Die Stimme eines Rufers in der Wüste
Die Argumentation
Die wahre Methode der Erkenntnis ist das Experiment, und darum muss die wahre Erkenntnisfähigkeit jene Fähigkeit sein, die Erfahrungen macht. Mit dieser Fähigkeit befasse ich mich hier:
1. Prinzip
Der wahre Mensch ist der poetische Genius. Und aus dem Körper oder der äußeren Gestalt des Menschen, geht der poetische Genius hervor. Ebenso gilt, dass die Gestalten aller Dinge aus dem Geist Ihres Wesens hervorgehen, das von den Alten als Engel, Geist und Seelenführer bezeichnet wurde.
2. Prinzip
So wie alle Menschen in ihrer äußeren Gestalt gleich sind, so sind sie auch – bei gleicher unendlicher Vielfalt – im poetischen Genius gleich.
3. Prinzip
Kein Mensch kann aus der Tiefe seines Herzens denken, schreiben oder sprechen, ohne dabei nach Wahrheit zu streben. So entspringen alle philosophischen Richtungen dem poetischen Genius, angepasst an die Schwächen jedes Einzelnen.
4. Prinzip
So wie niemand durch das Bereisen bekannter Länder das Unbekannte entdecken kann, so könnte der Mensch aus bereits erworbenem Wissen nichts Neues gewinnen; daher existiert ein universeller poetischer Genius.
5. Prinzip
Die Religionen aller Völker leiten sich ab aus der unterschiedlichen Aufnahme des poetischen Geniuses durch jedes Volk, das überall bezeichnet wird als Geist der Prophezeiung.
6. Prinzip
Das jüdische und das christliche Testament sind eine ursprüngliche Ableitung aus dem poetischen Genius. Dies ist aufgrund der begrenzten Natur der körperlichen Sinneswahrnehmung notwendig.
7. Prinzip
So wie alle Menschen gleich sind, obwohl sie unendlich vielfältig sind, so sind es auch alle Religionen; und da alle Gleichartigen eine Quelle haben, ist der wahre Mensch diese Quelle, da er der poetische Genius ist.
Aus dem Englischen übersetzt von Selim Levent Özkan