Eine Parabel auf den Streit über den Ursprung der Welt

von den Lauteren Brüdern der Reinheit und Treuen Freunde

Es war ein Vater, der hatte zum Teil kluge, verständige, zum Teil dumme Kinder. Eines Tages entdeckten sie in den Lagern ihres Vaters viele verschiedene Süßigkeiten. 

Die Klugen wussten, dass ein kluger Werkmeister die Zuckersachen gemacht hatte, ein Zuckerbäcker. Den Dummen blieb solches aber verborgen. Die Einsichtigen unter ihnen dachten darüber nach, woraus jener Werkmeister solche gemacht und womit er sie wohl geformt haben mag. Sie sagten, er mache solche aus anderen Zutaten. Den weniger Einsichtigen, blieb solches jedoch unbekannt.

Letztere fragten nun, wie er sie denn gemacht hat und weshalb er sie so formte wie sie sind. Die Einsichtigen aber bedurften dieser Frage gar nicht. Die dümmeren unter ihnen dachten darüber aber weiter nach. Die unkundigen Geschwister, die Dummen, fragten dann ihre Brüder nach dem Fabrikanten dieser Zuckersachen und die anderen antworteten, das sei der Zuckerbäcker. Die noch dumm Gebliebenen aber fragten weiter, wer das denn sein soll. Darauf erwiederten die klugen Geschwister, er sei ein gewandter Konditor der seine Kunst beherrscht. Doch die kleinen Geschwister glaubten nicht daran, da sie ihn weder gesehen noch je von ihm gehört hatten.

Nun fragten sich die Klugen, woraus der Zuckerbäcker diese herrlichen Dinge wohl gemacht hat und sie sagten sich, dass er sie bestimmt aus Zucker, Öl und Mandeln buk. Einige glaubten das, andere hielten es wiederum für eine Lüge, da sie solches weder gesehen noch erkannt hatten. Denn sie wollten sehen, was der Zuckerbäcker davon an Bestandteilen zurückließ. Aber die Klugen wussten, das er alles zur der Bereitung des Zuckergebäcks verwandte. So glaubten also wieder die einen, die anderen hielten es für eine Lüge, da sie nichts sahen.

Dann fragten jene, wie hat der Zuckerbäcker solches hergestellt und erhielten als Antwort, dass er einen Ofen baute, ein Feuer darin entzündete, einen Kessel darauf stellte, Öl hinein goss, den Zucker und die Mandeln hinzugab, mit einem Löffel darin rührte, so dass sich alles darin verband. Die Klugen verstanden, die Dummen aber nicht.

Darauf entbrannte ein Streit zwischen den Einsichtigen und den Uneinsichtigen. Schiedsrichter sollten jetzt entscheiden. Dieselben sagten nun das wären die Werke ihres Vaters. Und dabei beruhigten sich die Seelen der kleinen Geschwister, weil sie sich leichter von ihrem Vater, als vom Zuckerbäcker eine Vorstellung machen konnten. Als sie fragten, woraus er das gemacht hatte, nannten jene Schiedsrichter etwas, was sie kannten und damit waren sie zufrieden. Schließlich fragten sie, wie er es gemacht und wie er es geformt hatte, und erhielten als Antwort darauf, dass er das Zuckergebäck eben so machte, wie er wollte. Auch damit waren sie zufrieden.

So ist es nun auch mit dem Streit der Gelehrten über die Uranfänglichkeit der Welt.

Die wunderbaren Dinge von allem in der Welt Geschaffenen, gleichen den mit Zuckergebäck angefüllten Vorratskammern. Fragt man nach der Neuentstehung der Welt, wie sie gemacht wurde und aus welchem Stoff sie besteht, so ist es wie mit den Fragen der unverständigen kleinen Geschwister. Jene verständigen Gelehrten, welche befragt, eine weitere Erklärung gaben und den Streit zwischen den Geschwistern beilegten, kann man mit den Philosophen vergleichen. Doch ihre Art und Weise die Entstehung der Welt zu beschreiben, erfolgt durch nur schwer verständliche Worte. Die Schiedsrichter zwischen jenen aber, dass sind die Propheten und deren Stellvertreter. Der gütige milde Vater ist der Schöpfer.

 

 

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