kann jedoch nicht abschließen gesagt werden, ob solch Wunderelixier eher metaphorisch zu verstehen ist. Immer aber waren es Zaubersprüche, über die die Höchsten der Druiden und Hexen verfügten.

Es sollte Druiden auch gelingen, durch bestimmte Sprüche jemanden in eine Trance zu versetzen, was ihm Halluzination induzierte. Und genau hierauf basiert wohl auch das, was die Legende oben sagte über Merlins Wunderwerk oder das des St. Patrick. In beiden Fällen geht es aber überhaupt nicht um tatsächliches Auflösen von Materie, sondern eher um die hohe Kunst der Illusion. Damit sei aber nicht ausgeschlossen, dass die alten Druiden dennoch auch Alchemisten waren, die auch physische Substanzen in einander übergehen ließen, Unedles in Edles zu verwandeln vermochten oder tatsächlich etwas Seiendes in etwas Gewesenes überführten.

Bei der Anwendung von Zaubersprüchen aber, die ein Druide in einer besonderen Melodie aufsagte, nahm dieser auch eine bestimmte Körperhaltung ein (stellt sich zum Beispiel auf ein Bein und streck einen Arm von sich). Und genau auf diesem Effekt funktioniert auch Hypnose: über eine gewisse Zeit wird jemand eingesäuselt. Dann, durch eine plötzliche die Veränderung der Haltung des Druiden, wird ein Schlüsselmoment ausgelöst, dass das Bewusstsein des Betroffenen schlagartig in einen Trancezustad überführt, den sogenannten »Druidenschlaf«.

Was die druidischen Barden erlernten, waren zunächst einfachste Formeln. Sie übten diese Sprüche dann mit besonderen Riten zu verbinden, um damit ein magisches Ergebnis zu erhalten. Wer dann ganz sicher über diese Fähigkeit verfügte, der konnte damit jedes beliebige Opfer in Trance versetzen. In solcher Art Hypnose, war dem Druiden jemand vollkommen ausgeliefert, beantwortete ihm jede Frage, kein Geheimnis blieb ihm verborgen. Besonders wichtig waren da auch Melodien. Seine Harfe diente dem Druidenbarden als magisches Instrument, womit er den Betroffenen in eine traumartige Stimmung zu versetzen vermochte. In dieser schlafähnlichen Verfassung suggerierte er dann bestimmte Formeln – ähnlich dem, was auch Schlafliedchen bezwecken, die man kleinen Kindern einsäuselt.

Keltische Harfe - ewigeweisheit.de

Skizze einer Kkeltischen Harfe

Doch auch allein schon die Dichtkunst mancher Druiden, war so ausgefeilt, dass sie nur durch ihre Verse Menschen in eine vollkommen andere Verfassung transformieren konnte. Auch wenn er selbst nicht zwingend zugestimmt hätte, zählte zu solchen Meistern bestimmt auch der irische Poet William Butler Yeats. Gewiss nicht ganz zufällig war er Mitglied des Golden Dawn, einem der wichtigsten magischen Orden des 20. Jahrhunderts.

Für unser heutiges Verständnis und die Erfahrungen mit den sogenannten »Neuen Medien« (die ihrerseits, ja in diesem Augenblick bereits schon wieder alt sind), mag das zuvor Gesagte recht ungewöhnlich erscheinen. Wenn aber in grauer Vorzeit, nur ein Bruchteil der Gesellschaft lesen konnte und sich neugierige Ohren an die Lippen der Barden hängten, da war die Tiefenwahrnehmung noch eine ganz andere und viel sensibler, als unser zeitgenössisches Bewusstsein. Heute haben sich die meisten Menschen bereits an all die technischen Zwischeninstanzen gewöhnt, die ihnen eine Realität wiedergeben, die meist nach Maßgabe Dritter, ihnen die Wirklichkeit zu deren Gunsten übersetzen. Das aber ist ein anderes Thema.

Kehren wir also wieder zurück zu den Druiden. Sie waren große Meister der Magie, sicherlich außergewöhnliche Menschenkenner. Es wäre aber falsch zu meinen, Druiden verwendeten ihre Zauberkräfte allein um Macht auszuüben. Ihr magisches Wissen diente ihnen der Kontrolle der Elemente. So waren Druiden stets auch Heiler, die über besondere Sprüche und magische Riten, Menschen von Leid und Krankheiten zu heilen vermochten.

Man trug dem Hilfesuchenden auf, besondere Zaubersprüche zu wiederholen und sich dabei auf seine Verletzung oder Beschwerden zu konzentrieren. Es heißt, sie waren gar dazu befähigt einem Menschen seine Fruchtbarkeit zurückzugeben.

Aus welchen besonderen Worten sich diese magischen Sprüche zusammensetzten, wissen heute aber nur noch jene, denen sie ihrerseits mündlich weitergegeben wurden. Sie stehen in keinem Buch, da das Keltentum einer rein mündlichen Tradition folgte, die nur gewisse Wahrheiten in Symbolen abstrahierte. Das gibt einen guten Eindruck über die Natur dieses alten Volkes. Nur im innersten Kreis wurde magisches Wissen weitergegeben, damit niemand erfuhr, was ihm nicht zustand und womit er vielleicht hätte Schaden anrichten können.

Bild, Symbol und Zauberstein

Wie auch in anderen Traditionen, spielten bei den Druiden magische Amulette eine wichtige Rolle. Auf Talismanen, Schmuckstücken und Fetischen, befanden sich besondere Symbole, um dem Träger ähnliche Macht zu verleihen, wie die Gottheit oder die Erscheinung, für die sie standen. In Gallien (Nordwesten Frankreichs) und Britannien fand man viele Symbole keltischer Götter, die zum Beispiel ein Sonnenrad zeigten. Man trug dieses solare Zeichen als Schutz vor Kälte, Dunkelheit und dem Bösen.

Eines der wohl berühmtesten Symbole keltischer Amulett-Kunst, ist das sogenannte »Schlangenei«. Plinius sagte darüber es hätte etwa die Größe eines Apfels besessen und es bedeckten Scheiben knorpeliger Haut. Solche Eier standen zweifellos in Verbindung mit mit den alten Schlangenkulten der Vorzeit. In unzähligen Ornamenten und Bildzeichen der keltischen Kunst, sind solche schlangenartigen Muster zu sehen, deren spiralartigen Linien sich ineinander verstreben.

Der Steinkult der Druiden rührte wahrscheinlich her von ihrer Verehrung für besondere Kraftsteine und Mineralien, die die Druiden auch für Heilzwecke verwendeten. Doch nicht nur handgroße Steine erfüllten ihren heilerischen Zweck, auch großen Dolmen, die alten, überdimensionalen Steintische, besaßen eine ganz eigenartige Wirkung auf jene, die sich ihnen näherten. Jeder der sich schon einmal in der Nähe eines Dolmengrabes befand oder die Steine von Stonehenge berührte, weiß um die Kraft solcher Naturmonumente. Sie wurden auch nicht zufällig an diesen Orten aufgestellt. Noch heute dienen als eine Art überdimensionale Akupunkturpunkte auf den Energie-Meridianen der Erde.

In den Megalith-Bauten der alten Kelten, befanden sich auch besondere Öffnungen, durch die ein Kranker, in einer Zeremoniell, von Helfern der Druiden durchgereicht wurden. Man schlitze manchmal auch einen großen Spalt in den Stamm eines jungen Baumes, durch den man ein Kind reichte. Wenn sich dieser Spalt nach einiger Zeit zu schließen begann, wusste man, dass das Kind bald wieder zu Kräften komme.

Hilfesuchende erhofften sich durch solche Heilungsriten vom Druiden, die Ursachen von Krankheit, auf das externe Objekt zu übertragen. Es war dann so, als würde sich ein böser Geist einen neuen Wohnort verschaffen, über den er wieder ins Erdinnere zurückzugelangen vermochte – befand er sich an der Oberfläche der Erde doch in der Fremde.

In den oben dargestellten Heilungsarten, war das dann also ein Heilstein, Fels oder Baum. Man dachte sich wohl, dass eine physische (oder auch psychische) Krankheit ein Ungleichgewicht war, zwischen dem Körper des Kranken und Mutter Erde. Die erwähnten Objekte der Heilung (Dolmen, Felsen, Bäume und so weiter) erfüllten somit einen ausgleichenden Effekt, der eine neue Balance erzeugend, Mensch und Erde einte.

Ein Mensch konnte durch das Wirken der Erdenergien, wieder neu geboren aus seiner erkrankten Körperlichkeit, zu neuer Frische erstehen. Generell erfolgt so eine Regeneration ja bereits auch, wenn man längere Zeit im Grünen oder in den Bergen verbringt, eben solchen Orten der Stille und Kraft.

Manchen Steinen wurden gar magische Eigenschaften nachgesagt, allen voran der berühmte Lia Fail. Er war einst Krönungsstein der irischen Hochkönige. Wenn sich ihm der wahre König näherte und schließlich auf diesen Stein setzte, hörte man ganz eigenartige Geräusche, die an das Schreien eines Menschen erinnern.

Lia Fail stand in der Grafschaft von Meath in der Mitte Irlands. Dort gab es den heiligen Hügel von Tara, wohin den sagenhaften Stein einst die Túatha Dé Danann brachten, aus dem fernen Falias, der mythischen Stadt im hohen Norden.

Doch auch in anderen Druidenstämmen, erfüllten Steine ganz relevanten Zweck als Kultobjekte. Ihnen schrieb man gar magische Tugenden zu, wenn sie etwa mit besonderen Symbolen versehen waren. Solche Zeichen im Stein markierten ein Ereignis, wie etwa die Ernennung eines Häuptlings oder Anführers der Keltenstämme Irlands.

Sicher aber stammen diese Bräuche und Sagen, bereits aus vorkeltischer Zeit. Vor allem die Megalith-Monumente der Kelten wären da zu nennen. Was die Druiden an Orten wie etwa Avebury oder Stonehenge an besonderen Riten vollzogen, basierten wohl auf mündlichen Überlieferungen, die weit in die Frühgeschichte Europas zurückreichen – manche sagen gar, die Flüchtlinge aus Atlantis hätten ihre Gebräuche einst nach Irland gebracht. Und in dieser Tradition sehen sich auch manche Druiden heute noch.

Christen die Druiden waren

Den älteren Schriften christlicher Heiliger lässt sich entnehmen, dass sie fest an die magischen Fähigkeiten der Druiden glaubten. Doch für sie standen diese in einem Pakt mit dem Teufel. Dem Heiligen St. Patrick aber sagten manche nach, er soll letztendlich dieses Hexenwerk selbst verwendet haben, um die Druiden mit ihren eigenen Waffen zu überwinden. Jenem irischen Heiligen gelang es deshalb magisch erzeugte Schneestürme, plötzliche Finsternis oder druidische Flammenschauer abzuwenden.

Das klingt vielleicht ein wenig nach Märchen, doch in einem kurzen Essay wie diesem, den gesamten Hintergrund druidischer Magie zu beleuchten, ist wohl kaum möglich. Nicht zufällig aber konnten sich solche Legenden überhaupt erhalten. Denn würden sie allein auf Hirngespinsten basieren, hätten sie sich wohl kaum über mehr als 2000 Jahre hinweg erhalten.

Im Gegenzug kann auch angenommen werden, dass die Druiden im Christentum eine höhere Macht sahen, wo das Kreuz als mächtiges Symbol, seine eigene magische Wirkung auszuüben vermochte. Nicht zufällig sind die Biografien christlicher Heiliger voller ungewöhnlicher Legenden. Man denke da etwa an den Heiligen Franziskus von Assisi oder die große Hildegard von Bingen.

Es scheint, als hätten die Symbole der Vergangenheit einfach nur die Form ihrer Erscheinung, den Bräuchen einer neuen Menschheitsepoche angepasst. So wurde aus dem Symbol der Muttergöttin, die Gottgebärerin Maria Mutter Jesu. An die Stelle des druidischen Zauberers und Heilers, trat die Figur des Jesus Christus. Was Merlin den Druiden war, sollte St. Patrick der irischen Christenheit sein.

Christliche Heiler führten also gewiss ein über Jahrtausende tradiertes Geheimwissen fort, dass sie in all den verschiedenen Riten zu dem werden ließen, was die Leiden eines Menschen linderte oder gar einem ganzen Kreis Gläubiger in ihrer Fortentwicklung half. Die Heilige Columba brachte es auf den Punkt:

Christus ist mein Druide, der wahre Wundertäter

 

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