Das Gericht im Tarot

Gericht, Wiedergeburt, Innerer Ruf, Freisprechung

Kurzbeschreibung:

Die Auferstehung vor dem jüngsten Gericht. Der Erzengel Gabriel bläßt eine Fanfare von der das rote Kreuz des heiligen Georg herabhängt. Eine Menschengruppe mit grauer Haut steht, die Arme ausgestreckt, da und schaut zu Engel Gabriel in Ehrfurcht auf. Die Menschen steigen aus ihren Gräbern auf. Dies steht für die unüberwindlichen Hindernisse und die unmögliche Vermeidung des Gerichts. Die Karte wird als ein Signal für eine unabwendbare Entscheidung gesehen. So wie die Karte die Auferstehung symbolisiert, kann sie auch interpretiert werden als die Wiederkehr der Wesen der Vergangenheit. Die Karte repräsentiert auch das Versprechen Gottes auf ein Leben nach dem Tod. In Anbetracht dessen, kann die Karte als ein Vorschlag angesehen werden, neu anzufangen und die Vergangenheit zu klären.

Zahl:

Numerologie der Zwanzig - 20

Hebräischer Buchstabe:

ש    “Zahn”

 

Details:

Auf dieser Karte sind Symbole des apokalyptischen Berichts aus der biblischen Offenbarung des Johannes abgebildet. Der Engel bläst die Posaune siebenmal1 worauf sich die Toten aus ihren Gräber erheben. Sein Hauch bringt das kosmische Feuer2 des jüngsten »Gerichts«, dass die letzten Schatten der Illusion wegschmelzen wird um das »Große Werk« zur Vollendung zu bringen. Das Wappen des heiligen Georg (rotes Kreuz auf weißem Grund) zeigt an, dass die Fesseln der »bösen Schlange« (Satan) gelöst wurden, und im Gefolge des heiligen Erzengels Michael der Suchende vom Joch des Bösen befreit wurde. Es geht bei diesem Tarotbild um die Hebung des Schatzes nach dem wir solange gesucht haben. Im übertragenen Sinne etwas nachdem wir im tiefsten Innern unserer Gefühle gegraben haben, um uns unserer eigentlich göttlichen Natur gewahr zu werden. Wir werden durch diesen Schatz (Gral, Stein der Weisen) aus dem Kerker der Selbsttäuschungen befreit, das Gute siegt und der wahre Kern des Selbst kann schließlich gefunden werden.

Im negativen Aspekt dieser Karte wird die Posaune zwar gehört, aber ihrer Bedeutung nach nicht verstanden. Dies führt gelegentlich dazu das der Suchende nach »fremden Göttern« strebt, sich z.B. von der westlichen Spiritualität abwendet um östliche Heilslehren zu studieren. Doch erfolgt dies meistens nur oberflächlich, da nicht die entsprechenden kulturellen Voraussetzungen mitgebracht werden.

Andererseits zeigt uns diese Karte, dass wir vielleicht aus »einer Mücke einen Elefanten«, »Viel Wind um Nichts« gemacht haben oder »einen Sturm im Wasserglas« heraufziehen sehen – eine durch Selbsttäuschung verursachte Gefangenschaft, die wahrscheinlich von der alten Opferrolle herrührt.

1 Angedeutet durch die sieben Striche die sich vor dem Posaunenbecher befinden.

2 Analog zu dieser Karte steht der hebräische Buchstabe Shin ש, »Das Feuer«.

 

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Johan von Kirschner

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