Ego

Dem Elfenbeinturm des Ego entkommen

von S. Levent Oezkan

Pieter Bruegel der Ältere: Turm zu Babel

Niemand ändert sich wirklich, wenn er nicht gezwungen ist sich zu ändern. Jedes Problem aber, das sich uns entgegenstellt, lässt uns nur darum straucheln, damit wir aufwachen, um uns zu befreien – aus dem was war und uns jetzt vielleicht behindert – in ein Sein, losgelöst von allem Denken, Grübeln und Bewerten.

Denn alle Widrigkeiten im Leben fordern jemanden, ja manchmal gar eine ganze Gemeinschaft dazu auf, die Umstände zu verändern in der sie sich gegenwärtig ereignen. Was war, das war, doch es geht so nicht weiter.

Wie der Einzelne oder die Mitglieder einer Gesellschaft mit so etwas umgehen, das mag sich auf zwei Arten äußern: Entweder man verschließt sich dem eigentlichen Aufruf und hält mit allen Mitteln daran fest was war und sieht in dem Problem reine Negativität. Das aber festigt eigentlich nur die Muster in uns, die auf egoistischer Unbewusstheit basieren, sich aber manchmal sogar zuspitzen und dann zu Angst, Wut und Depression mutieren.

Es birgt ein Problem aber immer auch eine Chance, nämlich dann, wenn die plötzlich eingetretenen widrigen Umstände im Leben eines Menschen (oder einer Gemeinschaft), als eigentliche Gelegenheit erkannt werden, sich aus den Schranken des Altbekannten zu lösen, um in einem bewussteren Leben dem Schlaf der Alltäglichkeit zu entkommen. In allen Traditionen in West und Ost spricht man darum auch von einem »Erwachen«. Und so etwas geschieht manchmal auch durch etwas im Außen, das vielleicht so drastisch ist, sodass es einen aus dem Schlaf der Gewohnheit reißt, aus dem Schlummer eigentlich nur scheinbarer Vernunft. Was einen da aber in solch Unbewusstheit gefangen hielt, das war sein Ego.

Über die Geburt des Ich-Empfindens

Und dieses Ego stützt unser innerer Dialog: wenn da nämlich mehrere Stimmen »zu Wort kommen«, die sich aus einer vermeintlichen Problemsituation – wie auch immer geartet – herausreden wollen. Das geschieht aber nur, um dem Ego Genugtuung vorzutäuschen. Was damit gemeint ist, wollen wir uns im Folgenden genauer ansehen.

Da gibt es die Legende von Narziss, einem jungen, ungemein schönen Mann, den wegen seines Liebreizes alle begehrten. Doch wie uns dieser uralte Mythos mitteilt, antwortete Narziss auf das Begehren seiner Verehrerinnen und Verehrer einfach nur arrogant. Dabei wusste er gar nicht wie er aussah, denn Spiegel gab es damals noch keine.

Eines Tages nun kam er in die Nähe einer Quelle, deren silberhelles Wasser ganz und gar rein und tief war, woraus nie ein Tier getrunken und deren Wasser nie ein welkes Blatt verschmutzt hatte. Ganz in der Nähe ruhte sich der schöne Jüngling aus. Als ihn durstete ging er zu dem Quell um daraus zu trinken. Doch als er sich dort zum ersten Mal, auf der reflektierenden Oberfläche des Wassers sah, da verliebte er sich in sein eigenes Spiegelbild, wo jedesmal, als er vom Wasser trank, sich ihm der Mund seines Gegenübers anscheinend zum Küssen näherte. Er wiederholte dieses Spiel, wie von Wahn ergriffen, und versuchte in sein Spiegelbild vernarrt, dieses sogar zu umarmen, bis er schließlich ausglitt, ins tiefe Wasser stürzte und darin ertrank. Wegen seiner wahnhaften Selbstliebe aber, so die Legende, schimmert auf der Oberfläche dieses verborgenen Quells, das Abbild des schönen Narziss noch heute.

Es ist dieser Mythos ein Sinnbild närrischer Eigenliebe, wegen welcher jemand andere Menschen verachtet. Nur aber eigentlich wegen seiner egoistischen Dummheit verhält er sich so und genau darum kommt er auch zu Fall.

Was sich aus dem Mythos von Narziss herauslesen lässt, ist die Entstehung des menschlichen Ego. Tatsächlich musste der Mensch in der langen Geschichte seiner irdischen Existenz, erst einmal so etwas wie ein Ich- oder Ego-Bewusstsein entwickeln, wo er sich als Individuum umgeben von anderen erkannte. Für den deutsch-schweizerischen Philosophen Jean Gebser (1905-1973) setzte diese Entwicklung vor vielleicht 6.000 Jahren ein, als der menschliche Geist begann sich auf bestimmte Objekte auszurichten. Da verließ der Mensch den beschirmenden Bereich einer rein gefühlsbetont erfahrenen Welt und begann sein Leben durch Denken zu bewältigen.

Dieses Ich-Bewusstsein nun, oder nennen wir es Ego-Gewahrsein, lässt vor unserem inneren Auge, wie der Mythos von Narziss deutlich macht, ein Phantom-Selbst entstehen, dass jeder von uns mit sich herumträgt. Und dieses Phantom nährt unser innerer Dialog. Die meisten von uns halten das für ihr wahres Selbst. Aus diesem Bewusstsein aber kam der Drang zur Welt, sich mit etwas identifizieren zu wollen. Im Falle des Narziss erfüllte diesen Sinn sein Spiegelbild. Identifikation aber ist immer der Versuch, sich mit etwas im Außen gleichsetzen zu wollen, zumindest aber ihm ähnlich zu sein. Gewöhnlich zeigt sich das im Wunsch nach Besitz. Was aber der Narziss-Mythos andeutet, ist, dass dieser Wunsch nach Identifikation letztendlich auch mit einem Begehren nach Überlegenheit einhergeht, auch wenn das vollkommen unbewusst stattfindet – nach etwa dem Motto:

Ich habe und du hast nicht, darum bin ich.

Im Falle Narziss' war das seine Schönheit.

Im Umgang mit anderen

Ganz ohne Ego kann heute keiner lernen, sich in dieser Welt zurechtzufinden. Jeder junge Mensch muss erst einmal ein Ego entwickeln, einen Ich-Sinn erkennen, damit er in der Gemeinschaft überhaupt klar kommt. Er braucht eine Identifizierung mit seiner körperlichen Erscheinung, die einen Namen, eine Herkunft und eben ein bestimmtes Aussehen hat. Bei einem Menschen der vielleicht einen schönen Körper oder ein hübsches Gesicht hat, mag dass der Weg der Selbstidentifikation sein. Bei jemandem der vielleicht schon immer gerne sehr viel gelesen hat, mag sich diese Selbstidentifikation vielleicht derart äußern, dass er sich für sehr viel klüger oder gebildeter als andere empfindet. Vermutlich sind bei einem Menschen, der in eine reiche Familie geboren wurde, das Geld oder sein Besitz, Objekte der Identifikation.

Doch der damit eigentlich immer einhergehende Wunsch sich ein Gefühl der Dominanz gegenüber anderen Menschen zu verschaffen, birgt in sich doch eigentlich einen Mangel und das Gefühl das etwas fehlt. Fühlt man sich darum von der Identität eines anderen konfrontiert und gerät dabei in ein Spannungsfeld zwischen Überlegenheit und Unterlegenheit, muss dafür oft die eigene Identität herhalten, um sich darauf basierend, in einem inneren Dialog, ein Dominanzgefühl herbeizureden. Das heißt: War das der Grund zur Identifikation, geht diese Form der »Selbst-Erkenntnis« ja eigentlich einher mit einem ganz tief sitzenden Unbehagen, wo einer bemerkt:

Ich bin mir selbst nicht genug.

Narziss - ewigeweisheit.de

Narziss - der schöne Sohn des Kephissos verliebt sich in sein Spiegelbild. Gemälde von Caravaggio (1599).

Das Selbstbild

In unserer modernen Kultur gilt das geistige Ideal, das jemand von sich hat, als das womit er sich identifiziert. Das ist beim Einen etwas das er besitzt, beim Anderen etwas das er tut oder beim Nächsten eine bestimmte Haltung die er einnimmt, um einem äußeren Bild zu entsprechen. Alle aber versuchen ihr Sein nach einem bestimmten Modell hin auszurichten. Leider aber lässt sich das nur all zu leicht verwechseln mit dem, was wir oben bereits als den »inneren Dialog« ansprachen, wo sich einer immer wieder einredet, dass er etwas besser kann, mehr besitzt oder zum Beispiel nach einem Streitgespräch in seiner Erinnerung die Situation noch einmal durchspielt, wobei er selbst daraus aber als Gewinner hervorgeht.

Es scheint also, als würden wir uns auf diese Weise ins Verhältnis setzen zu unserem Leben:

Ich und mein Leben.

Manche sind vielleicht für eine bestimmte Zeit in ihr Leben verliebt. Andere hassen es vielleicht. Man identifiziert sich dabei aber mit dem was man glaubt zu sein, so als betrachte man sein Leben wie auf einer Leinwand vor sich ablaufen, worauf man Wunschbilder oder vielleicht auch Feindbilder projiziert. Doch ganz gleich ob man mit einem gegenwärtigen Istzustand zufrieden oder unzufrieden ist: In beiden Fällen geht es um das, womit sich das Ego identifiziert, was es vielleicht vergöttert oder verachtet. Ist aber, von einem gewissen Zeitpunkt an, das Ego in unserem Leben nicht überflüssig, wenn es uns doch ununterbrochen damit behelligt uns entscheiden zu müssen?

Tiere haben diese Schwierigkeit nicht und erkennen sich auch nicht im Spiegel. Eine Katze oder ein Hund, die ihre Erscheinung reflektiert sehen, verwundern sich eher, denken dort einen Zeitgenossen zu erblicken und schauen vielleicht, wenn möglich, hinter den Spiegel, um sich dessen zu vergewissern. Was wir zuvor bemerkten, würde darum voraussetzen, dass Tiere auch kein Ego besitzen. So ist ihnen ein Selbstwertgefühl ebenso fremd und damit auch der Wunsch, anderen Tieren gegenüber besonders schön zu erscheinen. Wir Menschen aber, zumindest die meisten von uns, schauen in den Spiegel, bevor wir das Haus verlassen. Rührt einer mit solch eitler Haltung, nicht aber bereits auch den Kern aller Probleme an?

Und was ist ein Problem? Seiner etymologischen Bedeutung nach setzt sich das Wort zusammen aus den griechischen Silben »pro«, etwas das sich vor einem befindet, und »ballo«, schmeißen oder werfen. Somit ist ein Problem also eine Hürde oder ein Hindernis, das scheinbar wie aus dem Nichts einem den Weg versperrt und einen abhält von einer bisherigen, vielleicht vermeintlichen Freiheit. Tiere begehren so etwas intuitiv zu überwinden, ohne es mit irgendetwas aus ihrer Vergangenheit vorher abgleichen oder bewerten zu wollen. Auch ein Kleinkind, dass so etwas wie ein Ego noch nicht entwickelte, würde ähnlich reagieren, was sich etwa darin zeigt, da es intuitiv weiß was zu tun ist, wenn es in tiefes Wasser fällt: Es schwimmt ohne es vorher gelernt zu haben! Solches Tun ist dann also nicht von irgendwelchen Haltungen, Meinungen, Einstellungen oder vermeintlichem Wissen abhängig, sondern geschieht aus der Situation heraus.

Wen aber sein Ego nötigt, sich unter all den vielen Standpunkten, mit denen er sich identifiziert, erst entscheiden zu müssen: Wie sehr doch hindert ihn das, endlich zur Tat überzugehen?

Erwachen aus dem Schlaf des Ego-Bewusstseins

Scheinbar rühren die meisten unserer Probleme darum vom Wunsch nach Identifikation mit bestimmten Sichtweisen, die jedoch nur auf den geistigen Konstrukten unseres Egos basieren, wobei das Ego dann also nichts anderes ist, als eine bestimmte Art zu denken. Viel weniger sind es da noch die Objekte worauf sich unsere Gedanken beziehen, als eher die Gedanken an sich, ja insbesondere unsere Erinnerungen und daraus erwachsene Meinungen. Aber gestaltet man damit sein Leben nicht aus einem ewigen Gestern?

Innerer Dialog

Aller Egoismus entwickelt sich aus bestimmten Formen des Denkens, mittels derer man das Gefühl einer Identität überhaupt erst wahrnimmt. Diese Denkweisen aber halten wir alle, mehr oder weniger, für das was uns ausmacht. Mit dem Gesagten aber scheinen sie nicht mehr zu sein, als eine andere Form des Schlafs, denn sobald das Denken aufhört und der innere Dialog endet: Was bleibt da noch?

Um wieder zurückzukommen auf das zuvor angedeutete »Erwachen«, von dem so viele Priester und Gurus in West und Ost immer wieder sprechen: Bedeutet das, dass man sich auf einmal dieses inneren Dialogs bewusst wird, wie auch der Gefühle, die damit verbunden in uns aufsteigen?

Zu erwachen bedeutet zuerst einmal, zum Beobachter dessen zu werden, was da eigentlich vor sich geht, im Geiste und den daraus projizierten Emotionen. Wer lernt zu meditieren, beginnt damit, sich nicht mehr mit seinen immer neu auftretenden Gedanken zu identifizieren, sondern beobachtet sie, wie sie kommen und gehen, als blicke er in den blauen Himmel, durch den immer mal wieder Gedankenwolken ziehen, wovon manche auch dunkel sind und zuweilen in Gefühlsbewegungen, sozusagen »abregnen«.

Wenn die Identifikation mit unseren alltäglichen Gedankenmustern, einen zuvor gänzlich in Anspruch nahm und man darum glaubte

Ich bin mein Denken

und einen dieser Geistesstrom vollkommen vereinnahmte, wird man durch das Zurücktreten daraus, sich auf einmal dessen bewusst, was da eigentlich stattfindet. Nicht aber nur in einem selbst, sondern auf einmal erscheint einem die Umwelt gänzlich anders, da der Einfluss der Objekte der Identifikation, darin zu schwinden beginnt.

Problemen zu trotzen

Wenn sich in unserem Leben nun aber Widrigkeiten oder Herausforderungen ergeben, gerät das Ego, dass sich ja normalerweise mit den Objekten im Außen identifiziert, sehr leicht aus dem Gleichgewicht. Das führt meist dazu, dass es sich sehr unglücklich fühlt, über das plötzlich aufgetretene Problem und sich dann dagegenstellt. Immer nämlich braucht das Ego ein Gegenüber – überhaupt dadurch definiert es sich.

Das Ego muss sich also mit etwas identifizieren oder aber eben nicht identifizieren, um den Grund seines Daseins vor sich zu rechtfertigen. Es entsteht erst durch die Möglichkeit sein eigenes Dasein in einem Gegenüber zu reflektieren – sei es ein Vorbild oder eine andere Sache. Diese Haltung setzt bei Kindern in der Zeit ein, wo sie lernen »Nein« zu sagen, wo, wenn man sie etwa fragt:

Bist du hungrig?

sie antworten:

Nein! –

doch sobald man ihnen das Essen vorsetzt, verschlingen sie es mit dem größten Genuss.

Unser Ego braucht den Anderen oder das Andere. Auch Feinde erfüllen diesen Zweck: Menschen, denen gegenüber man sich vielleicht überlegen fühlen möchte oder aber die man beneidet und sich darum gegen das stellt, was sie tun oder was sie einem zu sein scheinen. Wenn sich das Ego aber, um überhaupt bestehen zu können, zuerst mit bestimmten Objekten oder Ansichten identifiziert, hält es daran fest, denn nur dadurch rechtfertigt es ja seine Existenz.

Dringt nun aber etwas Neues in dieses abgeschlossene System ein, was ein Mensch oder aber ein Problem sein kann, entbehrt der ego-fixierte Mensch jeder Fähigkeit damit umzugehen. Er versucht nämlich sein Identifikationsmuster dem plötzlich Aufgetretenen überzustülpen – ein Bild, das sein Ego für den anderen angefertigt hat. So jemand reagiert also nicht mehr auf eine eigentliche Situation, sondern nur auf das, was er als Egoist daraus ableitet, ja fast schon wie aus dem Nichts erschaffen kann.

Desidentifikation von den Sinnesobjekten

Was einen bewussten Menschen aber auszeichnet, sind meiner Meinung nach Einfühlungsvermögen, Mitgefühl und Liebe. So jemand lebt in der Gemeinschaft zu ihrem Wohle. So einer ist

gestorben, bevor er starb.

Was da den Tod fand und sich damit auflöste, war sein Ego, während der Mensch in seinem Leben als Erwachter fortlebt. Er hat gelernt, dass er nicht das ist was er denkt, hat gelernt sich zu »desidentifizieren«, wie es der italienische Psychologe Roberto Assagioli (1888-1974) nannte. So jemand lebt bewusst, denn er hat erkannt, dass es jenseits allen Denkens eine andere Dimension des Bewusstseins gibt: ein unendliches Feld voller Vergegenwärtigung, losgelöst von allen Sinneseindrücken, frei von allem objektiven Wahrnehmen.

Was bleibt also übrig, wenn man nicht mehr über das nachdenkt, was womöglich kommen wird oder was man vielleicht befürchtet und sich auch keinen Kopf mehr darüber zerbricht, was einmal war und wie man sich dabei fühlte? Dann auf einmal könnte man sich des gegenwärtigen Augenblicks bewusst werden, in dem sich ein Selbst befindet, das jenseits aller mit dem Ego verstrickten Konzepte besteht. Es ließe sich vielleicht vergleichen als ein Teil des Ganzen, der sich mit Allem verbunden erfährt. Wer diesen Zustand erreicht hat, erkennt auf einmal, dass da ein ganz wohltuendes Sosein, wie es die Buddhisten nennen, bisher einfach nur im Lärm allen Denkens untergegangen war.

Was aber, wenn dieser Lärm abklingt und sich unser Geist beruhigt hat?

Man stelle sich etwa vor, wie all die wahrnehmbaren Objekte der Umwelt, eine Leere umgibt – ein Raum der eben nicht ist. Denn was sonst sind unsere Gedanken, als Verhaftungen in den Objekten unserer Sinne? Im Gewahrsein der eigentlichen Leere aber, in der sich die Objekte unserer direkten Umgebung befinden, wird man sich einer Polarität von Sein und Nichtsein bewusst, von Existenz und Inhaltslosigkeit, von Identifikation und Intuition.

Wir wissen heute, dass es zum größten Teil Leere ist, die unser Weltall ausmacht. Der nächste Stern da draußen, ist sage und schreibe mehr als 30 Billionen Kilometer von unserer Sonne entfernt. Dazwischen ist nichts als schwarzes Vakuum, eines schier unendlich großen Raumes. Auch in den Atomen befinden sich riesige Zwischenräume, wie man heute weiß, die die Elektronen vom Atomkern trennen. In einem scheinbar omnipräsenten Nichts also, ereignet sich der größte Teil eines mannigfaltig strukturierten Seins – sowohl im Mikrokosmos, als auch im Makrokosmos.

Leere und Nichtsein - ewigeweisheit.de

Die Abwesenheit allen Lichts: Schwärze als Sinnbild für Leere und Nichtsein.

Ist nur die Leere wahrhaftig?

Was aber ist dann die Essenz von Allem, wenn also scheinbar ein Nichtsein das Sein umgibt und ihm sogar innewohnt? Ist es etwa die Leere selbst? Und wenn so die Objekte in der Leere ihre Gestalt besitzen: Was wäre da wohl, man erführe die Leere, statt der wahrnehmbaren Objekte? Kämen da nicht sofort alle Gedanken zum erliegen, die sich doch immer auf ein Gegenüber, auf einen Gegenstand der Wahrnehmung beziehen?

Man betrachte also einmal nichts, sondern sehe um sich und erfahre dabei die überall und alles umgebende Leere – in diesem Raum, zum Beispiel in einer Stadt, auf einer Wiese oder in einem Wald, auf dieser Erde. Man wechsle einmal die Sicht auf das, was da durch die objektive Wahrnehmung gesehen wird, und dehne dann sein Bewusstsein aus in das, was die gesehenen Objekte umgibt, wechsle zum Beispiel zwischen der Sicht auf die Gegenstände die einen umgeben, und dehne dann einmal sein Fühlen in die Leere aus, die diese Gegenstände umgibt und diesen Raum erfüllt.

 

Sich dieses Unterschieds gewahr zu werden, ist ein ganz tiefgreifendes Erlebnis, da man sich plötzlich bewusst wird, dass etwas immer gegenwärtig ist, gänzlich losgelöst von allen Anhaftungen. Da endet alles Denken, alles Zeitempfinden verliert da seine Wichtigkeit und man erwacht im Hier und Jetzt, ganz und gar.

Wenn wir nachdenken, über die Objekte die uns umgeben, uns mit ihnen identifizieren oder eben nicht identifizieren, sie lieben oder über sie urteilen: dann sind wir im Tun. Durch die Desidentifikation aber, von dem was wir kennen oder über unsere Sinne wahrnehmen, erübrigt sich dieses Tun und was da bleibt ist nur reines Sein, und darin vollkommene Wahrnehmung – bar jeder Wertung oder Empfindung.

Eine Anleitung zur Lösung aller Probleme

So entspricht also der passiven Polarität von Objekt und Leere, eine Aktivität von Tun und Sein. Aus dem Denken entsteht unsere Identifikation mit der objektiven Formwelt, woran an sich auch nichts Schlechtes ist, sondern durchaus etwas, dass sich wertschätzen lässt. Denn es ist unser objektives Bewusstsein, worin all die Dinge in unserem Denken und Fühlen aufsteigen.

Für die meisten von uns, ist Bewusstsein aber allein nur das, doch leider nicht mehr. Was aber existiert, das musste erst entstehen und was entsteht, bleibt nur für begrenzte Zeit. Und wenn das objektive Bewusstsein alles ist, worüber jemand verfügt, so wird er auch niemals wirklich ein Ziel erreichen. Denn sobald er sich dahin auf den Weg macht, ist es ja bereits im Auflösen begriffen. Nichts darum befriedigt so jemanden auf lange Sicht, da er, je älter er wird, allmählich versteht, dass eben alles was ihn umgibt oder worüber er nachdenken kann, sich einem immerwährenden Wandel beugen muss. Was aber bleibt ist die Leere. Sie ist keiner Veränderung unterworfen. Zwar beinhaltet sie die sich wandelnden Objekte unserer Wahrnehmung, doch besteht unberührt bis in alle Ewigkeit. Doch geht es nicht darum die Leere an sich wahrzunehmen, sondern sich seiner selbst bewusst zu werden, durch ein Trennen der Wahrnehmung von den Objekten im Außen.

Wenn hier jedoch die Rede von einer Leere ist, meint das nicht alleine den Raum, der leer sein kann oder eine Leere die die Objekte darin umgibt. Auch in der Zeit umgeben die darin geschehenden Ereignisse Leerräume, Pausen, in denen sich nichts ereignet. Ein Gedanke endet. Doch bevor in unserem Geist ein neuer Gedanke aufsteigt, gibt es da eine Pause, derer man sich bewusst werdend öffnen kann. Die Kunst dabei ist, den Augenblick zu erkennen, wenn dieser neue Gedanke, aber auch jegliches andere Ereignis, eintritt. Das kann zum Beispiel ein Klang sein, der ertönt und dem man lauscht, ohne ihn aber zu bewerten, zu benennen oder sich nach seinem Ursprung zu fragen.

Sich dieses, mit unseren Sinnen erfassbaren Augenblicks, in dem sich etwas ereignet, bewusst zu werden, zum Beispiel ein Aufgang der Sonne am Morgen oder des Vollmonds nach Sonnenuntergang, führt zu einem natürlichen Ausdehnen jener Leere, in deren Sein wir uns erkennen können. Das lässt sich erreichen, indem wir den Zeitpunkt ausdehnen, bevor wir dem eingetretenen Ereignis einen Namen geben, es schön finden oder aber wir uns deshalb sorgen. Damit beginnt man die Welt der Form als angenehm zu empfinden, da nicht mehr die Objekte und Ereignisse relevant sind, sondern die leeren Zwischenräume, worin sie sich unserem Bewusstsein zeigen.

Wer so das Sein wahrzunehmen vermag, dem gelingt allmählich auch, die Sicht auf all seine Probleme zu relativieren. Besonders wenn es Vorfälle sind, die gänzlich fremd erscheinen, versucht jemand dann nicht mehr gleich ältere Erfahrungswerte zur Lösung der damit auftretenden Probleme anzuwenden. Denn da sie wegen der Andersartigkeit des Vorfalls nicht greifen würden, ist das vorrangig nicht-wertende Bewusstwerden dessen was ist, der einzige Weg, erst einmal zu beobachten. So vermeidet man Ärger und sogar Angst. Wenn sich nämlich durch das Lösen vom Ego auch alles bewertende Denken auflösen lässt: ginge damit nicht auch ein erleichtertes Lösen von etwaig aufgetretenen Problemen einher?

Ist Ihre Antwort auf diese Frage »Ja«, so könnten wir sagen, dass unser innerer Dialog ganz eng verbunden ist mit dem, was wir als in unserem Leben vorausgesetzt halten und auch wollen, dass es so bleibt. Da aber nichts in unserem Leben ewig dauert, können wir uns auch aus allen Lebenssorgen winden, indem wir erkennen, wohin sich alles in der materiellen Welt Seiende entwickelt: nämlich hin zur eigenen Auflösung in Nichts, in eine vollkommen leere Inhaltslosigkeit. Das allein ist wahr. Leere begrenzen weder Form, Raum noch Zeit. Vielmehr wird alles aus der Leere, aus dem Nichtsein und der Unordnung geboren.

Und die Erde war wüst und leer […] Und Gott sprach: Es werde Licht!

- Genesis 1:2f

Erst mit dem Denken entsteht die objektive Welt der Formen.

Im Anfang war das Wort […] und Gott war das Wort.

- Johannes 1:1

Die Leere, die die Objekte unserer Umwelt umgibt, die Unterbrechung des Gedankenstroms: Sie zu erleben geben uns die Möglichkeit dem Elfenbeinturm unseres Egos zu entkommen, um dabei zu erwachen und die Dinge, die sich in unserem Leben ereignen, als das zu beobachten was sie wirklich sind.

Alles Sein ist nur von gewisser Dauer. Diese Erkenntnis gewährt uns unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, womit wir beginnen uns jetzt am Leben zu erfreuen, so wie es gegenwärtig ist, losgelöst von allen Erinnerungen an die Vergangenheit und hoffnungsvollen Erwartungen an die Zukunft.

Was entsteht, das vergeht auch wieder, wird Ruhestätte der Auflösung und des Verfalls, damit aus dem schwarzen Mischmasch im Grab gewesener Dinge und Ereignisse, eine Brutstätte neuer Ideen und Erkenntnisse entstehen kann.

 

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Das Selbst und die geheimen Zeichen des Glücks

Das Selbst und die geheimen Zeichen des Glücks

Schlüssel jeder spirituellen Fortentwicklung ist persönliches Gewahrsein. Das heißt, wer seine Achtsamkeit steigert, erweitert dabei den Raum seiner bewussten Wahrnehmung. Und so wie sich das Bewusstsein damit vergrößern und entfalten lässt, wird es auch befähigt, sich allmählich zu erheben, hinweg über die vielen Ebenen der Wahrnehmung.

Solch erweiterte Bewusstheit eröffnet einem Menschen Möglichkeiten in der Welt, die über die im Alltag angeeigneten Fähigkeiten hinausgehen. So jemand erkennt dann seine Lebenswelt als großes Ganzes, was ihn ermächtigt die Begrenzungen seiner Persönlichkeit allmählich abzulegen und sich, seiner Berufung gemäß, frei in seinem Leben zu bewegen.

Unsere Persönlichkeit: Eine Maske unseres wahren Selbst

Als Kinder entwickelten wir das, was man das Ego, das Ich oder das beobachtende Selbst nennt. Es ist die physische Bewusstseinsebene des Menschen, mit der sich seine Wahrnehmung zunächst vertraut macht – mit dem Körper und seinen Sinnesorganen als solche – wie auch mit dem, was er über eine Sinne im Außen wahrnimmt.

Die meisten Menschen identifzieren sich mit diesen sinnlichen Fähigkeiten, ahnen aber nur selten, dass es eine höhere Wahrnehmung gibt, die man als Mensch entwickeln kann. Ihr beobachtendes Selbst bleibt damit aber gebunden, an die Körperfunktion des physischen Leibs.

Wer nun erkennt, dass das beobachtende Selbst zu viel mehr befähigt ist, könnte damit beginnen, allmählich jene Beschränkungen zu beseitigen, die sich ihm auf dem Weg zu einer höheren Bewusstheit in den Weg stellen. All die Äußerlichkeiten im Leben an denen wir hängen, sie bilden die Barrieren auf diesem Weg. Wer aber gelernt hat zu verzichten, wird sich auch leichter über höhere Hürden hinwegsetzen können, die ihn sonst an seinem Fortkommen gehindert hätten.

Das Spiegelbild

In Wirklichkeit ist das, was wir als unsere Persönlichkeit im Spiegelbild sehen, und das was wir unser Selbst nennen, nicht das Selbe. Eher gleicht die Persönlichkeit einer Maske hinter der sich unser wahres Selbst verbirgt, eine seelische Entität, die Namen, Geburtsort und Geburtsdatum bezeichnen, damit sie ihre Rolle in der Welt spielen kann. Nur wenige aber ahnen, welche Rolle auf der Bühne ihres Lebens sie eigentlich spielen sollten. Metaphorisch gesprochen: Häufig gibt man sich in dieser Rolle nicht wirklich zum Besten, sondern hüllt sich in etwas, das einem gar nicht entspricht oder übernimmt sogar die Rolle eines anderen Menschen. Manchen aber wird das irgendwann zur Last, selbst wenn sie den Grund dieser Bürde keineswegs kennen.

Die Darsteller im antiken griechischen Theater benutzten in ihren Rollen Masken, um ihrem Schauspiel einen besonderen Ausdruck zu verleihen: Sie nannten sie die »Persona« – der Ursprung der deutschen Wörter Person, Persönlichkeit, Personifikation, Personal, usw.

Der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung (1875-1961) übertrug diesen Begriff auf die menschliche Psychologie und schrieb über die Persona:

(Sie) ist aber, wie ihr Name sagt, nur eine Maske der Kollektivpsyche, eine Maske, die Individualität vortäuscht, die andere und einen selber glauben macht, man sei individuell, während es doch nur eine gespielte Rolle ist, in der die Kollektivpsyche spricht. [...] Sie ist ein Kompromiss zwischen Individuum und Gesellschaft über das, als was einer erscheint.

Es wäre also einen Versuch wert, sich zu erheben, über die Identifikation mit dieser Maske unserer Persönlichkeit. Nur so nämlich, ließe sich eine Verbindung zu dem herstellen, was man in der Esoterik das »Höhere Selbst« nennt.

Sich über Beschränkungen erheben

Der erste Schritt dazu, wäre sich zuerst einmal bewusst zu machen, dass sich die Persona zusammenfügt, aus unserer äußeren Erscheinung, unserem Namen, unserem Geburtsort, unserem Geburtsdatum und unserer persönlichen Geschichte – kurz: als das, als was wir auch allen anderen erscheinen können. Dessen bewusst, kann man dann ein höheres Selbst voraussetzen, dass, in dieses existenzielle Konglomerat eingefügt, existiert.

Als Nächstes gilt es zu versuchen, wie von einer höheren Warte aus betrachtet, die eigentliche Persönlichkeit in ihrem Handeln zu beobachten. Doch nur beobachten und nicht beurteilen! Dann nämlich kann sich das beobachtende Selbst auf ein höheres Niveau als die Persönlichkeit begeben, da es sich zu lösen beginnt aus allem Gut und Schlecht, aus den Verstrickungen in vergangene Erinnerungen, aus Befürchtungen vor Zukünftigem, aus den Verhaftungen mit einem Ich oder einer Abgren- zung zum Du. Zusammengefasst könnte man sagen, dass ein so bewusst gewordenes Selbst, sich letztendlich ja über seine Todesangst erhoben hat, um sich dem Wesen seines Seelenkerns zu nähern.

Ein Beispiel: Sie machen einen kleinen Spaziergang und stellen sich dabei vor, wie ihr Höheres Selbst ihren Körper »ausführt«, statt sich mit dem laufenden Leib zu identifizieren. Ihr physischer Körper ist (nur) das Fahrzeug, das ihr Höheres Selbst steuert. Es gehört nicht zu ihrem Körper, sondern der Körper ist Besitz des höheren, beobachtenden Selbst, ist sein Diener. Das bedeutet, dass man nach und nach lernt, das beobachtende Selbst, nicht mehr mit dem sich abgefundenen Ich des Körperlichen zu identifizieren. Eher geht es in der Entfaltung eines höheren Bewusstseins darum, allmählich von Stufe zu Stufe immer weiter zu wachsen – vorausgesetzt, man löst sich von äußeren Dingen und von der Angst vor dem Tod.

Wir haben Gedanken, doch wir sind nicht unsere Gedanken

Der englische Religionsphilosoph Alan Watts (1915-1973) schrieb über diesen Aufstieg des beobachtenden Selbst Folgendes:

Es ist sowohl die Fähigkeit unser normales Alltagsbewusstsein zu bewahren, als es dabei auch gleichzeitig loszulassen. Sprich, man beginnt, ganz unbefangen, den Gedankenfluss im Auge zu behalten, all die Eindrücke, Gefühle und Erfahrungen geistig zu erfassen, die unentwegt unser Bewusstsein zu durchströmen versuchen. Statt aber die Gedanken zu kontrollieren und in den Gedankenstrom einzugreifen, lässt man sie so fließen, wie es einem gefällt. Normalerweise wird das Bewusstsein von diesem Gedankenstrom mitgerissen. Darum wäre es wichtig zu lernen, über diesen Gedankenstrom zu wachen, ohne dass er das Bewusstsein erfasst.

Vier Ebenen des Bewusstseins

Um die Wende zum 20. Jahrhundert begründete der griechisch-armenische Esoteriker und Abenteurer Georges I. Gurdjieff (1866-1949) ein spirituelles System, das Menschen helfen sollte eine »innere Evolution« anzustoßen. Gurdjieff sprach hier von einem »Vierten Weg« der einem Menschen helfen sollte diese innere Entwicklung des Bewusstseins anzustoßen. Dabei ging es ihm um vier Bewusstseinszustände:

  1. Der niedrigste Zustand dieser vier Entwicklungsstufen war für Gurdjieff der Schlaf.
  2. Den normalen Wachzustand, von dem die meisten Menschen glauben, er sei freies Bewusstsein, war für Gurdjie nichts weiter, als nur ein anderer Zustand des Schlafs. Denn was einen da wach hält, sind die in der Tiefe der menschlichen Psyche brausende Leidenschaften, vielleicht etwa mit dem vergleichbar, was der österreichische Psychologe Sigmund Freud (1856-1939) als das »Es« bezeichnete.
  3. Manche Menschen aber sind fähig, wahre Bewusstheit zu erfahren. Doch meist nur in kurzen Augenblicken. Das passiert wenn die verkrusteten Schichten der Persona (Maske der Persönlichkeit), an manchen Stellen abzuplatzen beginnen. In diesem Zustand erfährt man eine Art Erinnerung an das, was man das »Wahre Selbst« nennen könnte. Doch damit gehen auch Gefahren einher, da nicht jeder diesem »erwachten Gewahrsein« gewachsen ist.
  4. Der höchste Zustand ist vollkommene Erleuchtung, wo der »Erwachte« sich und die Dinge so sieht, wie sie tatsächlich sind. Es ist, was die Buddhisten den Samadhi-Zustand nennen, wo das beobachtende Selbst mit dem Atman, dem jedem Menschen innewohnenden göttlichen Funken, vereint wahrnimmt. Jeder Wunsch über Dinge oder andere Personen zu Urteilen verschwindet damit und wird überflüssig.

Um diese letzte Stufe zu erreichen, müsste ein Übender, so Gurdjieff, zuerst ein Bewusstsein in der 3. Stufe entwickeln. Das ist sicherlich ein längerer Weg. Denn man muss sich mit den Bewusstseinskräften, die in diesem Zustand wirken, erst vertraut machen, da sie zum »normalen Wachzustand« der 2. Stufe, eigentlich keine direkte Verbindung haben. Menschen die entweder sehr sensibel sind oder zu eifrig versuchen sich auf diese Stufe zu erheben, laufen durchaus Gefahr den Verstand zu verlieren.

Befreiung des Emotionskörpers

Fest steht, dass die meisten Menschen auf unserem Planeten, da sie vielleicht auch nie von diesen höheren Zuständen des Bewusstseins hörten, nur ganz gelegentlich, vielleicht in besonders schwierigen Lebenssituationen, eine solche höhere Bewusstheit plötzlich in sich aufsteigen fühlen.

Wer sein beobachtendes Bewusstsein diszipliniert, wird allmählich dazu befähigt, seine Gefühle zu kontrollieren und sich dabei eines feinstofflichen Leibes bewusst zu werden, der sich aus seinen Emotionen und Empfindungen zusammensetzt. Das ist der Emotionskörper.

Selbstbetrachtung ist ein sehr geeignetes Werkzeug, sich seine höheren Daseinsformen bewusst zu machen und die inneren und äußeren Muster zu erkennen, die einen Menschen seinem wirklichen Daseinsgrund näher bringen.

Darum geht es: Die Erfüllung unseres wahren Seins auf diesem Planeten zu verwirklichen. Wenn nicht in dieser, dann vielleicht in unserer kommenden Inkarnation – wo und was immer das sein wird.

Wichtigste Voraussetzung aber, um solch höheres Gewahrsein überhaupt zu erlangen, sind eine positive Lebenseinstellung und die Fähigkeit Mitgefühl zu entwickeln, für alles Leben in dieser Welt. Dabei ist es wichtig immer wenn man wütend über etwas ist, sich nicht mit den dabei aufsteigenden, negativen Emotionen zu identifizieren, noch sich von ihnen mitreißen zu lassen. Die Kunst ist es, solche Gefühlsbewegungen von einer anderen Warte aus zu beobachten. So kann es sogar gelingen sich von solchen Emotionen zu lösen und sie nicht weiter anzufeuern, noch bevor sie überhandnehmen.

Ärger, Sorgen, Hass und Wut entstehen aus den Problemen der Persönlichkeit eines Menschen. Sie als solche zu entlarven heißt, sich seinen Emotionskörper bewusst zu machen, ihn mit Hilfe des beobachtenden Selbst zu erkennen, doch sich nicht mit ihm zu identifizieren. Wem das gelingt, der kann Negativität durch selbst erzeugte Hochgefühle ausgleichen, innere Blockaden überwinden und sich dabei über bisher unbewusste Schranken erheben. Er befähigt sich damit, seinen Emotionskörper in Balance zu bringen und so auch zu heilen. Wie von selbst wird er damit die inneren und äußeren Widersacher seiner Persönlichkeit bezwingen und für mehr Glücksempfinden in seinem Leben sorgen.

Immer also wenn einen belastende Empfindungen und negative Gefühle plagen, kann man sich sagen:

Ich empfinde diese Emotionen, doch ich bin mehr als meine Emotionen: Ich bin grenzenloses Bewusstsein, ewig und frei.

 

Über die Bewusstseinsentwicklung der Menschheit

von S. Levent Oezkan

Als sich die Menschheit noch in ihren Ursprüngen befand, in einer noch raum- und zeitlosen Welt, und das geistige Menschsein noch Symbole prägten, entstanden Dinge, die, wie im Schatten menschlicher Unbewusstheit ruhend, darauf warteten ihren Ausdruck zu entfalten.

Allmählich entstanden da aus der alten Seele der Urzeitmenschen die Dinge in der Welt, erhielten Räumlichkeit und Tiefe, stiegen daraus erscheinend hervor, wurden sichtbar. Das aber geschah erst Jahrtausende nachdem die Menschen, als sogenannte »Primitive«, ihre Höhlen verließen. Sehr viel später erst erfand der Mensch die »Perspektive«, womit er dem Raum ein Maß verlieh, worin er die Welt und darin sich selbst abbilden konnte.

Erst in der Renaissance, im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, entstand zum ersten Mal das, was man als »Ich-Empfinden« bezeichnen kann. Der Mensch erkannte sich im Raum, als Teil der Perspektive eines Anderen. Meistersinger und Troubadoure verwendeten auf einmal dieses Wort »Ich« in ihrer romantischen Poesie. Man begann da immer mehr Wert auf die eigene Individualisierung zu legen, sich damit aber gleichzeitig zu »entsachlichen«. Alles Übersinnliche zog sich da zurück in die Schichten des Unterbewussten.

Man gewann damals auch einen neuen Zugang zu dem, was man heute gewöhnlich »Zeit« nennt. Uhren stellte man zum ersten Mal im 13. Jahrhundert auf. Ab diesem Moment aber erhielt die Zeitwahrnehmung eine vollkommen andere Qualität. Zeit wurde metrisch und blieb nicht mehr nur zyklisch. Woran die Menschen im Sonnenlauf als Zeit gewöhnt waren, wo jeder Moment anders ist vom vorherigen, sollte von da an immer wenigeren erfahren werden, als stattdessen als Quantität gemessen und abgelesen zu werden.

Die im Tages- und Jahreslauf der Sonne ablaufenden, natürlichen Vorgänge abstrahierten immer weiter in ein Stunden- und Minutenmaß. Das konkrete Empfinden eines reinen Jetzt, wurde durch die Aufteilung in die Phasen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, aus dem Bewusstsein immer weiter verdrängt.

Die perspektivische Welt

Wie bereits angedeutet entwickelte man in der Renaissance die perspektivische Veranschaulichung des Raumes. Seit spätestens damals wurde das Auge zum Sinnesorgan mit der höchsten Bedeutung. Und damit einher ging die Entwicklung von Sehhilfen wie auch Mikroskopen und Teleskopen.

Bei alle dem empfand sich der Mensch immer mehr als Maß aller Dinge. Kein Zufall also, dass es in dieser Zeit auch zu einer Humanistischen Bewegung in Europa kam, deren zentrales Bestreben die Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten zum Ziel hatte.

Es war die Zeit in der das menschliche Ego entstand, wo das was man »die Seele« nennt, mehr und mehr ins Unterbewusstsein hinabsank. Während man in den Jahrhunderten zuvor noch ausgiebig über das Wesen der Seele nachsann und sich in einer Art »Seelengebäude« empfand, sollte das, wie es scheint, spätestens zur Wende in die Neuzeit in sich zusammenfallen.

Geblieben von dem was man damals Seele nannte, ist was sich nur noch auf medizinischer Sicht der modernen Psychologie verdichtete, zu einer rein materiellen Auffassung ihres Wesens.

Es war auch die Zeit in der ein Kopernikus die Erde als zuvor himmlischen Mittelpunkt, auf die Ränge von etwas Altem verfrachtete, und mit einer übergroßen Sonne als Zentrum der Welt, die Erde in die Beiläufigkeit absinken ließ.

Davor hatte Ptolemäus aus der Erdscheibe eine Kugel gemacht, was Christoph Kolumbus durch seine Reise nach Westen über das Meer etwas widersprüchlich bestätigen sollte. Doch es wurde aus der zweidimensionalen Sicht auf die Welt der Erdscheibe, eine Kugel in der Dreidimensionalität eines Planetensystems. Schließlich sollte durch Keplers astronomische Forschung über die elliptische Bewegung der Erde und der Planeten um die Sonne, das alte Weltbild endgültig einstürzen.

Interessant das zu dieser Zeit auch der Kolonialismus begann. Aber auch die allmähliche Zergliederung der Welt und der Gesellschaft setzte damals ein. Länder durchzogen Grenzen, Religionen trennten Konfessionen.

In dieser Zeit begann sich der Mensch im Raum wahrzunehmen, empfand sich »maßstabsgetreu« in die Welt gesetzt. Das war die Zeit eines Martin Luther und der Reformation des Christentums, wo es im christlichen Westen durch die Überlegenheit einzelner Nationen, gleichzeitig zu einer Aufteilung in unabhängige Staaten kam.

In diesem Verlauf veränderte sich natürlich auch das Bewusstsein des Menschen, dessen ursprünglich ganzheitliche Sicht auf die Welt, sich immer mehr zu einem Tunnelblick zusammenzog, wo das Werk des Einzelnen, wo Erfindungen und Spezialisierung, zu einer Aufsplittung des Miteinander führen sollten. Dabei blähte sich das Ego des Einzelnen anscheinend immer weiter auf und die Rechte der Persönlichkeit suchten nach Einhaltung, wenn auch als berechtigt wahrgenommen. So kam es auch zur Infragestellung dessen was Gott sei, woraus sich auch der Wunsch des Einzelnen nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit entfaltete.

Je weiter sich also der den Menschen umgebende Raum ausdehnte, durch den Blick in die Ferne mit Ferngläsern und Teleskopen, desto mehr schien auch das Ego des Individuums danach zu gieren, nur für sich Platz einnehmen zu wollen. Nicht mehr das Persönliche bestimmte die Realität des Einzelnen, sondern immer mehr ein sachliches Empfinden. Man versuchte sich einem Außen anzugleichen, sich zu »normalisieren« an den gegebenen Maßstäben. Diese Entwicklung sollte zu dem führen, was man die »Moderne Welt« nennt.

In diesem Verlauf der Geschichte lösten sich die Erinnerungen an die Ursprünge immer weiter ab, durch ein Streben nach zukünftigem Fortschritt. Das Spähen in die Ferne machte eine Rückbesinnung, und das was Religion eigentlich ist, immer überflüssiger. Eine Vorstellung von Ursprüngen passte da einfach nicht mehr in das abstrakte Empfinden einer an Uhren abzählbaren Zeit, zumal einem Ursprung ja nie eine Vergangenheit vorausging.

Der Ursprung ist immer gegenwärtig. Er ist kein Anfang, denn aller Anfang ist zeitgebunden. Und die Gegenwart ist nicht das bloße Jetzt, das Heute oder der Augenblick. Sie ist nicht ein Zeitteil, sondern eine ganzheitliche Leistung, und damit auch immer ursprünglich.

- Jean Gebser im Vorwort zu seinem Buch »Ursprung und Gegenwart«

Die aperspektivische Welt

Allmählich entwickelte sich aus einer perspektivischen, räumlich bezogenen und visuellen Welt etwas, dass einen abstrakten, jedoch messbaren Zeitfaktor, in ein modernes, materialistisch geprägtes Bewusstsein integrierte. So konnte die Welt empfunden werden als etwas, worin sich das Ego eines Individuums in einer vierdimensionalen Welt der Raumzeit bewegt. Hier und Jetzt wurden messbare Größen.

Das ist das Bewusstsein des 20. Jahrhunderts, wo sich das zeitlich Abstrakte gar in einem räumlich Abstrakten manifestierte, insbesondere in der Kunst des Surrealismus. Da nämlich erhob man sich hinweg über die Begrenzungen dessen, was über die Jahrhunderte seit Beginn der Neuzeit, als perspektivisch abbildbarer Raum bewusst werden sollte. Nicht nur entwickelte da ein Albert Einstein seine Relativitätstheorie, Ernest Rutherford sein Atommodell oder Werner Heisenberg die Quantenmechanik; es entstand da auch eine neue, zeitgemäße Spiritualität.

Immer aber galt der Grundsatz, dass nichts Neues entdeckt oder erkannt werden kann, ohne dabei vom Alten auszugehen. Man musste also immer eine Quintessenz voraussetzten, auf die sich das Neue beziehen lässt, auch wenn das spätestens seit dem 20. Jahrhundert kaum noch geschehen war.

Geistige Mutationen

Ursprung einer jeden Gegenwart bildet ein spirituelles Selbst. Dieses Selbst wandelt sich, meist sprunghaft, im Laufe der Zeit in seiner Wesentlichkeit. Der Kulturphilosoph Jean Gebser (1905–1973), dessen Werk wir uns im Folgenden genauer ansehen wollen, sprach hier von »Mutationen der Entwicklung«. Etwas Neues wurde entdeckt oder durch kosmische Einflüsse notwendig, so dass es mit einer natürlichen Reaktion darauf, schier übergangslos zu neuen Entwicklungen kam.

In ihren Forschungen fanden Ende des 19. Jahrhunderts die Naturwissenschaftler Albert Michelson und Edward Morley, dass sich das Licht, nicht wie zuvor angenommen (etwa von Isaac Newton), unendlich schnell ausbreitet. Auch das Licht benötigt eine bestimmte Zeit um von seinem Ursprung, seiner Quelle aus, ein entferntes Objekt zu erreichen. Mit dieser Erkenntnis sollte sich natürlich die ganze bisherige Sichtweise auf die Realität ändern, ist es doch insbesondere das Licht, durch das der Mensch die Welt wahrnimmt und womit er eben das entwickelte, was wir als die »perspektivische Welt« oben einführten.

Auf Grundlage der Erkenntnis von der konstanten Ausbreitungsgeschwindigkeit von Lichtwellen, entwickelte Albert Einstein dann seine Theorie der Relativität, wo sich Raum, Zeit, Masse und Energie, immer relativ zum Beobachter verhalten, je nachdem wo sich er und das beobachtete Objekt gerade befinden, ob und wo sie sich bewegen.

Diese Feststellungen sollten einen ähnlichen Entwicklungssprung der Menschheit auslösen.

Zuvor aber ereigneten sich andere Mutationen des Bewusstseins, wie etwa die oben angedeutete, sich im Mittelalter offenbarende Erkenntnis des Heliozentrismus, mit der Sonne als Mittelpunkt der Welt.

Selbst aber wenn diese Erkenntnisse sich auf die physisch beschreibbare Natur der Dinge beziehen, sind sie doch auch spirituell in dem Sinne, als dass sich menschliches Bewusstsein auf einmal weit über das bisher Erkannte erhebt. Nur aber erfolgte das ganz und gar außerhalb eines linear messbaren Zeitempfindens, schlug es doch eine Bresche in den an Uhr und Kalender ablesbaren Größenordnungen – was insbesondere für Einsteins Relativitätstheorie zutrifft.

Bewusstseins-Mutationen sind Anfänge eines neuen Zeitabschnitts in der langen Entwicklungsgeschichte der Menschheit, wenn sie auch nur erfolgen können, da ihnen andere solcher Evolutionssprünge des menschlichen Geistes vorausgingen; etwas das seit eh und je präsent war und auch jetzt für immer in uns fortlebt.

Es geht dabei um die Vollendung eines Integrationsvorganges dessen was war, in das was ist: Etwas entfaltete sich, eine spirituelle Wirklichkeit wohnte diesem Vorgang einer Bewusstseinsmutation bei, das Ewige hatte teilgenommen an der Einleitung zu einer neuen Entwicklung.

Diese hier beschriebene Entwicklung hat aber weniger mit dem zu tun, was man unter Fortschritt versteht. Fortschritt ist immer eine Bewegung fort, weg von dem was ist, ein Entfernen vom Ursprung. Das aber trifft eben nicht zu auf das, was Gebser als »Mutation des Bewusstseins« beschrieb, ist der Entwicklungsschritt der Mutation doch eine Steigerung der bewussten Wahrnehmung von Dimensionalität. Wenn Einstein also eine Theorie entwickelte, die die Raumzeit relativierte, erweiterten sich die bis dahin vorausgesetzten vier Dimensionen (dreidimensionaler Raum plus eindimensionale Zeit) um eine weitere, fünfte Dimension.

Das Wesen des eigentlichen Ursprungs vom Bewusstsein aber schien damit weiter zu »verarmen«, da man sich von der ursprünglichen, ungeteilten Essenz des Seins erneut entfernte. Jean Gebser sah in dieser Erkenntnis aber auch eine Chance. Denn dies zu begreifen heißt, dass man die ultimativen Ursprünge in unserer Welt und auch in uns, zu einer Selbstverwirklichung bringen kann, um sie dabei in ihrer Eigentlichkeit zu erkennen. Denn diese Anfänge des Bewusstseins erhielten ihre Strukturen bereits während der Anfänge unserer planetarischen Menschheitskultur.

 

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Hindernisse sind Wegweiser

von S. Levent Oezkan

Es gibt einen Grund wieso Du auf diesem Planeten bist. Du – die Seele – die Deinen Körper benötigt, um auf diesem Planeten ihre individuellen Erfahrungen zu machen. Für Deine Seele solltest Du Fähigkeiten entwickeln, die Dir helfen, unabhängig zu werden. So kannst Du Deinen Lebensunterhalt bestreiten, mit dem was Dir entspricht.

Zuerst solltest Du das was Du jetzt, in diesem Augenblick bist und hast, akzeptieren, annehmen und Wert schätzen.

Es gibt so viele Dinge die einem selbstverständlich erscheinen. Aber Millionen anderen Menschen fehlen diese Dinge – sei es genügend Essen, ein Dach über dem Kopf, Freunde oder Wissen. Dankbarkeit kann Deine Grundhaltung werden.

Auch wenn Dir die gegenwärtige Situation fremd vorkommt und Du Dir ein anderes Leben wünschst, darfst Du nicht vergessen, dass es vielen anderen Menschen so geht wie Dir.

Egal wer oder was Du jetzt bist: Es gibt einen Grund, wieso Du in diesem Körper, auf diesem Planeten geboren wurdest.

Du bist mehr als Dein Körper

Erinnere Dich stets daran:

Ich bin mehr als mein Körper – ich bin Bewusstsein, ewig und frei!

Dein Leben ist größer als Du denkst. Auch wenn Dich vielleicht im Moment viele Probleme einengen: suche nach dem Ruhepol in Dir. Dort liegt die Quelle Deiner Kraft. Auf der Suche nach diesem inneren Pol der Kraft, solltest Du Deine Persönlichkeit untersuchen. Sie setzt sich aus vielen verschiedenen Eigenschaften zusammen. Alles was Du in Deinem bisherigen Leben an Erfahrungen gesammelt hast, alles Förderliche, wie auch die Hindernisse, sind Dinge mit denen Du arbeiten kannst.

Es geht um Deine Begabungen – um das, was Dir leichtfällt. Und jeder Mensch hat eine Begabung. Doch nur wenige suchen danach. Meist ist es das, von dem man selbst garnicht weiß, dass es eine Begabung ist. Was uns leicht fällt, erscheint uns oft banal. Andere empfinden es aber vielleicht als großen Wert, den sie aus sich selbst nicht hervorbringen können. So kann jeder Mensch sein Wissen, seine Fertigkeiten, sein Mitgefühl, seinen Glauben, sein Vermögen (finanziell oder spirituell), kann seine Stärken mit Anderen teilen – Ihnen seine Gaben übereignen. Wofür er Dankbarkeit erntet.

Dankbarkeit ist Energie – geistig, emotional oder physisch. Mal zahlt sie sich aus im geistigen Austausch, mal im Mitgefühl, mal als Geld oder anderen physischer Tauschwert. Geld ist eine Energieform.

Auf der Suche nach Kraft

Stell Dir diese Frage immer wieder:

Was ist die Quelle meines inneren Kraftpotentials?

Sie gilt es zu finden, sie sollst Du zu erkennen trachten. Ist das erfolgt, musst Du Deine Begabungen damit abgleichen. Das heißt: Du sollst an Deiner Person arbeiten. Das ist die wichtigste Voraussetzung um weiter zu gehen. Diese Arbeit besteht darin, Wege zu finden, womit, wo und durch wen Du Energie beziehen kannst. Schreibe jetzt alles auf was Dir dazu einfällt. Dann fang an mit der Umsetzung.

Wenn Du herausgefunden hast, was Dir gut tut, und womit Du Deinen inneren Energietank füllen kannst, finde als nächstes heraus, was zu tun ist, damit dieser Energietank immer gefüllt bleibt.

Stell Dir außerdem immer wieder die Frage:

Was nimmt mir meine Energie, die ich eigentlich bräuchte, um meine Leben voll zu verwirklichen?
Gibt es Menschen, Tätigkeiten oder äußere Einflüsse (z. B. die Nachrichten im Fernsehen) die sich von meiner Energie ernähren?

Das Leben fließt aus Dir heraus

Das allerwichtigste ist Dein wahres, Dein magisches Selbst, voll und ganz mit Kraft zu erfüllen. Zuerst muss Du lernen, Dein eigenes Zentrum zu werden. Dies sollte von nun an den wichtigsten Platz in Deinem Leben einnehmen. Es ist egal ob andere sagen: "Er / Sie ist total von sich selbst eingenommen." Den eigenen Kraftpol zu entdecken und zu nähren, hat nichts mit Egoismus zu tun: Dein innerer Kraftpol ist überlebenswichtig!

Ein Egoist ignoriert die Unterscheidung zwischen Selbst und Ich. Sein Selbst überschattet sein aufgeblähtes Ich, da er sich damit identifiziert. Wer aber einem Egoisten schmeichelt, kann ihn steuern. Schau um Dich, wie viele Menschen ihr ganzes Leben darauf aufbauen bewundert, begehrt oder beneidet zu werden. Ist es nicht sehr traurig? Sie helfen damit einfach keinem - nicht einmal sich selbst. Ist so jemand nicht völlig unfrei? Ist er nicht völlig abhängig von dem, was man über ihn denkt oder sagt? Denn kommt einer, der nicht die Rolle des Schmeichlers nicht einnimmt, sondern kritisiert, gerät sein Gefühlsleben durcheinander. Er hat eben ein Wunschbild von sich, wie er anderen erscheinen möchte. Er ist wie ein Darsteller, dessen Bild auf einer Leinwand erscheint. Dort sieht er sich selbst, ist Zuschauer und Schauspieler zugleich - ist mit "Sich nicht Eins".

Leider ist er damit nicht allein. Die meisten Menschen sehen ihr Leben vor sich ablaufen, wie auf einer Leinwand. Sie sind lediglich Teilnehmer an einem großen Schauspiel. Sie identifizieren sich mit dem, was sich um sie herum abspielt.

Es gibt aber Menschen, die ganz anders sind. Ihr Leben strömt aus ihnen hervor. Sie gestalten ihre Zukunft selbst. Ihnen ist es nicht wichtig, was andere über sie denken. Sie haben ihren Kraftpol gesucht und gefunden und wissen, wie sie daraus Energie beziehen; nicht nur für sich selbst, sondern wissen auch, wie sie diese Energie an andere weitergeben. Darauf kommt es an.

Das Innere dieser Menschen ist eins, mit der verborgenen Quelle der Kraft. Und diese Quelle hat ihren Ursprung in einem noch viel größeren, universalen Energie-Zentrum. Erfüllt Dich diese Energie, kannst Du sie auch anderen Menschen zur Verfügung stellen.

Bevor Dir Kraft aus der universalen Quelle zufließen kann, musst Du lernen Dich anzunehmen, Dich als Mensch ehren und als jemand erkennen, der auf diesem Planeten eine Aufgabe zu erfüllen hat. Du sollst kein Wichtigtuer werden, sondern ein Mensch, der aus dem Schlaf des Alltags erwacht ist – erwacht aus der Hypnose des inneren Dialogs. Diese Fähigkeit gilt es zu entwickeln, denn den meisten von uns wurde sie "aberzogen", vielleicht von den Eltern, vielleicht von Lehrern in der Schule. Falsch wäre aber irgend jemand zu beschuldigen. Es ist das Jahrtausende alte Erbe unserer Zivilisation. In einer ewig langen Kette von Ursachen und Wirkungen, von Tätern und Opfern, wurden diese Falschannahmeimmer immer wieder weitergegeben. Doch auch das ereignete sich im Großen Weltgeschehen, um einen höheren Sinn und Zweck zu erfüllen.

Der Planet Erde – ewigeweisheit.de

Ein neues Zeitalter hat begonnen

Die Menschheit in ein neues Zeitalter. Alles was bisher war, wird sich ändern. Wir stehen an der Schwelle in eine vollkommen andere Welt. Immer mehr Menschen finden zu sich selbst, erinnern sich an ihre wahre Bestimmung. Sie sehen, das sie Teil sind, von etwas viel Größerem: dem universalen Bewusstsein. Dich als Teil davon zu erkennen, ist einer der Gründe, wieso Du auf diesem Planeten geboren wurdest.

Für andere da zu sein, hat nichts mit Selbstlosigkeit zu tun. Nur im Suchen nach wahrer Erfüllung, wächst in Dir die Stärke, mit Deinen Begabungen, anderen Menschen zu helfen. Es gibt mindestens so viele Begabungen, wie es Menschenseelen auf dieser Erde gibt.

Wenn Du Deinen inneren Pol der Kraft findest und ihn mit Deinen Begabungen verbunden hast, wirst Du nie wieder etwas erfüllen müssen, dass Du nicht möchtest. Eher wirst Du jemand werden, der anderen echten Nutzen bietet, einer, auf den die Menschen von alleine zukommen. Sie sehen in Dir jemanden, der voller Energie ist, einer, in dessen Gegenwart man sich einfach wohl fühlt. Dann erst wirst Du auch tatsächlich etwas in Deiner Welt verändern können.

Diese Art des Seins verstehen viele Menschen leider falsch. Sie glauben es sei egoistisch, sich erst einmal um sich selbst zu kümmern, sich selbst anzunehmen und zu ehren. Doch wie will man auf dieser Welt von Nutzen sein, wenn man sich selbst nicht ausstehen kann? Ist es darum nicht lächerlich, das man sich selbst klein macht, nur damit einer nicht sagt: "Der / Die ist ein Egoist/in!" Das ist falsche Bescheidenheit.

Wir spirituellen Leute neigen leider dazu, viel zu bescheiden zu sein. Denn wir wollen um jeden Preis vermeiden, als Egoist wahrgenommen zu werden. Darum opfern wir uns lieber für andere auf, machen alles kostenlos, aus Angst, Geld für unsere Gaben entgegen zu nehmen. Nur wovon lebt ein Mensch dann? Vom Geld seiner Eltern, von staatlicher Hilfe, von einem Job der ihm nichts gibt außer Geld?

Immer und immer wieder bekommen die Menschen eingebläut: "Du bist (noch) nicht gut genug, Du musst erst noch dies und das lernen, können und haben, bevor Du Deinen Lebenstraum beginnen kannst." Genau - irgendwann, wenn Du in Pension gehst. Das wurde den meisten von uns eingehämmert. Es ist eingeprägt, wie das Siegel in eine Münze. Und Dein innerer Dialog verläuft entlang dieser Prägung, gleicht immer wieder die Gegenwart ab mit der Vergangenheit. So lebt man im ewigen Gestern. Man glaubt in der Rückschau Halt zu finden, doch in Wirklichkeit fesselt sie uns an Probleme, die schon lange der Geschichte angehören. So laufen die meisten von uns im Hamsterrad ihrer persönlichen Geschichte. Darum liegt dem Klerus so viel am Wort "Hoffnung", mit der Aussicht auf Erlösung.

Wie Du den inneren Dialog beendest

Mein Vater meinte mal zu mir:

Wenn Du immer nur im Kopf lebst, wirst Du niemals frei sein.

Beim gewöhnlichen Menschen brabbelt der innere Dialog ununterbrochen. Er vermittelt das Gefühl "zu sein". Meist aber, und das weißt Du, sind die Worte die dabei gedacht werden, skeptischer, zynischer Art, oder steigen aus einer Art Opferhaltung empor. Diese Haltung setzt sich aus Erinnerungen an die Vergangenheit zusammen. Das hindert Dich am Weitergehen. Du solltest darum lernen, wie Du den inneren Dialog abstellst.

Es ist möglich den inneren Dialog willkürlich zu beenden. Versuche Dich auf zwei Dinge gleichzeitig zu konzentrieren. Wenn Du z. B. einen Spaziergang machst, kannst Du Dich konzentrieren, auf das Gefühl in Deinen Fersen und auf die Hebe- und Senkbewegung Deiner Bauchdecke beim Atmen. In der Sitzmeditation kann diese Art der Konzentration gerichtet werden, auf die Bauchbewegung beim Atmen und den Luftstrom, der dabei aus der Nase ein- und austritt. Oder achte auf die Geräusche um Dich, während Du auf Zehn zählst, mit jedem Atemzug: 1-2, 3-4, 5-6, 7-8, 9-10 und von vorne.

Betrachte, höre, fühle und konzentriere Dich auf Deinen Atem. Bewusstes Atmen bildet den Kern jeder Meditation. Sobald der innere Dialog wieder beginnt, starte einfach von Neuem.

Aus der Verhaltensforschung weiß man, dass wir uns nicht auf mehr als zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren können. Darauf basiert auch die Funktionsweise der Hypnose. Ein Hypnotiseur bittet einen Probanden sich auf etwas zu konzentrieren (ein Mantra, ein visuelles Objekt, etc.) und fügt irgendwann ein hypnotisches Überraschungsmoment hinzu: Die Person fällt in Trance. Mit unserem inneren Dialog ist es ähnlich: er hypnotisiert uns. Er lässt uns mit offenen Augen schlafen. Er brabbelt vor sich hin. Hier und da erscheint etwas in unserem Blickfeld, wir schweifen ab und springen auf den nächsten Gedankenstrom auf. Daher kann es passieren, wenn wir anfangen zu meditieren um den innere Dialog abzuschalten, wir plötzlich müde werden. Das ist eine überaus interessante Erfahrung.

So stellt sich die Frage:

Was bin ich eigentlich? Bin ich mein Denken, das wenn es ausfällt, sich mein Wachbewusstsein verabschieden möchte?

Wer ein "Erweckter" ist, hat einen Weg aus dem Schlaf des Inneren Dialogs gefunden. Er ist frei im Denken – ist nicht mehr das Kontrollorgan seines Seins. Dann hat sich der Denker in einen Diener verwandelt, hat Platz gemacht, einer tiefer sitzenden, in Bildern sprechenden Instanz. Das ist die Vision. Sie fließt Dir aus dem universalen Gemüt zu, lässt Dich wissen, was Du wirklich bist und welche Aufgabe Du auf diesem Planeten zu erfüllen hast. Niemand als nur Dein innerstes Wesen vermittelt Dir diese Vision. Und Du kannst sie nach Beliegen formen.

Sich selbst annehmen

Ganz gleich, wie Du auf diesem Planeten gelandet bist: Es geht darum Dich anzuerkennen, wie Du jetzt bist. Je eher Dir das gelingt und Du Deiner eigentlichen Aufgabe näher kommst, stärkst Du damit Deinen inneren Kraftpol, der mit der kosmischen Kraftquelle im Zentrum des Universums verbunden ist.

Hier stellen sich zwei Fragen:

Wie kannst Du Dein wahres und erfülltes Sein auf diesem Planten ausleben?
Wie bringst Du Dein magisches Selbst voll zum Ausdruck?

Um diese Fragen zu beantworten, solltest Du Dir immer wieder klar machen: Es gibt keine falschen Entscheidungen. Begangene Fehler sind Teil des Lebens, helfen Dir Dein Leben zu korrigieren. Du hast eine höhere Bestimmung. Wir wachsen an unseren Fehlern. Wachsen ist schmerzhaft.

Alles was Dich hindert richtig zu handeln, sind die Fesseln Deines inneren Dialogs. Daran wirst Du hin- und hergerissen. Dein innerer Dialog ist festgemacht an äußeren Nachrichten und die Erinnerungen daran. Die meisten dieser Nachrichten und Mitteilungen sind aber Falschmeldungen, sind Gerüchte, sind Worthülsen, deren wahrer Ursprung Dir unbekannt ist.

Erinnere Dich aber immer daran: Dein Gehirn ist riesig, im Vergleich zu dem winzigen Bereich, der für den inneren Dialog verantwortlich ist. Dieser winzige Teil sorgt dafür, das wir immer wieder aus dem Lot geraten, uns entfernen vom Pol unserer wahren Kraft.

Pass auf woran Du denkst. Du bist nicht Deine Gedanken. Deine Gedanken werden von einer winzigen Gruppe von Zellen generiert, die in Deinem Gehirn gerade mal den Raum, in der Größe einer Erdnuss einnehmen. Diese kleine Erdnuss sitzt in der linken Hemisphäre Deines Gehirns. Viele von uns lassen aber ihr Leben von diesem kleinen Gehirnbereich regieren. Du solltest Dir aber immer wieder klar machen, dass die Aufgabe dieser winzigen Zellgruppe, dafür vorgesehen ist, Dir Geschichten zu erzählen, damit Du Dich in der äußeren Welt sicher fühlst. Es ist darum wichtig zu entscheiden, welche Deiner Gedanken Dich zu einem Leben führen, das Du Dir wünschst. Wenn es nicht dem entspricht, was Du Dir wünschst, ändere Dein Denken!

- Dr. Jill Bolte Taylor, amerikanische Neurowissenschaftlerin

In dieser Hinsicht sind alle Menschen gleich: unsere Seelen stammen von etwas höherem, etwas größerem ab. Wer davon nichts weiß, lebt unbewusst, ist leicht manipulierbar und mit seinem Leben grundsätzlich unzufrieden. Er identifiziert sich mit dem Denken. Doch das Denken stammt immer aus der Vergangenheit. Das Selbst aber lebt im jetzt – ganz gleich, ob es erkannt wurde oder nicht.

Die Stimme der Stille

Es gibt eine höhere Bestimmung, etwas das Dich ruft, das zu erfüllen, was Dir und Deinen Mitmenschen zu einem besseren Leben verhilft. Darum solltest Du auf diesen Ruf horchen. Er tönt nicht im Außen. Nur in Dir kannst Du ihn rufen hören – in Dir fühlen und erkennen.

Wenn Du nicht auf diese innere Stimme hörst – die Stimme der Stille – kommst Du von Deinem eigentlichen Lebensweg ab und Du machst, was Dir nicht gut tut. Das sind manchmal die falschen Freunde, der falsche Lebenspartner, der falsche Job, usw. Und trotzdem führt es eigentlich immer auf den selben, universalen Lebensweg zurück. Nur vorübergehend erscheinen uns manche Entscheidungen, manche Wege, als falsch. Sehen wir unser Leben aber als Ganzes, erkennen wir hinter allem einen tieferen Sinn.

Lebenshindernisse sind wie Richtmarken auf diesem Weg. Da das die meisten von uns aber nicht von Kindesbeinen an gelernt haben, glauben sie, sie müssten die Stolpersteine auf ihrem Lebensweg, mit allen Mittel beiseite räumen. Wenn ihnen das nicht gelingt, verzweifeln sie, erliegen vor dem Hindernis, bleiben stehen – oder lassen sich Medikamente verschreiben.

Sind wir damit aber nicht einfach nur ein Spielball, der am Hindernis zum Stillstand kommt? Frei ist jemand, der Hindernisse als Wegweiser erlebt und sich und sein Leben den Umständen angleicht – mit allen Konsequenzen. Viele fürchten sich davor, da sie glauben, Veränderung im Leben bewirke nur noch mehr Sorgen. Sie setzen lieber auf Sicherheit. Doch streng genommen gibt es keine Sicherheit. Klar, man kann sich einschließen oder die 10. Versicherung abschließen, Verträge unterschreiben usw. Wie oft hat uns die Geschichte aber gezeigt, dass manchmal Unerwartetes geschieht, das zwingt unser Leben zu verändern. Dann sind alle Sicherheiten dahin.

Du bist mehr als Du denkst

Wenn Du glaubst im Leben versagt zu haben, ist es nur dieser Pol der Kraft in Dir, der versucht hat, sich auf die große, universale Kraftquelle einzupendeln. Immer wieder versucht sich dieses Kraftzentrum in Dir, der großen kosmischen Energie anzugleichen. Alles was Dich aus der Bahn wirft, drängt Dich, einen Weg zu finden, Deine Orientierung wieder auf dieses universale Gesetz zu richten. Es ist sogar so, dass wir aus unseren Niederlagen mehr lernen, als aus unseren Erfolgen – auch wenn beide gleich viel wert sind. Niederlagen erfüllen den Zweck eines Weckdienstes, für all jene, die sich mit einem bestimmten Lebenshindernis abgefunden haben. Diese Hindernisse sind vielfältig. Mal ist es die Beziehung, die einem schon lange nicht mehr gut tut, der Job, der uns zwar ernährt, aber uns langweilt, das Haus in dem wir leben, uns dort aber nicht mehr wohl fühlen.

Hindernisse die sich Dir in den Weg stellen und Dich versagen lassen, sagen einfach nur:

Du musst Dein Leben ändern!

Es ist nicht einfach, die wahren Gründe hinter den Lebensereignissen zu erkennen. Grundsätzlich gilt aber: Richte Dich nicht gegen die Hindernisse, sonder lerne, wie Du ihre widerstrebende Kraft, für Dich nutzen kannst! Nur die Herausforderungen im Leben bringen Dich weiter. Der gerade, unbeschwerte Weg, führt nichts als direkt ins Grab.

Ganz gleich was sich Dir in den Weg stellt: Dein Leben ist größer als eine Trennung, größer als eine Entlassung, eine Krankheit, mächtiger als Einsamkeit!

Finde die Stille in Deinem Innern. Es ist die selbe Stille auch in den riesigen Zwischenräumen des sichtbaren Universums. Ganz still dreht sich der Himmel um den Polarstern, der seit Jahrtausenden, ruhig im Zentrum des Nachthimmels steht - Haltepunkt des Firmaments. Auch in Dir befindet sich so eine Art Stern, der entdeckt werden will. Nur Dein innerer Dialog verhüllt ihn.

Manchmal bewegen wir uns, wie auf einer unendlichen Umleitung. Es scheint sich einfach nicht weiterzugehen. Erkenne aber, dass das nur ein Hinweis ist, dass Du mit Deinem Leben nicht zufrieden bist. Verändere Dein Leben – immer wieder – bis Du langsam merkst, dass sich die Probleme beginnen aufzulösen. Geduld ist wertvoller als Gold.

Gleichzeitig bedeutet das nicht, das Du Dein gesamtes Leben absichtlich in Schieflage bringen sollst. Nein. Handle aus der Stille heraus und stelle Dir die Frage:

Wie ändere ich die Richtung in meinem Leben?

Durch das, was sich Dir widersetzt, ergibt sich der Weg, auf dem Du eine Lösung für das Problem herbeiführst. In Ruhe, entspannt – in der Stille!

Verstehe durch die Stille,
Handle aus der Stille,
Erobere in der Stille.

- Dag Hammarskjöld, ehemaliger UN-Generalsekretär

Schritt für Schritt

Leider neigen die meisten dazu, das gesamte Problem auf einmal fassen zu wollen. Und daran scheitern sie, denn es ist nicht möglich.

Wie ein Mensch, so will auch ein Problem zuerst kennengelernt werden. Oft zeigen sich uns kleine Türchen, die wir eigentlich nur öffnen bräuchten, um auf die sichere Seite zu kommen, die sich hinter einem Hindernis befindet. Doch in Panik vor dem großen Gesamtproblem, übersieht man die Ausgänge, vor der anscheinend unendlich breiten Wand, wo sich kein Ausweg zeigt.

Kleine Schritte führen zum Ziel.

Türmt sich vor Dir ein großes Problem auf, stelle Dir die Frage:

Was ist der nächste Schritt?

Was musst Du jetzt tun. Von hier aus gehst Du weiter, machst den nächsten Schritt und wieder den nächsten.

Dein Leben ist viel größer als jedes Problem, das ein Menschen haben kann. Daran solltest Du Dich immer erinnern, besonders in Momenten wo Du glaubst, dass es keinen Ausweg gibt.

Scheitern heißt: Du bekommst einen neuen Weg gezeigt.

 

 

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