Maitreya

Buddha der Zukunft: Maitreya

von S. Levent Oezkan

Buddha Maitreya - ewigeweisheit.de

Der kommende, zehnte und letzte Avatar Vishnus, ist Kalki - mit dem geheimen Namen Maitreya. Wenn er als Nachfolger des Buddha, dereinst die Erde betritt, wird damit das Ende eines Großen Zeitzyklus besiegelt. Auf weißem Ross, so die alt-indische Prophezeiung, soll er allen sichtbar erscheinen - als Erretter der Menschheit.

Der Name Maitreya - auch genannt "Metteyya" - hat verschiedene Bedeutungen. Sinngemäß aber bedeutet der Name "Der gutwillige Freund". Man nennt Maitreya, den, der liebenden Güte, den als mitfühlend Verehrten doch Unbezwingbaren. Im Mahayana-Buddhismus gilt Maitreya als der erwartete Lehrer der Menschheit. Damit ähnelt er gewiss dem Mahdi der islamischen Schia, oder Jesus Christus, den ja sowohl Muslime, wie auch Christen, in der Endzeit erwarten.

Mit der kommenden Erscheinung des zehnten Vishnu-Avatars, so heißt es, wird Kalki das Böse auf Erden vernichten. Auf milchweißem Streitross wird er durch die Heere der Gottlosen reiten, mit gezogenem Schwert, das "dem Lohen eines Kometen" gleicht, wird er in die Flucht schlagen, die Feinde des Guten. Nach dieser letzten Schlacht endlich, wird Kalki, der Buddha Maitreya, die Reinheit in den Herzen aller Lebenden wieder herstellen.

Einem überraschend ähnlichen Reiter der Apokalypse, begegnen wir auch in der christlichen Offenbarung, in der Johannes prophezeite:

Und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und ihm wurde ein Siegeskranz gegeben, und er zog aus, siegend und um zu siegen.

- Offenbarung 6:2

Es scheint, als kündeten auch die heiligen Schriften der Zoroastrier vom Kommen eines himmlischen Reiters, den man dort Saoschjant nennt - den "letzten Helden" - Heros der Endzeit.

In den heiligen Texten der Hindus heißt es, dass in den letzten Tagen dieses Yugas (Zeitalter) die Welt ihr Ende erreicht und zerstört wird. Dabei verändert die Erde ihre äußere Form, Kontinente werden versinken und sich neue Landmassen aus dem Meer erheben.

- Aus "Zeichen des Agni-Yoga", Abs. 158-159

Über das Kommen des zukünftigen Buddha

Der Buddha Maitreya strebt als Boddhisattva nach Erleuchtung, erreicht dereinst die höchste Stufe spiritueller Vollendung. Darin begründet ist der Wunsch allen Menschen zu helfen, letztendlich das Rad des Schicksals zu verlassen: den leidvollen Pfad des Samsara. Wer so weit fortgeschritten ist, kann den scheinbar endlosen Zyklus von Tod, Leben und Wiedergeburt verlassen.

Im Hinduismus, aus der der Buddhismus hervorging, verehrt man die Avataras, als Inkarnationen des Gottes Vishnu. Zehn Avataras inkarnieren sich als Gottwesen auf der Erde. Buddha Shakyamuni war der neunte. Sein Nachfolger, so die Hindu-Texte, wird sein der "Kalki-Avatara". Er ist identisch mit dem von den Buddhisten erwarteten Buddha Maitreya.

Es heißt, Buddha Shakyamuni besuchte den Maitreya bereits damals in seinem himmlischen Wohnsitz (Tushita). Dort ermächtigte er ihn als seinen Nachfolger. 5.000 Jahre nach seinem Tod werde er auf Erden erscheinen - das heißt, von heute an, in etwas weniger als 3.000 Jahren. Er wird ein Bringer des Guten sein, magisch-moralische Kräfte aus sich hervorbringend.

Heute kann ein Mensch seine Gedanken vor allem durch seine Sprache an andere Menschen übertragen. Doch in Zukunft, soll Maitreya im Stande sein, allein durch seine Sprache seine vollkommen guten Gemütsbewegung und seine perfekte Moral, direkt in die Seelen der Menschen zu sprechen. In unserer heutigen Zeit ist das noch unmöglich. Diese Epoche der Wandlung, wird sich jedoch erst im kommenden Zeitalter des Steinbocks ereignen (gegenwärtig befinden wir uns an der Schwelle ins Wassermannzeitalter).

Von Maitreyas Kommen, kündet bereits das Visuddhi-Magga (Weg der Reinheit) - ein heiliger Text des buddhistischen Gelehrten Buddhaghosa. Es ist eines der bedeutendsten und ältesten Werke des Mahayana-Buddhismus (5. Jhd. n. Chr.). Auch der indische Maitreya-Vyakarana, "Prophezeihung Maitreyas", legt Zeugnis ab vom Kommen Maitreyas, in einer Zeit, wo alle Engel, Menschen und andere höhere Wesen, diesen hohen Gesandten verehren werden. Dann wird die Zeit gekommen sein, dass all ihre Zweifel von ihnen fallen. Der Buddha Maitreya wird sie entbinden, aus dem Lauf der Leidenschaften.

Frei von allem Kummer, werden sie Maitreyas Lehren vernehmend, den Ozean des Werdens überqueren und ein Leben in größter Heiligkeit führen. Nicht länger werden sie etwas als ihren Besitz erachten, sondern den Segen der Besitzlosigkeit erkennen. Weder Gold noch Silber, weder ein Zuhause noch Verwandte werden sie versuchen zu besitzen. Maitreya wird sie in ein Leben von Reinheit und Heiligkeit führen. Die Stränge der Leidenschaften werden zerreißen und sich in geheiligtes Denken begeben. Alles was ihnen, unter der Führung Maitreyas, in ihrem geheiligten Leben gehört, sind Glück und Zufriedenheit.

Dann erst, in diesem Bewusstsein, wird die letztendliche Neugestaltung der Welt erfolgen. Kriege, Krankheiten und Hunger werden in dieser Zeit nicht mehr existieren. Eine neue Weltgesellschaft wird entstehen, erfüllt von der Toleranz eines liebevollen Miteinanders.

Maitreya und die Lehren des Agni-Yoga

Durch Morya - den alten Meister der Weisheit - kamen die sogenannten "Lehren des Feuers" auf die Erde. Er war laut theosophischem Mythos, Meisterlehrer Helena P. Blavatskys, wie auch Helena Roerichs. Morya war angeblich ein Nachkomme der alt-indischen Maurya-Dynastie, die von 320 bis 180 v. Chr. das große Maurya-Reich beherrschte, einst das indische Kernland umfassend.

Dieser Morya auf jeden Fall, erschien an der Schwelle zum 20. Jahrhundert, in einer Übergangszeit in die "Epoche des Feuers". So lesen wir in den Büchern des Agni-Yoga ("Feuer-Yoga") der Helena Roerich:

Maitreya wird kommen, umstrahlt von all seinem Feuer. Sein Herz ist in ein Licht des Mitgefühls getaucht, das darin für die bedürftige Menschheit leuchtet. Sein Herz ist getaucht in ein Licht, mit der Bekräftigung eines neuen Bundes. [...] Der Regent Shambhalas (Buchtipp) offenbart dann der Menschheit drei Glaubenslehren: die von Maitreya offenbarte Lehre wird den menschlichen Geist einberufen, in unsere Welt des Schaffens; die von Maitreya offenbarte Lehre weiht das Unendliche im Kosmos, im Leben und in den Kenntnissen des Geistes; die von Maitreya offenbarte Lehre behütet das Wissen vom kosmischen Feuer, als die Entfaltung des Herzens, dass die Manifestation des Universums umfängt.

Das Zeitalter Maitreyas soll eine Zeit der großen Weltenmutter werden. So die Lehren des Agni-Yoga:

Die Epoche des Maitreya wird die Frauen lobpreisen. Die Erscheinung Maitreyas wird zusammenhängen mit der Einsegnung der Mutter der Welt, in der Vergangenheit, der Gegenwart und in der Zukunft.
Dann wird die Frage aufkommen "Warum nennt sich diese Zeit 'Ära der Mutter der Welt'? Wahrlich, diese Zeit muss so genannt werden. Frauen werden der Menschheit eine große Hilfe sein, nicht nur, da durch sie die Menschen zur Erleuchtung geführt werden, sondern auch durch die Anerkennung der Gleichheit (zwischen Mann und Frau).

Das kommende, neue Weltzeitalters steht unter dem Zeichen der Zusammenarbeit. Nicht etwa aber, unter Aufsicht und Anweisung, als eher durch das, was im Agni-Yoga "Direktes Denken" genannt wird. Es ermöglicht Zusammenarbeitenden große Dinge zu vollbringen, von uns heute noch unbekannten Ausmaß. Arbeit ist dann nicht mehr eine Frage des reinen Broterwerbs, sondern Arbeit im Dienste der gesamten Menschheit. Welch erhabene Perspektive!

Alle Yogas der Vergangenheit, die der Menschheit von höchster Quelle gegeben wurden, basierten auf besonderen Lebensaspekten. Nun, im aufdämmernden Zeitalter Maitreyas, muss es einen Yoga geben, der unumgänglich, einen Wesenskern des Lebens an sich umfasst. Man sollte sich an die Beispiele jener Jungen der Bibellegende erinnern, die sich tapfer aufopferten, dabei jedoch Macht erlangten. Wo Feuer ist, gibt es klare Beweise zunehmender Vollendung.

- Aus "Zeichen des Agni-Yoga", Abs. 158-159

Vor dem Auftreten Maitreyas

Bevor aber der große Weltlehrer, der kommende Buddha Maitreya, auf Erden erscheinen wird, werden Erde und Zivilisation, einen drastischen Prozess der Verwandlung durchmachen. Padmasambhava (deutsch: "Lotusgeborener"), der Guru Rinpoche und Begründer des tibetischen Buddhismus, prophezeite bereits vor über 1.200 Jahren etwas, dass offenbar bereits heute, finstere Wirklichkeit geworden ist:

Die gegenwärtigen Zeichen stehen unter dem Zeichen wundersamer Moden - traditionelle Kleidung wird kaum noch einen interessieren.
Anmaßung und ruchloses Treiben werden glorifiziert. Die Königreiche werden von Proleten regiert; Könige werden Almosen empfangen; Schlächter und Mörder werden die neuen Anführer sein; Selbstsüchtige Fanatiker, ohne jeden Skrupel, werden zu höchstem Stand erhoben.
Trunkenbolde werden vom Weg zur Erleuchtung predigen. Hinterhältige Betrüger werden behaupten, übernatürliche Kräfte zu haben.
Man wird die Lehren des Buddha verfälscht wiedergeben, wo ihre Interpretationen alleinig der Selbstrechtfertigung dienen.
Neues Gedankengut wird unvereinbar sein mit den traditionellen Lehren.
Doch es wird auch Hungersnöte geben. Frost und Hagel werden für viele ertraglose Jahre verantwortlich sein.
Krankheiten werden sich ausbreiten, schlimme Epidemien und Plagen werden wie ein verheerender Flächenbrand wüten, frappant für Mensch und Vieh.
Zur Saison wird kein Regen fallen, doch jenseits dessen, werden die Täler überflutet sein.
Erdbeben werden plötzliche Fluten auslösen, während Feuer und Tornados dem Grauen das ihrige beitragen. Dabei aber werden Tempel, Stupas und ganze Städte untergehen.

Wenn man das Tagesgeschehen der Presse verfolgt, könnte man fast meinen, Padmasambhava prophezeihte Apokalypse hätte bereits begonnen. Doch wie schon oft in der Vergangenheit, glaubten Menschen, das Ende der Welt stünde unmittelbar bevor - und weitere Jahrhunderte vergingen.

Zumindest aber sind manche der Zukunftsdeutungen, des Padmasambhava, insofern eingetreten, als dass sie uns tatsächlich auffordern zu handeln, statt uns aus Angst im stillen Kämmerlein zu verkriechen.

Wie auch andere vor und nach ihm, verkündete Padmasambhava die Wiederkehr eines Weltlehrers, der in einer wichtigen Zeit auftreten wird. Doch dieser große Meister, muss gar kein Buddhist sein oder einer anderen Religion angehören, meinte Padmasambhava. Vielleicht wird er nicht einmal mehr einen physischen Körper besitzen. Doch eben deshalb, könnte er als himmlisches Wesen, die Menschen aus den Fesseln ihrer materialistischen Gesinnung erlösen.

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Maitreya und Mahdi: Retter am Ende der Zeit

von S. Levent Oezkan

Ragnarök (Emil Doepler) - ewigeweisheit.de

Buddhistische und islamische Geheimlehren sehen das Kommen eines großen Weltlehrers in der Endzeit. Gegenwärtig lebt dieser Erleuchtete im Verborgenen - so die heiligen Schriften. Mit seinem Erscheinen aber, soll das Böse endgültig besiegt, und allen Menschen Glück und Frieden zu Teil werden.

Eine alte buddhistische Legende erzählt von einem großen Weltkönig. Der hatte tausend Söhne, von denen jeder einst ein Erwachter, ein Buddha sein würde. Ihre Namen schrieb er auf tausend Steine und legte sie in eine heilige Schale. Sieben Tage meditierte er. Darauf nahm er nacheinander die Steine aus der Schale. Beim fünften las er Maitreya (auch: Metteyyo): der Name des kommenden Buddha im Kali-Yuga (sanskr. für »Zeitalter des Streites«).

Buddha Maitreya lebt heute im Verborgenen. Sein Aufenthaltsort ist das heilige Land Tuschita. Dort verkündet er den Bodhisattvas den großen Weg des Buddhismus (Mahayana). Diese Jünger des Maitreya sind Strebende, mit dem Ziel höchste Erkenntnis zu erlangen und allen lebenden Wesen zum Heil zu verhelfen. Durch seine erhabene Lehre beglückt Maitreya die Bodhisattvas. Für dieses Glück steht das Sanskrit-Wort seines Namens: maitri - der liebend wohlwollende Freund.

[...] ihr Mönche, (es) wird ein Erhabener in der Welt erscheinen, Metteyyo (Maitreya) geheißen, als der Heilige, vollkommen Erwachte [...], der Willkommene [...] Zeigen wird er diese Welt, mit ihren Göttern, ihren bösen und heiligen Geistern, mit ihrer Schar von Priestern und Büßern, Göttern und Menschen, nachdem er sie selbst verstanden und durchdrungen haben wird [...] Er wird die Lehre verkünden [...], er wird das vollkommen geläuterte, geklärte Asketentum darlegen [...] Er wird eine Jüngerschar von einigen tausenden als Lenker führen, gleichwie jetzt ich (der Shakyamuni Buddha) eine Jüngerschar von einigen hunderten als Lenker führe [...] (er) wird sodann dem Thron entsagen, Asketen und Priestern, Armen und Elenden, Bettlern und Bittenden Gaben austeilen [...]

- Aus dem Pali-Kanon, Digha Nikaya 26

Maitreyas Ankunft

Das verborgene Land von Tuschita (auch: Tusita oder Tushita) befindet sich jenseits der Erde. Viele Buddhisten wünschen sich dorthin wiedergeboren zu werden, hoffend, in Maitreyas Gegenwart die höchste Einweihung zu erlangen.
Tuschita befindet sich, als eine von sechs himmlischen Welten, im Reich von Kamadhatu (Land der Wünsche), zwischen dem Himmel von Nirmanarati und dem Himmel von Suyama. Menschen die in Nirmanarati wieder geboren werden, bemühen sich durch rechte Führung und Enthaltsamkeit, sich in ihrer gegenwärtigen Existenz zu läutern. Der Himmel von Suyama ist die Heimat friedliebender Wesen, die dort in vollkommener Glückseligkeit leben.

Verschiedenen buddhistischen Weisen und Heiligen soll es aber bereits in ihrer irdischen Inkarnation gelungen sein, durch Meditation, in das reine Land von Tuschita zu reisen. Dort wurden sie dann von Maitreya in die Lehren des esoterischen Buddhismus eingeweiht. Einer von ihnen war Aryasanga: der Stifter der Yoga-Praxis. Durch Maitreyas Lehre kam der weise Aryasanga zur Erkenntnis, dass alles Wahrnehmbare nur aus geistigen Phänomenen entsteht, an sich aber substanzlos ist. Was der Sterbliche wahrnimmt, sind Projektionen seines Geistes.

Wenn dereinst der Buddha Maitreya auf der Erde erscheint, werden sehr viele Menschen aus den illusorischen Konstrukten ihres Geistes befreit und endlich erwachen. Dann werden sie verstehen, dass das Sinnen auf weltlichen Erfolg, und der Wunsch nach Befriedigung persönlicher Begierden, ihre Seele im Körper und Denken gefangen hält.

Buddhistische Weise sehen die physische Welt als Reflexion des begrenzten, verblendeten Ichs, dass die Realität als nur psychisch und geistig versteht. So sind sich die meisten Menschen ihres wahren Selbst (Atman) nicht bewusst, sehen nicht, dass dieser Kern ihres Seins aus dem Göttlichen (vedisch »Brahman« bzw. islamisch »Allah«) stammt.

Szenario der Endzeit

Besonders in Gegenwart der aktuellen, vierten industriellen Revolution, tendiert die durch Unwissenheit verursachte Verblendung, das Bewusstsein der Menschen immer tiefer hinabzuziehen, in die Finsternis der materiellen Welt. Laut der spirituellen Traditionen in Ost und West, sollen Irreführung und Wahn immer stärker zunehmen. Gewissermaßen lässt sich das ja heute schon überall erkennen. In den europäischen Großstädten, kann man es den Menschen sprichwörtlich vom Gesicht ablesen. Anscheinend ist der Durschnittsmensch bereits so ignorant, dass ihn nur noch Werbebotschaften erreichen, die Angst, Schmerz oder Ekel erregen.

Natürlich bringt uns die neue Technologie auch einen enormen Nutzen. Es soll hier kein Kulturpessimismus verbreitet werden. Die Geschehnisse eines jeden Zeitalters erfüllen ihren entsprechenden Sinn. Doch was die Menschen in den Industrienationen in den kommenden zehn Jahren erleben werden, kann heute niemand sagen. Sobald eine neue Technologie den Menschen das Leben vereinfacht, sind bereits unzählige neue Technologien parat und generieren neue Nachfrage. Keiner weiß wie sich die modernen Kommunikationsformen oder Künstliche Intelligenz, in den nächsten Jahren entwickeln.

Myriaden wertloser, kurzlebiger Informationen, hindern den Durchschnittsmenschen wichtige Einsichten darüber zu gewinnen, wer er und was seine tatsächliche Lebensaufgabe ist. Der Mensch ist gezwungen ständig neue Informationen zu erlernen. Sie bleiben aber meist nur oberflächlich, sind kurzlebig. Zwar informieren die neuen Medien den Menschen wie nie zuvor, in den seltensten Fällen aber bilden sie ihn! Doch nur wer über ausreichende Bildung verfügt, kann selbst entscheiden, welche Ziele er im Leben erreichen will. Durch ein Lebensziel erfüllen wir den Zweck unseres Daseins. Es ist etwas, dass den Kern unserer Seele bildet: das »Wahre Selbst« – Atman.

Je mehr Informationen wir über die materielle Welt um uns auftürmen, desto länger wird der Schatten, der uns den Weg zum Lebensziel verfinstert. Besonders wenn wir unseren Geist nur mit flüchtigen, banalen Informationen füttern, ist was darauf aufbaut nur labil. Hinzu kommt außerdem, dass viele Informationen im Internet und Fernsehen einfach falsch sind. Erdichtete Wahrheiten kursieren vor allem in sozialen Netzwerken.

Brauchbare Informationen im Internet zu finden ist aber möglich. Solche Informationen können uns als Wegweiser dienen, um Wahres Wissen zu erlangen – ein Wissen über den Weg den man gehen muss, um zu wesentlichen Erfahrungen zu kommen. Dann wird Wahres Wissen zu Weisheit.

Stilles Wissen

Natürlich können wir brauchbares Wissen auch in Büchern oder auf Internetseiten finden. Erkenntnisse jedoch, gewinnt man durch gemachte Erfahrungen. Es gibt aber Erfahrungen, die man nicht zufällig macht. Nur ein Meister kann einen zu solchen Erfahrungen führen. Sie nähren ein stilles Wissen im Herzen, das nicht intellektuell vermittelt werden, sondern von der Aura eines Lehrers auf den Schüler übertragen werden kann. Es ist kein intellektuelles Wissen, sondern ein Erfahrungswissen, dass nur jenseits geistiger Konzepte verstanden werden kann.

Laut buddhistischer und islamischer Überlieferung, werden die erwarteten Menschheitsretter, Maitreya oder Mahdi, den meisten unter den dann lebenden Menschen, ihre hohen Weisheiten in die Herzen einsprechen. Damit werden unzählige Menschen in eine Ethik eingeweiht, die auf wahrer Freundschaft basiert.

Der 12. Imam

Islamische Esoterik nennt den kommenden Lehrer der Endzeit Imam Mahdi (auch: Al-Mahdi oder Al-Mehdi). Er soll als Nachfolger des Propheten Mohammed erscheinen und alles Unrecht in der Welt beseitigen. Es wird dann genügend Essen für alle Menschen geben und ein goldenes Zeitalter des Überflusses anbrechen.

Bei den Zwölfer-Schiiten, den Anhängern des Imam Ali, lebt Mahdi als 12. Imam (arab. imam: Vorbild) in einer unsichtbaren Welt (arab. gaiba), ganz ähnlich dem Buddha Maitreya. Von dort soll er am Ende der Zeit auf die Erde kommen. In der Verfassung des Iran, wird Mahdi sogar als eigentliches Staatsoberhaupt genannt. Die islamischen Kleriker Teherans, sind nur Stellvertretung des Mahdi, bis dieser am jüngsten Tag aus der Verborgenheit wiederkehrt.

Der persische Sufi und Mystiker Suhrawardi (1153-1191) sah in Mahdi ein Wesen, dass bereits inkognito unter den Menschen lebt. Um seine spirituelle Kraft jedoch zu wahren, bleibt seine Anwesenheit unter den Menschen geheim. Erst wenn die Menschen aus ärgster Not nach Erlösung schreien, wird Imam Mahdi auftreten, von allen erkannt werden und als kommender Messias, die Seelen auf diesem Planeten erretten.

Daddschal - der falsche Messias

Es gibt zwar keine direkte Erwähnung des Daddschal (arab. für Anti-Christ, wörtlich »der Täuscher«) im Koran, doch er wird in islamischer Überlieferung beschrieben als der Widersacher Gottes. Er soll ein missgebildetes Wesen sein, mit einem blinden Auge. Vor dem Erscheinen des Imam Mahdi, wird er die Menschen täuschen und sie dazu bringen, sich von den spirituellen Weisheitslehren der Religion abzuwenden. Stattdessen wird er die Hölle anpreisen, das Paradies aber als einen Unort verleumden. Auf seiner Stirn trägt er ein Mal, das den drei arabischen Buchstaben Ka, Fa und Ra ähnelt. Sie bilden das arabische Wort Kufr كفر : Unglaube (vergl. Offenbarung 14:9).

Große Wunder soll der Daddschal in der Endzeit vollbringen. Viele werden ihn darum für den kommenden Messias halten. Dann soll er einen Menschen zu seinem Stellvertreter auserwählen und ihn auf seinen himmlischen Thron setzen. Der Zugang zu den heiligen Stätten der Muslime (Media und Mekka in Saudi-Arabien) bleibt ihm jedoch verwehrt.

Schließlich wird der Mahdi den Daddschal bekämpfen und besiegen. So soll sich der endgültige Sieg des Guten über das Böse ereignen und endlich das Zeitalter des Friedens unter den Menschen anbrechen.

Mahdi und Maitreya

In den Sahih Hadithen, den authentischen Aussprüchen des islamischen Propheten Mohammed, finden wir eine Erwähnung über die Wiederkehr des Imam Mahdi, am Tage des jüngsten Gerichts:

Durch Allah wird Al-Mahdi (Mahdi) aus der Verborgenheit kommen, kurz vor Anbruch des jüngsten Tages; selbst wenn es der letzte Tag auf Erden ist, wird er dann Gerechtigkeit und Gleichheit über die Welt bringen, Tyrannei und Unterdrückung auslöschen.

- Musnad Ahmad Ibn Hanbal, Band 1, S. 99

Mahdi und Maitreya scheinen sich ihrer Art nach zu gleichen. Was die islamischen Hadithen über Imam Mahdi sagen, ähnelt den Aussagen über Buddha Maitreya in den buddhistischen Sutras. Alle jene, die in den Tagen des Buddha Shakyamuni, keine Erleuchtung erlangten, würden dann aus den Fängen der Täuschung befreit und in Seligkeit erlöst werden.

Es scheint also, als teilten beide Religionen, Islam und Buddhismus, einen in wesentlichen Punkten übereinstimmenden Glauben, was die Rolle des Erretters in der Endzeit anbelangt. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Imam Mahdi wird nicht damit zögern, die nötige soziale Neuordnung zu erzwingen, während der Buddha Maitreya den Menschen offen lässt, sich aus selbst auferlegter Unterdrückung und äußerer Ungerechtigkeit zu befreien.

Doch selbst wenn sich beide Vorstellungen über die Endzeit, in diesem wesentlichen Punkt unterscheiden: ist es nicht bereits heute wichtig, über die Entwicklungen unserer Gesellschaft nachzusinnen?

Wer auch immer in Zukunft die Geschicke der Menschheit lenken wird: wir sollten jetzt damit beginnen Liebe, Glück und Frieden zu verbreiten – für uns und für unsere Mitmenschen.

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