Über S. Levent Oezkan

Privatgelehrter - Autor

S. Levent Oezkan - ewigeweisheit.deIm schönen Heidelberg am Neckar kam ich zur Welt im Jahr 1971. Da wurde ich geboren als Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter.

Die Vorfahren meiner Eltern kamen ihrerseits aus anderen Ländern. Meine türkischen Vorfahren waren ursprünglich Turkmenen, die sich gegen Ende des 18. Jhd. im Gebiet zwischen dem Gebirge des Mittleren Taurus und dem Fluss Saros niederließen.

Mein türkischer Urgroßvater war ein Imam und Agha. Er gründete jenen Ort, aus dem meine türkische Familie stammt. In dieser Region Südanatoliens befindet sich auch das 7000 Jahre alte Tarsus – Geburtsstadt des Apostels Paulus – Heimatstadt meiner türkischen Familie.

Sowohl mein türkischer, wie auch mein deutscher Großvater waren sehr gläubige Menschen. Einer vollzog die Pilgerfahrt nach Mekka, der andere war ein frommer Wallfahrer.

Die Familie meiner Mutter kommt aus Berlin. Mein Großvater arbeitete für den Deutschen Geheimdienst. Seine Vorfahren aber waren vermutlich jüdische Pelzer, die später zum Christentum konvertierten. Er wurde in einem mährischen Dorf nahe der Stadt Znaim geboren, was damals zum Kaiserreich Österreich-Ungarn gehörte. Dieses Dorf gründete einst eine alte christliche Täufer-Gemeinde.

So also spreizen sich die Wurzelstränge meiner Vorfahren von Mesopotamien bis hinein nach Mitteleuropa.

Seit meiner Kindheit waren islamische wie auch christliche Spiritualität gegenwärtig. Meine Eltern aber handhabten das sehr libreal. Was sie mir an Spiritualität vermittelten, war mehr der Glaube an eine höhere Ordnung unserer Welt, in der wir als Menschen eine besondere Rolle spielen. Sie stellten mir aber frei, mich für einen Glauben zu entscheiden, oder aber ohne Konfession zu bleiben.

Diese Offenheit vielleicht, inspierte mich immer neues Wissen zu sammeln. Und dieses Interesse zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Schon als kleiner Junge suchte ich Bibliotheken auf.

Von meinem 11. bis zum 17. Lebensjahr verbrachte ich mit dem täglichen Studium der Alchemie und der Hermetik. Alle mir zur Verfügung stehenden Mittel investierte ich in Chemikalien und Gerätschaften meines Laboratoriums.

Das war aber auch die Zeit in der ich begann die fernöstlichen Weisheitslehren des Tao und Zen zu studieren.

In den 1990er Jahren reiste ich für längere Reise in den Orient und besuchte die heiligen Stätten Jerusalems. Von dort setzte ich meine Reise fort nach Indien, besuchte den heiligen See Pushkar, wie auch Ajmer, einen wichtigen Pilgerort vieler Sufis. Jedes Jahr strömen dorthin Zehntausende zum Mausoleum des islamischen Mystikers Muinuddin Chishti.

2010 erhielt ich in Dahab (Sinai) meine Einweihung zum Geistigen Heiler, durch eine dort lebende französische Meisterin. Von 2011-2014 war ich Vize-Präsident der International Light Association, einem Zusammenschluss von Heilern und Ärzten im Umfeld der Licht- und Farbtherapie.

Anfang der 1990er Jahre, bis Ende der ersten Dekade des 21. Jhd., war ich als Musiker und Musikproduzent tätig, in nationalen und internationalen Projekten und stand auf vielen Bühnen mit verschiedenen Bands. Wie es aber das Schicksal wollte, kam es 2007 zu einem Bruch. Seitdem schreibe ich.

Zuwendung zur Philosophia Perennis

Über die Pythagoreische Numerologie kam ich 2004 zur jüdischen Kabbala – und wegen meines Interesses für die indogermanischen und semitischen Weisheitslehren, wendete ich mich der Ewigen Weisheit zu - der Philosophia Perennis.

Im Mittelalter kam über die Karawanenrouten nach Europa auch vedische Weisheit und esoterisches Wissen des tibetischen Buddhismus. Auf den alten Routen der Seidenstraße begann im 13. Jhd. ein großer Wissensaustausch zwischen Okzident und Orient. Besonders in der Region des alten Reichs von Chorasan (heute eine iranische Provinz, einst aber ausgebreitet über das heutige Afghanistan, den Iran, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan), kam es wohl zu wichtigen Begegnungen der Weisen aus dem Morgen- und Abendland. Dort auch wurden die großen Sufi-Mystiker Dschallaledin Rumi und Fareduddin Attar geboren.

Im Nahen Osten des 3. Jhd. n. Chr. entstand die christliche Gnosis, die sich vornehmlich über den Propheten Mani mit den Weisheiten des fernen Ostens verband. Jener Begründer des Manichäismus nämlich, sah sich als Nachfahre Zarathustras, Buddhas und Jesus', und begann seine Mission im Zweistromland (Irak) und Medien (Iran) – jenen Urstätten unserer Zivilisation.

Aus Iran stammte auch der für Goethe so wichtige Dichter und Mystiker Hafiz. Er kam in der alten Stadt Schiras zur Welt – einst kulturelles Zentrums der Perser im Herzen Irans.

Wer sich selbst und andre kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.

Sinnig zwischen beiden Welten
Sich zu wiegen, lass' ich gelten;
Also zwischen Osten und Westen
Sich bewegen, sei's zum Besten!

- Goethe, Aus dem West-östlichen Diwan

Für die westliche esoterische Philosophie war insbesondere auch die alte Kultur Ägyptens von Bedeutung. Das einstige Reich der Pharaonen und später der griechischen Ptolemäer, beeinflusste die Gelehrsamkeit dort lebender Hermetiker und Alchemisten, Kabbalisten und christlichen Gnostiker. Im ägyptischen Alexandria befand sich einst jene berühmte Bibliothek, was die Stadt damals zum geistigen Zentrum der antiken Welt machte.

Mein Besuch Ägyptens und der Halbinsel Sinai, markierte eine Wende in meinem Leben. Durch einen lieben Freund kam ich in Kontakt mit dem Bibliothekar der wahrscheinlich ältesten christlichen Bibliothek der Welt (seit etwa 548 n. Chr.), im Kloster St. Kathrin am Mosesberg. Nahe des Klosters besuchte ich auch den Eremiten Pater Moses, von dem ich einen lebenswendenden Rat bekam:

Wenn du wirklich etwas in deinem Leben verändern willst, so spreche mit niemandem darüber – nicht einmal mit deiner innigst vertrauten Person!

Mein Leben als Sufi

Die Erfahrungen die ich beim Studium der Tora, der biblischen Propheten- und Weisheitsbücher, wie auch der Evangelien machte, führten mich auch zum Koran. Dieses Buch aber, ließ mich zuerst massiv an der Religion des Islam zweifeln. Wohl wegen seiner Heftigkeit. Goethe schrieb dazu:

Der Stil des Korans ist, seinem Inhalt und Zweck gemäß, streng, groß, furchtbar, stellenweis wahrhaft erhaben; so treibt ein Keil den andern, und darf sich über die große Wirksamkeit des Buches niemand verwundern. Weshalb es denn auch von den echten Verehrern für unerschaffen und mit Gott gleich ewig erklärt wurde.

- Aus Goethes Mahomet

Die Beschäftigung mit dem Koran und der damit offenbarten Religion, verlangte mir ebenso viel ab, wie mein Ringen um meine wahre Identität: ich denke deutsch, habe einen türkischen Namen.

Ein anderer Gesichtspunkt, der mich zögern ließ, mich selbst dem Islam zu nähern, war, das was seit Anfang des neuen Jahrtausends bewusst herbeigeführt worden zu sein scheint: der sogenannte Islamismus.

Dieses politische Phänomen trübt die Sicht auf den Islam, vieler Menschen im Westen. Viel zu leicht setzt man hier eine sehr, sehr kleine Minderheit von kriminellen Fanatikern gleich, mit der gesamten muslimischen Weltbevölkerung (1,6 Milliarden Gläubige). Hinzu kommt, dass der kranke Eifer solcher Fanatiker, hauptsächlich von politischen und gesellschaftlichen Problemen angetrieben wird und nicht etwa von Glaubensthemen. Es ist meines Erachtens einfach falsch, von den durch die Medien verbreiteten Bildern, Rückschlüsse auf eine Religion an sich zu ziehen.

So denke man etwa an das Gesicht des buddhistischen Terrors in Burma, der gezielt blutige Greueltaten gegen muslimische Menschen verübte. Oder die Gewalt in Nord-Irland? Sicher hielte man jemanden für ungebildet, versuchte er wegen solcher Berichte, jeden Buddhisten oder Christen als gewalttätig zu bezeichnen.

Lange Zeit aber war mein Blick auf den Islam ebenso oberflächlich und darum voller Zweifel. Dass eine Religion aber, die ebenso Jesus als von einer Jungfrau geborenen Gesandten verehrt, ein Glaube der Gewalt sein soll, basierte einfach auf Unwissen.

Fragte mich einer nach meinem Glauben, erhiete er die Antwort: »ich bin Muslim«. Doch das ist nicht ganz einfach, denn ich fühle mich sowohl den Sunnis wie auch den Schiiten verbunden. Und das wäre aus Sicht orthodoxer Muslime gänzlich unmöglich. Auch hätte ich wohl kaum zum Islam gefunden, besäße nicht auch diese Religion, so wie die mosaische Tradition die Kabbala und die christliche Tradition die Gnosis, eine mystische Dimension, nämlich den Sufismus.

Man muss grundsätzlich unterscheiden, zwischen dem eher orthodoxen Islam der Sunniten und dem, was sich im 11. Jahrhundert aus dem Schiitischen Islam durch die Mutazila herausbildete: einer stark von der griechischen Philosophie beeinflusste islamische Strömung. Sie nämlich stellt, wie auch ich, die Willensfreiheit des Menschen in den Vordergrund und geht nicht von einer von Gott vorherbestimmten Welt aus.

Trotz also das meine Vorfahren Sunniten waren, fühle ich mich als Sufi eng verbunden mit dem Islam der Perser, das heißt dem Schiismus, Alevitentum und dem Ismailismus. Es liegt wohl auch an meiner besonderen Verehrung für Hazret Ali, den Schwiegersohn und ersten männlichen Anhänger des Propheten Mohammed. Wohl nicht ganz zufällig, war die erste Band in der ich spielte, eine alevitische.

Würde ich aber behaupten, allein dem Islam oder Sufismus etwas abgewinnen zu können, wäre das falsch. Allein schon darum, da ich diese Webseite betreibe und zu verschiedensten Themen der Spiritualität, auch mit Pseudonym Johan von Kirschner, Bücher schreibe.

Es ist einfach so, dass ich großen Respekt verspüre, besonders für die Tradition der Juden. Denn sind jene Gläubigen über alle die Jahrtausende der Verfolgung und Diaspora, ihrer Religion immer treu geblieben. Dieses Festhalten an alten Sitten und Gebräuchen ist etwas, dass unserer heutigen modernen Kultur einfach fehlt.

Fraglos also, dass ich auch viele jüdische Freunde habe. Manche senden mir zu Ramadan die besten Grüße. Ein befreundeter Biologe aus Haifa (Israel) nahm mich auf einem Besuch, Samstags mit zum Gottesdienst in die Synagoge. Auf dieser zweiten Israel-Reise betete ich auch im Felsendom gen Mekka, kniete betend an der Grabeskirche in Jerusalem.

Diese Offenheit und Toleranz wurde mir durch meine Eltern vermittelt:

Mache keinen Unterschied zwischen Herkunft, Hautfarbe oder religiöser Gesinnung eines Menschen.

Sie lebten mir vor, dass sich glücklich schätzen kann, wer Gäste hat und sie auch als Menschen verschiedener Herkunft, zum Wohle aller zusammenbringt.

Drum ist's mir ein Anliegen, durch meinen Umgang mit Menschen verschiedenen Glaubens, zu zeigen, dass es durchaus möglich ist, den Kern eigener, religiöser Werte auch in einem diesen Traditionen fremden Umfeld zu leben. Nicht die Kenntnis der Unterschiede stärken den Glauben eines Menschen, sondern das Wissen von der Relevanz der Ursprünge seiner Tradition. Sie nämlich ziehen sich als kontinuierlicher Strang der Weisheit durch die theosophisch-religiösen Strömungen in West und Ost, und entfalteten sich über die Jahrtausende, aus eigentlich einem selben Ursprung.

Die Beduinen des Süd-Sinai

In 2008 traft ich im Sinai Beduinen im schönen Küstenort Dahab. Ich lernte sie kennen über einen guten Freund. Sie halfen mir später bei der Durchführung mehrerer spiritueller Wüsten-Expeditionen zum Mosesberg und zum Kloster St. Kathrin. Als Reiseführer begleitete ich dabei Menschen, die sich für die Ursprünge unserer religiösen Kultur interessieren – und was beschrieben steht im zweiten Buch der Tora. Es beschreibt unter anderem, wie Gott dem Moses seinen mystischen Namen JHVH am Berg Sinai offenbarte. Auf den Zinnen des selben Berges erhielt er von JHVH zwei Tafeln, die er aber zerschmetterte. Später empfing Moses erneut zwei Tafeln, auf denen die heute bekannten 10 Geboten standen. Immer aber fragte ich mich: Was stand auf den ersten beiden Tafeln? Doch wohl nicht das Selbe!

Die Kamelroute, auf der ich mich mit meinen Reisegästen bewegte, schlug ein befreundeter Scheich der Muszeina-Beduinen vor, mit dem ich heute befreundet bin. Ein anderes Mitglied der Dschebeliyya-Beduinen empfing uns im Protektorat St. Kathrin und half mir vor Ort, am Kloster St. Kathrin. Beide Beduinen tragen den Namen Salman – eine arabische Form des Namen Salomon.

Ungewöhnlich viele Beduinen tragen diesen Namen oder sogar den selben Vornamen wie ich. Und was heißt Selim? Er ist, wie Salman oder Salomon, ein Name semitischen Ursprungs, und bedeutet »Frieden«, so wie auch das arabische Selam order hebräische Schalom.

Mein zweiter Vorname, Levent, ist französischen Ursprungs und bedeutet »Sonnenaufgang«. Er steht allegorisch für das Morgenland. Wenn im Dunkel der Weihnachtszeit die Sonne ihren Tagesbahn erhöht, nannten sie die Römer »Sol Invictus«, die unbesiegbare Sonne. Auch das ist Teil des Namens Levent: der Unbesiegbare.

Ist es nicht von Bedeutung, welche Namen uns gegeben wurden? Für meinen Teil versuche ich seine Bedeutung zu erforschen. Damit komme ich meinem wahren Selbst näher.

Weiser Friedensfürst Salomo

Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit;
Wer sie liebt, erblickt sie schnell, und wer sie sucht, findet sie.
Denen, die nach ihr verlangen, gibt sie sich sogleich zu erkennen.
Wer sie am frühen Morgen sucht, braucht keine Mühe, er findet sie vor seiner Türe sitzen.
Über sie nachzusinnen ist vollkommene Klugheit; wer ihretwegen wacht, wird schnell von Sorge frei.
Sie geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind; freundlich erscheint sie ihnen auf allen Wegen und kommt jenen entgegen, die an sie denken.
Ihr Anfang ist aufrichtiges Verlangen nach Bildung; das eifrige Bemühen um Bildung aber ist Liebe.
Liebe ist Halten ihrer Gebote; Erfüllen der Gebote sichert Unvergänglichkeit, und Unvergänglichkeit bringt in Gottes Nähe.
So führt das Verlangen nach Weisheit zur Herrschaft hinauf.
Ihr Herrscher der Völker, wenn ihr Gefallen an Thronen und Zeptern habt, dann ehrt die Weisheit, damit ihr ewig herrscht.

- Aus dem Buch der Weisheit Salomos

Gerade die Erkenntnisse, die ich aus den biblischen Büchern der Weisheit gewann, inspirierten mich, den Ursprüngen unserer westlichen Kultur auf den Grund zu gehen. Die Bücher der Sprüche Salomos und der Weisheit Salomos, treten für mich aus dem hebräischen Bibelkanon besonders hervor. Sie sind Teil der sieben Weisheitsbücher der Bibel und sind für mich eine Quelle der Inspiration. Vielleicht auch ein wenig darum, da in meinem Namen die selbe Bedeutung anklingt, wie im Namen des biblischen Königs Salomo. 

Aber auch das Evangelium des Thomas, dass ich 2016 aus dem Koptischen neu übersetzte, ist für mich eine der größten Quellen der Weisheit. Nicht zufällig beginnt es mit den Worten:

Wer auch immer die Auslegung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.

Sufi Orden des Weißen Lotus

Der Weiße Lotus wächst aus dem dunkel-schlammigen Grund empor und öffnet seine weißen Blätter keusch dem Sonnenlicht. So schwarz wie der nährend-fruchtbare Schlamm in dem er schwimmt, so makellos weiß ist seine Blüte. Er wurzelt also nicht wie andere Pflanzen fest in der Erde, sondern ist ungebunden und veränderlich in seiner Lage. Für mich steht er darum als Symbol der Ewigen Weisheit, die weder westlich noch östlich und an keinen bestimmten Ort gebunden ist.

Natürlich ist der Lotus eines der markantesten Symbole der Spiritualität überhaupt. Im Koran repräsentiert er den Gipfelpunkt göttlicher Offenbarung. In der Sure »Der Stern« heißt es:

Und tatsächlich hat er ihn gesehen, bei einer anderen Begegnung beim Lotusbaum am äußersten Ende, wo das Paradies der Zuflucht liegt. Dabei überflutete (Licht) den Lotusbaum, was (ihn) überflutete. Da wankte nicht der Blick, noch schweifte er ab. Wahrlich, er hatte gesehen eines der größten Zeichen seines Herrn.

Jene selbe Sure, nennt an anderer Stelle Allah, ganz klar und unmissverständlich, den Herrn des Sirius – jenen Stern der in den Isis-Mysterien des Alten Ägypten, doch von so hoher Wichtigkeit war. Denn mit seinem heliakischen Aufgang, wenn sein weißes Licht die rötliche Morgendämmerung durchstrahlt, setzt die Nilflut ein, die den schwarzen, fruchtbaren Schlamm über die Äcker flutet.

S. Levent Oezkan - ewigeweisheit.de Es heißt, die Urform des Lotus brachte Isis vom Sirius auf die Erde. Der Lotus wie auch der Stern Sirius gehörten zu den wichtigsten Symbolen der heiligen Stätten Alt-Ägyptens.

Auch im Osten, umgibt den Lotus, als Symbol der Unberührtheit, ein besonderer Glanz. Darauf deutet das buddhistische Mantra »Om mani padme hum« hin: Om - Juwel im Lotus. Im tibetischen Buddhismus denkt man sich diese Silben als Ausdruck vollkommenen Mitgefühls und der Erleuchtung. Das Leuchten jenes Juwels, dass die reinen Blätter des weißen Lotus hüllen, schaut der zu vollem Bewusstsein erwachte.

So steht der Lotus für eine Haltung, die geprägt ist von der Achtung der Würde des Menschen und damit die Fähigkeit der Menschheit, zu einer besseren Existenzform zu finden.

Die Dimension völliger Reinheit der Lotus-Blüte, ist inhaltlich auch verbunden mit dem arabischen Wort safā – dem Reinsein – der Wortwurzel des Wortes Sufi. So erscheinen die Namen Sufi und Lotus im selben Licht der Unversehrtheit.

Dieses rein werden aber, war und ist für mich ein langer Weg. Denn es bedeutet für mich zuerst die tagtäglichen Handlungen im Umgang mit Anderen zu reinigen, die Sätze die aus meinem Mund kommen von negativen Worten zu säubern und schließlich meine nicht willentlich beeinflussbaren Körperwünsche durch richtiges Denken zu kontrollieren. Der große Sufi-Mystiker Hadschi Bektasch Veli nannte das die Reinheit von Zunge, Hand und Lenden.

Dieser freie Sufi Orden des Weißen Lotus, folgt den Lehrprinzipien und der universalen Gnosis der Ichwan as-Safa, der Brüder der Reinheit.

Ziele die ich verfolge

Meiner Herkunft geschuldet, liegt mir viel daran, sowohl als Gastgeber, als Lehrer und Autor, auf die Berührungspunkte hinzuweisen und auf die Vielfalt wissenschaftlicher, religiöser und ethnischer Ideen.

Auf die Kernpunkte der großen Religionen unseres Planeten hinzuweisen und Wege zu zeigen, wo sich Islam und westliche Kultur annähern können: dahin möchte ich durch mein Schreiben beitragen. Mein Ziel dabei ist aber nicht etwa, mich über Glauben und religiöse Tradition hinweg zu setzen. Stattdessen möchte ich Menschen zu einer traditionellen Gesinnung ermutigen.

Jede der spirituellen Traditionen als solche, gilt es in ihrer Eigenart zu betrachten. Es liegt mir viel daran die überlieferten Sitten und Gebräuche all der, bereits Jahrtausende alten Religionen und Philosophischen Schulen, dem heutigen Menschen zugänglich zu machen. Und dafür gibt es einen Grund.

Unsere Welt verändert sich gerade in atemberaubendem Tempo. Wohin die Weltgesellschaft steuert ist ungewiss. Sicher aber findet gerade eine neue industrielle Revolution statt. Sie bringt zwar viel Gutes und eine Erleichterung für viele arme Menschen. Doch auf der anderen Seite weiß keiner so recht, ob die zunehmende Digitalisierung unseres Lebens, tatsächlich nur zu unserem Wohlergehen beiträgt.

Was an technologischem Fortschritt den Menschen in den vergangenen 20 Jahren gegeben wurde, entspricht den Erwartungen vieler Menschen. Die Form zwischenmenschlicher Kommunikation verflacht jedoch vornehmlich. Wenn Ende des letzten Jahrtausends weniger als 10% in Deutschland über Internet verfügten, sind heute 90% aller Deutschen, vollkommen selbstverständlich im Internet zu Gange.

Dies macht aus menschlicher Lebensart aber einen Modus – ein Modell, das sich ständig umformt, wegen immer wieder neuen Entwicklungen, der von uns allen verwendeten Technologien. Was aber bleibt von unserer Kultur, wenn keiner mehr Zeit findet sich mit den Grundwerten seines eigenen Lebens zu befassen?

Daher mein Hinweis auf die Traditionen in West und Ost, dass, was unsere Vorfahren, seit Jahrtausenden weitergaben – an Glaubensvorstellungen und Überzeugungen.

Und doch haben alle Traditionen dieser Welt einen gemeinsamen Kern, der aber durch die Wirrungen unserer modernen Zeit in Vergessenheit geriet. Denn nicht zufällig gab es in der Vergangenheit in Europa, in Afrika und Asien, immer wieder Gruppen von Menschen verschiedener Konfessionen, die Haus an Haus in Frieden miteinander lebten.

Andererseits finden sich in den Kerngedanken der west-östlichen Traditionen, ganz wesentliche Qualitäten und helfen uns auch heute noch, die Grundprinzipien irdischen Daseins zu erkennen und in dieser Bewusstheit, den Verlauf ihres Lebens mit diesen wertvollen und praktischen Weisheiten zu bereichern.

Nicht zufällig entstanden daher, im Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert in Europa, verschiedene Organisationen und Vereinigungen, die auf diesen essentiellen Kern aller spirituellen Traditionen hinwiesen.

Was hat der traditionalistische Ansatz für einen Sinn?

In der Zeit in der wir leben, dem Zeitalter der Menschen (Anthropozän), werden wir täglich daran erinnert, dass unklar ist, welche Zukunft unser derzeit instabiler Wohnort Erde, für Mensch und Natur hat.

Nicht zufällig warnen unzählige Titel in Zeitungsartikeln und TV-Sendungen, dass sich unser Lebensraum kurz vor einem ökologischen Zusammenbruch befindet.

Waldrodung, Raubbau von Bodenschätzen, Plastikmüll und die Auslöschung ganzer Spezies: allein in den vergangenen 10 Jahren tauchten unzählige solcher Hiobsbotschaften in den Medien auf.

Manche winken solche Warnungen ab, denn sie glauben alles auf die Überbevölkerung schieben zu dürfen, zu der ja besonders die sogenannten Entwicklungsländer beitragen. Doch das sind nur rassistische Auffassungen, die genau in die Gegenrichtung der Wirklichkeit laufen. Ja, natürlich stimmt es, dass wir in den kommenden Jahrzehnten vor einem gigantischen Bevölkerungsproblem stehen. Das aber hat überhaupt nichts mit armen Menschen zu tun. Das eigentliche Problem ist, dass es zu viele reiche Verschwender gibt! Wer von den wohlhabenden Menschen auf unserer Erde, als bis auf wenige Fürsten, pflegen die Gebräuche und Sitten ihrer Kultur?

Mir erscheint es ganz und gar nicht abwegig, wieder auf die alten Traditionen zu blicken, die ihre Feste dem jährlichen Zyklus und Zusammenspiel von Erde, Sonne und Gestirnen anglichen.

Unsere Vorfahren dachten sich das Leben des Menschen auf der Erde als Mysterium, abhängig vom Lauf der Himmelslichter. In mythologischer Urzeit vergötterte man Gestirne und Natur, philosophierte über ihr Wesen in der Antike, um schließlich über die daraus gewonnenen Weisheiten, sich allmählich eine höhere Einheit auszumalen, was schließlich zur Gründung der Religionen führte.

In dieser Einheit von Himmlischem und Irdischem, steht der Mensch, als ein mit Intellekt begabtes Wesen in der Verantwortung, seinen irdischen Wohnort zu bewahren. Das kann nur geschehen, in dem er alte, überlieferte, ewig gültige Werte bewahrt - einem Brauch, der auch auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Religion hinweist. Es sind jene Werte, die seit Anbeginn der Zivilisation auf unserem Planeten von Beutung waren, und durch die verschiedenen Traditionen am Leben gehalten, und durch sie, auch kommenden Generationen zur Verfügung stehen.

Es ist unser kulturelles Erbe, dass menschliches Dasein auf unserem Planeten lebenswert macht. Und was bedeutet Kultur? Es ist die Pflege jener Ursprünge, die aus den Tiefen des Erdreichs kommend, im Wissen des Laufs von Sonne, Erde und Gestirnen, zum Nutzen Aller urbar gemacht werden.

Ich für meinen Teil, möchte hierzu beitragen, mit meiner Arbeit im Sufi Orden des Weißen Lotus.

 

Ihr