Wie man die richtigen Fragen stellt

von S. Levent Oezkan

Derjenige, welcher nach Wissen strebt und die wahre Beschaffenheit der Dinge erforschen will, muss sich über Folgendes klar sein: Was das Wissen und was das Gewusste sei, und außerdem, auf wie viele Arten man eine Frage stellen kann. Wie außer dem, muss man eine Frage beantworten? Denn wer das Fragen nicht versteht, versteht auch nicht das Antworten.

Wissen ist die Form des Gewussten in der Seele des Wissenden. Das ist Wissenschaft. Unwissen ist das Gegenteil davon. Dann nämlich mangelt es der Seele an dieser Form. 

Die Seelen der Gelehrten aber, sind entsprechend ihres Tuns wissend. Die Seelen der Schüler sind entsprechend ihrer Fähigkeit wissend.

Zu lehren und sich belehren zu lassen, ist nichts anderes als das Hervorbringen dessen, was in der Fähigkeit liegt, überhaupt etwas zu tun. Diese Möglichkeit nämlich ist, was man als das wirkliche Sein bezeichnet: Der Wissende lehrt - der Schüler lässt sich belehren.

So wie es neun Grundzahlen gibt, gibt es nun auch neun Arten von Fragen:

  1. Ob etwas ist,
  2. was etwas ist,
  3. wieviel etwas ist,
  4. wie etwas ist,
  5. was für ein Ding etwas ist,
  6. wo etwas ist,
  7. wann etwas ist,
  8. warum etwas ist und
  9. wer etwas ist.

Diese neun Fragearten lassen sich folgendermaßen beantworten:

  1. Ja oder Nein ist die Antwort, fragt die Frage doch danach, ob etwas vorhanden ist oder nicht vorhanden ist.
  2. Man antwortet, indem man die Beschaffenheit eines Dinges beschreibt. Das heißt, dass es entweder zusammengesetzt oder einfach ist. Ein Körper ist zum Beispiel zusammengesetzt. Materie oder Form ist einfach, denn aus beiden setzt sich ein Körper zusammen. Wer die Dinge kennt, aus denen etwas zusammengesetzt ist, erkennt ihre Beschaffenheit. Was aber ist mit jenem, dass nicht zusammengesetzt, sondern einfach ist? Man erkennt sie durch ihre speziellen Eigenschaften. Man spricht dann von ihre eigenen Merkmalen.
  3. Hier beschreibt man das Maß eines Dinges, ob es zusammenhängend oder getrennt ist. Zusammenhängend sind Linie, Fläche, Körper, Zeit und Ort. Getrennt sind Zahl und Bewegung. Immer aber fragt man nach dem Wieviel.
  4. Hier beschreibt man die Gattung eines Dinges.
  5. Die Antwort auf diese Frage sagt, ob etwas aus einer Menge oder der Teil eines Ganzen ist.
  6. Hier wird geantwortet darüber, an welchem Ort, an welcher Stelle sich ein Ding befindet, beziehungsweise auf welcher Stufe.
  7. Man antwortet hier über das Seine eines Dings in der Zeit. Entweder war es, ist es oder wird es sein, zu einem bestimmten Zeitpunkt, der durch Jahre, Monate, Tage, Stunden, Minuten und Sekunden bestimmt wird.
  8. Hier beschreibt man die Ursache, deren Wirkung zum Entstehen eines Dinges führte: materiell, formal, bewirkend und vollendend. Das heißt also, dass man antwortet aus welchem Material etwas entstand, in welche Form es gebracht wurde, wer oder was das bewirkte, und welchem Zweck das geschaffene Ding letztendlich dient.
  9. Die Antwort auf diese Frage ist auf den Menschen anwendbar, sowie auf alle mit Wissen und Unterscheidungsgabe begabten Wesen, wozu auch die Dschinn gehören. Jemand wird grundsätzlich beschrieben dadurch, woher er kommt (Geburtsstadt), durch seine Abstammung und was er ist (sein Beruf, seine Haltung oder Lebensaufgabe).

Wer diese neun Fragen gekonnt stellen kann, der findet sicher auch die richtigen Antworten auf seine Lebensfragen oder jener, die seine Hilfe benötigen.

 

 

 

Urheimat Arktis: Wahrheit oder Wahn?

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Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wo die indoeuropäische Kultur ihren Ursprung nahm. Ihre Nachkommen aber bilden heute eine Zivilisation, die sich mehr als 10000 Kilometer über die Nordhalbkugel unserer Erde erstreckt. Kamen die Vorfahren dieser Kultur vielleicht aus dem hohen Norden?

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