Einstige Heimat einer Himmlischen Zivilisation: Irland

von Johan von Kirschner

Inmitten der vier alten Königreiche Leinster, Munster, Connacht und Ulster, dort erhob sich der heilige Berg Tara. Seit Urzeiten war dieser Ort die Residenz der Hochkönige Irlands. Auf dem Gipfel stand ein riesiger Stein, den die Iren den »Nabel der Welt« nannten. Neben diesem Stein soll sich einst eine große Eiche befunden haben, unter deren Krone die Druiden die irischen Fürsten weihten.

Wegen seines zentralen Charakters, war Tara ein Symbol für das neue Weltzentrum, was an eine äußerst alte Tradition angeknüpft. Die Gründung der vier irischen Königreiche, deren Zentrum Tara bildete, stammt wohl ebenfalls aus früherer Zeit, denn es gab im irischen Mythos vier Reiche aus denen die »Himmlischen« ihre Schätze nach Irland brachten.

Wegen der unterschiedlichen Sagen über die Eroberungen Irlands, lässt sich keine exakte, chronologische Abfolge der Urgeschichte des Landes festlegen. Es heißt aber, dass einst von der nordischen Insel Tory, Riesen dämonischer Natur nach Irland kamen, ungeheuerliche Wesen: die Fomoren. Das waren finstere Gestalten, die mit den Geistern tiefer Gewässer in Verbindung standen und aus einer geheimnisvollen Heimat jenseits des Ozeans kamen, von einer mythischen Insel inmitten des Meeres.

Auf dieser Insel befand sich ein Turm aus Glas, der möglicherweise Urzentrum der alten Welt gewesen ist und mit dem Untergang eines alten Kontinents zerstört wurde.

Als ursprüngliche Herrscher Irlands unterwarfen die Fomoren über lange Zeit hinweg, immer wieder die dort eindringenden Fremden, so auch das Volk der »Neimheidh«. Die Neimheidh versuchten Irland einst zu kultivierten. Unter der Führung des Königssohns Nemed, kamen sie aus dem Kaukasus nach Europa. Der Sage nach segelte Nemed mit seinen vier Söhnen vom Kaspischen Meer mit seinem Gefolge auf 44 Schiffen nach Irland, um dort den Sieg über die Fomoren zu erringen. Nun dürfte uns sofort auffallen, dass man heutzutage niemals vom Kaspischen Meer mit einem Schiff in den Atlantik gelangt, denn es ist ein Binnenmeer. Wegen seines Salzwassers, muss es aber vor sehr langer Zeit mit den anderen Meeren verbunden gewesen sein, was wiederum eine einstige Veränderung der Erdoberfläche durch tektonische Verschiebung voraussetzt.

Der Mythos der Neimheidh berichtet weiter, das die 3000-köpfige Armee des Nemed durch Pest ums Leben kam. Nur er und seine vier Söhne, landeten in einem Schiff an den Ufern Irlands. Nachdem sie in der Schlacht um den Turm von Conan geschlagen wurden, forderten die Fomoren von den Neimheidh als Tribut, jedes Jahr zu Samhain zwei Drittel ihrer Erntegüter, sowie zwei Drittel aller neu geborenen Kinder. Einige der Neimheidh flohen darum nach Norden andere zu den Griechen, von wo sie dereinst als die »Fir-Bolg« zurückkehrten, um sich den Fomoren zu unterwerfen und sie als Götter zu verehren.

Nördlich von Skandinavien lernten die anderen Flüchtlinge der Neimheidh Magie. Niemand weiß heute jedoch, wo sie sich dabei wirklich aufgehalten haben. Alles was der Mythos berichtet ist das sie ihre neuen wunderbaren Fähigkeiten in den vier mythischen Städten Falias, Gorias, Murias und Findias erlernten. Dort wurden sie verwandelt und kehrten nach sieben Jahren unter dem Namen »Túatha Dé Danann« nach Irland zurück. Unter der Führung des Druiden Nuada – einem Sohn der Wassergöttin Dana – kamen die Túatha an Beltane nach Irland und unterwarfen in der sagenhaften Schlacht von Magh Tuireadh, die Fomoren und all ihre Diener. Die Túatha Dé Danann traten als Eingeweihte auf und aus ihnen ging die indoeuropäische Idealgesellschaft hervor.

Vier Heiligtümer der Túatha Dé Danann

Aus ihrem nordischen Wohnsitz brachten die Túatha Dé Danann vier heilige Gegenstände, mit denen ein bestimmter jahreszeitlicher Ritus verbunden war. Damit wurden ihnen die Mittel zur Verfügung gestellt mit dem sie den göttlichen Plan verwirklichten. Diese vier heiligen Juwelen, wie sie die Túatha nannten, markierten die Wurzeln der Tradition, die nach der Sintflut von allen Religionen übernommen wurde. Das wollen wir im folgenden zeigen.

  1. An erster Stelle steht der Lia Fáil. Es war der königliche Nabelstein auf dem Hügel von Tara, den die Túatha aus dem Norden nach Irland brachten. Die Iren nannten ihn den »schreienden Stein«, der schicksalskündend den wahren König Irlands nannte. Wahrsagerei und Erde bilden eine Einheit, denn es ist immer ein Objekt, das direkt mit dem Erdgrund oder dem Erinnern verbunden ist, was den Priestern die Wahrheit kündet. Auch in Delphi saß die Pythia über einer gähnenden Erdspalte, um das Orakel zu verkünden.

  2. Mit dem leuchtenden Schwert des Nuada in seiner Hand, bezwang ein Held jeden Feind und konnte damit Schätze und Reichtümer erlangen.

  3. Der Kessel des Dagda war ein Gefäß, das immer mit Ambrosia gefüllt war und so unerschöpflich Speise und Heilung gab, so dass sich daraus eine ganze Armee sättigen konnte.

  4. Derjenige der die Lanze des Lug in seiner Faust hielt war unbesiegbar.

Diese vier Gegenstände sind universaler Natur, denn man findet sie in leicht abgewandelter Form in den heiligen Schriften sowohl des Westens wie des Ostens. Sie entsprechen genau den vier Farben der kleinen Arkana im Tarot: den Münzen (Stein), Schwertern, Kelchen (Gefäß) und Stäben (Lanze), die ja jeweils die Charakteristika der alchemistischen Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer repräsentieren. Bei den Hindus hält der androgyne Shiva-Ardhanarishvara in seinen vier Händen entsprechend ein Rundschild (Stein), eine dreigezackte Rute (Lanze), eine Doppel-Trommel (Gefäß) und ein Schwert.

Excalibur - ewigeweisheit.de

Sir Bedivere übergibt das Heilige Schwert Excalibur der Herrin vom See. Jene magische Waffe des König Artus ist identisch mit dem Schwert der Unbesiegbarkeit des alt-keltischen Helden Nuada: Fragarach.

Im Christentum treffen wir auf diese vier heiligen Symbole im Tablett der Salomé (Stein), in der Lanze des Longinus, dem Kelch des letzten Abendmahls (Gefäß) und dem Schwert mit dem der Täufer Johannes enthauptet wurde. All diese Gegenstände sind die vier Erscheinungsformen »des Einen« – dem heiligen Pol der Himmlischen, was wiederum ein Hinweis auf das Urzentrum der Welt ist. Seinem Prinzip gemäß ist »das Eine« ein solares Symbol für den einen Gott. Es ist der ruhende Pol, den man im chinesischen Dao als »Wu Wei« bezeichnet – »Nicht-Tun«, was wiederum dem Konzept des »unbewegten Bewegers« (Aristoteles) entspricht. Es ist das was die Sonne für den Planeten Erde ist: das Eine um das sich alles dreht, von dem aus sich alles in der begreifbaren Welt befindliche, in die vier Himmelrichtungen hin drehend ausbreitet: nach Osten, nach Norden, nach Süden und nach Westen, ausgedrückt im Symbol des Kreuzes im Kreis ⊕ – einem der bekanntesten und wohl auch ältesten Symbole der Kelten.

Nemeton – der Nabelstein von Tara

Das hier dargestellte universale Prinzip, klingt in der Etymologie des oben erwähnten Helden Nemed an, den man »den Heiligen« nennt. Sein Name ist verwandt mit dem keltischen Wort »nemeton«, dem zentralen Kultplatz der Druiden. Nemeton ist damit ein Synonym für den griechischen Omphalos – dem Stein der Mitte – dem »Nabel der Welt«. So wie der Nemeton von den die Túatha bei ihrer Landung in Irland auf dem Gipfel von Tara aufgerichtet wurde, so wurde auch der Omphalos nach der Deukalischen Flut in Delphi, am Fuße des Parnass aufgestellt.

Solcher Art Steine sind uns aus der gesamten keltischen Welt bekannt und es gibt in Europa mindestens 60 Ortsnamen die auf einen solchen »Ort der Mitte« hinweisen.

Noch heute steht ein solcher Stein auf dem Gipfel von Tara in Irland. In alter Zeit war es der Lia Fáil, der, wie wir gesehen haben, im alten keltischen Glauben eine zentrale Rolle spielte. Dieses keltische Heiligtum ist enger mit dem realen Begriff des Zentrums verbunden, als mit einer konkreten Gestalt. Nemeton ist verwandt mit dem griechischen »νέμος« (némos, »Waldung«), das im Lateinischen »nemus«, »Heiliger Hain« bedeutet. Der Name bezeichnet nicht nur einen bestimmten Ort, sondern auch einen bestimmten Zeitpunkt, sowie eine bestimmte Person, ein Individuum, das sich von der übrigen Gesellschaft unterscheidet. Die Kelten waren davon überzeugt, dass sich die Welt der Menschen an bestimmten symbolischen und realen Orten für die Welt der Götter öffnet. Nemeton war ein Ort des heiligen Austauschs, zwischen der Welt der Götter und der Welt der Menschen. Es konnte eine Waldlichtung sein, auch ein ganzer Wald, die Spitze eines Hügels oder eine Insel im Meer. Darum stehen Nemeton oder Omphalos niemals zufällig an ihrem Ort, sondern nur an solchen Orten, wo die herbeigerufenen Kräfte hervorstrahlen sollen. Entweder an Orten, an denen starke Erdstrahlen und Magnetkräfte wirken, oder solchen, die von der psychischen Kraft aller Menschen durchdrungen sind, die dort viele Jahrhunderte lang ihre Rituale zelebrierten – was mit Sicherheit auf den Gipfel von Tara zutrifft. Darum erheben sich heute auf den Hügeln von einst, unzählige christliche Kirchen und Kapellen, wo, wie wir in den letzten beiden Kapiteln bereits gezeigt haben, die Erdenergien besonders ausgeprägt sind.

Der Omphalos auf dem Parnass in Delphi soll der Sage nach als Meteor vom Himmel gefallen sein. Man verehrte ihn als phallischen Kultstein im Adyton des Apollon-Tempels. Ursprünglich war er wohl ein Opferstein der Göttin Gaia und markierte die Stelle, an der sich die von Zeus im äußersten Westen und im äußersten Osten entsandten Adler, in der »Mitte der Welt« getroffen haben. Nach Pausanias war das die Weltachse, die mythische Verbindung zwischen Himmel, Erde und Unterwelt. Im delphischen Mythos heißt es, dass sich unter ihm das Grab des Dionysos befindet. Einzigartig am delphischen Omphalos war, dass er die Funktion der heiligen Mitte für die ganze den Griechen damals bekannte Welt einnahm. Er verdankt das natürlich dem Orakel des Apollon, dessen unfehlbare Weissagungen im ganzen Mittelmeerraum und darüber hinaus berühmt waren.

Nemeton und Omphalos gleichen einem Kreis, dessen Mittelpunkt überall und dessen Peripherie nirgendwo ist.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch:

Lehrbuch der esoterischen Erdkunde

von Johan von Kirschner

Die esoterische Erdkunde befasst sich mit dem spirituellen Wesen unserer Erde und dem auf ihr beheimateten, intelligenten Leben.
In diesem Buch werden mit der universalen Sprache der heiligen Geometrie, die inneren Gesetze unseres Planeten, die esoterische Mineralogie und die Heilkräfte der Steine besprochen.

Der alte Stierkult, Schlangenkult und die Religion der großen Mutter, sind ebenso wichtige Themen dieses Buches. Es wird gezeigt, dass der Ursprung unserer Schrift in der Ur-Religion der Erdgöttin wurzelt.
In einem Kapitel über die esoterische Bedeutung der Symbole, widmet sich der Autor insbesondere dem Geheimnis des Labyrinths und dem damit zusammenhängenden mystischen Wesen unserer Inkarnation.

In drei Kapiteln über Geomantie und Radiästhesie, werden die subtilen Kräfte unseres Planeten erklärt und wie dieses Wissen in den Zeremonien der Jahresfeste praktisch angewendet wird.

Es werden Antworten auf Fragen gegeben, die sich mit der Existenz des Kontinents Atlantis, dem Wesen der nachsintflutlichen Zivilisation, den geheimnisvollen Urmenschen Irlands und dem Mythos der Insel Thule beschäftigen.

 

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