Der Zehnte Schlüssel des Basilius Valentinus

Aus dem Mittelhochdeutschen übertragen von S. Levent Oezkan

In unserem Stein den ich selbst und der lange vor mir gemacht wurde, sind alle Elemente eingeschlossen. Alle mineralischen und metallischen Formen, ja selbst alle Qualitäten und Eigenschaften der ganzen Welt.

In ihm muss gefunden werden die allergrößte und gewaltigste Hitze, denn durch sein grosses innerliches Feuer, wird der kalte Leib des Saturn erwärmt und durch solche Entzündung in das allerbeste Gold verwandelt. Ebenso muss in ihm auch die allergrößte Kälte gefunden werden, während durch seinen Zusatz der hitzige Grad der Venus gemildert wird. Der lebendige Mercurius muss coaguliert und gleichermaßen durch seine Erstarrung zu gutem beständigem Gold werden. Die Ursache dessen ist, dass alle solche Eigenschaften unserer Materie des großen Steins durch die Natur eingegeben ist. Diese Eigenschaften müssen durch den Grad des Feuers ausgekocht und zur Reife gebracht werden, bis sie die allerhöchste Vollkommenheit erlangt haben, was erst geschieht, wenn der Ätna auf Sizilien ausgebrannt und garkeine Kälte mehr aus dem dichten hohen Gebirge des Hyperboreum gefunden wird. Dieser Ort wird auch Filictum genannt.

Alles Obst welches man vor seiner vollkommenen Reife abbricht, taugt nichts und wird dann welk, so dass man es nicht zur weiteren Verwendung gebrauchen kann. Das Gleiche gilt für der Töpfer, der seine Ware nicht ausreichend im Feuer brennt: wenn sie nicht genügend im Feuer gereift ist, kann man sie nicht wirklich gebrauchen. Das Selbe gilt auch für unser Elixier. Sei aufmerksam und fleißig bei dessen Zubereitung. Bemesse bei seiner Zubereitung ausreichend Zeit und achte darauf, dass Du ihm ja nicht die Frische entziehst, damit sich auf ihm kein falscher Belag bilde und ihm die Schuld der Unwürdigkeit aufgewickelt werde.
Du musst begreifen, das wenn die Blüte abgebrochen wird keine Frucht wachsen kann. Darum ist die Eile alles andere als angebracht in unsrer Meisterschaft, denn ein eilender Mensch wirkt selten etwas Gutes in der hohen Kunst.

Durch Eile wird eher verdorben als etwas Gutes geschaffen.

Darum soll sich kein Suchender durch die Begierde verführen lassen, etwas vor seiner Zeit auszunehmen oder abzubrechen, damit ihm der Apfel nicht entfalle und er nur den leeren Stiel davon in Händen behalte. Denn wahr ist, dass unser Stein wenn er nicht genügend Reife hat, er auch nichts reifen lassen kann. Im Wassergrad wird die Materie geöffnet und durch die Fäulung vereinigt. In der Asche überkommt sie die Blüte der Früchte und durch den Sand werden alle Überflüssigkeiten ausgetrocknet.

Das anhaltende, flammende Feuer aber bringt beständig Reife, sammt seiner Schnelligkeit. Nicht dass man Marienbad, Rossmist, Asche und Sand nacheinander haben und unbedingt brauchen muss. Aber die Grade und die Regelung des Feuers muss auf diese Weise vollführt werden. Denn der Stein wird gemacht in einem leeren Ofen mit dreifacher Bewährung, fest verschlossen, eingesperrt und durch stetiges Feuer gekocht, bis alle Nebel und Dünste verschwunden sind und das Kleid der Ehre mit vortrefflichem Glanz erschienen ist. Es soll an einer Stelle zu unterst des Himmels verharren und laufend stehen bleiben.

Und wenn die Arme des Königs nicht mehr über sich reichen können, so ist die Herrlichkeit der Welt erstritten, denn der König ist ewig während beständig geworden. Keine Gefahr wird ihm mehr schaden, wenn er unschlagbar geworden ist. Darum sage ich: Wenn Dein Erdreich in seinem eigenen Wasser aufgelöst ist, so trockne das Wasser durch das gebührliche Feuer ganz und gar aus. Dadurch wird die Luft ein neu Leben anblasen. Und wenn dann das Leben wieder leibhaftig gemacht wurde, so hast Du eine Materie, die man als nicht weniger als den grossen Stein der Welt bezeichnet, welcher menschliche und metallische Leiber durchdringt, wie ein Geist. Es ist eine Universalmedizin, ohne Mangel, denn sie treibt das Böse aus und erhält das Gute. Es ist auch eine Verbesserung, dass das Böse zugleich mit dem Guten gut wird. Der Stein muss sich seine Farbe aus der durchsichtigen Röte auf die dunkelbraune, von der Rubinfarbe auf Granate ziehen und in der Schwere ist er mächtig und sehr wichtig.

Wer einen solchen Stein geschaffen hat, der danke dem höchsten Schöpfer aller Kreaturen für solchen himmlischen Balsam und bitte für sich und seinen Nächsten, dass er denselben gebrauchen möge für den Aufenthalt in diesem Jammertal. Daraufhin möge er in jener zukünftigen Welt ewige Gesundheit haben.

Gott sei für seine unausprechliche Gabe und Gnade hochgelobet in Ewigkeit - Amen.

 

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