Die Versucherin

von S. Levent Oezkan

Auf dem Weg wird der Held durch alle möglichen Reize versucht. Meist erscheinen sie in Form einer attraktiven Frau. Wenn er sich aber seinem Verlangen ergibt, kann er seine Mission nicht fortsetzen und wäre so des Heldentums nicht würdig.

Darum erscheint dem Helden eine Verführerin. Sie testet seine Integrität. Ein Bösewicht hat sie gesendet, so dass sie dem Helden schnellen Lohn bietet, der sich in Freuden erfüllt. Sein wahres Heldentum unter Beweis stellen, kann er aber nur, wenn er sich dem verweigert. Damit kann er sein ursprüngliches Ziel auch wirklich erreichen.

Die Verführerin dieser und die Göttin der letzten Station der Heldenreise, bilden zwei Pole: Erstere steht für die fleischlichen Vergnügen und die körperliche Liebe, die kurzweilige Freuden vermittelt - während die Göttin dauerhafte Liebe garantiert.

Die Mythologie ist voller Verführerinnen. Man denke etwa an die Sirenen in der griechischen Odysseus-Sage oder die Bai Mudan der alt-chinesischen Mythologie. Solche Wesen sollen den Helden verwirren, um ihn von seinem eigentlichen Weg abzubringen. Gewiss zählt zu den Urverführerinnen für die Christen, die Urmutter Eva, die dem Adam vom Apfel der Erkenntnis zu kosten gab. Auch die Maria Magdalena wird gern in diese Rolle gedrängt.

Einen Mann zu verführen ist recht einfach - weniger archetypisch aber ist es umgekehrt. Zwar treffen auch Heldinnen auf Verführer, deren wahre Sorge ist aber weniger Geschlechtliches als das Schlechte an sich.

 

Der Weg der Einweihung

Johan von Kirschner

In den Großen Mysterien des Altertums wurden die Initianden in die Geheimnisse von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt eingeweiht. Die Teilnehmer erfuhren dabei eine tiefgreifende Transformation. Sie starben in der Rolle ihres alten Lebens und wurden in ein neues Leben wiedergeboren. Aus dem Teilnehmer an den Mysterien wurde jemand, der vom Tode gekostet, die Angst davor für immer verloren hatte.

Unter Androhung der Todesstrafe waren die Eingeweihten dazu verpflichtet, über das darin erfahrene Wissen zu schweigen. So blieben die religiösen Lehren und Riten der Mysterien, Außenstehenden für immer unbekannt.

Dieses Buch lüftet die Schleier der alten Mysterientempel Ägyptens und Griechenlands, und gibt dem Leser die Chance selbst den Weg der Eingeweihten zu gehen. Es wird außerdem gezeigt, wie die alten Mysterienkulte vor 2.000 Jahren das junge Christentum beeinflusst haben könnten. Ist das Osterfest vielleicht die Fortsetzung dieser uralten Einweihungs-Riten?

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