Heilung

Ursprung von Krankheit und Medizin gemäß den Überlieferungen der Cherokee-Schamanen

von S. Levent Oezkan

Cherokee - ewigeweisheit.de

Der folgend geschilderte Mythos erzählt davon, warum die Menschen von Krankheiten befallen wurden und wie sie die nötigen Heilmittel fanden. Was immer der Leser von dieser Geschichte auch halten mag, wird er am Ende wohl zugeben, dass die darin beschriebenen Gebräuche in sich schlüssig und plausibel erscheinen. Man mache sich jedoch sein eigenes Bild.

Vom Ursprung der Krankheiten und der Heilkunde

Eine Nacherzählung

In alter Zeit konnten alle Vierbeiner, Vögel, Fische und Insekten sprechen. Damals waren sie mit den Menschen verbrüdert. Im Laufe der Zeit aber vermehrten sich die Menschen so rapide, dass sie die ganze Erde besiedelten. Immer weniger Land blieb den Tieren. Die Menschen verdrängten sie immer weiter.

Hinzu kam, dass die Menschen Pfeil und Bogen, Messer, Blasrohre und Speere erfanden und begannen, damit die Tiere wegen ihrer Häute und Felle hinzumetzeln. Kleinere Tiere wie Frösche oder Würmer, wurden aus reiner Unachtsamkeit totgetreten.

Darum beschlossen die Tiere gegen die Menschen vorzugehen, um für die Sicherheit ihrer Nachkommen zu sorgen.

Der Rat der Bären

Die Bären gründeten unter dem Vorsitz von Alter Weißer Bär, einen heiligen Rat auf dem Berg Clingman's Dome in den Smoky-Mountains.

Man beklagte damals, dass die Menschen ihre befreundeten Tiere mordeten, ihr Fleisch verschlangen und ihre Häute missbrauchten, um sich damit selbst zu bekleiden.

Nachdem alle Bären ihren Unmut darüber geäußert hatten, beschloss man einstimmig in den Krieg gegen das Menschengeschlecht zu ziehen.

Zuerst versuchten sie die selben Waffen herzustellen, wie sie vom Menschen verwendet wurden. Doch sie sahen, dass diese Waffen nicht für sie geeignet waren. Die Bären begriffe also, dass sie nur mit den eigenen Klauen und Reißzähnen die Menschen an ihrer weiteren Ausbreitung hindern konnten.

Darum löste Alter Weißer Bär die Versammlung auf. Die Bären liefen auseinander, zurück in ihre Jagdgründe der großen Wälder. Leider aber hatten sie nicht beschlossen, wie sie letztendlich gegen die Menschen vorgehen könnten. Hätten die Bären aber einen anderen Beschluss gefasst, wären die Menschen von nun an in Gefahr gewesen. Doch wie es scheint, ahnte davon kein Mensch. Weiter wurden die Bären ermordet, ohne sie um Gnade zu bitten.

Der Rat der Hirsche

Als Nächstes versammelten sich die Hirsche, unter Vorsitz ihres Häuptlings Kleiner Hirsch. Er war schnell wie der Wind und keine der Waffen der Menschen konnte ihn verwunden.

Nachdem sich die Hirsche versammelt und beraten hatten kamen sie zu einem Beschluss: jeder Jäger, der bei einem gejagten Tier nicht um Verzeihung bitten würde, ihn solle schlimmes Rheuma plagen. Hierzu entsandte der Rat der Hirsche jemanden, der die Menschen der nahegelegenen Indianersiedlung über ihren Beschluss unterrichtete:

Wann immer einer von euch einen der Hirsche töten muss, soll er danach den Geist des Getöteten um Sanftmut bitten. Nur so kann er sich mit dem Stamm der Hirsche wieder aussöhnen.

Wenn nun also ein indianischer Jäger einen Hirsch erlegte, sprang Kleiner Hirsch an jenen Ort, wo der Mensch Blut vergoss. Dort fragte er den Geist des Hirsches, ob sich der Jäger in einem Gebet beim erlegten Hirsch entschuldigte. War die Antwort des Tiergeists ein Ja, war alles in Ordnung und Kleiner Hirsch zog seines Weges. Wenn sich der Jäger aber undankbar entfernte, so verfolgte Kleiner Hirsch die Blutspur, bis er das Lager des Jägers fand. Als unsichtbarer Geist näherte er sich dann dem Menschen und schlug jenen gleichgültigen Jäger mit schlimmem Rheuma, sogar so leidig, dass dieser danach zu einem hilflosen Krüppel verkümmerte.

Ein kluger Jäger, dem an seiner Gesundheit liegt, wird darum natürlich das gejagte Wild um Vergebung bitten. Doch es gibt manche, die das rechte Vergebungsritual nie geübt oder gelernt hatten. Sie versuchen die Heimsuchung von Kleiner Hirsch damit zu umgehen, dass sie ihre Spur hinter sich durch Feuer beseitigen.

Der Rat der Fische und Reptilien

Als nächstes versammelten sich die Fische und Reptilien. Auch sie grollten gegen das Menschengeschlecht.

In ihrem Rat beschlossen sie, ihren Opfern schlimme Alpträume einzugeben. Nachts sollten in ihren Träumen Schlangen erscheinen, die an ihren Körpern entlangkriechen und sich nach und nach um ihre Glieder winden. Dann fänden sie sich in übelriechenden, schleimigen Pferchen eingeengt, wo man sie zwingt fauligen Fisch zu essen. Wer aber aus solch einem Alptraum erwachte, der würde seinen Appetit verlieren, allmählich krank werden und schließlich sterben.

Darum verschworen sich die Schlangen und Fische, den Menschen diese Alpträume durch die Magie ihrer bösen Geister einzugeben.

Der Rat der kleinen Tiere

Schließlich versammelten sich die Vögel, Insekten und andere kleine Tiere, darunter Frösche, Würmer und Käfer. Auch sie berieten sich aus ähnlichem Grund wie die Bären, Hirsche, Fische und Schlangen. Ihr Vorsteher war die Käferlarve.

Jeder der Anwesenden sollte nun seine Ansichten über die Menschen vortragen und entscheiden, ob man sie als Schuldige ansähe. Sieben stimmten den Menschen zu verurteilen. Wegen seiner Grausamkeit und Ungerechtigkeit gegen die anderen Tiere, sollten die Menschen mit dem Tode bestraft werden.

Zuerst sprach der Frosch:

Wir müssen dafür sorgen, etwas gegen die weitere Zunahme der menschlichen Bevölkerung zu tun. Denn wenn wir ihr keinen Einhalt gebieten, werden wir Tiere gänzlich von dieser Erde verdrängt. Der Mensch sagt, ich sei hässlich - und er tritt nach mir darum. Seht nur die Narben auf meinem Rücken.

Da zeigte er den Anwesenden seine Verletzungen.

Als nächstes trat der Vogel vor die Versammlung und sprach:

Der Mensch reißt mir das Gefieder vom Leibe und verbrennt mir die Zehen. Ein Jäger erschießt meine Artgenossen, spießt sie auf und brät sie über dem Feuer.

Auch andere Tiere stimmten dem zu.

Nur das Murmeltier hatte weniger kritische Worte für den Menschen übrig. Denn nur selten würde es der Mensch verletzen oder gar töten, denn es ist so klein, dass er an ihm kein Interesse hat. Das aber machte die anderen Tiere der Versammlung so wütend, dass sie über das Murmeltier herfielen und es mit ihren Zähnen und Klauen verstümmelten, damit es auch einen vernarbten Rücken bekomme.

Nun schmiedeten die Teilnehmer der Versammlung einen Plan. Jeder nannte eine Krankheit, die dem Menschen schaden und ihn töten solle. Jede neue Krankheit die eines der Tiere erfand, wurde von der Käferlarve bejubelt. Die Liste der Krankheiten wurde immer länger und länger, bis eines der Tiere vorschlug, es sollten die Menstruationen der Menschenfrauen gelegentlich tödlich verlaufen. Damit aber war die Liste der Krankheiten beendet. Denn die Vorsteherin der Versammlung, die Käferlarve, war darüber so sehr entzückt, dass sie vor Dank aufsprang und schrie:

Ich bin so froh darüber das manche von ihnen sterben werden, denn manche von ihnen werden so fett, dass sie einfach auf mir herumtrampeln.

Doch da begann die Käferlarve zu taumeln und fiel Kopf über um und schaffte nicht mehr sich wieder aufzurichten. Von da an musste sie sich auf ihrem Bauch kriechen.

Damit scheiterte der Plan der Tiere, ihrer Liste immer neue Krankheiten hinzuzufügen. Wäre das nämlich geschehen, hätte es wohl die gesamte Menschheit ausgerottet.

Als die Pflanzen den Menschen zu Hilfe kamen

Die Pflanzen waren den Menschen gut gesonnen. Als sie von den üblen Machenschaften der Tiere erfuhren, beschlossen sie den Menschen zu helfen. Jeder Baum, Busch und jedes Kraut, selbst Gräser und Mose, beschlossen, sich für einige der genannten Krankheiten, als Heilmittel zur Verfügung zu stellen.

Ich sollte dem Menschen eine Helferin sein, wenn er mich in seiner Not in Anspruch nehmen möchte.

So entstanden Heilkunde und Medizin. Jede der Pflanzen aber hat eine Verwendung für alle, die Kenntnis ihrer Heilkräfte besitzen. Sie können sie als Heilmittel gegen den teuflischen Pakt der rachsüchtigen Tiere verwenden.

Selbst wenn ein Heiler nicht genau weiß, wie er einen Kranken behandeln soll, kann er den Pflanzengeist anrufen, der ihm ein angemessenes pflanzliches Heilmittel zeigt.

 

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Heilkraft aus der Geistigen Welt

von S. Levent Oezkan

Heilkraft aus der Geistigen Welt - ewigeweisheit.de

Überall auf der Welt gibt es Berichte über Heilungen, die an Wunder grenzen. Die Gesetze aber, die hinter solchen Erfolgen stehen, sind noch immer nicht vollends erforscht. Ganz gleich wer aber Heilung erfahren hat oder geben will: Er braucht Zuversicht, dass es Heilkräfte gibt, die darauf warten über ihm als Hilfesuchendem zu verströmen. Wer an höhere Geistformen glaubt, dem werden sie sich zeigen, um Nöte zu beseitigen und Heilbedürftigen zu helfen.

Gewissheit über die Möglichkeit der Heilung, eröffnet bei der Übertragung von Heilkräften geistige Kanäle. Wer mit einer intuitiven Veranlagung begabt ist, der kann sich von den hier wirkenden Geistwesen leiten lassen. So jemand kann auch anderen Menschen helfen. Es sind besonders geartete Heilkräfte von höheren, spirituellen Wesen, die auch Priestern, Therapeuten, Ärzten und Chirurgen behilflich sind. Sie kommen aus einem Bereich unserer Welt, wo es praktisch keine Begrenzungen gibt, da dort der Geist durch nichts verwirrt wird und keine Materie den Fluss von Energie behindert. Da diese Wesen nur existieren, um den göttlichen Weltprozess zu erfüllen, sind sie der Inbegriff des Mitgefühl mit allem Lebenden.

In der westlichen Tradition nennt man sie Engel, im Osten sind es die Devas. 

Heileffekte englischer Kraft

Englisch nennt man, was von den Engeln ausgeht, was aus der überirdischen Welt der himmlischen Heerscharen stammt. Zwei Effekte werden durch die Heilkraft der Engel bedient: zum einen bekommen all jene von ihnen geistigen Aufschwung, die von einem schweren Schicksalsschlag getroffen, schier unbeweglich festsitzen oder die ihre Opferhaltung gefangen hält. Zweitens soll damit jenen Linderung verschafft werden, die unter verschiedenen körperlichen Gebrechen leiden.

Die Heilkräfte der Geistwesen werden an einen sakral vorbereiteten Ort eingeladen. Es muss hier nicht auf die Details einer rituellen Raum-Reinigung eingegangen werden. Sicher aber ist, dass derjenige, der mit der englischen Welt Kontakt aufnehmen will, dann besonders empfänglich ist, wenn er einer spirituellen Tradition folgt. Jede religiöse Tradition hat ihre Wege und Mittel einen Ort sakral vorzubereiten - sei es das Sprechen der Sure Fatiha im Islam, das Vaterunser oder Herz-Jesugebet der Christen, das jüdische Sch'ma Israel oder das Om Mani Padme Hum der Buddhisten.

Gewiss auch ist eine ernsthafte Haltung angebracht, wenn man Engel oder Devas in einen Kreis von Menschen einlädt. Es wird der Heiltätigkeit damit eine gewisse Würde verliehen.

Gott heilt

In der westlichen spirituellen Tradition gilt der Name Raphael als Inbegriff geistiger Heiltätigkeit. Über diesen Erzengel erfahren wir aus dem Buch Tobit, einer apokryphen Schrift der hebräischen Tradition (um 2. Jhd. n. Chr.).

Das Buch Tobit erzählt von einem frommen und gerechten Mann namens Tobit, der mit seiner Familie im Exil lebte, am Tigris, im mesopotamischen Ninive. Der Name der Stadt ist aramäisch und bedeutet "Ort des Fischs", denn einst verehrte man hier den Fischgott Dagon.

Tobit war erfüllt von der Liebe zu seinen Nächsten. Trotzdem sah er sich Anfeindungen ausgesetzt und verlor unverschuldet sein Augenlicht. Die Ursache für seine Blindheit war sein unermüdlicher und mutiger Einsatz für das Begräbnis der Verstorbenen. Als er aber erblindete, verzweifelte er und sehnte sich nach dem Tod:

Lass meinen Geist von mir scheiden; lass mich sterben und zu Staub werden! Es ist besser für mich, tot zu sein als zu leben.

- Tobit 3:6

Auch erzählt das Buch Tobit von einer Frau namens Sara, der Tochter des Raguël, eines Verwandten Tobits. Auch sie war betrübt und sehnte sich nach dem Tod:

Nun aber, Herr, habe ich meine Augen und mein Gesicht dir zugewandt. Lass mich von dieser Erde scheiden

- Tobit 3:12-13

Sieben Männer verlobten sich nacheinander mit Sara. Jeder von ihnen aber verstarb im Brautgemach, durch den Fluch eines Dämons, der die junge Frau liebte: Aschmodai (aus dem Avestischen "Dämon des Zorns", aēschma, "Zorn" und daēva, "Dämon"). Aus Eifersucht tötete er jeden Mann der Sara zu nahe kam. Wie also Tobit, war auch Sara unverschuldet den Anfeindungen ihrer Mitmenschen ausgesetzt. Schließlich fragten sie sich, wieso all die jungen Männer in ihren Armen sterben mussten.

Was immer man über diese außerbiblische Legende denken mag: auch in unserem Leben führen Eifersucht, Ärger, Zorn und Hass, zum Entstehen von Krankheiten. Wen Groll und Kummer plagen, dessen verzerrtes Denken stört sein seelisches Gleichgewicht. Durch den damit einhergehenden, vielleicht ungesunden Lebenswandel aber, wirkt sich das auch auf die Zellen des Körpers aus. Darin liegt die tiefere Bedeutung jenes Dämons Aschmodai, der Tobit und Sara plagt. Man kann in Aschmodai eine Metapher sehen, für geistige Verwirrtheit, Zorn und böses Denken.

Erzengel Raphael und Tobias – ewigeweisheit.de

Tobias und der Engel - Gemälde des florentinischen Malers Filippino Lippi (1475-1480).

Tobias und der Erzengel Raphael

Die Geschichte aus dem Buch Tobit erzählt vom Erzengel Raphael. Den sandte Gott dem jungen Tobias (hebr. "Der Herr ist gütig") als Reisebegleiter und Berater. Tobias war der Sohn Tobits. Er wurde von seinem Vater zu Raguël gesandt, dem Vater Saras. Von ihm sollte Tobit eine Schuld eintreiben, die Tobit und seine Familie dringend für ihren Lebensunterhalt brauchten. Auf dem Weg zu Raguël begegnete ihm der Erzengel. Tobias aber wusste nicht, dass der freundliche Mann Raphael war. Ohne Raphaels Begleitung wäre Tobias einer Reihe von Gefahren ausgesetzt gewesen und hätte sein Ziel wohl nie erreicht.

Und der junge Tobias zog dahin und der Engel mit ihm, und sein Hund lief hinterher und machte sich mit ihnen auf die Reise. So zogen die beiden hinaus, und als die Nacht über sie hereinbrach, nächtigten sie am Fluss Tigris. Und Tobias stieg zum Fluss Tigris hinab, um seine Füße zu waschen; und siehe, ein großer Fisch schoss aus dem Wasser heraus und wollte den Fuß des Jungen verschlingen. Da schrie er laut. Und der Engel sagte zu ihm: Pack den Fisch und zieh ihn heraus! Und der Junge packte den Fisch und zog ihn aufs Land. Da sagte der Engel zu ihm: "Nimm den Fisch aus und behalte das Herz, die Galle und die Leber; die Eingeweide aber wirf weg. Denn Galle, Herz und Leber sind sehr gut als Arznei." Und Tobias nahm den Fisch aus und legte Galle, Herz und Leber beiseite. Den Fisch aber briet er und aß davon. Er ließ etwas übrig und legte es in Salz ein. Und die beiden zogen zusammen weiter, bis sie in die Nähe Mediens kamen. Da fragte Tobias den Engel: "Bruder Asarja, was für eine Arznei ist im Herzen und in der Leber des Fisches und in seiner Galle?" Und er antwortete ihm: "Wenn ein Mann oder eine Frau mit einem Dämon oder einem bösen Geist geschlagen ist, lass das Herz und die Leber des Fisches in Rauch aufgehen. Dann wird jede Plage von ihnen fliehen, und alle bösen Geister werden ihnen in Ewigkeit nicht schaden. Die Galle aber streiche auf die Augen eines Menschen, die mit weißen Flecken befallen sind; dann hauche gegen sie auf die weißen Flecken, und die Augen werden geheilt."

- Tobit 6:2-9

Als Tobias der schönen Sara begegnete, verliebten sich die beiden. Doch lauerte ihnen schon der eifersüchtige Aschmodai auf. Darum gebot Raphael dem jungen Tobias vor Betreten des Brautgemachs eine Fischleber und ein Fischherz zu verbrennen - der Geruch sollte den Dämon vertreiben. Und so geschah es: Aschmodai floh nach Ägypten, wo ihn ein anderer Engel gefangen nahm und fesselte. So wurde das Böse eingedämmt und Tobias blieb in der Hochzeitsnacht am Leben. Sara wurde von ihrer Besessenheit befreit und der Erzengel Raphael gab dem Tobias ein Heilmittel, dass seinen Vater wieder sehend machte: Der Engel riet ihm, seinem Vater die Galle des Fisches auf die blinden Augen zu streichen. So konnte Tobit wieder sehen.

Damit wurde aus dem Unglück des Tobit und der Sara, am Ende nun große Freude und Glück. Beide wandten sich inniglich zu Gott.

Glaube als Gewissheit

Man benötigt keine großartigen Ausbildungen und Schulungen, um selbst einen Menschen zu heilen. Was man braucht ist ein fester Glaube. In unserem teils materialistisch geprägten Zeitalter, verstehen viele Menschen unter "Glauben" eher so etwas wie ein Hoffen oder Vermuten. Ein ernst gemeintes Flehen aber, dass direkt an die himmlische Welt gerichtet wird, kann Gutes bewirken.

Bekenne einer dem andern seine Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.

- Jakobus 5:6

Als man den schweizerischen Psychologen C. G. Jung einst in einem Fernsehinterview fragte, ob er an Gott glaubt, gab er eine interessante, wenn auch nicht ganz unumstrittene Antwort:

Nein, ich glaube nicht. Ich weiß.

Wie dem auch sei, war sein Glaube aber aus einer absoluten Gewissheit geboren. Ein jeder Mensch vermag solch eine Gewissheit in sich zu erzeugen. Dabei bildet Hoffnung das Fundament des Glaubens, auf dem sich das Heim unerschütterlicher Zuversicht errichten lässt. Über der Hoffnung aber noch steht die Tat, die darin besteht, tatsächlich auch als "Gläubiger" im Gebet zu handeln. Gebete werden erhört und von den Engeln zu Gott vorgetragen - vorausgesetzt, wir wissen, dass sich unser Heilbegehren auch erfüllt. Im Koran lesen wir dazu:

Ich erhöre die Bitte des Bittenden, wenn er mich bittet

- Sure 2:186

Wer Gewissheit erlangt, dass seine Heilbitte erhört wird, ganz gleich ob als Christ, Jude oder Muslim, oder als Mensch eines anderen Glaubens, der wird auch Heilung und Linderung erzielen können: für sich selbst oder einen anderen Menschen. Dazu ruft er die Heilkraft eines Engels an, wie jene des Raphael, oder spricht ein Bittgebet (im Islam genannt Dua). So jemand legt dem Kranken dann die Hände auf und, mit aller ihm aus der göttlichen Welt verliehenen Stärke, ergießt die kosmischen Heilkräfte über dem Hilfesuchenden. Das hat nichts mit Zauberei zu tun: allein der Glaube versetzt Berge.

Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich ins Meer! und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass es geschehen würde, was er sagt, so wird's ihm geschehen, was er sagt.

- Markus 11:23

Was zählt ist die vom Glauben erfüllte Handlung an sich. Während des Handauflegens sollte die Haltung des Kranken voll Zuversicht zu dieser mächtigen Kraft sein. Vor allem er sollte glauben, dass Heilung möglich ist. Sein ganzes Wesen sollte sich den herabströmenden Einflüssen öffnen, so wie eine Blume ihren Kelch der Sonne öffnet. Beide, derjenige der die Hand auflegt und derjenige, der die Heilkräfte empfängt, sollte während dieses Vorganges, seine Gedanken allein auf das kosmische Zentrum richten - nennen wir es Gott, Allah oder "Pol kosmischer Güte". Umso mehr den Beteiligten das gelingt, umso mehr antworten die Tiefen seiner Natur auf die mitleidsvolle Gegenwart der Engel, Christi oder Allahs - und umso größer wird die Möglichkeit zur Heilung sein. So wird mit der geistigen Hilfe der englischen Welten, körperliche und seelische Heilung erzielt.

Auch wenn sich die betroffene Person in der Ferne befindet: man kann sich Engel oder Devas visualisieren, die friedvoll den Kranken umgeben und ihm Glück und Licht schenken.

Gesunden bedeutet Gedulden

Wir können nicht erwarten, dass augenblickliche Heilung erfolgt. Doch es ist möglich!

Jene "Wunderheilungen", über die sich materialistisch gesinnte Menschen lustig machen, sind nicht immer zu erwarten. Doch der Glaube daran, dass sie möglich sind, ist Voraussetzung, um tatsächlich Heilung zu erzielen.

Viele Legenden von Spontanheilungen durchziehen die christliche Bibel. Auch aus unserer Zeit gibt es Berichte von solchen Heilungen. Man denke etwa an die Heilquelle im französischen Lourdes, von wo man immer wieder von Heilungen berichtet. Dort sollen sich fast 7000 Heilungen ereignet haben, von denen die römisch-katholische Kirche 69 als Wunder anerkennt. Außergewöhnliche Heilungen können sich also durchaus ereignen. 

Wenn wir als Heilsuchende aber nocht nicht genügend mit diesen großen, kosmischen Heilkräften der Engelwelt vertraut sind, werden wir erstmal nicht in der Lage sein, die Erfolge mit Gewissheit vorauszusagen. Das bedeutet gleichzeitig aber nicht, dass sie nicht trotzdem eintreten.

Wir sollten bei all dem Gesagten jedoch nie vergessen, dass wir alleine überhaupt nichts erreichen können. Wir brauchen die Hilfe anderer Menschen, die uns bei unserem Heilvorhaben unterstützen. An erster Stelle zu nennen sind natürlich Ärzte und Therapeuten, die das ihnen Mögliche geben. Was wir zusätzlich tun können, als Laien, ist uns mit den oben gesagten Methoden, an den fließenden Heilkräften zu beteiligen.

Kirche Notre Dame de Lourdes – ewigeweisheit.de

Historische Aufnahme der Kirche Notre Dame de Lourdes (Pyrenäen) in Frankreich.

Wichtig ist auch, dass wir es nicht bei einem Mal belassen. Solch geistige Heilsitzungen sollten wir verstärken, indem wir sie dreimal, viermal, fünfmal und sechsmal wiederholen. Aber auch wenn nach der sechsten, geistigen Heilbehandlung kein sichtlicher Erfolg eintritt, bedeutet das nicht, dass diese himmlisch-kosmischen Kräfte nicht vorliegen. Viele Gründe existieren, die einen Kranken von seiner Heilung abhalten. Die Intention aber, jemandem etwas Gutes tun zu wollen, ohne sich dabei etwas für sich selbst zu erhoffen, führt an sich schon zur Heilung.

 

Bei all dem Gesagten soll aber nicht unerwähnt bleiben: egal wie drastisch eine Situation auch erscheinen mag, letztendlich kann man die wahre Natur der Dinge nur durch eine gewisse Nüchternheit erkennen und sehen was sie eigentlich bedeuten. Nur dessen Sicht frei ist, das heißt, dessen Blick nicht durch Angst oder Wut getrübt ist, versteht was wirklich ist. Dieses klare Sehen, erlangte der Buddha durch ruhige Meditation. Und auch wir können sie auf ähnliche Art erlangen. Dann erst ist uns möglich auf metaphysischer Ebene, die Lichtfelder in Raum und Zeit zu entstören und einen Menschen zur Heilung zu führen.

Ich möchte diesen Artikel schließen mit Aussprüchen des Buddha, die mir vor einiger Zeit geholfen haben, über einen eigenen Schmerz hinwegzukommen. Oft sind es ja die aus besonderen Lebenshaltungen entstandenen Einstellungen die uns krank machen. Gesundheit beginnt im Kopf!

Dein Leib ist wertvoll. Er ist das Mittel mit dem wir zur wahren Erkenntnis erwachen. Behandle ihn darum sorgsam. [...] Den Körper gesund zu halten ist (sogar) eine Pflicht. Nur so lässt sich die Leuchte der Weisheit versäubern und der Geist stärken und läutern. [...] Jedes menschliche Wesen ist Urheber seiner eigenen Gesundheit oder Krankheit. [...] Das Geheimnis geistig-seelischer und körperlicher Gesundheit besteht darin, sich den gegenwärtigen Augenblick zu vergegenwärtigen und dabei weise und aufrichtig zu leben.

- Aussprüche des Gautama Buddha

Haben auch Sie schon besondere Heilungen an Sich oder anderen erlebt?

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Warum die Sonne ein Vorbild ist

von S. Levent Oezkan

Alle großen Helden in der Mythologie waren Sonnenhelden. Ihnen war die Sonne ein Vorbild und ein Bild der Vollkommenheit. Sie war ihr Wegweiser, denn so wie die Sonne im Jahreslauf mal heller, mal trüber ist, so sind auch die Reisen der Helden auf ihrem zyklischen Weg mal leicht, mal beschwerlich - bis sie zur Vervollkommnung ihrer selbst und der Welt gelangen.

Seit dem Altertum wurde Gold als Metall der Sonne und der Weisheit angesehen. Das goldene Sonnenlicht gerinnt zum gleichnamigen Metall in den Tiefen des Erdbodens - so lehrt uns die hermetische Wissenschaft.
Dies vergegenwärtigend, können wir die Lichtteilchen (Photonen) die die Sonne unbegrenzt aussendet aufnehmen und so an den göttlichen Tugenden ihres Lichts teilhaben. So passen wir uns ihr unbewusst an und schon bald bemerken wir wie ihre strömende Lebenskraft nach einiger Zeit in uns zu wirken beginnt. Etwas beginnt in einem zu schwingen, zu heilen - wird lichtvoller und warmherziger.
Wenn man von einem "Erleuchteten" spricht, spricht man da nicht auch von einem Menschen, von dem eine geheimnisvoll wärmende und liebevolle Strahlung ausgeht? So jemand scheint das sonnenhafte in sich freigesetzt zu haben - jemand der gibt, ohne etwas dafür zu verlangen - eben so wie die Sonne. Sie ist sein Ideal.

Das Aufnehmen der Sonnenkraft können auch wir üben und uns zu einem Leitbild der Vollkommenheit machen. So können wir uns tagtäglich mit dem großen Himmelsvater verbinden (im Französischen z. B. ist die Sonne männlich, während der Mond weiblich ist) und seine Kräfte an unsere Mitmenschen weitergeben.

Die Sonne ist in unseren Breiten das große Bild eines weitherzigen, Wärme und Liebe aussendenden Wesens. Wie aber in allen Dingen, ist in ihrem Licht auch die Zerstörung enthalten, denn wie jeder weiß, braucht die Erde auch die Nacht, die Finsternis, sonst würde die Sonne alles verbrennen. In der Wüste ist die Sonne des Lebens Feind, ebenso wie an den Polen, da sie sich dort sechs Monate im Jahr vor dem Erdenleben verbirgt.

So ist die Sonne das beste Abbild vom Wesen des Lebens. In den gemäßigten Zonen spendet sie Kraft und Leben. Ihr gemäßigtes Licht ist dort eben ausgewogen. Im Frühling und Herbst bringt die irdische Natur durch das Licht der Sonne alles Leben hervor und berauscht die Wesen die auf der Erde leben.

Wer sich der Sonne zuneigt und versucht ihr zu gleichen, von dem geht Licht und Wärme aus, das von seinen Mitmenschen wahrgenommen wird.
 

Inspiration: "Auf dem Weg zur Sonnenkultur", Omraam Mikaël Aïvanhov
Foto: Sunrise Jequiá da Praia in Alagoas, Brazil. By Geannygalvao. Quelle: Wikipedia

 

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