Pyramiden von Gizeh

Was ist »Heilige Geometrie«?

von S. Levent Oezkan

Michael Meier: Atalanta Fugiens - ewigeweisheit.de

Seit alter Zeit suchen Menschen nach den elementaren Strukturen die unserer geschaffenen Welt ihre Gestalt gaben – sowohl im winzig Kleinen, als auch in der Welt des riesig Großen. Wo in dieser kosmischen Ordnung befindet sich der Mensch, um darin in Harmonie mit den natürlichen Kreisläufen auf der Erde und im Himmel zu leben?

Mit Antworten auf diese große Frage, sollte der Mensch die Fähigkeit erwerben, alle jenseitigen Einflüsse in seinem Leben bewusst zu integrieren, auch wenn sie sich seiner Macht praktisch entzogen. Seine Fähigkeit zu messen und abzubilden aber, lehrten ihn die periodischen Aspekte von Werden, Sein und Vergehen in der Natur der Erde zu bestimmen und dabei zu beobachten, wie das im Einklang steht mit dem Verlauf der Himmelslichter.

Er erkannte in den irdischen und himmlischen Kreisläufen besondere Muster, aus denen er ableiteten konnte, wie er sein Verhalten anzupassen hatte, als sesshaft gewordener Mensch. Hieraus entwarf er Pläne, nach denen er zuerst einmal sein Tun ausrichtete, um damit schließlich seine Lebensgrundlage auf Erden zu sichern. Was er dafür aber zu vermessen hatte, verstand er als Teil einer großen Mutter Erde: das Land mit seinen Ebenen und Bergen, mit den darin verlaufenden Flüssen, den Seen, den Wiesen und Wäldern.

Den alten Griechen war die Erde als Mutter »Gaia« darum heilig. Kein Zufall dass man durch die dabei zur Anwendung kommenden Methoden, zur Bezeichnung »Geometrie« fand, ein Ausdruck der wörtlich die »Vermessung Gaias« tituliert. Diese Maß-Nahmen erfolgten direkt – geometrisch – wie auch indirekt – astrometrisch. Was das bedeutet, dem wollen wir uns im Folgenden zuwenden.

Sakralbauten

Seit mindestens 5.000 Jahren vermessen Menschen Land und Himmel – was sowohl an den Ufern des Indus in Fernost geschah, an Euphrat und Tigris Mesopotamiens, am Nil in Afrika oder anderswo auf unserem Planeten.

Schon sehr früh begannen die Ägypter heiliges Maß anzulegen, um ihre monumentalen Bauwerke zu errichten, die ja ganz und gar auf bestimmte Himmelslichter ausgerichtet zu sein scheinen. Was man dort als Tempel oder Pyramide geometrisch abgestimmt gestaltete, waren zuerst Sakralbauten, die an manchen jahreszeitlichen Ereignissen, dem Stand heiliger Sterne entsprachen. Auch die Tolteken Mexikos konstruierten nach solcher Maßgabe ihre Tempel und Pyramiden.

Was an Lichtern vom Nachthimmel auf Erden fiel, dessen Spiegelungen folgte man, im Glauben an die Weisungen einer Gottheit. Das war mal die leuchtende Schwanzfederschlange – der toltekische Quetzalcoatl – der in seiner Brust als Herz den Planeten Venus trug – oder weitab von dort, die ägyptische Göttin Sopdet, die man im funkelnden Stern Sirius verehrte. Beim Bau der Großen Pyramiden Ägyptens berücksichtigte man solch astrometrische Richtmarken, da sie der Priesterschaft erlaubte über die Zeitpunkte sakraler Rituale zu entscheiden.

Gott als Geometer – ewigeweisheit.de

Gott als Erschaffer des Universums: Frontispiz der Bible moralisée in der Bilderhandschrift Codex Vindobonensis (um 1225).

Mit Zirkel und Lineal – sonst nichts?

Wenn wir den Geometrie-Begriff zuvor einführten, als ein Vermessen der Erde, ist damit natürlich nicht nur das Anlegen von Maßstäben gemeint. Das Messen nämlich, als eine Beschreibung von Größen und Verhältnissen mittels Zahlenwerten, ist noch verhältnismäßig jung. Erst um ca. 500 n. Chr. kamen die Zahlen über die Araber aus Indien nach Europa und erst sehr viel später in den deutschsprachigen Raum (im 15. Jahrhundert durch Adam Riese). Vorher maß man anders, sagen wir »intuitiver« – was jedoch nichts mit Ungenauigkeit zu tun hat. Bevor das aus Fernost stammende, sogenannte dezimale Stellenwertsystem der Zahlen Verwendung fand, bediente man sich natürlicher Maße als Einheit, deren Werte man durch gekonnte geometrische Konstruktionen entsprechend anordnete.

Wenn hier von Werten und Maßen die Rede ist, sind damit vor allem so Größen wie Teile, Winkel und Bogenlängen gemeint. Denn alles was die Geometer seit alter Zeit in ihrer Arbeit verwenden, sind Zirkel, Stift und Lineal.

Bereits im antiken Rom kamen Zirkel zum Einsatz, wie archäologische Funde beweisen. Stifte und andere Zeichengeräte, verwenden Menschen seit mindestens 36.000 Jahren, wobei man meist Kohlen oder weiche Mineralien als Farbsubstanz benutzte. Die ersten Lineale waren aus Knochen oder Horn verfertigt, da diese wegen ihrer Härte, auch ihre Form beibehalten. Auch Elfenbein erfüllte diesen Zweck.

Auf jeden Fall hat sich an der Einfachheit dieser drei grundsätzlichen Handwerkszeuge nichts geändert. Seit alter Zeit wissen Geometer, Architekten und Grafiker, wie sich damit jede nur erdenkliche Form zeichnen und geometrische Figuren konstruieren lassen. Was in alter Zeit zuerst auf Stein, auf Holz und dann auch auf Pergament dargestellt wurde, sollte schließlich durch besondere Arten von Papier zur Vollkommenheit gelangen.

Maße jenseits der Vernunft

Aus unserer Fähigkeit Raum zu erleben, erkennen wir normalerweise, durch die in der Architektur zur Anwendung kommenden geometrischen Wissenschaften, was uns an Gestaltungskräften umgibt. Und wenn wir oben von Intuition sprachen, die die Architekten auch beim Bau sakraler Bauwerke verwendeten, war damit insbesondere das gemeint, was die dabei tatsächlich angewendeten Maßverhältnisse anbelangt. Besonders zwei Größen sind hierbei von Belang:

  • die Zahl Pi (griechisch π), zur Bemessung der Bogenlänge und anderer Maße des Kreises, wie
  • die Zahl Phi (griechisch φ), aus der sich das Goldene Maß ableitet, ein überall in der Natur vorkommendes Verhältnis, dass wir normalerweise als harmonisch empfinden, sei es als das Verhältnis der Gesichts- und Körperglieder beim Menschen oder etwa in der Anordnung der Blätter einer Rose.

Schon im alten Ägypten bereite den Hohepriestern die Zahl Pi wohl mit auch Kopfzerbrechen. Ein näherndes Verhältnismaß sollte jedoch ausreichen (wie etwa im Ahmes Papyrus der mit der Formel 4×(8/9)2 als Annäherung an die Kreiszahl Pi arbeitet). Denn Pi ist eine Zahl, wie ebenso Phi, die die Mathematik heute als »irrational« bezeichnet: ein Wert also, der sich dem logischem Denken entzieht.

Beides sind Zahlen, die nicht durch mathematische Brüche darstellbar sind und deren Ziffern nach dem Komma, sich niemals wiederholen, sondern bis in die Unendlichkeit immer wieder in eine andere Ziffer umformen. Wer darüber etwas nachsinnt, dem dürfte einleuchten, wieso sie insbesondere für die Heilige Geometrie von besonderem Belang sind. Sie basieren quasi auf einer Geometrie die göttlich ist, und sich darum ganz und gar dem menschlichen Verstand entzieht. Denn selbst wenn Mathematiker zu den Zahlen Pi und Phi sehr präzise Annäherungen fanden, erhielte man, selbst wenn die klügsten Computer alle Ziffern dieser beiden Zahlen ermitteln wollten, dennoch kein Ergebnis, selbst wenn sie rechneten bis ans Ende der Zeit.

Pi und Phi bilden also keine Verhältnisse und lassen sich darum auch nicht berechnen. Beeindruckend aber ist, dass, wer mit dem Zirkel geometrisch konstruiert, das immer im Verhältnis zu diesen beiden Maßen tut.

Über die Vermessung der Heiligen Bezirke

Wie auch immer man diese Werkzeuge und gefundenen Maße verwendet, dienten sie zuerst einem sakralen Zweck, um damit etwa jene zu Anfangs angedeuteten Jahresfeste genau zu berechnen. Über die Beobachtung und Messung der Himmelsbewegungen, sowie der daraus gewonnenen Erkenntnisse, zeichnete man die ersten geometrischen Formen zur Hilfe dessen, was als Astronomie bekannt ist: die Kultusgesetzte der Sterne. Was sich also dort im Himmel und entsprechen auch auf der Erde an besonderen Formen und Maßen ablesen ließ, ging mehr und mehr über in eine Verwendung der dabei ermittelten Maße für kultische Handlungen.

So ermittelte Daten setzten die Zeitpunkte für sakrale Feierlichkeiten fest, die man an besonderen Orten beging: den Temenoi. Dorthin hatten einst nur jene Zugang, die für ein Volk oder eine Gemeinschaft, eine wichtige religiöser Rolle spielten – sei es etwa als Häuptling eines Stammes, als Priesterschaft oder auch als König eines Reiches. Ein Temenos (Einzahl von Temenoi) ist ein heiliger Bezirk, nach dem sich entsprechend spirituell Gesinnte oder Religionsangehörige in ihren Gebeten ausrichten.

Zu den weltweit bekanntesten Temenoi zählt etwa die Kaaba im arabischen Mekka. Den alten Griechen aber galt die Akropolis in Athen als Temenos, den Juden der Hof des Salomonischen Tempels zu Jerusalem, den Israeliten, auf ihrer Wanderung durch den Sinai, der Gipfel des Mosesberges. Abstrakteste Form dessen, was man Temenos nennt, ist wohl der Berg Kailash in Tibet, zu dem allerdings nur die Götter Zutritt haben, denn ihn zu besteigen ist Menschen bis heute untersagt.

Das Kalachakra-Mandala – ewigeweisheit.de

Kalachakra-Mandala, Tibet, 16. Jahrhundert.

Geometrie, Ritual und Intuition

Die Art und Weise, ja eigentlich die »Kunst«, sakraler Zeremonialhandlungen an solchen Orten, ist ganz und gar ausgerichtet auf eine besonders dafür entwickelte Heilige Geometrie. Denn durch die so, in sakraler Harmonie gezeichneten Formen, kann die Priesterschaft den Gläubigen helfen, auch intuitiv dem rituellen Geschehen zu folgen.

Die keltischen Druiden von Stonehenge oder Avebury zum Beispiel, führten Teilnehmer während ihrer heiligen Zeremonien, entlang der Menhire. Aber auch christliche Kleriker heute, weisen die Mitglieder ihrer Gemeinden im Gottesdienst dazu an, auf besonderen Wegen durch die Kirche zu gehen, an jene Orte darin, wo sich eine rituelle Handlung ereignet. Das kann etwa der Mittelgang einer Kathedrale sein, über den die Gläubigen sich zum Altar bewegen, um dort die Hostie zu empfangen. Heilige Geometrie dabei aber ist auch, was den darin Beteiligten peripher die höheren Wahrheiten des Geschehens suggeriert, scheint doch jedes architektonische Element eines Sakralbaues, seinen dafür vorgesehenen Zweck zu erfüllen.

Wegen der Kenntnis ihrer eigentlich wichtigen Bedeutung für die entsprechenden Kulthandlungen, verwendete man die dafür entwickelten Wegmarker, Symbole und großflächigen geometrischen Strukturen, dann später um jene sakralen Bauwerke zu markieren und darin auch physisch zu fixieren. Nicht zufällig etwa finden sich jene berühmten Formen, wie etwa das Hexagramm, die Vesica Piscis oder die Blume des Lebens, als sakrale Verzierungen in vielen verschiedenen antiken Bauwerken und zwar sowohl bei den Menschheitskulturen des Westens und des Ostens.

Wichtigster Zweck heiliger Geometrie ist, dem Betrachter durch darin verwendete, typische Bilder und Formen, zur Erkenntnis zu verhelfen, über das Wesen des Seins. In solch heiliger Kunst werden die Weisheiten und die sich daraus ergebenden Ritualhandlungen vermittelt.

Mandalas in Tibet

Die wohl berühmteste Ornamentfigur der tibetischen Buddhisten, ist das Kalachakra-Mandala – das Rad der Zeit. Ein Mandala ist ein Symbol für die esoterische Struktur des Universum, dass in Buddhismus und Hinduismus, insbesondere in der Meditation zum Ausdruck kommt. Vor allem für die Praktizierenden im sogenannten Vajrayana, dem Diamantenen-Fahrzeug des tibetischen Buddhismus, spielt das Kalachakra eine bedeutende Rolle. All die vielen Details in diesem charakteristischen Mandala, zeigen sich dem Meditierenden vielleicht zuerst im Außen, doch bilden eigentlich eine Landkarte für das Innere seines Bewusstseins.

Nicht zufällig nun, findet die eigentliche Zeremonie der Kalachakra-Einweihung getrennt statt von dem, was die Mönche da in einem anderen Raum (oder dafür vorgesehenen Ort) aus farbigem Sand als Mandala herstellen. Bereits da aber befinden sich die Mönche in achtsam-meditativer Konzentration. Denn nur so lassen sich die darin enthaltenen Elemente der Tradition entsprechend abbilden. Nach dem äußeren Zeremoniell mit den Teilnehmenden, haben diese dann Zutritt zu dem fertiggestellten Kalachakra-Sand-Mandala. Dieses Abbild eines heiligen Mandala basiert vollständig auf der Harmonie einer sakralen Raumlehre. Seine Bestandteile aber repräsentieren den Palast eines Buddha, durch den sich der Eingeweihte in seinem Innern bewegt.

Das alle Form aber, wie auch die Heilige Geometrie des Kalachakra-Mandala, an Zeit gebunden ist, endet dieses heilige Zeremoniell mit der Zerstörung des dafür hergestellten Bildes. Der farbige Sand wird also zusammengekehrt zu einem kleinen grauen Häufchen, das man daraufhin feierlich in die Fluten eines Flusses kippt.

Auch wir Menschen, deren Körper ja auch auf den Prinzipien der Heiligen Geometrie basieren, werden dereinst wohl zu Staub zerfallen sein, während sich die reinste Substanz unseres Inneren fortbewegt, im kosmischen Fluss der Zeit.

Verhältnis Pi zu Phi – ewigeweisheit.de

Die Breite und Höhe der Vesica Piscis (innen, schwarz), stehen im Verhältnis des Goldenen Maßes (Seiten des Rechtecks, grün).

Heilige Geometrie in der islamischen Kunst

Wegen des Bilderverbots im Glauben der Muslime, spielte insbesondere die Verwendung von geometrischen Mustern, die auf Grundlage sakraler Strukturen entwickelt werden können, schon immer eine ganz zentrale Rolle. Natürlich führte das in der islamischen Kunst zu einer ganz eigenen Kultur optischer Gestaltung.

Die typischen geometrischen Arabesken sind meist zusammengefügt aus sich wiederholenden, und teils in sich verstrebten Quadraten, Kreisen und anderen Formen Heiliger Geometrie. Hieraus ergeben sich komplexe Muster, die den Geist ihrer Betrachter durchaus zu zerstreuen vermögen – allerdings in positivem Sinne. Denn in meditativer Betrachtung lassen sich Gedanken auflösen, während die Blicke des Betenden, über solch geometrische Strukturen in der Moschee schweifen, seine Ohren aber geöffnet bleiben, um den Gesängen seines Imam zu lauschen.

Der englische Künstler Keith Critchlow (1933-2020) meinte gar, dass diese geometrischen Muster ihren Betrachter sogar zu einem tiefen Verständnis der darin befindlichen Realität zu führen vermögen.

Sakrale Kunst der Christen

Die christliche Sakralkunst versucht ihren Religionsmitgliedern eine Vision dessen greifbar zu machen, was durch das Erscheinen, den Leidensweg, den Tod und die Auferstehung Christi gelehrt werden soll. Im Mittelalter war so etwas für all jene von Bedeutung, die nicht lesen konnten, doch durch bildliche Darstellung jener geschilderten Christus-Geheimnisse, intuitiv die damit einhergehenden Wahrheiten erfahren sollten.

Wohl nicht zufällig erscheint der Christus Jesus in vielen sakralen Darstellungen, aus einer Vesica Piscis hervortretend, während ihn die vier Tierwesen umgeben: der Heiland als Repräsentation des Göttlichen Zentrums, aus dem die Frohe Botschaft als Christuslicht in die vier Weltecken strahlt, sichtbar geworden in den Schriften der vier Evangelisten, wo ein Mensch den Matthäus symbolisiert, ein Löwe den Markus, ein Stier Lukas und ein Adler Johannes. Das sind bildhafte Anspielungen auf das, was dem Gläubigen bekannt ist, doch ihm in seinem Betrachten helfen soll (zum Beispiel einer christlichen Ikone), die darin verborgene Mystik intuitiv und als Ganzes zu erfassen.

Was sich darin als Vierheit zeigt, erscheint natürlich wieder in der Form des Kreuzes. Das Kreuz in einen Kreis gefasst aber, wird zum astrologischen Zeichen für die Erde. Im Paganismus etwa nennt man dieses heilige Symbol das »Sonnenrad«. In allen Fällen aber finden wir darin den Hinweis auf ein Zusammenwirken solarer und irdischer Symbolik.

Im Christentum ist das eine Allegorie auf den Messias Jesus als Gottesebenbild des Solaren, der am Kreuz hingerichtet, ein Sinnbild formt, für unsere irdische Katharsis. Wenn da also ein christlicher Leidensweg am viergliedrigen Kreuze endet und ein auferstandener Christus etwa aus der Vesica Piscis hervortritt: suggeriert das nicht auch den Weg, den ein Mensch als eine im irdischen Körper geborene Seele durchlebt und erleidet und ihn endlich mit dem Tod zum Auferstehen aus der Polarität führt, wieder zurück in die Einheit?

Sicherlich sind diese Symbole und auch andere Strukturen der Heiligen Geometrie, immer schon Mittel gewesen, um den Menschen in seinem irdischen Dasein Anhaltspunkte zu geben, die ihm in seinem Leben als Wegmarken dienen können, bis ans Ende seiner Tage.

Ganz im Sinne Gaias

Seit der Antike spricht man von insgesamt fünf exoterischen und esoterischen Schlüsseln. Sie helfen einem Menschen dabei sogenannte »Tore des Bewusstseins« zu öffnen, durch die einer Zugang finden kann, zum seinem wahren Selbst. Diese Schlüssel sind Kenntnisse in Physiologie, Psychologie, Astrologie, aus der Metaphysik und schließlich aus der Heiligen Geometrie. Das Sakrale letzteren Schlüssels, der Geometrie, aber dient der intuitiven Erkenntnis über das Wesen der eigenen Innenwelt – zu der die Verwendungen der anderen Schlüssel natürlich unterstützend beitragen sollen.

Wie sich daraus ableiten lässt, wurzelt die esoterische Wissenschaft der Heiligen Geometrie in der Beobachtung der natürlichen Vorgänge auf der Erde und im Himmel. Die darin wirksamen mathematischen Prinzipien, zeigen sich in unzähligen Strukturen der Natur. Man denke etwa an den Aufbau der Kerne in der Blüte einer Sonnenblume, die in manchen Pflanzen vollkommen akkurate, geometrische Muster hervorbringen.

Die Sonnenblume – ewigeweisheit.de

Die Anordnung der Kerne in der Blüte der Sonnenblume, weist hin auf das Goldene Maß.

Doch auch Tiere finden sich, die solch geordnete, geometrische Strukturen bilden, wie etwa das Schiffsboot, einem Meeresweichtier dessen Muschel aus einer logarithmischen Spirale besteht, wobei ihre Grundform immer die selbe bleibt.

Besonders deutlich sieht man das aber bei den Bienen, mit ihren perfekt geformten Waben, in den sie ihren Honig speichern. Interessant dabei ist, dass die ringförmigen Moleküle der beiden Hauptbestandteile des Honigs, Traubenzucker und Fruchtzucker, sich auch molekularer Ebene jeweils wieder aus solchen Waben zusammensetzen.

Es scheint darum naheliegend, dass, bei der Erkenntnis solcher Zusammenhänge, es immer Denker gab, die daraus besondere, ganz eindeutige Muster abzuleiten wussten, die schließlich zu den charakteristischen Formen der Heiligen Geometrie wurden. Die Vesica Piscis, die Blume des Lebens, das Hexagramm, das Pentagramm oder die Spirale, wie auch die platonischen Körper, spielen eine signifikante Rolle, um natürliche Phänomene zu veranschaulichen, die uns beim Menschen, bei Tieren, Pflanzen und Mineralien begegnen.

In alter Zeit und auch heute noch, sehen darin manche eine Art geometrische Vorlage, aus der die Gottheit das erschuf, was sich dann als geistige Struktur in der Welt manifestieren sollte. Was sich aus solch einem Verständnis über die Ursprünge unseres energetisch-materiellen Universum später entwickelte, ging ein in die sakrale Baukunst der Kirchen, Synagogen und Moscheen, ebenso wie auch in die Architektur der Tempelbauten in Hinduismus und Buddhismus, wie auch in jene Heiligtümer anderer alter Kulturen unserer Welt.
 

Heilige Geometrie ist eine universale Kunst, die versucht in den Erscheinungen der Natur, Muster zu entdecken, und aus den so gewonnenen Erkenntnissen abzuleiten, dass solcher Art Strukturen auf unseren Geist ordnend wirken. Es sind geometrische Muster die ihre Form behalten, unabhängig von Zeit, Raum und Materie. Alle Heilige Geometrie aber liefert feinstoffliche Vorbilder, nach deren Maß sich die Welt gestalten ließe.

So ist es möglich, manche dieser geometrischen Grundstrukturen als »heilig« zu würdigen, da sie durch ihre Ordnung und ihre systematisch konstruierten Formen, an sich unveränderlich bleiben. Wer sich also zu verbinden vermag, mit dieser Art Formen, ist einer, der den Großen Mysterien der Welt einen Schritt näher gekommen ist und dem dabei der große Weltenbau als Ganzes erscheinen dürfte. Er selbst kann sich damit als Teil dessen in Kontakt bringen – ihren Mustern, ihren Formen und Verbindungen, den Gesetzen dieser Heiligen Geometrie – die unseren geschaffenen Kosmos »im Innersten zusammenhält«.

 

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Besuch der Großen Pyramiden von Gizeh

Besuch der Großen Pyramiden von Gizeh

Cheops-Pyramide und Sphinx - ewigeweisheit.de

Nur wenige antike Bauwerke umschweben so dichte Nebel aus Sagen, Vermutungen und Behauptungen, wie die großen Pyramiden. Eine Zeit lang war es sehr populär über die gewaltigen Monumente am Nil zu erzählen. Die Esoterik-Szene ließ kein Härchen an diesem vermeintlich haarigen Monster, dass die okkulten Geheimnisse über die Pyramiden von Gizeh, uns bisher anscheinend nur vorenthielt.

Heute aber erscheinen immer wieder neue Erklärung für das Entstehen, die Funktion und die wirkliche Bedeutung dieser drei größten Bauwerke der Antike. Nur leider widersprechen sie sich viel zu oft.

Phänomenal an den vielen Legenden und Theorien zu den großen Pyramiden bleibt, dass bis heute einfach immer noch keiner das Warum und noch viel weniger das Wie dieser Bauwerke tatsächlich und plausibel beantworten kann. Und es wurde so viel Gerede und Getöse um sie gemacht, dass manche wohl schon abwinken, wenn man auf die Pyramiden von Gizeh zu sprechen kommt.

Doch wie auch alle anderen Forschungs- und Wissensgebiete ihre Gezeiten haben, trifft das auch zu auf diese Monumente. Mal ist da wieder Offenheit, damit bei einem, wie ich gerade selbst hoffe, nochmal Neugierde entfacht wenn die Frage aufkommt: Warum stehen diese denkwürdigen Bauwerke dort in Ägypten?

Die erste Antwort darauf birgt an sich die Erkenntnis darüber was die Pyramiden alles nicht sind, um zu verstehen was ihre Bedeutung sein könnte. Damit meine ich die Widerlegung angenommener Thesen und ein damit einhergehender »Beweis durch Widerspruch«, mit dem Ziel die eigentliche Dimension ihres Sinns, aus dem Gerippe rein profaner Annahmen zu befreien und sie auf eine Art abzubilden, die ihnen auch gebührt.

Auf dem Gizeh-Plateau (Ägypten) - ewigeweisheit.de

Auf dem Gizeh-Plateau in Ägypten. Die wirkliche Größe der Pyramiden lässt sich erahnen, wenn man die winzigen Menschen am äußersten Saum des Bauwerk anschaut. Der in diesem Foto sichtbare Abschnitt, der einen Ecke der Pyramide, erreicht nur etwa ein Drittel der tatsächlichen Höhe der Pyramide!

Auf dem Gizeh-Plateau (Ägypten) - ewigeweisheit.de

Komischer König Cheops

Alles fängt in Gizeh dabei an mit den Mutmaßungen von Archäologen. Was sie bisher aus den Tiefen der Unwissenheit an die Oberfläche der Wissenschaft befördern konnten, soll unser Ausgangspunkt sein. Denn was sie uns da an alt-ägyptischer Sachkunde zu vermitteln versuchen, ist so zäh und undurchdringbar, dass sich daraus schon fast die Fundamente für eine Theorie errichten lassen, die eigentlich gar nichts mehr mit den Pyramiden selbst zu tun haben. Alle Archäologen möchten mir diese fiese Unterstellung bitte vergeben.

Doch nicht nur dass es fantastisch viele Arbeiten von Archäologen über die Gizeh-Pyramiden in den vergangenen zwei Jahrhunderten gab: Mit den Forschungsergebnissen, die sowohl Wissenschaftler als auch Pseudowissenschaftler liefern, scheinen mittlerweile immer skurrilere Facetten von Annahmen einander die Stirn zu bieten.

Schon als man zuerst in Europa versuchte das Phänomen der Pyramiden zu erklären oder sie in Beziehung setzen wollte mit Personen und geschichtlichen Ereignissen, ging all das immer mit Grotesken einher.

Zu einem der aus meiner Warte absurdesten Bezüge, zählt dabei sicherlich die Namensgebung der höchsten der drei Großen Pyramiden, die den Namen »Cheops-Pyramide« trägt.

In einer Kammer dieses Bauwerks fand man Anfang des 19. Jahrhunderts Graffiti mit diesem Namen Cheops, eine moderne Form des Namens von Pharao Khufus, der vor mehr als viereinhalbtausend Jahren im Alten Reich Ägyptens regierte und heute offiziell als Erbauer der großen Pyramide von Gizeh gilt.

Man schlussfolgerte nun, er hätte mit diesem Monument sein Grab erbaut, nur weil man zufällig in dieser und jener Ecke, undatierte Gekritzel mit seinem Namen Cheops fand.

Der englische Ägyptologe Richard William Howard Vyse sprengte eine Bresche in die Südseite der Pyramide, da er davon ausging im Innern mehr zu finden. Ob seine Hauptmotivation dafür die Suche nach Goldschätzen war, sei einmal dahingestellt, denn Gold will er darin tatsächlich gefunden haben. Nur was darin sonst noch zum Vorschein kam, hätte seinem Ruf als Archäologen wohl kaum etwas gebracht, denn er wusste nicht wofür die darin zum Vorschein gekommenen Kammern eigentlich gedacht waren. Manche glauben darum, dass er selbst den Namen Cheops dort in den Stein kratzte, zumal die Hieroglyphen dafür anscheinend falsch geschrieben sind.

Selbst aber wenn, wie von Vyse angenommen, vor langer Zeit die Bauarbeiter die Graffiti mit dem Namen Cheops dort hinterließen, was sollte das bezwecken? Wollten sie sich daran erinnern, für wen sie eigentlich die Pyramide bauten?

Bis heute scheinen die Graffiti der eindeutige Beweis dafür zu sein, um logisch schlussfolgern zu können und um damit weitere Studien herzuleiten, die bis heute als Ausgangspunkt für weitere Forschungsansätze dienen, trotz das man nie einen Leichnam oder irgendwelche Grabbeigaben in den vollkommen versiegelten Pyramiden fand, die auch nur den Anschein eines Bezugs zu dem besagten König haben könnten, nennt sie die Wissenschaft weiterhin »Pyramide des Cheops«.

Die Marsianische Stadt

Über diese Informationen nachsinnend saß ich in meinem Flugzeug nach Kairo. Draußen war es bereits dunkel. Man sah dann aber wie wir uns allmählich der Metropole näherten. Das Bild dass sich uns da zeigte war wirklich fantastisch. Bald schien der gesamte Horizont in der Ferne von unzähligen Lichter und Laternen übersät zu flimmern, so weit das Auge reichte. Es schien als befänden wir uns im Landeanflug auf eine galaktische Stadt.

Die Abwicklung am Flughafen erfolgte unkompliziert und ich erhielt schnell mein Touristenvisum. Von dort nahm ich ein Taxi nach Gizeh, wo sich mein Hotel befand. Der Taxifahrer war ein freundlicher, hilfsbereiter, älterer Mann, der einen kleinen schwarzen Turban trug und in eine graublaue Galabea gekleidet war, dem typischen, arabischen Kleid mit Kapuze für Männer. Ziemlich archaisch, doch nicht ungewöhnlich für Kairo.

Er fragte mich in gebrochenem Englisch woher ich komme und nachdem ich ihm meine Herkunft verriet, lächelte er mich mit seinen verbliebenen Zähnen im Mund an und reichte mir die Hand. Ein Taxifahrer in Ägypten der Englisch kann. Irgendwie seltsam, denn mir war das seitdem nie wieder passiert.

Er bot mir gleich eine Zigarette an, doch ich lehnte dankend als Nichtraucher ab. Er zwinkerte und lächelte, während er mich dabei wissen ließ, dass in Ägypten ja sowieso alle rauchen, was sich in den kommenden Tagen für mich auch so bestätigte. Als Tabakabstinenzler waren ich und vielleicht andere Touristen in der Minderheit.

Oft war ich in Ägypten in den vergangenen Jahren. Ein wahrlich besonderes doch auch sonderbares Land, ein Ort der Begegnung afrikanischer, asiatischer und auch europäischer Kultur. Schließlich waren die alten Ptolemäer-Könige Griechen und Ägypten lange Zeit ein Weltzentrum der Gelehrsamkeit, allen voran wohl die nordägyptische Hafenstadt Alexandria.

Kairo, auf arabisch Al-Qahira, die heutige Hauptstadt des Landes, nennen die Ägypter die »Mutter aller Städte«. Dort nämlich soll mancher Meinung nach die erste städtische Zivilisation unseres Planeten entstanden sein. Ihren Namen aber erhielt die Stadt vom Planeten Mars, den die Ägypter »An-Najm Al-Qahir« nennen: den Stern der Eroberer. So ist Kairo also die »Stadt des Mars«. Als ich darüber zum ersten Mal laß, war ich schon ein wenig verdutzt.

Wer aber erbaute diese uralte Stadt nun wirklich?

Heiliger Berg Parnass in Mittelgriechenland - ewigeweisheit.de

Das Cydonia-Hochland auf der nördlichen Hemisphäre des Planeten Mars (Foto: NASA). Oben sieht man das berühmte Marsgesicht, südlich davon, hier unten im Bild, pyramidenförmige Felsen. Die Pyramide rechts unten hat eine ungefähre Breite von etwas mehr als drei Kilometern. Bei Ufologen der Moment, in dem die Alarmglocken läuten!

Sklavenarbeit in Hochpräzision?

Zumindest waren Kairos Erbauer wohl nicht jene, die sich angeblich am Bau der Pyramiden von Gizeh beteiligten. Die nämlich sollen einfache Sklaven gewesen sein.

Wie uns der griechische Geschichtsschreiber Diodor von Sizilien mitteilte, halfen 360.000 Mann beim Aufbau der Cheops-Pyramide. Angeblich errichteten sie riesige Erdwälle, auf denen dann die gigantischen Steinquader immer weiter nach oben zogen wurden, um sie an dem für sie vorgesehenen Platz zu positionieren.

Unter Peitschenhieben gequält, schoben die Männer angeblich diese monströsen Quader aus Stein, zentimetergenau in die gewünschte Lage, was zu Hunderten, mit striemigem Rücken, bei erbärmlich praller Hitze und brennendem Sonnenlicht, ganz akkurat durchgeführt werden musste.

Ich gebe zu, hier kamen mir gewiss die Bilder des in den Fünfzigern entstandenen Monumentalschinken »Sinuhe der Ägypter« von Michael Curtiz in den Sinn. Woran denken Sie, wenn es um 360.000 Sklaven geht die die Pyramide zu Ehren Cheops erbauen mussten? Wohl kaum etwas, dass sich nicht auch Diodor vorgestellt haben musste, denn alles was er dazu aufschrieb, entstammte seiner Phantasie, lebte der Mann doch mehr als 2.000 Jahre nach dem eigentlichen Bau der Pyramide!

Wusste Diodort aber noch etwas wovon wir nichts wissen und schwieg nur darüber?

Ich selbst begann zum ersten Mal zu zweifeln an der Sklavenarbeit, als ich erfuhr wo diese riesigen Steine vielleicht herkamen. Manche meinen nämlich man hätte sie aus dem »nahe gelegenen« Mukattam-Gebirge nach Gizeh gebracht. Schön und gut. Nur wie holte man die gigantischen Steine von 2.500 Kilogramm, damals aus mehr als 23 Kilometern Entfernung auf das Gizeh-Plateau? Zu Fuß benötigt man für so eine Strecke ungefähr vier oder fünf Stunden. Wie in aller Welt aber brachte man von diesen Zweieihalbtonnern ganze 2,3 Millionen Stück auf das Gizeh-Plateau und das »nur« für eine der drei großen Pyramiden?

Man ließ sich wohl viel Zeit. Sehr viel Zeit. Oder?

Selbst wenn man 500 Jahre lang jeden Tag damit zugebracht hätte, wären es täglich mehr als 30 Tonnen Gestein gewesen, die man aus 23 Kilometern Entfernung hätte ankarren müssen – auf das Gizeh-Gelände, durch Felsklüfte und Täler, entlang von Berghängen, zu Hunderten buckelnd an Seilen zerrend. Laut Diodor aber verlief der Bau der Pyramiden in gerade einmal 20 Jahren!

Doch selbst in dieser Zeit hätte man pro Minute einen dieser zweieinhalb Tonnen schweren Steinquader verbauen müssen, um in 20 Jahren das Bauwerk zu errichten. Das heißt also, alles musste 25 mal so schnell erfolgen wie eben dargestellt. Somit hätten die Sklaven täglich 750 Tonnen Gestein aus der Ferne anrücken müssen. Pro Mann hätten da also pro Minute im Schnitt etwa vier Tonnen Steinmasse bewegt werden müssen. Machbar? Niemals. Selbst wenn jeder der Sklaven einen eigenen Kran besessen hätte, wie sollte er damit pro Minute einen solchen Stein bis letztendlich auf fast 140 Meter Höhe anheben?

Man fand außerdem nie irgendwelche Werkzeugüberreste, die bei einem solchen Aufgebot an Arbeitern, wohl sicherlich irgendwo zurückgeblieben wären. Weder Hebe- noch Zugwerkzeuge wurden gefunden; und selbst heute, wenn man dazu neueste Technik verwendete, ist dieses Werk vom Bau der großen Pyramiden von Gizeh, nach den üblichen Vorstellungen einfach nicht zu machen.

Man muss sich vor Augen führen: Die jeweilige Neigung der vier Seiten der großen Pyramide beträgt 52 Grad, was einem Gefälle von 115% entspricht. Ohne entsprechende Rampen, hätten die Steine niemals durch Bauarbeiter an ihren Ort gebracht werden können. Doch das mit dem Vorschlag, dass dort Erdrampen aufgeschüttet wurden, ist eigentlich hinfällig, zumal das dafür benötigte Material noch größerer Mengen bedurft hätte.

Doch damit immer noch nicht genug. Denn die Steine waren ja nicht einfach nur lose Brocken die dort im Mukattam-Gebirge herumlagen. Man musste einen gesamten Berg abtragen, Stück für Stück, in exakt ausgeschnittenen Teilen, die hinterher in Gizeh auf ebenso unerklärliche Weise wieder zusammengesetzt wurden, dann aber als perfekt gestaltete Pyramide, die außerdem noch mit einer vollkommen glatten Schicht versiegelt war, so dass man sie wohl sicher bis an die Küste des Mittelmeeres und weit ins Landesinnere Alt-Ägyptens, im grellen Sonnenlicht glitzern sehen konnte.
 

Man kann viel über die Gizeh-Pyramiden in Büchern lesen und sich Fotos dazu ansehen; man kann nette Berichte im Fernsehen schauen und namhafte Wissenschaftler Powerpoints zeigen lassen. Wer aber schon einmal selbst vor den Pyramiden stand und über einigermaßen gesunden Menschenverstand verfügt, der wird wohl zweifellos zugeben müssen, dass es sich hier um eine Dimension der Wirklichkeit handelt, deren Ausmaße jenseits allen Urteils liegen.

Sternbilder Sirius und Orion

Auch wenn das Genannte eigentlich noch zu den absurderen Theorien zählt, ist für mich das Phänomen, dass die Pyramiden anscheinend einen kosmischen Bezug zu den Gestirnen aufweisen. Aber genau da liegt der Knackpunkt, der für manche eher unwissenschaftlich arbeitende Forscher eben auf der Tatsache basiert, dass nicht Menschen diese Bauwerke dort errichteten.

Wer aber dann? Waren es höher geartete Wesen einer Zivilisationen, aus einem anderen Sonnensystem? Oder etwa die Baumeister einer alten Menschheitszivilisation vom Mars?

Natürlich stelle ich diese Frage mit einem gewissen Stirnrunzeln. Doch angenommen es gab eine Zivilisation damals, die von, sagen wir, höher entwickelten Kreaturen beherrscht wurde, scheinen die Pyramiden für ihre Mitglieder zu einem wohl eher überweltlichen Zweck erbaut worden zu sein. Und überweltlich heißt hier, dass es Bauwerke sind die den Göttern geweiht einen Zweck erfüllen sollten. Doch mit welcher Absicht?

Eine Theorie besagt, dass es sich, bei den drei großen Pyramiden von Gizeh, um ein Abbild der Gürtelsterne Orions handelt. Denn die drei hellsten Sterne dieses astrologischen Zeichens stehen im verhältnismäßig selben Abstand zueinander wie eben die ägyptischen Pyramiden auf dem Gizeh-Plateau erbaut wurden. So wie die drei hellsten Sterne des Orion, befinden sich also auch die Pyramiden in Gizeh zueinander, wovon eine jedoch etwas versetzt zu den anderen beiden ist.

Selbst aber man erklärte damit die Anordnung der Form ihrer Platzierung im sogenannten Gizeh-Plateau, bleiben unzählige Fragen unbeantwortet. Dazu zählen sicherlich die verborgenen Schächte in der Cheops-Pyramiden, die sich Howard Vyse damals eben mal freibombte, denn eigentlich war das gesamte Gebäude vollkommen unzugänglich. Weder besaß es einen überirdischen noch einen unterirdischen Eingang, was im Übrigen auch für die anderen beiden Pyramiden gilt. Wegen ihrem Gefälle von 115% und ihrer glatten Oberfläche, konnte man auch nicht an ihnen hinaufsteigen. Damit waren die Pyramiden vollkommen abgeschlossene, unerklimmbare Monumente überirdischen Ausmaßes und damit allein auf ihre Funktion reduziert.

Da stellt sich erneut die Frage: Welchen Zweck erfüllten sie und welche Rolle spielten die großen Pyramiden von Gizeh für ihre Erbauer?

Heiliger Berg Parnass in Mittelgriechenland - ewigeweisheit.de

Eine Darstellung der sogenannten Orion-Korrelationstheorie (Bildquelle: Wikimedia CC BY-SA 3.0). Die Kanten der Pyramiden-Positionen in Gizeh wurden hier über die drei hellsten Sterne Orions gelegt, womit man zu einem recht beeindruckenden Zusammenhang zwischen Gizeh und dem Sternbild Orion kommen könnte. Alles nur Zufall?

Pyramiden in der Freimaurer-Symbolik

Der fehlende Schlussstein auf der Spitze der Cheops-Pyramide aber sollte in die Symbolik übergehen, die heute der Bruderschaft der Freimaurer zugeschrieben wird. Sie steht da für das unvollkommene das auf Vervollkommnung ebenso wartet und danach strebt, wie ein Neophyt der aufgenommen wurde in eine Loge. Und was waren die Logen? Es waren die Bauhütten jener weisen Architekten und Handwerker, die die heiligen Gebäude Europas errichteten, wie Klöster, Kirchen und Kapellen.

So wie diese sogenannten Gotteshäuser in Europa erbaut wurden, im selben Sinne sollen die Pyramiden ihren rein spirituellen Zweck erfüllt haben. Das man sie auch als Beerdigungsstätten vermutet, liegt wohl ganz einfach daran, dass die Ägypter einen ausgeprägten Totenkult pflegten, wo man etwa die Herrscher mumifizierte, damit ihre Seele nach dem Tod ihren Leib wieder beziehen konnte, um auf der Erde unter ihren einstigen Zeitgenossen fortzuleben.

Auch im Einweihungsritus der Freimaurer, spielt der Tod eine ganz zentrale Rolle.

Doch allein hierzu, zu diesem Thema der Auferstehung der Pharaonen nach ihrem Tod, wurden unzählige Bände verfasst, wo auch immer wieder Bezug genommen wird auf die eigentliche und ursprüngliche Funktion der Gizeh-Pyramiden.

Trotzdem bleiben diese Bauwerke ein Phänomen, auf das keine eindeutige Antwort gegeben werden kann. Zumindest nicht heute. Dass die verschiedenen Theorien die dazu im Umlauf sind, sich teils vehement widersprechen, zeigt, dass keiner so recht behaupten kann er wüsste über ihre wahre Bedeutung und wofür sie in Wirklichkeit errichtet wurden.

Die Tatsache dass es keine eindeutige Antwort für dieses Wie, Warum und Wofür dieser Monumente gibt, doch stattdessen unzählige Vermutungen, die sich oft auch widersprechen, scheint es umso mehr ein Bedürfnis zu sein, trotzdem nach Antworten zu suchen.

Gleichermaßen wissenschaftliche und pseudo-wissenschaftliche Forschungsergebnisse, regen die Phantasie weiter an. Beide machen für sich jeweils Sinn. Die universale Lösung des Pyramiden-Phänomens konnte bisher zumindest keiner liefern.

Wer aber schon einmal dort auf dem Gizeh-Plateau gestanden hat, dem scheinen sich manche Fragen wie von selbst zu beantworten – oder, anders ausgedrückt: So jemand erhält Antworten auf Fragen die er nie gestellt hat, doch ihn wie von innen heraus, tatsächlich bereichern. Schließlich wirkt die Symbolik hinter den Pyramiden weit hinein in die Urgeschichte unserer westlichen Kultur und ist damit etwas, dass einem tief liegenden Bewusstsein zu Grunde liegen dürfte.