Das Gleichnis vom König und seinen Kindern

von den Lauteren Brüdern der Reinheit und Treuen Freunde

Man erzählt ein weiser mächtiger König hatte kleine von ihm geliebte und geschätzte Kinder. Die wollte er in seiner Liebe wohl erziehen, schulen und zu sich heranziehen. Dies sollte geschehen, bevor er sie der Gesellschaft überließe. Denn für eine königliche Gesellschaft eignen sich nur wohlgebildete, wissenschaftlich geschulte, tadellose Leute guten Charakters.

Darum erachtete er es nun für seine sichere und weise Maßregel, ihnen ein Schloss bester Art zu erbauen, worin jedem der Kinder ein Gemach angewiesen würde. Er wollte nun, dass alle Wissenschaft und alle Bildung auf die Wände der Gemächer geschrieben und jeder in seinem ihm bereiteten Zimmer von Pagen und Mägden bedient werde.

Er befahl dann seinen Kindern das für sie dort Gezeichnete und Geschriebene wohl zu betrachten, es sich klar zu machen und darüber nachzusinnen. Dann würden sie weise und vortrefflich werden. So nämlich könnten sie Mitglieder seines Rats werden, als erwählte Genossen, die stets bei ihm bleiben könnten.

Die Gemächer des königlichen Schlosses

In diese Zimmern nun, war Folgendes aufgeschrieben und vorgezeichnet:

An der Ober-Kuppel war die Form der Sphären, die Art und Weise des Aufgangs, waren die aufsteigenden Sternzeichen, wo man die Sterne in ihren Bewegungen gemalt sah. Darin fand man auch die Bedeutung der Astrologie angegeben. Zeichnungen im Innern des Gemachs, zeigten die Form der Erde mit ihren Klimaten, den Gebirgszügen und Meeren, das trockene Land mit seinen Flüssen, und auch die Distrikte mit ihren Städten und Strassen.

An der Vorderseite dieses Zimmers, sah man Abbildungen und Beschreibungen der Arzneikunde, der Natur, der Pflanzen-, Tier- und Mineralformen, in ihren Gattungen, Arten und verschiedenen Unterarten. Auch war darin ihre Eigentümlichkeiten, ihr Nutzen und Schaden angegeben. 

An einer anderen Seite wurden Kunst und Handwerk erklärt, beschrieben welcher Art und Weise sie sich bedienen, wie Ackerbau und Züchtung zu betreiben sei. 

Auf wieder einer anderen Seite sah man Bilder von Städten und Märkten, das Recht beim Kauf und Verkauf, bei Gewinn und Handel.

Die Gottes-Gelehrtheit, Gesetz und Brauch, Erlaubnis und Verbot, Bestimmungen und Entscheide, waren auf noch einer anderen Seite des Zimmers verzeichnet. So wie wieder an einer anderen, Regierungskunde und königliches Regime behandelt wurden. Dort fand man wie man Zölle erhebe, Ministerien bilde, Heere verpflege, die Untertanen schütze, die Grenzen mit Soldaten und Hilfstruppen verteidige und bewahre.

Die waren somit sechs Gattungen von Wissenschaft und Bildung, worin die Kinder des Königs geübt wurden.

Bedeutung dieses Gleichnisses

Das Ganze aber ist ein von den Brüdern der Reinheit gemachtes Gleichnis:

Jener weise König ist nämlich Gott, die kleinen Kinder die Seelen der Menschen, das für sie erbaute Schloss ist die Welt in ihrer Gesamtheit. Die wohlgestalteten Zimmer entsprechen der menschlichen Form, die darin gezeichneten Abbildungen sind die schönen Formen des Körpers. Was man darin aber an Wissenschaften dargestellt sieht, entsprechen den Erkenntniskräften der Seele.

 

 

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