Qi-Gong: Eine Methode zur Kultivierung von Körper und Geist

von S. Levent Oezkan

Qi-Gong - ewigeweisheit.de

Durch sanfte Körperbewegungen, die im Fluss des Atems erfolgen, kann man durch Qi-Gong sein Bewusstsein klären und zugleich die Körperenergie ausgleichen. Qi-Gong ist ein wahrer Jungbrunnen ewigen Lebens.

Mit den Techniken des Qi-Gong, erhält ein Übender Zugang zu einer grenzenlosen Quelle von Frieden, Gesundheit und Lebenskraft. Auf dem Weg des Qi-Gong hält sich der Übende gesund und stärkt sich für die Herausforderungen des Alltags. Seien es Stress oder seelische Belastung: Qi-Gong hilft zu heilen, zu stärken und vorzubeugen.

Eine kurze Geschichte des Qi-Gong

Die Tradition des Qi-Gong ist uralt: vor 4000 Jahren im alten China entstanden, entwickelte sich eine Vielzahl verschiedener Schulrichtungen. Insbesondere die Traditionelle Chinesische Medizin profitiert von den vorbeugenden und heilenden Übungen des Qi-Gong. Auch im Konfuzianismus genießt die Praxis des Qi-Gong hohes Ansehen, gilt es doch als Form zur Verbesserung des moralischen Charakters. Insbesondere aber der Taoismus und Buddhismus integrierten Teile des Qi-Gong in ihre Meditationspraktiken.

Qi-Gong war aber schon immer mehr als nur eine praktische Körperübung. Seine gesamte Philosophie bildet die Fundamente einer meditativen, »Inneren Alchemie«.

Ziel der gesamten Qi-Gong-Philosophie ist das menschliche Leben ganzheitlich zu transformieren und niedere Aspekte des Seins auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene zu veredeln. Insbesondere die Aspekte der taoistischen Meditationspraxis helfen einem Menschen Qi-Energie in seinem Körper zirkulieren zu lassen.

Traditionell wurden die Lehren des Qi-Gong vom erfahrenen Meister zum Schüler weitergegeben. Dies erfolgt normalerweise mit geheimen, esoterischen Unterweisungen von Mund zu Ohr und der direkten Einweihung in die gymnastischen Körper- und Atemübungen des Qi-Gong.

Lebensenergie im Fluss

Qi-Gong ist ein spirituelles System, das man sein ganzes Leben üben kann. Darum praktizieren in China viele Menschen die Kunst des Qi-Gong noch bis ins hohe Alter.

Qi ist die universale Urenergie – Gong die Arbeit, die Übung zur Unterstützung des Lebensflusses. Als Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin, hilft Qi-Gong dem Übenden die Lebensenergie in seinem Körper zu harmonisieren, die Urprinzipien von Yin und Yang auszubalancieren. Durch die physischen und spirituellen Übungen des Qi-Gong wird Qi-Energie durch die feinstofflichen Meridiane des Körpers befördert, ausgeglichen und verstärkt. Es ist eine Übung der Gesundung von Körper, Seele und Geist, werden durch sie doch die Quantität und Qualität menschlicher Lebensenergie erhöht.

Wer als Kranker Qi-Gong übt, kann Blockaden des Qi im Körper beheben und den natürlichen Fluss der Lebensenergie harmonisieren. Damit kann er seine Gesundheit wiederherstellen, aber auch Krankheiten vorbeugen. Aus diesem Grund wird in China Qi-Gong auch angewendet, um Menschen zum Beispiel bei ihrer Krebstherapie zu unterstützen.

Ein Arzt der Traditionellen Chinesischen Medizin kann seinem Klienten direkt mit Methoden des Qi-Gong behandeln. Denn jeder Mensch, jeden Alters und jeder körperlichen Verfassung, kann Qi-Gong üben. Dafür zeigt ihm der Arzt eine Reihe sogenannter »Innerer Übungen«, um mit ihnen die drei lebensfördernden Schätze des Menschen zu aktivieren:

  • Qi – die Lebensenergie,

  • Jing – die Essenzen des Körpers und

  • Shen – den menschlichen Geist.

Qi-Gong-Übungen helfen den harmonischen Qi-Energiefluss im Körper zu stärken, damit das Jing zu bewahren, um letztendlich das Shen zur Erleuchtung zu führen.

Jene Übungen zur Aktivierung von Qi, Jing und Shen, basieren aber auf konzentrierten Geist-, Atem- und Körperbewegungen. Diese dynamischen Übungen und Meditationen besitzen sowohl Yin- als auch Yang-Aspekte. Man sagt:

Das Yin ist es; das Yang macht es.

Yin-Qi-Gong-Übungen erfolgen durch entspanntes Dehnen, Visualisieren und meditatives Atmen. Yang-Qi-Gong-Übungen werden dynamisch ausgeführt. Sie sind außerdem besonders wirksam zur Unterstützung des Immunsystems.

Übungen für Körper, Atem und Geist

Wer regelmäßig Qi-Gong praktiziert, erzielt positive Wirkungen für sein Leben, stärkt seine Widerstandsfähigkeit und unterstützt sich in Heilungs- und Genesungsprozessen.

Die Übungen des Qi-Gong regulieren körperliche Aspekte, die Atmung und das Denken. Sowohl Bewegungsübungen, wie auch Stille Meditationen, Massage, Gesang, Klangmeditation und berührungslose Behandlungen, kommen im Qi-Gong zur Anwendung.

Grundsätzlich lassen sich die Qi-Gong-Übungen in zwei fundamentale Kategorien einteilen:

  1. Dong-Gong: das dynamische, aktive Qi-Gong, dass in langsamen, fließenden Bewegungen ausgeführt wird.
  2. Jing-Gong: das meditative, passive Qi-Gong, das man durch besondere Ruhepositionen und Atemverfahren übt.

Aus therapeutischer Sicht, lässt sich Qi-Gong zudem unterteilen in:

  1. internes Qi-Gong, das auf die Kultivierung des Selbst abzielt und
  2. externes Qi-Gong, wo ein Therapeut ins Spiel kommt, der seinem Klienten hilft Qi auf seinen Körper zu übertragen und darin zu lenken.

Während die Details der Umsetzung verschiedener Übungen variieren, werden die Qi-Gong-Formen auch aus vier Arten von Übungen kombiniert: dynamisch, statisch, meditativ und mit Hilfe externer Mittel.

Körperübungen

Die erste innere Übung erfolgt durch das Einnehmen besonderer Körperhaltungen. Sie helfen falsche Haltungen zu korrigieren. Heutzutage sitzen viele Menschen die längste Zeit des Tages. Das natürlich schwächt den Rücken. Energiefluss und Qi-Verteilung im Körper werden dabei blockiert. Man braucht mehr Energie für Bewegungen, die eigentlich an anderer Stelle des Körpers wichtig wären. Hierdurch kann die Anfälligkeit für Verletzungen oder Krankheiten erhöht werden.

Durch die Haltungen des Qi-Gong jedoch, lässt sich der Rücken stärken und die Wirbelsäule aufrichten. Natürlich führt das zu einem verbesserten Fluss der Qi-Energie in der Wirbelsäule. Das Resultat: wir fühlen uns stark, ermüden nicht so schnell, klären unseren Geist und schärfen seine Wahrnehmung. Qi-Blockaden werden verringert, womit sich auch chronische Krankheiten behandeln lassen (z. B. Bluthochdruck, Verdauungsstörungen, Stress oder sexuelle Funktionsstörungen).

Im regelmäßigen Üben der Bewegungsabläufe des Qi-Gong (Formen), kann eine optimale Gewichtsverteilung im Körper erzielt werden, wodurch sich eine natürliche Balance und Körperhaltung herstellen lassen. Gleichzeitig werden die inneren Organe gestärkt, Muskeln, Knochen und Gelenke werden trainiert.

Das besondere an den Qi-Gong-Körperübungen ist, dass sowohl durch die Bewegungen, wie durch die Ruhepositionen, sowohl der Körper gestärkt wird, doch ebenso Entspannung und Stresskontrolle erzielt werden können. Damit wird Krankheiten vorgebeugt und das gesamte Bewusstsein auf allen Ebenen erweitert.

Die dynamischen Qi-Gong-Übungen (Dong-Gong) werden in bestimmten Formen geübt. In fließenden Bewegungen, lassen sich Körper, Atem und Bewusstsein kräftigen. Gewiss erinnern die Formen des Qi-Gong auch an jene Bewegungsabläufen im Tai-Chi. Die statischen Körperhaltungen im Qi-Gong ähneln den Positionen des indisches Yoga.

Im Qi-Gong werden insbesondere auch die anmutigen Bewegungen von fünf Tieren (Wu Qin Xi Qi-Gong) nachgeahmt: Tiger, Hirsch, Bär, Affe und Vogel (z. B. Kranich). Hierdurch wird der Durchfluss von Blut, Körperessenzen (z. B. Lymphe) und Qi im Körper erhöht.

Menschen die Beschwerden haben oder krank sind, spüren ihren Körper alleine durch ihren Schmerz. Dem entgegenwirkend ist natürlich die dynamische Qi-Gong-Übung, durch die der Praktiker ein natürliches Gefühl für seinen Körper und seine Bewegungen durch den Raum entwickelt.

Atemübungen

Durch Hektik im Alltag, durch falsche Sitzhaltung, durch Dauerkonsum angstverursachender Meldungen in TV oder sozialen Medien, wird der natürliche Atemfluss irritiert. Die Folge: der Atem wird allmählich immer flacher. Beim Einatmen füllt sich zwar unsere Brust mit Luft, doch nur wenig Luft gelangt in den Bauch. Außerdem erzeugen Stressmomente, oder schockierende Nachrichten, wenn auch unbewusst, immer eine Störung des unwillkürlichen Atemprozesses. Wer nun über lange Jahre hinweg falsch atmet, bringt sich aus dem Gleichgewicht, sowohl körperlich, emotional, wie ebenso geistig. Man kann durchaus sagen, dass der Durchschnittsmensch bis ins Erwachsenenalter, richtiges Atmen regelrecht verlernt. Als wir auf die Welt kamen, atmeten wir auf angeborene, natürliche Weise. Ziel der Atemübungen im Qi-Gong ist die Korrektur falschen Atmens.

Die im Qi-Gong verwendete Atemform nun, ist die Bauchatmung. Durch diese Atemübung kommen die Lebensessenzen im Körper in Fluss und die Verteilung des Qi wird harmonisiert.

Hierbei atmet man so, dass sich zuerst der Bauch ausdehnt und hernach sich die Brust mit Luft füllt. Beim Ausatmen gibt man Acht, dass sich umgekehrt am Ende der Atembewegung der Bauch beim Ausatmen zusammenzieht – nicht angestrengt, doch ganz natürlich uns sanft. Es reicht vollkommen aus, diese Bewegung ganz allmählich und sanft, in unser natürliches Atmen zu integrieren.

Nicht aber alleine die Technik ist wichtig, sondern vielmehr das regelmäßige Üben. Wieso? Man lernt eben wieder bewusst zu Atmen. Atmen ist Leben!

Regulierung geistiger Vorgänge

Den Geist im Hier und Jetzt zu stabilisieren ist eines der Ziele des Qi-Gong. In verschiedenen buddhistischen Traditionen versucht man Geistesaktivität zu beruhigen, indem man sich auf ein äußeres Objekt konzentriert (etwa auf den durchsichtigen, bläulichen Teil der unteren Flamme einer Kerze) oder in innerer Konzentration auf den Atem, in dessen Rhythmus etwa ein besonderes Mantra gedacht wird (das kann z. B. auch die Rezitation eines Gebets sein). Der Geist lässt sich dabei durch Vergegenwärtigen des aktuellen Moments stabilisieren.

Zwar ist es unmöglich nicht zu denken, zumindest aber können wir uns für bestimmte Zeitspannen in einen inneren Raum geistiger Ruhe und Leere begeben. Ziel ist einen Grundzustand reinen Bewusstseins zu erreichen, worin man sich von Gedanken und Emotionen löst. Das hilft Stress abzubauen und das Bewusstsein für den Augenblick zu verbessern.

Durch regelmäßiges Üben eines gegenwärtigen Bewusstseins, wird die Wahrnehmung achtsamer: allmählich zeigen sich die Dinge in ihrer wahren Form.

Im Qi-Gong werden die Körper- und Atemübungen kombiniert. Wer diese Qi-Gong-Praxis vollbewusst und aufmerksam praktiziert, sich gleichzeitig auf Bewegungs- und Atmungsform konzentriert, dem bleibt gar nichts anderes übrig, als den Gedankenstrom zum Erliegen zu bringen. So lassen sich ärgerliche Erinnerungen aus der Vergangenheit langsam auflösen und auch projizierte Zukunftsängste werden in ein Gewahrsein des Jetzt verwandelt und dabei ihre negative Wirkung entspannt.

Nur die Gegenwart ist wahr – Vergangenheit und Zukunft sind reine Projektionen unseres Geistes. Wer das verstanden hat ist auf dem besten Weg seinen Stress zu mindern und sich aus seinen Sorgen zu entwirren.

Gesundheit bewahren

Ruhe und Entspanntheit für Körper und Geist: das sind die Voraussetzungen für ein gesundes Leben. Wer Qi-Gong übt, kann diesen Zustand bewahren und ein stressfreies Leben gestalten.

Häufig leiden wir unter dem, was einst vorgefallen ist, teilweise etwas das weit in der Vergangenheit liegt. Es sind die Erinnerungen, die unseren Geist eintrüben und sich manchmal zu Verhärtungen in unserem Körper aufschichten. Doch um so etwas aufzulösen, müssen wir uns auf eine Sache konzentrieren: das Loslassen.

Doch nicht allein was in uns oder aus unserer Vergangenheit an uns dranhängt: auch äußere Lasten müssen wir nach und nach abbauen. Es führt manchmal sogar kein Weg daran vorbei, mit etwas auch einfach Schluss zu machen, von jetzt auf gleich. Natürlich können auch solche Loslösungen Belastungen mit sich bringen. Doch dies sind temporäre, negative Emotionen, durch die uns auch Qi-Gong-Übungen hinweghelfen können.

Es gilt nicht alleine den Körper stark zu halten, sondern auch den Geist. Ein starker Geist aber ist vor allem eins: er ist klar und ruhig. Ist das der Fall, kann Qi-Energie fließen, die auch unseren Körper befähigt mehr Kraft und Gesundheit zu akkumulieren.

Umgang mit Krankheit

Es ist schwieriger eine Krankheit zu heilen, als sie zu verhindern. Wer regelmäßig Qi-Gong übt, kann einer Krankheit vorbeugen. Doch auch wenn jemand bereits krank ist, können Qi-Gong-Übungen eine entscheidende Rolle spielen bei der Wiederherstellung eines gesundheitlichen Gleichgewichts.

Alle Qi-Gong-Übungen basieren auf den polaren Urprinzipien von Yin und Yang – Dunklem und Hellem, Weichem und Hartem, Langsamem und Schnellem, Innerem und Äußerem. Im Qi-Gong wird versucht diese polaren Größen miteinander zu harmonisieren, mit dem Ziel den Fluss von Qi im Organsystemen, in den Meridianen und in den Körperessenzen anzuregen.

Qi-Gong für ein langes Leben

Qi-Gong war im Alten China keineswegs eine Alltagspraxis. Nur die Eingeweihten in den Klöstern der buddhistischen und der taoistischen Traditionen, hatten Zugang zu diesem esoterischen Wissen. Man lehrte dort, wie man die Urkraft Qi, über die geheimnisvollen acht Nebenmeridiande, in das Knochenmark leitet, um es dabei zu reinigen und zu energetisieren. Diese Übung war in etwa so, als würde man überschüssige Qi-Energie im Innern der Knochen speichern. Das ist natürlich sehr interessant vor dem Hintergrund, das ja der wichtigste Lebenssaft unseres Körpers, nämlich das Blut, im Knochenmark gebildet wird.

Der Legende nach, war jenen die mit dieser Technik vertraut waren ein sehr langes Leben gewiss: manche sprechen von einer Lebensspanne von gar 150 Jahren oder länger. Ein taoistisches Sprichwort saht dazu:

Einhundertzwanzig Jahre bedeutet, jung zu sterben.

Obwohl sich nur wenige von uns der strengen Praxis dieser Mönche widmen können, bleibt unbestritten, das das Üben von Qi-Gong einen hohen gesundheitlichen Nutzen hat und die allgemeine Lebensqualität fördert.

Auf dem Weg zum Licht

In ihrem Streben nach höherer Bewusstheit, verwenden buddhistischen Weise und die Adepten des Tao, die esoterischen Techniken des Qi-Gong. Dabei versuchen sie ihr Shen, ihre hochgeistigen Fähigkeiten, zu beeinflussen. Dies erfolgt über die oben erwähnte Steuerung des Qi-Flusses, über die acht Nebenmeridiane, in Richtung der Stirnmitte. So erhöhen sie ihre Bewusstheit, gelangen darüber auf einen höheren Zustand eines Superbewusstseins.

Doch auch jeder Andere, kann sich solch einer hohen Wahrnehmung annähern, indem er regelmäßig Qi-Gong übt. Denn jedem steht es offen, so wie auch jene Adepten, einen Weg zur Erleuchtung zu finden.

 

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