Buchrezension: Die smaradene Vision - der Licht-Mensch im persischen Sufismus - von Henry Corbin

Rezensent: S. Levent Oezkan

Henry Corbins (1903-1978) war der bedeutendste westliche Kenner iranischer Spiritualität. Er war eng verbunden mit C. G. Jung, Gerschom Scholem oder Mircae Eliade. Sein Verdienst um die Erforschung des Sufismus ist unumstritten. Viele Geheimnisse der islamischen Esoterik und Mystik, ist durch Corbin überhaupt erst wiederentdeckt und bekannt gemacht worden.

In seinem Werk bewegt sich ein Denken, durch das Wissenschaft, Kulturforschung und moderne Erkenntnissysteme verknüpft sind. Wer sich mit seiner Esoterikforschung beschäftigt, findet in seinen Büchern vielfältige Inspirationen, die teils initiatorischen Charkater haben.

In seinem Buch "Die Smaragdene Vision" gibt es viele Querverweise zur abendländischen Esoterik oder auch zur manichäischen Gnosis. Der Leser taucht ein in eine sehr mystische Philosophie, in der die "smaragdene Vision" eine völlig neue Perspektive in die Welt des Sufismus, ja in die esoterische Welt überhaupt, eröffnet. Es hilft einen weiteren Schritt zu gehen in Richtung "Liebe zu Sophia" – der Liebe zur inneren, esoterischen Weisheit.

Ähnlich der christlichen Gnosis, scheint es im persischen Sufismus das Konzept des "Lichtmenschen" zu geben. Was ist das? Es geht hier um den Aufstieg und die Rückkehr zum Lichtursprung der menschlichen Seele. Der Mystiker erkennt in besonderen Farb- und Formvisionen, auf welcher Stufe sich seine Seele gerade befindet. Ziel dieser Vision ist das Schauen eines glänzenden, grünen Smaragdbergs, der sich dem Mystiker am Ende seiner Seelenreise zeigt.

Grün: das ist die Farbe der Heilung in der Mystik des Islam.

In ihrer Einleitung zur deutschen Übersetzung des Buches schrieb Annemarie Schimmel:

"Es gibt niemanden mehr, der eine solche Verbindung von Philosophie, Philologie und persönlicher Hingabe an die Auslegung höchst komplizierter Denksysteme besäße [...] Corbin lässt uns immer neue und unerwartete Aspekte entdecken [...] die Absage an Historismus und den Hinweis auf das, was die persischen Sufis als zaman anfusi, "Seelenzeit" bezeichnen, die Entdeckung des Licht-Pols, an dem es keinen Schatten mehr gibt [...] Themen, die, wie mir scheint, gerade heute wieder eine besondere Bedeutung für Suchende aus allen religiösen Traditionen haben dürften."

 

Das Buch ist nur antiquarisch zu erhalten oder in einer Bibliothek ausleihbar:

 

 

 

Auf dem Pfad der Sufis - ewigeweisheit.de

Auf dem Pfad der Sufis

S. Levent Oezkan

Die meisten Sufis sind Muslime, die ihr Leben auf Rücksichtnahme, Selbsthingabe und Ergebenheit ausrichten: als Helfer der Schutzlosen und Unglücklichen. 

Um solch edles Streben drehte sich auch das Leben des großen Eingeweihten Mevlana Rumi, den viele Millionen Menschen weltweit als Heiligen verehren. 

Ein Sufi weiß aber, dass die Welt nicht das wahre Zuhause seiner Seele ist. Sie befindet sich auf einer Reise, auf der sich ihr Träger dem Pfad der Wahrheit nähert.
Im Dhikr - der ekstatischen Praxis der Sufis - geht es darum, sich auf dieses erhabene Ziel zuzubewegen, um für sich selbst und seine Mitmenschen, Frieden und Erfüllung zu bringen.

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