Heilkräfte

Heilkraft des Tempelschlafs

von S. Levent Oezkan

Das Abaton im Asklepios-Tempel von Epidauros - ewigeweisheit.de

Für die Menschen der Antike waren körperliche Leiden und psychische Störungen untrennbar miteinander verbunden. Krankheitssymptome verstand man darum  als besondere Merkmale dafür, was den Zusammenhang der Wirkungen beschrieb von Äußerem und Innerem, von Leib und Seele.

Vor diesem Hintergrund ist interessant zu erfahren, dass dabei die Arbeit mit Träumen, den Heilern und Priestern von einst, von höchster Bedeutung war. Es  ging da um den Schlaf im Tempel, von dem sich ein Kranker erhoffte, in seinem Traum Antworten zu finden auf die Frage, was er zur Gesundung benötigte. Meist aber waren die in den Traumgesichten geschauten Bilder und Symbole dem Hilfesuchenden nicht unmittelbar verständlich. Erst mit der Deutung durch die Tempelpriester, kam ans Licht, was der Hilfesuchende für seine Gennesung zu tun hatte.

Diese Praxis der Traum-Inkubation (abgeleitet vom lat. incubare, »ausbrüten«) übte man aus in den Tempeln des Asklepios im alten Griechenland, in den Isis-Tempeln Alt-Ägyptens, bei den Schamanen Nordamerikas oder wie auch später in christlichen oder islamischen Heilkulten. Traum-Inkubation ist aber auch heute ein Begriff der von zentraler Bedeutung ist für die sogenannte Traum-Therapie.

Lassen Sie uns im Folgenden einen Blick werfen auf den heilsamen Tempelschlaf, wie man ihn in der griechischen Antike praktizierte.

Gesundung kommt von innen

Jeder Mensch der gesund werden will sollte wissen, dass seine Heilkräfte in ihm selbst veranlagt sind. Der Glaube des Hilfesuchenden ist das, was ihn letztendlich gesund werden lässt. Hierin liegt die ganzheitliche Kraft jeder Heilkunst. Alles andere sind Mittel, sind Mittler die einem kranken oder leidenden Menschen Heilkräfte übertragen, in ihm wachrufen und zu einer kurierenden Anwendung führen.

Ein Glaube an Wunderheilungen ist dabei mehr als angebracht. Und solche finden tatsächlich auch statt, wie uns die Geschichte der Heilkunst bis in die Gegenwart hinein zeigt. Solche Wunder ereignen sich tatsächlich sehr oft, in einer fast unendlichen Vielzahl von Fällen, in denen Menschen auch von sogenannten unheilbaren Krankheiten geheilt wurden.

Im antiken Griechenland kam es zu solchen Wunderheilungen etwa in den Tempeln des Asklepios. Immer hatte dort der Wille zur Gesundung, wie auch der Glaube an ihr Eintreten, höchste, ja sogar heilige Priorität.

Asklepios-Tempel in Epidauros - ewigeweisheit.de

Illustration des alten Asklepios-Tempel in Epidauros

Götter des Lichts, der Wahrsagung und der Heilkunst

Die Priester jener Tempel des Asklepios zählen zu den ersten Ärzten Europas. Der wahrscheinlich berühmteste Heilungstempel befand sich einst im griechischen Epidauros – in einem Bezirk der dem Lichtgott Apollon geweiht war, dem Vater des Asklepios – Gott der Heilkunst. Auch Apollon war von alters her ein Heilgott gewesen. Er war aber auch ein Gott der Weissagung, als der er über die Orakelstätte im griechischen Delphi wachte.

Es scheint, als wären Heilkunst und Wahrsagung in der Antike immer miteinander verbunden gewesen. Kaum verwunderlich darum, wenn eine entsprechende Tiersymbolik beim griechischen Gott Asklepios, wie auch bei der ägyptischen Isis darauf hindeuten. Der Hund etwa, war im griechischen Mythos ein Begleiter des Asklepios: Seine Fähigkeit etwas zu wittern, galt den alten Griechen als Synonym für die intuitive Voraussicht. Denn das macht den Hund dem Menschen überlegen. Seit alters her galt der Hund darum auch als ein Führer ins Jenseits. Als solchen trifft man ihn auch in Alt-Ägypten als Unterweltsgott Anubis, den man mit dem, der Göttin Isis geweihten »Hundsstern« Sirius assoziiert.

Intuitive Voraussicht beziehungsweise Wahrsagung und Heilung, standen seit alters her also in direktem Zusammenhang. Dass Träume als solch Schauen in eine Welt reiner Intuition darum in diesem Kontext von Bedeutung sind, dass wusste man schon seit dieser alten Zeit.

Aber auch heute noch gilt eine intuitive Voraussicht als Grundvoraussetzung für die Psychotherapie. Was an Heilungswundern von Ärzten und Therapeuten da vollbracht werden kann, hängt eben mit ihrer Fähigkeit zusammen, recht deuten zu können, was an Symbolen im Kontext von Krankheit auftritt. Intuitiv kann da besser eingegangen werden, auf die Träume oder Aussagen eines hilfesuchenden Klienten.

Orte der Heilung

Immer spielte die Lokalität eine wichtige Rolle, an dem solch intuitive Heilkunst zur Anwendung kam. Die »Gnadenstätten der Heilung« waren im Altertum geografisch ganz streng verortet. Das steht auch in Korrespondenz mit einer entsprechenden Lokalisierung in der Psyche eines Menschen. Denn an anderen Orten träumt man andere Träume. Und diese Tatsache erklärt dann ihrerseits wiederum die Wirksamkeit bestimmter Plätze und Heiligtümer auf unserem Planeten, an denen ein Träumender einen anderen Zugang findet zu dem, was C. G. Jung als »Kollektives Unbewusstes« in die moderne Psychologie einführte.

Der Asklepios-Tempel in der Kultstätte Epidauros, war damals besonders bedeutsam, um heilkräftige Traumerfahrungen in hilfesuchenden Menschen auszulösen.

Da diesen Ort all die vielen Kranken, mit teils schweren Leiden und Gebrechen, in der Vergangenheit als Pilger besuchten, wurde aus diesem Tempel bald ein Therapiezentrum, das weniger an ein Heiligtum, als eher an eine Klinik erinnerte.

Das Heilverfahren des Tempelschlafs

Bevor man die Hilfesuchenden in den Tempel bat, um dort die Nacht zu verbringen, mussten sie sich zuvor besonderen kultischen Handlungen unterziehen. Dazu gehörte die Reinigung an einem der Brunnen im Tempel und man erbrachte danach dem Lichtgott Apollon ein Opfer. Von dort aus kamen die Kranken dann ins Tempelheiligtum, das sogenannte »Abaton«. Hier verbrachten sie die Nacht, umgeben von mystischen Symbolen, wie etwa Statuen des Traumgottes Oneiros. Alles solches sollte die Erwartungen auf Heilerfolg im Hilfesuchenden stimulieren. Man wollte ihn damit in die richtige geistige Stimmung führen, wo der Kranke leicht in den hierzu benötigten Traumschlaf fallen konnte. Mitunter wurden von der Priesterschaft zu diesem Zwecke auch besondere Hypnose-Verfahren angewandt.

Zu den zentralen Symbolen in den Asklepios-Tempeln zählte die Schlange, die sich ja um den berühmten Stab des Asklepios windet (siehe Abbildung). Damals interpretierte man ihre Erscheinung, als eine aus der Erde wirkende Kraft, aus der geheimnisvolle Lebenskräfte hervorströmen. Doch auch die Tatsache, dass sich das Reptil immer wieder häutet, galt den Alten die Schlange als Symbol der Erneuerung und Heilung (auch im Alten Testament ist ja die Rede von einer Schlange, deren Anblick die Kranken von ihren Leiden heilt, Numeri 21:8f).

Schlange an der Schale der Hygeia - ewigeweisheit.de

Der Gott Asklepios: In seiner rechten die Schale der Göttin Hygeia (seiner Tocher) halten, in seiner Linken den Asklepiosstab, an dem die chtonischen Erdkräfte in Form einer Schlange emporsteigen.

Wer nun im Tempel des Asklepios in seinem Tempelschlaf träumte, dem, so die Überlieferung, soll dabei an diesem Ort Asklepios selbst begegnet sein. Dieser eröffnete dem Träumenden dann das notwendige Verfahren, um damit seine Krankheit zu heilen. 

Heldentum und Heilkraft

Solch Gottheiten wie Asklepios, doch auch andere »Heilgötter«, achteten die hilfesuchenden Gläubigen von einst, als Heldenfiguren. Als solche hatten sie sich vom Himmel auf die Erde hinab begeben, um dort als Mittler, in ihrer geistigen Heilarbeit im Kranken, dessen inneren Heilkräfte zu stimulieren.

Wie wir aus der griechischen Mythologie erfahren, war auch Asklepios ursprünglich ein Held, der sich seine Göttlichkeit erst durch Leiden erkämpfen musste, um in den Himmel der olympischen Götter aufgenommen zu werden. Nach seiner Metamorphose schließlich begab er sich erneut hinab auf die Erde und mit ihm, so der Mythos, erschienen dort auch chtonische Wesenheiten, wie eben die Schlange (»chthonisch« ist ein altes griechisches Wort, dass man für die in Mutter Erde wirkenden Kräfte verwendet). Wenn diese Schlange nun wieder an seinem Stab (quasi) gen Himmel emporkriecht, weist das wiederum hin auf die entgegengesetzte Richtung dieses Kraftflusses. Unwillkürlich erinnert diese Auf- und Abbewegung an das, was sich auch der Smaragdtafel des Hermes Trismegistos entnehmen lässt, worin es im achten Vers heißt:

[…] So steigt es von der Erde empor zum Himmel und wiederum zur Erde hinab um sich mit ihr zu vereinigen. Dabei wird es veredelt, und nimmt die Kräfte der oberen und unteren Welt in sich auf.

Diese »veredelnden Kräfte« eben waren es, die in der Erde auch jene Energien aktivierten, die beim Schlaf im Asklepios-Tempel und dann im Kranken, eben jene Träume stimulierten, die ihm entsprechende Heilrezepturen suggerierten. In der Gotteserscheinung Asklepios' verband sich damit die Welt des Göttlichen mit der des Menschen, womit der heilsame, himmlische Kraftfluss in die Erde und damit in die Traumwelt des Schlafenden hineinwirkte.

Heilen durch Handauflegen

Als Gott der Heilung verwendete Apollon auch seine ausgestreckten Hände, um diese über einen Kranken zu halten. Diese Form des Heilens brachte er dann auch dem Kentauren Cheiron bei. Der war der erste Lehrer des jungen Asklepios. In Rom nannte man ihn »Chiron«, woraus sich heute so Wörter ableiten wie »Chirurgie« oder »Chiropraxis«. In Epidauros waren es die Priester des Asklepios, die den Kranken und Hilfesuchenden die Hände auflegten. Eben solches Handauflegen zur Heilung, sollte dereinst auch übergehen in die Praxis der Segnungsgesten christlicher Priester. Und wenn von Händen eines Lichtgottes Apollon Heilkraft ausstrahlt, so lässt sich das nicht nur als Sinnbild verstehen. Denn in der Tat geht von den Händen Infrarot-Licht aus, dass Schlangen zum Beispiel sehen können. Vor allem aber wirkt dieses wärmende Licht, sich wohltuend auf menschliche Nervenzellen aus.

Des Tempels Allerheiligstes

Im sogenannten Abaton des Tempels (einem heiligen, nur für die Auserwählten betretbaren Ort) befand sich ein Säulengang, der auf einer Seite nach Süden hin geöffnet war. Um das Ritual des Tempelschlafs dort, mit all den vielen Menschen, in geordnetem Ablauf durchzuführen, gab es eine entsprechend große Gruppe von Priestern, die diese Zeremonie beaufsichtigten.

Meist stand dieser Priesterschaft ein Hierophant vor, der meist auch Arzt war, was im Übrigen auch für die ihm untergeordneten Geistlichen galt, die in sich also sowohl priesterliche wie auch heilerische Aufgaben erfüllten. Der Glaube an die Göttlichkeit im Sein des Einzelnen, war da von ganz wesentlicher Bedeutung, die er aber entsprechend durch die Priesterschaft suggeriert bekam.

Nachts, als sich die Kranken im Bereich des Abaton versammelt hatten, erhörte man da die Gebete der Priester. Man ließ keine Mittel aus, um eine starke psychisch-emotionale Wirkung auf die Hilfesuchenden auszuüben. Darauf wurden die Anwesenden dazu aufgefordert, sich schlafen zu legen. Hierfür war für jeden eine entsprechende Couch vorbereitet: die altgriechische Klinē (ein Begriff aus dem das heutige Wort »Klinik« ableitet).

Dann wurde das Licht gelöscht und jeder sollte sich in guter Hoffnung auf seine bald anstehenden Träume einstimmen. Die entsprechende Gottheit nämlich würde damit im Traum erscheinen und dem Kranken suggerieren, wie er Linderung finden kann.

Die Priester des Asklepios dort wussten sehr genau, wie sie die Kranken vor dem eigentlichen Tempelschlaf, auf ihre darin zu erfahrenen Traumerlebnisse einstimmen mussten. Es gibt mehr als vierzig Inschriften aus der griechischen Antike, die darauf hinweisen, zumal jeder der in Epidauros und andernorts von seinen Leiden geheilt wurde, war verpflichtet seine dabei gemachten Erfahrungen aufzuzeichnen.

In ihren Träumen erlebten manche der Kranken da, wie die Schlange oder der Hund des Asklepios die entsprechend erkrankte Stelle ihres Körpers berührte. Wem so widerfuhr, der erwachte meist mit einer spontanen Heilung.

 

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Heilkraft aus der Geistigen Welt

von S. Levent Oezkan

Heilkraft aus der Geistigen Welt - ewigeweisheit.de

Überall auf der Welt gibt es Berichte über Heilungen, die an Wunder grenzen. Die Gesetze aber, die hinter solchen Erfolgen stehen, sind noch immer nicht vollends erforscht. Ganz gleich wer aber Heilung erfahren hat oder geben will: Er braucht Zuversicht, dass es Heilkräfte gibt, die darauf warten über ihm als Hilfesuchendem zu verströmen. Wer an höhere Geistformen glaubt, dem werden sie sich zeigen, um Nöte zu beseitigen und Heilbedürftigen zu helfen.

Gewissheit über die Möglichkeit der Heilung, eröffnet bei der Übertragung von Heilkräften geistige Kanäle. Wer mit einer intuitiven Veranlagung begabt ist, der kann sich von den hier wirkenden Geistwesen leiten lassen. So jemand kann auch anderen Menschen helfen. Es sind besonders geartete Heilkräfte von höheren, spirituellen Wesen, die auch Priestern, Therapeuten, Ärzten und Chirurgen behilflich sind. Sie kommen aus einem Bereich unserer Welt, wo es praktisch keine Begrenzungen gibt, da dort der Geist durch nichts verwirrt wird und keine Materie den Fluss von Energie behindert. Da diese Wesen nur existieren, um den göttlichen Weltprozess zu erfüllen, sind sie der Inbegriff des Mitgefühl mit allem Lebenden.

In der westlichen Tradition nennt man sie Engel, im Osten sind es die Devas. 

Heileffekte englischer Kraft

Englisch nennt man, was von den Engeln ausgeht, was aus der überirdischen Welt der himmlischen Heerscharen stammt. Zwei Effekte werden durch die Heilkraft der Engel bedient: zum einen bekommen all jene von ihnen geistigen Aufschwung, die von einem schweren Schicksalsschlag getroffen, schier unbeweglich festsitzen oder die ihre Opferhaltung gefangen hält. Zweitens soll damit jenen Linderung verschafft werden, die unter verschiedenen körperlichen Gebrechen leiden.

Die Heilkräfte der Geistwesen werden an einen sakral vorbereiteten Ort eingeladen. Es muss hier nicht auf die Details einer rituellen Raum-Reinigung eingegangen werden. Sicher aber ist, dass derjenige, der mit der englischen Welt Kontakt aufnehmen will, dann besonders empfänglich ist, wenn er einer spirituellen Tradition folgt. Jede religiöse Tradition hat ihre Wege und Mittel einen Ort sakral vorzubereiten - sei es das Sprechen der Sure Fatiha im Islam, das Vaterunser oder Herz-Jesugebet der Christen, das jüdische Sch'ma Israel oder das Om Mani Padme Hum der Buddhisten.

Gewiss auch ist eine ernsthafte Haltung angebracht, wenn man Engel oder Devas in einen Kreis von Menschen einlädt. Es wird der Heiltätigkeit damit eine gewisse Würde verliehen.

Gott heilt

In der westlichen spirituellen Tradition gilt der Name Raphael als Inbegriff geistiger Heiltätigkeit. Über diesen Erzengel erfahren wir aus dem Buch Tobit, einer apokryphen Schrift der hebräischen Tradition (um 2. Jhd. n. Chr.).

Das Buch Tobit erzählt von einem frommen und gerechten Mann namens Tobit, der mit seiner Familie im Exil lebte, am Tigris, im mesopotamischen Ninive. Der Name der Stadt ist aramäisch und bedeutet "Ort des Fischs", denn einst verehrte man hier den Fischgott Dagon.

Tobit war erfüllt von der Liebe zu seinen Nächsten. Trotzdem sah er sich Anfeindungen ausgesetzt und verlor unverschuldet sein Augenlicht. Die Ursache für seine Blindheit war sein unermüdlicher und mutiger Einsatz für das Begräbnis der Verstorbenen. Als er aber erblindete, verzweifelte er und sehnte sich nach dem Tod:

Lass meinen Geist von mir scheiden; lass mich sterben und zu Staub werden! Es ist besser für mich, tot zu sein als zu leben.

- Tobit 3:6

Auch erzählt das Buch Tobit von einer Frau namens Sara, der Tochter des Raguël, eines Verwandten Tobits. Auch sie war betrübt und sehnte sich nach dem Tod:

Nun aber, Herr, habe ich meine Augen und mein Gesicht dir zugewandt. Lass mich von dieser Erde scheiden

- Tobit 3:12-13

Sieben Männer verlobten sich nacheinander mit Sara. Jeder von ihnen aber verstarb im Brautgemach, durch den Fluch eines Dämons, der die junge Frau liebte: Aschmodai (aus dem Avestischen "Dämon des Zorns", aēschma, "Zorn" und daēva, "Dämon"). Aus Eifersucht tötete er jeden Mann der Sara zu nahe kam. Wie also Tobit, war auch Sara unverschuldet den Anfeindungen ihrer Mitmenschen ausgesetzt. Schließlich fragten sie sich, wieso all die jungen Männer in ihren Armen sterben mussten.

Was immer man über diese außerbiblische Legende denken mag: auch in unserem Leben führen Eifersucht, Ärger, Zorn und Hass, zum Entstehen von Krankheiten. Wen Groll und Kummer plagen, dessen verzerrtes Denken stört sein seelisches Gleichgewicht. Durch den damit einhergehenden, vielleicht ungesunden Lebenswandel aber, wirkt sich das auch auf die Zellen des Körpers aus. Darin liegt die tiefere Bedeutung jenes Dämons Aschmodai, der Tobit und Sara plagt. Man kann in Aschmodai eine Metapher sehen, für geistige Verwirrtheit, Zorn und böses Denken.

Erzengel Raphael und Tobias – ewigeweisheit.de

Tobias und der Engel - Gemälde des florentinischen Malers Filippino Lippi (1475-1480).

Tobias und der Erzengel Raphael

Die Geschichte aus dem Buch Tobit erzählt vom Erzengel Raphael. Den sandte Gott dem jungen Tobias (hebr. "Der Herr ist gütig") als Reisebegleiter und Berater. Tobias war der Sohn Tobits. Er wurde von seinem Vater zu Raguël gesandt, dem Vater Saras. Von ihm sollte Tobit eine Schuld eintreiben, die Tobit und seine Familie dringend für ihren Lebensunterhalt brauchten. Auf dem Weg zu Raguël begegnete ihm der Erzengel. Tobias aber wusste nicht, dass der freundliche Mann Raphael war. Ohne Raphaels Begleitung wäre Tobias einer Reihe von Gefahren ausgesetzt gewesen und hätte sein Ziel wohl nie erreicht.

Und der junge Tobias zog dahin und der Engel mit ihm, und sein Hund lief hinterher und machte sich mit ihnen auf die Reise. So zogen die beiden hinaus, und als die Nacht über sie hereinbrach, nächtigten sie am Fluss Tigris. Und Tobias stieg zum Fluss Tigris hinab, um seine Füße zu waschen; und siehe, ein großer Fisch schoss aus dem Wasser heraus und wollte den Fuß des Jungen verschlingen. Da schrie er laut. Und der Engel sagte zu ihm: Pack den Fisch und zieh ihn heraus! Und der Junge packte den Fisch und zog ihn aufs Land. Da sagte der Engel zu ihm: "Nimm den Fisch aus und behalte das Herz, die Galle und die Leber; die Eingeweide aber wirf weg. Denn Galle, Herz und Leber sind sehr gut als Arznei." Und Tobias nahm den Fisch aus und legte Galle, Herz und Leber beiseite. Den Fisch aber briet er und aß davon. Er ließ etwas übrig und legte es in Salz ein. Und die beiden zogen zusammen weiter, bis sie in die Nähe Mediens kamen. Da fragte Tobias den Engel: "Bruder Asarja, was für eine Arznei ist im Herzen und in der Leber des Fisches und in seiner Galle?" Und er antwortete ihm: "Wenn ein Mann oder eine Frau mit einem Dämon oder einem bösen Geist geschlagen ist, lass das Herz und die Leber des Fisches in Rauch aufgehen. Dann wird jede Plage von ihnen fliehen, und alle bösen Geister werden ihnen in Ewigkeit nicht schaden. Die Galle aber streiche auf die Augen eines Menschen, die mit weißen Flecken befallen sind; dann hauche gegen sie auf die weißen Flecken, und die Augen werden geheilt."

- Tobit 6:2-9

Als Tobias der schönen Sara begegnete, verliebten sich die beiden. Doch lauerte ihnen schon der eifersüchtige Aschmodai auf. Darum gebot Raphael dem jungen Tobias vor Betreten des Brautgemachs eine Fischleber und ein Fischherz zu verbrennen - der Geruch sollte den Dämon vertreiben. Und so geschah es: Aschmodai floh nach Ägypten, wo ihn ein anderer Engel gefangen nahm und fesselte. So wurde das Böse eingedämmt und Tobias blieb in der Hochzeitsnacht am Leben. Sara wurde von ihrer Besessenheit befreit und der Erzengel Raphael gab dem Tobias ein Heilmittel, dass seinen Vater wieder sehend machte: Der Engel riet ihm, seinem Vater die Galle des Fisches auf die blinden Augen zu streichen. So konnte Tobit wieder sehen.

Damit wurde aus dem Unglück des Tobit und der Sara, am Ende nun große Freude und Glück. Beide wandten sich inniglich zu Gott.

Glaube als Gewissheit

Man benötigt keine großartigen Ausbildungen und Schulungen, um selbst einen Menschen zu heilen. Was man braucht ist ein fester Glaube. In unserem teils materialistisch geprägten Zeitalter, verstehen viele Menschen unter "Glauben" eher so etwas wie ein Hoffen oder Vermuten. Ein ernst gemeintes Flehen aber, dass direkt an die himmlische Welt gerichtet wird, kann Gutes bewirken.

Bekenne einer dem andern seine Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.

- Jakobus 5:6

Als man den schweizerischen Psychologen C. G. Jung einst in einem Fernsehinterview fragte, ob er an Gott glaubt, gab er eine interessante, wenn auch nicht ganz unumstrittene Antwort:

Nein, ich glaube nicht. Ich weiß.

Wie dem auch sei, war sein Glaube aber aus einer absoluten Gewissheit geboren. Ein jeder Mensch vermag solch eine Gewissheit in sich zu erzeugen. Dabei bildet Hoffnung das Fundament des Glaubens, auf dem sich das Heim unerschütterlicher Zuversicht errichten lässt. Über der Hoffnung aber noch steht die Tat, die darin besteht, tatsächlich auch als "Gläubiger" im Gebet zu handeln. Gebete werden erhört und von den Engeln zu Gott vorgetragen - vorausgesetzt, wir wissen, dass sich unser Heilbegehren auch erfüllt. Im Koran lesen wir dazu:

Ich erhöre die Bitte des Bittenden, wenn er mich bittet

- Sure 2:186

Wer Gewissheit erlangt, dass seine Heilbitte erhört wird, ganz gleich ob als Christ, Jude oder Muslim, oder als Mensch eines anderen Glaubens, der wird auch Heilung und Linderung erzielen können: für sich selbst oder einen anderen Menschen. Dazu ruft er die Heilkraft eines Engels an, wie jene des Raphael, oder spricht ein Bittgebet (im Islam genannt Dua). So jemand legt dem Kranken dann die Hände auf und, mit aller ihm aus der göttlichen Welt verliehenen Stärke, ergießt die kosmischen Heilkräfte über dem Hilfesuchenden. Das hat nichts mit Zauberei zu tun: allein der Glaube versetzt Berge.

Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer! und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass es geschehen würde, was er sagt, so wird's ihm geschehen, was er sagt.

- Markus 11:23

Was zählt ist die vom Glauben erfüllte Handlung an sich. Während des Handauflegens sollte die Haltung des Kranken voll Zuversicht zu dieser mächtigen Kraft sein. Vor allem er sollte glauben, dass Heilung möglich ist. Sein ganzes Wesen sollte sich den herabströmenden Einflüssen öffnen, so wie eine Blume ihren Kelch der Sonne öffnet. Beide, derjenige der die Hand auflegt und derjenige, der die Heilkräfte empfängt, sollte während dieses Vorganges, seine Gedanken allein auf das kosmische Zentrum richten - nennen wir es Gott, Allah oder "Pol kosmischer Güte". Umso mehr den Beteiligten das gelingt, umso mehr antworten die Tiefen seiner Natur auf die mitleidsvolle Gegenwart der Engel, Christi oder Allahs - und umso größer wird die Möglichkeit zur Heilung sein. So wird mit der geistigen Hilfe der englischen Welten, körperliche und seelische Heilung erzielt.

Auch wenn sich die betroffene Person in der Ferne befindet: man kann sich Engel oder Devas visualisieren, die friedvoll den Kranken umgeben und ihm Glück und Licht schenken.

Gesunden bedeutet Gedulden

Wir können nicht erwarten, dass augenblickliche Heilung erfolgt. Doch es ist möglich!

Jene "Wunderheilungen", über die sich materialistisch gesinnte Menschen lustig machen, sind nicht immer zu erwarten. Doch der Glaube daran, dass sie möglich sind, ist Voraussetzung, um tatsächlich Heilung zu erzielen.

Viele Legenden von Spontanheilungen durchziehen die christliche Bibel. Auch aus unserer Zeit gibt es Berichte von solchen Heilungen. Man denke etwa an die Heilquelle im französischen Lourdes, von wo man immer wieder von Heilungen berichtet. Dort sollen sich fast 7000 Heilungen ereignet haben, von denen die römisch-katholische Kirche 69 als Wunder anerkennt. Außergewöhnliche Heilungen können sich also durchaus ereignen. 

Wenn wir als Heilsuchende aber nocht nicht genügend mit diesen großen, kosmischen Heilkräften der Engelwelt vertraut sind, werden wir erstmal nicht in der Lage sein, die Erfolge mit Gewissheit vorauszusagen. Das bedeutet gleichzeitig aber nicht, dass sie nicht trotzdem eintreten.

Wir sollten bei all dem Gesagten jedoch nie vergessen, dass wir alleine überhaupt nichts erreichen können. Wir brauchen die Hilfe anderer Menschen, die uns bei unserem Heilvorhaben unterstützen. An erster Stelle zu nennen sind natürlich Ärzte und Therapeuten, die das ihnen Mögliche geben. Was wir zusätzlich tun können, als Laien, ist uns mit den oben gesagten Methoden, an den fließenden Heilkräften zu beteiligen.

Kirche Notre Dame de Lourdes – ewigeweisheit.de

Historische Aufnahme der Kirche Notre Dame de Lourdes (Pyrenäen) in Frankreich.

Wichtig ist auch, dass wir es nicht bei einem Mal belassen. Solch geistige Heilsitzungen sollten wir verstärken, indem wir sie dreimal, viermal, fünfmal und sechsmal wiederholen. Aber auch wenn nach der sechsten, geistigen Heilbehandlung kein sichtlicher Erfolg eintritt, bedeutet das nicht, dass diese himmlisch-kosmischen Kräfte nicht vorliegen. Viele Gründe existieren, die einen Kranken von seiner Heilung abhalten. Die Intention aber, jemandem etwas Gutes tun zu wollen, ohne sich dabei etwas für sich selbst zu erhoffen, führt an sich schon zur Heilung.

 

Bei all dem Gesagten soll aber nicht unerwähnt bleiben: egal wie drastisch eine Situation auch erscheinen mag, letztendlich kann man die wahre Natur der Dinge nur durch eine gewisse Nüchternheit erkennen und sehen was sie eigentlich bedeuten. Nur dessen Sicht frei ist, das heißt, dessen Blick nicht durch Angst oder Wut getrübt ist, versteht was wirklich ist. Dieses klare Sehen, erlangte der Buddha durch ruhige Meditation. Und auch wir können sie auf ähnliche Art erlangen. Dann erst ist uns möglich auf metaphysischer Ebene, die Lichtfelder in Raum und Zeit zu entstören und einen Menschen zur Heilung zu führen.

Ich möchte diesen Artikel schließen mit Aussprüchen des Buddha, die mir vor einiger Zeit geholfen haben, über einen eigenen Schmerz hinwegzukommen. Oft sind es ja die aus besonderen Lebenshaltungen entstandenen Einstellungen die uns krank machen. Gesundheit beginnt im Kopf!

Dein Leib ist wertvoll. Er ist das Mittel mit dem wir zur wahren Erkenntnis erwachen. Behandle ihn darum sorgsam. [...] Den Körper gesund zu halten ist (sogar) eine Pflicht. Nur so lässt sich die Leuchte der Weisheit versäubern und der Geist stärken und läutern. [...] Jedes menschliche Wesen ist Urheber seiner eigenen Gesundheit oder Krankheit. [...] Das Geheimnis geistig-seelischer und körperlicher Gesundheit besteht darin, sich den gegenwärtigen Augenblick zu vergegenwärtigen und dabei weise und aufrichtig zu leben.

- Aussprüche des Gautama Buddha

Haben auch Sie schon besondere Heilungen an Sich oder anderen erlebt?

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