Der Zweite Schlüssel des Basilius Valentinus

Aus dem Mittelhochdeutschen übertragen von S. Levent Oezkan

In den höfischen Gesellschaften der Großen und Mächtigen, findet man viele verschiedene Arten von Getränken. Alle sind im Geruch, in Farbe und Geschmack verschieden. Trotz das sie alle aufwendig zubereitet wurden, trinkt man sie einfach. Unterdessen werden sie wieder hergestellt, denn sie sind zur Hofhaltung nötig.

Allgemein ist bekannt, dass wenn die Sonne Ihre Strahlen unter den Wolken ausbreitet, diese Wasser erzeugen welches in Regen umgewandelt auf die Erde fällt. Je öfter dies geschieht, umso fruchtbarer wird das Jahr. Um einen schönen, prachtvollen Palast zu erbauen, müssen viele verschiedene Meister und Arbeiter Hand anlegen und ihren Verstand gebrauchen, bis man sagen kann das der Palast vollkommen ist. Denn was steinern sein soll, kann nicht aus Holz geschaffen werden.

Durch das sich wiederholende, tägliche Tosen des Meeres, welches wie Liebe aus den Gestirnen des Himmels eingegossen wird, bekommt das Land mächtigen Reichtum. Denn so oft es mit seinen Wellen wiederkehrt, bringt es den Menschen sein Gut.

Eine Jungfrau die vermählt werden soll, wird man mühevoll in die schönsten Gewänder einkleiden, damit sie ihrem Bräutigam auch gefällt. Durch ihr entzückendes Aussehen, kann sich das Band der Liebe in höchste Spannung setzen und die Brunst entlocken. Und legen sich die beiden zum Beischlaf, so wird das aufwendige Brautkleid ausgezogen, bis sie ganz nackt ist, so wie sie der Herr geschaffen hat.

Wenn also Apollon und Diana, unser Brautpaar vermählt werden soll, so müssen ihnen verschiedene Kleider vorbereitet werden und ihre Häupter und Leiber gründlich mit Wasser gewaschen werden.

Die Bereitung dieses Wassers, geschieht durch vielfältige Destillierung, die Du erst erlernen musst. Denn die Wasser sind sehr ungleich, ettliche sind hoch, ettliche gering. Je nach Bedarf muss das Wasser in diese Bestandteile fraktioniert werden, so wie die anfangs erwähnten Getränke. Und wisse das wenn die Feuchtigkeit von der Erde aufsteigt und der Nebel hinaufgezogen wurde, er sich dann in der Höhe zusammengibt und durch seine Schwere wieder auf die Erde niederfällt. So wird dem Erdreich seine verlorene Feuchtigkeit wieder gegeben, welche dann die Erde erquickt. So bekommt diese ihre Nahrung und Fügung, damit Laub und Gras aus ihr wachsen können. Aus diesem Grund müssen viele Flüssigkeiten oft wiederholt destilliert werden, damit man ihnen die entzogene Erde wieder gibt und wieder entzieht, gleich der Meerenge von Euripos, welche die Erde verlässt und entblößt und dann wieder bedeckt. Dies geschieht so oft, bis es an seinem gewissen Ziel angekommen ist.

Wenn man dann mit viel Handarbeit den Pallast des Königs gebaut und verziert hat und das gläserne Meer sich bewegt und den Pallast mit Gütern gefüllt hat, dann kann der König getrost in diese Wohnung einziehen.
Aber bedenke mein Freund, dass der Bräutigam sich mit seiner Braut bis zur Blöse entkleiden muss bis sie ganz nackend sind um sich zu vermählen. Darum müssen alle notwendigen Sachen mit denen Sie geschmückt und bekleidet sind wiederum von ihnen genommen werden, so dass sie ganz wie vom Herrn erschaffen sind und damit der Samen nicht durch fremde Einmischung zerstört werden möge.

Zum Schluss dieser Predigt sage ich dir in aller Warheit, dass das vorzügliche Wasser, in dem der Bräutigam sein Bad haben soll, von zwei Fechtern (also zwei sich gegensätzlichen Materien) klug und sehr sorgfältig bereitet werden soll. Denn ein Kämpfer muss den anderen forttreiben, so dass sie zum Streit geschickt werden um Ritterschaft erlangen zu können. Denn es ist dem Adler nichts nütze, dass er sein Nest nur in die Gipfel der Alpenberge baut, denn dort müssten seine Jungen wegen des Schnees erfrieren.
Wenn nun aber der Adler lange Zeit in den Felsen gehaust hat und der alte Drache aus den schäbigen Erdlöchern hinaus und wieder hineinkriecht und Du sie beide in die Hölle versetzt, dann wird ihnen Pluto dermaßen zublasen, dass dem kalten Drachen ein fliegend-feuriger Geist ausgejagt wird, welcher durche seine grosse Hitze dem Adler die Federn verbrennt. Gleich einer Schwitzbanck wird er das Wasser in den höchsten Gebirgen zum Schmelzen bringen, somit das mineralische Bad recht bereitet wird worin der König baden kann und ihm so Glück und Gesundheit gegeben wird.

 

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