Heilung

Botschaft von Erzengel Raphael

von S. Levent Oezkan

Erzengel Raphael - ewigeweisheit.de

Ich, Raphael, der Arzt Gottes, heile die Erde, damit sie Dir und allen Menschen Platz zum Leben bietet. Ich, Raphael, bin Schutzpatron der Kranken, der Wanderer und Pilger. Die Gottheit heilt durch mich.

Einst half ich dem Tobit sein Augenlicht wieder zu bekommen. Auch heute scheinen viele aus reiner Blindheit umherzuirren, nicht sehen zu können, was mit ihnen und ihren Lebensleibern geschieht. Haben sie vergessen wer sie sind? Wofür kam dieser Leib in die Welt und trägt einen göttlichen Funken?

Wer den Ort des Göttlichen in sich gefunden hat, der wird dem Angesicht des Heils gegenübergetreten sein. Da wird sein Blick nicht weichen, da er ein Lichtsymbol entdeckte, dass ihn zu jenem heiligen Garten führt, an dem einst die ersten Menschen lebten. Ein herrlicher Garten ist das, dies Geistige Eden, mit wohlduftenden, schönen und großen Bäumen. Wer von diesen Bäumen kostet, in diesem innerlichen Garten der Gnade und des Wohlergehens, der wird wahrlich Heilung erfahren.

Mich wirst Du dort treffen und ich sage Dir: Da ist ein Baum, von dem einst Dein greiser Vater und deine betagte Mutter aßen, jene zwei die vor Dir waren. Sie erkannten die Weisheit, und ihre Augen wurden ihnen aufgetan, um zu sehen den Baum des Lebens, den ich beschütze. Von jenem Baum des Lebens nehme ich meinen heilsamen Balsam und bewahre ihn auf, in einem smaragdenen Fläschchen mit goldenem Mund.

Stets bin ich gegenwärtig und da strahlt aus mir ein heilendes Licht, eben so wie das der Frühlingssonne, die alles scheinbar Tote zu neuem Leben ans Licht treten lässt.

Verliere nie die Hoffnung, verliere nie den Mut, auf dieser Deiner Lebensreise.

Wann immer Du mich brauchst: Rufe mich und ich helfe Dir Deinen Weg zu innerem Heil zu finden. Denn was ist Heilung, als etwas, das von Innen nach Außen strahlt, als ein Licht der Gesundheit.

 

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Heilkraft des Tempelschlafs

von S. Levent Oezkan

Das Abaton im Asklepios-Tempel von Epidauros - ewigeweisheit.de

Für die Menschen der Antike waren körperliche Leiden und psychische Störungen untrennbar miteinander verbunden. Krankheitssymptome verstand man darum  als besondere Merkmale dafür, was den Zusammenhang der Wirkungen beschrieb von Äußerem und Innerem, von Leib und Seele.

Vor diesem Hintergrund ist interessant zu erfahren, dass dabei die Arbeit mit Träumen, den Heilern und Priestern von einst, von höchster Bedeutung war. Es  ging da um den Schlaf im Tempel, von dem sich ein Kranker erhoffte, in seinem Traum Antworten zu finden auf die Frage, was er zur Gesundung benötigte. Meist aber waren die in den Traumgesichten geschauten Bilder und Symbole dem Hilfesuchenden nicht unmittelbar verständlich. Erst mit der Deutung durch die Tempelpriester, kam ans Licht, was der Hilfesuchende für seine Gennesung zu tun hatte.

Diese Praxis der Traum-Inkubation (abgeleitet vom lat. incubare, »ausbrüten«) übte man aus in den Tempeln des Asklepios im alten Griechenland, in den Isis-Tempeln Alt-Ägyptens, bei den Schamanen Nordamerikas oder wie auch später in christlichen oder islamischen Heilkulten. Traum-Inkubation ist aber auch heute ein Begriff der von zentraler Bedeutung ist für die sogenannte Traum-Therapie.

Lassen Sie uns im Folgenden einen Blick werfen auf den heilsamen Tempelschlaf, wie man ihn in der griechischen Antike praktizierte.

Gesundung kommt von innen

Jeder Mensch der gesund werden will sollte wissen, dass seine Heilkräfte in ihm selbst veranlagt sind. Der Glaube des Hilfesuchenden ist das, was ihn letztendlich gesund werden lässt. Hierin liegt die ganzheitliche Kraft jeder Heilkunst. Alles andere sind Mittel, sind Mittler die einem kranken oder leidenden Menschen Heilkräfte übertragen, in ihm wachrufen und zu einer kurierenden Anwendung führen.

Ein Glaube an Wunderheilungen ist dabei mehr als angebracht. Und solche finden tatsächlich auch statt, wie uns die Geschichte der Heilkunst bis in die Gegenwart hinein zeigt. Solche Wunder ereignen sich tatsächlich sehr oft, in einer fast unendlichen Vielzahl von Fällen, in denen Menschen auch von sogenannten unheilbaren Krankheiten geheilt wurden.

Im antiken Griechenland kam es zu solchen Wunderheilungen etwa in den Tempeln des Asklepios. Immer hatte dort der Wille zur Gesundung, wie auch der Glaube an ihr Eintreten, höchste, ja sogar heilige Priorität.

Asklepios-Tempel in Epidauros - ewigeweisheit.de

Illustration des alten Asklepios-Tempel in Epidauros

Götter des Lichts, der Wahrsagung und der Heilkunst

Die Priester jener Tempel des Asklepios zählen zu den ersten Ärzten Europas. Der wahrscheinlich berühmteste Heilungstempel befand sich einst im griechischen Epidauros – in einem Bezirk der dem Lichtgott Apollon geweiht war, dem Vater des Asklepios – Gott der Heilkunst. Auch Apollon war von alters her ein Heilgott gewesen. Er war aber auch ein Gott der Weissagung, als der er über die Orakelstätte im griechischen Delphi wachte.

Es scheint, als wären Heilkunst und Wahrsagung in der Antike immer miteinander verbunden gewesen. Kaum verwunderlich darum, wenn eine entsprechende Tiersymbolik beim griechischen Gott Asklepios, wie auch bei der ägyptischen Isis darauf hindeuten. Der Hund etwa, war im griechischen Mythos ein Begleiter des Asklepios: Seine Fähigkeit etwas zu wittern, galt den alten Griechen als Synonym für die intuitive Voraussicht. Denn das macht den Hund dem Menschen überlegen. Seit alters her galt der Hund darum auch als ein Führer ins Jenseits. Als solchen trifft man ihn auch in Alt-Ägypten als Unterweltsgott Anubis, den man mit dem, der Göttin Isis geweihten »Hundsstern« Sirius assoziiert.

Intuitive Voraussicht beziehungsweise Wahrsagung und Heilung, standen seit alters her also in direktem Zusammenhang. Dass Träume als solch Schauen in eine Welt reiner Intuition darum in diesem Kontext von Bedeutung sind, dass wusste man schon seit dieser alten Zeit.

Aber auch heute noch gilt eine intuitive Voraussicht als Grundvoraussetzung für die Psychotherapie. Was an Heilungswundern von Ärzten und Therapeuten da vollbracht werden kann, hängt eben mit ihrer Fähigkeit zusammen, recht deuten zu können, was an Symbolen im Kontext von Krankheit auftritt. Intuitiv kann da besser eingegangen werden, auf die Träume oder Aussagen eines hilfesuchenden Klienten.

Orte der Heilung

Immer spielte die Lokalität eine wichtige Rolle, an dem solch intuitive Heilkunst zur Anwendung kam. Die »Gnadenstätten der Heilung« waren im Altertum geografisch ganz streng verortet. Das steht auch in Korrespondenz mit einer entsprechenden Lokalisierung in der Psyche eines Menschen. Denn an anderen Orten träumt man andere Träume. Und diese Tatsache erklärt dann ihrerseits wiederum die Wirksamkeit bestimmter Plätze und Heiligtümer auf unserem Planeten, an denen ein Träumender einen anderen Zugang findet zu dem, was C. G. Jung als »Kollektives Unbewusstes« in die moderne Psychologie einführte.

Der Asklepios-Tempel in der Kultstätte Epidauros, war damals besonders bedeutsam, um heilkräftige Traumerfahrungen in hilfesuchenden Menschen auszulösen.

Da diesen Ort all die vielen Kranken, mit teils schweren Leiden und Gebrechen, in der Vergangenheit als Pilger besuchten, wurde aus diesem Tempel bald ein Therapiezentrum, das weniger an ein Heiligtum, als eher an eine Klinik erinnerte.

Das Heilverfahren des Tempelschlafs

Bevor man die Hilfesuchenden in den Tempel bat, um dort die Nacht zu verbringen, mussten sie sich zuvor besonderen kultischen Handlungen unterziehen. Dazu gehörte die Reinigung an einem der Brunnen im Tempel und man erbrachte danach dem Lichtgott Apollon ein Opfer. Von dort aus kamen die Kranken dann ins Tempelheiligtum, das sogenannte »Abaton«. Hier verbrachten sie die Nacht, umgeben von mystischen Symbolen, wie etwa Statuen des Traumgottes Oneiros. Alles solches sollte die Erwartungen auf Heilerfolg im Hilfesuchenden stimulieren. Man wollte ihn damit in die richtige geistige Stimmung führen, wo der Kranke leicht in den hierzu benötigten Traumschlaf fallen konnte. Mitunter wurden von der Priesterschaft zu diesem Zwecke auch besondere Hypnose-Verfahren angewandt.

Zu den zentralen Symbolen in den Asklepios-Tempeln zählte die Schlange, die sich ja um den berühmten Stab des Asklepios windet (siehe Abbildung). Damals interpretierte man ihre Erscheinung, als eine aus der Erde wirkende Kraft, aus der geheimnisvolle Lebenskräfte hervorströmen. Doch auch die Tatsache, dass sich das Reptil immer wieder häutet, galt den Alten die Schlange als Symbol der Erneuerung und Heilung (auch im Alten Testament ist ja die Rede von einer Schlange, deren Anblick die Kranken von ihren Leiden heilt, Numeri 21:8f).

Schlange an der Schale der Hygeia - ewigeweisheit.de

Der Gott Asklepios: In seiner rechten die Schale der Göttin Hygeia (seiner Tocher) halten, in seiner Linken den Asklepiosstab, an dem die chtonischen Erdkräfte in Form einer Schlange emporsteigen.

Wer nun im Tempel des Asklepios in seinem Tempelschlaf träumte, dem, so die Überlieferung, soll dabei an diesem Ort Asklepios selbst begegnet sein. Dieser eröffnete dem Träumenden dann das notwendige Verfahren, um damit seine Krankheit zu heilen. 

Heldentum und Heilkraft

Solch Gottheiten wie Asklepios, doch auch andere »Heilgötter«, achteten die hilfesuchenden Gläubigen von einst, als Heldenfiguren. Als solche hatten sie sich vom Himmel auf die Erde hinab begeben, um dort als Mittler, in ihrer geistigen Heilarbeit im Kranken, dessen inneren Heilkräfte zu stimulieren.

Wie wir aus der griechischen Mythologie erfahren, war auch Asklepios ursprünglich ein Held, der sich seine Göttlichkeit erst durch Leiden erkämpfen musste, um in den Himmel der olympischen Götter aufgenommen zu werden. Nach seiner Metamorphose schließlich begab er sich erneut hinab auf die Erde und mit ihm, so der Mythos, erschienen dort auch chtonische Wesenheiten, wie eben die Schlange (»chthonisch« ist ein altes griechisches Wort, dass man für die in Mutter Erde wirkenden Kräfte verwendet). Wenn diese Schlange nun wieder an seinem Stab (quasi) gen Himmel emporkriecht, weist das wiederum hin auf die entgegengesetzte Richtung dieses Kraftflusses. Unwillkürlich erinnert diese Auf- und Abbewegung an das, was sich auch der Smaragdtafel des Hermes Trismegistos entnehmen lässt, worin es im achten Vers heißt:

[…] So steigt es von der Erde empor zum Himmel und wiederum zur Erde hinab um sich mit ihr zu vereinigen. Dabei wird es veredelt, und nimmt die Kräfte der oberen und unteren Welt in sich auf.

Diese »veredelnden Kräfte« eben waren es, die in der Erde auch jene Energien aktivierten, die beim Schlaf im Asklepios-Tempel und dann im Kranken, eben jene Träume stimulierten, die ihm entsprechende Heilrezepturen suggerierten. In der Gotteserscheinung Asklepios' verband sich damit die Welt des Göttlichen mit der des Menschen, womit der heilsame, himmlische Kraftfluss in die Erde und damit in die Traumwelt des Schlafenden hineinwirkte.

Heilen durch Handauflegen

Als Gott der Heilung verwendete Apollon auch seine ausgestreckten Hände, um diese über einen Kranken zu halten. Diese Form des Heilens brachte er dann auch dem Kentauren Cheiron bei. Der war der erste Lehrer des jungen Asklepios. In Rom nannte man ihn »Chiron«, woraus sich heute so Wörter ableiten wie »Chirurgie« oder »Chiropraxis«. In Epidauros waren es die Priester des Asklepios, die den Kranken und Hilfesuchenden die Hände auflegten. Eben solches Handauflegen zur Heilung, sollte dereinst auch übergehen in die Praxis der Segnungsgesten christlicher Priester. Und wenn von Händen eines Lichtgottes Apollon Heilkraft ausstrahlt, so lässt sich das nicht nur als Sinnbild verstehen. Denn in der Tat geht von den Händen Infrarot-Licht aus, dass Schlangen zum Beispiel sehen können. Vor allem aber wirkt dieses wärmende Licht, sich wohltuend auf menschliche Nervenzellen aus.

Des Tempels Allerheiligstes

Im sogenannten Abaton des Tempels (einem heiligen, nur für die Auserwählten betretbaren Ort) befand sich ein Säulengang, der auf einer Seite nach Süden hin geöffnet war. Um das Ritual des Tempelschlafs dort, mit all den vielen Menschen, in geordnetem Ablauf durchzuführen, gab es eine entsprechend große Gruppe von Priestern, die diese Zeremonie beaufsichtigten.

Meist stand dieser Priesterschaft ein Hierophant vor, der meist auch Arzt war, was im Übrigen auch für die ihm untergeordneten Geistlichen galt, die in sich also sowohl priesterliche wie auch heilerische Aufgaben erfüllten. Der Glaube an die Göttlichkeit im Sein des Einzelnen, war da von ganz wesentlicher Bedeutung, die er aber entsprechend durch die Priesterschaft suggeriert bekam.

Nachts, als sich die Kranken im Bereich des Abaton versammelt hatten, erhörte man da die Gebete der Priester. Man ließ keine Mittel aus, um eine starke psychisch-emotionale Wirkung auf die Hilfesuchenden auszuüben. Darauf wurden die Anwesenden dazu aufgefordert, sich schlafen zu legen. Hierfür war für jeden eine entsprechende Couch vorbereitet: die altgriechische Klinē (ein Begriff aus dem das heutige Wort »Klinik« ableitet).

Dann wurde das Licht gelöscht und jeder sollte sich in guter Hoffnung auf seine bald anstehenden Träume einstimmen. Die entsprechende Gottheit nämlich würde damit im Traum erscheinen und dem Kranken suggerieren, wie er Linderung finden kann.

Die Priester des Asklepios dort wussten sehr genau, wie sie die Kranken vor dem eigentlichen Tempelschlaf, auf ihre darin zu erfahrenen Traumerlebnisse einstimmen mussten. Es gibt mehr als vierzig Inschriften aus der griechischen Antike, die darauf hinweisen, zumal jeder der in Epidauros und andernorts von seinen Leiden geheilt wurde, war verpflichtet seine dabei gemachten Erfahrungen aufzuzeichnen.

In ihren Träumen erlebten manche der Kranken da, wie die Schlange oder der Hund des Asklepios die entsprechend erkrankte Stelle ihres Körpers berührte. Wem so widerfuhr, der erwachte meist mit einer spontanen Heilung.

 

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Apollonios von Tyana und die Tradition der Pythagoreer

von S. Levent Oezkan

Apollonios von Tyana - ewigeweisheit.de

Im ersten Jahrhundert nach Christus lebte in Südanatolien ein Wundertäter und Philosoph, über dessen Leben, Wirken und Lehren es zu allen Zeiten größte Meinungsverschiedenheiten gab: Apollonios von Tyana.

Er war jedoch kein Philosoph im eigentlichen, heutigen Sinne des reinen Theoretikers: einer der die Weisheit zwar liebt, doch nicht lebt. Vielmehr bewegte sich Apollonios durch die Welt auf den Pfaden der alten Weisheitstradition der Pythagoreer. Ihr Ziel nämlich war es die Geheimnisse der Natur praktisch zu erforschen, als nur darüber nachzugrübeln.

Auf den Pfaden dieser alten pythagoreischen Tradition bewegte sich auch Apollonios von Tyana, der die Naturerfahrungen selbst erlebte und nicht etwa nur darüber las oder lediglich davon gehört hatte. Der Weg des Philosophen bestand für ihn in einem Leben, durch das der Mensch selbst zum Werkzeug der Erkenntnis wurde.

Was über Apollonios zu dieser Zeit bekannt war, stammte aus der Feder des Damis, einem seiner Schüler aus der mesopotamischen Stadt Ninive.

Etwa hundert Jahre nach dem legendenumwobenen Erscheinen Apollonios' im Süden Kleinasiens, sollte über ihn und sein Leben als Heiler, Magier und Wundertäter, im Auftrag der römischen Kaisergattin Julia Domna (160-217 n. Chr.) eine Lebensgeschichte geschrieben werden. In ihrer Gunst stand damals der griechische Gelehrte Flavius Philostratos (165-249 n. Chr.), dem Domna die in ihrem Besitz befindlichen Memoiren des Apollonios übergab. Sie bat Philostratos daraus eine romanhafte Biografie zu verfassen, worin Apollonios als Weiser mit übernatürlichen Fähigkeiten verherrlicht werden sollte. Domna war eben so fasziniert von dem was sie über diesen Wundermann wusste, dass sie ihn und seine Lehren, mit der Hilfe von Philostratos Schreibkünsten, im alten Rom zu Popularität verhelfen wollte.

Philostratos verwendete aber nicht allein was er von Julia Domna bekam, sondern begab sich selbst nach Tyana (heute im Süden der Türkei), wo er einen Tempel besuchte, der eben dem Kult des Apollonios geweiht war. Doch er begab sich auch an andere Orte der Alten Welt, wo man jenen Weisen hoch verehrte. Das waren zumeist Orte an denen man ihm sogar Tempel und heilige Schreine errichtet hatte.

Im Tempel des Heilergottes Asklepios

Die Geburt des heiligen Apollonios war begleitet von Wundern, wie wir aus Philostratos Biographie erfahren (deutscher Titel: »Das Leben des Apollonios von Tyana«). Er soll, so die Überlieferung, wie auch Jesus Christus von einer Jungfrau geboren worden sein und bereits als kleines Kind besaß Apollonios außergewöhnliche geistige Fähigkeiten.

Im Alter von 14 Jahren schickte ihn sein Vater in die Stadt Tarsus (heutige Türkei, Geburtsstadt des Heiligen Paulus), wo sich damals ein wichtiges Zentrum der Gelehrsamkeit befand. Nach zweijähriger Ausbildung dort kam er mit 16 Jahren ins etwa 70 km östlich davon gelegene, kilikische Aegeae, wo sich das Tempelheiligtum des Asklepios (griechischer Gott der Heilkunst) befand. Bald schon war er vertraut mit der Priesterschaft des Tempels. Dort sollte man ihn schließlich in die Mysterien der alten Weisheitstradition der Pythagoreer einweihen (die Schule der Pythagoreer entstand im 6. Jahrhundert v. Chr. im italienischen Samos).

Zumal die Götter alles wissen, glaube ich, dass jemand, der mit einem guten Gewissen den Tempel betritt, beten sollte: ‚Gebt mir, ihr Götter, was mir zusteht!‘

- Apollonios Predigten 1:11

Der Tempel des Asklepios in Aegae bildete auch eines der vielen Krankenhäuser im alten Griechenland. Was man damals dort jedoch als Heilkunst praktizierte, war etwas gänzlich Anderes als das, was man an Heilmethoden heute verwendet.

Pythagoras erklärte die Heilkunst zum Göttlichsten das wir haben. Wenn aber das Göttlichste die Heilkunst ist, müssen wir uns sowohl um die Seele als auch um den Körper kümmern. Denn sicherlich: Kein Lebewesen kann gesund sein, wenn es in Sachen seines höchsten Grundbestandteils krank ist.

- Apollonios 23. Brief: An Critton

Schon bald galt Apollonios in Aegae als bekannter Heiler, wo viele kranke Hilfesuchende zu ihm kamen, in der Hoffnung auf Genesung. Das sollte sich schnell herumsprechen und man hielt den jungen Mann damals für einen Heiligen, ja manche glaubten gar in Apollonios selbst dem Gott Asklepios begegnet zu sein.

Alle Kranken die sich in den Asklepios-Tempel begaben, um dort Hilfe und Gesundung zu finden, wurden durch die Priestersachaft zuerst besonderen Reinigungsritualen unterzogen. Daraufhin verbrachten sie die Nacht im Heiligtum, wo man ihnen in einem Tempelschlaf, Instruktionen für ihre Heilung  gab. Was der Kranke dann in seinen Träumen sah, wurde vom Priester gedeutet und dementsprechend durch seine Heilkünste zur Anwendung gebracht.

Dieser heilsame Tempelschlaf lag der Tatsache zugrunde, dass die Priester eben wussten, dass Weisheit und Heilkunst in innigem Zusammenhang mit der Gesundheit stehen. Dem heutigen Durchschnittsmenschen scheinen solche Erfahrungen anscheinend abhanden gekommen zu sein. Schließlich berühren seinen Geist nur immer neue Informationen, wovon auch nur wenige ihn zu echtem, brauchbarem und nachhaltigem Wissen führen – von Weisheit ganz zu schweigen. Es fehlt den meisten unter uns heute schlicht die Zeit, sich auf Wege zu begeben, die zur Weisheit führen. Und doch plagt viele Langeweile, wenn sie einmal Zeit haben und sie keinen »Zeit-Vertreib« finden.

Das Leben ist (zu) kurz für den Menschen dem es gut geht, doch für den Unglücklichen ist es (unerträglich) lang.

- Apollonios 95. Brief: An Cornelianus

Asketentum und Wanderschaft

Nach dieser Zeit in Aegeae entschied Apollonios für sich eine Zeit des Schweigens, strenger Askese und Enthaltsamkeit. Über fünf Jahre durchquerte er ganz Anatolien und begab sich da an sehr viele wichtige Orte, wo man einst Menschen in die uralten Weisheiten eingeweiht hatte.

Die ganze Welt ist mein und sie wurde mir überlassen, um sie zu durchreisen

- Apollonios Predigten 1:21

Sein damaliges Üben in Abstinenz vom Weltlichen, geschah ganz im Sinne der alten Schule des Pythagoras. Nämlich auch die Pythagoreer enthielten sich dem Genuss von Wein, blieben unverheiratet, und aßen kein Fleisch. Wie sie verurteilte auch Apollonios die Opferung von Tieren im Namen der Gottheit. Für die armen Menschen von damals aber, waren die Opferungen die Zeitpunkte, wo sie überhaupt Fleisch aßen. Die Priester der Dörfer waren damals darum immer auch Fleischer und die Fleischer immer auch Priester gewesen.

Apollonios kleidete sich in ein einfaches Leinengewand und lief Barfuß. Wenn er Schuhe trug, dann niemals aus Tierhäuten, sondern aus Baumrinde. Er hatte langes Haar und trug einen Bart – ganz im Sinne dessen, wie es die Pythagoreer vor ihm hielten.

Der Zyklus der Wiedergeburten

Wenn wir seinem Biografen Philostratos Glauben schenken, erinnerte sich Apollonios an seine frühere Inkarnation. Wie auch die alten Pythagoreer, glaubte er an die Wiederkehr der Seele, die von einer in die nächste menschliche Verkörperung überwechselte. Gleichzeitig aber war ihm immer bewusst, dass das was jemand an seinen Tod denkend fürchtet, ebenso nur Schein ist, wie ebenso die Geburt seiner Seele, an die man sich in Gedanken ja nicht erinnern kann.

Nun gab es da einen seiner Schüler, Decimus Valerius Asiaticus Saturninus, der am frühen Tod seines Sohnes beinahe verzweifelt war. In einem Trostbrief schrieb er an Valerius:

Denn wenn sich der Übergang einer Sache aus der Wesensessenz in die Natur ereignet, so halten wir es für eine Geburt oder ein Werden, und ebenso glauben wir vom Tod, er sei das, was aus der Natur in die Essenz des Wesentlichen übergeht; obwohl in Wahrheit eine Sache weder entsteht noch vernichtet wird. Doch sie ist nur einmal sichtbar und nachher unsichtbar – erstere wegen ihrer stofflichen Dichte, letztere wegen der Leichtigkeit oder Flüchtigkeit ihres Wesens, das aber immer dasselbe bleibt und allein den Unterschieden von Bewegung und Zustand unterliegt.

- Apollonios 58. Brief: An Valerius

Für Apollonios gab es nichts, dass tatsächlich entsteht, um zu existieren oder zugrunde geht, um sich aufzulösen. Und ebenso verhielt es sich für ihn mit der Seele: Was nämlich während der Inkarnation in ein körperliches Menschsein eintrat und sich mit dem Tod wieder daraus (er)löste, galt ihm lediglich als ein Wechsel von Sichtbarwerden und Unsichtbarwerden.

Was ist, das war für Apollonios unentstanden und dabei gleichzeitig auch unvergänglich. Seiner Auffassung nach wird auch ein Kind nicht etwa von seinen Eltern geschaffen, sondern die Eltern sind bloß ein erforderliches Mittel, damit das Kind auf die Welt kommt. Der Tod aber sei nur ein Wechsel des Aufenthaltsortes der Seele. Aus diesem Grund sollte der Tod eben auch nicht beklagt, sondern geehrt werden.

Apollonios und die Religion

Durch die vielen Wunder, die Apollonios zu Lebzeiten vollbrachte, wie insbesondere seine Fähigkeit böse Geister zu bändigen, wurde er zu einer zentralen Gestalt der Bewunderung für jene, die seinerzeit die alt-paganen Kulte pflegten. Ihnen galt Apollonios damals gar als einer, den sie zum Rivalen des Weltlehrers Jesus Christus machten. Der nämlich wurde nicht von allen Gelehrten jener Zeit als solcher akzeptiert.

Bis ins 3. Jahrhundert n. Chr. hinein, kam es gar zu Konkurrenzkämpfen unter den Angehörigen und Vorstehern jener alten, damals gepflegten Religionstraditionen mit den Mitgliedern der noch jungen Christenheit. Wenn hier aber die Rede ist von »Religion«, ging es damals nicht mehr um ein esoterisches Wissen über die Geheimnisse der geistigen Welt, als eher ein angeordneter Glaube über das, was die jeweilige religiöse Autorität als solchen für richtig hielt. Nur wenig scheint sich daran bis heute geändert zu haben.

Für Apollonios war Religion nicht allein nur Glaube, sondern eine Wissenschaft. Alles erschien ihm in einem ständigen Wechsel der Dinge: Kulte und Riten, Religionen und Glauben waren für ihn eins, vorausgesetzt in ihnen wirkte ein rechtschaffener Geist des Wahren.

Es sollten sich in dieser Zeit gewaltige Kräfte im römischen Reich auch gegen das noch junge Christentum stellen. Kaum verwunderlich, wenn sich erste christliche Gemeinden in die Höhlen Kappadokiens vor ihren Verfolgern verbargen (etwa um das 1. Jahrhundert n. Chr.).

Zu jenen, die das damals noch junge Christentum nicht als Religion akzeptieren wollten, zählte auchg der Neuplatoniker Porphyrios (233-305). Ihm galt Apollonios als weitaus größerer Wundertäter als Jesus. Nicht etwa sah er Apollonios als einen auf Erden verkörperter Gott, wie die Christen den Jesus, sondern für ihn war er ein Mensch, der den Göttern jedoch lieb und teuer war. Er argumentierte darum gegen die Einzigartigkeit Jesu Christi als Weltlehrer und wies dabei hin auf Apollonios von Tyana. Auch andere versuchten Apollonios, als eine dem Jesus Christus überlegene Persönlichkeit darzustellen, wie etwa der römische Aristokrat Sossianus Hierokles (lebte um 300 n. Chr.). Dieser zählte sogar zu den größten und gefährlichsten Kritikern der Christen und machte damals Apollonios zur Leitgestalt für alle Gegner der Christenheit. Als Antwort darauf, fühlte sich der christliche Kirchenvater Eusebius von Caesarea (260-340 n. Chr.) dazu veranlasst, die außergewöhnlichen Taten Apollonios’ auf die Einwirkung dämonischer Mächte zurückzuführen.

Schon aber zu Lebzeiten Apollonios’ begannen einige damit, seine ganze Erscheinung in Frage zu stellen. Man verunglimpfte ihn als Scharlatan oder als einen, von Dämonen besessenen Schwarzmagier, wie etwa der Stoiker Euphrates von Tyros (35-118 n. Chr.). Apollonios’ Reaktion darauf aber:

Selbst der allweise Pythagoras zählte zur Klasse der Daimonen (Gottwesenheiten); du aber scheinst mir noch immer ganz fern zu sein von Philosophie und wahrer Wissenschaft, sonst nämlich würdest du den Namen dieses großartigen Menschen weder missbrauchen, noch jene hassen die zu seinen Anhängern zählen.

- Apollonios 50. Brief: An Euphrates

Solche und andere Unterstellungen und Anschuldigungen, die als Erinnerungen in den Köpfen der Menschen über Apollonios in den ersten Jahrhunderte nach seiner Zeit schwirrten, versuchte Philostratos mit seiner Apollonios-Biografie aus dem Weg zu räumen. Für ihn war dieser alte Weise von einst, ein von Gott inspirierter Prophet, der im Mittelpunkt stehen sollte dessen, was man heute als die Neupythagoreische Tradition bezeichnet. Apollonios nämlich versuchte die Lehren des Pythagoras zu erneuern, mit eben jenen Erfahrungen, die er während seiner Reisen nach Ägypten, Babylon und Indien zu neuen religiösen Sichtweisen untereinander verband und hierdurch den Pythagoreismus zu eben einer neuen Theosophie umbildete.

Epigramm zu Apollonios von Tyana - ewigeweisheit.de

Inschrift über Apollonios von Tyana (heute Adana-Museum Türkei, Foto: Quelle Wikimedia CC0).

In der Tat scheint Apollonios von Tyana, mit all dem was wir heute über ihn und sein Wirken wissen, kein gewöhnlicher Mensch gewesen zu sein. Wie sonst auch hätten ihm seine Verehrer Tempel und Schreine errichtet wollen?

Dieser Mann, nach (dem Lichtgott) Apollo benannt,
(einst) Aus Tyana hervorscheinte,
Löschte die Makel der Menschen aus.

Die Gruft Tyanas (empfing) seinen Leib,
In Wahrheit aber nahm ihn der Himmel auf,
Damit er (von dort aus) die Leiden der Menschen vertreibe.

 

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Interview mit Claudia Trauth: Heilerin, Rückführungstherapeutin, Kinesiologin, Freigeist

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Warum wird ein Mensch krank?

Geht man davon aus, dass Gesundheitsstörungen (ich bevorzuge dieses Wort statt Krankheiten) allein physischen Ursprungs sind (z. B. eine Wunde nach einem Unfall), so hieße das, den Menschen von seinen beiden anderen Körpern zu trennen. Doch wir bestehen nun mal aus drei Körpern – der physische, geistige und seelische Körper, und die lassen sich keinesfalls voneinander trennen! Gedanken und Emotionen lassen sich an unserem Körper ablesen, wie z. B. es beschleunigt sich unser Herzrhythmus, wenn wir Angst haben oder bestimmte Gefühle erleben oder wir bekommen Fieber, wenn wir erkältet sind (metaphysische Bedeutung: kalt zu sich selbst sein).

Die häufigsten Krankheits-UR-Sachen können sein:

  • „negative“ Haltungen (Über-Zeugungen, Glaubenssätze usw.)
  • „negative“ Emotionen (Hass, Rache u.a.)
  • Schuldgefühle
  • Durch eine Krankheit die Aufmerksamkeit anderer auf sich zu lenken (aufgehört, sich selbst zu lieben)

Die Übermacht unseres Ichs/Egos (bestimmt das Ego unser Leben, so können wir nicht sein wie wir wollen, wir verbauen uns unsere innersten Wünsche selbst und blockieren somit den Körperteil/Organ, durch den diese Wünsche zum Ausdruck gelangen können/wollen.

 

Gibt es noch andere Gründe?

Ja! Immer deutlicher dürfen wir erkennen, dass alles mit allem und jeder mit jedem vernetzt ist. Dies betrifft im Besonderen Familienmitglieder. In Familien ist die Vernetzung so stark, dass Familien wie eigenständige Lebewesen betrachtet werden können – also das Kraftfeld Familie. Woran kann man erkennen, dass das Familien-Kraftfeld eine entscheidende Rolle spielt?

  • Wenn es in der Familie ähnliche Krankheiten, Ängste oder Schicksale gibt
  • Wenn sich Bestimmtes über Generationen wiederholt

Und dann gibt es noch hinter der grobstofflichen Ebene feinstoffliche Ebenen und Wesen, welche einen wesentlichen Einfluss auf unser Leben und unsere Gesundheit haben. Ich werde oft von seelisch oder körperlich leidenden Menschen gerufen um nachzusehen, was bei ihnen oder in ihrem Haus los ist:

  • Menschen, die von verstorbenen Angehörigen belästigt werden
  • Kinder, die Angst haben, weil Geister umgehen
  • Menschen, die durch negatives Denken Dämonen kreieren
  • Uvm.

 

Wer kann wirklich helfen?

Um einen Heilungsprozess in Gang zu setzen ist es unausweichlich, sich anderen zu öffnen, sich gegenüber sich selbst zu öffnen und sich in erster Linie für Veränderungen und gegenüber der Liebe zu öffnen. Da jeder Mensch individuell ist, gibt es in der Tat viele verschiedene Ansätze, um eine optimale Gesundheit zu erreichen, die alle ihre Bedeutung haben. Wichtig ist, selbst zu verstehen was ich erlebe, und mir dabei von anderen auf deren jeweiligen Fachgebiet helfen zu lassen.

 

Vor 15 Jahren war der Begriff »Geistheiler« mal wieder in aller Munde.
Und heute?

Geistiges, energetisches Heilen ist eine uralte und dennoch moderne Heilmethode und bietet sich für ganzheitlich denkende und an ihrer Entwicklung interessierten Menschen an – zu allen Zeiten.

 

Gibt es unheilbare Krankheiten?

Alle Beschwerden und jede Krankheit lassen sich heilen, wenn ich zu Veränderungen bereit bin und einen neuen und positiven Blick auf jede Situation richte die ich erlebe – und mag es noch so schwer sein!

 

Krankheit als Weg?

Mir gefällt gut die Aussage von Rüdiger Dahlke, der sagt: hat ein Mensch einmal den Unterschied zwischen Krankheit und Symptom begriffen, so ändert sich schlagartig seine Grundhaltung und sein Umgang mit Krankheit. Er betrachtet nicht länger das Symptom als seinen großen Feind, dessen Bekämpfung und Vernichtung sein höchstes Ziel ist, sondern entdeckt im Symptom einen Partner, der ihm helfen kann, das ihm Fehlende zu finden und so das eigentliche Kranksein zu überwinden. Jetzt wird das Symptom zu einer Art Lehrer, der hilft, uns um unsere eigene Entwicklung und Bewusstwerdung zu kümmern, und der auch viel Strenge und Härte zeigen kann, wenn wir dieses, unser oberstes Gesetz missachten. Krankheit kennt nur ein Ziel: uns heil werden zu lassen.

 

Frauenkrankheiten und Männerkrankheiten: Welche grundsätzlichen Unterschiede gibt es?

Männer und Frauen sind grundsätzlich verschieden, ganz abgesehen von der metaphysischen Ursache für eine Gesundheitsstörung, und das ist inzwischen auch wissenschaftlich erwiesen.

Ein mythologischer Aspekt: Die Menses symbolisiert die Verletzung der zerrissenen Einheit von Mann und Frau. In der griechischen Mythologie wird diese Einheit als Kugel beschrieben, die in Mann und Frau geteilt wurde. Die Aufgabe sich wieder zu finden, ist mit schmerzhaften Erfahrungen verbunden, die sich z. B. im Ablauf der Menses und im Menstruationsschmerz der Frau zeigen. Die Erfahrungsmuster von Männern und Frauen sind gewöhnlich sehr unterschiedlich, sodass es im Kontakt miteinander zu Verletzungen und Missverständnissen kommt.

 

Haben Krankheiten auch, was sich vielleicht als Vorteil bewerten ließe?

Die Tatsache, dass wir die Ursache eines Leidens „aufdecken“, bringt uns dazu uns loszulösen und somit aus der „Opferhaltung“ zu kommen – in dem Sinne, in dem wir eine Krankheit positiv betrachten und uns somit von dem negativen Einfluss befreien.

 

Gibt es immer Beweggründe, auch wieder gesund werden zu wollen?

Wir sollten uns glücklich schätzen, wenn wir die Ursache unserer Leiden wissen, denn dann stellen sich fast zwingend die wichtigsten Fragen des Lebens:

  • Wer bin ich?
  • Was ist der Sinn meines Lebens?
  • Wo komme ich her?
  • Wo gehe ich hin?

 

Was können wir von Krankheiten lernen?

Jede Krankheit hat einen Sinn und ein Ziel! Wichtig ist, dass Muster bzw. die WIRKLICHE URSACHE dahinter zu erkennen, und dafür muss die seelische Ebene unbedingt beachtet und bearbeitet werden!

 

Krankheit erleben und die dabei gemachten Erfahrungen: Lassen sie sich nutzbar machen für einen selbst und auch für andere?

Krankheiten zu erleben bedeutet immer eine persönliche Entwicklung bzw. sich im weiteren Sinne seiner geistigen Entwicklung bewusst zu werden. Und dann tut sich vage die Erkenntnis auf, dass sich alle Krankheiten als Mangel an Liebe erklären lassen. Liebe sei die einzige Heilkundige, heißt es. In der Tat kann die Liebe Türen auftun, damit Heilung stattfinden kann – diese Erfahrung verändert nicht nur mich als Betroffenen, und nicht nur das gesamte Umfeld, sondern das gesamte Universum!

Wahre Therapie ist eine Tat der Liebe, und die muss gefühlt werden!

 

Führt eine Krankheit manchmal auf einen neuen Lebensweg?

Immer!

 

Webseite von Claudia Trauth:

www.energiezentrum-kandel.de

Ursprung von Krankheit und Medizin gemäß den Überlieferungen der Cherokee-Schamanen

von S. Levent Oezkan

Cherokee - ewigeweisheit.de

In alter Zeit konnten alle Vierbeiner, Vögel, Fische und Insekten sprechen, so dass sie die Menschen verstanden. Damals waren sie mit den Tieren verbrüdert. Im Laufe der Zeit aber vermehrten sich die Menschen so rapide, dass sie die ganze Erde besiedelten. Immer weniger Land blieb den Tieren. Die Menschen hatten Waffen erfunden und verdrängten die Tiere damit immer weiter.

Hinzu kam, dass die Menschen Pfeil und Bogen, Messer, Blasrohre und Speere erfanden und damit begannen die Tiere wegen ihrer Häute und Felle hinzumetzeln. Kleinere Tiere wie Frösche oder Würmer wurden aus reiner Unachtsamkeit totgetreten.

Darum beschlossen die Tiere gegen die Menschen vorzugehen, um für die Sicherheit ihrer Nachkommen zu sorgen.

Der Rat der Bären

Die Bären gründeten unter dem Vorsitz von Alter Weißer Bär einen heiligen Rat auf dem Berg Clingman's Dome in den Smoky-Mountains.

Man beklagte damals dass die Menschen ihre befreundeten Tiere mordeten, ihr Fleisch verschlangen und ihre Häute missbrauchten, um sich damit selbst zu bekleiden.

Nachdem alle Bären ihren Unmut darüber geäußert hatten, beschloss man einstimmig in den Krieg gegen das Menschengeschlecht zu ziehen.

Zuerst versuchten sie die selben Waffen herzustellen, wie sie auch die Menschen verwendeten. Doch sie sahen, dass diese Waffen nicht für sie geeignet waren. Die Bären begriffen gleich dass sie nur mit den eigenen Klauen und Reißzähnen die Menschen an ihrer weiteren Ausbreitung hindern konnten.

Alter Weißer Bär löste die Versammlung auf und die Bären liefen auseinander, zurück in ihre Jagdgründe der großen Wälder. Leider aber hatten sie nicht beschlossen, wie sie letztendlich gegen die Menschen vorgehen könnten. Hätten die Bären aber einen anderen Beschluss gefasst, wären die Menschen von nun an in Gefahr gewesen. Doch wie es scheint ahnte davon kein Mensch. Weiter wurden die Bären ermordet, ohne sie um Gnade zu bitten.

Der Rat der Hirsche

Als Nächstes versammelten sich die Hirsche, unter Vorsitz ihres Häuptlings Kleiner Hirsch. Er war schnell wie der Wind und keine der Waffen der Menschen konnte ihn verwunden.

Nachdem sich die Hirsche versammelt und beraten hatten kamen sie zu einem Beschluss: jeder Jäger der bei einem gejagten Tier nicht um Verzeihung bitten würde, ihn solle schlimmes Rheuma plagen. Hierzu entsandte der Rat der Hirsche jemanden, der die Menschen der nahegelegenen Indianersiedlung über ihren Beschluss unterrichtete:

Wann immer einer von euch einen der Hirsche töten muss, soll er danach den Geist des Getöteten um Sanftmut bitten. Nur so kann er sich mit dem Stamm der Hirsche wieder aussöhnen.

Wenn nun also ein indianischer Jäger einen Hirsch erlegte, sprang Kleiner Hirsch an jenen Ort, wo der Mensch Blut vergoss. Dort fragte er den Geist des Hirsches, ob sich der Jäger in einem Gebet beim erlegten Hirsch entschuldigte. War die Antwort des Tiergeists ein Ja, war alles in Ordnung und Kleiner Hirsch zog seines Weges. Wenn sich der Jäger aber undankbar entfernte, so verfolgte Kleiner Hirsch die Blutspur, bis er das Lager des Jägers fand. Als unsichtbarer Geist näherte er sich dann dem Menschen und schlug jenen gleichgültigen Jäger mit schlimmem Rheuma, sogar so leidig, dass dieser danach zu einem hilflosen Krüppel verkümmerte.

Ein kluger Jäger dem an seiner Gesundheit liegt, wird darum natürlich das gejagte Wild um Vergebung bitten. Doch es gibt manche, die das rechte Vergebungsritual nie geübt oder gelernt haben. Sie versuchen die Heimsuchung von Kleiner Hirsch damit zu umgehen, dass sie ihre Spur hinter sich durch Feuer beseitigen.

Der Rat der Fische und Reptilien

Als nächstes versammelten sich die Fische und Reptilien. Auch sie grollten gegen das Menschengeschlecht.

In ihrem Rat beschlossen sie, ihren Opfern schlimme Alpträume einzugeben. Nachts sollten in ihren Träumen Schlangen erscheinen, die an ihren Körpern entlangkriechen und sich nach und nach um ihre Glieder winden. Dann fänden sie sich in übelriechenden, schleimigen Pferchen eingeengt, wo man sie zwingt fauligen Fisch zu essen. Wer aber aus solch einem Alptraum erwachte, der würde seinen Appetit verlieren, allmählich krank werden und schließlich sterben.

Darum verschworen sich die Schlangen und Fische, den Menschen diese Alpträume durch die Magie ihrer bösen Geister einzugeben.

Der Rat der kleinen Tiere

Schließlich versammelten sich die Vögel, Insekten und andere kleine Tiere, darunter Frösche, Würmer und Käfer. Auch sie berieten sich aus ähnlichem Grund wie die Bären, Hirsche, Fische und Schlangen. Ihr Vorsteher war die Käferlarve.

Jeder der Anwesenden sollte nun seine Ansichten über die Menschen vortragen und entscheiden, ob man sie als Schuldige ansähe. Sieben stimmten den Menschen zu verurteilen. Wegen seiner Grausamkeit und Ungerechtigkeit gegen die anderen Tiere, sollten die Menschen mit dem Tode bestraft werden.

Zuerst sprach der Frosch:

Wir müssen dafür sorgen, etwas gegen die weitere Zunahme der menschlichen Bevölkerung zu tun. Denn wenn wir ihr keinen Einhalt gebieten, werden wir Tiere gänzlich von dieser Erde verdrängt. Der Mensch sagt, ich sei hässlich - und er tritt nach mir darum. Seht nur die Narben auf meinem Rücken.

Da zeigte er den Anwesenden seine Verletzungen.

Als nächstes trat der Vogel vor die Versammlung und sprach:

Der Mensch reißt mir das Gefieder vom Leibe und verbrennt mir die Zehen. Ein Jäger erschießt meine Artgenossen, spießt sie auf und brät sie über dem Feuer.

Auch andere Tiere stimmten dem zu.

Nur das Murmeltier hatte weniger kritische Worte für den Menschen übrig. Denn nur selten würde es der Mensch verletzen oder gar töten, denn es ist so klein, dass er an ihm kein Interesse hat. Das aber machte die anderen Tiere der Versammlung so wütend, dass sie über das Murmeltier herfielen und es mit ihren Zähnen und Klauen verstümmelten, damit es auch einen vernarbten Rücken bekomme.

Nun schmiedeten die Teilnehmer der Versammlung einen Plan. Jeder nannte eine Krankheit, die dem Menschen schaden und ihn töten solle. Jede neue Krankheit die eines der Tiere erfand wurde von der Käferlarve bejubelt. Die Liste der Krankheiten wurde immer länger und länger, bis eines der Tiere vorschlug, es sollten die Menstruationen der Menschenfrauen gelegentlich tödlich verlaufen. Damit aber war die Liste der Krankheiten beendet. Denn die Vorsteherin der Versammlung, die Käferlarve, war darüber so sehr entzückt, dass sie vor Dank aufsprang und schrie:

Ich bin so froh darüber das manche von ihnen sterben werden, denn manche von ihnen werden so fett, dass sie einfach auf mir herumtrampeln.

Doch da begann die Käferlarve zu taumeln und fiel Kopf über um und schaffte nicht mehr sich wieder aufzurichten. Von da an musste sie sich auf ihrem Bauch kriechen.

Damit scheiterte der Plan der Tiere, ihrer Liste immer neue Krankheiten hinzuzufügen. Wäre das nämlich geschehen, hätte es wohl die gesamte Menschheit ausgerottet.

Als die Pflanzen den Menschen zu Hilfe kamen

Die Pflanzen waren den Menschen gut gesonnen. Als sie von den üblen Machenschaften der Tiere erfuhren, beschlossen sie den Menschen zu helfen. Jeder Baum, Busch und jedes Kraut, selbst Gräser und Mose, beschlossen sich für einige der genannten Krankheiten, als Heilmittel zur Verfügung zu stellen.

Ich sollte dem Menschen eine Helferin sein, wenn er mich in seiner Not in Anspruch nehmen möchte.

So entstanden Heilkunde und Medizin. Jede der Pflanzen aber hat eine Verwendung für alle die Kenntnis ihrer Heilkräfte besitzen. Sie können sie als Heilmittel gegen den teuflischen Pakt der rachsüchtigen Tiere verwenden.

Selbst wenn ein Heiler nicht genau weiß wie er einen Kranken behandeln soll, kann er den Pflanzengeist anrufen, der ihm ein angemessenes pflanzliches Heilmittel zeigt.

 

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Das indianische Medizinrad: Symbol der Unversehrtheit

von S. Levent Oezkan

Medizinrad - ewigeweisheit.de

Die Symbolelemente des Medizinrades verbinden die essentiellen Wesensmerkmale von Himmel, Mensch und Erde. Aus den vielschichtigen Bedeutungen dieses heiligen Zeichens, lassen sich die Einflüsse der Himmelsbewegungen ebenso ablesen, wie auch die Effekte ganzheitlicher Heilweisen. So beschreibt das Medizinrad, als Symbol indianischer Religion, die Eigenarten der Stammesrituale und der Lebensführung eines jeden Menschen.

Die makrokosmische Bedeutung dieses Symbols, stellt das religiöse Wesen menschlichen Zusammenlebens dar, im Einklang mit der Natur, Erde und Himmel. In seiner mikrokosmischen Bedeutung, erklärt es die Harmonie der Lebensaspekte im Individuum.

Das Wort "Medizin" im Namen aber, erstreckt sich über einen weiteren Bedeutungshorizont, als wofür wir es in unserer Sprache verwenden. Im Medizinrad nämlich verbirgt sich ein tiefgehendes System, dass im Kontext innerer Spiritualität gesehen werden muss. Das heißt, es hilft nicht allein dem Menschen bei Heilungsvorgängen, sondern führt jemanden zu erleuchtenden Erkenntnissen und Erfahrungen.

Im Folgenden wollen wir uns zuerst mit den äußeren, himmlisch-irdischen Aspekten des Medizinrades befassen, wie später dann mit den in ihm symbolisierten, inneren, menschlichen Aspekten.

Awwakkulé: Die magischen Menschen des Kleinen Volkes

Zu Ehren des Sonnengottes, begingen die amerikanischen Ureinwohner ihre Jahresfeste. Im Mittsommer fand der heilige Sonnentanz statt, an dem neue Initianden in die Geheimnisse der Medizinrades eingeweiht wurden. Das Wissen zur Durchführung dieser Initiationsriten aber, erhielten die Medizinmänner und Häuptlinge von sagenhaften Menschenwesen: den Awwakkulé. So nennt man in der Sprache der Crow, das geheimnisvolle "Kleine Volk". In verschiedenen mündlichen Traditionen werden sie als elfenartige, zwergwüchsige Menschen beschrieben.

Lange bevor die europäischen Invasoren auf den amerikanischen Kontinent kamen, erzählten sich die Arapaho, die Lakota-Sioux, die Cheyenne und die Crow, Legenden von diesem sagenhaften Kleinen Volk. Sie, so heißt es, waren Heiler mit magischen Fähigkeiten, die über eine besondere Medizin verfügten.

Zwergenmumie von San Pedro

Die Zwergmumie von San Pedro: Einst Magierin der Awwakkulé?

Begegnungen mit den Geistzwergen

Ist die Legende von den Awwakkulé aber nichts als nur ein indianisches Märchen?
Archäologische Funde weisen anscheinend auf das Gegenteil hin: 1932 stießen Goldgräber, auf eine sehr gut erhaltene, etwa 40 cm große Mumie einer Frau, die einst Mitglied dieses sagenhaften Volkes war. Man fand den kunstvoll mumifizierten Körper in einer Höhle, in den Bergen von San Pedro, im amerikanischen Bundesstaat Wyoming.

Jenen außergewöhnlichen Menschen, begegneten Anfang des 19. Jhd. aber auch Forscher einer Expedition. Auf ihrer Reise in den Westen der heutigen USA, im Jahre 1804, trafen die Offiziere Meriwether Lewis und William Clark, Angehörige des Kleinen Volkes in der Nähe eines heiligen Ortes: dem Medizinberg. Wie Lewis in seinem Tagebuch vermerkte, waren die Menschen etwa 45 cm groß, trugen riesige Köpfe auf kurzen Hälsen. Ihre kleinen Körper hatten runde Bäuche, doch ihre Arme und Beine waren außergewöhnlich muskulös. Daher die Redewendung der Crow, jemand sei "stark wie ein Zwerg".

Diese eigenartigen Zwerge beobachteten die Eindringlinge sehr genau, waren jene doch auf dem Weg, in eigentlich ihr Territorium, worin sich der heilige Medizinberg befindet. Jeden aber der sich diesem heiligen Ort zu nähern versuchte, töteten sie mit giftigem Pfeil. Das klingt recht märchenhaft, scheint aber weit mehr als eine Legende zu sein. Lewis vermerkte in seinem Tagebuch nämlich, dass die Angehörigen der Stämme der Omaha, Otoe und Lakota-Sioux, das Kleine Volk aus Angst mieden und sich überhaupt nicht erst in die Region des Medizinberges bewegten. So erzählt etwa eine Lakota-Sioux-Legende, wie einst hunderte Krieger wegen des Kleinen Volkes ihr Leben verloren, als sie versuchten sich dem Berg-Heiligtum zu nähern.

In den Volkssagen der Crow sind die Angehörigen des Kleinen Volkes, Menschen mit magischen Heilfähigkeiten. Jedes Jahr brachten darum die Crow, dem Kleinen Volk Opfergaben dar, um sie milde zu stimmen. Man wusste nämlich, dass die Menschen des Kleinen Volkes, Segnungen auf einen Günstling der Crow übertragen und ihn in die Gesetze der spirituellen Welt einweihen konnten. Darum also begaben sich Stammesmitglieder der Crow dennoch in dieses Gebiet, wo sich ein steinernes Medizinrad befindet.

In den Höhlen unterhalb dieses Medizinrades, sollen schon seit mehr als 10.000 Jahren die Angehörigen des magischen Kleinen Volkes gelebt haben. Ihre unterirdische Wohnstatt war angeblich über einen Steinhaufen im Innern des Medizinrades zugänglich.

Vom geheimnisvollen Sinn der indianischen Steinkreise

Einer der ältesten Medizinrad-Steinkreise, befindet sich im kanadischen Majorville und ist archäologischer Schätzungen nach, mehr als 5.000 Jahre alt.
Wie bei diesem befinden sich im Zentrum aller anderen Medizinräder, aufgehäufte Felsbrocken. Diesen Mittelpunkt des Medizinrades umringen Steinkreise, die strahlenförmige Steinlegungen mit dem Zentrum verbinden.

Die alten Medizinräder wurden jedoch immer wieder nachkorrigiert, verschiebt sich der Punkt der Frühlingstagundnachtgleiche doch alle 72 Jahre um 1°. Das heißt, die horizontale Position des Sonnenaufgangs rückt ganz allmählich immer weiter nach Westen.

Auf Grundlage dieser und anderer astronomischer Fakten, erforschte man die Himmelsausrichtungen einiger Medizinräder Kanadas und der USA. Dabei fand man, dass der innere Steinhaufen, der Ausrichtung des Betrachters diente, über dem er den Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende beobachten konnte. Die Speichen der Medizinräder halfen dem Betrachter dann, kurz vor Sonnenaufgang, bestimmte Sterne am Horizont zu sehen. Sie waren, wie wir im Folgenden sehen werden, wichtig für die Bestimmung sakral günstiger Zeitpunkte.

Astrotheologische Bedeutung des Medizinrades

Ein verblüffendes Detail liefert das Medizinrad von Bighorn, im amerikanischen Bundesstaat Wyoming. Dieses, wohl aus dem 13. Jhd. stammende Steinmonument, befindet sich nahe eines 3.000 m hohen Gipfels.

Gemäß indianischer Tradition begaben und begeben sich auch heute noch, die Stammesangehörigen zum Medizinberg, um an diesem heiligen Ort zu beten, Visionen zu empfangen und so mit ihren Ahnengeistern Verbindung aufzunehmen. Der Steinhaufen in der Mitte des Medizinrades, diente auch als Opferplatz. So lag dort auch der Totenschädel eines Büffels, in Richtung des Sonnenaufganges.

Medizinrad – ewigeweisheit.de

Alte Fotografie des Medizinrades

Wegen seiner Höhenlage, ist das Bighorn-Medizinrad nur in der Sommerzeit, um die Jahresmitte zugänglich. Das sind die windstillsten Monate mit den längsten Sonnenstunden. Den Rest des Jahres bedecken das Medizinrad Eis und Schnee. Dann ist dieser Ort unzugänglich.

In der warmen Phase des Jahres, konnte man dort, kurz vor Sonnenaufgang, bestimmte Sterne am Horizont aufgehen sehen. Die Ausrichtung der Linien des Medizinrades deuteten damals auf die Positionen von vier Sternen: Formalhaut, Aldebaran, Rigel und Sirius – vier der hellsten Sterne am Himmel.

Was wollten die alten Medizinmänner daran ablesen?

Genau 28 Tage vor der Sommersonnenwende, ereignete sich der heliakische Aufgang des Sternes Formalhaut (den Aufgang eines Sterns nennt man heliakisch, wenn er am Horizont erscheint, kurz bevor er vom Licht des Sonnenaufgangs überstrahlt wird). Sein morgendliches Aufleuchten war ein wichtiges, astronomisches Zeitmaß, denn wenn nach dieser 28-tägigen Periode, kurz vor Sonennaufgang, dann der Stern Aldebaran am Morgenhimmel, über dem Horizont flimmerte, wusste man: in Kürze findet die Sommersonnenwende statt.

Weitere Himmelsmarker waren dann, wiederum 28 Tage später, der heliakische Aufgang des Rigel und weitere 28 Tage später, das heliakische Erscheinen des Hundssterns Sirius. Entsprechend dieser Perioden, die also jeweils 28 Tage dauern, etwa einen lunaren Monat, erbaute man das Bighorn-Medizinrad mit seinen 28 Speichen. Diese Zeitabschnitte von jeweils 28 Tagen, markierten einen sakralen Zeitpunkt, der für die Riten der Crow von Bedeutung war: das Fest des Sonnentanzes.

Skizze des Medizinrades – ewigeweisheit.de

Skizze der Positionen des Medizinrades:
A = Aufgangspunkt Aldebaran, B = Aufgangspunkt Rigel, C = Aufgangspunkt Sirius, D = Aufgangspunkt Formalhaut, E = Standpunkt des Beobachters des Sonnenaufgangs zur Sommersonnenwende, F = Beobachtungspunkt der heliakischen Aufgänge der vier Sterne, G = Zentrum des Steinkreises

Der Sonnentanz

Kehren wir noch einmal zurück zu den sagenhaften Awwakkulé. Sie spielten im Glauben der Crow, eine ganz zentrale Rolle. Von ihnen bekamen sie das spirituelle System, dass hinter der Sonnentanz-Zeremonie steht. Und dieser sakrale Tanz, so die indianischen Weisen der Crow, gehört zu den ältesten Zeremonien der Menschheit.

Um den Sonnentanz zu feiern, baute man die sogenannten Sonnenzelte, deren Runddach 28 strahlenförmige Zeltbalken zusammenhielten – ebenso wie die 28 Steinstrahlen des Medizinrades. In dessen Mitte befand sich die zentrale Zeltstütze. Hieran banden sich die Teilnehmer fest. Dieser Stamm in der Mitt des Zeltes war ein Symbol für die Weltachse, über die die Erde mit der Welt des Himmlisch-Göttlichen verbunden ist. Die 28 strahlenförmigen Dachbalken, standen für den Zyklus von Licht und Finsternis, wie ihn der Mond reflektiert. Auch sind sie ein Abbild des heiligen Büffels, dessen Brust 28 Rippen zusammenhalten. Der Büffel bedeutete den Indianer in alter Zeit sehr viel. Er gab Nahrung und Kleidung, man stellte aus seinem Gerippe Werkzeuge und Geräte her. Aus Dankbarkeit dafür verehrte man die Seelen dieser heiligen Tiere, als Geistwesen, da sie den Indianern alles gaben, was sie zum Überleben benötigten.

Heilige Rituale im Sonnenzelt

Die Sonnenzelte nun, baute man zu Ehren der Awwakkulé. Eines der Ratsmitglieder des Sonnentanzes, war selbst Mitglied der sagenhaften Awwakkulé, durch das den Teilnehmern die Visionen und geistigen Einsichten übertragen wurden. Auch wer als bester Tänzer auserkoren wurde, oblag dem Ratsmitglied der Awwakkulé.

Diese Zeremonie aber wurde vor allem zur Sommersonnenwende gefeiert und dauerte 28 Tage lang, die man mit vier sehr intensiven Tagen des Rituals beschloss. Die darin ausgeführten Zeremonien ähnelten auch jenen anderer Stämme und waren begleitet von Tänzen, Gesängen und Trommelmusik. Man betete, meditierte und fastete.

Manche der Teilnehmer empfingen Visionen in das Geheimnis des Todes. Jene Initiationserfahrung aber war nur den Anwärtern der Krieger vorbehalten. Für die anderen Mitglieder bestand die Sonnentanz-Zeremonie überwiegend aus Gebeten, die man für sich oder einen Verwandten ausübte. Auf anderer Ebene, diente das Sonnentanzfest vor Allem der Sippe und der Erde.

Im Glauben der Crow hoffte man durch den Sonnentanz, regenerierende Himmelskräfte auf die Erde zu führen und damit das irdische Treiben, jedes Jahr zur Sommersonnenwende neu zu beleben – war das doch die Phase, in dem die Tage des Jahres wieder kürzer wurden und die Mächte des Todes wieder Einzug in das Leben von Mensch und Natur nehmen.

Indianischer Sonnentanz – ewigeweisheit.de

Indianischer Sonnentanz: ein wichtiger Bestandteil der Tradition des Medizinrades.

Eine äußerst schmerzhafte Einweihungszeremonie

Im Sonnentanz trafen die Stammesangehörigen zusammen, um ihren Glauben zu festigen. Der Sonnentanz hatte also eine spirituelle und auch soziale Bedeutung. Traditionell waren es Männer, die am Sonnentanz teilnahmen. Durch die besonderen Rituale des Sonnentanzes erkannten sie die Wesensbeschaffenheit des Universums und des Übernatürlichen.

Man erbrachte Opfer, teils durch besonders schmerzhafte Selbstkasteiungen, um sich dabei an die Todesgrenze zu führen. In einer so gesteigerten Trance, empfingen die Tänzer besondere Visionen, woraus sie Antworten auf ihre Lebensfragen erhielten. Sie durchstachen dazu ihre Haut an verschiedenen Stellen, durchzogen sie mit Schnüren und ließen sich daran aufhängen. Ziel dieser absichtlich herbeigeführten Schmerzerfahrung, war, das Leid der Frauen während der Geburt zu erleben. Man wollte so das Geheimnis des Blutes und des Schmerzes ergründen, ohne Krieg führen zu müssen.

Medizinrad der Lakota – ewigeweisheit.de

Das Medizinrad der Lakota-Sioux.

Das Medizinrad der Lakota-Sioux

Dieses Medizinrad bildet ein Kreis, der ein Kreuz umringt. Grundlegend stellt dieses Symbol den Erdkreis und die vier Himmelsrichtungen dar: Osten, Norden, Westen und Süden. Zwar stehen sich die Himmelsrichtungen gegenüber, wodurch sich das innere Kreuz bildet, doch seine Enden sind dennoch miteinander verbunden; dafür steht der äußere Kreis. Das also sind die vier Dimensionen des Medizinrades.

Würde man dieses Medizinrad horizontal legen, wiese der Kreuzungspunkte der Ost-West- und der Nord-Süd-Linien, nach oben und nach unten: die fünfte und sechste Dimension. Jene Kreuzung aber ist das Zentrum und bildet damit eine siebte Dimension. Das Medizinrad repräsentiert die Dimensionen, deren harmonisches Zusammenwirken sowohl Lebenszyklen, als auch die menschliche Gesundheit begünstigen:

  • Die vier Himmelsrichtungen,
  • das himmlische Prinzip des Vaters,
  • das irdische Prinzip der Mutter und
  • der Zauberbaum, als Symbol des Weltenpols.

Heilung mit dem Medizinrad: spirituell, psychisch, körperlich, emotional

Im Folgenden nun, wollen wir uns mit den vier ersten Dimensionen des Medizinrades befassen. Ihnen teilte man die vier Farben Gelb, Weiß, Schwarz und Rot zu. Sie stehen für die vier alten Kontinente in der Welt, die einst den Urkontinent Atlantis umgaben und heute bekannt sind unter den Namen Asien, Europa, Afrika und Amerika. Wäre die Welt heute vollkommenen, strebten die Menschen dieser Kontinente danach, sich miteinander zu verbinden. Unglücklicherweise, scheint das gegenwärtig jedoch nur schwer möglich zu sein.

Die Medizinmänner der Lakota-Sioux sagen, dass wir aus den vier Himmelsrichtungen heilige Gaben des großen Geistes (Gott) bekommen - in Form der vier Elemente Feuer, Wind, Wasser und Erde. Da nun jede dieser Himmelsachsen durch den Erdkreis miteinander verbunden sind, führen Ungleichgewichte im Süden (zum Beispiel Abholzung der Regenwälder, Störung des Erdelements) zu Ungleichgewichten im Norden (wie durch Stürme, sich als Störung des Windelements auswirkend). Und was sich im Großen abspielt, ähnelt auch dem, was im Leben eines Menschen vor sich geht: wer unter Depressionen leidet (Süden), dessen Denken (Norden) ist verwirrt.

Anmerkung:
Weiter unten im Text befindet sich eine Tabelle. Darin finden Sie die Zuordnungen der vier Himmelsrichtungen zu verschiedener Ebenen des Medizinrades. Wenn nun hinter einem Begriff oder Konzept, in Klammern eine Himmelsrichtung steht, soll Ihnen dass dabei helfen, in der Zuordnungstabelle Entsprechungen zu finden.

Das Wort Medizin im Namen dieses Symbols, steht für das menschliche Sein. Aus dem Osten strömt dem Menschen seine spirituelle Fähigkeit zu, aus dem Norden sein Intellekt, aus dem West seine Körperlichkeit und aus dem Süden seine Emotionen.

Kommt es zu einem Ungleichgewicht im Medizinrad, wird ein Mensch krank. Bei den Lakota-Sioux helfen die Medizinmänner, diese Disharmonien auszugleichen und beherrschen die große Fähigkeit, alle vier Aspekte im Gesamtzusammenhang zu betrachten und Menschen zu helfen wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Sie "entfernen" keine Krankheiten, wie es in der modernen Medizin der Fall ist, sondern helfen dem Betroffenen, seinen Symptomen entsprechend, sich aus sich selbst heraus zu heilen. So spielt der Kranke seine eigene Rolle im Heilungsprozess.

Noch immer versucht die moderne Medizin, diese verschiedenen Dimensionen menschlichen Daseins, voneinander zu trennen. Der Mensch aber steht eigentlich im Zentrum des Medizinrades und ist für die Wirkungen, die ihm aus den vier Himmelsrichtungen zuströmen, selbst verantwortlich. Dennoch glauben die meisten, dass sich andere um diese göttlichen Gaben kümmern müssen. Sie brauchen dann einen Priester oder Guru, der ihnen ihre Spiritualität (Osten) liefern soll. Das heißt natürlich nicht, dass wir nicht durch einen spirituellen Lehrer schneller ans Ziel kämen, als alleine. Eher soll auf die Passivität vieler Menschen hingewiesen werden, die vollkommen von ihrer spirituellen Kraftquelle abgeschnitten sind und auch nicht glauben, dass Spiritualität zuerst in ihnen selbst empfunden werden kann.
Für psychische Probleme (Norden) ist ein Therapeut wichtig. Natürlich kann er einem helfen, die eigenen Probleme selbst zu lösen. Was aber die westliche Medizin, zumindest mir vermittelt, ist, dass man zu jemandem geht, der einem ein Problem entfernt. Aus diesem Grund wird in der Chirurgie auch viel operiert und herausgeschnitten. Es scheint einfach an Zeit zu fehlen, die Ursachen der Unausgewogenheiten im individuellen Medizinrad zu erkennen. Wem das aber gelingt, kann Mangelerscheinungen durch die eigenen Stärken harmonisieren und ins Gleichgewicht zu bringen. Voraussetzung dafür aber ist die Kenntnis der eigenen Stärken. Heutzutage sind die meisten Menschen jedoch mit allem anderen beschäftigt, haben sich und ihr innerstes Wesen aber anscheinend vergessen.

Wer körperliche Beschwerden hat (Westen) geht einfach zu einem Arzt, der einem zum Beispiel etwas gibt, dass man einnimmt – ein Mittel aus dem Außen, dass das innere Problem beseitigen muss.
Man sollte aber vorsichtig sein, einfach nur die Schulmedizin als negativ abzustempeln, was in der alternativen Heilerszene viel zu häufig geschieht. Chirurgie und Allopathie einfach zu verteufeln, ist sicherlich ein falscher Weg. Denn beide gehören zum physischen Aspekt (Westen) des Medizinrades und erfüllen durchaus ihren Sinn.

Es sind eben alle vier Aspekte des Medizinrades untereinander verbunden und weisen ganz deutlich auf das oben angedeutete Problem: die meisten Menschen fühlen sich als Opfer äußerer Umstände, da sie nicht mehr über die zeitlichen, mentalen oder emotionalen Kapazitäten verfügen, um in sich, nach den Ursachen ihrer Probleme zu suchen.
Denn auch was unsere Emotionen angeht (Süden), dafür scheinen die meisten Menschen, am liebsten ihre Freunde und Familienangehörigen verantwortlich zu machen. Steht man dann nicht vollkommen unter der Kontrolle seiner Außenwelt?

So bleibt jemand unfähig alle vier Aspekte seines Daseins zu kontrollieren. Wie auch sollte er etwas in Griff bekommen, hat er doch für jeden Aspekt andere Menschen, die sich darum kümmern. Wer aber lernt, sich selbst im Zentrum seines individuellen Medizinrades zu sehen, kontrolliert diese vier Aspekte von innen heraus und wirt dabei gleichzeitig auch positiv auf seine Umwelt.

Wer den Glauben verloren hat, findet ihn wieder im Gebet. Wer nervös, verwirrt oder ängstlich ist, dem wird Meditation helfen. Einen kranken Körper und emotionale Probleme können Pflanzen heilen.

Das Medizinrad und die Kreisläufe des Lebens

Viele von uns haben bereits die Erfahrung gemacht, dass sich geistig-nervliche Belastungen (Norden) negativ auf unser körperliches Befinden (Westen) auswirken, während körperliche Beschwerden auf die Dauer emotionale Depressionen (Süden) begünstigen (zum Beispiel bei Übergewicht). Doch wenn ein Mensch weiß, dass die vier Aspekte seines Daseins alle miteinander verbunden sind, kann er sich selbst helfen und mit einem dieser Aspekte, der am stärksten ausgeprägt ist, zur Harmonisierung der anderen Aspekte beitragen. Somit könnte eine spirituelle Ausrichtung (Osten) zur Harmonisierung des intellektuellen, emotionalen und körperlichen Wohlbefindens beitragen. Das diese Annahme berechtigt ist, zeigt uns etwa die Tatsache, dass Menschen, die sehr krank sind oder im Krankenhaus liegen, sich plötzlich öffnen und nach Rat eines Priesters suchen.

Alle vier Aspekte des Medizinrades sind also miteinander verbunden und wirken aufeinander.

Unsere Werte (Osten) sind der Maßstab für unsere Entscheidungen (Norden). Sie wiederum realisieren wir in unseren Handlungen (Westen), die uns zu bestimmten Reaktionen (Süden) bringen, woraus unsere Emotionen entstehen. Diese wiederum bestätigen oder erübrigen die Bedeutung unserer Werte (Osten). Damit schließt sich der Kreis und beginnt von Neuem. Verwenden wir also die Qualitäten, die uns aus den vier Himmelsrichtungen zuströmen auf diese, kreisläufige Weise, können wir jeder Zeit damit beginnen, unser Leben zu verändern und auch zu etwas Besserem zu führen.

Es scheint also, als wurzelte alles was wir tun, in unserer Spiritualität – dem was im Medizinrad dem Ort der aufgehenden Sonne entspricht: dem Osten. Alle Entscheidungen (Norden) die wir treffen, unsere Handlungen (Westen) und Reaktionen (Süden), entspringen unserem Wertesystem (Osten) – sei es religiös oder säkular, traditionell oder modern. Genau darum sprechen die Stammesältesten der Lakota-Sioux, von der Heiligkeit unseres Lebens und der eigentlichen Spiritualität, der all unsere Handlungen zu Grunde liegen. Sie sagen, dass wir auf unsere Gefühle hören sollten, stets unserer Werte bewusst. Damit stärken wir unsere Fähigkeit, richtige Entscheidungen zu treffen und ihnen gemäß, rechtschaffen zu handeln. So werden wir in uns selbst und in unserer Umwelt Harmonie vorfinden und zum Wohle allen Lebens beitragen.

  Rot Weiß Gelb Schwarz
Richtung Süden Norden Osten Westen
Kontinent Amerika Europa Asien Afrika
Tageszeit Mittag Mitternacht Morgen Abend
Jahreszeit Sommer Winter Frühling Herbst
Lebenszeit Jugend Alter Geburt Tod
Elemente Erde Wind Feuer Wasser
Krafttier Wolf Bison Adler Bär
Kraftpflanze Mariengras Zeder Tabak Salbei
Symbole Herz Geist Seele Leib
Empfinden Emotional Intellektuell Spirituell Körperlich
Verhalten Reaktionen Entscheidungen Werte Aktionen
Handlung Geben Empfangen Bestimmen Halten
Typus Lehrer Krieger Seher Heiler
Tugend Großzügigkeit Tapferkeit Weisheit Seelenstärke

Die mündliche Geheim-Tradition

Wir hatten uns im Verlauf dieses Textes nun mit den Wissensaspekten beschäftigt, die über das Medizinrad bekannt sind. Das magische Bild, dass die Symbolik des Medizinrades auf makrokosmischer, wie auf mikrokosmischer Ebene projiziert, zeigt ganz deutlich seinen universalen Sinngehalt. Sicher aber finden sich in den mündlichen Traditionen der noch heute lebenden Indianer, viele weitere Aspekte dieses heiligen Symbols, die für uns aber leider verborgen bleiben und vielleicht nur den Eingeweihten von Mund zu Ohr übermittelt werden.

Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass solch verborgenes Wissen ganz und gar nicht kompliziert sein muss, wie vielleicht manche glauben mögen. Naheliegend erscheint mir deshalb, dass es in einer mündlichen Tradition, um die Vollendung des hier vorgestellten Systems gehen könnte.

Wir sprachen ja über die verschiedenen Ebenen, die sich nach vier Himmelsrichtungen hin ausbreiten (siehe Tabelle). Was sich jedoch ausbreitet, hat einen Ursprung und bildet die Mitte. Sie ist die fünfte Himmelsrichtung im Medizinrad. Es ist eine polare Größe in der Welt: die kosmische Senkrechte. Sie durchstrahlt die unveränderlichen Wesensmittelpunkte von Himmel, Mensch und Erde. Auf der Erde repräsentiert sie die Polachse, um die sich unser Heimatplanet ununterbrochen dreht. Von der Himmelsmitte aus, erstrahlt das Licht ihres astralen Repräsentanten, ausgehend vom Hauptstern der himmlischen Konstellation des Kleinen Bären: Polaris.

Und so wie diese kosmische Senkrechte, als Weltachse Himmel und Erde durchragt, berührt ihr Strahl auch das Herz des Menschen. Dieses große Geheimnis erfahrend, wünscht sich der Initiand sein Leben mit den zyklischen Gesetzen dieser kosmischen Größen in Einklang zu bringen. Damit symbolisiert das Medizinrad den Weg des Herzens, auf dem einer zum ursprünglichen, wahren Menschsein zurückfinden kann.

Die besondere Struktur des Medizinrades ist, wie wir sehen konnten, universal, denn seit jeher verwendeten es die indianischen Weisen als Bestimmungsmittel für sakrale Zeitpunkte, Orte und Begebenheiten – zum Heil der Erde und der auf ihr lebenden Menschen. Daher vielleicht die Aussage mancher indianischer Weiser, dass das Medizinrad durch den Sonnengott vom Himmel auf die Erde kam. Schließlich bilden sich seine Symbolelemente (Kreuz, Pol und Kreis) ja genau dem kosmischen Tanz von Sonne und Erde entsprechend.

Wie wir sehen konnten, ist das Medizinrad ein universales Symbol zur Harmonisierung der Natur, eines Volkes und seiner Menschen. Seit bereits über 10.000 Jahren wird das Symbol darum zu diesen Zwecken verwendet. Wer also den Anweisungen folgt, die sich aus seiner Symbolik ablesen lassen, wird dazu befähigt, sein Leben zu Harmonie und Gleichgewicht zu führen.

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Heilkraft aus der Geistigen Welt

von S. Levent Oezkan

Heilkraft aus der Geistigen Welt - ewigeweisheit.de

Überall auf der Welt gibt es Berichte über Heilungen, die an Wunder grenzen. Die Gesetze aber, die hinter solchen Erfolgen stehen, sind noch immer nicht vollends erforscht. Ganz gleich wer aber Heilung erfahren hat oder geben will: Er braucht Zuversicht, dass es Heilkräfte gibt, die darauf warten über ihm als Hilfesuchendem zu verströmen. Wer an höhere Geistformen glaubt, dem werden sie sich zeigen, um Nöte zu beseitigen und Heilbedürftigen zu helfen.

Gewissheit über die Möglichkeit der Heilung, eröffnet bei der Übertragung von Heilkräften geistige Kanäle. Wer mit einer intuitiven Veranlagung begabt ist, der kann sich von den hier wirkenden Geistwesen leiten lassen. So jemand kann auch anderen Menschen helfen. Es sind besonders geartete Heilkräfte von höheren, spirituellen Wesen, die auch Priestern, Therapeuten, Ärzten und Chirurgen behilflich sind. Sie kommen aus einem Bereich unserer Welt, wo es praktisch keine Begrenzungen gibt, da dort der Geist durch nichts verwirrt wird und keine Materie den Fluss von Energie behindert. Da diese Wesen nur existieren, um den göttlichen Weltprozess zu erfüllen, sind sie der Inbegriff des Mitgefühl mit allem Lebenden.

In der westlichen Tradition nennt man sie Engel, im Osten sind es die Devas. 

Heileffekte englischer Kraft

Englisch nennt man, was von den Engeln ausgeht, was aus der überirdischen Welt der himmlischen Heerscharen stammt. Zwei Effekte werden durch die Heilkraft der Engel bedient: zum einen bekommen all jene von ihnen geistigen Aufschwung, die von einem schweren Schicksalsschlag getroffen, schier unbeweglich festsitzen oder die ihre Opferhaltung gefangen hält. Zweitens soll damit jenen Linderung verschafft werden, die unter verschiedenen körperlichen Gebrechen leiden.

Die Heilkräfte der Geistwesen werden an einen sakral vorbereiteten Ort eingeladen. Es muss hier nicht auf die Details einer rituellen Raum-Reinigung eingegangen werden. Sicher aber ist, dass derjenige, der mit der englischen Welt Kontakt aufnehmen will, dann besonders empfänglich ist, wenn er einer spirituellen Tradition folgt. Jede religiöse Tradition hat ihre Wege und Mittel einen Ort sakral vorzubereiten - sei es das Sprechen der Sure Fatiha im Islam, das Vaterunser oder Herz-Jesugebet der Christen, das jüdische Sch'ma Israel oder das Om Mani Padme Hum der Buddhisten.

Gewiss auch ist eine ernsthafte Haltung angebracht, wenn man Engel oder Devas in einen Kreis von Menschen einlädt. Es wird der Heiltätigkeit damit eine gewisse Würde verliehen.

Gott heilt

In der westlichen spirituellen Tradition gilt der Name Raphael als Inbegriff geistiger Heiltätigkeit. Über diesen Erzengel erfahren wir aus dem Buch Tobit, einer apokryphen Schrift der hebräischen Tradition (um 2. Jhd. n. Chr.).

Das Buch Tobit erzählt von einem frommen und gerechten Mann namens Tobit, der mit seiner Familie im Exil lebte, am Tigris, im mesopotamischen Ninive. Der Name der Stadt ist aramäisch und bedeutet "Ort des Fischs", denn einst verehrte man hier den Fischgott Dagon.

Tobit war erfüllt von der Liebe zu seinen Nächsten. Trotzdem sah er sich Anfeindungen ausgesetzt und verlor unverschuldet sein Augenlicht. Die Ursache für seine Blindheit war sein unermüdlicher und mutiger Einsatz für das Begräbnis der Verstorbenen. Als er aber erblindete, verzweifelte er und sehnte sich nach dem Tod:

Lass meinen Geist von mir scheiden; lass mich sterben und zu Staub werden! Es ist besser für mich, tot zu sein als zu leben.

- Tobit 3:6

Auch erzählt das Buch Tobit von einer Frau namens Sara, der Tochter des Raguël, eines Verwandten Tobits. Auch sie war betrübt und sehnte sich nach dem Tod:

Nun aber, Herr, habe ich meine Augen und mein Gesicht dir zugewandt. Lass mich von dieser Erde scheiden

- Tobit 3:12-13

Sieben Männer verlobten sich nacheinander mit Sara. Jeder von ihnen aber verstarb im Brautgemach, durch den Fluch eines Dämons, der die junge Frau liebte: Aschmodai (aus dem Avestischen "Dämon des Zorns", aēschma, "Zorn" und daēva, "Dämon"). Aus Eifersucht tötete er jeden Mann der Sara zu nahe kam. Wie also Tobit, war auch Sara unverschuldet den Anfeindungen ihrer Mitmenschen ausgesetzt. Schließlich fragten sie sich, wieso all die jungen Männer in ihren Armen sterben mussten.

Was immer man über diese außerbiblische Legende denken mag: auch in unserem Leben führen Eifersucht, Ärger, Zorn und Hass, zum Entstehen von Krankheiten. Wen Groll und Kummer plagen, dessen verzerrtes Denken stört sein seelisches Gleichgewicht. Durch den damit einhergehenden, vielleicht ungesunden Lebenswandel aber, wirkt sich das auch auf die Zellen des Körpers aus. Darin liegt die tiefere Bedeutung jenes Dämons Aschmodai, der Tobit und Sara plagt. Man kann in Aschmodai eine Metapher sehen, für geistige Verwirrtheit, Zorn und böses Denken.

Erzengel Raphael und Tobias – ewigeweisheit.de

Tobias und der Engel - Gemälde des florentinischen Malers Filippino Lippi (1475-1480).

Tobias und der Erzengel Raphael

Die Geschichte aus dem Buch Tobit erzählt vom Erzengel Raphael. Den sandte Gott dem jungen Tobias (hebr. "Der Herr ist gütig") als Reisebegleiter und Berater. Tobias war der Sohn Tobits. Er wurde von seinem Vater zu Raguël gesandt, dem Vater Saras. Von ihm sollte Tobit eine Schuld eintreiben, die Tobit und seine Familie dringend für ihren Lebensunterhalt brauchten. Auf dem Weg zu Raguël begegnete ihm der Erzengel. Tobias aber wusste nicht, dass der freundliche Mann Raphael war. Ohne Raphaels Begleitung wäre Tobias einer Reihe von Gefahren ausgesetzt gewesen und hätte sein Ziel wohl nie erreicht.

Und der junge Tobias zog dahin und der Engel mit ihm, und sein Hund lief hinterher und machte sich mit ihnen auf die Reise. So zogen die beiden hinaus, und als die Nacht über sie hereinbrach, nächtigten sie am Fluss Tigris. Und Tobias stieg zum Fluss Tigris hinab, um seine Füße zu waschen; und siehe, ein großer Fisch schoss aus dem Wasser heraus und wollte den Fuß des Jungen verschlingen. Da schrie er laut. Und der Engel sagte zu ihm: Pack den Fisch und zieh ihn heraus! Und der Junge packte den Fisch und zog ihn aufs Land. Da sagte der Engel zu ihm: "Nimm den Fisch aus und behalte das Herz, die Galle und die Leber; die Eingeweide aber wirf weg. Denn Galle, Herz und Leber sind sehr gut als Arznei." Und Tobias nahm den Fisch aus und legte Galle, Herz und Leber beiseite. Den Fisch aber briet er und aß davon. Er ließ etwas übrig und legte es in Salz ein. Und die beiden zogen zusammen weiter, bis sie in die Nähe Mediens kamen. Da fragte Tobias den Engel: "Bruder Asarja, was für eine Arznei ist im Herzen und in der Leber des Fisches und in seiner Galle?" Und er antwortete ihm: "Wenn ein Mann oder eine Frau mit einem Dämon oder einem bösen Geist geschlagen ist, lass das Herz und die Leber des Fisches in Rauch aufgehen. Dann wird jede Plage von ihnen fliehen, und alle bösen Geister werden ihnen in Ewigkeit nicht schaden. Die Galle aber streiche auf die Augen eines Menschen, die mit weißen Flecken befallen sind; dann hauche gegen sie auf die weißen Flecken, und die Augen werden geheilt."

- Tobit 6:2-9

Als Tobias der schönen Sara begegnete, verliebten sich die beiden. Doch lauerte ihnen schon der eifersüchtige Aschmodai auf. Darum gebot Raphael dem jungen Tobias vor Betreten des Brautgemachs eine Fischleber und ein Fischherz zu verbrennen - der Geruch sollte den Dämon vertreiben. Und so geschah es: Aschmodai floh nach Ägypten, wo ihn ein anderer Engel gefangen nahm und fesselte. So wurde das Böse eingedämmt und Tobias blieb in der Hochzeitsnacht am Leben. Sara wurde von ihrer Besessenheit befreit und der Erzengel Raphael gab dem Tobias ein Heilmittel, dass seinen Vater wieder sehend machte: Der Engel riet ihm, seinem Vater die Galle des Fisches auf die blinden Augen zu streichen. So konnte Tobit wieder sehen.

Damit wurde aus dem Unglück des Tobit und der Sara, am Ende nun große Freude und Glück. Beide wandten sich inniglich zu Gott.

Glaube als Gewissheit

Man benötigt keine großartigen Ausbildungen und Schulungen, um selbst einen Menschen zu heilen. Was man braucht ist ein fester Glaube. In unserem teils materialistisch geprägten Zeitalter, verstehen viele Menschen unter "Glauben" eher so etwas wie ein Hoffen oder Vermuten. Ein ernst gemeintes Flehen aber, dass direkt an die himmlische Welt gerichtet wird, kann Gutes bewirken.

Bekenne einer dem andern seine Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.

- Jakobus 5:6

Als man den schweizerischen Psychologen C. G. Jung einst in einem Fernsehinterview fragte, ob er an Gott glaubt, gab er eine interessante, wenn auch nicht ganz unumstrittene Antwort:

Nein, ich glaube nicht. Ich weiß.

Wie dem auch sei, war sein Glaube aber aus einer absoluten Gewissheit geboren. Ein jeder Mensch vermag solch eine Gewissheit in sich zu erzeugen. Dabei bildet Hoffnung das Fundament des Glaubens, auf dem sich das Heim unerschütterlicher Zuversicht errichten lässt. Über der Hoffnung aber noch steht die Tat, die darin besteht, tatsächlich auch als "Gläubiger" im Gebet zu handeln. Gebete werden erhört und von den Engeln zu Gott vorgetragen - vorausgesetzt, wir wissen, dass sich unser Heilbegehren auch erfüllt. Im Koran lesen wir dazu:

Ich erhöre die Bitte des Bittenden, wenn er mich bittet

- Sure 2:186

Wer Gewissheit erlangt, dass seine Heilbitte erhört wird, ganz gleich ob als Christ, Jude oder Muslim, oder als Mensch eines anderen Glaubens, der wird auch Heilung und Linderung erzielen können: für sich selbst oder einen anderen Menschen. Dazu ruft er die Heilkraft eines Engels an, wie jene des Raphael, oder spricht ein Bittgebet (im Islam genannt Dua). So jemand legt dem Kranken dann die Hände auf und, mit aller ihm aus der göttlichen Welt verliehenen Stärke, ergießt die kosmischen Heilkräfte über dem Hilfesuchenden. Das hat nichts mit Zauberei zu tun: allein der Glaube versetzt Berge.

Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer! und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass es geschehen würde, was er sagt, so wird's ihm geschehen, was er sagt.

- Markus 11:23

Was zählt ist die vom Glauben erfüllte Handlung an sich. Während des Handauflegens sollte die Haltung des Kranken voll Zuversicht zu dieser mächtigen Kraft sein. Vor allem er sollte glauben, dass Heilung möglich ist. Sein ganzes Wesen sollte sich den herabströmenden Einflüssen öffnen, so wie eine Blume ihren Kelch der Sonne öffnet. Beide, derjenige der die Hand auflegt und derjenige, der die Heilkräfte empfängt, sollte während dieses Vorganges, seine Gedanken allein auf das kosmische Zentrum richten - nennen wir es Gott, Allah oder "Pol kosmischer Güte". Umso mehr den Beteiligten das gelingt, umso mehr antworten die Tiefen seiner Natur auf die mitleidsvolle Gegenwart der Engel, Christi oder Allahs - und umso größer wird die Möglichkeit zur Heilung sein. So wird mit der geistigen Hilfe der englischen Welten, körperliche und seelische Heilung erzielt.

Auch wenn sich die betroffene Person in der Ferne befindet: man kann sich Engel oder Devas visualisieren, die friedvoll den Kranken umgeben und ihm Glück und Licht schenken.

Gesunden bedeutet Gedulden

Wir können nicht erwarten, dass augenblickliche Heilung erfolgt. Doch es ist möglich!

Jene "Wunderheilungen", über die sich materialistisch gesinnte Menschen lustig machen, sind nicht immer zu erwarten. Doch der Glaube daran, dass sie möglich sind, ist Voraussetzung, um tatsächlich Heilung zu erzielen.

Viele Legenden von Spontanheilungen durchziehen die christliche Bibel. Auch aus unserer Zeit gibt es Berichte von solchen Heilungen. Man denke etwa an die Heilquelle im französischen Lourdes, von wo man immer wieder von Heilungen berichtet. Dort sollen sich fast 7000 Heilungen ereignet haben, von denen die römisch-katholische Kirche 69 als Wunder anerkennt. Außergewöhnliche Heilungen können sich also durchaus ereignen. 

Wenn wir als Heilsuchende aber nocht nicht genügend mit diesen großen, kosmischen Heilkräften der Engelwelt vertraut sind, werden wir erstmal nicht in der Lage sein, die Erfolge mit Gewissheit vorauszusagen. Das bedeutet gleichzeitig aber nicht, dass sie nicht trotzdem eintreten.

Wir sollten bei all dem Gesagten jedoch nie vergessen, dass wir alleine überhaupt nichts erreichen können. Wir brauchen die Hilfe anderer Menschen, die uns bei unserem Heilvorhaben unterstützen. An erster Stelle zu nennen sind natürlich Ärzte und Therapeuten, die das ihnen Mögliche geben. Was wir zusätzlich tun können, als Laien, ist uns mit den oben gesagten Methoden, an den fließenden Heilkräften zu beteiligen.

Kirche Notre Dame de Lourdes – ewigeweisheit.de

Historische Aufnahme der Kirche Notre Dame de Lourdes (Pyrenäen) in Frankreich.

Wichtig ist auch, dass wir es nicht bei einem Mal belassen. Solch geistige Heilsitzungen sollten wir verstärken, indem wir sie dreimal, viermal, fünfmal und sechsmal wiederholen. Aber auch wenn nach der sechsten, geistigen Heilbehandlung kein sichtlicher Erfolg eintritt, bedeutet das nicht, dass diese himmlisch-kosmischen Kräfte nicht vorliegen. Viele Gründe existieren, die einen Kranken von seiner Heilung abhalten. Die Intention aber, jemandem etwas Gutes tun zu wollen, ohne sich dabei etwas für sich selbst zu erhoffen, führt an sich schon zur Heilung.

 

Bei all dem Gesagten soll aber nicht unerwähnt bleiben: egal wie drastisch eine Situation auch erscheinen mag, letztendlich kann man die wahre Natur der Dinge nur durch eine gewisse Nüchternheit erkennen und sehen was sie eigentlich bedeuten. Nur dessen Sicht frei ist, das heißt, dessen Blick nicht durch Angst oder Wut getrübt ist, versteht was wirklich ist. Dieses klare Sehen, erlangte der Buddha durch ruhige Meditation. Und auch wir können sie auf ähnliche Art erlangen. Dann erst ist uns möglich auf metaphysischer Ebene, die Lichtfelder in Raum und Zeit zu entstören und einen Menschen zur Heilung zu führen.

Ich möchte diesen Artikel schließen mit Aussprüchen des Buddha, die mir vor einiger Zeit geholfen haben, über einen eigenen Schmerz hinwegzukommen. Oft sind es ja die aus besonderen Lebenshaltungen entstandenen Einstellungen die uns krank machen. Gesundheit beginnt im Kopf!

Dein Leib ist wertvoll. Er ist das Mittel mit dem wir zur wahren Erkenntnis erwachen. Behandle ihn darum sorgsam. [...] Den Körper gesund zu halten ist (sogar) eine Pflicht. Nur so lässt sich die Leuchte der Weisheit versäubern und der Geist stärken und läutern. [...] Jedes menschliche Wesen ist Urheber seiner eigenen Gesundheit oder Krankheit. [...] Das Geheimnis geistig-seelischer und körperlicher Gesundheit besteht darin, sich den gegenwärtigen Augenblick zu vergegenwärtigen und dabei weise und aufrichtig zu leben.

- Aussprüche des Gautama Buddha

Haben auch Sie schon besondere Heilungen an Sich oder anderen erlebt?

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Warum die Sonne ein Vorbild ist

von S. Levent Oezkan

Alle großen Helden in der Mythologie waren Sonnenhelden. Ihnen war die Sonne ein Vorbild und ein Bild der Vollkommenheit. Sie war ihr Wegweiser, denn so wie die Sonne im Jahreslauf mal heller, mal trüber ist, so sind auch die Reisen der Helden auf ihrem zyklischen Weg mal leicht, mal beschwerlich – bis sie zur Vervollkommnung ihrer selbst und der Welt gelangen.

Seit dem Altertum wurde Gold als Metall der Sonne und der Weisheit angesehen. Das goldene Sonnenlicht gerinnt zum gleichnamigen Metall in den Tiefen des Erdbodens – so lehrt uns die hermetische Wissenschaft.
Dies vergegenwärtigend, können wir die Lichtteilchen (Photonen) die die Sonne unbegrenzt aussendet aufnehmen und so an den göttlichen Tugenden ihres Lichts teilhaben. So passen wir uns ihr unbewusst an und schon bald bemerken wir wie ihre strömende Lebenskraft nach einiger Zeit in uns zu wirken beginnt. Etwas beginnt in einem zu schwingen, zu heilen – wird lichtvoller und warmherziger.
Wenn man von einem "Erleuchteten" spricht, spricht man da nicht auch von einem Menschen, von dem eine geheimnisvoll wärmende und liebevolle Strahlung ausgeht? So jemand scheint das Sonnenhafte in sich freigesetzt zu haben – jemand der gibt, ohne etwas dafür zu verlangen – eben so wie die Sonne. Sie ist sein Ideal.

Das Aufnehmen der Sonnenkraft können auch wir üben und uns zu einem Leitbild der Vollkommenheit machen. So können wir uns tagtäglich mit dem großen Himmelsvater verbinden (im Französischen z. B. ist die Sonne männlich, während der Mond weiblich ist) und seine Kräfte an unsere Mitmenschen weitergeben.

Die Sonne ist in unseren Breiten das große Bild eines weitherzigen, Wärme und Liebe aussendenden Wesens. Wie aber in allen Dingen, ist in ihrem Licht auch die Zerstörung enthalten, denn wie jeder weiß, braucht die Erde auch die Nacht, die Finsternis, sonst würde die Sonne alles verbrennen. In der Wüste ist die Sonne des Lebens Feind, ebenso wie an den Polen, da sie sich dort sechs Monate im Jahr vor dem Erdenleben verbirgt.

So ist die Sonne das beste Abbild vom Wesen des Lebens. In den gemäßigten Zonen spendet sie Kraft und Leben. Ihr gemäßigtes Licht ist dort eben ausgewogen. Im Frühling und Herbst bringt die irdische Natur durch das Licht der Sonne alles Leben hervor und berauscht die Wesen die auf der Erde leben.

Wer sich der Sonne zuneigt und versucht ihr zu gleichen, von dem geht Licht und Wärme aus, das von seinen Mitmenschen wahrgenommen wird.

Foto: Sunrise Jequiá da Praia in Alagoas, Brazil. By Geannygalvao. Quelle: Wikipedia

 

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