Heilige Geometrie

Das Symbolon: Ein Instrument der Assoziation

von S. Levent Oezkan

Wenn die alten Griechen vom »Symbolon« sprachen, meinten sie damit ein besonderes Erkennungszeichen oder Sinnbild. Wer einst in Verbindung stand mit einer anderen Person, zum Beispiel über einen Schwur, der erkannte ein anderes Mitglied daran, dass es ein solches Symbolon trug.

In sehr alter Zeit verwendete man hierfür zuerst Knochen auf denen solch Erkennungszeichen eingeritzt waren. Später erfüllten diesen Zweck auch besondere Gegenstände aus gebranntem Ton. Wer zu einer Familie oder einem bestimmten Freundeskreis zählte, dem wurde da so ein Gegenstand überreicht, um ihn zu seiner Anwesenheit im Kreise der Verbrüderten zu bevollmächtigen.

Natürlich ist das Symbolon identisch mit dem verkürzten Wort »Symbol«. Und ein Symbol ist mehr als nur ein Synonym für eine direkte Bedeutung. Solch Sinnbild besitzt eine viel tiefere Bedeutung, als es vordergründig erscheinen mag. So wie auch ein Mythos unzählige Querverbindungen zu anderen Mythen besitzt, entsprechend verflochten sind auch die Bedeutungen eines Symbols für denjenigen, der dessen Bedeutungen kennt.

Es ist also ganz und gar nichts Messbares und kann darum auch nicht durch einen oder mehrere bestimmte Sätze in seiner Bedeutung beschrieben oder erklärt werden. Ein Symbol löst jedoch auf mehreren Ebenen des Bewusstsein Assoziationen aus. So ist es ein durchaus komplexes System.

Schaut man sich als Symbolfiguren etwa einen Raben oder eine Krähe an, so sind sie auf materieller Ebene zuerst einmal schwarze Vögel, die einen charakteristischen Laut von sich geben und die in unseren Breiten im Winter über schneebedeckte Landschaften fliegen. Auf Symbolebene betrachtet man im Westen den Raben als Omen. Die Kelten sahen in ihm ein Sinnbild für den Tod, was wohl auch an seinem biologischen Verhalten liegen mag, da der Rabe ein Aasfresser ist.

Andererseits gehört der Rabe zu den intelligentesten Vögeln auf unserem Planeten, dem man nachsagt sogar Menschenstimmen imitieren zu können – weshalb er auch als Symbol der Weisheit gesehen werden kann. Nicht zufällig besaß Odin, der alt-germanische Gott der Weisheit, zwei Raben, die er als Botschafter aussandte.

Bei indigenen Stämmen Nordamerikas gilt dieser Vogel gar als Heldenfigur, die das Leben der Menschen mit Licht erfüllte: Er nämlich brachte ihnen bei zu leben.

In der Bibelgeschichte von Noahs Arche, sendet der Patriarch einen Raben aus, um herauszufinden ob begehbares Land in der Nähe sei. Doch der Rabe kehrt ohne etwas zurück. Als er jedoch eine weiße Taube aussendet, kehrt sie zurück mit einem Olivenzweig im Schnabel. Als solches Bild sollte sie einst ein Symbol für den Frieden werden, etwas das also weit hinausgeht über ihre rein biologischen und anatomischen Merkmale.

Symbole sind weit mehr, als dass man sie in wenigen Sätzen beschreiben könnte, denn sie haben, über ihre mythologische Bedeutung hinaus, für einen Kenner auch eine ganz individuelle Ausprägung. Wer ein Symbol sieht, assoziiert damit viele verschiedene Sinngehalte, die sich in die verschiedensten Bedeutungswelten ausbreiten können und manchmal gar widersprüchlich gedeutet werden, je nach Kulturkreis des Betrachters. Es sind also auch stark subjektive Assoziationen, die für den einen Menschen ganz und gar nicht das Selbe bedeuten müssen wie für einen anderen. Je nach seiner Ausgestaltung ruft es im Bewusstsein seines Betrachters verschiedene Inhalte hervor, die positiv oder negativ empfunden werden.

Vor allem in der Welt des Unbewussten spielen Symbole einen wichtigen Part, an dem weit tiefere Bedeutungen hängen, als Alltagssprache jemals auszudrücken vermag. Darum sind sie auch universell anwendbar, denn selbst wenn Menschen nicht die selbe Sprache sprechen, können Symbole oder Gesten sprachlichen Ausdruck ersetzen und überall auf der Erde verstanden werden.

Sinnbilder unserer Welt

Es gibt Symbole und Sinnzeichen, die bei so gut wie allen Kulturen auf unserem Planeten vorkommen. Manche von ihnen tauchten auf und verschwanden auch wieder. In jüngster Zeit ist das im Westen wohl der Swastika widerfahren, die als linksdrehendes Hakenkreuz im Nazideutschland des 20. Jahrhunderts verunglimpft und aus dem spirituellen Alltag der Menschen scheinbar in eine verbotene Zone zurückgezogen wurde. Während man dem selben Symbol doch überall auf der Erde begegnet, ist seine öffentliche Darstellung, etwa zur Kennzeichnung einer Gemeinschaft, in Deutschland per Gesetz untersagt. Wer sich darum heute in Deutschland öffentlich mit diesem Symbol identifiziert macht sich strafbar, ganz gleich für welchen Zweck es auch gebraucht wird.

Zu den archetypischen Symbolen, die zu fast allen Zeiten vorkamen, gehören Kreis, Quadrat, Dreieck, Kreuz oder auch stilisierte Tierbilder wie Schlange, Drachen, Löwe, Stier, Adler und viele weitere. Aber auch die in Symbolen verwendete Anzahl solcher Sinnzeichen, ist wichtig. Wer sich mit Symbolkunde befasst, erkennt, dass die Zahlenmystik darin eine feste Größe darstellt – wo doch zum Beispiel den Zahlen Drei, Sieben oder Zwölf die meisten unter uns schon einmal in diesem Kontext begegneten.

Besonders die Zahl Sieben scheint den meisten als mystisch-magische Nummer zu gelten. Ein Buch mit sieben Siegeln: davon ist die Rede in der Offenbarung des Johannes.

Auf Flaggen, Wappen und anderen emblematischen Hoheitszeichen, tauchen besondere Symbole auf. Hier werden sie als Symbole der Zugehörigkeit angesehen und bei ihrem Anblick lösen sie im Betrachter dann vielleicht ein Wir-Gefühl aus. Das betrifft besonders die religiöse Welt, wo sich Gläubige mit dem Symbol identifizieren, das etwa auch ein Wort sein kann. So herrscht im Islam ja das Bilderverbot, doch der arabische Name für Gott, Allah, wird auf ganz eigene Weise geschrieben:

الله‎

Dieser Name bildet wie das »Om« im Hinduismus, ein Symbol aus Buchstaben:


Beeindruckend, dass sich die beiden Zeichen so ähneln. Stammen sie vielleicht aus einem geistigen Bereich, einer Welt jenseits der physischen, einem Reich dass sich aller Rationalität entzieht, doch eben genau Dreh- und Angelpunkt aller religiöser Vernunft bildet?

 

 

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Was ist »Heilige Geometrie«?

von S. Levent Oezkan

Michael Meier: Atalanta Fugiens - ewigeweisheit.de

Seit alter Zeit suchen Menschen nach den elementaren Strukturen die unserer geschaffenen Welt ihre Gestalt gaben – sowohl im winzig Kleinen, als auch in der Welt des riesig Großen. Wo in dieser kosmischen Ordnung befindet sich der Mensch, um darin in Harmonie mit den natürlichen Kreisläufen auf der Erde und im Himmel zu leben?

Mit Antworten auf diese große Frage, sollte der Mensch die Fähigkeit erwerben, alle jenseitigen Einflüsse in seinem Leben bewusst zu integrieren, auch wenn sie sich seiner Macht praktisch entzogen. Seine Fähigkeit zu messen und abzubilden aber, lehrten ihn die periodischen Aspekte von Werden, Sein und Vergehen in der Natur der Erde zu bestimmen und dabei zu beobachten, wie das im Einklang steht mit dem Verlauf der Himmelslichter.

Er erkannte in den irdischen und himmlischen Kreisläufen besondere Muster, aus denen er ableiteten konnte, wie er sein Verhalten anzupassen hatte, als sesshaft gewordener Mensch. Hieraus entwarf er Pläne, nach denen er zuerst einmal sein Tun ausrichtete, um damit schließlich seine Lebensgrundlage auf Erden zu sichern. Was er dafür aber zu vermessen hatte, verstand er als Teil einer großen Mutter Erde: das Land mit seinen Ebenen und Bergen, mit den darin verlaufenden Flüssen, den Seen, den Wiesen und Wäldern.

Den alten Griechen war die Erde als Mutter »Gaia« darum heilig. Kein Zufall dass man durch die dabei zur Anwendung kommenden Methoden, zur Bezeichnung »Geometrie« fand, ein Ausdruck der wörtlich die »Vermessung Gaias« tituliert. Diese Maß-Nahmen erfolgten direkt – geometrisch – wie auch indirekt – astrometrisch. Was das bedeutet, dem wollen wir uns im Folgenden zuwenden.

Sakralbauten

Seit mindestens 5.000 Jahren vermessen Menschen Land und Himmel – was sowohl an den Ufern des Indus in Fernost geschah, an Euphrat und Tigris Mesopotamiens, am Nil in Afrika oder anderswo auf unserem Planeten.

Schon sehr früh begannen die Ägypter heiliges Maß anzulegen, um ihre monumentalen Bauwerke zu errichten, die ja ganz und gar auf bestimmte Himmelslichter ausgerichtet zu sein scheinen. Was man dort als Tempel oder Pyramide geometrisch abgestimmt gestaltete, waren zuerst Sakralbauten, die an manchen jahreszeitlichen Ereignissen, dem Stand heiliger Sterne entsprachen. Auch die Tolteken Mexikos konstruierten nach solcher Maßgabe ihre Tempel und Pyramiden.

Was an Lichtern vom Nachthimmel auf Erden fiel, dessen Spiegelungen folgte man, im Glauben an die Weisungen einer Gottheit. Das war mal die leuchtende Schwanzfederschlange – der toltekische Quetzalcoatl – der in seiner Brust als Herz den Planeten Venus trug – oder weitab von dort, die ägyptische Göttin Sopdet, die man im funkelnden Stern Sirius verehrte. Beim Bau der Großen Pyramiden Ägyptens berücksichtigte man solch astrometrische Richtmarken, da sie der Priesterschaft erlaubte über die Zeitpunkte sakraler Rituale zu entscheiden.

Gott als Geometer – ewigeweisheit.de

Gott als Erschaffer des Universums: Frontispiz der Bible moralisée in der Bilderhandschrift Codex Vindobonensis (um 1225).

Mit Zirkel und Lineal – sonst nichts?

Wenn wir den Geometrie-Begriff zuvor einführten, als ein Vermessen der Erde, ist damit natürlich nicht nur das Anlegen von Maßstäben gemeint. Das Messen nämlich, als eine Beschreibung von Größen und Verhältnissen mittels Zahlenwerten, ist noch verhältnismäßig jung. Erst um ca. 500 n. Chr. kamen die Zahlen über die Araber aus Indien nach Europa und erst sehr viel später in den deutschsprachigen Raum (im 15. Jahrhundert durch Adam Riese). Vorher maß man anders, sagen wir »intuitiver« – was jedoch nichts mit Ungenauigkeit zu tun hat. Bevor das aus Fernost stammende, sogenannte dezimale Stellenwertsystem der Zahlen Verwendung fand, bediente man sich natürlicher Maße als Einheit, deren Werte man durch gekonnte geometrische Konstruktionen entsprechend anordnete.

Wenn hier von Werten und Maßen die Rede ist, sind damit vor allem so Größen wie Teile, Winkel und Bogenlängen gemeint. Denn alles was die Geometer seit alter Zeit in ihrer Arbeit verwenden, sind Zirkel, Stift und Lineal.

Bereits im antiken Rom kamen Zirkel zum Einsatz, wie archäologische Funde beweisen. Stifte und andere Zeichengeräte, verwenden Menschen seit mindestens 36.000 Jahren, wobei man meist Kohlen oder weiche Mineralien als Farbsubstanz benutzte. Die ersten Lineale waren aus Knochen oder Horn verfertigt, da diese wegen ihrer Härte, auch ihre Form beibehalten. Auch Elfenbein erfüllte diesen Zweck.

Auf jeden Fall hat sich an der Einfachheit dieser drei grundsätzlichen Handwerkszeuge nichts geändert. Seit alter Zeit wissen Geometer, Architekten und Grafiker, wie sich damit jede nur erdenkliche Form zeichnen und geometrische Figuren konstruieren lassen. Was in alter Zeit zuerst auf Stein, auf Holz und dann auch auf Pergament dargestellt wurde, sollte schließlich durch besondere Arten von Papier zur Vollkommenheit gelangen.

Maße jenseits der Vernunft

Aus unserer Fähigkeit Raum zu erleben, erkennen wir normalerweise, durch die in der Architektur zur Anwendung kommenden geometrischen Wissenschaften, was uns an Gestaltungskräften umgibt. Und wenn wir oben von Intuition sprachen, die die Architekten auch beim Bau sakraler Bauwerke verwendeten, war damit insbesondere das gemeint, was die dabei tatsächlich angewendeten Maßverhältnisse anbelangt. Besonders zwei Größen sind hierbei von Belang:

  • die Zahl Pi (griechisch π), zur Bemessung der Bogenlänge und anderer Maße des Kreises, wie
  • die Zahl Phi (griechisch φ), aus der sich das Goldene Maß ableitet, ein überall in der Natur vorkommendes Verhältnis, dass wir normalerweise als harmonisch empfinden, sei es als das Verhältnis der Gesichts- und Körperglieder beim Menschen oder etwa in der Anordnung der Blätter einer Rose.

Schon im alten Ägypten bereite den Hohepriestern die Zahl Pi wohl mit auch Kopfzerbrechen. Ein näherndes Verhältnismaß sollte jedoch ausreichen (wie etwa im Ahmes Papyrus der mit der Formel 4×(8/9)2 als Annäherung an die Kreiszahl Pi arbeitet). Denn Pi ist eine Zahl, wie ebenso Phi, die die Mathematik heute als »irrational« bezeichnet: ein Wert also, der sich dem logischem Denken entzieht.

Beides sind Zahlen, die nicht durch mathematische Brüche darstellbar sind und deren Ziffern nach dem Komma, sich niemals wiederholen, sondern bis in die Unendlichkeit immer wieder in eine andere Ziffer umformen. Wer darüber etwas nachsinnt, dem dürfte einleuchten, wieso sie insbesondere für die Heilige Geometrie von besonderem Belang sind. Sie basieren quasi auf einer Geometrie die göttlich ist, und sich darum ganz und gar dem menschlichen Verstand entzieht. Denn selbst wenn Mathematiker zu den Zahlen Pi und Phi sehr präzise Annäherungen fanden, erhielte man, selbst wenn die klügsten Computer alle Ziffern dieser beiden Zahlen ermitteln wollten, dennoch kein Ergebnis, selbst wenn sie rechneten bis ans Ende der Zeit.

Pi und Phi bilden also keine Verhältnisse und lassen sich darum auch nicht berechnen. Beeindruckend aber ist, dass, wer mit dem Zirkel geometrisch konstruiert, das immer im Verhältnis zu diesen beiden Maßen tut.

Über die Vermessung der Heiligen Bezirke

Wie auch immer man diese Werkzeuge und gefundenen Maße verwendet, dienten sie zuerst einem sakralen Zweck, um damit etwa jene zu Anfangs angedeuteten Jahresfeste genau zu berechnen. Über die Beobachtung und Messung der Himmelsbewegungen, sowie der daraus gewonnenen Erkenntnisse, zeichnete man die ersten geometrischen Formen zur Hilfe dessen, was als Astronomie bekannt ist: die Kultusgesetzte der Sterne. Was sich also dort im Himmel und entsprechen auch auf der Erde an besonderen Formen und Maßen ablesen ließ, ging mehr und mehr über in eine Verwendung der dabei ermittelten Maße für kultische Handlungen.

So ermittelte Daten setzten die Zeitpunkte für sakrale Feierlichkeiten fest, die man an besonderen Orten beging: den Temenoi. Dorthin hatten einst nur jene Zugang, die für ein Volk oder eine Gemeinschaft, eine wichtige religiöser Rolle spielten – sei es etwa als Häuptling eines Stammes, als Priesterschaft oder auch als König eines Reiches. Ein Temenos (Einzahl von Temenoi) ist ein heiliger Bezirk, nach dem sich entsprechend spirituell Gesinnte oder Religionsangehörige in ihren Gebeten ausrichten.

Zu den weltweit bekanntesten Temenoi zählt etwa die Kaaba im arabischen Mekka. Den alten Griechen aber galt die Akropolis in Athen als Temenos, den Juden der Hof des Salomonischen Tempels zu Jerusalem, den Israeliten, auf ihrer Wanderung durch den Sinai, der Gipfel des Mosesberges. Abstrakteste Form dessen, was man Temenos nennt, ist wohl der Berg Kailash in Tibet, zu dem allerdings nur die Götter Zutritt haben, denn ihn zu besteigen ist Menschen bis heute untersagt.

Das Kalachakra-Mandala – ewigeweisheit.de

Kalachakra-Mandala, Tibet, 16. Jahrhundert.

Geometrie, Ritual und Intuition

Die Art und Weise, ja eigentlich die »Kunst«, sakraler Zeremonialhandlungen an solchen Orten, ist ganz und gar ausgerichtet auf eine besonders dafür entwickelte Heilige Geometrie. Denn durch die so, in sakraler Harmonie gezeichneten Formen, kann die Priesterschaft den Gläubigen helfen, auch intuitiv dem rituellen Geschehen zu folgen.

Die keltischen Druiden von Stonehenge oder Avebury zum Beispiel, führten Teilnehmer während ihrer heiligen Zeremonien, entlang der Menhire. Aber auch christliche Kleriker heute, weisen die Mitglieder ihrer Gemeinden im Gottesdienst dazu an, auf besonderen Wegen durch die Kirche zu gehen, an jene Orte darin, wo sich eine rituelle Handlung ereignet. Das kann etwa der Mittelgang einer Kathedrale sein, über den die Gläubigen sich zum Altar bewegen, um dort die Hostie zu empfangen. Heilige Geometrie dabei aber ist auch, was den darin Beteiligten peripher die höheren Wahrheiten des Geschehens suggeriert, scheint doch jedes architektonische Element eines Sakralbaues, seinen dafür vorgesehenen Zweck zu erfüllen.

Wegen der Kenntnis ihrer eigentlich wichtigen Bedeutung für die entsprechenden Kulthandlungen, verwendete man die dafür entwickelten Wegmarker, Symbole und großflächigen geometrischen Strukturen, dann später um jene sakralen Bauwerke zu markieren und darin auch physisch zu fixieren. Nicht zufällig etwa finden sich jene berühmten Formen, wie etwa das Hexagramm, die Vesica Piscis oder die Blume des Lebens, als sakrale Verzierungen in vielen verschiedenen antiken Bauwerken und zwar sowohl bei den Menschheitskulturen des Westens und des Ostens.

Wichtigster Zweck heiliger Geometrie ist, dem Betrachter durch darin verwendete, typische Bilder und Formen, zur Erkenntnis zu verhelfen, über das Wesen des Seins. In solch heiliger Kunst werden die Weisheiten und die sich daraus ergebenden Ritualhandlungen vermittelt.

Mandalas in Tibet

Die wohl berühmteste Ornamentfigur der tibetischen Buddhisten, ist das Kalachakra-Mandala – das Rad der Zeit. Ein Mandala ist ein Symbol für die esoterische Struktur des Universum, dass in Buddhismus und Hinduismus, insbesondere in der Meditation zum Ausdruck kommt. Vor allem für die Praktizierenden im sogenannten Vajrayana, dem Diamantenen-Fahrzeug des tibetischen Buddhismus, spielt das Kalachakra eine bedeutende Rolle. All die vielen Details in diesem charakteristischen Mandala, zeigen sich dem Meditierenden vielleicht zuerst im Außen, doch bilden eigentlich eine Landkarte für das Innere seines Bewusstseins.

Nicht zufällig nun, findet die eigentliche Zeremonie der Kalachakra-Einweihung getrennt statt von dem, was die Mönche da in einem anderen Raum (oder dafür vorgesehenen Ort) aus farbigem Sand als Mandala herstellen. Bereits da aber befinden sich die Mönche in achtsam-meditativer Konzentration. Denn nur so lassen sich die darin enthaltenen Elemente der Tradition entsprechend abbilden. Nach dem äußeren Zeremoniell mit den Teilnehmenden, haben diese dann Zutritt zu dem fertiggestellten Kalachakra-Sand-Mandala. Dieses Abbild eines heiligen Mandala basiert vollständig auf der Harmonie einer sakralen Raumlehre. Seine Bestandteile aber repräsentieren den Palast eines Buddha, durch den sich der Eingeweihte in seinem Innern bewegt.

Das alle Form aber, wie auch die Heilige Geometrie des Kalachakra-Mandala, an Zeit gebunden ist, endet dieses heilige Zeremoniell mit der Zerstörung des dafür hergestellten Bildes. Der farbige Sand wird also zusammengekehrt zu einem kleinen grauen Häufchen, das man daraufhin feierlich in die Fluten eines Flusses kippt.

Auch wir Menschen, deren Körper ja auch auf den Prinzipien der Heiligen Geometrie basieren, werden dereinst wohl zu Staub zerfallen sein, während sich die reinste Substanz unseres Inneren fortbewegt, im kosmischen Fluss der Zeit.

Verhältnis Pi zu Phi – ewigeweisheit.de

Die Breite und Höhe der Vesica Piscis (innen, schwarz), stehen im Verhältnis des Goldenen Maßes (Seiten des Rechtecks, grün).

Heilige Geometrie in der islamischen Kunst

Wegen des Bilderverbots im Glauben der Muslime, spielte insbesondere die Verwendung von geometrischen Mustern, die auf Grundlage sakraler Strukturen entwickelt werden können, schon immer eine ganz zentrale Rolle. Natürlich führte das in der islamischen Kunst zu einer ganz eigenen Kultur optischer Gestaltung.

Die typischen geometrischen Arabesken sind meist zusammengefügt aus sich wiederholenden, und teils in sich verstrebten Quadraten, Kreisen und anderen Formen Heiliger Geometrie. Hieraus ergeben sich komplexe Muster, die den Geist ihrer Betrachter durchaus zu zerstreuen vermögen – allerdings in positivem Sinne. Denn in meditativer Betrachtung lassen sich Gedanken auflösen, während die Blicke des Betenden, über solch geometrische Strukturen in der Moschee schweifen, seine Ohren aber geöffnet bleiben, um den Gesängen seines Imam zu lauschen.

Der englische Künstler Keith Critchlow (1933-2020) meinte gar, dass diese geometrischen Muster ihren Betrachter sogar zu einem tiefen Verständnis der darin befindlichen Realität zu führen vermögen.

Sakrale Kunst der Christen

Die christliche Sakralkunst versucht ihren Religionsmitgliedern eine Vision dessen greifbar zu machen, was durch das Erscheinen, den Leidensweg, den Tod und die Auferstehung Christi gelehrt werden soll. Im Mittelalter war so etwas für all jene von Bedeutung, die nicht lesen konnten, doch durch bildliche Darstellung jener geschilderten Christus-Geheimnisse, intuitiv die damit einhergehenden Wahrheiten erfahren sollten.

Wohl nicht zufällig erscheint der Christus Jesus in vielen sakralen Darstellungen, aus einer Vesica Piscis hervortretend, während ihn die vier Tierwesen umgeben: der Heiland als Repräsentation des Göttlichen Zentrums, aus dem die Frohe Botschaft als Christuslicht in die vier Weltecken strahlt, sichtbar geworden in den Schriften der vier Evangelisten, wo ein Mensch den Matthäus symbolisiert, ein Löwe den Markus, ein Stier Lukas und ein Adler Johannes. Das sind bildhafte Anspielungen auf das, was dem Gläubigen bekannt ist, doch ihm in seinem Betrachten helfen soll (zum Beispiel einer christlichen Ikone), die darin verborgene Mystik intuitiv und als Ganzes zu erfassen.

Was sich darin als Vierheit zeigt, erscheint natürlich wieder in der Form des Kreuzes. Das Kreuz in einen Kreis gefasst aber, wird zum astrologischen Zeichen für die Erde. Im Paganismus etwa nennt man dieses heilige Symbol das »Sonnenrad«. In allen Fällen aber finden wir darin den Hinweis auf ein Zusammenwirken solarer und irdischer Symbolik.

Im Christentum ist das eine Allegorie auf den Messias Jesus als Gottesebenbild des Solaren, der am Kreuz hingerichtet, ein Sinnbild formt, für unsere irdische Katharsis. Wenn da also ein christlicher Leidensweg am viergliedrigen Kreuze endet und ein auferstandener Christus etwa aus der Vesica Piscis hervortritt: suggeriert das nicht auch den Weg, den ein Mensch als eine im irdischen Körper geborene Seele durchlebt und erleidet und ihn endlich mit dem Tod zum Auferstehen aus der Polarität führt, wieder zurück in die Einheit?

Sicherlich sind diese Symbole und auch andere Strukturen der Heiligen Geometrie, immer schon Mittel gewesen, um den Menschen in seinem irdischen Dasein Anhaltspunkte zu geben, die ihm in seinem Leben als Wegmarken dienen können, bis ans Ende seiner Tage.

Ganz im Sinne Gaias

Seit der Antike spricht man von insgesamt fünf exoterischen und esoterischen Schlüsseln. Sie helfen einem Menschen dabei sogenannte »Tore des Bewusstseins« zu öffnen, durch die einer Zugang finden kann, zum seinem wahren Selbst. Diese Schlüssel sind Kenntnisse in Physiologie, Psychologie, Astrologie, aus der Metaphysik und schließlich aus der Heiligen Geometrie. Das Sakrale letzteren Schlüssels, der Geometrie, aber dient der intuitiven Erkenntnis über das Wesen der eigenen Innenwelt – zu der die Verwendungen der anderen Schlüssel natürlich unterstützend beitragen sollen.

Wie sich daraus ableiten lässt, wurzelt die esoterische Wissenschaft der Heiligen Geometrie in der Beobachtung der natürlichen Vorgänge auf der Erde und im Himmel. Die darin wirksamen mathematischen Prinzipien, zeigen sich in unzähligen Strukturen der Natur. Man denke etwa an den Aufbau der Kerne in der Blüte einer Sonnenblume, die in manchen Pflanzen vollkommen akkurate, geometrische Muster hervorbringen.

Die Sonnenblume – ewigeweisheit.de

Die Anordnung der Kerne in der Blüte der Sonnenblume, weist hin auf das Goldene Maß.

Doch auch Tiere finden sich, die solch geordnete, geometrische Strukturen bilden, wie etwa das Schiffsboot, einem Meeresweichtier dessen Muschel aus einer logarithmischen Spirale besteht, wobei ihre Grundform immer die selbe bleibt.

Besonders deutlich sieht man das aber bei den Bienen, mit ihren perfekt geformten Waben, in den sie ihren Honig speichern. Interessant dabei ist, dass die ringförmigen Moleküle der beiden Hauptbestandteile des Honigs, Traubenzucker und Fruchtzucker, sich auch molekularer Ebene jeweils wieder aus solchen Waben zusammensetzen.

Es scheint darum naheliegend, dass, bei der Erkenntnis solcher Zusammenhänge, es immer Denker gab, die daraus besondere, ganz eindeutige Muster abzuleiten wussten, die schließlich zu den charakteristischen Formen der Heiligen Geometrie wurden. Die Vesica Piscis, die Blume des Lebens, das Hexagramm, das Pentagramm oder die Spirale, wie auch die platonischen Körper, spielen eine signifikante Rolle, um natürliche Phänomene zu veranschaulichen, die uns beim Menschen, bei Tieren, Pflanzen und Mineralien begegnen.

In alter Zeit und auch heute noch, sehen darin manche eine Art geometrische Vorlage, aus der die Gottheit das erschuf, was sich dann als geistige Struktur in der Welt manifestieren sollte. Was sich aus solch einem Verständnis über die Ursprünge unseres energetisch-materiellen Universum später entwickelte, ging ein in die sakrale Baukunst der Kirchen, Synagogen und Moscheen, ebenso wie auch in die Architektur der Tempelbauten in Hinduismus und Buddhismus, wie auch in jene Heiligtümer anderer alter Kulturen unserer Welt.
 

Heilige Geometrie ist eine universale Kunst, die versucht in den Erscheinungen der Natur, Muster zu entdecken, und aus den so gewonnenen Erkenntnissen abzuleiten, dass solcher Art Strukturen auf unseren Geist ordnend wirken. Es sind geometrische Muster die ihre Form behalten, unabhängig von Zeit, Raum und Materie. Alle Heilige Geometrie aber liefert feinstoffliche Vorbilder, nach deren Maß sich die Welt gestalten ließe.

So ist es möglich, manche dieser geometrischen Grundstrukturen als »heilig« zu würdigen, da sie durch ihre Ordnung und ihre systematisch konstruierten Formen, an sich unveränderlich bleiben. Wer sich also zu verbinden vermag, mit dieser Art Formen, ist einer, der den Großen Mysterien der Welt einen Schritt näher gekommen ist und dem dabei der große Weltenbau als Ganzes erscheinen dürfte. Er selbst kann sich damit als Teil dessen in Kontakt bringen – ihren Mustern, ihren Formen und Verbindungen, den Gesetzen dieser Heiligen Geometrie – die unseren geschaffenen Kosmos »im Innersten zusammenhält«.

 

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Mysterium Cosmographicum: Ein Geheimnis unseres Sonnensystems

von S. Levent Oezkan

Mysterium Cosmographicum - ewigeweisheit.de

Was uns durch die Arbeiten des alten Mathematikers und Astrologen Claudius Ptolemäus (um 100-160 n. Chr.) gegeben wurde, entspricht bis heute eigentlich dem natürlichen Empfinden eines Menschen, wenn er die zyklischen Bewegungen der Gestirne beobachtet. Aus dem ptolemäischen Geozentrismus entstand schließlich das, worauf auch die esoterische Wissenschaft der Astrologie basiert.

Für Ptolemäus war zwar noch die Erde verankert im Mittelpunkt des Weltalls, während alle anderen Planeten und Sterne um sie kreisten, seine Berechnungen der Planetenbahnen waren jedoch äußerst präzise. Sie ermöglichten lange Zeit exakte Vorhersagen über die Bewegungen der Wandelsterne, der Sonne und des Mondes. Über den sogenannten »Satz des Ptolemäus« lässt sich auch das Goldene Verhältnis (»Goldener Schnitt«) berechnen, dass ja eine ganz wesentliche Bedeutung für die Heilige Geometrie hat.

Was sich dann ab dem 15. Jahrundert ereignete, war gewissermaßen eine erste Trennung von esoterischer und exoterischer Wissenschaft. Da nämlich sollten sich die Wege der Astrologie und der Astronomie scheiden, die bis dato eine gemeinsame Sternenkunde gebildet hatten.

In der Renaissance dann trat da ein Johannes Kepler (1571-1630) auf die Weltbühne der Astronomie. In seinem Buch »Mysterium Cosmographicum«, dem »Weltgeheimnis«, entwickelte er 1596 ein Modell unseres Sonnensystems, mittels der fünf Platonischen Körper (siehe unten). Für ihn nun befand sich nicht mehr die Erde im Zentrum der Welt, wie fast eineinhalb Jahrtausende vor ihm Ptolemäus glaubte, sondern bildete die Sonne den Mittelpunkt unseres Planetensystems. Diese Überzeugung übernahm er von dem preussischen Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473-1543).

Doch Kepler hatte eine ungewöhnliche Idee. Die von dem griechischen Philosophen Platon definierten fünf dreidimensionalen Körper

Tetraeder Würfel Oktaeder Dodekaeder Ikosaeder

verwendete er auf eine bisher nicht dagewesene Weise. Bevor wir uns das ansehen, soll an dieser Stelle aber darauf hingewiesen sein, dass Kepler keinesweg Atheist war, nur weil er den Himmel mittels des Dezimalsystems zu vermessen wusste (das es im Übrigen zu Ptolemäus Zeiten im Westen noch nicht gab).

Johannes Kepler war ein sehr gläubiger Mensch. Für ihn existierte eine ganz klare Verbindung zwischen der physischen und der geistigen Welt. Drum galt ihm das Universum selbst als Abbild Gottes, wobei die Sonne dem Vater, die Sternensphäre dem Sohn und der Zwischenraum dem Heiligen Geist entsprach. Es war ihm darum auch ein Anliegen, den Heliozentrismus mit besonderen Bibelstellen zu versöhnen, die den alten Geozentrismus des Ptolemäus sogar zu unterstützen schienen.

Umlaufbahnen entsprechend platonischer Körper – ewigeweisheit.de

Schematische Darstellung des von Kepler angenommenen Verhältnisses der Planetenbahnen (rot) um die Sonne, hier jeweils den ihnen entsprechenden platonischen Körpern (graue Vielecke als Querschnitte der platonischen Körper) angepasst. Kepler schrieb in seinem Mysterium Cosmographicum dazu: »Die Erdbahn ist das Maß für alle anderen Bahnen. Ihr umschreibe ein Dodekaeder, die diesen umspannende Sphäre ist der Mars. Der Marsbahn umschreibe ein Tetraeder, die diese umspannende Sphäre ist der Jupiter. Der Jupiterbahn umschreibe man einen Würfel. Die diesen umspannende Sphäre ist der Saturn. Nun lege in die Erdbahn ein Ikosaeder; die dieser eingeschriebene Sphäre ist die Venus. In die Venusbahn lege ein Oktaeder, die dieser eingeschriebene Sphäre ist der Merkur.«

Die fünf platonischen Körper nun stellte er sich vor, in Kugeln gefasst, die er daraufhin mehrfach ineinander verschachtelte, jeweils wieder von einer Kugel umfasst. Die so entstandenen Orbitale wusste er nun so zu ordnen, dass die Abstände dazwischen, tatsächlich den von Kopernikus vorausgesetzten Abständen der Planeten im Sonnensystem ziemlich genau entsprachen. Sie weichten von seinen astronomischen Beobachtungen weniger als 10% ab. Das muss Kepler wohl als wirkliches Wunder erschienen sein.

Da ihm jedoch, mittels der Maße der platonischen Körper, keine genaue Proportionierung dieser Planetenumlaufbahnen gelang, forschte er daran weiter. Doch durch die, den platonischen Körpern vorausgesetzten Proportionen, kam er überhaupt erst zu einer vollkommen neunen und überaus wichtigen Erkenntnis: die Planeten bewegten sich nicht auf genauen Kreisbahnen, sondern elliptisch um die Sonne, was dem kopernikanischen Modell eine Neuerung hinzufügte.

Wäre er zu dieser Erkenntnis ohne sein anfängliches Modell überhaupt gekommen, hätte er es nur dabei belassen? Sicherlich war Johannes Kepler einer der ersten Forscher, die wagten sowohl spirituelle als auch wissenschaftliche Gesetze miteinander in Einklang wiederzugeben.

Es wäre außerdem nicht richtig zu glauben, das seinem Ausgangspunkt nicht doch eine gewisse Wahrheit zu Grunde liegt, die vielleicht kein mathematisch genaues Modell unseres Sonnensystems bildet, doch auf jeden Fall ein esoterisches Schema, über dass sich die Zusammenhänge im Makrokosmos auf jene Verhältnisse des Mikrokosmos abgestimmt zeigen. Das heißt, dass auch Kepler davon überzeugt gewesen sein dürfte, dass das von ihm zuerst entwickelte kosmologischen Modell auf Grundlage der fünf platonischen Körper, zu seiner erstaunlichen Erkenntnis führen sollte.

Astronomie treiben heißt, die Gedanken Gottes nachlesen.

- Johannes Kepler

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Vom Sechstagewerk zur Blume des Lebens

von S. Levent Oezkan

Lebensblume - ewigeweisheit.de

Aus dem Buch Genesis entnehmen wir, dass die Welt in sieben Tagen entstand. Es waren jedoch sechs Tage der Schöpfung und ein Tag, an dem Gott sein Werk für gut befand und darauf ruhte. Für diesen Zyklus, der mit dem achten Tag von Neuem beginnt, doch auf höherer Ebene, steht als Symbol zuerst der Kreis mit seinem Zentrum .

Und es sind 360 Grade, durch die man den Bogen des Kreises durchläuft. Wenn es darin, laut Bibel, sechs Schöpfungintervalle gab, bezeichnet das im Kreis dann sechs mal 60 Grad, sowie einen zentralen Punkt der Ruhe – woraus sich eine aktive Sechsheit des Kreislaufs und eine passive Siebenheit des Zentrierung ergibt: Einer erschafft im Außen und zieht sich hernach in sich zurück, in sich Ruhe findend.

In der Wahrheit des Sechstagewerks, sind sich die drei westlichen Glaubensrichtungen Judentum, Christentum und Islam einig, auch wenn sie den siebten Tag der Ruhe an je einem anderem Wochentag (jüdischer Samstag, christlicher Sonntag, islamischer Freitag) feiern (sollen).

Jene Siebenheit im Zentrum dessen, was den Kreislauf des Lebens versinnbildlicht, darüber lesen wir in der Bibel von einem himmlische Thron. Von da aus betrachtete Gott ruhend seine Schöpfung:

Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum dass er an demselben geruht hatte von allen seinen Werken, die Gott schuf und machte.

- Genesis 2:3

Blume des Lebens – ewigeweisheit.de

Die Blume der Schöpfung: Ein beliebtes Symbol für die in den ersten Kapiteln des biblischen Buches Genesis beschriebene Schöpfung der Welt, wo sechs äußere Kreise für das Sechstagewerk Gottes stehen, während der innere Kreis den siebten Tag darstellt, an dem Gott ruhte und »sah, dass es gut war«.

Was also geschaffen wurde und in Ruhe, in der Stille betrachtet werden kann, dass ist also die Sechsheit: Die Numerologie der manifestierten Welt, zum Sein geformte Materie und Energie.

Blume der Schöpfung

Nicht aber nur im Westen wird auf eine Sechsgliedrigkeit der Weltenschöpfung hingewiesen. Auch im chinesischen »Buch der Wandlungen«, dem I-Ging, begegnet man einer Sechsheit. 64 verschiedene Hexagramme (zum Beispiel ䷀ für den schöpferischen Himmel oder ䷁ für die empfängliche Erde) beschreiben darin den Kreislauf von Werden, Sein, Vergehen und Nichtsein.

Ein anderes Hexagramm gibt es im Judentum, dass daraus als »Davidstern« oder auch »Siegel Salomons« bekannt ist. Doch dieser Sechsstern taucht als Symbol ebenso im Christentum und im Islam auf. Man findet diesen Sechsstern außerdem in der Symbolik der Hermetik und esoterischen Astrologie.

Diese Figur aber ergibt sich auch aus dem Kreis, wenn man ihm sechs weitere Kreise geometrisch angepasst hinzufügt. Dann lässt sich damit ein perfektes Hexagramm, innerhalb des Kreises abbilden. Die Figur, die dabei quasi als Vorlage dient, ist aber an sich schon in ihrer Erscheinung vollkommen, weshalb man sie auch als die »Blume der Schöpfung« bezeichnet. In unserer Betrachtung sind es sieben Kreise, die dieses typische Symbol hervorbringen, dass manchmal auch als »Saat des Lebens« bezeichnet wird.

Aus diesem Urmuster der siebenfachen Blume der Schöpfung, lassen sich von den äußeren Schnittlinien ausgehend, nun weitere gleichgroße Kreise ziehen, aus denen sich ein Symbol ergibt, dem man eigentlich in der Kunst aller Traditionen der Welt begegnet. In jüngerer Zeit ging daraus auch der Begriff der »Blume des Lebens« hervor. Sie enthält noch weitere Kreisbogenelemente, die sich unbegrenzt nach außen hin erweitern lassen.

Blume des Lebens – ewigeweisheit.de

Eine Blume des Lebens aus 13 Kreisen. Den innersten dieser Kreise, nennt man, wegen seiner deutlich floralen Struktur, auch die »Saat des Lebens«.

Gängigste Variante ist die Lebensblume mit 19 Kreisen (Titelbild), eingefasst in einen großen Kreis. Dieses Symbol findet sich überall auf der Welt, in allen Kulturen (China, Indien, Ägypten, Griechenland und so weiter).

Manche sehen in dieser Form der Blume des Lebens eine der wichtigsten geometrischen Strukturen, die sowohl auf den Geist, doch angeblich auch ordnende und damit heilende Wirkung ausübt, auf die ätherische Grundstruktur, die den physisch-zellulären Körper des Menschen mit Energie versorgt.

Symbol der Manifestationen in der materiellen Welt

Die Variante der Blume des Lebens mit 19 Kreisen, gilt als wunderbare Wiedergabe dessen, was man als Grundgerüst aller physischen Realität bezeichnen könnte. Als solch feinstofflich gerasterte Architektur, sehen in ihr manche den geistigen Prototyp überhaupt allen Seins.

Auf Grund des engen Bezugs und der darin ja so vielfältig enthaltenen Formen von Kreis und Sechsheit, ist die sogenannte Blume des Lebens, durchaus ein Sinnbild sowohl für Raum, Zeit und Substanz.

Blume des Lebens – ewigeweisheit.de

Ein angedeuteter Raumwürfel, der sich perfekt in die Struktur der Lebensblume einpasst.

Ihr Aspekt der Räumlichkeit lässt sich zum Beispiel illustrieren, wenn man im Zentrum des Bildes zwölf Linien so zieht, dass daraus zuerst sechs gleichseitige Dreiecke entstehen, von denen je eine Ecke das Zentrum der Blume des Lebens berühren (siehe Abbildung). Zum Zwecke der besserer Veranschaulichen dieser Räumlichkeit, lassen sich drei dieser Linien dann punktiert abbilden, um dem Betrachter den Eindruck einer Würfelform zu suggerieren, was die in der Lebensblume enthaltene Dimension des Raumes sichtbar machen soll.

Der Würfel mit seinen sechs Oberflächen aber ist, wie ja auch das Hexagramm oder die innersten sechs »Blätter« der Lebensblume, ein Hinweis auf die eigentlich kristalline Struktur, auf der unsere materielle Welt basiert. Es lässt sich aus dieser Form nämlich eine der perfektesten Strukturen auf unserem Planeten ableiten: Das Kristall des Diamants – der härtesten Substanz überhaupt. Andererseits bricht sich im geschliffenen Diamanten (»Brillant«) das Licht in die sechs Farben des Regenbogens: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett.

Ein Diamant aber besteht aus reinem Kohlenstoff, der im Periodensystem der Chemischen Elemente, wiederum die Ordnungszahl Sechs hat (besteht er in seiner stabilen Modifikation doch aus sechs Protonen, sechs Neutronen und sechs Elektronen).

Kohlenstoff bildet die chemische Grundlage für alles biologische Leben auf unserem Planeten, sei es als Kohlenhydrate (zum Beispiel im Glukose-Stoffwechsel, in der Stärke der Nahrung oder als Zellulose des Holzes), wie auch in Proteinen (Eiweißstoffe aus denen sich die Körperzellen von Mensch und Tier zusammensetzen).

Die Zahl Sechs in den Zyklen von Mikrokosmos und Makrokosmos

Rohdiamant – ewigeweisheit.de

Ein ungeschliffener Diamant mit typischer Oktaeder-Form (Fundort: Südafrika; Foto: Robert M. Lavinsky; Quelle: Wikimedia; Lizenz CC BY-SA 3.0)

In der sogenannten »Chaldäischen Reihe« der sieben klassischen Himmelskörper – Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond – entspricht der Sonne die Zahl Sechs, was ja in Hinsicht auf den solaren Zyklus in unserem Sonnensystem, mit dem zuvor Gesagten, durchaus interessant erscheinen dürfte. Denn die Sonne, als unser Zentralgestirn, lässt sich durchaus als Urbild erkennen dessen, was wir zu Anfangs als den sechstägigen Schöpfungskreislauf formulierten. Daher findet man in der esoterischen Astronomie der alten Weisen Chaldäas, auch einen Sechs-Stern (Davidstern), in dessen Zentrum sich das astrologische Symbol der Sonne befindet, worum die Symbole für den Merkur, für Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn angeordnet sind.

Das also das, was man als »zyklische Zeit« bezeichnen könnte, einen direkten Bezug zur Struktur dieser Blume des Lebens hat, könnte mit dem hier Gesagten weiterer Erklärungen entbehren, zumal ja auch die Sekunden und Minuten, wiederum als Vielfache der Zahl Sechs existieren, ebenso wie die 12 Stunden des Tages und die 12 Stunden der Nacht. Auch die Tage des Jahres, stehen ihrem Ursprung nach in Zusammenhang mit dem Teiler Sechs (60 x 6 = 360), denen jedoch noch fünf heilige Tage hinzugefügt wurden. Das man aber etwa in der Buchhaltung immer als Jahresteiler 360 verwendet, scheint hinzudeuten auf diese eigentliche, auf die materielle Welt bezogene Eigenschaft der hier beschriebenen Sechsheit der messbaren Zeit.

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Wofür steht das Pentagramm?

von S. Levent Oezkan

Pentagramm der Planeten und des Menschen - ewigeweisheit.de

Zu den wohl wichtigsten geometrischen Figuren der Geheimwissenschaften zählt der fünfzackige Stern: Das Pentagramm. Es ist ein Symbol der Vollkommenheit, dass seit uralter Zeit in religiösen Bildern eine Rolle spielt. Wir begegnen ihm im alten China, in Indien, Mesopotamien, Persien oder dem alten Griechenland. Seit Jahrtausenden verwenden Künstler und Architekten dieses archetypische Symbol in sakraler Kunst und zur optischen Veredelung heiliger Bauwerke.

Es beinhaltet viele Eigenschaften, die sich auch auf das beziehen, was wir als Menschsein verbinden mit unserem Empfinden des Schönen.

Den alten Pythagoräern galt das Pentagramm als Symbol der »Hygieia«, einer Tochter des Asklepios, dem Gott der Heilkunst. Als ihr Symbol stand es für Sauberkeit (»Hygiene«), Gesundheit und Wohlbefinden.

Heilige Zahlen 72 und 108 im Pentagramm

Innerhalb dieser geometrischen Figur finden wir drei Winkelmaße, von denen in der Esoterik insbesondere zwei von Bedeutung sind. Die fünf Zacken des Fünfsterns stehen, mit zwei Ecken von je 72°, auf je einer der darunter verlaufenden fünf Linien. Und diese Zahl 72 ist von Bedeutung für die Kabbala, in der es 72 Heilige Namen (Shem HaMephorash) gibt, die gleichzeitig je einem damit benannten Engel entsprechen.

Pentagramm in der Alchemie – ewigeweisheit.de

Das auf der Spitze stehende Pentagramm ist ein Symbol des Teufels, doch soll es als Spiegelung des Bösen, gegen das wirken wofür es eigentlich steht.

Teilen wir den 360°-Kreis durch 72, so erhalten wir wieder die Zahl Fünf, also die Anzahl der Sternspitzen des Pentagramms. Die Ecken, die sich darin im Zentrum befinden, bilden als Pentagon (Fünfeck) fünf 108°-Winkel. Und diese Zahl nun entspricht den Perlen der Mala, einer Gebetskette die sowohl im Hinduismus wie auch im Buddhismus verwendet wird.

Der Fünfstern in Alchemie und Magie

Jeder kennt wohl die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer, sowie das fünfte Element, dass in allen enthalten ist und man als die Quintessenz (von lateinisch »quinta«, die Fünfte) bezeichnet. Das aufrecht stehende Pentagramm lässt sich als symbolische Repräsentation der Eigenschaften der Dinge verwenden. Der nach oben weisenden Spitze des Pentakels ist die Quintessenz, der »Geist«, entsprechend, während man sich entlang der fünf Achsen bewegend, dann jeweils zum dem nächst-dichteren Element gelangt: der Reihenfolge nach also Quintessenz, Feuer, Luft, Wasser und Erde (was im Geiste ersonnen, wird im Feuer geformt, dann durch die Luft ins Wasser gegeben, um auf die Erde gebracht seinen Zweck zu erfüllen).

Was sich in solch einem Pentagramm jedoch gegenüber von einander befindet, weist hin auf das, was man als die »Verhältnisse des Lebendigen« bezeichnen könnte.

Goldene Spirale – ewigeweisheit.de

Ist dieses Symbol jedoch umgekehrt, also quasi »kopfstehend« abgebildet, steht es für die Kräfte der Finsternis, schwarzmagische Zwecke, oder, man könnte sagen, die negativen Wirkungen der fünf Elemente (wie etwa sich zu verirren, zu verbrennen, zu ersticken, zu ersaufen oder begraben zu werden).

Da man hier auch die Form von zwei Hörnern, zwei langen Ohren und die eines Bartes hineininterpretieren könnte, assoziiert man mit einem so angeordneten Pentagramm auch den Namen des sogenannten »Fürsten der Hölle«.

Immer aber verwendete man das Pentagramm auch als Apotropäum, einem Symbol, dass auf oder an einem Gegenstand angebracht, diesem eine Schutzwirkung verleiht. Man denke etwa an den rot bemalten Drudenfuß (umgedrehtes Pentagramm), den die Bauleute zum Richtfest in den Dachstuhl hängen, als Symbol zur Wahrnung. Man findet aber auch an den Torbögen alter Häuser diesen Drudenfuß (siehe Abbildung).

Mephistopheles:
Gesteh’ ich’s nur! dass ich hinausspaziere, verbietet mir ein kleines Hindernis, der Drudenfuß auf eurer Schwelle.

Faust:
Das Pentagramma macht dir Pein?
Ei sage mir, du Sohn der Hölle,
Wenn das dich bannt, wie kamst du denn herein?
Wie ward ein solcher Geist betrogen?

Mephistopheles:
Beschaut es recht! es ist nicht gut gezogen:
Der eine Winkel, der nach außen zu,
Ist, wie du siehst, ein wenig offen.

- Goethe, Faust: Der Tragödie Erster Teil

Was es auf sich hat mit diesem Winkel, »der nach außen zu [...] ein wenig offen«, dazu gleich mehr.

Das Pentagramm als Maß für die harmonischen Verhältnisse in der Natur

Die Seitenverhältnisse in denen sich die Linien innerhalb des Pentagramms schneiden, bilden das sogenannte Goldene Maß (auch: »Goldener Schnitt« ). Auch die gesamte Länge einer seiner Seiten, steht im »Goldenen Verhältnis« jeweils wieder zu dem größeren Teil eines Linienabschnitts.

Drudenfuß – ewigeweisheit.de

Das auf der Spitze stehende Pentagramm ist ein Symbol des Teufels, doch soll es als Spiegelung des Bösen, gegen das wirken wofür es eigentlich steht.

Man kann dieses Verhältnis aber auch auf einen Kreis anwenden, woraus sich der sogeannnte »Goldene Winkel« ergibt: einem Bogen den ein Winkel aufspannt von 222,5°, mit einem dazugehörigen Bogen über 137,5°. Hieraus ergibt sich der Blattansatz der Rose, die aufgrund ihrer Erbveranlagung auf diese Weise die maximale Aufnahme von Sonnenlicht bewirken will. Das heißt, dass wenn man sich eine Rosenblüte von oben ansieht, erkennt, dass jedes Blütenblatt exakt denselben Abstand zu dem vorherig gewachsen Blütenblatt einhält.

Ein Pentagramm lässt sich auch leicht asspziieren, wenn man einen senkrecht stehenden Apfel halbiert und das vor einem geöffnete Kerngehäuse sieht, wo jeder Winkel dem des Pentagramms (also jeweils 72°) entspricht.

Doch es lassen sich etwa auch die Linien von Viertelkreisen so verbinden, dass man daraus eine Spirale erhält. Wie in obigem Schaubild leicht zu erkennen ist, befinden sich die Seitenlängen der Quadrate im Goldenen Verhältnis zueinander, womit sich der Bogen des Viertelkreises, jeweils entsprechend fortsetzend anlegen lässt. Auch die Quadrate darin befinden sich ihrer Größe nach in perfekter Harmonie, bis in die kleinste Unendlichkeit.

Goldenes Maß im menschlichen Körper

Eigentlich ist der Mensch mit seinem Körper, wenn er die Glieder von sich streckend dasteht, selbst eine Andeutung des Pentagramm-Symbols (siehe Titelbild).

Unsere fünf Finger aber haben auch damit zu tun. Wenn Sie nämlich beispielsweise Ihren Zeigefinger betrachten, so bildet das Verhältnis zwischen der Länge des an der Hand befindlichen Fingerglieds, mit den  beiden vorderen Fingergliedern das Goldene Verhältnis, ebenso wie das erste Fingerglied (mit dem Fingernagel) mit dem mittleren.

Wenn wir uns die Länge der Hand (Spitze des Mittelfingers bis Mitte des Handgelenks) im Verhältnis zum Unterarm ansehen, sieht man wieder das selbe Goldene Verhältnis. Auch der Unterarm mit der Hand, im Verhältnis zum Oberarm, bringt das zum Vorschein.

Das selbe Goldene Maß finden wir im Verhältnis der Länge von Bauchnabel zu Schädeldecke und der Länge zwischen Bauchnabel und Fußsohle.

Ebenfalls das Gesicht ist in dieses Maß unterteilt, wo etwa die Augenpartie dieses Verhältnis zwischen Schädeldecke und Kinn bildet.

Alles was diesem Verhältnis annähernd entspricht, empfindet unser Augenmaß als harmonisch.

Die Zahl Fünf in der esoterischen Astronomie

Wegen ihrer Sonderrolle als uneigentliche Planeten, standen in der Esoterik die Himmelskörper Sonne und Mond schon immer außerhalb der Siebenheit der klassischen Planeten. Welche davon bleiben, sind darum Saturn, Jupiter, Mars, Venus und Merkur, die gemeinsam wieder eine Fünfheit bilden, die sich um ein Pentagramm anordnen lässt (man sieht die Symbole der fünf Planeten ebenfalls im Titelbild dieses Artikel).

Position der Venus bei der unteren Konjunktion in den Jahren 2004-2012. Von CWitte. Quelle: Wikipedia

Das Venus-Pentagramm (Bild: CWitte, Own work, CC-BY-SA-3.0): »nach außen zu [...] ein wenig offen«, im Bild am 06.06.2012.

Zwischen dem geozentrischen Himmelslauf des Planeten Venus und der Symbolik des Pentagramms, gibt es einen interessanten Zusammenhang, dem außerdem hinzugefügt werden muss, dass man die Venus als Morgenstern (und Abendstern) und damit als Planeten des Zwielichts, in alter Zeit auch als »himmlischen Lichtbringer« kannte.

Schaut man sich die Venus als Planeten nun innerhalb ihrer sogenannten »synodischen Umlaufzeit« von circa 584 Tagen an, zeichnet sie am dunkel dämmernden Abendhorizont, innerhalb von 8 Jahren, mit ihren fünf erdnächsten Punkten, ein fast gleichmäßiges Pentagramm am Himmel (siehe Abbildung).

Ein sonderbarer Zufall, nich wahr? Ist doch das Goldene Maß eines der Hauptmerkmale des Schönen und Begehrendswerten, wofür doch »Aphrodite« steht: die griechische Vernus!


 

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Das Heilige Symbol der Vesica Piscis

von S. Levent Oezkan

Die Christus-Mandorla - ewigeweisheit.de

Überschneidet man zwei Kreise so, dass die Bögen ihrer Radien jeweils durch deren Mittelpunkte verlaufen, erhält man eine markante geometrische Gestalt, die, wegen ihrer Ähnlichkeit mit der Schwimmblase eines Fisches, der lateinische Name »Vesica Piscis« bezeichnet: die Blase des Fisches.

Zwei ihrer charakteristischen Merkmale machen aus ihr eine Form hoher Relevanz.

Zum einen erscheint die Vesica Piscis als mathematische Figur bei Euklid (im 3. Jahrhundert v. Chr.), dem berühmten griechisch-ägyptischen Mathematiker aus Alexandria. Er verwendete diese Figur zur Konstruktion eines gleichseitigen Dreiecks.

Auch der englische Geistliche John Venn (1834-1923) machte von ihren spezifischen Eigenschaften Gebrauch. Von ihm stamm das, was die Mengenlehre das »Venn-Diagramm« nennt. Für dieses Diagramm wird im Zirkel der Radius beibehalten, den man für die Konstruktion des Vesica Piscis verwendete; die Nadel aber sticht jetzt in einen der beiden Schnittpunkte der Vesica Piscis, worum erneut ein Kreis selber Größe gezogen wird. Hiermit entsteht das markante Bild des Venn-Diagramms (siehe Abbildung).

Zirkel und Winkelmaß: Werkzeuge der Freimaurer

Venn Diagramm der Farben - ewigeweisheit.de

Venn-Diagramm zur Veranschaulichung der Vermischung von Farblicht.

Es dürfte kaum verwundern, dass Zirkel (von lateinisch »Circulus«, die Kreisbahn) wie auch Lineal, seit dem Altertum für die Menschen von Bedeutung waren. Sie nämlich ermöglichen jede nur erdenkliche geometrische Konstruktion durchzuführen. Einzige Neuerung, die in den Bauhütten der Steinmetzbruderschaften eingeführt wurde, sollte der sogenannte »Rechte Winkel« sein. Dass es hier aber eine direkte Verbindung gibt zu den Bruderschaften der Freimaurer, darauf deutet ja bereits deren Emblem: Der Buchstabe »G« zwischen geöffnetem Zirkel und Rechtem Winkel (was es mit dem sibyllinischen »G« auf sich hat, dazu ein andermal mehr).

In der Freimaurerei auf jeden Fall wird die Vesica Piscis auch als Symbol verwendet, insbesondere in Form der Kragen, die von Beamten der freimaurerischen Rituale getragen wurden.

Auch die geheimen Siegel der Freimaurerlogen werden stets mit einer Vesica Piscis umwunden. Schließlich wussten sie als Kirchenbauer von ihrer spirituellen Bedeutung für die christliche Bilderwelt. Denn kaum zufällig spielt die Vesica Piscis in der dort verwendeten Symbolik, Heraldik und Baukunst, eine bedeutende Rolle. Besonders die Kathedrale im französischen Chartres, scheint viele Beispiele für die Verwendung der Vesica Piscis zu geben.

Die christliche Mandorla

In der christlichen Kunst findet man die Vesica Piscis vor allem in Darstellungen des Jesus Christus (siehe auch Titelbild), der meist aus ihr heraussteigt oder manchmal auch darin sitzt oder daraus hervortritt. So etwa enthält auch das berühmte Symbol des Ichthys (Aussprache des griechischen Akronyms »ΙΧΘΥΣ«: Jesus der Gesalbte Gottes Sohn Erlöser), das einen Fisch zeigt (typisches Symbol der Christenheit), die Form der Vesica Piscis.

Vesica Piscis, Chalice Well Brunnen im südenglischen Glastonbury - ewigeweisheit.de

Hier sieht man eine geschmiedete  Vesica Piscis, die sich auf der Innenseite des Deckels befindet, der den Brunnen Chalice Well im südenglischen Glastonbury schließt.

Aus gutem Grund also war dieses Symbol oft Gegenstand mystischer Spekulationen. Schon die Pythagoreer betrachteten die Vesica Piscis als heilige Figur. Sie benannten die Proportionen zwischen der Breite und der Höhe des Vesica-Piscis-Diagramms, in einem Verhältnis von 265: 153, was einer sehr guten Annäherung an die mathematische Quadratwurzel aus 3 entspricht: einem Faktor, der sich ergibt aus der Höhe zwischen der Linie der beiden Kreismittelpunkte (linker und rechter Kreis zur Konstruktion der Vesica Piscis) und dem Schnittpunkt der beiden Kreise.

Interessant dabei ist, dass der Teiler 153, eine bedeutende Zahl in der christlichen Mystik darstellt. Man findet die Zahl 153 zum Beispiel im Evangelium Johanni 21:11:

Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.

Diese Zahl jedoch hat noch weitere numerologische Bedeutungen in der christlichen Mystik, auf die an dieser Stelle jedoch nicht eingegangen werden kann (siehe aber im Lehrbuch der Numerologie von Johan von Kirschner).

Als Mandorla bezeichnet (lateinisch für »Mandel«), steht die Vesica Piscis als Symbol für den sichtbaren Ausdruck der Licht- und Heilskraft Christi. Als solche war sie im Mittelalter heiliges Sinnbild für alles Gottes- und Weltverständnis.

Ihrer Form gemäß lässt sich die Vesica Piscis durchaus auch als stilisierte Vulva interpretieren, wo sie quasi als Ursprung allen Lebens gilt (wie insbesondere Mariens Geburt des Heilands).

Im südenglischen Glastonbury (manche nennen den Ort »Avalon«), das ganz bedeutend ist für die Sage um König Artus, Morgan Le Fey und auch die Gralslegende, findet sich eine stilisierte Version der Vesica Piscis: da nämlich ist sie eingearbeitet in den Deckel eines Brunnens mit dem Namen »Chalice Well« (englisch für »Kelchbrunnen«, das heißt also »Brunnen des Grals«).

 

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Architektonische Geheimnisse tibetischer Baukunst

von S. Levent Oezkan

ewigeweisheit.de

Überall auf unserer Welt existieren Bauwerke, deren Strukturen auf einer »Heiligen Geometrie« basieren. Wie sich das aber im tibetischen Buddhismus äußert, beantwortete der englische Künstler Keith Kritchlow (1933-2020) auf ganz wunderbare Art. Er beschreibt darin die Dreiheit von Himmel, Mensch und Erde, was im Folgenden wiedergegeben werden soll.

Bevor wir uns aber der Beantwortung dieser Frage zuwenden, sollte zuerst einmal festgestellt werden, dass es, neben einer spezifisch kulturellen, immer auch eine universale Darstellung der folgenden Ausführungen gibt. Die Geometrie tibetischer Architektur ist dabei sehr charakteristisch. Auch wenn die dabei verwendeten Formen sehr einfach sind (Quadrat, Dreieck, Kreis), ließen sich in alter Zeit daraus doch Sakral-Bauten gestalten, die in ihrem sehr komplexem Baustil bis heute erhalten sind.

Baut man in Tibet einen Stupa oder eine Pagode, spricht man in der Tat vom »Körper des Buddha«. Es nicht nur ein Symbol für den Erwachten, sondern wird als solches Bauwerk in der Tat zum Vorbild dessen, was der Siddhartha Gautama Buddha im wahrsten Sinne des Wortes »verkörperte«: Eine Erscheinung vollkommener Harmonie – auf körperlich-materieller, seelischer, sowie auf menschlich- und himmlisch-geistiger Ebene.

Quadrat und Dreieck

Um dieser Aussage gerecht zu werden, hat man ein mehr oder weniger dreigliedriges System entworfen, wobei die grundlegende Form dessen, zuerst das Quadrat repräsentiert:

Wie auch in anderen Kulturen, ist das Quadrat ein Symbol für die Erde, das heißt, das ist materielle Ebene des Seins. Hierin befindet sich alles Geschaffene, alles konkret Seiende.

Während des Entwurfs einer Pagode, geht man nun über, in eine weitere, grundlegende Form der Heiligen Geometrie: Das Dreieck.

Auch in anderen Religionstraditionen begegnen wir dem Sinnbild des Dreiecks, wie ja vor allem in der christlichen Trinität von Vater, Heiligem Geist und dem Sohn.

Es ist das Dreieck aber auch ein Symbol in der Alchemie, wo es als solches, in nach oben zulaufender Richtung, das Element Feuer repräsentiert, was gewiss wiederum einen Bezug zu dem hat, was man das »Geistige« nennt. Es dürfte daher kaum verwundern, wenn Buddhisten beim Dreieck, von einem Symbol des Bewusstseins sprechen. Und dies natürlich geht einher mit der menschlichen Fähigkeit mitzuwissen, im Sinne eines Erlebens mentaler Zustände.

Da nun der Buddhismus in Indien entstand, stammen seine grundlegenden Begriffe aus dem Sanskrit, und im Fall des Dreiecks, als Symbol des Bewusstseins, fällt da das Wort »Manas«, von dem auch etymologisch das deutsche Wort »Mensch« stammt. So ist im Dreieck auch das ausgedrückt, was man der Wesentlichkeit allen Menschseins zuschreibt, in seiner Wahrnehmung auf den Ebenen von Körper, Sprache und Denken.

Wenn wir nun oben von »Bewusstsein« sprachen, geht es da ebenfalls um drei Dinge: Den Wissenden, das Gewusste und den eigentlichen Wissensakt. Es sind immer diese drei Dinge, die bewusst sein lassen. Ohne sie gibt es kein Bewusstsein. Im Hinduismus stehen diese drei Teile zusammengenommen, für die Bewegung des Geistigen.

Im alten Griechenland bestand diese Dreiheit aus

  • den vorangehenden,
  • den erhaltenden und
  • den wiederkehrenden Modi des Geistes.

Der Kreis

Als nächstes wäre da nun der Kreis zu nennen, als Symbol des Himmlischen:

So wie das Quadrat ein Symbol ist für die Immanenz – Eigenschaften die den Dingen innewohnen – ist der Kreis ein Symbol für die Transzendenz – dem was außerhalb möglichen Erfahrens liegt, unabhängig von normaler Sinneswahrnehmung.

Nun ist es jedoch so, dass das Symbol des Kreises, aus dem Bereich der Transzendenz, natürlich die Formen der Immanenz enthält, sie umkleidet, ja streng genommen sogar ihre Quelle ist. Darum umfasst sie auch solche Formen wie das Quadrat:

Oder aber das Dreieck.

In beiden Fällen aber könnte man hierzu sagen, dass sich diese Urformen von irdischer Welt und menschlicher Seele, sich quasi an ihren Ursprung »erinnern« (symbolisiert durch den Kreis) und dahin auch zurückkehren wollen.

Nun drängt sich dem einen oder anderen vielleicht die Frage auf: Wie lässt sich vom irdischen Quadrat, über das menschliche Dreieck, zum übernatürlichen Kreis des Himmlischen aufsteigen?

Mit der Beantwortung dieser Frage kommt das Problem von der Quadratur des Kreises ins Spiel: Es gibt keine Formel, anhand derer sich eine Gleichung entwickeln ließe, von der man aus der Fläche eines Quadrats auf die gleiche Fläche eines Kreises, und damit auf seinen Durchmesser schließen kann (wie auch vice versa). Es verhält sich da wie mit dem Geist, der ebenso wenig messbar ist anhand dessen, wovon er ausgeht oder was seinen Ursprung bindet.

Aus Sicht der Heiligen Geometrie aber ist diese Anwendung durchaus möglich. Denn wenn wir, wie in obigem Beispiel gezeigt, durch das Quadrat, mit dem umliegenden Kreis eine Diagonale ziehen, befindet sich diese sowohl im Viereck, wie auch gleichzeitig in dem kreisförmigen Bogen. Diese Diagonale aber existiert, wegen der vier Punkte im Quadrat, zweimal:

Hieraus nun erhalten wir eine Vierteilung, die natürlich mit den vier elementaren Bestandteilen der Alchemie korrespondieren, aus denen die physische Welt beschaffen ist: Feuer, Wasser, Luft und Erde. Was jedoch im Herzen dieser Figur zusammenläuft, im Schnittpunkt also, dieses Zentrum nennen Alchemisten den »Äther« oder die »Quintessenz«, was gleichbedeutend mit dem Prinzip des Geistigen ist.

In dieser Symbolik findet sich man »die vier Reiche« nennt. Wer dabei den Sinn der Quintessenz erfasst hat, dem wird auch die oben beschriebene Bedeutung der Dreiecke bewusst, die hier ja aus vier Perspektiven gezeichnet erscheinen.

Es ist damit also das Wissen der großen Vierheit vermittelt, sei es als Kenntnis von der irdischen Welt in ihrer Bedeutung für die vier Himmelsrichtungen, vier Jahreszeiten, vier Lebensphasen (Geburt, Jugend, Erwachsensein, Alter) und so weiter.

Wer jedoch das Zentrum, die Quintessenz dessen – den »Geist« also –, bewusst als Mittelpunkt der Welt erkannt hat, der kann hiermit auch den sich daraus umgebenden Kreis (auf himmlisch-transzendenter Ebene) deuten lernen. So jemand hat wahrlich Erkenntnis gewonnen.

 

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Freundeskreis der Edition Ewige Weisheit

Innere Weisheiten vermitteln - Spirituelle Erfahrungen teilen: Gemeinsam.

Riesige, immer neue Wogen an Informationen münden heute mehr und mehr ins Uferlose. Nur sehr wenig davon verdient als wahres Wissen gewertet zu werden.

Wer aber in Berührung kam mit innerer Welterkenntnis, der vermag auch, jenseits dieser gegenwärtigen Informations-Krise, neue Wege zu entdecken, die ihn zu wahren Weisheiten führen können.

Was man heute Wissen nennt, hat mit Weisheit doch nur wenig zu tun. Eher vergrößert vieles davon die Probleme unseres Daseins, im Informations-Strudel einer sich ständig verändernden Welt der Moderne.

Das, woraus sich unser alltägliches Wissen ursprünglich bildete, geht zurück auf ein inneres, ein esoterisches Wissen, das sich als Urwissen der Menschheit bezeichnen ließe. Vielen Menschen der Gegenwart aber ist nicht bewusst, dass so etwas überhaupt existiert – oder – sie solch Wissen nur oberflächlich betrachtet, als unwichtig einschätzen.

Wer jedoch von dem Urwissen der Ewigen Weisheitstraditionen der Welt erfährt, dem dürfte sich auch der Sinn unseres Daseins allmählich entfalten.

In solch universalem Bewusstsein, für eine allem Wissen zugrunde liegenden Urtradition, können wir entsprechend handeln und unsere gemeinsame Zukunft verantwortungsvoll bewältigen.

Das Ziel des Freundeskreises

Das Wirken des Freundeskreises prägt ein zentrales Ziel: Die traditionellen Weisheitslehren aus West und Ost stärker mit ihrem gesellschaftlichen Umfeld, im deutschsprachigen Raum zu verbinden – durch Bildungsarbeit und die ideelle Unterstützung von Menschen in Ihrer Bewusstseinsfindung.

Er trägt dazu bei, die geistigen und kulturellen Werte, einer allen spirituellen Traditionen zu Grunde liegenden Weisheit, zu fördern und zu verbreiten. Diese Weisheit nahm ihren Ursprung in den alten Menschheitskulturen. In ihr spiegeln sich bis heute die Wesensmerkmale eines inneren Wissens der Menschheit.

Dazu zählen die Weisheiten und Erkenntnisse aus der Hermetik, der Alchemie, der Kabbala, des Neuplatonismus, der Gnosis, der christlichen Mystik,  des Sufismus, des Vedanta, des Taoismus, des Schamanismus und der Traditionen indigener Spiritualität.

Die damit zusammenhängenden Überlieferungen führen den Einzelnen an die Tore höherer Bewusstheit für das, was in ihm verborgen ist, doch erkannt werden will.

Aus der im Freundeskreis erfolgenden Zusammenarbeit, soll im Jahr 2022 eine Stiftung hervorgehen, die Menschen im deutschsprachigen Raum ermöglicht, Freundschaften zu schließen, im Bewusstsein eines gemeinschaftlichen Ursprungs der traditionellen Weisheitslehren der Menschheit.

Diese Stiftung will Orte auf Erden schaffen, die spirituelle Zufluchtsstätten für all jene bereitstellen, die sich dem Trubel der modernen Welt des Alltags entziehen möchten – mit dem Zweck, einen kraftvollen Strang im tief verwurzelten Urwissen der Menschheit für sich zutage zu fördern.

Die Arbeit des Freundeskreises

Das, was aus der Wiege unserer Menschheitskultur, sich als spiritueller Impuls so kraftvoll in Bewegung setzte, um sich auf der Erde auszubreiten, will der Freundeskreis Menschen unserer Gesellschaft vermitteln, die die wesentlichen Weisheitslehren oben genannter Traditionen zu erfahren wünschen.

Es ist im Sinne des Freundeskreises der Edition Ewige Weisheit, wegen einer scheinbar überall aufdämmernden Zeitenwende, möglichst vielen Menschen das nahe zu bringen, was das innere Wissen der Kulturen in West und Ost zu tragen vermag – im Leben des Einzelnen, wie auch im Zusammenleben der Menschen untereinander.

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Welchen Nutzen erfüllen magische Amulette?

von S. Levent Oezkan

Amulett - ewigeweisheit.de

Die Verwendung von Amuletten stammt aus einer Zeit, als die Menschen ihren spirituellen Segen noch im Animismus und der Magie zu finden hofften. Immer aber verwendete man diese Objekte in der Erwartung, dass darin konzentrierte Kräfte auf ihren Besitzer übergehen.

An unzähligen Orten fanden Archäologen Amulette und Talismane aus alter Zeit. Es scheint als hätten sich die Menschen Objekte geschaffen, um sich einerseits zu schützen, andererseits durch Amulette aber Einfluss auf die eigene Zukunft oder auf andere Menschen zu nehmen. Davon wissend hatte man gewiss Anlass sich zu beunruhigen. Tagsüber mühte man sich auf den Äckern ab, alle möglichen Verletzungen wollten kuriert und Krankheiten geheilt werden. Auch musste man sich vor feindlich gesinnten Zeitgenossen schützen. Immer schon gab es Männer und Frauen die sich dem Dienst des Bösen verschrieben. Man fürchtete solche Schwarzmagier natürlich ebenso, wie jene unberechenbaren Raubtiere, die einem aus dem Gestrüpp auflauerten.

In sehr alter Zeit waren vor allem die Nächte von Angst und Schrecken bestimmt. Unbekannte Gefahren lauerten überall in der Dunkelheit. Wilde Tiere suchten nach Beute und umschlichen die Eingänge zu den von Menschen bewohnten Höhlen. Man schlief ein in Angst. Wer da aber ein Amulett zum Schutze bei sich trug, hoffte sich damit das Böse vom Halse halten zu können.

Der Böse Blick

Menschen stellten Amulette und Talismane her, um sich Kraft beim Kinderzeugen zu geben oder um sie beim Kampf gegen sichtbare und unsichtbare Feinde einsetzen zu können. Doch auch das was man den "Bösen Blick" blickt nennt, sollten Amulette abwehren. Im Orient findet sich dazu das Nazar-Amulett. Es soll den Träger vor unheilvollem Blick feindlich gesinnter Menschen schützen. Drum gleicht das Nazar-Amulett einem Auge, das quasi als Gegenzauber jeden Blick erwidert. Dem ähnelt auch die "Hand der Fatima" - einem wichtigen Schutz-Symbol des islamischen Kulturkreises, dass heute noch in unzähligen Varianten als Amulett verwendet wird.

Immer auch gab es Amulette zum Schutz von Frauen, Kindern, Heim und Vieh. Die Menschen in alter Zeit waren viel mehr auf einander angewiesen. Wilde Tiere rissen Vieh, Giftschlangen lauerten unter Felsen. Auch Unwetter waren gefürchtet, konnten sie doch das mühsam angebaute Getreide im Nu vernichten.

Hamsa: Hand der Fatima – ewigeweisheit.de

Die Hand der Fatima (auch: "Hamsa") ist eines der bedeutendsten Schutzamulette des Orients.

Die Alten Götter: Beschützer der Menschen

In vorzeitlichen Zivilisationen wusste man, dass die Welt Götter regierten. Diese höchstverehrten und gefürchteten Wesen verwendeten Magie, um ihre Wunder zu vollbringen - in Himmel und Natur. Kaum verwunderlich wenn darum auch Männer und Frauen versuchten mit Hilfe magischer Kräfte ihre Probleme zu lösen und gefährliche Hindernisse im Leben aus dem Weg zu schaffen. Was den Göttern half, musste schließlich auch Menschen zur Hand gereichen. Auch aus diesem Grund schuf man Amulette. Man stellte sie gewiss auch im Andenken an die Ahnen und verehrten Gottwesen her, bildete sie nach und ritzte oder malte die Namen und Symbole der Götter auf das zu bezaubernde Objekt.

Über unzählige Generationen hinweg gab man die damit zusammenhängenden Rituale weiter, auch wenn sich immer eigene, individuelle Aspekte mit einfügen sollten. Man erhoffte sich durch das Anbringen von Amuletten die Zukunft zu beeinflussen – oder, anders gesagt: das Schicksal in gewünschte Bahnen zu lenken. So trug man Amulette auch im Bett, damit sich einem in den Träumen die Zukunft offenbare.

Bei der Herstellung eines Amuletts ist zuerst das verwendete Material (Mineralien, organische Stoffe wie Haut, Horn oder Holz) von Bedeutung. Die darauf befindlichen Symbole, magischen Formeln oder die am Amulett angefügten Fetische, beschreiben den Zweck des Amuletts. Natürlich spielen auch Zeit und Ort der Herstellung eine wichtige Rolle. Besondere Bedeutung aber kommt jener Person zu, die das Amulett schafft. Denn mit der charakteristischen Handlung seiner Herstellung, überträgt sich die Aura des Fertigers auf das Objekt. So etwas mag bei der Schaffung alltäglicher Produkte ganz nebensächlich sein; bei der Herstellung eines Amuletts sind diese Faktoren tatsächlich von Belang.

Glauben muss eine Gewissheit sein

Der Name oder die Worte, die in einem Amulett eingezeichnet sind, dienen der Anrufung geistiger Wesen. Jedem Buchstaben entspricht ein bestimmter Schwingungszustand: er besitzt sowohl einen charakteristischen Klang, wie auch einen ihm zugehörigen Zahlenwert (Numerologie). Damit bildet ein Wort ein Schwingungsfeld, dass in sich natürlich geistige Gebilde assoziiert, die auch Elementale erzeugt, das sind mentale Seinsformen. Je nach Art der Bedeutung, des Klanges und der Numerologie eines Wortes, fühlen sich von den damit erzeugten geistigen Formen auch Menschen und Engel angezogen - auch dann, wenn ein Amulett Träger eines solchen Namens ist. Im positiven Falle soll das Amulett dann als Helfer oder als Beschützer dienen.

All das aber ist nur wirksam und wird seine magische Pflicht auch nur erfüllen, wenn sein Träger den notwendigen Glauben entwickelt. Nur in absoluter Gewissheit über seine Kraft, wird ein Amulett seinen Zweck erfüllen. Ansonsten bleibt es nur ein totes Stück Materie.

Ein Psychologe würde das vielleicht als reinen "Placebo-Effekt" abwinken. Gleichzeitig aber hilft auf lange Sicht auch die wirksamste Medizin niemandem, wenn sie ihm von einem gleichgültigen Arzt verschrieben wird. Dem "Patienten" fehlt dann der Glaube an die Genesung an sich. Das heißt, er kommt vielleicht bald wieder wegen einer anderen Angelegenheit, denn ihn drängt dazu eine bestimmte Lebenseinstellung.

Sicher ist die Frage berechtigt ob es überhaupt bestimmter Amulette bedarf, die nur dann an Kraft gewinnen wenn ein Mensch auch tatsächlich an ihre Wirkung glaubt. Könnte man sich dann aber nicht einfach auf den Gedanken konzentrieren, der sich um einen bestimmten magischen Namen dreht? Die Antwort ist ganz klar: Ja!

Fest steht, dass wenn der Glaube eines Menschen stabil ist und er an die Symbole, Worte oder Verse glaubt, von denen er sich Hilfe verspricht, werden sie für ihn auch ihren helfenden, bewahrenden oder heilenden Zweck erfüllen. Wir Menschen aber sind visuelle Wesen. Und so lassen sich Amulette als wirksame Utensilien verwenden, um die Bedeutung unseres Wunsches nach Schutz, Hilfe und Heilung, in unserer Erinnerung zu behalten. Was wir immer wieder lesen, prägt sich uns ein.

Art und Wesen eines Amuletts

Keiner kann genau sagen welche tiefere Bedeutung dem Wort "Amulett" letztendlich zu Grunde liegt. Fest steht, dass sich seine Bedeutung änderte. Heute verwenden wir das Wort zur Bezeichnung eines besonderen Gegenstands, der in sich magische Kräfte trägt.

Die Menschen der Urzeit verwendeten Amulette, die aus natürlichen Materialien hergestellt waren. Insbesondere Form und Farbe waren da relevant. Alles das eine ungewöhnliche Tönung oder Beschaffenheit besaß, eignete sich gut. Alles neue oder unbekannte, wurde häufig zur Herstellung von Amuletten verwendet. Daran dürfte sich auch heute nichts geändert haben. Jedes Objekt, dass wir in die Hand nehmen können und was unsere Begeisterung hervorruft, eignet sich um daraus ein Amulett herzustellen. Vor allem natürliche Materialien wie Minerale, Zweige oder Teile einer Baumrinde, eignen sich sehr gut. Besondere Bedeutung erlangten irgendwann aber auch beschriebene Stoffe, Papier oder Metall. Auch die Kombination der genannten Materialien, eigneten sich ganz ausgezeichnet zur Herstellung von Amuletten.

Münze mit Sator-Quadrat – ewigeweisheit.de

Münzamulett aus dem Jahr 1570 (Antikensammlung, Schloss Skokloster, Schweden). Auf der einen Seite ist das berühmte Sator-Quadrat eingraviert: eine der verbreitetsten Zauberformeln des Abendlandes, die ihren Träger vor Seuchen und Unheil schützen sollte.
(Mynt - Skoklosters slott, von Miguel Herranz, CC BY-SA)

Münzamulette

Eine der wichtigsten und bereits sehr alten Formen von Amuletten bilden Münzen. Denn was sie von natürlich gewachsenen Materialien unterscheidet, ist, dass sich in Metall nicht nur auf jede nur erdenkliche Art prägen lässt. Münzen bleiben über Jahrtausende bestehen, sind sie doch verfertigt aus Edel- und Halbedelmetallen (Gold, Silber, Kupfer) oder Legierungen (Bronze, Messing, Stahl).

Bilder

Immer freuten sich Menschen über einen für sie persönlich wertvollen Besitz - etwas das man immer bei sich trug oder in sein Heim brachte, um es dort an besonderer Stelle abzulegen oder anzubringen. Wenn diese Zwecke in Urzeiten Amulette erfüllten, waren es im späteren Christentum manchmal auch die Ikonen der Heiligen.

Heute scheinen Fotos von Familienangehörigen und Freunden, diesen erhofften glückbringenden Zweck erfüllen zu sollen, um sich etwa das schöne Lächeln eines Menschen in Erinnerung zu rufen, wenn die Dinge einmal nicht so gut laufen, wie sie eigentlich sollten.

Zwei Hauptkategorien

Niemand weiß, welchen Zweck all jene Amulette erfüllten, die man zum Beispiel bei archäologischen Ausgrabungen fand. Schaut man sich aber die Vielzahl der Variationen gefundener Amulette an, lässt sich ausschließen, dass sie für jeden Zweck gedacht, geschweige denn geeignet waren.

Grundsätzlich aber lassen sich zwei Arten von Amuletten unterscheiden: Persönliche und Allgemeine.

Persönliche Amulette

Seit alter Zeit suchten Menschen in Amuletten ein Mittel, sich vor Krankheiten zu schützen. Man wollte damit die Naturkräfte des Körpers stärken und bewahren.

Als Zweites wären Amulette zur Stärkung der männlichen Potenz zu nennen. Schließlich entschied sie über die Fortpflanzung, und damit für den Bestand der eigenen Sippe. Natürlich gab es darum auch Amulette, die die Schwangere beschützen sollten, sie vor einer Fehlgeburt bewahren und die Geburtswehen erleichtern. Auch in der Stillzeit wurden Amulette verwendet.

Man trug, und trägt auch heute noch Amulette, zum Schutz vor verschiedenen Seuchen und Plagen, gegen die Pest, zur Bewahrung vor einem Sonnenstich, vor Blitzschlag, vor Überfällen durch wilde Tiere, vor Skorpionenstichen oder Schlangenbissen, zum Vermeiden von Wunden, die einem jemand im Kampf schlagen könnte, Amulette gegen Ertrinken, und so weiter.

Seefahrer trugen Amulette die sie vor Schiffbruch bewahren sollten. Bestimmt erfüllten einen ähnlichen Zweck tätowierte Anker von Seefahrern in jüngerer Zeit, einem Symbol von dem man sich schlicht versprach, wieder in einem Hafen anzulegen. Händler trugen Amulette bei sich, um sich auf dem Schwarzmarkt vor Betrügern und Unglück zu schützen. Ein Karawanenführer erhoffte sich vom Schutz seines Amuletts, dass seine Kamele und seine Esel, sicher von einem Ort zum anderen kamen.

Ein Bauer versteckte Amulette in seinem Acker oder hängte sie an Bäume, deren Äste über das Kornfeld ragten. Auch versah er die Stärksten unter seinem Vieh an Horn und Stirn mit besonderen Amuletten, im Glauben, damit Raubtiere abzuhalten.

Alles in Allem dienten persönliche Amulette immer dazu, einen vor dem Bösen Blick zu bewahren, den Einfluss böser Mächte abzuwenden, vor Krankheit und Versehrung zu schützen.

Allgemeine Amulette

Amulette wurden immer auch in die Fundamente beim Hausbau oder im Gemäuer verewigt. Das waren meist Münzen oder andere aus Metall verfertigte Gegenstände. Gewiss erinnern auch Richtfest-Bräuche an den Wunsch ein Bauwerk zu schützen. Dabei wird, auf dem neu errichteten Dachfirst, eine kleine, junge Fichte oder Birke angebracht, an der bunte Bänder wehen. Sie soll den Handwerkern beim Hausbau Glück und Segen bescheren. Um das Haus vor Unheil zu schützen, hing dort gelegentlich auch ein eiserner Drudenfuß: ein Pentagramm zum Schutz vor dem Bösen.

Dörfer und Gemeinden dienten Amulette ebenso zum Schutz, wieso man sie an Toren und Eingängen, oder an anderen wichtigen Orten platzierte.

Drudenfuß – ewigeweisheit.de

Drudenfuß am Torbogen eines alten Hauses. Das auf der Spitze stehende Pentagramm ist ein Symbol des Teufels. Wenn es jedoch an einem Gebäude angebracht wird, dient es quasi auch als Gegenmittel gegen das, wofür es eigentlich steht.

Übertragung geistiger Kräfte durch Amulette

Seit alter Zeit erhoffen sich Menschen durch Amulette Einfluss nehmen zu können auf das eigene Schicksal. Der Träger eines Amuletts küsst es vielleicht, wenn er sich einen Erfolg erhofft. War dem aber nicht so, und ging es mit ihm bergab, entledigte er sich des Wunderdings und suchte nach einem neuen.

Natürlich kam es auch vor, dass Amulette verloren gingen oder besonders wertvolle Talismane gestohlen wurden. In solchen Fällen verlor ihr Träger oft seine magischen Kräfte und sie gingen mitunter über auf den Finder oder den Dieb des Amuletts. Doch nicht nur das: Sein neuer Besitzer konnte damit auch auf den eigentlichen Besitzer magisch einwirken.

Wer sich also tatsächlich ein Amulett herstellt oder herstellen lassen will, sollte solche Eventualitäten durchaus ernst nehmen!

Similia Similibus Curentur: Ähnliches schützt vor Ähnlichem

Die Grundprinzipien der Homöopathie geben einige inspirative Ansätze bei der Herstellung eines Amuletts. Wie erwähnt wurden Amulette nicht nur zum Schutz getragen, sondern erhoffte man sich vom Tragen solcher Wunderobjekte auch Heilung von Krankheiten. Jemandem der etwa an Gelbsucht litt, dem half ein gelb gefärbtes Amulett. Dazu verwendete man zum Beispiel gelbe Blüten, die in Wasser aufgeweicht waren, in dem gelbe Steine gewaschen wurden. Man trug rote Steine um Blutungen einzudämmen. Man glaubte also, dass eine Krankheit kuriert werden konnte, wegen der Ähnlichkeit der Farbe des Heil-Amuletts mit den Farberscheinungen der Symptome: Gelbes gegen Gelbsucht, Rotes gegen Blutungen und so weiter.

In alter Zeit verwendeten Menschen Amulette auch dann, wenn sie eine bestimmte Form besaßen, die ihrem Schutzzweck entsprach. Mit dem Zweig in Form einer Hand weihte man Amulette die die Hände ihres Trägers schützten oder ein Leiden seiner Hände kurieren sollten.

Träger der Willenskraft

Schon die Menschen der Urzeit schienen an spirituelle Einflüsse zu glauben. Nicht umsonst nämlich, befanden sich nur an bestimmten Orten Höhlenmalereien oder besondere Symbole, die einen Kraftort kennzeichneten.

Diese unsichtbaren, geistigen Kräfte, konnten belebte und unbelebte Dinge aufnehmen, was sie dabei zu einem Amulett machten. Solch ein materielles Objekt ist dann nicht mehr nur träger Stoff, sondern birgt wirksame Kräfte in sich – das, was man im Okkultismus auch als "Egregor" bezeichnet. Es ist eine metaphysische Wesenheit, die sich aus besonderen Gedankengebilden zusammensetzt und durch einen Meister darauf übertragen werden. Diese können von Einzelpersonen oder auch von ganzen Menschengruppen stammen. Man denke etwa an das wichtigste "Amulett" der Christenheit: das Kreuz.

Amulette können diese transzendente Kraft enthalten, die – unter anderem durch Leistungen und Taten – auf Menschen oder Naturphänomene übertragbar ist.

Zwar sind diese Krafteinflüsse nicht physisch, sondern übernatürlich, doch sie können sich dennoch äußern, als physische Kräfte oder als die besondere Vortrefflichkeit eines Menschen.

Bei der Auswahl des Trägermaterials sollte wieder das obig angedeutete Simile-Prinzip der Homöopathie zur Hilfe genommen werden. Die alten Menschen etwa trugen besondere Fetische mit Krallen oder Zähne von Löwen. Damit glaubte man sich eben vor den selben Tieren zu schützen. Man versprach sich davon aber ebenso höhere Fähigkeiten und Kräfte. Dem Tragen von Adler-Federn schrieb man hohe Schnelligkeit zu und auch die Sicht sollte sich damit schärfen. Amulette aus Schlangenleder sollten ihrem Träger die Schläue und Gerissenheit des Reptils verleihen.

Die in diesen Stoffen und Materialien geglaubten Kräfte dienen auch heute noch Schamanen, Zauberern und Geistheilern in ihrer Arbeit. Diese Objekte verleihen ihrem Träger Kraft – etwas das sich jenseits natürlichen, menschlichen Vermögens abspielt.

Heilwirkungen der Kraft

Diese transzendente Kraft wirkt auch an Orten. Das können Orte des Schreckens oder Orte der Heilung sein. Da wäre natürlich die Quelle von Lourdes zu nennen, an die sich jährlich tausende Menschen begeben. Viele Wunderheilungen ereigneten sich dort in der Vergangheit.

Auch die Gräber der Propheten und Heiligen, das Christusgrab in Jerusalem und viele dieser Art, an anderen Orten auf der Welt: dort wirkt eine Kraft, die auf die Anwesenden übergeht.

Wenn also besondere Gedankenformen, die sich um Objekte und Orte drehen, diesen Dingen eine sonderbare Kraft verleihen, so ist das auch einem Menschen möglich, der ein Amulett besitzt. Er kann es durch seine Gedanken "aufladen". Wenn es sich um das Amulett eines anderen, vielleicht sogar schon verstorbenen Menschen handelt, so sollen dessen Geistformen noch immer daraus wirken.

Wer ein Amulett zum Schutz oder einen Talisman als Glücksbringer verwenden möchte, sollte ihn sich selbst suchen oder anfertigen. Ein Amulett dass einem Menschen göttlichen Beistand in allen möglichen Lebenssituationen gewähren soll, darf nur von einer spirituell reinen Person verfertigt sein. In beiden Fällen aber wird das Amulett durch bestimmte Sprüche oder Gebete geweiht und gesegnet.

 

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