Das Überschreiten der ersten Schwelle

von S. Levent Oezkan

Wenn der Held die Schwelle ins Unbekannte überschritten hat, gibt es keinen Weg mehr zurück. Nun beginnt das eigentliche Abenteuer und der Held ergibt sich dem Ruf vollständig. Nun ist er gezwungen zu handeln. Er muss seine guten Absichten jetzt durch Taten unter Beweis stellen und vollzieht damit einen symbolischen Akt. Daran erinnern auch die traditionellen Übergangsriten in den Kulturen der Völker der Erde.

Die jüdische Bar Mitzwah, die katholische Kommunion, aber auch soetwas wie eine Hochzeit, wo sich ein Liebespaar in einen neuen Status des Zusammenlebens erhebt: all das sind Riten des Übergangs. Nicht zufällig ist es im Westen Brauch, dass ein Bräutigam seine Braut "über die Schwelle" trägt. So etwas verlangt Hingabe, denn eine echte Heirat ist ja alles andere als beiläufig. Das Ja-Wort hat seine eigene Verantwortung. Eher selten aber, zieren Hochzeitsrosen solche Schwellen. Meist lauern dort Schwierigkeiten, die der Held erst überwinden muss.

Das Alte bleibt das Alte - das Neue wird so wie es ist akzeptiert. Ein entscheidender Moment im Leben des Helden. Denn mit dem Überschreiten der ersten Schwelle, entscheidet er sich aktiv dazu Verantwortung für seine Unabhängigkeit zu übernehmen. Er tritt ein in das Gebiet einer Welt voller Risiken - etwas, dass den meisten Menschen das Fürchten lehrt. Der Held verließ seine sichere Heimat, seinen Wohnort, seine Wohnung, seinen Freundeskreis und begab sich in eine Welt wo überall unvorhersehbare Gefahren lauern. Hier herrschen andere Regeln und die Gefahr zu versagen ist sehr hoch.

 

Der Weg der Einweihung

Johan von Kirschner

In den Großen Mysterien des Altertums wurden die Initianden in die Geheimnisse von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt eingeweiht. Die Teilnehmer erfuhren dabei eine tiefgreifende Transformation. Sie starben in der Rolle ihres alten Lebens und wurden in ein neues Leben wiedergeboren. Aus dem Teilnehmer an den Mysterien wurde jemand, der vom Tode gekostet, die Angst davor für immer verloren hatte.

Unter Androhung der Todesstrafe waren die Eingeweihten dazu verpflichtet, über das darin erfahrene Wissen zu schweigen. So blieben die religiösen Lehren und Riten der Mysterien, Außenstehenden für immer unbekannt.

Dieses Buch lüftet die Schleier der alten Mysterientempel Ägyptens und Griechenlands, und gibt dem Leser die Chance selbst den Weg der Eingeweihten zu gehen. Es wird außerdem gezeigt, wie die alten Mysterienkulte vor 2.000 Jahren das junge Christentum beeinflusst haben könnten. Ist das Osterfest vielleicht die Fortsetzung dieser uralten Einweihungs-Riten?

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