Nichts Neues unter der Sonne, als nur Haschen nach Wind

von S. Levent Oezkan

Im Buch des Tanach, dass zu den heiligen Schriften des Judentums zählt, finden sich die von den Christen so genannten Bücher der Weisheit. Eines davon trägt den Titel »Kohelet«: Der Versammler. Wer ist damit gemeint?

Es geht um einen, der um sich die Menschen schart, ein Versammler der die Weisheit verkündet. Martin Luther betitelte seine Übersetzung des Buches Kohelet, als »Der Prediger Salomo«. Denn obgleich der Name des israelitischen Königs Salomo in diesem Buch nicht auftaucht, legt der Text dennoch eine Identifikation mit ihm nahe. Denn der, der darin zu Wort kommt, stellt sich vor als »Sohn Davids« und »König über Israel«.

Für die einen mag das darin Beschriebene recht pessimistisch, zumindest aber zweiflerisch erscheinen. In Wirklichkeit aber tritt darin wie auch andernorts, Salomo als Weisheitslehrer auf, der zu Gelassenheit im Leben mahnt und den Leser zu einer sinnvollen Gestaltung seines Daseins aufruft.

Wohl wissend, dass das Leben mit dem Tod ja doch dereinst sein Ende findet, empfiehlt der Prediger Salomo seinem Leser, das Leben zu genießen, als eine Gabe des einen Gottes. Wie dies erfolgen kann, davon soll sich der Leser nun selbst ein Bild verschaffen, wenn er in den nachfolgenden Ausführungen aus dem Buch Kohelet liest.