Paganismus / Heidentum

Göttin Mutter

von S. Levent Oezkan

Muttergottheit - ewigeweisheit.de

In der Urgeschichte der Menschheit, spielten Göttinnen der Erde und der Fruchtbarkeit für die Kulturentwicklung eine zentrale Rolle. Die Mutter als Lebensspenderin verehrte man mehr, als die anderen Gottheiten jener Zeit. Archäologische Funde aus der Steinzeit belegen das, wo sich unzählige Artefakte als weiblicher Archetyp präsentieren.

Aus dem Urbild der Venus, wie auch durch die Bildnisse anderer weiblicher Gottheiten, entstand vor langer Zeit eine Symbolik, woraus sich ablesen lässt, welche Rolle es damals spiele Erdboden und dessen Bewohner zu beherrschen. Und zu solchen Bewohnern der Erde zählen eben Menschen, Tiere, Pflanzen und auch die Minerale. In all diesen irdischen Verkörperungen nämlich glaubte man schon immer den Geist einer personifizierten Mutter Erde zu erkennen.

Wie die Venus aus Griechenland als Symbol aller Weiblichkeit im Westen bekannt wurde, hatte man sie zum Beispiel als Göttin Ischtar bereits sehr lange zuvor im Zweistromland verehrt.

Auch im benachbarten Kleinasien (heutige Türkei) gab es lange Zeit eine Religion die die Göttin Kybele als Muttergöttin in ihren Mysterienkulten verehrte. Kybele war da eine Herrin der Tiere, die später zu einer Fruchtbarkeitsgöttin werden sollte. Man nannte sie auch "Magna Mater", die "Große Mutter", als die sie seit der Bronzezeit in Anatolien verehrt wurde und die als solche als göttliche Verkörperung von Mutter Erde angesehen werden kann. Lange Zeit galt Kybele als Erzeugerin des Lebens, sowie als Mutter der Erde und der Gebirge.

Die Erde als Lebewesen

In alter Zeit erkannten die Menschen in der Erde ein eigenes Wesen, das alles Leben gebiert, bringt sie doch mit ihren Kräften in Fauna und Flora alles hervor, sowie auch die Menschen, die sich von ihr ernähren. Auch alle Rhythmen und Kreisläufe in der Natur, gibt dieses irdische Wesen vor. Damit erkannten die Menschen irgendwann, wie sich insbesondere die Erde für den Anbau von Nutzpflanzen eignete: Das war die Geburt des Ackerbaus.

Magna Mater rückte in der Jungsteinzeit sogar in den Mittelpunkt des spirituell-kultischen Lebens. Als sich die Menschen der Kultivierung des Erdbodens in den Dienst stellten, und sich dabei allmählich vom Jäger- und Sammlertum lösten, entstanden auch die ersten kleinen Kolonien. Somit sollte die Magna Mater auch eine Göttin der Siedlungskulturen werden.

Man begann damals Ackerbau, Pflanzen- und Tierzucht auf Vorratshaltung hin zu betreiben. Die Gesellschaft setzte sich aus Bauern und Hirten zusammen, was mit dem Entstehen einer gänzlich anders gearteten gesellschaftlichen Kultur einherging, als die, die ihre Nahrung einbrachte durch die Jagd auf wilde Tiere, den Fischfang oder durch das Sammeln von wildwachsenden Pflanzen. Daher stammt auch der Begriff der "Neolithischen Revolution", die einen Umbruch markierte, seit dem man in der Archäologie und Altertumswissenschaft von der Jungsteinzeit spricht.

Ob nun aber die Menschen sesshaft wurden weil sie Ackerbau betrieben oder sich entschlossen wegen ihrer Sesshaftigkeit Landwirtschaft zu entwickelten, kann heute nicht gesagt werden. Fest steht dabei jedoch, dass Äcker bewacht und geschützt werden wollen. Nicht etwa wegen menschlicher Diebe, sondern weil es Tiere gäbe, die dem Menschen zuvor kämen und an gewachsenen Nutzpflanzen nichts übrig ließen.

Matriarchale Kultur

Wieso sich die Menschen für die Sesshaftigkeit entschieden, bleibt unklar. Interessant an dieser Frage jedoch ist, dass man heute vermutet, dass sich vor etwa 11.500 Jahren ein verheerender Kataklysmus ereignete, über den man aus den Überlieferungen verschiedener Kulturen der Welt erfährt. Die Bibel spricht da von einer Sintflut.

Es gab tatsächlich einen Umbruch, der die Zivilisationen der Wendkreise der Erde wahrscheinlich dazu brachten, sich in Siedlungen niederzulassen, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben und Vorräte zu horten. Archäologische Funde belegen, dass das zuerst in der heutigen Südosttürkei und in Nordsyrien stattfand. Das war auch die Zeit als man die ersten Sakralbauten errichtete. Hierzu zählt der in der Türkei gefundene Tempel Göbekli Tepe, der bereits vor 12 Jahrtausenden kultisch genutzt wurde und heute als die älteste archäologische Ausgrabungsstätte der Welt gilt.

Alteuropa

Göbekli Tepe - ewigeweisheit.de

Der 12.000 Jahre alte Tempel von Göbekli Tepe (Urfa, Türkei), gilt heute als ältester Sakralbau der Welt (Quelle: Bildausschnitt, Foto: Teomancimit, Lizenz CC 3.0).

Wie sich dem Werk der litauischen Anthropologin Marija Gimbutas (1921-1994) entnehmen lässt, entstand in den Jahrtausenden nach dieser Zeit, im Bereich zwischen dem Balkan und der Donau eine Kultur, die sie "Alteuropa" nannte: die Wiege unserer westlichen Welt. Sie war ganz und gar matriarchal geprägt. Man fand aus dieser Zeit chrakteristisch geformte Statuetten, die große Brüste und teils überbreite Hüften kennzeichneten. Auch in der jungsteinzeitlichen Großsiedlung Çatalhöyük (Türkei) fanden Archäologen solche Figuren, die man ins 8. vorchristliche Jahrtausend zurückdatiert.

Ein Stammbaum der Mütter

Wenn die Überschrift dieser Absätze eine matriachale Kultur betitelt, meint das auch, dass Bindungen in den Familien dieser alten Kutlur, stets matrilinear ausgestaltet waren. Das heißt, man führte die Abstammung mütterlicherseits fort. Damals stand im Mittelpunkt der Gesellschaft eben die Frau, wie auch die Mutter in der Familie an sich. Und so entstand da die religiöse Vorstellungen einer "Ahnfrau" oder "Großen Göttin", die der Menschheitskultur vorausging. Anders also als im Patriarchat, von einer durch den männlichen Samen abstammenden Ahnenlinie ausgegangen wird, bezieht sich in einem Matriarchat die Abstammung aus der "Gebärmutter".

Eine matrilineare Kultur also beruft sich auf eine Abstammungslinie über die Mutter, Großmutter, Urgroßmutter und geht so weiter bis zu der Stammmutter eines Volkes. Bekannteste aller dieser Urmütter der Menschheit ist wohl Eva aus dem biblischen Buch Genesis, nur brachte sie wohl nur drei Söhne zur Welt Kain, Abel und Seth. Islamischen Überlieferungen zu Folge aber soll Eva dem Adam zwanzig Mal Zwillinge geboren haben: je ein Mädchen und einen Jungen.

Muttergottheiten in West und Ost

Wir können heute nicht eindeutig sagen, wie, wo und wann genau sich erste Kulte um Muttergottheiten bildeten. Heute kursiert eine Vielzahl anschaulicher Theorien in der Wissenschaftswelt, die aber fast genauso viele Kritiker wieder in Frage stellen. Das mag zum einen auch daran liegen, dass aus solch alter Zeit, in der zum Beispiel in Europa eine matriarchale Gesellschaft bestanden haben soll, einfach noch nicht ausreichend entziffert wurde von dem, was uns heute an Symbolquellen vorliegt.

Und doch gibt es einige Theorien, die als authentisch wahrgenommen werden, auch wenn sie neben anderen Konstruktionen von Mythen, dennoch nur Hypothesen bleiben. Vielleicht aber geht es hier auch weniger um Beweisführungen, als vielmehr darum, mit dem, was aus solchen Ausarbeitungen zur Theorie der Muttergottheiten vorliegt, einen Rahmen zu schaffen, in dem sich ein als positiv empfundener Ritus zelebrieren ließe.

Wenn oben von Mythenkonstruktionen die Rede war, so meint das erfundene Sagen, die die Legenden um verschiedene Archetypen von Muttergöttinnen verschmolzen, um dann als Grundlage für neue kultisch-religiöse Leitbiler zu fungieren. Was auch als Urbild der "Großen Göttin" bekannt ist, lässt sich aber gewiss an symbol- und kulturhistorischen Gemeinsamkeiten, eigentlich aller Muttergottheiten in West und Ost, wiedererkennen. Denn überall auf der Erde wurden diese Mutterarchetypen als Göttinnen verehrt.

Die Germanen huldigten der Göttin Nerthus die ihnen als heiliger Inbegriff für Mutter Erde galt.

Als Brighid verehrten die alten Kelten Irlands eine Fruchtbarkeits- und Vegetationsgöttin.

Im alten Griechenland standen da Göttinnen wie Gaia, die Urmutter und Personifikation des Planeten Erde, deren Tochter Rhea dann zum Geschlecht der Titanen zählte: Jene riesenhaften Götter der griechischen Mythologie, die als erste über die Erde herrschten. Rheas Töchter wiederum waren Hera und Demeter, die beide zum Kreis der zwölf Olympier gehörten. Dabei verkörpert Hera den Archetyp der Mutter als Ehefrau, während Demeter und ihre Tochter Persephone, für die Mysterien der Erde stehen.

Weiter im Süden wurden die altägyptische Muttergöttin Hathor, als göttliche Himmelskuh angebetet, die aber gleichzeitig, als Göttin des Sonnenuntergangs, auch eine Totengöttin war. Es soll in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen werden, dass die Symbolik der Mutter und die des Todes, ganz eng zusammenstehen. Wir werden weiter unten darauf noch einmal eingehen. Einige Symbole Hathors sollten später auch auf die Göttin Isis übergehen, die für die ägyptische Religionsgeschichte von herausragender Bedeutung ist.

Auch im alten Arabien vorislamischer Zeit verehrte man eine Göttin: Al-Laat. Sie war verwandt mit der morgenländischen Fruchtbarkeitsgöttin Astarte und ihrerseits als Muttergottheit verwandt mit der assyrischen Ischtar (eine etymologische Verwandschaft zum Götternamen "Astarte" ist naheliegend). Der Einfluss dieser Muttergottheit reichte gar bis in die Bibelgeschichte, wo sich im ersten Buch der Könige (Kapitel 11) ein Hinweis darauf findet, dass sogar König Salomo eine Zeit lang die Verehrung der Astarte förderte.

Hathor - ewigeweisheit.de

Hieroglyphe der Muttergöttin Hathor, die den alten Ägyptern auch eine Göttin war sowohl des Todes, der Liebe, des Friedens, der Schönheit und auch der Kunst.

Schauen wir weiter Richtung Fernost, so begegnen wir der hinduistischen Jaganmata, die man als Mutter des Universums verehrt. Sie gilt auch als Inkarnation der Göttin Parvati, der Gemahlin des Gottes Schiva (der ja bekanntlich auch die Attribute einer Todesgottheit besitzt).

All diesen weiblichen Gottheiten gemein ist, dass ihre Rolle als Schöpferin dessen, was sie letztendlich erschaffen, doch auch wieder aus seiner Existenz verschwinden wird.

Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt

Als man in alter Zeit verschiedene Gottheiten verehrte, in ihrer besonderen Rolle für den Menschen, sollten sie sich, wie uns etwa aus der griechischen oder ägyptischen Mythologie bekannt ist, immer wieder durch die Geburt himmlischer Nachfahren in ihrer Rolle als Götter erübrigen. So wurde immer wieder von einer scheidenden Gottheit ein Nachkomme gezeugt (zum Beispiel Horus, Sohn der Isis und des verstorbenen Gottes Osiris). Besonders der Jahreslauf der Sonne (und des Mondes) scheint seit uralter Zeit hierfür eine Grundlage zu bilden, wo im jährlichen Wiederaufblühen der Natur, aus der Muttergöttin neues Leben auf Erden geboren wird.

Hieraus lässt sich ganz klar die Symbolik eines immerwährenden Kreislaufs des Lebens ablesen, der mit der Geburt beginnt, dem eine Wachstums- und Reifephase folgt, um schließlich mit dem Tod zu enden. Diesem Tod aber folgt wieder eine Wiedergeburt: Jedes Jahr erleben wir das im Ablauf der vier Jahreszeiten.

In den matriarchal geprägten religiösen Kulten war da eine Symbolsprache, die sich im Zusammenhang mit diesem zyklischen Vorgang von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt, folgendermaßen zusammensetzte:

  • Symbole des Lebens: Schlangen, Fische, Wasservögel, Frösche, sowie Linienmuster aus Spiralen oder Netzen.
  • Symbole des Todes: Eulen und Geier die eine Muttergöttin begleiten.
  • Symbole der Wiedergeburt, Erneuerung und Transzendenz: Ei, Gebärmutter, Phallus, sowie die mit der Mondsichel angedeuteten Mondphasen, wie auch Rinder- oder Widderhörner, die die drängenden natürlichen Kraftimpulse versinnbildlichen.

Kult der Großen Göttin

Bei alle dem kann dennoch nicht eindeutig gesagt werden, ob es jemals so etwas wie einen globalen Kult einer Großen Göttin zeitgleich auf unserem Planeten gab. Doch wenn auch nur kleinere, matriarchal geprägte Gruppen, sich die ganze Welt als göttliche Mutter dachten, sind solche Tatsachen eine Betrachtung wert.

Die genannten göttlichen Wesen waren aber nicht expilzit Wesen der Erde, sondern als Göttin Gaia wiederum selbst gebettet in einen vollständig von weiblichen Kräften durchdrungenen Kosmos. Schaut man etwa in die Überlieferungen der Gnosis, so ist da die Rede von "Sophia", der personifizierten göttlichen Weisheit, aus der das Universum entstand. Der Himmel als Urraum aber, indem sich dieses Universum ausbreitet, ist dabei jungfräulich gewesen, damit in ihm eine Göttin der Atmosphäre das Sein in seine Existenz bringen konnte.

Darunter befindet sich die Menschenwelt, wo man in Gegenwart der Frauengöttin lebt. Mit ihrer Kraft belebt sie Land und Meer und alles was darin zuhause ist.

Unter der Menschenwelt aber liegt das Reich der "Alten Frau", die als Todesgöttin alles Leben in den Abgrund zieht, darin auflöst, doch zugleich aus der Tiefe wiederauferstehen lässt. Sie reflektiert den ewigen Kreislauf von Untergang und Wiederkehr, dem auch alle astronomischen und vegetativen Zyklen unterliegen.

Es herrschen diese drei Göttinnen also über die kosmische Ordnung. Man könnte sie sich auch nur als eine Muttergöttin denken, die eben in drei verschiedenen Erscheinungsformen verehrt wird. Das diese kosmische Dreiheit aber eigentlich identisch ist mit dem, was patriarchale Kulturen prägt, wird deutlich in dem Bild der Dreiheit von Gott, Mensch und Erde (oder Unterwelt).

Das im Zusammenhang mit einer kosmischen Muttergöttin auch die Symbolik des Mondes eine Rolle spielt ist naheliegend, zumal sich ja diese Dreiheit in den sichtbaren Mondphasen (zunehmend, voll, abnehmend) wiedererkennen lässt.

Lunare Weiblichkeit

Wenn seit alter Zeit manche Frauen einen besonderen Bezug ihrer Weiblichkeit zum Mond betonen, dann liegt das sicher daran, dass sich eben der Menstruationszyklus monatlich wiederholt. Und was ist ein Monat anderes, als eben ein Mondzyklus (unschwer zu vermuten, dass die Wörter "Mond" und "Monat" etymologisch miteinander verwandt sind).

Erst in den vergangenen Jahrzehnten, kehrte diese Erkenntnis ins Bewusstsein der Menschen zurück. Und so entstand da ein echter Kult um das, was wir hier immer wieder als "Muttergöttin", "Mutter Erde" oder schlicht die "Große Göttin" bezeichneten. Hieraus emanzipierte sich in den vergangenen Jahren eine auf solche Muttergöttinnen ausgerichtete Spiritualität. Ereignete sich das aber als Gegenpol oder gar Protest, zu den patriachal geprägten Weltreligionen, dürfte es damit irgendwann wieder zusammenfallen.

Fest steht dabei, dass in unserer Zeit die Erkenntnisse aus jenem Urwissen der Frauen über das Leben und die Natur, von immens wichtiger Bedeutung sind. Denn es ist die Natur, aus der sich der menschliche Körper aufbaut, die ihm Nahrung und Lebensraum spendet. Wenn eine weibliche Spiritualität also ganz deutlich auf die Wichtigkeit dieser Erkenntnis hinweist, scheint sie ihre Rolle in der Gegenwart auf jeden Fall zum Wohle aller erfüllen zu wollen.

 

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Freundeskreis der Edition Ewige Weisheit

Innere Weisheiten vermitteln - Spirituelle Erfahrungen teilen: Gemeinsam.

Riesige, immer neue Wogen an Informationen münden heute mehr und mehr ins Uferlose. Nur sehr wenig davon verdient als wahres Wissen gewertet zu werden.

Wer aber in Berührung kam mit innerer Welterkenntnis, der vermag auch, jenseits dieser gegenwärtigen Informations-Krise, neue Wege zu entdecken, die ihn zu wahren Weisheiten führen können.

Was man heute Wissen nennt, hat mit Weisheit doch nur wenig zu tun. Eher vergrößert vieles davon die Probleme unseres Daseins, im Informations-Strudel einer sich ständig verändernden Welt der Moderne.

Das, woraus sich unser alltägliches Wissen ursprünglich bildete, geht zurück auf ein inneres, ein esoterisches Wissen, das sich als Urwissen der Menschheit bezeichnen ließe. Vielen Menschen der Gegenwart aber ist nicht bewusst, dass so etwas überhaupt existiert – oder – sie solch Wissen nur oberflächlich betrachtet, als unwichtig einschätzen.

Wer jedoch von dem Urwissen der Ewigen Weisheitstraditionen der Welt erfährt, dem dürfte sich auch der Sinn unseres Daseins allmählich entfalten.

In solch universalem Bewusstsein, für eine allem Wissen zugrunde liegenden Urtradition, können wir entsprechend handeln und unsere gemeinsame Zukunft verantwortungsvoll bewältigen.

Das Ziel des Freundeskreises

Das Wirken des Freundeskreises prägt ein zentrales Ziel: Die traditionellen Weisheitslehren aus West und Ost stärker mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld, im deutschsprachigen Raum zu verbinden – durch Bildungsarbeit und die ideelle Unterstützung von Menschen in Ihrer Bewusstseinsfindung.

Er trägt dazu bei, die geistigen und kulturellen Werte, einer allen spirituellen Traditionen zu Grunde liegenden Weisheit, zu fördern und zu verbreiten. Diese Weisheit nahm ihren Ursprung in den alten Menschheitskulturen. In ihr spiegeln sich bis heute die Wesensmerkmale eines inneren Wissens der Menschheit.

Dazu zählen die Weisheiten und Erkenntnisse aus der Hermetik, der Alchemie, der Kabbala, des Neuplatonismus, der Gnosis, der christlichen Mystik,  des Sufismus, des Vedanta, des Taoismus, des Schamanismus und der Traditionen indigener Spiritualität.

Die damit zusammenhängenden Überlieferungen führen den Einzelnen an die Tore höherer Bewusstheit für das, was in ihm verborgen ist, doch erkannt werden will.

Aus der im Freundeskreis erfolgenden Zusammenarbeit, soll im Jahr 2022 eine Stiftung hervorgehen, die Menschen im deutschsprachigen Raum ermöglicht, Freundschaften zu schließen, im Bewusstsein eines gemeinschaftlichen Ursprungs der traditionellen Weisheitslehren der Menschheit.

Diese Stiftung will Orte auf Erden schaffen, die spirituelle Zufluchtsstätten für all jene bereitstellen, die sich dem Trubel der modernen Welt des Alltags entziehen möchten – mit dem Zweck, einen kraftvollen Strang im tief verwurzelten Urwissen der Menschheit für sich zutage zu fördern.

Die Arbeit des Freundeskreises

Das, was aus der Wiege unserer Menschheitskultur, sich als spiritueller Impuls so kraftvoll in Bewegung setzte, um sich auf der Erde auszubreiten, will der Freundeskreis Menschen unserer Gesellschaft vermitteln, die die wesentlichen Weisheitslehren oben genannter Traditionen zu erfahren wünschen.

Es ist im Sinne des Freundeskreises der Edition Ewige Weisheit, wegen einer scheinbar überall aufdämmernden Zeitenwende, möglichst vielen Menschen das nahe zu bringen, was das innere Wissen der Kulturen in West und Ost zu tragen vermag – im Leben des Einzelnen, wie auch im Zusammenleben der Menschen untereinander.

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Magie: Machen mit gleich-gültigen Mitteln

Magie: Machen mit gleich-gültigen Mitteln

Höhlenschamane - ewigeweisheit.de

Das Wort »machen« ist seiner Herkunft gemäß verwandt mit den Wörtern »Macht«, »Mechanik« oder »Magie«. Als der Mensch sein Selbst in der Welt fand, war er nicht mehr nur in der Welt sondern begann über sie verfügen zu wollen. Er wollte auf die ihn umgebende Natur Einfluss nehmen, um in ihr besser überleben zu können.

Dieser machende, »magische Mensch«, zentrierte sein Sein in der Welt, in der er sich begann zu erkennen. Hiermit einher ging natürlich auch das Bedürfnis sein Leben in einer oft gefahrvollen Umgebung zu kontrollieren. Um etwa die Gefahr durch wilde Tiere zu bannen, verkleidete er sich als diese Tiere oder zeichnete sie, um so über sie Macht zu erhalten.

Hiermit empfand sich der magische Mensch irgendwann im Mittelpunkt der Welt stehend, wodurch sich seine Bewusstseinsstruktur in eine erste Dimension entfaltete: Er erkannte sich in der Welt, fand darin Bezugspunkte, zu denen er sich ins Verhältnis setzte.

Natürlich ergaben sich damit unendlich viele Bezugspunkte zwischen ihm und der Welt, zwischen sich und dem ihn umgebenden Sein. Und da der magische Mensch noch kein Raum- und Zeitempfinden besaß, war damals diese Verbindung zu seiner Welt weder unterschieden durch ein Da oder Dort, noch durch ein Vorher oder Nachher. Alles fand sozusagen »gleichzeitig« und »überall« statt.

So ein Erfahren erlebt der heutige Durchschnittsmensch vielleicht gerade einmal im nächtlichen Traum, wo er zum Beispiel Menschen aus der Vergangenheit, vielleicht schon Verstorbene trifft oder sich geschwind von einem an einen ganz anderen Ort begeben kann.

Magische Bewusstseinsstrukturen konnten sich aber erhalten, besonders bei den indigenen Völkern, zumindest bis ins 20. Jahrhundert. Über diese Fähigkeit schrieb der deutsche Ethnologe Leo Frobenius (1873-1938), in seiner 1933 erschienenen »Kulturgeschichte Afrikas«. Darin berichtet er von einem, von ihm so genannten »Licht-Ritual« der Kongo-Pygmäen, dessen Zeuge er auf einer Expedition werden durfte. Da begleiteten ihn drei Männer und eine Frau dieses afrikanischen Jägerstammes.

Frobenius und sein Forscherteam hatten eines Abends einen Wunsch, der den Pygmäen recht ungewöhnlich erschien: sie sollten für sie Wild erlegen. Hierüber erstaunt wiesen diese jedoch darauf hin, dass es ja bereits dunkel sei und sie keine Vorbereitungen für eine Jagd getroffen hätten. Nach längerem Verhandeln erklärten sich die Pygmäen zuletzt dann aber bereit, am nächsten Morgen dem Wunsch des Expeditionsteams nachzukommen.

Am nächsten Tag stand Frobenius auf noch vor Sonnenaufgang, um den Platz zu finden, den sich die Pygmäen zur Vollziehung ihrer Jagd ausgesucht hatten:

Noch im Grauen kamen die Männer, aber nicht allein, sondern mit der Frau. Die Männer kauerten sich auf den Boden, rupften einen kleinen Platz frei und strichen ihn glatt. Dann kauerte der eine Mann sich nieder und zeichnete mit dem Finger etwas in den Sand, währenddessen murmelten die Männer und die Frau irgendwelche Formeln und Gebete. Danach abwartendes Schweigen. Die Sonne erhob sich am Horizont. Einer der Männer, mit dem Pfeil auf dem gespannten Bogen, trat neben die entblößte Stelle. Noch einige Minuten, und die Strahlen der Sonne fielen auf die Zeichnung am Boden. Im selben Augenblick spielte sich blitzschnell Folgendes ab: die Frau hob die Hände wie greifend zur Sonne und rief laut einige mir unverständliche Laute; der Mann schoss den Pfeil ab; die Frau rief noch mehr; dann sprangen die Männer mit ihren Waffen in den Busch. Die Frau blieb noch einige Minuten stehen und ging dann in das Lager. Als die Frau fortgegangen war, trat ich aus dem Busch und sah nun, dass auf dem geebneten Boden das etwa vier Spannen lange Bild einer Antilope gezeichnet war, in deren Hals nun der abgeschossene Pfeil steckte.

[…] Am Nachmittage kamen die Jäger mit einem hübschen Buschbocke uns nach. Er war durch einen Pfeil in die Halsader erlegt. Die Leutchen lieferten ihre Beute ab und gingen dann mit einigen Haarbüscheln und einer Fruchtschale voll von Antilopenblut zu dem Platz auf dem Hügel zurück.

Was in diesem Jagdritual vor sich ging, musste anscheinend eine ganz besondere magische Vorstellung zugrunde liegen, die nicht ohne weiteres deutbar ist. Fest steht jedoch, dass Sonne und Blut dabei von zentraler Bedeutung sind. Denn was die Pygmäen als Bild in die Sandoberfläche gezeichnet hatten, identifizierten sie augenscheinlich mit dem Tier selbst. Den Pfeilschuss verstand man synonym für das Fallen des Sonnenstrahls auf das Bild.

Nicht aber der Pfeil der Pygmäen war es der tötete, sondern der erste Strahl der Sonne, der auf das Tier fiel. Der tatsächliche Pfeil war da nur Symbol – der Sonnenstrahl der tötende Pfeil. Nicht umgekehrt.

Der magische Vollzug dieses Rituals konnte dabei nur durchgeführt werden, da die vier Pygmäen die Verantwortung ihres Gruppen-Ichs auf die Sonne zu übertragen wussten. Das heißt, dass das was man heute vielleicht als sittliche Verantwortung bezeichnen könnte, nicht etwa durch eine Art Treue übertragen wurde, auf das Licht einer angebeteten Sonne. Vielmehr war ihr Ich bislang nicht individualisiert, sondern mit dem Sonnenlicht noch eins. Entsprechend konnten sie da anscheinend Sonnenstrahl und Pfeil einfach miteinander austauschen.

Magie und Wollen

Voraussetzung, in diesem Bewusstsein etwas in der Umwelt zu erwirken, war, dass der Urmensch in dieser Phase der Menschheitsentwicklung begann »zu wollen«. Dieser Wille floss ein in Beschwörungen und Banne, in Totems und Tabus, womit sich der Mensch zum Macher, zum Magier entwickelte. Mit Hilfe solch magischer Utensilien begann er erstmals seine Seele zu lösen, aus der Übermacht der Natur.

Was die Pygmäen in ihrem naturbezogenen kultischen Leben anscheinend bis ins 20. Jahrhundert hinein erhalten haben, war eben diese magische Fähigkeit jeden Punkt mit einem beliebig anderen Punkt nicht nur in Verbindung zu bringen, sondern ihn sogar ganz frei mit jedem Punkt zu identifizieren. Die Vertauschung des Sonnenstrahls der auf den Tierkörper fällt und der Pfeil der in das Sandbild jenes Tieres eindringt, bildeten für sie eine Einheit.

So auch empfanden die alten Menschen die Welt als Ganzes, wo jeder Teil im Kleinen einem Großen entspricht und umgekehrt. Alle Punkte darin sind austauschbar in ihrer Einigkeit. Es geht da aber nicht etwa um eine Einigkeit in der Verbindung von Ursache und Wirkung (Kausal-Konnex); denn wenn die magischen Menschen Objekte bebilderten oder Tiere an Höhlenwände malten, fand für sie ein Verbinden von Gleichem statt, eine Vertauschung. Doch ihre Magie war da nicht etwa nur ein Täuschen, ein Illusionieren, sondern der Versuch sich der Kräfte der Natur, mit gleich-gültigen Mitteln zu ermächtigen. Man wollte durch Ritualhandlungen machen, durch Macht gewinnen (Vital-Konnex).

Vom Schließen des Mundes und dem Leuchten der Aura

In alter Zeit, wo sich also diese magische aus der archaischen Bewusstseinsstruktur entwickelte, besaßen die Menschen in ihrem Sein noch eine besondere Naturnähe. Bereits in frühen bildhaften Darstellungen dieser alten Menschen scheint das zum Ausdruck zu kommen. Da nämlich stellte man das Haupt und manchmal auch den ganzen Körper dar, eingeflochten in den umgebenden Raum. Diese Art naturverwobener Abbildungen existieren überall auf der Erde, selbst bei unabhängig voneinander lebenden, durch Ort und Zeit getrennten Menschengruppen.

In ihrer besonderen Naturnähe verfügten die alten Menschen über magische Fähigkeiten, die in solchen Zeichnungen, Bildern und Masken, deutlich zum Ausdruck kommen.

Eines der markantesten Merkmale dieser magischen Bewusstseinsstruktur nun, war die Mundlosigkeit, der zu dieser Epoche bildhaft dargestellten Götter oder Adepten. Man könnte das vielleicht verstehen als Ausdruck von Passivität, Verinnerlichung des Äußeren oder einem Wunsch nach Schutz und Geborgenheit.

Damals wie heute ist es der Mund, über den ein Mensch zum ersten Mal Kontakt aufnimmt mit seiner Umwelt, wenn er damit als Säugling an der Mutterbrust saugt. Der Mund und seine Erlebniswelt steht damit am Anfang allen menschlichen, äußeren Bewusstwerdens. Wenn das Kleinkind dann aber sehen lernt, realisiert es bei einem anderen Menschen zuerst die Augenpartie und die Nasenwurzel, wobei der Mund des anderen noch gar nicht gesehen wird. Interessanterweise ist jene vom Kleinkind zuerst identifizierte Gesichtspartie auch der Bereich, der von einem Menschen an einem anderen wahrgenommen wird, wenn er ihn in Meditation betrachtet: Die Mundpartie verschwindet oder wird nur ganz verschwommen wahrgenommen.

Venus von Brassempouy - ewigeweisheit.de

Venus von Brassempouy: Eine der ältesten (zwischen 26.000 und 24.000 Jahre alt) bekannten Darstellungen eines menschlichen Gesichtes ohne Mund.

Nun ist interessant, dass auch bei alten Götterdarstellungen in verschiedenen indigenen Kulturen (Mexiko, Peru, Papua, Australien) der Mund entweder fehlt oder nur mit einem dünnen Strich angedeutet wird, während man Augenhöhlen und Nasenpartie ganz ausgeprägt abbildet. Allen gemein ist aber, dass in Darstellungen dieser Götterwesen, alle eine Art »Aura« besitzen, die darauf als Auswüchse am Kopf oder gar am ganzen Körper abgebildet oder durch Punkte angedeutet sind. Es scheint als gäbe es einen Zusammenhang zwischen Mundlosigkeit und Aura.

Aus der Sagenwelt Europas etwa erfahren wir, dass die Seele – als das Bewusstseinselement aller Lebenden – nun über den Mund aus dem Körper eines Sterbenden entweicht. Ist der Mund in den oben angedeuteten Götter-Darstellungen aber geschlossen, scheint die Seele darin noch im unreflektierten Zustand zu schlummern. Diese eben angedeutete Aura aber wird durch den geschlossenen Mund, in ihrer eigentlichen Macht gespeist durch eine anscheinend »nicht entwichene seelische Kraft«. Doch das Schweigen manchmal weit mehr erreicht als Gerede, zeigt sich uns ja auch in vielen alltäglichen Lebenssituationen.

Schon in alten Steinzeit-Statuetten findet sich diese Mundlosigkeit. Dazu zählen zum Beispiel die Venus von Dolní Věstonice (Alter: 25.000 bis 29.000 Jahre) oder die Venus von Brassempouy (Alter: 21.000 bis 26.000 Jahre), in deren Köpfen Augen markiert oder eingeritzt sind, doch die keine Münder besitzen. Auch auf jüngeren Artefakten ist diese Mundlosigkeit noch vorhanden, wie etwa beim Gesicht der fast zwei Meter hohen Statue des sogenannten Urfa-Mannes (Alter: 11.000 Jahre). Auch die mesopotamischen »Augen-Idole« von Uruk (Alter: 5.500-6.000 Jahre) verfügen noch nicht über einen Mund.

Bemerkenswerteste Wandmalereien solcher mundlosen Wesen finden sich auch in der australischen Kimberley-Region, die neben mehr als 20.000 Jahre alten Gemälden, von den einstigen Ureinwohnern des Kontinents in Höhlen abgebildet wurden. Sie zeigen die sogenannten »Wandjina«, besondere Geistwesen die in der Mythologie der Aborigines von Bedeutung sind. Es sind diese Bilder, die Gesichter mit Augen und Nase zeigen, jedoch immer ohne Mund.

Was diese Mundlosigkeit bedeutet wird ersichtlich, wenn man realisiert, in welch betontem Maß diese Darstellungen (Malereien und Statuetten) Ausdruck der magischen und nicht etwa der mythischen Bewusstseinsstruktur sind. Denn erst dort, wo Mythos ist, ist auch der ihn aussagende Mund. […] Unserem Deutungsversuch für das Fehlen des Mundes liegt die Tatsache zugrunde […] in welchem Maße noch nicht das Gesprochene Bedeutung hat, sondern, wie wir sogleich sehen werden, das Gehörte, d. h. die Laute der Natur, die auf den magischen Menschen einwirken. […] Die Verständigung innerhalb des Gruppen-Ich, des »Wir«, bedarf noch nicht der Sprache, sondern erfolgte gewissermaßen »subkutan« (unter der Haut) oder telepathisch

- Aus Jean Gebsers Buch »Ursprung und Gegenwart«, Kapitel »Die magische Struktur«

Welch wichtige Rolle das Schweigen für die alten Menschen innerhalb der magischen Bewusstseinsstruktur spielte, wurde oben deutlich, als wir die Jagdszene der Pygmäen beschrieben, wo ja das Warten auf den Sonnenaufgang in vollkommen schweigsamer Stille erfolgte.

Die alten, magischen Menschen versuchten auf akustischem Wege, eben nur die sie beherrschenden Mächte anzurufen, um sie dadurch zu bannen – etwas das unserem heutigen Verständnis möglicherweise nur schwer zugänglich ist. Der Schall galt ihnen eben allein als magisches Mittel. Aufgrund dessen erzeugte man mit dem Mund akustische Signale nur für solche Zwecke und nicht zur Kommunikation, die in alter Zeit, wegen des noch überwiegenden Gruppenbewusstseins, wohl noch nicht notwendig gewesen war. Vielmehr dienten durch den Mund geäußerte, wahrscheinlich rhythmische Laute, als energetischer Ausdruck der Gemeinschaftsseele der Gruppe, der in den oben angedeuteten magischen Ritualen der Pygmäen seinen Zweck erfüllte.

Die archaische Bewusstseinsstruktur

Die archaische Bewusstseinsstruktur

Archaische Zeit - ewigeweisheit.de

Die Menschen der Urzeit, vor etwa 50.000 Jahren, schliefen ohne zu träumen. Ihre Seelen waren noch unerwacht, fern von dem was man heute unter Bewusstsein versteht. Träume sind Manifestationsformen des Seelischen. In alter Zeit aber war der Mensch sich seiner Identität noch nicht bewusst und kannte darum auch kein personelles Gegenüber.

Das war in der archaische Zeit, der Zeit der Ursprünge (»archaisch« vom griechischen »arché«, Anfang, Ursprung). Es war die Anfangsphase der Menschheitsentwicklung, wo weder Raum- noch Zeitvorstellungen als solche existierten. Der Mensch fühlte sich da noch verbunden mit dem Kosmos, fühlte sich mit ihm eins. Vorstellungen von Dimensionalität der Welt kannte er noch nicht. Seine Seele war zu dieser Zeit also Teil seiner Ununterschiedenheit und Einheit mit der ihn umgebenden natürlichen Welt. So kannte er, als Angehöriger der archaischen Kultur, weder eine Trennung von Himmel und Erde, noch von der Welt und sich selbst.

Seine Seele brauchte also noch keinen Zweck erfüllen, denn er lebte allein für die Gemeinschaft, in der die Seelenentwicklung erst viel später einsetzte, als sich der Mensch zu individualisieren begann, zur Person wurde (man beachte hier den Ursprung des Wortes »Person« aus dem griechischen persona: die Maske).

Was man als Seele bezeichnet aber war schon immer in jedem Menschen veranlagt, doch eher als etwas, das man vielleicht als Gruppenseele beschreiben könnte: ein Bewusstsein vollkommener Einheit mit der Gemeinschaft und dem All der Welt.

Der Grund dass die Menschen damals nicht träumten ist einfach: Voraussetzung zu träumen ist ein Individualbewusstsein. Und so ein Bewusstsein lässt sich eben herauslösen aus dem kollektiven Unbewussten, denn es benötigt als solches die Traumphase zur Reflexion, das heißt zur transformierten Wandlung gemachter Erfahrungen auf einer am Wachbewusstsein gemessenen anderen, wohl höheren Ebene.

Träume dienen bekanntlich in erster Linie der Verarbeitung der vom Selbst gemachten Erlebnisse. Das heißt, als die Menschen noch in der Kollektivität verflochten waren, sich noch eins mit ihren Mitmenschen und der Natur empfanden, hätte die Rolle der Seele, als quasi spirituelle Traumsubstanz, einfach noch keinen Zweck erfüllt. Erst als der Mensch begann sich seiner selbst bewusst zu werden und dabei ein Außen von sich getrennt erfuhr, fing er auch damit an das ihm Zugängliche, im Erfahren seines Inneren erfassen zu wollen.

Als die Seele schließlich aus der Traumlosigkeit erwacht war, sollte der Mensch beginnen sein Selbst in der Welt zu erkennen. Damit entwickelte er einen Bezug zu etwas außer ihm Befindlichem, auf das er Einfluss zu nehmen suchte, durch sein Handeln – sein Machen.

Ursprung der Sternen-Kulte bei den Völkern des Westens

Ursprung der Sternen-Kulte bei den Völkern des Westens

Sternenreligion - ewigeweisheit.de

Wenn wir uns in der Geschichte zurückbewegen in jene Zeit wo die ersten Menschen im alten Zweistromland siedelten, so finden wir hier die Ursprünge von Landwirtschaft und Viehzucht, die sich anscheinend von dort über die gesamte alte Welt ausbreiteten. Insbesondere aber für die Bedeutung der Kulturentwicklung im Westen, war diese Entwicklung maßgeblich.

Vor 12000 Jahren

Vor dieser Zeit lebten die Menschen allein als umherziehende Nomaden, die Jagd betrieben und Nahrung in Form von Früchten und Pflanzenwurzeln sammelten. Um 10000 v. Chr. aber ereignete sich etwas Sonderbares: Plötzlich begann man Vieh zu halten und Äcker zu bepflanzen. Wer aber Felder besät, muss sich in ihrer Nähe aufhalten. Denn wer nach der Aussaat sich auf Wanderung begäbe und erst nach einer gewissen Zeit zurückkehrte, um zu ernten, dem wären hungrige Vögel und andere Tiere bereits zuvor gekommen.

Landwirtschaft zwang die Menschen also in die Sesshaftigkeit, denn die Äcker wollten bestellt werden. Das heißt, man muss sie in Ordnung halten, den Boden düngen und für Bewässerung sorgen, Unkraut jäten, Schädlinge entfernen und wilde Tiere davon abhalten das Erntegut zu abzufressen.

Aus dieser kulturtechnisch ergebenen Sesshaftigkeit, entwickelte sich im Laufe der Jahrtausende dann das, was man heute als die Wirtschaft bezeichnet. Sie basierte anfangs auf reinem Tauschgeschäft. Mit der Erfindung der Zahlen und dann der Buchstaben, ergab sich die Grundlage für eine abstraktere Ebene des Handels, was zur Entwicklung des Geldes führte.

Mit der Sesshaftigkeit auf jeden Fall, ging ein schneller Zuwachs der Bevölkerung einher. Und damit sahen sich die Menschen mit vollkommen neuen Herausforderungen konfrontiert. Denn wo viele Menschen in Gemeinschaft wohnen, muss eine gewisse Ordnung herrschen, damit das Zusammenleben auch sinnvoll funktionieren kann.

Es entwickelten sich also die Zünfte, denn für jede Sache benötigte man Fachleute, die sich um bestimmte Aufgaben in der Gemeinschaft kümmerten. Manche davon mögen die Äcker gedüngt haben, andere trieben Handel mit den produzierten Waren, die sich zu Beginn der Städtekulturen aber insbesondere auf landwirtschaftliche Produkte beschränkten und die man mit anderen Kulturzentren tauschte.

Je größer aber eine Gemeinde wurde, desto eher tendierten die Mitglieder dazu eine Herrscherklasse als Regenten einzusetzen. In deren Verantwortung stand die Ausgestaltung von Regeln, deren Durchsetzung und Einhaltung den Mitgliedern einer Siedlung oblag. Das war die Geburt der ersten Stadtstaaten.

Um das Zusammenleben tragfähig zu gestalten, ordnete man die Gesellschaft der Siedlung in vier Kasten:

  • An der Spitze saßen die Regenten.
  • die Priester, die die Verbindung zum Himmlischen aufrecht erhielten, sich der Fragen der Menschen annahmen, hinsichtlich ihrer Traumgesichte, der Mythen und der Kenntnisse der geistigen Welt, waren auch für die Weihe der Regenten verantwortlich.
  • Händler und Kaufleute sorgten für die Verteilung von Gütern in den ersten Staaten.
  • Bauern und Viehzüchter, lieferten Nahrungsmittel und Rohstoffe, die die Siedler zum Leben brauchten.

Alle von ihnen aber dienten dem selben Mittelpunkt und das war das Zentrum der Stadt. Siedlungen und Äcker der ersten Städte, waren in einem kreisförmigen Muster um das Stadtzentrum angeordnet. Was sich dort im Mittelpunkt befand, dürfte von Stadt zu Stadt natürlich unterschiedlich gewesen sein, doch mehr oder minder war es immer ein besonderes Heiligtum, das man in den Anfängen, dort als großen Stein oder Fels aufstellte oder als Baum pflanzte.

Çatalhöyük – ewigeweisheit.de

Die historische Stadt Çatalhöyük in Anatolien: Weltweit älteste Ausgrabungsstätte einer alten Siedlung aus dem 7. Jahrtausend v. Chr. (Çatalhöyük, Foto von Omar Hoftun, CC BY-SA 3.0)

Vor 10000 Jahren – Zwei Entwicklungslinien: Matriarchal und Patriarchal

Man siedelte in alter Zeit meist an Flussläufen oder in den Tälern der Hochgebirge. Wo sich Getreide züchten ließ, betrieb man Landwirtschaft. In weiten Weideländern aber hielt die Hirtenvölker ihr Vieh, die damit das alte Nomadentum beibehielten.

Ab etwa zwischen dem 8. und 7. Jahrtausend v. Chr., ereignete sich eine Trennung der Geschlechterdominanz in den ersten Gemeinschaften. Die nomadisch lebenden, viehzüchtenden Menschen waren männlich geprägt. Man war hier darauf bedacht, die eigene Herde zu schützen, sie zusammenzuhalten und gegen fremde Herden abzuwehren. Insbesondere mit dem Töten oder Schlachten der Tiere, formte sich in patriarchal-nomadisch geprägten Gesellschaften ein Kriegertum.

Mühsamer dagegen war anfänglich die Arbeit im Ackerbau, die natürlich ganz eng an die Erde gebunden ist. Und dieses Element ist dem Matriarchat zuzuordnen. Denn die Mutter bringt Leben hervor, so wie die Äcker das gepflanzte Getreide. In dieser Form der Landwirtschaft dominierte anfänglich also das Weibliche.

Vor 8000 Jahren – Drei Volksgruppen im Nahen Osten

Wo man Landwirtschaft betrieb, lebten die Menschen oft in den Flussgebieten und in den Tälern der Hochebenen. Ihnen war die Erde heilig und so verehrte man Gottheiten, die Sinnbilder einer Weltenmutter waren.

Die anderen beiden Volksgruppen bildeten zwei große Hirtengemeinschaften:

  • Eine nördlichere Gruppierung bildeten die Indoeuropäer, die sich von südlich des nördlichen Polarkreises, hin über die Nordhalbkugel ausbreiteten. Sie hielten Rinder und domestizierten später auch das Pferd. Das Pferd natürlich brachte diesen Menschen eine militärische Überlegenheit gegenüber anderen Völkern.
  • Die andere Gruppierung lebte in den syrisch-arabischen Wüsten, die sich von oberhalb des nördlichen Wendekreises hin über die Nordhalbkugel ausbreiteten. Aus ihnen gingen die Völker der Semiten hervor. Diese Nomaden lebten insbesondere als Schaft- und Ziegenhirten, die später das Kamel domestizierten, dass dann, wie bei den Indoeuropäern das Pferd, auch hier in Kriegsszenarien eingesetzt wurde.

Sowohl die Nomaden des Nordens, wie auch diejenigen, die als Semiten in den alten syrischen und arabischen Wüsten lebten, versuchten allmählich die sesshaften, matriarchal geprägten, eher friedlich zusammenlebenden Gemeinschaften immer mehr zu verdrängen. Im 6. Jahrtausend v. Chr. begann man darum in sesshaften Gemeinschaften, Siedlungen einzuzäunen und Mauern zu errichten, um sich vor den nomadischen Völkern zu schützen. Denn sowohl Indoeuropäer, wie auch die Semiten, waren recht unbarmherzige Krieger.

Sargon von Akkad – ewigeweisheit.de

Bronzekopf des alt-semitischen Königs in Mesopotamien: Sargon von Akkad (2356-2300 v. Chr.). Die Beschädigung an der Augenpartie erfolgte bereits in historischer Zeit.

Vor 4000 Jahren – Wachsender Einfluss der Kriegerkaste

Ab einem gewissen Zeitpunkt, entwickelten sich die Gemeinschaften der maskulin geprägten Hirtenvölker zu Herrschern über die Siedler der Ackerbaukulturen.

Um 2300 v. Chr. tauchte dann ein Name auf, mit dem eine neue Ära in der Geschichte Mesopotamiens beginnt: der semitische Monarch Sargon von Akkad, der mit seinen Gefährten aus westlichen Ländern kam. Dann im 2. Jahrtausend v. Chr. erbauten die Sumerer die großen Zikkurat-Bauwerke, zu denen man auch den berühmten, in der Bibel erwähnten Turm zu Babel zählen könnte.

Damit ereignete sich gewissermaßen eine Erneuerung der gesamten westlichen Zivilisation. Das war auch die Zeit des großen Priesterkönigs Gudea von Lagaš (siehe Bild, ganz oben), Herrscher über die Reiche von Sumer und Akkad. Damals entstanden viele wichtige sumerischen Texte, die diesen uralten Wandel der westlichen Menschheit dokumentieren.

Das war auch die Zeit, als zum ersten Mal das Symboltier der gehörnten Schlange auftaucht. Auf der sogenannten »Vase des Gudea von Lagaš«, erscheint dieses Bild auf einem sumerischen Rollsiegel. Man sieht darauf jene ineinander umschlungenen, sich nach oben windenden Reptilien, die später anderen Göttern wie Hermes, Asklepios aber auch dem jüdischen Propheten Moses als Attribute dienten.

In der Zeit um 1750 v. Chr. entsteht das heute älteste bekannte Epos über den alt-babylonischen König von Uruk, den sagenumwobenen Gilgamesch. Das Gilgamesch-Epos stammt aus einer Zeit, wo einst auch Abraham mit seiner Frau zu einer großen Wanderung aufbrach, was darum als Geburtsstunde des jüdischen Volkes angesehen werden kann.

Vor 3000 Jahren – Entstehung einer Sternen-Religion

Das Zentrum der alten Siedlungen und ersten Städte, bildete wie bereit angedeutet, zuerst ein aufgerichteter Felsen oder ein Baum. Später wurde dieser aber durch einen Tempel ersetzt. Auch in kleineren Städten Europas, hat sich über die Jahrtausende hinweg dieser uralte Brauch erhalten. Denn noch heute befindet sich der Marktplatz dort, wo sich auch die Kirche im Zentrum des Ortes befindet.

Es war immer die Kunde vom rechten Glauben, an den alle gemeinschaftlichen Werte geknüpft waren. Und das war die Aufgabe der Priesterklasse. Sie auch waren jene, die die Schrift und die Zahlensymbole systematisierten. Natürlich verwendete man diese Symbole zuerst, um wirtschaftliche Ein- und Ausgänge zu notieren, doch später auch, um die beobachteten Bewegungen der Himmelskörper zu dokumentieren.

Solche Himmelsbeobachtungen bildeten dann also die Grundlage für die kulturelle Einwicklung einer Gesellschaft – wobei hier das Wort »Kultur« in seinem ursprünglichen Sinne zu verstehen ist, nämlich dem lateinischen cultura entsprechend: dem Ackerbau. Die Priesterschaft verfügte über ein Wissen, von dem man die Zeiten für die Aussaat ableiten konnte. Im alten Ägypten später, war etwa auch, der sich einmal jährlich ereignende Aufgang des Sirius, kurz vor Sonnenaufgang, von essentieller Bedeutung, denn dieses Ereignis zeigte an, dass der Nil sein Hochwasser führt und damit fruchtbarer Schlamm über die Äcker schwemmte. Kenntnisse dieser Vorgänge, wo von den Himmelsbewegungen abgeleitet wurde, wie sich das Agrarjahr entwickelt, besaß damals ausschließlich die Priesterkaste.

Nun waren insbesondere die klassischen Planeten von Relevanz. Denn während sie sich durch den himmlischen Tierkreis bewegen, bringen sie gewisse störende Einflüsse in den Lauf der sogenannten »Sphärenharmonie«. In dieser Erkenntnis fing man damit an, planetarische Einflüsse anhand mathematischer Formeln ganz genau zu berechnen, um sie in Zukunft vorhersagen zu können.

In dieser Entwicklung der Astronomie, kam es zu einer vollständigen Umformung der alten Mythen und Legenden, über die Götter und ihre Gesandten – wozu im alten Ägypten etwa der Gott Osiris, die Göttin Isis und ihr Sohn Horus zählten, oder bei den alten Griechen Dionysos als Sohn des Himmelsvaters Zeus eine Rolle spielte. Das Wichtige in dieser, man könnte fast schon sagen, »revolutionären religiösen Entwicklung« war, dass sich die Menschen von den irdischen Kulten allmählich lösten und ihren Gottesglauben neu auf das Himmlisch ausrichteten. Denn in den noch matriarchal geprägten Kulten, in den Jahrtausenden zuvor, galten besondere Tiere oder Bäume als verehrungswürdige Objekte oder es waren bestimmte, sogenannte »Kraftorte«, an die sich die Menschen begaben, um dort ihrer Gottheit zu huldigen. Jene Kraftorte, wurden später dann immer mehr in die Himmelskulte integriert, so dass sie zum spirituellen Bindeglied zwischen der irdischen und der himmlischen Welt fungieren konnten.

Die Vorstellung einer kosmischen Ordnung aber, führte die Menschen von der irdisch bezogenen Gottesvorstellung zu etwas vollkommen Neuem: Die Gottheit befand sich als Lenker der Gestirne und der damit zusammenhängenden Vorgänge im Jahreslauf, außerhalb des Erdkreises, jenseits und unerreichbar für den Menschen im Himmel. Alle von da an entstandenen Hochkulturen, beugten sich damit einem übergeordneten, kosmischen System der Spiritualität. Doch diese Spiritualität war nicht etwa nur ein geistiges Konstrukt, sondern hing direkt zusammen mit dem Vorgehen der landwirtschaftlich geprägten Kulturen ebenso, wie mit den Bewegungen der nomadisch lebenden Völker. Es war eben die Kenntnis über die Bewegungen der Himmelslichter, die den alten Kulturen half, ihre Ernährungsgrundlage daran ablesbar zu steuern.

Hieraus bildete sich eine grundlegende, allen Hochkulturen ähnliche Mythologie. Am täglichen und jährlichen Verlauf der Sonnenbewegung, an den monatlichen Phasen des Mondes und mit dem Verschwinden und der Wiederkehr des Planeten Venus (sowie der anderen Planeten): davon wussten die Hohepriester die natürliche Entwicklung auf der Erde abzuleiten.

Die Wirkung der Himmelsmächte, die die Priesterschaft genau vorherzusagen gelernt hatte, erhielt damit eine enorme Wirkung für das Zusammenleben der Menschen einer Kultur.

 

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Der Gott Saturn: Himmelsregent im Goldenen Zeitalter

Der Gott Saturn: Himmelsregent im Goldenen Zeitalter

Saturn-Hexagon - ewigeweisheit.de

Anscheinend gibt es einen tieferen Zusammenhang zwischen dem was man das Goldene Zeitalter nennt und dem Planeten Saturn. Wer nach etwaigen Gründe dafür sucht sollte aber in sehr viel älterer Zeit forschen und dürfte erstaunt sein, welch Vielzahl interessanter Assoziationen ihm begegnen, in seiner Recherche nach den symbolischen und mythologischen Bezügen dieses uralten Planetengottes Saturn.

So eine Recherche ließe sich aus verschiedenen Richtungen starten. Es ist kein Zufall, das man am Besten beim ersten Monat des Jahres anfängt: dem Januar – lateinisch »Ianuarius«. Sein Name leitet sich ab vom lateinischen Wort für das Tor »Ianua«. Denn auch der Januar ist ja ein Eingang in ein neues Jahr. Da eröffnet sich einem der Weg für einen neuen Anfang.

Was hat der Januar mit dem Gott Saturn gemeinsam?

Nun, zunächst einmal gibt es eine Verwandtschaft zum göttlichen Sohn des Saturn: Dem Gott »Janus« der römischen Mythologie. Sein Name ist etymologisch verwandt mit dem Monatsnamen Januar, steht er doch, wie auch der Monat, als gottgleicher Herrscher für alle Anfänge und Übergänge. Sein Symbol sind zwei Häupter die in zwei Richtungen blicken: In die Vergangenheit und in die Zukunft, eben dass, was mit dem Neujahr auch die Menschen tun: sie erinnern sich daran was sie im vergangenen Jahr ernteten, was sie davon im Feld der Vergangenheit zurückließen und was sie davon mitnehmen ins neue Jahr, als Aussaat eines Ansinnens kommender Vorhaben. 

Das Janushaupt - ewigeweisheit.de

Das Janus-Haupt: Symbol für etwas, dass sich von zwei entgegengesetzten Seiten zeigt. Janus galt den alten Römern als Sohn des Gottes Saturn.

In Alter Zeit stand der Gott Saturn, für diese heilige Aussaat der besten Samenkörnern des Vorjahres. Und auch den makrokosmischen Saturn scheinen Ringe zum umkreisen, die sich, von der Erde mit dem Teleskop betrachtet, aus Körnern zusammensetzen. Im alten Rom oder Griechenland konnte das wegen der entsprechenden Geräte unmöglich beobachtet werden. Wie aber kam man zu dieser Assoziation?

Das Janus-Haupt

Jener römische Gott Janus ist, wie bereits angedeutet, ein Symbol für die beiden Seiten einer Wahrheit – was gerne mit einer Münze verglichen wird. Janus aber galt auch als Gott des Ursprungs, Gott von Anfang und Ende, Gott der Türen und Tore. In Janus sah man den Vater aller Dinge.

Den Rittern des katholischen Templerordens galt das sogenannte »Janus-Haupt« (siehe Abb.) als heiliges Symbol, da es eben genau für diese beiden Seiten steht, die anscheinend jeder Existenz in unserer Welt anhaftet. Für sie blickte das Doppelhaupt des Janus nicht allein in die Vergangenheit und in die Zukunft, sondern war eine Art Pforte in die Unterwelt, sowie ein Symbol für etwas, das aus der Unterwelt wieder ins Diesseits führt.

Planet Saturn - ewigeweisheit.de

Der Planet Saturn: Kosmischer Repräsentant eines uralten Gottes (Foto der NASA-Sonde Cassini aus dem Schatten das Saturn).

Ein bedeutendes Symbol dieser Doppelnatur vom Anfang und Ende aller Dinge, ist der »Ziegenfisch«. Er repräsentiert in der Astrologie das Sternbild »Steinbock«: Ein Mischwesen, dass »aus dem Meer« aufsteigt und mit seinen Hörnern die mythischen Tore eines neuen Anfangs aufstößt. Planetarischer Regent des Sternzeichens Steinbock ist wieder Saturn. Saturn zu Ehren feierte man im alten Italien, um die Wintersonnenwende, die Saturnalien. Sie begannen mit dem Eintreten der Sonne ins Sternbild Steinbock (über das Saturn ja regiert) und dauerten bis kurz vor Neujahr.

Nicht nur mythologisch scheint dieser Planet eine ganz herausragende Bedeutung zu haben. Saturn war der Himmelsherrscher über das »Goldene Zeitalter« (lat. Saturnia Regna) und sein Sohn Janus regierte da als König der Welt. Die planetarische Epoche des Goldenen Zeitalters auf Erden wiederholt sich, gemäß der Theorie des Platonischen Jahres, etwa alle 26000 Jahre. Demzufolge müsste vor ungefähr 23800 Jahren ein solches »Goldenes Menschheitsgeschlecht«, eine paradiesische Umwelt genossen haben, wo Frieden herrschte in einem »Land in dem Milch und Honig fließt«. Laut dieser Theorie aber bewegt sich die Menschheit hin in ein neues Goldenes Zeitalter, dass gemäß dem Platonischen Jahr, in etwa 2200 Jahren beginnt, wenn ab dann, über eine Dauer von zwei Jahrtausenden, zu Frühlingsanfang im Osten kurz vor Sonnenaufgang, das Sternbild Steinbock aufsteigt.

Das Hexagon am saturnischen Nordpol

Schaut man in die Korrespondenz-Tabellen der alten Alchemisten ist die hermetische Entsprechung zum Gold die Zahl Sechs. Wenn wir nun sagten dass Saturn der himmlische Regent des Goldenen Zeitalters war, dürfte es verblüffen, dass sich am Nordpol des Planeten ein gigantisches Sechs-Eck (Hexagon) dreht (Durchmesser von etwa 29000 km). Ein gigantischer Sturm hinterlässt dort dieses Muster (siehe Abb. unten, sowie Titelfoto zu diesem Artikel).

Das Saturn-Hexagramm - ewigeweisheit.de

Das Saturn-Hexagon am Nordpol des Planeten (oben und unten). Naheliegend ist, seiner Form gemäß, die Figur des Hexagons mit dem berühmten Hexagramm zu assoziieren (siehe unten), dass ja sowohl in den Religionen in West und Ost als Symbol von Bedeutung ist.

Dieses Hexagon am Saturn-Nordpol wurde erstmals 1981 entdeckt, als die amerikanische Raumsonde Voyager den Planeten passierte. Das es sich aber nicht um eine temporäre, sondern wie es scheint um eine permanente Wolkenformation handelt (in etwa zu vergleichen mit dem berühmten Jupiterwirbel), bestätigen Aufnahmen der Cassini-Mission (NASA und ESA), die bis vergangenes Jahr weitere solcher Aufnahmen vom Saturn lieferte.

Samstag – Schabbat – Saturn

Eine weitere hermetische Korrespondenz gibt es auch zwischen Saturn und dem Wochentag Samstag. Das deutet sich bereits im englischen Name für den Samstag an: Satur-Day – Tag des Saturn. Und genau diesen Tag nennt man auf hebräisch Schabbat, den Tag des Schabbatai (hebr. שבתי), dem hebräische Namen für den Saturn.

Der Samstag, den die Juden Schabbat nennen, ist ihr heiliger Tag (so wie den Christen der Sonntag und den Muslimen der Freitag). Bekanntestes Symbol des Judentums ist der »Davidstern« (auch: »Siegel Salomos«), den aber die Alchemisten als »Symbol des Saturn« bezeichnen. Das Saturn-Hexagon und sein entsprechendes Zeichen, bei uns auf der Erde das Hexagramm, waren wie es scheint, den Menschen schon seit Jahrtausenden bekannt, ohne dass sie auch nur die leiseste Ahnung von dieser Formation auf dem Saturn-Nordpol hatten.

Fest steht, dass wir auch mit den Bildaufnahmen von Voyager und Cassini, nur eine Momentaufnahme haben, die keineswegs beweist, dass auch schon im Altertum am Nordpol des Saturn ein Sturm wütete, der so ein Hexagon bildet. Angenommen aber man fände einen eindeutigen, planetarisch-meteorologischen Beweis dafür, dass dieses Hexagon dort auch schon vor 6000 Jahren war, bleibt dennoch die Frage offen, wie die damaligen Erdenbewohner von diesem, oben geschilderten symbolischen Zusammenhang ahnen konnten?


 

Die Wintersonnenwende: Zeit der Stille

Die Wintersonnenwende: Zeit der Stille

In der Zeit um den 21. Dezember vergehen die kürzesten Tage des Jahres. Da obsiegt die Dunkelheit über das Licht. Kurz nach dieser Zeit jedoch kehrt das Licht der Sonne zurück und verdrängt allmählich die langen Nächte. Es ist eine Neugeburt der Sonne, die sich jedes Jahr wieder ereignet.

Schon im Altertum sah man in der Sonne ein Symbol für Gott. Über allen himmlischen Gesandten, Propheten und Gottessöhnen stand immer ein solarer Gottvater, wenn auch gleichnishaft. Was das unsterbliche Licht der Sonne in ihrer Wirklichkeit gewordenen Erscheinung als Osiris und Horus im alten Ägypten repräsentierte, sollte bei den alten Griechen dann der »zweimal Geborene« Dionysos sein: Ein Gott des Guten – einer der das verlorene Licht zurückbringt.

Es scheint wohl auch kein Zufall zu sein, dass wir heute Christi Geburt an Heilig Abend feiern, wenn sich der Bogen des Sonnenlaufs um die Erde, allmählich nach Norden hin ausdehnt und die Tage wieder länger werden.

Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

- Johannes 8:12

Am 21. Dezember durchläuft die Sonne für drei Tage eine exakt gleiche Bahn über den Horizont im Süden. Nicht ein einziges Grad ihrer anscheinenden Umlaufbahn verändert sich dann. Ab dem 24. Dezember beginnt sie morgens ihre Bahn nach Richtung Osten hin auszudehnen, jeden Tag ein wenig weiter, und senkt ihr Licht in der Abenddämmerung Stück für Stück hin nach Richtung Westen. Das heißt also dass sich ihr Zenit, ihr Höchststand um Mittag, ganz allmählich von Süden gen Norden weisend erhebt. Allerdings ist das ein Vorgang der nur oberhalb des Nördlichen Wendekreises wahrgenommen werden kann. Für Menschen die nahe des Äquator leben, ändert sich auch um die Weihnachtszeit nicht viel. Auch da durchläft die Sonne um Mittag fast senkrecht ihren Tagesbogen über den Himmel. Daher galten in dieser Region der Erde andere Gestirne als Maßgabe für den Beginn des neuen Jahres. Da etwa wäre das Gestirn der Plejaden zu nennen.

Für die Nordvölker aber war das Ereignis der Wintersonnenwende, seit jeher ein wichtiger Grund zu feiern. Zumindest seitdem die Rotationsachse der Erde ihre spezifische Neigung besitzt. Ob sich diese Gradzahl im Laufe der Jahrmillionen ihrer Existenz vielleicht doch veränderte, kann heute niemand sagen. Mich würde jedoch nicht überraschen, fänden Meteorologen irgendwann heraus, dass sich die Erdachse vor etwa 12.000 Jahren sprunghaft neigte in ihre heutige Stellung.

Kehren wir aber wieder zurück zum Thema Wintersonnenwende. Die Feierlichkeiten dieses Datums wurden bereits vor vielen Jahrtausenden abgehalten, in einer Zeit da die Menschen noch als Nomaden über den Erdball wanderten und sich ihre Riten aus jenen Gebräuchen entwickelten, die wir auch heute noch bei den Schamanen finden die in der Nähe des nördlichen Wendekreises leben.

Es ist dies eine Zeit wo seit Alters her die Familien zusammenkommen, eine Zeit tiefer Dankbarkeit und einem Vertrauen in seine Mitmenschen und in Gott. In den Industrieländern scheint dieser Brauch durch die kommerzielle Ausbeutung dieses eigentlich heiligen Ereignisses, an Relevanz immer stärker zu verlieren. Denn die Menschen kennen nicht mehr die esoterisch-kosmischen Zusammenhänge dieses hohen Festes. Jene Nacht der großen Weihe, also Weihnachten, erscheint manch einem dann nur als sinnloser Zwang.

Doch auch heute noch gibt es Menschen die sich, ganz gleich ob sie Christen sind oder nicht, in jenen finsteren Tagen zusammenfinden, um das Fest der Neugeburt des Lichts gemeinsam zu begehen. Sie sitzen dann zusammen im Kreise ihrer liebsten Freunde oder Verwandten, und versuchen, ganz nach ihrem Ermessen, sich mit den geistigen Welten zu verbinden, die sich jedem in dieser Zeit vom Himmel her eröffnen.

In Skandinavien entzündet man dann die sogenannten Jul-Feuer. Vermutlich vermischte sich hier ein keltisch-germanisches Brauchtum mit noch viel älteren Gebräuchen aus matriarchalen oder schamanischen Kulten. Auf dem sogenannten Jul-Tisch brennt in der Nacht das Jul-Licht. Gewiss erkennt man hier die Parallele zum Weihnachtsbaum, an dem Kerzen leuchten. Zweifellos sind das bis heute Bräuche, die nicht unmittelbar christlichen Ursprungs sein dürften.

Doch wo auch immer diese symbolischen Bräuche herstammen mögen, die Mittwinternacht, wie sie auch genannt wird, besitzt praktisch ihre ganz eigene, magische Kraft. Nach ihr können sich die Herzen hin öffnen. Es ist eine kurze Zeit des Lauschens nach dem was im Trubel des vorangegangenen Jahres vielleicht zu oft überhört wurde. Es ist eine tatsächlich »Stille Nacht«, wo sich ein Mensch auf das kommende Jahr vorbereiten kann. Damit ist der 24. Dezember streng genommen der eigentliche Jahresbeginn, wo die Stunden des Lichts die Finsternis verdrängen. Kein Wunder folgen diesem Ereignis doch die Rauhnächte, die sich erst durch das neue Licht der Sonne allmählich zu glätten beginnen, wenn das neue Jahr dann auch kalendarisch begonnen hat.

 

 

Titelfoto: USFWS Mountain-Prairie [Public domain], via Wikimedia Commons

Ein Indianischer Tierkreis

Ein Indianischer Tierkreis

Es wäre falsch zu behaupten, dass es einen einheitlichen indianischen Tierkreis gibt. Denn die Nachfahren der Ureinwohner Nord- und Südamerikas, besitzen durchaus unterschiedliche Tierkreiszeichen. Streng genommen ähneln die Eigenschaften dieser 12 astrologischen Charaktere, auch dem westlichen Zodiak.

Der folgende Tierkreis ist ein Konglomerat verschiedener indianischer Tierkreiszeichen Nordamerikas und basiert auf einem Modell von Häuptling Sonnenbär (1929-1992) des Weiße-Erde-Anishinaabeg-Stammes. Dieser Tierkreis steht in direktem Zusammenhang mit dem indianischen Medizinrad.

Magische Künste der Druiden

von S. Levent Oezkan

Druiden Magie - ewigeweisheit.de

Auch die Kelten hatten ihre Magier. Bei denen aber war das immer Sache der Druiden – der keltischen Priesterschaft. Das heilige Buch Mabinogion der Kelten sagt, dass die eigentlichen Ursprünge des Druidentums in ferner Vergangenheit liegen, wo einst das sagenhafte Volk der Tuatha Dé Danann in Erscheinung trat – die mythischen Nachfahren der keltischen Göttin Danu.

Bei den Kelten war das hohe Handwerk der Magie anfänglich Sache der Frauen. Lange bevor Männer die Hohepriesterschaft ihres Stammes vertraten, übten die Kelten diese spirituelle Disziplin nur im Schutzkreis der Druidinnen aus. Im Laufe der Entwicklung der ersten Hochzivilisationen aber, übernahmen das Wissen der Druidinnen dann ihre männlichen Anhänger. Erst seit dem befasste man sich Seite an Seite mit Magie und höheren Zauberkünsten.

Nachdem das Druidentum verschwand, schien, als hätte sich altes Wissen in Kreisen der Magierinnen fortgesetzt, während das allgemeine Priestertum begann zu christianisieren. Vielleicht geschah das einfach nur um den alten Naturglauben der Kelten, auch für die Zukunft zu bewahren. Und daran scheint sich bis heute nichts geändert zu haben. Wer einmal die eigentümliche Kleinstadt Glastonbury, im englischen Somerset besuchte, wird dort wohl einigen dieser Zauberinnen begegnen, selbst in weißem Aufzug und goldenem Krönchen. Man könnte dort tatsächlich den Eindruck gewinnen, das manchen auch heute noch magische Zaubersprüche und Amulette helfen, natürliche Prozesse zu beschleunigen. Gar die eigene Erscheinung von jetzt auf nachher zu verändern oder sich unsichtbar zu machen, sei es auch nur anscheinend, sind Fähigkeiten über die die Eingeweihten des wahren Druidentums verfügen sollen.

Vieles was durch die alten Druiden zu uns kam, übernahmen nach ihnen christliche Heilige und auch der Klerus. Die Kunst der Druiden schien insbesondere in Irland und den Britischen Inseln eine wesentliche Rolle zu spielen, was anscheinend dereinst in das dort so eigentümliche Christentum einfloss.

Knüppel, Schwerter, Kessel, Felsen

In alter Zeit fürchtete man noch die Macht der keltischen Priester. Bei der Verehrung der Göttinnen ließ man darum stets den Vortritt den Druiden, denn das gemeine Volk hatte Angst, ein Fluch könnte es heimsuchen. Jedem keltischen Klan stand ein Druide vor. Der begleitete auch seine Könige aufs Schlachtfeld, um ihn dort als Heeresführer in seiner Kampfesmacht zu unterstützen. Der Druide laß in den Sternen, wie der Gegner taktieren werde, zum Gewinn des Feldherrn. Der römische Naturphilosoph Plinius (23-29 n. Chr.) setze das Wort »Druide« deshalb gleich mit »Magier« oder »Wahrsager«, einem der über die selben Mächte verfügte wie man es schon aus dem Alten Ägypten kannte. Dort nämlich vertrat diese Rolle der Magier und Hohepriester des Gottes Thoth.

Götter der Druiden: Die Tuatha Dé Danann

Im Morgennebel landete einst das sagenumwobene Volk der Tuatha Dé Danann an den Ufern Irlands. Da nahmen sie das alte Land von Éire ein. Das ereignete sich vielleicht vor etwa 12000 Jahren. Von noch viel älteren Meistern sollen sie dort die magischen Künste erlernt haben. Daher wurden sie auch in jüngeren Sagen und Märchen als die Druidenzauberer der Danu bezeichnet. Wenn es also um den Ursprung der magischen Künste geht, fällt der Name Irland.

Druiden vermochten die Stille plötzlich mit Kriegsgetöse zu durchbrechen oder ließen aus dem Nichts heraus schauerlichen Schreie von Hundertschaften erschallen. Die Töchter des irischen Druiden Calatin waren auf der Suche nach dem Helden Cúchulainn. Mit ihren Gesängen erhoben sie sich über die Lüfte, um nach ihm zu suchen. Zwar verbarg ihn der Druide Cathbad, doch sie fanden den Krieger dennoch. Sie erzeugten durch ihre Zauber einen Dunst, in den sie Cúchulainn hüllten und danach schlugen. Auch der alten Priesterin Sena wird nachgesagt, sie hätte Macht über die Winde und könnte durch ihre Magie die Wellen im Meer aufbrausen lassen.

Die Magie der Druiden basierte grundsätzlich auf der Manipulation der vier Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde. Dafür stand je ein Symbol, dass gewiss auch an die Symbolik der kleinen Arkana im Tarot erinnert: Knüppel (manchmal auch Pfeile), Schwerter, Kessel und Felsen. Wie sie bei diesen magisch-alchemistischen Handlungen verfuhren, damit halten sich die überlieferten Sagen bedeckt. Wegen der Magie des Druidenkönigs Cormac mac Airt sollen einst alle Gewässer Irlands versiegt sein (Luft). Doch da trat ein anderer Druide auf, dessen abgeschossener Pfeil (Feuer) an einer Stelle niederging, wo ein Fels (Erde) aufbrach, aus dem plötzlich eine Quelle (Wasser) hervorsprang.

Quellen und Brunnen spielten in den Sagen um Druiden und Druidinnen immer eine wichtige Rolle. Da wäre zum Beispiel der Heilbrunnen Chalice Well zu nennen, der sich in einem kleinen Park in Glastonbury befindet. Viele englische Sagen berufen sich auf diesen Ort, wie etwa die Fabeln um König Artus, den Zauberer Merlin, das heilige Wunderschwert Excalibur oder die Magierin Morgana. Es sollen aber auch die Blutstropfen Christi, als leuchtende Spuren in einem Kelch geschimmert haben, nach dem man hier in Glastonbury suchte. Die keltische Sagenwelt geht manchmal also über in die Legenden der Christenheit. Auf sie trifft man häufig in jenen Ländern, wo einst auch Kelten lebten. So etwa im französischen Lourdes, wo auch die Heilige Bernadette eine Quelle freilegte. Dorthin pilgern jährlich tausende Hilfesuchende, in der Hoffnung auf Heilung.

Die Bäume von Brocéliande

In der Bretagne, im Nordwesten Frankreichs, befand sich einst ein sagenhafter Wald: Brocéliande. Hier wurde der Druide Merlin verzaubert von der schönen Nimue, der Königin des Wassers. Sie entlockte ihm seine Zaubermächte und bannte ihn damit in eine Hecke, deren Laub und Äste aus Weißdorn, sich um ihn schlangen und Nimue ihn so gefangen nahm. Der Weißdorn: im Sagenkreis der alten Kelten ein Gewächs magischer Kraft. Auch die Druidin Morgana (auch: Morgan la Fey) soll in einem verwunschenen Tal dieses Waldes gelebt haben.

Heiliger St. Patrick - ewigeweisheit.de

Schutzheiliger Irlands: Der Heilige St. Patrick

Im Wald von Brocéliande befindet sich auch eine Quelle: Barenton. Wer ihr Wasser in einem Kelch auffängt und danach über den Felsen an der Quelle gießt, soll damit Regen machen können. Bis heute anscheinend, sollen Menschen in Jahren großer Trockenheit, an diesen Ort pilgern, um dort einen Ritus auszuführen. Man begibt sich dann in Gesängen, feierlich an die Quelle und betet dort für Regen.

Wiegenlied und Nebelschleier

Wer sich von den Tuatha Dé Danann für andere unsichtbar machen wollte kannte den Zauberspruch Féth Fíada. Das Wort Féth heißt »Nebel« oder »Dunst«, Fíada ist ein »Wissender«. Damit steht der Spruch also für einen der die Kunst beherrscht sich in Nebel zu hüllen, sich aufzulösen und aus dem Gesichtsfeld anderer zu verschwinden. Klingt ein bischen wie im Märchen und einem kommt da vielleicht das Wunderwerk des legendären Merlin in den Sinn, der eben noch inmitten der Tafelrunde stehend, sich abrupt zurückzog und an seiner statt, ein Wölkchen seine Abwesenheit kaschierte.

Von solch merkwürdigen Gestalten wie dem Merlin, sollen auch christliche Heiligen in Irland ihre teils magischen Handlungen erlernt haben.

Eine berühmte Geschichte aus der christlichen Sagenwelt Irlands, beschreibt den Heiligen St. Patrick bei seinem Aufstieg auf den irischen Hügel Tara. Es gilt den Iren als heiliger Berg, der sich in der Mitte vier alter Königreiche befindet und auf dem man damals die irischen Könige krönte. Von dort aus nun wollte St. Patrick den neuen Glauben verbreiten. Doch seine Gegner waren zahlreich. Seiner lauernden Feinde jedoch gewahr, begann er eine eigenartige Melodie zu singen, eine durch und durch magische Hymne. Auf einmal umhüllte ihn ein glänzender Rauch. Den Soldaten der feindlichen Armee erschien all das zwar so, als wär da etwas, doch was sie sahen war nicht etwa St. Patrick, sondern ihnen erschien ein Hirsch mit seinen Kälbern. Alles was sie vernahmen war ein eigenartiger Gesang:

Atomriug indiu
Niurt tren togairm trindóit
Cretim treodatad
Fóisin oendatad
Atomriug indiu
Niurt gene Christ cona bathius
Niurt a chrochtho cona adnacul.

Heute steige ich auf
Durch eine mächtige Kraft, in Anrufung der Trinität
Durch Glaube an die Dreiheit,
In Bekenntnis zur Einheit
Der Schöpfers der Schöpfung.
Heute steige ich auf
Durch die Kraft des Christus und seiner Taufe
Durch die Kraft seiner Kreuzigung mit seiner Grablegung

Den älteren Schriften christlicher Heiliger lässt sich entnehmen, dass sie fest an die magischen Fähigkeiten der Druiden glaubten. Doch für die Christen standen die Druiden in einem Pakt mit dem Teufel. St. Patrick sagten manche nach, er soll letztendlich dieses Hexenwerk selbst verwendet haben, um die Druiden mit ihren eigenen Waffen zu überwinden. Jenem irischen Heiligen gelang es deshalb magisch erzeugte Schneestürme, plötzliche Finsternis oder druidische Flammenschauer abzuwenden.

Das klingt vielleicht ein wenig nach Märchen, doch nicht zufällig konnten sich solche Legenden überhaupt erhalten. Denn würden sie allein auf Hirngespinsten basieren, hätten sie wohl kaum über mehr als 2000 Jahre hinweg bestehen können.

Im Gegenzug kann auch angenommen werden, dass die Druiden im Christentum eine höhere Macht sahen, wo das Kreuz als mächtiges Symbol, seine eigene magische Wirkung auszuüben vermochte. Das die Biografien christlicher Heiliger voller ungewöhnlicher Legenden sind, scheint auch kein Zufall zu sein. Man denke etwa an den Heiligen Franziskus von Assisi oder Hildegard von Bingen.

Es scheint als hätten die Symbole der Vergangenheit einfach nur die Form ihrer Erscheinung, den Bräuchen einer neuen Menschheitsepoche angepasst. So wurde aus dem Symbol der Muttergöttin die Gottgebärerin Maria Mutter Jesu. An die Stelle des druidischen Zauberers und Heilers, trat die Figur des Jesus Christus. Was Merlin den Druiden war, sollte St. Patrick der irischen Christenheit sein.

Christliche Heiler führten also gewiss ein über Jahrtausende tradiertes Geheimwissen fort, dass sie in all den verschiedenen Riten zu dem werden ließen, was die Leiden eines Menschen linderte oder gar einem ganzen Kreis Gläubiger in ihrer Fortentwicklung half. Die Heilige Columba brachte es auf den Punkt:

Christus ist mein Druide, der wahre Wundertäter

Vielmehr als nur Märchen

Auch wenn manche meinen all das, was man heute über die Druiden weiß, sei reine Erfindung und erdichtet, dürften sie sich vielleicht täuschen. Es soll wirklich Menschen geben die über ein Weistum und Wissen besonderer Sprachen verfügen, womit sie wirklich Menschen heilen, ihre Erscheinung verwandeln oder durch gezielte Anwendung von Zaubern, direkt oder indirekt auf Personen Einfluss zu nehmen – sei es nützlich oder schädlich, heilsam oder unheilvoll. Nicht selten hört man darum von Angehörigen des sogenannten Neu-Druidentums und auch von manch modernen Hexen, die sich anscheinend unsichtbar machen können oder, so wie vor ihnen auch der Heilige St. Patrick, jemandem als etwas Anderes erscheinen als sie eigentlich sind.

Ob bei solchen magischen Ritualen vielleicht auch besondere Substanzen zur Anwendung kommen? Fest steht, dass man seit alter Zeit wusste besondere Zaubertränke herzustellen. Da wäre etwa der Trank des Vergessens zu nennen: wer ihn einnahm, dessen Erinnerung wurde verwüstet und gar seine engsten Vertrauten und Geliebten erschienen ihm als Fremde. Es kann jedoch nicht abschließend gesagt werden, ob solch Wunderelixier eher metaphorisch zu verstehen ist. Immer aber waren es Zaubersprüche über die die Höchsten der Druiden und Hexen verfügten.

Es sollte Druiden auch gelingen durch bestimmte Sprüche jemanden in eine Trance zu versetzen und ihm dabei Halluzination zu induzieren. Und genau hierauf basiert wohl auch das was die Legende oben sagte über Merlins Wunderwerk oder das des St. Patrick. In beiden Fällen geht es aber überhaupt nicht um tatsächliches Auflösen von Materie, sondern eher um die hohe Kunst der Illusion. Damit sei aber nicht ausgeschlossen, dass die alten Druiden dennoch auch Alchemisten waren, die auch physische Substanzen in einander übergehen ließen, Unedles in Edles zu verwandeln vermochten oder tatsächlich etwas Seiendes in etwas Gewesenes überführten.

Bei der Anwendung von Zaubersprüchen, die ein Druide in einer besonderen Melodie aufsagte, nahm dieser auch eine bestimmte Körperhaltung ein. Und genau auf diesem Effekt funktioniert auch Hypnose: über eine gewisse Zeit wird jemand eingesäuselt. Dann, durch eine plötzliche Veränderung der Haltung des Druiden, wird ein Schlüsselmoment ausgelöst, dass das Bewusstsein des Betroffenen schlagartig in einen Trancezustad überführt. Der Betroffene fällt dann in den sogenannten »Druidenschlaf«. Was die druidischen Barden erlernten waren zunächst einfachste Formeln. Sie übten diese Sprüche dann mit besonderen Riten zu verbinden, um damit ein magisches Ergebnis zu erhalten. Wer ganz sicher über diese Fähigkeit verfügte, konnte damit jedes beliebige Opfer in Trance versetzen. In solcher Art Hypnose war dem Druiden jemand vollkommen ausgeliefert, beantwortete ihm jede Frage, kein Geheimnis blieb ihm verborgen. Besonders wichtig waren da auch Melodien. Seine Harfe diente dem Druidenbarden als magisches Instrument, womit er den Betroffenen in eine traumartige Stimmung versetzen konnte. In dieser schlafähnlichen Verfassung suggerierte er ihm dann bestimmte Formeln – ähnlich dem was auch Schlafliedchen bezwecken, die man kleinen Kindern einsäuselt.

Keltische Harfe - ewigeweisheit.de

Skizze einer Keltischen Harfe

Doch auch die Dichtkunst mancher Druiden war so ausgefeilt, dass sie allein durch besondere Verse Menschen in eine vollkommen andere Verfassung transformieren konnten. Auch wenn er selbst nicht zwingend zugestimmt hätte, zählte zu solchen Meistern bestimmt der irische Poet William Butler Yeats. Gewiss nicht ganz zufällig war er Mitglied des Golden Dawn, einem der wichtigsten magischen Orden des 20. Jahrhunderts.

Für unser heutiges Verständnis und die Erfahrungen mit den Neuen Medien, mag das zuvor Gesagte recht ungewöhnlich erscheinen. Wenn aber in grauer Vorzeit nur ein Bruchteil der Gesellschaft lesen konnte und neugierige Ohren sich von den Lippen der Barden einlullen ließen, nahm man noch ganz anders und viel sensibler wahr. Unser zeitgenössisches Bewusstsein ähnelt dagegen eher einem Halbschlaf. Heute haben sich die meisten Menschen bereits an all die technischen Zwischeninstanzen gewöhnt, die ihnen eine Realität wiedergeben, die meist nach Maßgabe Dritter, ihnen die Wirklichkeit einfach nur zu deren Gunsten übersetzt.

Die Druiden aber waren außergewöhnliche Menschenkenner und wirliche Meister der Magie. Vielleicht klingt das alles etwas übertrieben. Nur liegt dass vielleicht daran, dass schon unzählige Fantasy-Filme einem die Sicht auf die Wirklichkeit vernebelten und man darum alles nur als Märchen sieht. Aber auch das erfüllt seinen Zweck.

Druiden als Heiler

Falsch wäre zu meinen dass Druiden ihre Zauberkräfte allein verwendete um auf andere Macht auszuüben. Ihr magisches Wissen diente ihnen der Kontrolle der Elemente. So waren Druiden stets auch Heiler, die über besondere Sprüche und magische Riten, Menschen von Leid und Krankheiten zu heilen vermochten.

Man trug dem Hilfesuchenden auf besondere Zaubersprüche zu wiederholen und sich dabei auf seine Verletzung oder Beschwerden zu konzentrieren. Es heißt dass die Druiden ganz und gar dazu befähigt waren einem Menschen seine Fruchtbarkeit zurückzugeben.

Aus welchen besonderen Worten sich diese magischen Sprüche zusammensetzten, wissen heute aber nur noch jene, denen sie ihrerseits mündlich weitergegeben wurden. Sie stehen in keinem Buch, da das Keltentum einer rein mündlichen Tradition folgte. Gewisse Wahrheiten wurden duch Symbole abstrahiert. Das gibt einen guten Eindruck über die Natur dieses alten Volkes. Nur im innersten Kreis wurde magisches Wissen weitergegeben, damit niemand erfuhr, was ihm nicht zustand und womit er vielleicht hätte Schaden anrichten können.

Bild, Symbol und Zauberstein

Wie auch in anderen Traditionen spielten bei den Druiden magische Amulette eine wichtige Rolle. Auf Talismanen, Schmuckstücken und Fetischen befanden sich besondere Symbole, um dem Träger ähnliche Macht zu verleihen, wie die Gottheit oder die Erscheinung für die sie standen. In Gallien (Nordwesten Frankreichs) und Britannien (Südengland) fand man viele Symbole keltischer Götter, die zum Beispiel ein Sonnenrad zeigen. Man trug dieses solare Zeichen als Schutz vor Kälte, Dunkelheit und zur Abwehr des Bösen.

Eines der wohl berühmtesten Symbole keltischer Amulett-Kunst ist das sogenannte »Schlangenei«. Plinius sagte darüber, es hätte etwa die Größe eines Apfels besessen und sei von Scheiben knorpeliger Haut bedeckt gewesen. Solch seltsame Ovale standen zweifellos in Verbindung mit mit den alten Schlangenkulten der Vorzeit. In unzähligen Ornamenten und Bildzeichen keltischer Kunst, sind solch schlangenartige Muster zu sehen, deren spiralartigen Linien sich ineinander verstreben.

Magische Felsen

Der Steinkult der Druiden rührte wahrscheinlich her von ihrer Verehrung für besondere Kraftsteine und Mineralien, die auch für Heilzwecke verwendet wurden. Doch nicht nur handgroße Steine erfüllten ihren heilerischen Zweck, auch großen Dolmen. Alte, überdimensionale Steintische, besaßen eine ganz eigenartige Wirkung auf jene die sich ihnen näherten. Jeder der sich schon einmal in der Nähe eines Dolmengrabes aufgehalten hat oder die Steine von Stonehenge berührte, hat vielleicht schon einmal die Kraft solcher Naturmonumente gespürt. Nicht zufällig stellte man sie an diesen Orten auf. Sie befinden sich, als eine Art überdimensionale Akupunkturpunkte, auf den Energie-Meridianen der Erde.

In den alt-keltischen Megalith-Bauten befanden sich auch besondere Öffnungen, durch die Helfer der Druiden, in einem besonderen Zeremoniell, Kranke durchgereichten. Es wurden zu solchem Zwecke auch große Spalte in den Stamm eines jungen Baumes geschnitzt, durch den man zum Beispiel ein krankes Kind reichte, damit die magischen Kräfte dieses Baumes ihre Wirkung vollbringen mögen. Wenn sich dieser Spalt nach einiger Zeit zu schließen begann wusste man dass das Kind geheilt war.

Hilfesuchende erhofften sich durch solche Heilungsriten vom Druiden die Ursachen von Krankheit auf das externe Objekt zu übertragen. Es war dann so, als würde man einem bösen Geist einen neuen Wohnort verschaffen, über den er wieder ins Erdinnere zurückgelang, befand er sich an der Oberfläche der Erde doch in der Fremde.

In den oben dargestellten Heilungsarten war das dann also ein Heilstein, Fels oder Baum. Man dachte sich wohl dass eine physische (oder auch psychische) Krankheit ein Ungleichgewicht war, zwischen dem Körper des Kranken und Mutter Erde. Die erwähnten Objekte der Heilung (Dolmen, Felsen, Bäume und so weiter) erfüllten somit einen ausgleichenden Effekt, der eine neue Balance erzeugend, Mensch und Erde einte.

Ein Mensch konnte, durch das Wirken der Erdenergien, wie neu geboren, aus seinem einst erkrankten Körper wieder zu neuer Frische gelangen. Generell erfolgt so eine Regeneration ja bereits auch, wenn man längere Zeit im Grünen oder in den Bergen verbringt, an eben solchen Orten der Stille und Kraft.

Manchen Steinen werden magische Eigenschaften nachgesagt, allen voran der berühmte Stein Lia Fail. Es war einst der Krönungsstein der irischen Hochkönige. Wenn sich ihm der wahre König näherte und der sich schließlich auf den Stein setzte, hörte man ganz eigenartige Geräusche, so als würde der Stein schreien. Der Lia Fail stand in der Grafschaft von Meath in der Mitte Irlands auf dem heiligen Hügel von Tara, wohin den sagenhaften Stein einst die Túatha Dé Danann brachten, aus dem fernen Falias, der mythischen Stadt im hohen Norden.

Auch in anderen Druidenstämmen erfüllten Steine ihren ganz relevanten Zweck als Kultobjekte. Ihnen schrieb man wie Menschen Tugenden zu, wenn sie etwa mit besonderen Symbolen versehen wurden. Solche Zeichen im Stein markierten ein Ereignis, wie etwa die Ernennung eines Häuptlings oder Anführers der Keltenstämme Irlands.

Sicher aber stammen diese Bräuche und Sagen bereits aus vorkeltischer Zeit, wozu sicherlich die alten Megalith-Monumente in Europa zählen. Was die Druiden an Orten wie etwa Avebury oder Stonehenge an besonderen Riten vollzogen, basierte wohl auf mündlicher Überlieferung – etwas das aus der Frühgeschichte Europas stammt. Manche sagen die Flüchtlinge aus Atlantis hätten ihre Gebräuche einst nach Irland gebracht. Und in dieser Tradition sehen sich heute auch Angehörige des Neuen Druidentums. Sie besinnen sich zurück auf ihr eigentlich atlantisches Erbe.

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