Patriarchat

Marsianische Einflüsse im Eisernen Zeitalter

von S. Levent Oezkan

Marsoberfläche - ewigeweisheit.de

Lange bevor man Uranus, Neptun und Pluto als Planeten identifizierte, war unser roter Himmelsnachbar einer von fünf Planeten, die mit Sonne und Mond, zu den sieben klassischen Himmelskörpern zählen. Diese astrale Siebenheit korrespondiert zudem mit sieben Zahlen und sieben klassischen Metallen.

Die Sechs der Sonne strahlt golden, die Neun des Mondes glänzt silbern, die Fünf des Mars rötelt eisern, Merkurs Acht ist quecksilbrig, Jupiters Vier zinnern, und die Drei des trägen Saturn ist schwer wie Blei. Der Mars also entspricht der Fünf und befindet sich tatsächlich als fünfter Globus am Rande des inneren Asteroidengürtels unseres Sonnensystems.

Dass außerdem das Metall Eisen mit dem Planeten Mars zu tun hat, liegt auf der Hand: die grenzenlosen, roten Wüsten, die seine Oberfläche unter sich begraben, bestehen hauptsächlich aus Eisenoxid (siehe Titelfoto). Damit ist der Mars ein buchstäblich "rostiger Planet", denn das rote Eisenoxid seines Gesteins, ist die gleiche Substanz, die auch beim natürlichen Zerfall von Eisen oder Stahl auf der Erde entsteht. Bis auf das Eisen, sind alle anderen klassischen Metalle entweder zu edel um zu oxidieren (wie Gold, Silber, Quecksilber) oder bilden einen dünnen Schutzfilm, der sie vor weiterer Korrosion bewahrt (wie bei Kupfer, Zinn, Blei). Eisen fehlen solche Eigenschaften und es scheint sich regelrecht danach zu sehnen, in Stücke zu gehen.

Trotz der charakteristischen Unbeständigkeit des Eisens, ist es dennoch das härteste aller klassischen Metalle. Oberflächlich betrachtet ein Widerspruch. In Wirklichkeit aber verbirgt sich darin ein tiefes Geheimnis, das den ewigen Kreislauf allen Werdens und Vergehens im Universum bedingt.

Mundöffnungsritual – ewigeweisheit.de

Das alt-ägyptische Mundöffnungsritual, Darstellung aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. im Papyrus Hunnefer. Unten links im Bild die sogenannte "Mundöffnungsdeichsel" aus Himmelseisen.

Heiliges Metall aus dem All

Seit dem Altertum diente Eisen wegen seiner Härte der Herstellung von Waffen. Bevor man ab etwa dem 5. Jahrhundert v. Chr. begann Eisenerz zu verhütten, also aus Eisen Stahl herzustellen, verwendete man außerirdisches Eisen.

Sowohl im alten Tibet, in Mesopotamien, wie auch im alten Ägypten, wussten kluge Schmiede, wie sie aus niedergegangenen Meteoriten ein Metall isolierten, dass sie das "Himmelseisen" nannten – einer besonderen Eisenlegierung. Von diesem außerirdischen Metall spricht auch der Koran in der Sure Al-Chadid - "Das Eisen":

Und wir haben das Eisen herabkommen lassen, das viel Kraft in sich birgt und für die Menschen auch von Nutzen ist.

- Sure 57:25

Auch den Alten Ägyptern galt dieses Himmelsmetall als etwas Heiliges. Schon vor über 3.300 Jahren ließ sich der berühmte Pharao Tutanchamun daraus einen Dolch fertigen, der aber weniger eine kriegerische Waffe war, als er vielmehr ein Symbol seiner gottgleichen Macht darstellte. Schließlich war er aus himmlischem Stahl gemacht. Im Ägyptischen Totenbuch ist dieses außerirdische Metall ebenfalls von Bedeutung. Daraus nämlich ließen die ägyptischen Hohepriester ein besonderes Werkzeug schmieden: Die Mundöffnungs-Deichsel. In einem heiligen Ritual öffneten man damit symbolisch den Mund der Mumie des Pharao, um einen Teil des Seelenleibes aus dem dahingeschiedenen Körper zu erlösen.

Zwar indirekt, doch auch hier wieder war Eisernes an einem Degenerationsprozess beteiligt. Gewiss könnte man darum behaupten: Nicht nur seinem physikalisch-chemischen Wesen nach versinnbildlicht Eisen den Wechsel zwischen Strukturierung und Verfall. Aus roter Erde gewonnen lässt es sich im Feuer zu härtestem Stahl schmieden, womit in unserer materiellen Welt Wichtiges gebaut, doch damit auch immer wieder zerstört wird, wie etwa durch stählerne Waffen von Panzern, Kanonen und anderem Kriegsgerät. Doch selbst die sanftesten der vier Elemente, Wasser und Luft, korrodieren das harte Eisen über die Zeit hinweg zu rotem Rost.

Stahlarbeiter – ewigeweisheit.de

Ein Stahl-Arbeiter in der Hochofenanlage des Stahlwerks Thyssen in Duisburg (Foto: Deutsches Bundesarchiv; Quelle: Wikimedia; Lizenz CC BY-SA 3.0).

Die Geburt des Patriarchats

Wie Eingangs erwähnt, wirkt im Eisen der Erde ein marsianischer Kräftestrom. Als die Sonne vor 4.200 Jahren zu Frühling im Sternzeichen Widder aufging, überwog der Einfluss des Mars. Er nämlich ist der planetarische Regent des astrologischen Widders.

Die damalige Weltkultur stand unter dem Einfluss dieser marsianischen Regentschaft, die seitdem an Bedeutung sogar zunahm. Auch wenn heute viel grausamere Kriege geführt werden, sind sie jedoch nur Nachzügler dessen, was damals das astrale Bewusstsein unseres Planeten prägte: der Archetyp des Patriarchats.

Am Ende des Widder-Zeitalters strebte diese martialische Kultur auf ihren Höhepunkt zu. Alexander der Große eroberte weite Teile der damals bekannten Welt. Im 2. Jahrhundert v. Chr. gründeten die Römer ihr großes Weltreich. Das war aber auch die Zeit, als man Begann Waffen aus norischem Eisen zu schmieden.

An der Bedeutung des Eisens aber, hat sich für die Menschheitskultur nichts geändert. Wir verwenden dieses "ambivalente Metall" überall: in Stahlbewährungen in Häusern, Strommasten, Bahngleisen, Fahrzeugen, Maschinen, Waffen, Smartphones, Computern, Telefonen, Essbesteck und in allen nur erdenklichen Werkzeugen. Alle samt werden aus oder mit Eisen- beziehungsweise Stahlteilen hergestellt.

Das Planetarische Gedächtnis des Mars

In dieser Hochphase der Eisennutzung, scheint sich jedoch das esoterische Wesen jenes alten Planetengeistes, im maskulinen Archetypus Mars allgegenwärtig zu manifestieren. Unser Nachbarplanet selbst aber, befindet sich gegenwärtig in einer Ruheperiode. Seine Oberfläche ist tiefgefroren – fast tot.

Gab es vielleicht einst aber Leben auf unserem Nachbarplaneten?

Im Jahr 1888 schrieb die russische Theosophin Helena P. Blavatsky dazu in ihrem Buch "Die Geheimlehre":

Über die aryanische Menschheit und ihre Ursprünge weiß die Wissenschaft ebenso wenig, als über die Menschen von anderen Planeten. Mit Ausnahme von Flammarion und ein paar Mystikern unter den Astronomen, leugnet man zumeist sogar die Bewohnbarkeit anderer Planeten. Hingegen waren die Gelehrten der frühesten Gesellschaften des aryanischen Stammes solch große Adept-Astronomen, dass sie weit mehr über die Gattungen auf dem Mars gewusst zu haben scheinen, als der moderne Anthropologe von jenen der frühen Stadien der Erde weiß.

Es wäre meines Erachtens nach jedoch unsinnig Überlegungen anzustellen, wie solche Wesen einer Marskultur wohl ausgesehen haben könnten. Denn sicher unterschieden sie sich von unserem Leben ganz und gar - innerlich wie äußerlich. Doch das Leben auf dem Mars bestanden haben könnte, ist durchaus anzunehmen. Denn wie man seit Längerem weiß, besteht die Mars-Atmosphäre zu 95% aus Kohlendioxid. Und da Kohlenstoff, wie auch Wasser, Voraussetzungen für biologisches Leben sind, könnte es vielleicht sein, das einst eine verheerende Katastrophe, alles Leben auf dem Mars auslöschte.

Man sagt das Leben auf der Erde kam aus dem Meer. Umso faszinierender darum, dass sich am Südpol des Mars ein riesiger Salzwasser-See befindet. Ist er der Überrest eines einstigen Meeres das vielleicht sogar große Teile des Planeten bedeckte?

Planet Mars – ewigeweisheit.de

Bläulich-weiße Wassereiswolken über den marsianischen Vulkanen von Tharsis.

Übergang in eine neue Zeit

Was wir über den Mars, seine Geologie und Atmosphäre wissen, ist der Tatsache geschuldet, dass die Menschen in den vergangenen 50 Jahren mehrere Dutzend Raumsonden auf den Weg zu unserem eisernen Himmelsnachbarn sandten. Als sich die erste Raumsonde 1962 auf den Weg dorthin machte, gab es in Deutschland weder Farbfernsehen, noch Home-Computer, geschweige denn Mobil-Telefonie. Nicht einmal den Geheimdiensten stand das zur Verfügung, was heute jeder in seinem Leben als Internetzugang voraussetzt.

Vor genau 3 Monaten nun, startete eine weitere Marsmission: die NASA-Raumsonde InSight, landete Ende 2018 auf dem Mars, um das Innere des Planeten zu inspizieren, doch auch Wetterdaten auf dem Mars auf die Erde zu senden. All das sind Vorbereitungen auf eine für 2030 geplante bemannte Mars-Mission.

Wenn sich unsere Erde als eigenes planetarisches Bewusstsein denken lässt (Gaia), ließe sich solche Vorstellung ebenso auf unseren Nachbarn Mars anwenden. Man könnte darum sagen, dass wir in unserer Verbindung zum Mars, den Fluss eines Kräftestroms in Gang gesetzt haben, dessen Auswirkungen wir bisher noch nicht kennen, meiner Meinung nach aber bereits deutlich spüren.

Es treibt uns Menschen die Neugier, selbst in die kosmischen Überwelten einzugreifen, um mehr über ihr inneres Wesen zu erfahren. Auch die vom mythischen Schmied Hephaistos erschaffene Pandora, war nur zu neugierig. Ihr Wissensdurst aber brachte nur Sorgen und Leid über die Welt. Scheinbar jedoch hat die menschliche Entdeckerfreude für den Mars, einen unsichtbaren Kraftstrom angezapft, dessen martialische Einwirkungen vielleicht stärker als denn je auf unseren Planeten Erde zurückwirken.

Das Eiserne Geschlecht

In diesem Augenblick wohl schauen Sie in den Bildschirm eines Computers oder Smartphones. Doch was Sie da vielleicht in Händen halten, wäre inexistent, wären die Vorgängermodelle seiner Bestandteile, nicht ursprünglich zu militärischen Zwecken entwickelt worden.

Der englische Mathematiker Alan Turing entschlüsselte mit riesigen Rechenmaschinen den Enigma-Code der Nazis, was einen Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg markierte. Er war einer der Urväter des heute allgegenwärtigen Internets, dass aber erst nach dem Ende des Kalten Krieges für die Zivil-Gesellschaft freigegeben wurde. Heute befriedigt es menschliche Neugierde mehr denn je.

Relation Erde / Mars – ewigeweisheit.de

Der Krieg ist der Vater aller Dinge.

- Heraklit

Vor 2.700 Jahren entwickelte der griechische Dichter Hesiod eine Anti-Utopie von einer finsteren Zukunft. In seinem monumentalen Gedicht "Werke und Tage", nannte er fünf Menschheitszeitalter, von denen das Eiserne das letzte ist:

Denn jetzt hauset ein eisern Geschlecht, das weder am Tage ausruhen wird von Mühen und Leid, noch während der Nachtzeit, völlig verderbt; auch senden die Götter noch lastende Sorgen. Trotzdem wird auch ihnen zum Bösen sich Herrliches mischen. Doch auch dieses Geschlecht hinfälliger Menschen vertilgt Zeus, wenn gleich nach der Geburt an den Schläfen die Kinder ergraut sind. Einig sind nicht mit dem Vater die Kinder, nicht dieser mit jenen; nicht mit dem Wirte der Gast, der Gefährte nicht mit dem Gefährten; nicht wird teuer der Bruder noch sein, wie einst er's gewesen ist.

Was Hesiod darin präsentiert, passt recht gut auf die Verfassung der Gegenwart. Auch wenn manche sich nach einem Ende dieser Welt sehnen oder gar als Hiobsbotschafter den Jüngsten Tag heraufbeschwören, scheint zumindest die Welt, wie sie unsere Urgroßeltern kannten, sich grundlegend zu verändern.

Neben der menschlichen Intelligenz, wächst gerade eine neue, global umspannende digitale Intelligenz, die schon in wenigen Jahren gescheiter sein wird, als die gesamte Menschheit. Bleibt zu hoffen, dass sie auch eine Schläue entwickelt, die hilft, aus unserem Planeten Erde, für alle Menschen einen besseren Ort zu machen.

Bei all den Endzeiterwartungen vieler Esoteriker steht fest: Nichts endet, ohne dass ihm ein Neuanfang folgt. Zeit ist zyklisch und nicht linear. Manches wiederholt sich zwar, doch immer auf neue Art. Der indische Weise Sri Yukteschwar schrieb hierüber von einem großen Zyklus von ungefähr 24.000 Jahren, an dessen Tiefpunkt wir uns gerade befinden: dem Kali-Yuga – dem "Zeitalter des Streits". Dieser dunklen Weltperiode aber wird wieder ein lichtvolles, goldenes Zeitalter folgen.

Matriarchat – Patriarchat – Lumenarchat

Vor einigen Jahren hatte ich die Ehre mit dem polnischen Philosophen Henryk Skolimowski (1930-2018) eine Unterhaltung über den Zustand unserer Weltgesellschaft zu führen. Skolimowski schilderte dazu eine sehr interessante Perspektive:

Wenn wir zurückblicken in die ferne Vergangenheit vor 7.000 Jahren, standen die Menschen unter dem Einfluss einer göttlichen Ordnung, wo Gerechtigkeit und Mitgefühl herrschten. Leider aber drängten manche Menschen in patriarchal geprägten Gesellschaften, die ursprüngliche Ordnung auf unserem Planeten zu missachten. Im Matriarchat galt ein "Leben und Leben lassen", was aber anscheinend dem patriarchalen Gedanken eines "Lebenmüssens" weichen sollte. Die patriarchal geprägte Weltgesellschaft aber hat uns Menschen offensichtlich die Voraussetzungen genommen, weiterhin ein gutes Leben zu führen. Doch ebenso unmöglich lässt sich das alte Matriarchat wieder einführen. Wohin also bewegen wir uns?

Vielleicht kann die Menschheit Matriarchat, Patriarchat und Anarchie transzendieren, um Licht als große kosmische Mutter zu vermitteln – als Quelle aller Energie und Nahrung. Das wäre die Geburt des Lumenarchats: dem Zeitalter des Lichts.

 

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Ursprung der Sternen-Kulte bei den Völkern des Westens

Ursprung der Sternen-Kulte bei den Völkern des Westens

Sternenreligion - ewigeweisheit.de

Wenn wir uns in der Geschichte zurückbewegen in jene Zeit wo die ersten Menschen im alten Zweistromland siedelten, so finden wir hier die Ursprünge von Landwirtschaft und Viehzucht, die sich anscheinend von dort über die gesamte alte Welt ausbreiteten. Insbesondere aber für die Bedeutung der Kulturentwicklung im Westen, war diese Entwicklung maßgeblich.

Vor 12000 Jahren

Vor dieser Zeit lebten die Menschen allein als umherziehende Nomaden, die Jagd betrieben und Nahrung in Form von Früchten und Pflanzenwurzeln sammelten. Um 10000 v. Chr. aber ereignete sich etwas Sonderbares: Plötzlich begann man Vieh zu halten und Äcker zu bepflanzen. Wer aber Felder besät, muss sich in ihrer Nähe aufhalten. Denn wer nach der Aussaat sich auf Wanderung begäbe und erst nach einer gewissen Zeit zurückkehrte, um zu ernten, dem wären hungrige Vögel und andere Tiere bereits zuvor gekommen.

Landwirtschaft zwang die Menschen also in die Sesshaftigkeit, denn die Äcker wollten bestellt werden. Das heißt, man muss sie in Ordnung halten, den Boden düngen und für Bewässerung sorgen, Unkraut jäten, Schädlinge entfernen und wilde Tiere davon abhalten das Erntegut zu abzufressen.

Aus dieser kulturtechnisch ergebenen Sesshaftigkeit, entwickelte sich im Laufe der Jahrtausende dann das, was man heute als die Wirtschaft bezeichnet. Sie basierte anfangs auf reinem Tauschgeschäft. Mit der Erfindung der Zahlen und dann der Buchstaben, ergab sich die Grundlage für eine abstraktere Ebene des Handels, was zur Entwicklung des Geldes führte.

Mit der Sesshaftigkeit auf jeden Fall, ging ein schneller Zuwachs der Bevölkerung einher. Und damit sahen sich die Menschen mit vollkommen neuen Herausforderungen konfrontiert. Denn wo viele Menschen in Gemeinschaft wohnen, muss eine gewisse Ordnung herrschen, damit das Zusammenleben auch sinnvoll funktionieren kann.

Es entwickelten sich also die Zünfte, denn für jede Sache benötigte man Fachleute, die sich um bestimmte Aufgaben in der Gemeinschaft kümmerten. Manche davon mögen die Äcker gedüngt haben, andere trieben Handel mit den produzierten Waren, die sich zu Beginn der Städtekulturen aber insbesondere auf landwirtschaftliche Produkte beschränkten und die man mit anderen Kulturzentren tauschte.

Je größer aber eine Gemeinde wurde, desto eher tendierten die Mitglieder dazu eine Herrscherklasse als Regenten einzusetzen. In deren Verantwortung stand die Ausgestaltung von Regeln, deren Durchsetzung und Einhaltung den Mitgliedern einer Siedlung oblag. Das war die Geburt der ersten Stadtstaaten.

Um das Zusammenleben tragfähig zu gestalten, ordnete man die Gesellschaft der Siedlung in vier Kasten:

  • An der Spitze saßen die Regenten.
  • die Priester, die die Verbindung zum Himmlischen aufrecht erhielten, sich der Fragen der Menschen annahmen, hinsichtlich ihrer Traumgesichte, der Mythen und der Kenntnisse der geistigen Welt, waren auch für die Weihe der Regenten verantwortlich.
  • Händler und Kaufleute sorgten für die Verteilung von Gütern in den ersten Staaten.
  • Bauern und Viehzüchter, lieferten Nahrungsmittel und Rohstoffe, die die Siedler zum Leben brauchten.

Alle von ihnen aber dienten dem selben Mittelpunkt und das war das Zentrum der Stadt. Siedlungen und Äcker der ersten Städte, waren in einem kreisförmigen Muster um das Stadtzentrum angeordnet. Was sich dort im Mittelpunkt befand, dürfte von Stadt zu Stadt natürlich unterschiedlich gewesen sein, doch mehr oder minder war es immer ein besonderes Heiligtum, das man in den Anfängen, dort als großen Stein oder Fels aufstellte oder als Baum pflanzte.

Çatalhöyük – ewigeweisheit.de

Die historische Stadt Çatalhöyük in Anatolien: Weltweit älteste Ausgrabungsstätte einer alten Siedlung aus dem 7. Jahrtausend v. Chr. (Çatalhöyük, Foto von Omar Hoftun, CC BY-SA 3.0)

Vor 10000 Jahren – Zwei Entwicklungslinien: Matriarchal und Patriarchal

Man siedelte in alter Zeit meist an Flussläufen oder in den Tälern der Hochgebirge. Wo sich Getreide züchten ließ, betrieb man Landwirtschaft. In weiten Weideländern aber hielt die Hirtenvölker ihr Vieh, die damit das alte Nomadentum beibehielten.

Ab etwa zwischen dem 8. und 7. Jahrtausend v. Chr., ereignete sich eine Trennung der Geschlechterdominanz in den ersten Gemeinschaften. Die nomadisch lebenden, viehzüchtenden Menschen waren männlich geprägt. Man war hier darauf bedacht, die eigene Herde zu schützen, sie zusammenzuhalten und gegen fremde Herden abzuwehren. Insbesondere mit dem Töten oder Schlachten der Tiere, formte sich in patriarchal-nomadisch geprägten Gesellschaften ein Kriegertum.

Mühsamer dagegen war anfänglich die Arbeit im Ackerbau, die natürlich ganz eng an die Erde gebunden ist. Und dieses Element ist dem Matriarchat zuzuordnen. Denn die Mutter bringt Leben hervor, so wie die Äcker das gepflanzte Getreide. In dieser Form der Landwirtschaft dominierte anfänglich also das Weibliche.

Vor 8000 Jahren – Drei Volksgruppen im Nahen Osten

Wo man Landwirtschaft betrieb, lebten die Menschen oft in den Flussgebieten und in den Tälern der Hochebenen. Ihnen war die Erde heilig und so verehrte man Gottheiten, die Sinnbilder einer Weltenmutter waren.

Die anderen beiden Volksgruppen bildeten zwei große Hirtengemeinschaften:

  • Eine nördlichere Gruppierung bildeten die Indoeuropäer, die sich von südlich des nördlichen Polarkreises, hin über die Nordhalbkugel ausbreiteten. Sie hielten Rinder und domestizierten später auch das Pferd. Das Pferd natürlich brachte diesen Menschen eine militärische Überlegenheit gegenüber anderen Völkern.
  • Die andere Gruppierung lebte in den syrisch-arabischen Wüsten, die sich von oberhalb des nördlichen Wendekreises hin über die Nordhalbkugel ausbreiteten. Aus ihnen gingen die Völker der Semiten hervor. Diese Nomaden lebten insbesondere als Schaft- und Ziegenhirten, die später das Kamel domestizierten, dass dann, wie bei den Indoeuropäern das Pferd, auch hier in Kriegsszenarien eingesetzt wurde.

Sowohl die Nomaden des Nordens, wie auch diejenigen, die als Semiten in den alten syrischen und arabischen Wüsten lebten, versuchten allmählich die sesshaften, matriarchal geprägten, eher friedlich zusammenlebenden Gemeinschaften immer mehr zu verdrängen. Im 6. Jahrtausend v. Chr. begann man darum in sesshaften Gemeinschaften, Siedlungen einzuzäunen und Mauern zu errichten, um sich vor den nomadischen Völkern zu schützen. Denn sowohl Indoeuropäer, wie auch die Semiten, waren recht unbarmherzige Krieger.

Sargon von Akkad – ewigeweisheit.de

Bronzekopf des alt-semitischen Königs in Mesopotamien: Sargon von Akkad (2356-2300 v. Chr.). Die Beschädigung an der Augenpartie erfolgte bereits in historischer Zeit.

Vor 4000 Jahren – Wachsender Einfluss der Kriegerkaste

Ab einem gewissen Zeitpunkt, entwickelten sich die Gemeinschaften der maskulin geprägten Hirtenvölker zu Herrschern über die Siedler der Ackerbaukulturen.

Um 2300 v. Chr. tauchte dann ein Name auf, mit dem eine neue Ära in der Geschichte Mesopotamiens beginnt: der semitische Monarch Sargon von Akkad, der mit seinen Gefährten aus westlichen Ländern kam. Dann im 2. Jahrtausend v. Chr. erbauten die Sumerer die großen Zikkurat-Bauwerke, zu denen man auch den berühmten, in der Bibel erwähnten Turm zu Babel zählen könnte.

Damit ereignete sich gewissermaßen eine Erneuerung der gesamten westlichen Zivilisation. Das war auch die Zeit des großen Priesterkönigs Gudea von Lagaš (siehe Bild, ganz oben), Herrscher über die Reiche von Sumer und Akkad. Damals entstanden viele wichtige sumerischen Texte, die diesen uralten Wandel der westlichen Menschheit dokumentieren.

Das war auch die Zeit, als zum ersten Mal das Symboltier der gehörnten Schlange auftaucht. Auf der sogenannten »Vase des Gudea von Lagaš«, erscheint dieses Bild auf einem sumerischen Rollsiegel. Man sieht darauf jene ineinander umschlungenen, sich nach oben windenden Reptilien, die später anderen Göttern wie Hermes, Asklepios aber auch dem jüdischen Propheten Moses als Attribute dienten.

In der Zeit um 1750 v. Chr. entsteht das heute älteste bekannte Epos über den alt-babylonischen König von Uruk, den sagenumwobenen Gilgamesch. Das Gilgamesch-Epos stammt aus einer Zeit, wo einst auch Abraham mit seiner Frau zu einer großen Wanderung aufbrach, was darum als Geburtsstunde des jüdischen Volkes angesehen werden kann.

Vor 3000 Jahren – Entstehung einer Sternen-Religion

Das Zentrum der alten Siedlungen und ersten Städte, bildete wie bereit angedeutet, zuerst ein aufgerichteter Felsen oder ein Baum. Später wurde dieser aber durch einen Tempel ersetzt. Auch in kleineren Städten Europas, hat sich über die Jahrtausende hinweg dieser uralte Brauch erhalten. Denn noch heute befindet sich der Marktplatz dort, wo sich auch die Kirche im Zentrum des Ortes befindet.

Es war immer die Kunde vom rechten Glauben, an den alle gemeinschaftlichen Werte geknüpft waren. Und das war die Aufgabe der Priesterklasse. Sie auch waren jene, die die Schrift und die Zahlensymbole systematisierten. Natürlich verwendete man diese Symbole zuerst, um wirtschaftliche Ein- und Ausgänge zu notieren, doch später auch, um die beobachteten Bewegungen der Himmelskörper zu dokumentieren.

Solche Himmelsbeobachtungen bildeten dann also die Grundlage für die kulturelle Einwicklung einer Gesellschaft – wobei hier das Wort »Kultur« in seinem ursprünglichen Sinne zu verstehen ist, nämlich dem lateinischen cultura entsprechend: dem Ackerbau. Die Priesterschaft verfügte über ein Wissen, von dem man die Zeiten für die Aussaat ableiten konnte. Im alten Ägypten später, war etwa auch, der sich einmal jährlich ereignende Aufgang des Sirius, kurz vor Sonnenaufgang, von essentieller Bedeutung, denn dieses Ereignis zeigte an, dass der Nil sein Hochwasser führt und damit fruchtbarer Schlamm über die Äcker schwemmte. Kenntnisse dieser Vorgänge, wo von den Himmelsbewegungen abgeleitet wurde, wie sich das Agrarjahr entwickelt, besaß damals ausschließlich die Priesterkaste.

Nun waren insbesondere die klassischen Planeten von Relevanz. Denn während sie sich durch den himmlischen Tierkreis bewegen, bringen sie gewisse störende Einflüsse in den Lauf der sogenannten »Sphärenharmonie«. In dieser Erkenntnis fing man damit an, planetarische Einflüsse anhand mathematischer Formeln ganz genau zu berechnen, um sie in Zukunft vorhersagen zu können.

In dieser Entwicklung der Astronomie, kam es zu einer vollständigen Umformung der alten Mythen und Legenden, über die Götter und ihre Gesandten – wozu im alten Ägypten etwa der Gott Osiris, die Göttin Isis und ihr Sohn Horus zählten, oder bei den alten Griechen Dionysos als Sohn des Himmelsvaters Zeus eine Rolle spielte. Das Wichtige in dieser, man könnte fast schon sagen, »revolutionären religiösen Entwicklung« war, dass sich die Menschen von den irdischen Kulten allmählich lösten und ihren Gottesglauben neu auf das Himmlisch ausrichteten. Denn in den noch matriarchal geprägten Kulten, in den Jahrtausenden zuvor, galten besondere Tiere oder Bäume als verehrungswürdige Objekte oder es waren bestimmte, sogenannte »Kraftorte«, an die sich die Menschen begaben, um dort ihrer Gottheit zu huldigen. Jene Kraftorte, wurden später dann immer mehr in die Himmelskulte integriert, so dass sie zum spirituellen Bindeglied zwischen der irdischen und der himmlischen Welt fungieren konnten.

Die Vorstellung einer kosmischen Ordnung aber, führte die Menschen von der irdisch bezogenen Gottesvorstellung zu etwas vollkommen Neuem: Die Gottheit befand sich als Lenker der Gestirne und der damit zusammenhängenden Vorgänge im Jahreslauf, außerhalb des Erdkreises, jenseits und unerreichbar für den Menschen im Himmel. Alle von da an entstandenen Hochkulturen, beugten sich damit einem übergeordneten, kosmischen System der Spiritualität. Doch diese Spiritualität war nicht etwa nur ein geistiges Konstrukt, sondern hing direkt zusammen mit dem Vorgehen der landwirtschaftlich geprägten Kulturen ebenso, wie mit den Bewegungen der nomadisch lebenden Völker. Es war eben die Kenntnis über die Bewegungen der Himmelslichter, die den alten Kulturen half, ihre Ernährungsgrundlage daran ablesbar zu steuern.

Hieraus bildete sich eine grundlegende, allen Hochkulturen ähnliche Mythologie. Am täglichen und jährlichen Verlauf der Sonnenbewegung, an den monatlichen Phasen des Mondes und mit dem Verschwinden und der Wiederkehr des Planeten Venus (sowie der anderen Planeten): davon wussten die Hohepriester die natürliche Entwicklung auf der Erde abzuleiten.

Die Wirkung der Himmelsmächte, die die Priesterschaft genau vorherzusagen gelernt hatte, erhielt damit eine enorme Wirkung für das Zusammenleben der Menschen einer Kultur.