Brüder der Reinheit

Ikhwan As-Safa: Die Brüder der Reinheit und Treuen Freunde

von S. Levent Oezkan

Brüder der Reinheit - ewigeweisheit.de

Zwischen dem 8. und dem 10. Jahrhundert, wirkte im irakischen Basra eine Bruderschaft muslimischer Eingeweihter. Basra war damals eine Stadt höchster Gelehrsamkeit, die die gesamte, damalige westliche Welt beeinflussen sollte. Die Mitglieder dieser aus dem Verborgenen wirkenden Bruderschaft aber, waren Asketen, die eine umfassende Enzyklopädie der Esoterik schufen, die nicht nur auf die Geheimbünde Europas ganz wesentlichen Einfluss ausüben sollte.

Die Angehörigen dieser Bruderschaft, bildeten eine Art Freimaurerloge, denn man war darum bemüht, das im inneren Kreis besprochene Wissen stets geheimzuhalten. Auch die in Deutschland entstandenen Rosenkreuzer-Logen, müssen in diesem Zusammenhang genannt werden, soll ihr legendärer Bruder C. R. ja mit eben genau dieser muslimischen Bruderschaft in Verbindung gestanden sein.

Im Kreise treu ergebener Gefährten

Der arabische Name dieser Bruderschaft lautet "Ikhwan As-Safa wa Khullan Al-Wafa wa Ahl Al-Damd wa Abna Al-Majd", was frei übersetzt soviel bedeutet wie "Brüder der Reinheit und treuen Freunde, Menschen, die des Lobes wert sind, Söhne der Herrlichkeit". Man nennt sie heute kurz die "Brüder der Reinheit", einem Namen, der einer alten Legende entstammt.

Es ist die persische Dichtung "Kalilah wa Dimnah", deren Titel sich aus den Namen der beiden Schakale zusammensetzt, Kalilah und Dimnah, die die Rahmenhandlung dieser Fabelsammlung bilden. Ihren Ursprung aber haben diese Fabeln eigentlich in der alten indischen Dichtung Panchatantra (wörtlich "Fünf Prinzipien") aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., die aus der Feder des indischen Gelehrten Vishnu Sharma stammen. Sehr wahrscheinlich aber wurden diese Dichtungen aus einer mündlichen Tradition überliefert, die noch weit älter ist.

In der indischen Urfassung werden die beiden Schakale "Karataka und Damanaka" genannt: der "entsetzlich Heulende und der Sieger", die darin wohl für die menschlichen Eigenschaften von Pessimismus, Opferrolle und Zweifel auf der einen, sowie Optimismus, Vertrauen und Gelassenheit auf der anderen Seite stehen.

Die jüngere, arabische Version, die im 8. Jahrhundert in Basra, von dem persischen Autor Ibn al-Muqaffa (724-759) verfasst wurde, diente aber, wie auch die ursprünglich indische Fassung, nicht nur der Unterhaltung. Es waren vielmehr Lehrgedichte, die dem Zuhörer die fünf Prinzipien vom weisen Umgang mit anderen Menschen nahelegten: Über den Verlust von Freunden, das Gewinnen neuer Freunde, die Ursachen des Streits, die Trennung und schließlich die Vereinigung in Freundschaft.

Kalilah wa Dimnah

Im zweiten Abschnitt dieser Sammlung von Fabeln, die über das Gewinnen neuer Freunde spricht, ist die Rede von einer Taube, die mit ihren Freunden dem Netz eines Jägers entkommt. Diese Tiere nennt Ibn al-Muqaffa "Ikhwan As-Safa": Die treuen Freunde. Und es war die Maus die ihnen half zu enfliehen. Sie nämlich war so gnädig an den Maschen des Jägernetzes so lange zu nagen, bis sich ihre Tierfreunde daraus befreien konnten. Von dieser Selbstlosigkeit der Maus war einer der treuen Freunde, eine Krähe, nun so beeindruckt, dass sie bald Freundin der Maus wurde. Ihr schlossen sich bald auch eine Schildkröte und eine Gazelle an, die zu jenen treuen Freunden der Taube gehörten. Die Gazelle aber wurde erneut eingefangen. Doch es dauerte nicht lange, bis ihr die Freunde zu Hilfe kamen und sie durch sie wieder befreit wurde. Wegen ihrer Langsamkeit nun aber wurde nun die Schildkröte gefangen. Die Gazelle aber bot sich dem Jäger als Köder an, damit die anderen treuen Freunde die Schildkröte wieder befreien konnten. Am Ende aber waren alle Tiere in Sicherheit.

Aus dieser Fabel also ging der Name "Ikwhan al-Safa" hervor, da die Gruppe von Tieren, sich so eindrucksvoll umeinander kümmerten, frei von Selbstbezogenheit und Egoismus und daher eben "rein".

König Dabshalim besucht den Brahmanen Bidpay – ewigeweisheit.de

Auf dieser persischen Miniatur sieht man den indischen Radscha Dabschalim (links), der den brahmanischen Eremiten Bidpay in seiner Höhle aufsucht, um von ihm das wahre Geheimnis hinter der Fabelsammlung Kalilah wa Dimnah zu erfahren. Jener Eremit aber zitiert dabei auch aus den islamischen Überlieferungen des Koran.

Heilige Zeremonien, ausgerichtet nach den Sternen

Jene Bruderschaft, die sich also nach dieser Fabel den Namen "Brüder der Reinheit und Treuen Freunde" gab, trafen sich regelmäßig, an drei Nächten im Monat:

  • In der ersten Nacht, zu Anfang des Monats, hielt man gemeinsam Oratorien und gab persönlich Reden;
  • die zweite Nacht, die in der Mitte des Monats abgehalten wurde, beinhaltete Lesungen astronomischer und astrologischer Texte, unter freiem Sternenhimmel, wobei sich die Teilnehmer dem Polarstern zuwandten;
  • in der dritten Nacht schließlich betete man philosophische, metaphysische Hymnen (darunter das "Gebet von Platon", das "Flehen von Idris" oder die "geheimen Psalmen des Aristoteles").

Wahrscheinlich aber feierten sie auch drei Jahresfeste:

  • zum Eintritt der Sonne in den Widder (Frühlingstagundnachtgleiche),
  • in den Krebs (Sommersonnenwende) und
  • den Eintritt der Sonne in die Waage (Herbsttagundnachtgleiche).

All das ereignete sich wohl ganz im Sinne der Weisen von Harran, jener Stadt in Mesopotamien (heute Türkei), die im 7. Jahrhundert Zentrum der Alchemie und Astronomie gewesen war.

Einweihungsgrade der Brüder der Reinheit

Die Bruderschaft gliederte sich in vier Grade (oder Klassen), die sich aus ihrem "Seelenstand", dass heißt, aus ihrer moralischen Entwicklung und ihrem Alter ergaben:

  • Der "Handwerker" begann mit frühestens 15 Jahren dem Orden beizutreten. Er sollte sich da in Frömmigkeit und Mitgefühl üben.
  • Der "politische Führer" war jemand, der mindestens 30 Jahre alt sein musste, um so hohen Erfordernissen wie Großmut, Freundlichkeit und Zuverlässigkeit gerecht zu werden. Sie nannte man auch die "Guten und Ausgezeichneten".
  • Jene die man die "Könige" nannte, waren mindestens 40 Jahre alt und waren gewissermaßen Juristen, die sich in der Gesetzgebung auskannten und stets der Wahrheit gemäß handelnd, als "Ausgezeichnete und Edle" bezeichnet wurden.
  • Alle die das 50. Lebensjahr vollendet hatten, durften den Kreis der "Propheten und Philosophen" betreten, dem letzten und höchsten Rang der Brüder der Reinheit. Den Titel dieses Kreises trugen sie, da man von ihnen so hohe Maßstäbe verlangte, die sie zu Koryphäen machten und die, hätten sie in der Zeit von Sokrates, Jesus oder Muhammad gelebt, mit diesen wohl auch hätten verkehren dürfen.

Rasail Ikhwan As-Safa: Die Enzyklopädie der Brüder der Reinheit

Berühmt sind die Brüder der Reinheit heute vor allem für das gigantische Schriftwerk, dass sie hinterließen. In 52 Briefen geht es da um so Themen wie Mathematik, Musik, Magie, Naturwissenschaften, Psychologie und Religion, wie darin auch ganz alltägliche und gesellschaftliche Themen besprochen werden. Die Brüder der Reinheit versuchten darin die Kenntnisse der Muslime zu vereinigen, mit dem damaligen Kenntnisstand der westlichen Philosophie und Wissenschaften. So erhielt die islamische Kultur, von innen heraus (esoterisch), eine ganz neue intellektuelle Dimension.

In diesen Briefen, die in der Geschichte der arabischen Literatur einen hohen Rang einnehmen, konzentriert sich das Wissen sufischen Denkens, denn es heißt darin zum Beispiel:

Wisse, oh Bruder, dass deine Seele möglicherweise ein Engel ist und in Wirklichkeit Eins werden kann, wenn du dem Weg der Propheten und der Meister der göttlichen Gesetze folgst.

- Aus dem Rasail Ikhwan As-Safa, 4. Buch

Die gesamte Schöpfung wird letztendlich zu Ihm (Allah) zurückkehren, da Er die Quelle ihrer Existenz, Substanz, Unsterblichkeit und Vollkommenheit ist.

- Aus dem Rasail Ikhwan As-Safa, 3. Buch

Im ersten Buch jener "Briefe der Brüder der Reinheit", das sich mit der Mathematik befasst, sind vierzehn Briefe enthalten. Diese Schriften sind Abhandlungen in Arithmetik, Geometrie, Astronomie, Geographie und Musik, wie auch Traktate über Logik und Analysis.

Das zweite Buch befasst sich mit Naturwissenschaften und enthält siebzehn Briefe über das Wesen von Materie und Form, über Erzeugung und Vernichtung der Dinge, über Metallurgie, Meteorologie, sowie Untersuchungen über das Wesen der Natur, worin Pflanzen und Tiere klassifiziert werden. Auch Fabeln werden darin besprochen.

Mit Psychologie befasst sich das dritte Buch dieser Enzyklopädie. Es umfasst zehn Briefe über die Wissenschaften der Seele und des Intellekts. Es geht darin um die Natur des Intellekts und des Verstandes, die Symbolik zeitlicher Zyklen, die Essenz dessen was Liebe ist, Auferstehung, Hermetik von Ursache und Wirkung.

Im vierten Buch geht es um die Theologie. Darin wird in elf Briefen die Vielfalt religiöser Sekten besprochen, die Eigenschaften echten Glaubens, die Natur göttlicher Gesetze, Politisches, doch auch das Wesen der Magie.

Identität der Brüder der Reinheit

Eine Reihe von Theorien kreist um die Autoren dieser vier Bücher. Einige Mitglieder der Ikhwan As-Safa sind heute jedoch bekannt. Zu ihnen zählte etwa der arabische Freidenker und Dichter Abul Ala Al-Maarri (973-1057). Er war jedoch jemand, der die Dogmen der Religionen seiner Zeit (Islam, Judentum, Christentum und Zoroastrismus) vehement ablehnte, ja sogar scharfe Kritik daran übte. Al-Maarri pflegte einen asketischen Lebensstil und war strikter Veganer. Wenn wir zuvor sagten, dass Ziel der Brüder der Reinheit eine intellektuelle Vereinigung des Wissens im Westen, mit den Weisheiten des Islam gewesen ist, so trifft das wohl zu auf Al-Maarri, dessen bekanntestes Werk "Sendschreiben über die Vergebung" oft mit Dantes Göttlicher Komödie verglichen wurde.

Auch der islamische Theologe Ibn Ar-Rawandi (825–910) zählte zu den Mitgliedern der Ikhwan As-Safa. Man zählt ihn heute aber zu jenen, die man vielleicht als Gegener des Islam bezeichnen könnte. Und solch Betitelung hatte er sicherlich entsprochen, war die Vehemenz, mit der er gegen die Buchreligionen wetterte, doch wahrhaft ausgeprägt. Er prangerte Aberglauben und religiösen Dogmatismus gleichermaßen an, die stattdessen durch ein Recht auf Vernunft, gegen Traditionen, Gebräuche und Autorität, ersetzt werden sollten.

Wahrscheinlich war auch der berühmte persisch-islamische Theologe, Philosoph und Mystiker Al-Ghazali (1058-1111) von den Brüdern der Reinheit beeinflusst.

Offen bleibt jedoch, wer die anderen Mitglieder dieser Bruderschaft waren und wie viele ihr tatsächlich angehörten. Über sich selbst schrieben die Ikhwan As-Safa als  "Schläfer in der Höhle" (Rasail Ikhwan As-Safa, 4. Buch) – Wissende also, die sich in die Verborgengeut zurück gezogen hatten. Ihr Verheimlichen hatte wohl seine guten Gründe, denn sie waren sich durchaus bewusst, dass ihre esoterischen Lehren hätten zu Unruhen führen können. Sie wussten um das große Unglück der Nachfolger des Propheten Mohammed (as), hatten also guten Grund aus dem Verborgenen heraus zu wirken und unerkannt zu bleiben – ein Bewusstsein das sogenannten "Esoterikern" heute abhanden gekommen zu sein scheint.

 

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Das Gleichnis vom König und seinen Kindern

Das Gleichnis vom König und seinen Kindern

Man erzählt ein weiser mächtiger König hatte kleine von ihm geliebte und geschätzte Kinder. Die wollte er in seiner Liebe wohl erziehen, schulen und zu sich heranziehen. Dies sollte geschehen, bevor er sie der Gesellschaft überließe. Denn für eine königliche Gesellschaft eignen sich nur wohlgebildete, wissenschaftlich geschulte, tadellose Leute guten Charakters.

Darum erachtete er es nun für seine sichere und weise Maßregel, ihnen ein Schloss bester Art zu erbauen, worin jedem der Kinder ein Gemach angewiesen würde. Er wollte nun, dass alle Wissenschaft und alle Bildung auf die Wände der Gemächer geschrieben und jeder in seinem ihm bereiteten Zimmer von Pagen und Mägden bedient werde.

Er befahl dann seinen Kindern das für sie dort Gezeichnete und Geschriebene wohl zu betrachten, es sich klar zu machen und darüber nachzusinnen. Dann würden sie weise und vortrefflich werden. So nämlich könnten sie Mitglieder seines Rats werden, als erwählte Genossen, die stets bei ihm bleiben könnten.

Die Gemächer des königlichen Schlosses

In diese Zimmern nun, war Folgendes aufgeschrieben und vorgezeichnet:

An der Ober-Kuppel war die Form der Sphären, die Art und Weise des Aufgangs, waren die aufsteigenden Sternzeichen, wo man die Sterne in ihren Bewegungen gemalt sah. Darin fand man auch die Bedeutung der Astrologie angegeben. Zeichnungen im Innern des Gemachs, zeigten die Form der Erde mit ihren Klimaten, den Gebirgszügen und Meeren, das trockene Land mit seinen Flüssen, und auch die Distrikte mit ihren Städten und Strassen.

An der Vorderseite dieses Zimmers, sah man Abbildungen und Beschreibungen der Arzneikunde, der Natur, der Pflanzen-, Tier- und Mineralformen, in ihren Gattungen, Arten und verschiedenen Unterarten. Auch war darin ihre Eigentümlichkeiten, ihr Nutzen und Schaden angegeben. 

An einer anderen Seite wurden Kunst und Handwerk erklärt, beschrieben welcher Art und Weise sie sich bedienen, wie Ackerbau und Züchtung zu betreiben sei. 

Auf wieder einer anderen Seite sah man Bilder von Städten und Märkten, das Recht beim Kauf und Verkauf, bei Gewinn und Handel.

Die Gottes-Gelehrtheit, Gesetz und Brauch, Erlaubnis und Verbot, Bestimmungen und Entscheide, waren auf noch einer anderen Seite des Zimmers verzeichnet. So wie wieder an einer anderen, Regierungskunde und königliches Regime behandelt wurden. Dort fand man wie man Zölle erhebe, Ministerien bilde, Heere verpflege, die Untertanen schütze, die Grenzen mit Soldaten und Hilfstruppen verteidige und bewahre.

Die waren somit sechs Gattungen von Wissenschaft und Bildung, worin die Kinder des Königs geübt wurden.

Bedeutung dieses Gleichnisses

Das Ganze aber ist ein von den Brüdern der Reinheit gemachtes Gleichnis:

Jener weise König ist nämlich Gott, die kleinen Kinder die Seelen der Menschen, das für sie erbaute Schloss ist die Welt in ihrer Gesamtheit. Die wohlgestalteten Zimmer entsprechen der menschlichen Form, die darin gezeichneten Abbildungen sind die schönen Formen des Körpers. Was man darin aber an Wissenschaften dargestellt sieht, entsprechen den Erkenntniskräften der Seele.

Die Seele ist die Königin, der Körper ihr Untertan

Die Seele ist die Königin, der Körper ihr Untertan

Die Natur ist ein Werk der Seele. Die Religionslehrer aber erklären, dies alles seien Taten des herrlichen Schöpfers und Bildners. Man muss aber bedenken, dass die Seele eine Schöpfung des Schöpfers ist.

Und wenn es heißt, dass die Wirkungen der Kräfte und ihre Beziehung zur Seele nur deshalb existieren, damit der Mensch beim Nachdenken über die Seele und deren bewundernswerten Taten, vom Schlaf der Sorglosigkeit und Torheit erwache. Denn er soll seine Seele und ihre wunderbare Wirkung erkennen. Er muss dann wissen, dass der gute Meister am guten Werk erkannt wird, dies aber auf den allweisen Meister schließen lässt.

Auf der Erde gibt es Zeichen für die Kundigen und ebenso in euren Seelen, seht ihr dies etwa nicht ein?

- Sure 51:20

Der Körper gleicht einer Stadt

Es gleicht dieser Körper mit der Seele darin, dass die Kräfte derselben ihre Wirkung kundtun, in allen verborgenen und sichtbaren Gliedern. Sie bewirken durch die verschiedenen Bewegungen der Kanäle dieser Glieder, sowie durch die Sitze der Sinne in den Öffnungen des Kopfes, Vorgänge, die dem Treiben in einer Stadt ähneln. Es ist wie in einer von ihren Einwohnern bebauten und gepflegten Stadt. Ihre Märkte sind offen, ihre Strassen belebt und ihr Handel geht so gut, dass die Ware darin gefertigt wird, die Handwerker beschäftigt sind und die, welche sich ihren Lebensunterhalt erwerben, hin- und herlaufen, ihre Zugtiere nicht rasten und es von Reitern und Fussgängern gerade so wimmelt. Dies gilt für den menschlichen Körper im Wachzustand.

Zur Zeit des Schlafs, wo die Sinne unsicher sind und die Bewegungen rasten, gleicht dagegen der Körper jener Stadt bei Nacht. Dann sind die Märkte geschlossen, die Arbeiter müßig, die Straßen sind leer, die Leute schlafen und es sind kaum noch Geräusche zu hören.

Schlafes Bruder

Trennt sich die Seele von diesem Körper, so gleicht sie einer verlassenen Stadt. Als solche, die keine Bewohner mehr hat und die alle ihre Haustiere mitgenommen haben, verkommt eine Stadt allmählich zur Wüste und zum Aufenthaltsort wilder Tiere. Da hört man des Nachts dann die Rufe des Uhus und am Tage ziehen dort die Geier ihre Kreise. Ihre Mauern zerfallen, die Dächer ihrer Häuser stürzen ein und nach und nach verwandeln sich die Gebäude in Schutthaufen.

Ebenso ist es auch mit dem menschlichen Körper, wenn ihn die Seele verlässt. Er schwillt auf, beginnt zu stinken und wird zur Heimstatt von Würmern, Fliegen und Ameisen. Schließlich aber wird er zu einem Haufen Staub, wo man nur noch die Knochen unterscheidet, die wie die Steine und Ziegel aus den Trümmern der einstigen Stadt hervor ragen.

Die Seele ein Reiter, der Leib ein Esel

Man vergleiche ferner die Seele mit dem Embryo, den Leib mit dem Mutterschoß. Oder die Seele mit dem kleinen Kind, den Leib mit der Schule; die Seele mit dem Insassen, den Leib mit der Wohnung; die Seele mit dem König, den Leib mit dem Untertan; die Seele mit dem Handwerker, den Leib mit der Werkstatt; die Seele mit dem Fertiger, den Leib mit dem Gefertigten; die Seele mit dem Leiter, den Leib mit dem Geleiteten.

Die Seele gleicht dem König, ihre Kräfte den Soldaten und Untertanen.

Die Seele gleicht auch einem Reiter, die sich auf ihrem Reittier, dem Leib, durch die Welt bewegt. Die Welt aber ist die Rennbahn, wo die Weisen der Welt den Siegern ähneln.

Wenn die Seele dann von der Kraft zur Tat schreitet, so erscheint uns der Körper wie das Schiff, die Seele wie ein Handel treibender Kapitän. Seine Handlungen sind wie die dort transportierten Waren, die Welt wie das Meer auf dem dieses Schiff fährt. Der Tod schließlich gleicht dem Ufer, wo der Leib zurückbleibt, während der Händler dort in seine Heimat zurückkehrt - jenen Ort, wo Gott ihm seine Ernte vergilt.

Die Seele ähnelt auch dem Bauern, der Körper dem Saatfeld, die Handlungen den Körnern und Früchten. Der Tod ähnelt dem Sensemann, die Welt nach dem Tod gleicht der Scheune, wo die Ernte von Gott gedroschen wird und sich dabei die Spreu vom Getreide löst.

Was Tod und Leben sei

Tod und Leben zerfallen in zwei Arten: leiblich und geistig.

Das leibliche Leben ist nichts anderes, als dass sich die Seele eines Körpers bedient.

Der leibliche Tod aber ist nichts, als dass die Seele es unterlässt einen Körper zu gebrauchen.

Auch das Wachsein ist nichts anderes, als dass die Seele die Sine anwendet. Der Schlaf dagegen ist nichts anderes, als die Unterlassung dieser Anwendung.

Bei der Seele ist das Leben ein wesenhaftes, ihre Substanz ist lebendig. Sie ist in der Tat wissend, durch die Kraft in den Körpern, Gestalten und Formen von Natur schaffend.

Der Tod der Seele ist ihre Unkenntnis von ihrer Substanz und ihre Sorglosigkeit ihr Wissen nicht zu erkennen. Dies stößt ihr zu, wenn sie sich zu sehr in das Meer der Materie hinabsinken lässt, und sie zu weit in den Tiefgrund des Körpers einging, da sie sich zu sehr den leiblichen Begierden hingab.

Da die meisten Mensch die Substanz ihrer Seele nicht kennen und sich nicht um das ewige Leben kümmern, kennen sie nur dies niedrige irdische Leben, das aber ein Ende hat. Sie scheinen aber ewig in dieser Welt bleiben zu wollen, wissen aber nicht:

Dieses diesseitige, irdische Leben ist nichts als Zeitvertreib und Spiel. Die Wohnstatt des Jenseits aber, ist das eigentliche Leben. Wenn sie's doch wüssten!

- Sure 29:74

Auf dem Weg ins Paradies

Wenn der Leib an Alter und Schwäche zunimmt, nimmt dagegen die Seele an Frische und Tugendkraft zu.

Im Leibe liegt eine Seele, die altert mit ihm nicht.
O ließe doch das Alter keine Spur auf dem Antlitz.
Sie hat Nägel, wenn alle anderen Nägel stumpfen,
Und Zähne, wenn mein Mund deren nicht mehr hat.
Die Zeit ändert an mir, was sie will, nur nicht die Seele,
Und ich gelange zum Lebensende, während sie noch jung ist.

- Al-Mutanabbi

Man überlege wohl den Bau dieser Wohnstätte, und betrachte den Wandel der Seelenkräfte in ihr, sowie ihre wunderbaren Wirkungen und verschiedenen Bewegungen, dann erwacht man vom Torheitsschlummer und kann die Seele klar in ihrem Wesen und ihrer Substanz erkennen. Man sieht die Welt der Seele, ihren Anfang und Ausgang, ebenso wie man mit dem leiblichen Auge diese Wohnstätten und diese Stadt sehen kann. Man erkenne die Erhabenheit jener Stätte der Seele, strebe ihr zu und entkomme dadurch dem Meer der Materie, sowie dem Tiefgrund, der mit den Distanzen begabten Körper. Bevor diese leibliche Stadt zerfällt, nehme man sich eine ewige Wohnstätte in der geistigen Welt. Denn diese Stätte ist keine Stätte des Weilens, sondern eine Stätte der Vergänglichkeit, des Entstehens, der Verwandlung und des Vergehens. Es ist eine Stätte für Hunger und Durst, für Krankheit und Elend, Kummer und Unglück.

So sagt der Prophet Mohammed (as):

Einsichtig ist der, welcher sich selbst kennt und für das wirkt, was nach dem Tode ist. Verständig ist der, welcher sein Herz der Welt entreißt, ehe der Leib von der Welt scheidet. Drum sehne doch ach der Stätte, wo weder Kummer noch Gram, weder Hinschwinden, noch Krankheit, noch Dürftigkeit ist. Dort sind die Nachbarn nicht gegen einander neidisch, die Brüder setzen sich auf ihren Sesseln einander gegenüber und haben, was sie begehren. Das ist die Stätte des Lebens. Dies ist das Himmelreich und die Weite der Sphärenwelt, die ganz erfüllt ist mit Hauch, Duft; dort ist das Paradies und Wohlgefallen.

Vielleicht gelingt auch dir der Anstieg und du erhältst den Lohn für deine guten Taten.

Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer der eine Gott. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, umarmte ihn und sagte: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen und du wirst einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber gerieten über alle Maßen außer sich vor Schrecken und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich. Da sagte Petrus zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen. Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser und Brüder, Schwestern und Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben. Viele Erste werden Letzte sein und die Letzten Erste.

- Markus 10:17-31

Dieser schwere, aus Fleisch, Blut und Knochen, Sehnen und Nerven gebildete Leib, kann nimmer zum Himmelreich aufsteigen. Alle Leiber sind ja veränderlich und dem Wechsel und der Verwandlung unterworfen. Jene erhabene Stätte, das ist das Paradies, passt für sie nicht. Dagegen passt dieselbe für die Seele. Denn von dort stieg die Seele an jenem Tage herab, da unserem Vater Abraham gesagt wurde:

Geht fort! Einige von euch seien der anderen Feind. Und auf der Erde sollt ihr Aufenthalt und Nießbrauch auf Zeit haben.

- Sure 2:36

Ferner heißt es: ihr lebt und sterbt auf der Erde, dann geht ihr aus ihr am Tage der Heimsuchung hervor, wenn ihr aus dem Schlummer der Torheit und der Sorglosigkeit erwacht. Durch die Formen wird der Geist des Lebens euch eingehaucht, ihr lebt das Leben der Weisen und wandelt den Wandel der Glücklichen.

Der Weise sagt: Fürwahr, der Himmel ist unser Vater und die Erde unsere Mutter. Zu ihr kehren wir zurück, aber von beiden lassen wir uns großziehen.

Gott ließ euch als Spross von der Erde ersprießen, doch lässt die Erde nicht sprossen, es sei denn, sie ist vom Himmel mit Regen befeuchtet. So gehen aus beiden die Kreaturen hervor, welche doch zwischen Himmel und Erde entstehen. Somit ist die Erde unsere Stätte, sie wird uns zur Mutter, in ihr liegen unsere Gräber und wir gehen aus ihr hervor.

Schließe dich der Bruderschaft an und erkenne ihre Lehre durch ihre Traktate. Vielleicht entgehst du durch ihre Vermittlung und steigst zum Himmelreich auf, dem ewigen Glück, bis du in ihre geistige Stadt eingehst, ins Paradies.

Hierfür stehe Gott dir bei.

Das Wesen der Liebe

Das Wesen der Liebe

Der Mensch, so heisst es, hält in allen Dingen die Mitte. Er ist weder der Stärkste, noch der Schwächste; er kann weder in dichter Finsternis, noch in zu hellem Lichte sehen; er kann weder die übergroße, hochverdoppelte Zahl, noch das ganz kleine, nicht mehr teilbare Atom erfassen.

Der Mensch kann von der Zeit nur eine Spanne erkennen und selbst die Astrologen wagen zwar aus Konjunktionen, die in je 20, je 240 oder in je 960 Jahren stattfinden, die Geschichte vorherzusagen – was ja auch schon genug wäre, könnten sie bereits dies – aus den Konjunktionen, die in je 3840 oder gar in je 7000 Jahren einmal stattfinden die Schicksale zu bestimmen – da ließen sie ihre Nase davon.

Auch die menschliche Vernunft erfasst nur die Objekte zwischen voller Klarheit und voller Verborgenheit. Den Schöpfer in seinem eigentlichen Wesen kann der Mensch wegen der all zu hellen Weisheit nicht erfassen und die Gestalt des Alls erfasst er ebenfalls nicht, wegen der Allgrösse. Auch sind die reinen, stofflosen Formen nicht fassbar, wegen der all zu großen Reinheit und Klarheit.

Zu verborgen ist dagegen das Wesen des Embryo im Mutterschoß, des Hühnchens im Ei, des Korns in der Fruchthülse, der Frucht im Blütenkelch. Denn die sinnliche Wahrnehmung erfasst selbiger (d. h. der Mensch), als fertige, jedoch nicht in der Zeit ihres Entstehens.

Will man aber die Frage, wie die Welt entstand, beantworten, dann komme man erst mit diesen Dingen ins Klare.

Trotz dieser Schranke, will man das All ordnen, und da gibt es eine Handhabe in Teilding und Allding. Alldinge sind jene neun Stufen: Gott, Vernunft, Seele, Urmaterie, Stoff, Welt, Natur, Elemente, Produkte; Teildinge aber sind alle Einzelerscheinungen, wie und wo sie immer uns begegnen. Bei den Alldingen ist die Ordnung von der Einheit bis zur Vielheit, bei den Teildingen hingegen von der Vielheit zur Einheit. Einen Ausgang gibt es und einen Heimgang – Ausgang von der Eins aus – und Heimgang zur Eins zurück, daher die Doppelordnung.

Mit diesem neoplatonischen Grundzug, wird der theologisch-mohammedanische identifiziert. Diese niedere Welt ist die Dauer der Seele mit dem Körper. Zunächst die Verbindung der Weltseele mit dem Weltkörper, sodann die Vereinigung der Menschenseele mit dem Menschenkörper. Untergang und Tod ist das Abstehen der Seele vom Gebrauch des Körpers. Die andre Welt ist das zweite Hervorgehen nach dem Tode oder die Dauer der Seele nach der Trennung.

Paradies ist die Welt der Geister, die frei vom Körper in reiner Form besteht. Hölle ist diese Welt der Leiber in dem sich wandelnden Stoff. Heimsuchung ist die Erweckung der Seele vom Schlaf der Torheit. Auferstehung aber das Aufstehen der Seele aus ihrem Grab im Leibe. Abrechnung ist die Übereinkunft der Allseele mit der Teilseele über das was sie tat, als sie sich im Körper befand.

Der gerade Pfad ist der Weg des Menschen zu Gott, dem Ursprung. Beim Einfall des Samentropfens vereinte sich eine Teilseele mit dem Neugebilde – sie ward als ein Strahl von der Allseele durch ihre Verbindung mit dem Embryo selbstständig, um als eine vollendetere zur Allseele zurückzukehren und für das Gute Lohn, für das Böse Strafe zu erhalten. Also ist der Verkehr der Teilseele mit der Allseele auf ihrer höchsten Stufe, das ist die Stufe des Menschseins.

Was auf dieser Stufe an Philosophischem und Theologischem klar ist, findet nun aber auch in den anderen Bereichen der Natur statt.

Dies Mineral bildet die erste Wesenszone, welche die Teilseele durchschreitet. Dem folgen dann die Pflanzen, dann die Menschen. Darauf findet der Eintritt in die Scharen der Engel und Himmelsbewohner statt.

Das Leben der Pflanzen-, der Tier-, der Menschenseele, alles ist nur ein Spiel im Kreise der Natur, die als eine von den Kräften der Allseele, in den niederen Sphären, der wandelbaren Welt, ihr Wesen treibt und den ersten Zauberring des Lebens bildet. Aber nur bis zur Grenze des Himmels reicht ihre Macht, bis zur Mittelstufe d. h. bis zur Menschenstufe, die das Mittelglied zwischen der Niederreihe und der Hochreihe der Wesen bildet und deshalb vermöge des freien Willens gottähnlicher zu werden streben kann, oft aber auch von Gott entfremdeter unter das Tier herabsinkt.

Dass dem so sei, beweist das Band der Liebe.

Was ist Liebe?

Die Einen sagen: Liebe sei Zuneigung zu einer Person derselben Art.

Andere: Liebe sei ein übermächtiges Begehren nach einer ähnlichen Naturanlage im Körper oder einer Form, die uns in der Gattung ähnlich ist.

Die Dritten: Liebe sei die gewaltige Sehnsucht nach der Einswerdung.

Die Einswerdung ist das wahre Wesen der Liebe, sie ist etwas Seelenartiges und eine geistige Einwirkung. Nun zerfallen die Seelen in drei Arten:

1. Die pflanzenartige begehrliche Seele; ihre Liebe geht auf Speise, Trank und Begattung. Wenn im Augenblick der Entstehung, der Mond, die Venus und Saturn vorherrschte, hat die Pflanzenseele Gewalt.

2. Die zornfähige tierische Seele. Ihre Liebe geht auf Überwindung, Rache, Herrschaft. Mars, Venus und Merkur walten bei der Entstehung vor und treiben die Seele des entstehenden Menschen dieser Richtung zu.

3. Die vernünftige Seele geht auf die Erwerbung von Erkenntnis und Vortrefflichkeit. Die Sonne, Merkur und Jupiter treiben der Seele dieser Richtung zu. Nur bei der dritten Richtung ist die Liebe Einswerdung. Denn die Einswerdung ist die spezielle Eigenschaft der Geistesdinge und der Seelenzustände, wogegen bei den körperlichen Dingen keine Einswerdung, sondern nur eine Nachbarschaft, eine Vermischung und Berührung, aber nichts anderes möglich ist.

Es gehört zum Wesen der Seele, dass sie bei der Darstellung ihrer Werke und Charaktere, der Mischung des Leibes und Körperglieder Rechnung trägt, denn die Glieder sind für die Seele, wie Werkzeug und Ausrüstung für den Werkmeister, da er durch sie seine Werke schafft.

Aus diesem Grund verstärkt sich im Lauf der Tage die Liebe und Zuneigung zwischen den Liebenden, sie wächst und nimmt zu.

Bei einer jeden anderen Sehnsucht, tritt nach der Erreichung des Ziels Überdruss und Trennung ein, nur bei der Liebe zu Gott und dem Nahen zu ihm, tritt die Mehrung derselben ein.

Denn die Anschauung Gottes ist über alle körperliche Eigenschaft erhaben, sie ist eine Anschauung von Licht durch Licht.

Gott ist das Licht der Himmel und der Erde. Sein Licht ist wie eine Blende, darin ist eine Leuchte und diese in einem Glas. Das Glas scheint dann wie ein leuchtender Stern. Sie wird entzündet vom Öl eines gesegneten Baums.

- Sure 24:35

Warum wurde die Liebe zum Körper in die Seele gelegt?

Sie sehnt sich den verschiedenen Geliebten zu, um von den leiblichen Dingen zu den geistigen, vom Schmuck des Leibes zum Schmuck des Geistes zu gelangen. Die Seele soll durch die Liebe zur Erkenntnis ihrer Substanz, zur Erhabenheit ihrer Grundelemente, zur Schönheit ihrer Welt und Heimat hingelangen. Alles Schöne, jeder Schmuck ist eben nur Färbung und Zeichnung ähnlich dem, was die Allseele dem Urstoff einzeichnete und womit sie die Körperfläche schmückte, damit, wenn die Teilseelen darauf blickten sie sich danach sehnen.

Wenn dann auch die Bezeugung der Schönheit durch die Sinne aufhört, so bleiben die dem Wesen der Seele eingeprägten Grundzüge und Formen in den Teilseelen als reine, geistige und begehrte, mit ihnen zu Eins gewordene Formen. Nimmer ist Trennung und Änderung dann zu fürchten, wie ja auch stets das Bild des Geliebten rein und klar der Seele des Liebenden verbleibt, wenn auch die Schönheit desselben längst geschwunden ist. Der Schöpfer ist der Urgeliebte. Der Allhimmel kreist in Sehnsucht nach dem Schöpfer, ferner aber aus Liebe (Neigung) ewig zu bestehen und schließlich aus Freude an dem vollkommensten Endziel. Die Allseele treibt die Sphären und lässt die Sterne laufen in ihrer Sehnsucht, die Schönheiten und die Vorzüge in der Welt der Geister zu schauen.

Alle diese Schönheiten und Vorzüge kommen nur vom Erguss des Schöpfers, von der Ausstrahlung seines Lichts auf die Allvernunft, von dieser auf die Allseele und von dieser auf die Urmaterie.

Das sind nun die Formen, welche die Teilseelen in der Körperwelt an den Substanzen der Individuen und Körper, von der umgebenden Mondsphäre bis zum Erdmittelpunkt hin sehen.

Diese Lichter und Schönheiten dringen vom Anfang bis zum Ende, so wie die Lichtstrahlen in der Vollmondnacht, vom Körper des Mondes ausgehen. Sie kommen dem

Mond von der Sonne her zu. Das Licht der Sonne und der Sterne aber rührt von den Strahlen der Allseele her, die Strahlen, welche auf die Allseele fallen, kommen von der Allvernunft, die Strahlen aber, welche auf die Allvernunft fallen, rühren vom Erguss des Schöpfers und seinen Strahlen her. Hierdurch ist jener Ausspruch erklärt, dass sich alles Vorhandene sehne nach Gott als dem Urgeliebten, dass alles ihm zustrebe, da in ihm die Existenz, der Bestand und die Vollendung allen Seins beruht.

Eine Parabel auf den Streit über den Ursprung der Welt

Eine Parabel auf den Streit über den Ursprung der Welt

Es war ein Vater, der hatte zum Teil kluge, verständige, zum Teil dumme Kinder. Eines Tages entdeckten sie in den Lagern ihres Vaters viele verschiedene Süßigkeiten. 

Die Klugen wussten, dass ein kluger Werkmeister die Zuckersachen gemacht hatte, ein Zuckerbäcker. Den Dummen blieb solches aber verborgen. Die Einsichtigen unter ihnen dachten darüber nach, woraus jener Werkmeister solche gemacht und womit er sie wohl geformt haben mag. Sie sagten, er mache solche aus anderen Zutaten. Den weniger Einsichtigen, blieb solches jedoch unbekannt.

Letztere fragten nun, wie er sie denn gemacht hat und weshalb er sie so formte wie sie sind. Die Einsichtigen aber bedurften dieser Frage gar nicht. Die dümmeren unter ihnen dachten darüber aber weiter nach. Die unkundigen Geschwister, die Dummen, fragten dann ihre Brüder nach dem Fabrikanten dieser Zuckersachen und die anderen antworteten, das sei der Zuckerbäcker. Die noch dumm Gebliebenen aber fragten weiter, wer das denn sein soll. Darauf erwiederten die klugen Geschwister, er sei ein gewandter Konditor der seine Kunst beherrscht. Doch die kleinen Geschwister glaubten nicht daran, da sie ihn weder gesehen noch je von ihm gehört hatten.

Nun fragten sich die Klugen, woraus der Zuckerbäcker diese herrlichen Dinge wohl gemacht hat und sie sagten sich, dass er sie bestimmt aus Zucker, Öl und Mandeln buk. Einige glaubten das, andere hielten es wiederum für eine Lüge, da sie solches weder gesehen noch erkannt hatten. Denn sie wollten sehen, was der Zuckerbäcker davon an Bestandteilen zurückließ. Aber die Klugen wussten, das er alles zur der Bereitung des Zuckergebäcks verwandte. So glaubten also wieder die einen, die anderen hielten es für eine Lüge, da sie nichts sahen.

Dann fragten jene, wie hat der Zuckerbäcker solches hergestellt und erhielten als Antwort, dass er einen Ofen baute, ein Feuer darin entzündete, einen Kessel darauf stellte, Öl hinein goss, den Zucker und die Mandeln hinzugab, mit einem Löffel darin rührte, so dass sich alles darin verband. Die Klugen verstanden, die Dummen aber nicht.

Darauf entbrannte ein Streit zwischen den Einsichtigen und den Uneinsichtigen. Schiedsrichter sollten jetzt entscheiden. Dieselben sagten nun das wären die Werke ihres Vaters. Und dabei beruhigten sich die Seelen der kleinen Geschwister, weil sie sich leichter von ihrem Vater, als vom Zuckerbäcker eine Vorstellung machen konnten. Als sie fragten, woraus er das gemacht hatte, nannten jene Schiedsrichter etwas, was sie kannten und damit waren sie zufrieden. Schließlich fragten sie, wie er es gemacht und wie er es geformt hatte, und erhielten als Antwort darauf, dass er das Zuckergebäck eben so machte, wie er wollte. Auch damit waren sie zufrieden.

So ist es nun auch mit dem Streit der Gelehrten über die Uranfänglichkeit der Welt.

Die wunderbaren Dinge von allem in der Welt Geschaffenen, gleichen den mit Zuckergebäck angefüllten Vorratskammern. Fragt man nach der Neuentstehung der Welt, wie sie gemacht wurde und aus welchem Stoff sie besteht, so ist es wie mit den Fragen der unverständigen kleinen Geschwister. Jene verständigen Gelehrten, welche befragt, eine weitere Erklärung gaben und den Streit zwischen den Geschwistern beilegten, kann man mit den Philosophen vergleichen. Doch ihre Art und Weise die Entstehung der Welt zu beschreiben, erfolgt durch nur schwer verständliche Worte. Die Schiedsrichter zwischen jenen aber, dass sind die Propheten und deren Stellvertreter. Der gütige milde Vater ist der Schöpfer.

 

Die sagenhafte Insel der Affen oder: Ein Märchen über das Wesen der menschlichen Seele

Die sagenhafte Insel der Affen oder: Ein Märchen über das Wesen der menschlichen Seele

Es gab eine Stadt auf dem Gipfel eines Berges, auf einer grünen Insel im Meer. Die Luft dort war mild, das Wasser süß und ihre Erde von gesegneter Fruchtbarkeit. Schöne Teiche gab es dort, die Fruchtbäume waren reich behangen und allerhand Tiere lebten auf dieser Insel, ganz entsprechen dem Land, Klima und Wasser.

Ihre Bewohner lebten in Brüderlichkeit, waren sie doch die Sprösslinge eines Mannes größter Glückseligkeit. Zwischen ihnen herrschte Liebe, Milde und Güte, wo keiner den Anderen hasste oder ihn um etwas beneidete. So gab es dort also keine Feindschaft oder sonstige Übel. Man stritt hier nicht über verschiedene Ansichten oder tat üble Dinge mit sich oder anderen. Keine der Sünden die den Charakter eines Menschen eintrübten, beging man hier.

Die Insel der Affen 

Nun bestieg einst eine Gruppe von den Leuten dieser Stadt ein Schiff. Sie aber erlitten Schiffbruch und eine Meereswoge warf sie auf eine andere Insel, auf der es Berge und Bäume gab. Diese Bäume aber hatten keine guten Früchte, aus den Quellen der Insel rann trübes Wasser. Es gab dort auch finstere Höhlen worin wilde Raubtiere hausten. Die Bewohner der Insel aber waren Affen.

Nun gab es auf einer der Inseln dieses Meeres einen riesigen, mächtigen Vogel. Jeden Tag und jede Nacht kam er und nahm sich einen dieser Affen und eins der wilden Tiere als Beute.

Die Schiffbrüchigen aber zerstreuten sich auf dieser Insel, in die Täler der Berge und suchten nach essbaren Früchten, da sie hungrig waren. Sie tranken aus den Quellen und umhüllten sich mit den Blättern dieser Bäume. In der Nacht kehrten sie in die Schluchten und Höhlen zurück, wo sie sich vor Hitze und Kälte zu schützen suchten.

Bald aber pflegten die Menschen mit den Affen gewohnten Umgang. Sie paarten sich mit den Affen und vermehrten sich und es wurden ihrer viele. Lange Zeit ging nun dahin. Dieses Geschlecht bewohnte die Insel, hielt sich in ihren Bergen auf und gewöhnte sich daran, was dort geschah. Sie vergaßen ihre eigentliche Heimat mit den lieblichen Annehmlichkeiten und ihren alten Verwandten. Sie brachen Steine in den Gebrigen und bauten sich daraus Häuser und begannen darin zu leben und horteten darin die Früchte dieser Insel.

Die Leute aber begehrten immer mehr die Weibchen der Affen und waren sehr zufrieden mit ihren Verhältnissen und wünschten sich ewig zu bleiben. Doch nach und nach entstand zwischen ihnen und den Affen Streit und es entbrannten Kriege.

Der Traum von der eigentlichen Heimat

Einer von den Männer hatte einmal einen Traum. Darin sah er sich in sein Land zurückkehren, aus dem er gekommen war. Als die Leute seiner Stadt hörten, dass er käme, kamen sie ihm schon außerhalb der Stadtmauern entgegen. Sie sahen aber, wie ihn die Reise und seine lange Abwesenheit in der Fremde verändert hatten, drum wollten sie nicht, dass er in diesem unwürdigen Zustand die Stadt beträte. Also wuschen sie ihn in der Quelle vor dem Tor, glätteten sein Haar, schnitten ihm die Nägel und bekleideten ihn mit neuen Gewändern. Sie salbten und schmückten ihn und setzten ihn auf ein Reittier, auf dem sie ihn in die Stadt führten. Alle freuten sich über seine Rückkehr und man begann ihn nach dem Schicksal seiner Gefährten zu befragen. Sie setzten ihn dann vor das Rathaus der Stadt, sammelten sich um ihn und staunten über ihn und seine Rückkehr, nachdem sie längst daran gezweifelt hatten. Er war aber froh darüber, dass ihn Gott erlöst hatte von jener Fremde, dem Untergang der Gemeinschaft mit den Affen und jenem hässlichen Leben.

Rückkehr in die traurige Realität

Der Mann glaubte aber, dass er dies Alles im Wachzustand gesehen hätte. Als er aber erwachte, fand er sich wieder auf der anderen Insel unter dem Geschlecht der Affen. Da wurde er traurig und zog sich gebrochenen Herzens zurück. In Gedanken versunken und bekümmert grübelte er in voller Sehnsucht nach seiner wahren Heimat. Dann erzählte er seinen Traum einem seiner Genossen und erinnerte ihn an das, was die Zeit ihn hatte vergessen lassen: jene Stadt, die Bewohner, die Verwandten und ihre Lieblichkeit. Sie beratschlagten unter sich, überlegten und fragten einander, wie man dorthin zurückkehren und von hier entrinnen könne. So kamen sie darauf einen Pakt zu schließen. Sie begannen also auf der Insel Holz zu sammeln und wollten nicht faul sein und ein Schiff bauen, um damit in ihre Stadt heimzukehren. Daraufhin dachten sie, dass es sicherlich hülfe und leichter für sie wäre, wenn noch ein Anderer mit ihnen wäre. Dann wären sie sich sicherer, was das Gelingen ihres Vorhabens anbelangt und die damit erzielte Rückkehr in ihre eigentliche Heimat. So erinnerten sie ihre Genossen an ihre Heimatstadt und riefen in ihnen die Sehnsucht wach nach der Rückkehr in ihr Vaterland. Sie sonderten sich von den anderen ab, bis eine Gruppe zusammengekommen war.

Der todbringende Raubvogel als Retter

Sie begannen also ihr Schiff zu bauen, damit sie es eines Tages bestiegen und damit heimkehrten. Doch siehe, da kam der riesige Vogel, welcher die Affen zu greifen pflegte und riss den einen Mann an sich. Als er mit ihm weit davon geflogen war, betrachtete der Vogel was er da hatte und siehe, es war kein Affe, wie gewöhnlich. Er flog nun mit ihm über jene Stadt, aus der der Mann gekommen war und warf ihn auf das Dach seines Hauses. Dort ließ er ihn. Der Mann aber schaute wo er sich befand und siehe, es war seine Heimstatt, sein Haus, wo seine lieben Verwandten lebten. Da wünschte er, wenn doch täglich der Vogel von jenen einen ergriffe und ihn in die Stadt zurückbrächte.

Jene Männer aber, aus deren Zahl der Vogel ihn fortgeführt hatte, weinten und waren sehr traurig über ihn. Denn sie wussten ja nicht, was der Vogel mit ihm gemacht hatte. Hätten sie es gewusst, hegten sie den selben Wunsch, als wie vor ihnen ihr Bruder.

Vom verborgenen Sinn in diesem Märchen

So sollte nun auch der Glaubem der Lauteren Brüder sein, der vor seinem Mitbruder vom Tode ereilt wird. Denn die diesseitige Welt gleicht jener Insel, ihre Bewohner aber, die Menschen, gleichen den Affen. Jener Vogel ist gleichsam der Tod. Die Schiffbrüchigen entsprechen den Heiligen Gottes und das Jenseits ist jene Heimatstadt, von wo sie ausgingen. 

Dies also ist unser Glaube unserer Brüder über den gegenseitigen Beistand, welche schon der Tod ereilte.

 

Der Weiße Lotus

Der Weiße Lotus

Ein Weißer Lotus wächst aus dunkel-schlammigem Grund empor, doch öffnet seine weiße Blüte keusch den Sonnenstrahlen. So schwarz wie der nährend-fruchtbare Schlamm in dem er schwimmt, so makellos rein öffnet er seine Blätter. Seine Blüte benetzt nichts als nur Licht.

Der Lotus wurzelt aber nicht etwa fest in der Erde, sondern ist ungebunden und verändert schwimmend, allmählich seine Lage und Form. Für mich steht er darum als Symbol der Ewigen Weisheit, die weder westlich noch östlich und an keinen bestimmten Ort gebunden ist, doch sich in ihrer Reinheit zum Licht des Göttlichen hin öffnet.

Gott ist das Licht des Himmels und der Erde, das Gleichnis seines Lichtes ist wie eine Nische, in welcher eine Lampe steht, die Lampe ist in einem Glas. Das Glas ist wie ein funkelnder Stern. Es wird angezündet von einem gesegneten Baum. Einem Ölbaum, nicht östlich, nicht westlich, dessen Öl leuchtet beinahe, ohne dass es das Feuer berührt hätte. Licht über Licht. Gott leitet zu Seinem Licht wen Er will.

- Sure 24:35

Stern Sirius (Foto: Mellostrom, Lizenz: CC BY-SA 3.0) - ewigeweisheit.de

Der Sirius - Hellster Stern am Nachthimmel (Foto: Mellostrom; Quelle: Wikimedia; Lizenz CC BY-SA 3.0)

Funkelndes Licht des Sirius

Natürlich ist der Lotus eines der markantesten Symbole der Spiritualität überhaupt. Im Koran repräsentiert er den Gipfelpunkt göttlicher Offenbarung. In der Sure »Der Stern« heißt es:

Und tatsächlich hat er ihn gesehen, bei einer anderen Begegnung beim Lotusbaum am äußersten Ende, wo das Paradies der Zuflucht liegt. Dabei überflutete (Licht) den Lotusbaum, was (ihn) überflutete. Da wankte nicht der Blick, noch schweifte er ab. Wahrlich, er hatte gesehen eines der größten Zeichen seines Herrn.

- Sure 53:13-18

Die selbe Sure nennt an anderer Stelle Allah ganz klar und unmissverständlich, den Herrn des Sirius – jenen Stern der in den Isis-Mysterien des Alten Ägypten, doch von so hoher Wichtigkeit war. Denn mit seinem heliakischen Aufgang setzt die Nilflut ein, wenn sein weißes Licht die rötliche Morgendämmerung durchstrahlt, die den schwarzen, fruchtbaren Schlamm über die Äcker flutet.

Es heißt, die Urform des Lotus brachte Isis vom Sirius auf die Erde. Nicht zufällig gehörten Lotus und Sirius, zu den wichtigsten Symbolen der heiligen Stätten Alt-Ägyptens.

Leuchtendes Juwel

Auch im Osten umgibt den Lotus, als Symbol der Unberührtheit, ein besonderer Glanz. Darauf deutet ein buddhistisches Mantra hin: »Om mani padme hum« – Om, Juwel im Lotus. Im tibetischen Buddhismus denkt man sich diese Silben als Ausdruck vollkommenen Mitgefühls. Das Leuchten jenes Juwels, dass die reinen Blätter des weißen Lotus hüllen, schaut dann, ein zu vollem Bewusstsein Erwachter.

So steht der Lotus für eine Haltung, die geprägt ist von der Achtung der Würde des Menschen und damit die Fähigkeit der Menschheit, zu einer besseren Existenzform zu finden.

Die Dimension völliger Reinheit der Lotus-Blüte, ist inhaltlich auch verbunden mit dem arabischen Wort safā – dem Reinsein – der Wortwurzel des Wortes Sufi. So erscheinen die Namen Sufi und Lotus in unversehrtem Licht.

Dieses rein werden aber, war und ist für mich ein langer Weg. Denn es bedeutet, sich zuerst für die tagtäglichen Handlungen im Umgang mit Anderen zu reinigen, die Sätze die aus meinem Mund kommen von negativen Worten zu säubern und schließlich, mein nicht willentlich beeinflussbares, irdisches Sein, durch richtiges Denken zu kontrollieren. Der große Sufi-Mystiker Hadschi Bektasch Veli nannte das die Reinheit von Zunge, Hand und Lenden.

Im Zentrum des freien Sufi Ordens des Weißen Lotus, stehen die Ikhwan As-Safa, die Brüder der Reinheit.

 

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