Gebet

Das Vaterunser im Christentum

Griechischer
Urtext

Πάτερ ἡμῶν ὁ ἐν τοῖς οὐρανοῖς.
Ἁγιασθήτω τὸ ὄνομά σου.
ἐλθέτω ἡ βασιλεία σου.
γενηθήτω τὸ θέλημά σου,
ὡς ἐν οὐρανῷ καὶ ἐπὶ γῆς.
Τὸν ἄρτον ἡμῶν τὸν ἐπιούσιον δὸς ἡμῖν σήμερον.
καὶ ἄφες ἡμῖν τὰ ὀφειλήματα ἡμῶν,
ὡς καὶ ἡμεῖς ἀφήκαμεν τοῖς ὀφειλέταις ἡμῶν.
καὶ μὴ εἰσενέγκῃς ἡμᾶς εἰς πειρασμόν,
ἀλλὰ ῥῦσαι ἡμᾶς ἀπὸ τοῦ πονηροῦ.

Lateinische
Vulgata-Fassung

Pater noster, qui es in caelis:
sanctificetur nomen tuum.
Adveniat regnum tuum.
Fiat voluntas tua,
sicut in caelo, et in terra.
Panem nostrum supersubstantialem da nobis hodie.
Et dimitte nobis debita nostra,
sicut et nos dimittimus debitoribus nostris.
Et ne nos inducas in tentationem,
sed libera nos a malo.
Amen.

Deutsche Einheitsübersetzung

Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel,
So auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
Und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Gebete und Mantras

Das Wort "Gebet" kommt von "bitten". Es ist eben jene Praxis, die Gläubige vieler Religionen ausüben, um sich mit einem in ihrer Religion leitenden, transzendenten Wesen zu verbinden - es vielleicht auch um Hilfe zu bitten. Ein Gebet kann laut oder in Gedanken gesprochen werden. 

In der Regel spricht man von drei Gebetsformen:

  • dem kanonischen Gebet,
  • der Zwiesprache mit Gott und
  • dem Gebet in dem man sich an Gott erinnert. Letztere Praxis existiert variiert auch in anderen Traditionen.

Voraussetzung für das Gebet ist zwar die Vorstellung eines persönlichen Gottes, einer persönlichen Göttin oder eines anders gearteten geistigen Wesens, doch auch im Buddhismus gibt es bestimmte sprachliche Formen des Gebets, in denen man sich mit dem Buddha oder einem Boddhisattva verbindet.

Im kanonischen Gebet erfolgt die Aussprache oder das stille Sprechen bestimmter heiliger Verse, die jedoch festgelegt sind, auf eine der Religion entsprechenden Form. Dazu gehört zum Beispiel im Judentum das Schma Jisrael, im Christentum das Vater-Unser-Gebet oder die fünf täglichen Gebete im Islam.

Die Zwiesprache mit Gott erfolgen zum Beispiel durch Lesen der Psalmen Davids beziehungsweise die direkte Hinwendung an Gott in Form eines Bitt- oder Dankesgebets.

Sich an Gott zu erinnern ist das was zum Beispiel die Sufis als Dhikr (oder Zikr) bezeichnen. Darin werden die heiligen Namen Allah's immer wieder in ekstatischer Weise wiederholt - im Stillen oder durch Ausrufen seiner 99 Namen. Dies erfolgt meist in musikalischer Begleitung oder im Tanz (wie etwa bei den drehenden Mevlevi Derwischen).