Talisman

Magie im Alten Ägypten

von S. Levent Oezkan

Jon Bodsworth: Figure of Thoth in Luxor, Egypt - ewigeweisheit.de

In der Religion der Alten Ägypter spielte Magie eine zentrale Rolle. Darauf verweisen Hieroglyphentexte auf Pharaonengräbern und alten Zauber-Papyri. Man glaubte an die Kraft magischer Namen, Beschwörungen, Symbole und Amulette. Sie verwendeten ägyptische Hohepriester rituell, um damit Übernatürliches zu bewirken.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der kontinuierliche Fortschritt dieser 3000-jährigen Zivilisation, auch diesen Fähigkeiten geschuldet war. Schließlich besaß diese alte Nilkultur schon damals einen verblüffend hohen intellektuellen Wissenstand. Denn seit den Ursprüngen der alt-ägyptischen Kultur, beeinflussten Geistesleben und Spiritualität die alt-ägyptische Kultur. So konnten sich auch übernatürliche Fähigkeiten entwickeln und man dem Wesen magischer Gesetze auf den Grund gehen. Dieser Glaube prägte die Haltung der Menschen gegenüber dem Vergänglichen ebenso, wie ihre Sicht auf die Dinge der spirituellen Welt.

Was aber die Ägypter dabei tatsächlich empfunden haben mögen, werden wir leider niemals erfahren. Sicher jedoch ist, dass sie ihre unzähligen religiösen Zeremonien und Ritualvorgänge, mit peinlich genauer Behutsamkeit ausübten. Man folgte bei der magischen Anrufung der Götter ganz genauen Regeln. Wegen dieser besonderen Hingabe an sowohl Religion wie auch Magie, galten die Ägypter in der Alten Welt sowohl als Frömmler wie auch als abergläubische Menschen.

Wie aber passt das zusammen? Sind denn religiöser Glaube und Aberglaube keine Gegenteile?

Ursprünge Ägyptischer Magie

Bevor die ersten Königsdynastien entstanden, pflegten die Ägypter einen ganz eigentümlich Schamanismus. Man glaubte an eine durch und durch belebte Welt und Unterwelt. Auch die Lüfte und den Himmel dachte man sich von unsichtbaren Wesenheiten bevölkert. Von dort aus wirkten sie auf Mensch und Natur, waren gut gesinnte oder böse Geister.

Diesen geheimnisvollen Wesen schrieben die Ureinwohner Ägyptens außerdem menschenähnliche Eigenschaften zu. Man glaubte, auch Geister und Dämonen seien getrieben von Leidenschaften, fühlten Emotionen, hatten Schwächen und Gebrechen.

Das war die Zeit in der die Alt-Ägyptische Magie entstand; etwas das wohl zugleich Kunst und Wissenschaft war. Von solchem höheren Wissen, versprach man sich Macht über die Geister des Himmels, der Gewässer und der Erde.

Hierzu war es üblich Amulette mit besonderen Formeln oder heiligen Namen anzufertigen. Von solch magischen Objekten erhoffte man sich Schutz gegen böse Geister. Ja es entstand gar eine ganze Wissenschaft, die sich allein um die Herstellung von Amuletten dreht. Auch glaubte man die Kraft hoher Wesenheiten über die Zeichen eines Amuletts auf den Träger des selben übertragen zu können. Somit erwartete man von diesen magischen Objekten, ihren Träger mit übernatürlichen Kräften auszustatten

Zwischen Animismus und Götterglaube

Ziel Ägyptischer Magie war einem Menschen sowohl schützende wie auch zerstörerische Kräfte zu verleihen. Ja selbst den höchsten Gott wünschte man nach eigenem Ermessen beschwichtigen oder gar beeinflussen zu können. Das mag wohl daran liegen, dass bevor ein Glaube an die Götter im Alten Ägypten entstand, magische Praktiken bereits weit verbreitet waren.

Es gilt als gesichert, dass eine Großzahl religiöser Zeremonien, aber aus noch älterer Zeit stammen, wo das Weltbild der Menschen des Niltals noch ein starker Aberglaube prägte. Erst später entwickelte sich ein Götterglaube, wie man ihn nachher etwa auch bei den alten Griechen fand. Das zeigen die Hieroglyphen, die Götter oder Gottheiten bezeichneten. Es waren oft Symbole besonderer Werkzeuge, die in den noch schamanischen Anfängen Alt-Ägyptens eine Rolle gespielt hatten. Ihnen schrieb man göttliche Mächte zu.

Worte der Macht

In dieser Zeit genossen die Hohepriester Ägyptens sehr hohes Ansehen. Manche hielten sie gar selbst für Götter, galt doch die Macht dieser Wissenden als schier unbegrenzt. Das aber hatte gar nichts mit Aberglauben zu tun. Wer zum Chor der Hohepriester gehörte, verfügte tatsächlich über magische Fähigkeiten, die dem Normalsterblichen ein Rätsel blieben.

Büste eines alt-ägyptischen Hohepriesters (ca. 2. Jhd. v. Chr.)

Büste eines alt-ägyptischen Hohepriesters (ca. 2. Jhd. v. Chr.).

Durch die Aussprache besonderer, geheimer Namen der Kraft, konnten sie mit ihrer dafür geschulte Stimme tatsächlich Kranke heilen und Menschen von geistigen Besetzungen befreien. Gar Tote – so die Legenden – erweckten sie durch die Magie besonderer Gebetsformeln zu neuem Leben.

Wem solch Wunderwerk gelang: könnte so jemand nicht gar heute noch unter uns weilen?

Von den geheimen, magischen Worten der Priesterschaft hieß es außerdem, dass sich durch sie die Seele eines Menschen, in einen anderen Menschen projizieren ließe. Das galt ebenso für tierische Lebensformen, etwa die eines Adlers, Stiers oder eines Löwen. Auf ihr Geheiß verwandelte sich Totes in Lebendiges und Lebendiges in Totes.

Manche sagen, der junge Prophet Moses hätte diese Fähigkeiten in seiner Jugend von jenen Eingeweihten Ägyptens erlernt, um sie aus Not dann dereinst aber, beim Auszug aus der pharaonischen Knechtschaft, mit ihren eigenen spirituellen Waffen zu schlagen.

Das besondere Worte und Namen magische Kräfte übertragen sollen, davon erfahren wir in eigentlich allen Kulturen der Welt. Die Macht der Sprache ist dem Menschen gegeben. Wenn auch überwiegend als Mittel der Kommunikation, gibt es aber besondere Worte, die weit mehr als nur Information oder Bezeichnungen für etwas enthalten.

Dem ägyptischen Thoth, Gott der Magie, der Sprache und der Wissenschaften, jenem großen Weisen der alten Atlantis, werden all diese magischen Wunderkräfte nachgesagt. Ihm sollen gar die göttlichen Schöpfungsworte bekannt gewesen sein, mit denen einst die Erde erschaffen wurde. Mit diesem Wissen, so der Mythos, beeinflusste Thoth selbst den Lauf der Sonne.

Das geheime Buch des Thoth

All das klingt natürlich recht märchenhaft und die Legenden dieses sonderbaren alten Volkes berichten von gar unglaublichen Wunderwerken.

Wenn all das aber mehr als reine Chimären sind, woher kannten ägyptische Priester solch wundersame Namen und Zaubersprüche der Macht?

In einem Papyrus aus der Zeit der Ptolemäer, ist die Rede vom ägyptischen Prinzen Setnau Khaem-Uast, Sohn des Pharaos Ramses II. Er war ein zutiefst religiöser Menschen, der sich dem alten ägyptischen Ritus verpflichtet sah. Er kannte solche Formeln der Macht und wusste sich allerhand magischer Amulette und Talismane zu bedienen. Ihm schienen selbst die Geheimnisse von Leben und Sterben zu Füßen zu liegen. Wann immer er es für notwendig hielt, eröffnete er auch gewöhnlichen Menschen Schicksal und Lebensbestimmung.

Setnau fand sein magisches Wissen im alten Memphis, einer 3000 Jahre alten Stadt am Nildelta, wo sich einst der Tempel Hu-Ka-Ptah befand: Ursprung des Namens »Ägypten«. Das sollen unter anderem alte hieratische Schriften belegen. Es bleibt jedoch ein Legende, dass Setnau in einer geheimen Gruft des Prinzen Neferkaptah, das geheimnisvolle Buch fand, das angeblich aus der Feder des Gottes Thoth stammte.

Es heißt, die großen Mysterien des Lebens und des Sterbens offenbaren sich dem, der aus diesem Buch die Zaubersprüche gewissenhaft zu rezitieren vermag. Selbst sein eigenes Schicksal würde sich ihm beim Lesen des Buches offenbaren. Alle nur erdenklichen, mächtigen Namen und Zaubersprüche seien darin verzeichnet, die den Leser befähigen, Wissen aus Vergangenheit, Zukunft, sowie aus fernen Gegenden zu gewinnen. Ein Buch der Wahrsagerei?

Sicher lebten Erinnerungen an dieses Buch, in späteren magischen Kulten und Geheimorden fort, wie etwa im Golden Dawn oder dem Ordo Templi Orientis.

Manche sehen im Buch des Thoth gar die atlantischen Ursprünge des Tarot.

Spätere Varianten der Schrift

Kaum verwunderlich darum, dass sich Fragmente dieses Textes allmählich, jedoch in minderwertiger beziehungsweise verfälschter Form, auch in Kreisen Normalsterblicher verbreitete.

Diese Verweltlichung alter Geheimnisse aber führt zu all dem Aberglauben, der die Wahrheiten um den Begriff der Magie, allmählich in die Bedeutungslosigkeit abdrängte. Vom ursprünglichen Wissen der geheimen Namen, scheint damit kaum etwas geblieben zu sein. Vielleicht sind es auch nicht nur die Namen und ihre Symbolschrift an sich, die dem Rezitator bekannt sein müssen, als er vielmehr durch Form und Ritus ihrer Äußerungen, das vollbringt, was auch den alten Priestern zu Memphis gelang.

Was jene Wissende besaßen, waren keine Rituale die auf Mutmaßungen basieren, sondern wohl auf wirklich gemachten Erfahrungen. Ihnen waren die Symbole und die tiefliegenden Aussagen jener Sprüche und magischen Namen bekannt und sie hatten die geheimen Formen ihrer Rezitation verinnerlicht.

Auch wenn jemand das Selbe dem vorliegenden Text unterstellen möge, scheint insbesondere heute verfügbares, sogenanntes »magisches Geheimwissen«, meist nur auf Vermutungen zu basieren – etwas, das man wo laß oder wo hörte. Mit magischem Wissen aber hat das nichts zu tun.

Verbergen sich dahinter aber nicht auch Gefahren?

Zumindest ist das, was man heute als Esoterik bezeichnet, nicht das Selbe wofür der Begriff ursprünglich stand. Damals nämlich galt Esoterik als tatsächliches Geheimwissen, das nur einem inneren Kreis von Personen zugänglich war (alt-griech. »esoterikos«, das Innerliche).

Wer heute aber die Wurzeln dieses uralten, inneren Wissens nicht mehr kennt, der läuft Gefahr sich mit dem magischen Wissen der alten Ägypter sogar sehr zu verwirren. Denn eine nur oberflächliche Beschäftigung mit dem, was man bei den alten Ägyptern als Magie bezeichnete, meint oft genau das Gegenteil von dem, wofür man den Begriff heute hält.

Einfach nur aus einem spirituell-magisch-religiösen Gesamtkonzept, mal eben das vermeintlich Beste herauszugreifen und damit arbeiten zu wollen, erscheint mir nicht nur unangebracht, sondern sogar bedenklich. Schließlich begibt man sich in Sphären, deren Wesen man nicht genau kennt.

Wenn Prinz Setnau auch eine recht mysteriöse Gestalt der alt-ägyptischen Geschichte war, schien sein Wissen auf Erfahrungswerten zu basieren. Vor allem aber hatte er den Kult seiner Religion verinnerlicht.

Heute tendieren viele Möchtegernmagier dazu sich mal eben solchen Geheimwissens zu bedienen. Doch das ohne sich dabei einer Religion oder einem traditionalen Ritus unterzuordnen. Weder kennt man die verwendeten Quellen, noch jene damit verbundenen, religiösen Riten. Stellt sich da nicht die Frage: Wieso überhaupt greift man nach solchen Mitteln? Aus Neugier? Aus dem Wunsch nach Kontrolle und Macht?

Leider gab es immer solche, die skrupellos ihr Halbwissen als Wahrheit verkündeten, Sekten gründeten und ganze Schwärme Unwissender ins Unglück trieben. Solche nämlich gaben vor über die Wahrheiten des Übernatürlichen zu verfügen. Und solch falsches Halbwissen verkauften sie für teueres Geld an Unwissende, Hilflose oder wieder jene, die letztendlich selbst auf so etwas aus sind.

So mutierten die Inhalte wahrer Magie zu einem riesigen Hokuspokus um Wunderheiler und Wochenend-Erleuchtete, wo Unwissende sich zu sprühenden Lichtarbeitern verwandeln. Wenig überraschend darum, dass wenn sich heute jemand öffentlich als Magier bezeichnet, weniger als ein Vasall des Teufels gefürchtet, als einfach nur ausgelacht wird. Jemand aber der sich bewusst den dunklen Mächten verschreibt, dem wird wohl leider das Lachen vergehen.

Religion und Magie: Ein Widerspruch?

In den Anfängen der alt-ägyptischen Kultur entwickelten sich Magie und Religion parallel zueinander. Daran änderte sich nichts bis ans Ende der letzten pharaonischen Dynastien der ersten Jahrhunderte vor Christus.

Was man heute als die Magie der Ägypter bezeichnen kann, übte in alter Zeit großen Einfluss aus auf andere Kulturen, die in den Ländern nahe des Nilreiches florierten. Zwar kann keiner genau sagen, welchen Einfluss das Wissen der Ägypter in diesen Ländern hatte, zweifellos aber findet man manche der alt-ägyptischen Vorstellungen, wie etwa von den magischen Kräften der Buchstaben und Namen, auch in anderen religiösen Systemen. Dazu zählen ohne Zweifel Geheimwissenschaften wie die Kabbala. Doch auch die Riten erster christlicher Sekten, ließen sich durchaus zurückverfolgen auf diese alt-ägyptischen Ursprünge.

Allem voran bewegt sich da wohl die Vorstellung von dem einen Allschöpfer, dem einen Gott aus dem alles Belebte und Unbelebte hervorging. Spätestens seit der 18. Dynastie des Neuen Ägyptischen Reiches, konzentrierte sich diese Vorstellung, letztendlich unter Pharao Echnaton, in Aton – der göttlichen Sonnenscheibe. Das war wohl die Geburt des Monotheismus.

Grab des Ramose: Echnaton und Nofretete im sogenannten "Fenster der Erscheinungen" - ewigeweisheit.de

Relief im Grab des Ramose (14. Jhd. v. Chr.): Echnaton und Nofretete im sogenannten "Fenster der Erscheinungen". Über ihnen die Sonnenscheibe Aton. Die Enden ihrer Strahlen führen in Hände, die teilweise das berühmte Heilsymbol des Ankh halten.

Auch der Glaube an die Wiederauferstehung eines vergöttlichten, vollkommenen und ewig fortdauernden Leibes, dürfte später auch in das Christus-Mysterium übergegangen sein. Weniger aber als eine Variante jener alt-ägyptischen Vorstellungen, als eher eine unveränderliche Gesetzmäßigkeit, die nur schon im alten Ägypten als solche erkannt wurde und die man schon damals für heilig hielt. Vieles auch, dass man in den Symbolen des Lebens- und Leidensweges Jesu Christi findet, existierte in etwas anderer Form auch in der Geschichte von Osiris' Kampf gegen die Mächte der Finsternis (Seth) und seine Wiederverkörperung als König der Welt.

Trotz dieser recht hohen intellektuellen religiösen Vorstellungen vom irdischen Sein zwischen Himmel und Unterwelt, ließen die alten Ägypter niemals ab von ihren schamanischen Ursprüngen. Darauf verweisen archäologische Funde magischer Amulette und Talismane, sowie Inschriften auf Grabsteinen und die Hieroglyphen der magischen Zauber-Papyri. Aus diesen Dingen erhoffte man sich höhere Fähigkeiten und vertraute darauf, Leibes- und Seelenleben vor bösen, schädlichen Einflüssen zu schützen.

Im Alten Ägypten verschmolzen Magie und Religion zu einer Einheit. Hier galten sie nicht als unvereinbare Wege. Die Priesterschaft nämlich war sowohl damit beschäftigt, die heiligen Schriften zu verfassen, doch eben auch solche, die magische Sprüche enthielten. Letztere waren Anleitungen zur Rezitation und für magische Zeremonien, die zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten ausgeführt werden mussten. Denn nur so konnte sich ihre magische Wirkung entfalten. Kaum verwunderlich dann, wenn wir Ähnliches in religiösen Riten finden, wo die Stände und Konjunktionen von Sonne und Mond, wichtige Marken religiöser Feste bilden.

Titelfoto: Jon Bodsworth

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Welchen Nutzen erfüllen magische Amulette?

von S. Levent Oezkan

Amulett - ewigeweisheit.de

Die Verwendung von Amuletten stammt aus einer Zeit, als die Menschen ihren spirituellen Segen noch im Animismus und der Magie zu finden hofften. Immer aber verwendete man diese Objekte in der Erwartung, dass sich die in ihnen enthaltenen Kräfte auf ihren Besitzer übertragen.

An unzähligen Orten fanden Archäologen Amulette und Talismane aus alter Zeit. Es scheint als hätten sich die Menschen Objekte geschaffen, um sich einerseits zu schützen und andererseits durch Amulette Einfluss auf die eigene Zukunft zu nehmen. Man hatte jede Menge Anlass sich zu beunruhigen. Tagsüber mühte man sich auf den Äckern ab, alle möglichen Verletzungen wollten kuriert und Krankheiten geheilt werden. Auch musste man sich vor feindlich gesinnten Zeitgenossen schützen. Immer schon gab es Männer und Frauen, die sich dem Dienst des Bösen verschrieben. Man fürchtete solche Schwarzmagier natürlich ebenso, wie jene unberechenbaren Raubtiere, die einem aus dem Gestrüpp auflauerten.

Vor allem die Nächte waren geprägt von Angst und Schrecken. Unbekannte Gefahren lauerten überall in der Dunkelheit. Wilde Tiere suchten nach Beute und umschlichen die Eingänge zu den von Menschen bewohnten Höhlen. Man schlief ein in Angst.

Wer nun ein Amulett bei sich trug, hoffte sich damit das Böse vom Halse halten zu können.

Der Böse Blick

Menschen schufen sich Amulette und Talismane, die ihnen Kraft beim Kinderzeugen, beim Kampf gegen sichtbare und unsichtbare Feinde helfen sollten. Doch auch das, was man den "Bösen Blick" blickt nennt, galt es durch Amulette abzuwehren. Im Orient findet sich dazu das Nazar-Amulett. Es soll den Träger vor unheilvollen Blick feindlich gesinnter Menschen schützen. Drum gleicht das Nazar-Amulett einem Auge, das quasi als Gegenzauber jeden Blick erwidert. Dem ähnelt auch die "Hand der Fatima" - einem wichtigen Schutz-Symbol des islamischen Kulturkreises, dass heute noch in unzähligen Varianten als Amulett verwendet wird.

Immer auch gab es Amulette zum Schutz von Frau, Kindern, Heim und Vieh, waren die Menschen in alter Zeit doch viel mehr auf einander angewiesen. Wilde Tiere rissen Vieh, Giftschlangen lauerten unter Felsen. Auch Unwetter waren gefürchtet, konnten sie doch das mühsam angebaute Getreide im Nu vernichten.

Hamsa: Hand der Fatima – ewigeweisheit.de

Die Hand der Fatima (auch: "Hamsa") ist eines der bedeutendsten Schutzamulette des Orients.

Die Alten Götter: Beschützer der Menschen

In vorzeitlichen Zivilisationen wusste man, dass die Welt Götter regierten. Diese höchstverehrten und gefürchteten Wesen, verwendeten Magie, um ihre Wunder zu vollbringen - in Himmel und Natur. Kaum verwunderlich, wenn darum auch Männer und Frauen versuchten, mit Hilfe magischer Kräfte ihre Probleme zu lösen und gefährliche Hindernisse im Leben aus dem Weg zu schaffen. Was den Göttern half, musste schließlich auch Menschen zur Hand gereichen. Auch aus diesem Grund schuf man Amulette. Man stellte sie gewiss auch im Andenken an die Ahnen und verehrten Gottwesen her, bildete sie nach und ritzte oder malte die Namen und Symbole der Götter, auf das zu bezaubernde Objekt.

Solch Wissen wurde über Generationen hinweg, vom Meister and den Schüler weitergegeben, auch wenn sich immer eigene, individuelle Aspekte mit einfügten. Man erhoffte sich durch das Anbringen von Amuletten die Zukunft zu beeinflussen – oder, anders gesagt: das Schicksal in gewünschte Bahnen zu lenken. So trug man Amulette auch im Bett, damit sich einem in den Träumen die Zukunft offenbarte.

Bei der Herstellung eines Amuletts ist zuerst das verwendete Material (Mineralien, organische Stoffe wie Haut, Horn oder Holz) von elementarer Bedeutung. Die darauf befindlichen Symbole, magischen Formeln oder die am Amulett angefügten Fetische, beschreiben dann quasi den Zweck des Amuletts. Natürlich spielen auch Zeit und Ort der Herstellung eine wichtige Rolle. Besondere Bedeutung aber kommt jener Person zu, die das Amulett schafft. Denn mit der charakteristischen Handlung seiner Herstellung, überträgt sich die Aura des Fertigers auf das Objekt. So etwas mag bei der Schaffung alltäglicher Produkte ganz nebensächlich sein; bei der Herstellung eines Amuletts aber, sind diese Faktoren tatsächlich von Belang.

Glauben muss eine Gewissheit sein

Der Name oder die Worte, die in einem Amulett eingezeichnet sind, dienen der Anrufung geistiger Wesen. Jedem Buchstaben entspricht ein bestimmter Schwingungszustand: er besitzt sowohl einen charakteristischen Klang, wie auch einen ihm zugehörigen Zahlenwert (Numerologie). Damit bildet ein Wort ein Schwingungsfeld, dass in sich natürlich geistige Gebilde assoziiert, die auch sogenannte Elementale erzeugt, die in mentaler Form bestehen. Je nach Art der Bedeutung, des Klanges und der Numerologie eines Wortes, fühlen sich von den damit erzeugten geistigen Formen, auch Menschen und Engel angezogen - auch dann, wenn ein Amulett Träger eines solchen Namens ist. Im positiven Falle, kann das Amulett dann als Helfer oder als Beschützer dienen.

All das aber ist nur wirksam, und wird seine magische Pflicht auch nur erfüllen, wenn sein Träger den notwendigen Glauben entwickelt. Nur in absoluter Gewissheit über seine Kraft, wird ein Amulett seinen Zweck erfüllen. Ansonsten bleibt es nur ein totes Stück Materie. Ein Psychologe würde hier vielleicht abwinken und von einem "Placebo-Effekt" sprechen. Auf lange Sicht aber, hilft auch die wirksamste Medizin nicht, wenn sie ein Mensch von einem gleichgültigen Arzt verschrieben bekommt. Dem "Patienten" fehlt dann der Glaube an die Genesung an sich. Das heißt, er kommt vielleicht bald wieder wegen einer anderen Angelegenheit, denn ihn drängt eine bestimmte Lebenseinstellung dazu.

Ist der Glaube eines Menschen aber stabil und hält er an den Symbolen, Worten oder Versen auf seinem Amulett fest, kann es für ihn seinen helfenden, bewahrenden oder heilenden Zweck erfüllen. Damit nämlich wird es zum spirituellen Träger einer vom Menschen geschaffenen Geistform.

Sicher wäre hier die Frage berechtigt, ob es überhaupt bestimmter Amulette bedarf, wenn sie nur dann an Kraft gewinnen, wenn ein Mensch auch tatsächlich an ihre Wirkung glaubt. Könnte man sich dann nicht einfach auf den Gedanken konzentrieren, der sich um einen bestimmten magischen Namen dreht? Die Antwort ist ganz klar: Ja!

Wir Menschen aber sind visuelle Wesen. Und so lassen sich Amulette als wirksame Utensilien verwenden, um die Bedeutung unseres Wunsches nach Schutz, Hilfe und Heilung, in unserer Erinnerung zu behalten. Was wir immer wieder lesen, prägt sich uns ein.

Art und Wesen eines Amuletts

Keiner kann genau sagen, welche tiefere Bedeutung dem Wort "Amulett" letztendlich zu Grunde liegt. Fest steht, dass sich seine Bedeutung änderte. Heute verwenden wir das Wort zur Bezeichnung eines besonderen Gegenstands, der in sich magische Kräfte trägt.

Die Menschen der Urzeit verwendeten Amulette, die aus natürlichen Materialien hergestellt waren. Insbesondere Form und Farbe waren da relevant. Alles das eine ungewöhnliche Tönung oder Beschaffenheit besaß, eignete sich gut. Alles neue oder unbekannte, wurde häufig zur Herstellung von Amuletten verwendet. Daran dürfte sich auch heute nichts geändert haben. Jedes Objekt, dass wir in die Hand nehmen können und was unsere Begeisterung hervorruft, eignet sich um daraus ein Amulett herzustellen. Vor allem natürliche Materialien wie Minerale, Zweige oder Teile einer Baumrinde, eignen sich sehr gut. Besondere Bedeutung erlangten irgendwann aber auch beschriebene Stoffe, Papier oder Metall. Auch die Kombination der genannten Materialien, eigneten sich ganz ausgezeichnet zur Herstellung von Amuletten.

Münze mit Sator-Quadrat – ewigeweisheit.de

Münzamulett aus dem Jahr 1570 (Antikensammlung, Schloss Skokloster, Schweden). Auf der einen Seite ist das berühmte Sator-Quadrat eingraviert: eine der verbreitetsten Zauberformeln des Abendlandes, die ihren Träger vor Seuchen und Unheil schützen sollte.
(Mynt - Skoklosters slott, von Miguel Herranz, CC BY-SA)

Münzamulette

Eine der wichtigsten und bereits sehr alten Formen von Amuletten bilden Münzen. Denn was sie von natürlich gewachsenen Materialien unterscheidet, ist, dass sich in Metall nicht nur auf jede nur erdenkliche Art prägen lässt. Münzen bleiben über Jahrtausende bestehen, sind sie doch verfertigt aus Edel- und Halbedelmetallen (Gold, Silber, Kupfer) oder Legierungen (Bronze, Messing, Stahl).

Bilder

Immer freuten sich Menschen über einen für sie persönlich wertvollen Besitz - etwas das man immer bei sich trug oder in sein Heim brachte, um es dort an besonderer Stelle abzulegen oder anzubringen. Wenn diese Zwecke in Urzeiten Amulette erfüllten, waren es im späteren Christentum manchmal auch die Ikonen der Heiligen.

Heute scheinen Fotos von Familienangehörigen und Freunden, diesen erhofften glückbringenden Zweck erfüllen zu sollen, um sich etwa das schöne Lächeln eines Menschen in Erinnerung zu rufen, wenn die Dinge einmal nicht so gut laufen, wie sie eigentlich sollten.

Zwei Hauptkategorien

Niemand weiß, welchen Zweck all jene Amulette erfüllten, die man zum Beispiel bei archäologischen Ausgrabungen fand. Schaut man sich aber die Vielzahl der Variationen gefundener Amulette an, lässt sich ausschließen, dass sie für jeden Zweck gedacht, geschweige denn geeignet waren.

Grundsätzlich aber lassen sich zwei Arten von Amuletten unterscheiden: Persönliche und Allgemeine.

Persönliche Amulette

Seit alter Zeit suchten Menschen in Amuletten ein Mittel, sich vor Krankheiten zu schützen. Man wollte damit die Naturkräfte des Körpers stärken und bewahren.

Als Zweites wären Amulette zur Stärkung der männlichen Potenz zu nennen. Schließlich entschied sie über die Fortpflanzung, und damit für den Bestand der eigenen Sippe. Natürlich gab es darum auch Amulette, die die Schwangere beschützen sollten, sie vor einer Fehlgeburt bewahren und die Geburtswehen erleichtern. Auch in der Stillzeit wurden Amulette verwendet.

Man trug, und trägt auch heute noch Amulette, zum Schutz vor verschiedenen Seuchen und Plagen, gegen die Pest, zur Bewahrung vor einem Sonnenstich, vor Blitzschlag, vor Überfällen durch wilde Tiere, vor Skorpionenstichen oder Schlangenbissen, zum Vermeiden von Wunden, die einem jemand im Kampf schlagen könnte, Amulette gegen Ertrinken, und so weiter.

Seefahrer trugen Amulette die sie vor Schiffbruch bewahren sollten. Bestimmt erfüllten einen ähnlichen Zweck tätowierte Anker von Seefahrern in jüngerer Zeit, einem Symbol von dem man sich schlicht versprach, wieder in einem Hafen anzulegen. Händler trugen Amulette bei sich, um sich auf dem Schwarzmarkt vor Betrügern und Unglück zu schützen. Ein Karawanenführer erhoffte sich vom Schutz seines Amuletts, dass seine Kamele und seine Esel, sicher von einem Ort zum anderen kamen.

Ein Bauer versteckte Amulette in seinem Acker oder hängte sie an Bäume, deren Äste über das Kornfeld ragten. Auch versah er die Stärksten unter seinem Vieh an Horn und Stirn mit besonderen Amuletten, im Glauben, damit Raubtiere abzuhalten.

Alles in Allem dienten persönliche Amulette immer dazu, einen vor dem Bösen Blick zu bewahren, den Einfluss böser Mächte abzuwenden, vor Krankheit und Versehrung zu schützen.

Allgemeine Amulette

Amulette wurden immer auch in die Fundamente beim Hausbau oder im Gemäuer verewigt. Das waren meist Münzen oder andere aus Metall verfertigte Gegenstände. Gewiss erinnern auch Richtfest-Bräuche an den Wunsch ein Bauwerk zu schützen. Dabei wird, auf dem neu errichteten Dachfirst, eine kleine, junge Fichte oder Birke angebracht, an der bunte Bänder wehen. Sie soll den Handwerkern beim Hausbau Glück und Segen bescheren. Um das Haus vor Unheil zu schützen, hing dort gelegentlich auch ein eiserner Drudenfuß: ein Pentagramm zum Schutz vor dem Bösen.

Dörfer und Gemeinden dienten Amulette ebenso zum Schutz, wieso man sie an Toren und Eingängen, oder an anderen wichtigen Orten platzierte.

Drudenfuß – ewigeweisheit.de

Drudenfuß am Torbogen eines alten Hauses. Das auf der Spitze stehende Pentagramm ist ein Symbol des Teufels. Wenn es jedoch an einem Gebäude angebracht wird, dient es quasi auch als Gegenmittel gegen das, wofür es eigentlich steht.

Übertragung geistiger Kräfte durch Amulette

Seit alter Zeit erhoffen sich Menschen, durch Amulette auf das eigene Schicksal Einfluss nehmen zu können. Der Träger eines Amuletts, mag es vielleicht küssen, wenn er ihm einen Erfolg zuschreibt. War dem aber nicht so, und ging es mit ihm bergab, entledigte er sich des Wunderdings und suchte nach einem neuen.

Natürlich kam es auch vor, dass Amulette verloren gingen oder besonders wertvolle Talismane gestohlen wurden. In solchen Fällen kam es vor, dass ihr Träger seine magischen Kräfte verlor und von einem Finder oder Dieb wegen seiner Macht einbehalten wurden. Wer sich also tatsächlich ein Amulett herstellt oder herstellen lassen will, sollte diese Eventualitäten durchaus ernst nehmen!

Similia Similibus Curentur: Ähnliches schützt vor Ähnlichem

Die Grundprinzipien der Homöopathie geben einige inspirative Ansätze bei der Herstellung eines Amuletts. Wie erwähnt, wurden Amulette nicht nur zum Schutz getragen, sondern erhoffte man sich vom Tragen solcher Wunderobjekte auch Heilung von Krankheiten. Jemandem der etwa an Gelbsucht litt, dem half ein gelb gefärbtes Amulett. Dazu verwendete man zum Beispiel gelbe Blüten, die in Wasser aufgeweicht waren, in dem gelbe Steine gewaschen wurden. Man trug rote Steine um Blutungen zu einzudämmen. Man glaubte also, dass eine Krankheit kuriert werden konnte, wegen der Ähnlichkeit der Farbe des Heil-Amuletts mit den Farberscheinungen der Symptome: Gelbes gegen Gelbsucht, Rotes gegen Blutungen und so weiter.

In alter Zeit verwendeten die Menschen Amulette auch dann, wenn sie eine bestimmte Form besaßen, die ihrem Schutzzweck entsprachen. Mit dem Zweig in Form einer Hand, weihte man Amulette, die die Hände ihres Trägers schützten oder ein Leiden seiner Hände kurieren sollten.

Träger der Willenskraft

Schon die Menschen der Urzeit schienen an spirituelle Einflüsse zu glauben. Nicht umsonst nämlich, befanden sich nur an bestimmten Orten Höhlenmalereien oder besondere Symbole, die einen Kraftort kennzeichneten.

Diese unsichtbaren, geistigen Kräfte, konnten durch belebte und unbelebte Dinge aufgenommen werden, was sie dann zu einem Amulett machten. Solch ein materielles Objekt ist dann nicht mehr nur träger Stoff, sondern birgt wirksame Kräfte in sich – das, was man im Okkultismus auch als "Egregor" bezeichnet. Es ist eine metaphysische Wesenheit, die sich aus besonderen Gedankengebilden zusammensetzt, die durch einen Meister darauf übertragen werden. Diese können von Einzelpersonen oder auch von ganzen Menschengruppen stammen. Man denke etwa an das wichtigste "Amulett" der Christenheit: das Kreuz.

Amulette können diese transzendente Kraft enthalten, die – unter anderem durch Leistungen und Taten – auf Menschen oder Naturphänomene übertragbar ist.

Zwar sind diese Krafteinflüsse nicht physisch, sondern übernatürlich, doch sie können sich dennoch äußern, als physische Kräfte oder als die besondere Vortrefflichkeit eines Menschen.

Bei der Auswahl des Trägermaterials, sollte wieder das obig angedeutete Simile-Prinzip der Homöopathie zur Hilfe genommen werden. Die alten Menschen etwa trugen besondere Fetische, die Krallen oder Zähne von Löwen enthielten. Damit glaubte man sich eben vor den selben Tieren zu schützen. Man versprach sich davon aber ebenso höhere Fähigkeiten und Kräfte. Dem Tragen von Adler-Federn, schrieb man hohe Schnelligkeit zu und auch die Sicht sollte sich damit schärfen. Amulette aus Schlangenleder sollten ihrem Träger die Schläue und Gerissenheit des Reptils verleihen.

Die in diesen Stoffen und Materialien geglaubten Kräfte, dienen auch heute noch Schamanen, Zauberern und Geistheilern in ihrer Arbeit. Diese Objekte verleihen ihrem Träger Kraft – etwas das sich jenseits natürlichen, menschlichen Vermögens abspielt.

Heilwirkungen der Kraft

Diese transzendente Kraft wirkt auch an Orten. Das können Orte des Schreckens oder Orte der Heilung sein. Da wäre natürlich die Quelle von Lourdes zu nennen, an die sich jährlich tausende Menschen begeben. Viele Wunderheilungen ereigneten sich dort in der Vergangheit.

Auch die Gräber der Propheten und Heiligen, das Christusgrab in Jerusalem und viele dieser Art an anderen Orten auf der Welt: dort wirkt eine Kraft, die auf die Anwesenden übergeht.

Wenn also besondere Gedankenformen, die sich um Objekte und Orte drehen, diesen Dingen eine eigenartige Kraft verleihen, so ist das auch einem Menschen möglich, der ein Amulett besitzt. Er kann es durch seine Gedanken sozusagen "aufladen". Doch wenn es sich um das Amulett eines anderen, vielleicht sogar schon verstorbenen Menschen handelt, können seine Geistformen noch immer darin gegenwärtig sein.

Wer ein Amulet zum Schutz oder einen Talisman als Glücksbringer verwenden möchte, sollte ihn sich selbst suchen oder anfertigen. Ein Amulett dass einem Menschen göttlichen Beistand in allen möglichen Lebenssituationen gewähren soll, darf nur von einer spirituell reinen Person verfertigt sein. In beiden Fällen aber wird das Amulett durch bestimmte Sprüche oder Gebete geweiht und gesegnet.

 

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Amulette und Talismane in der islamischen Welt

von S. Levent Oezkan

Arabisches Kalligramm - ewigeweisheit.de

Seit uralter Zeit verwenden die Araber Amulette und Talismane, um sich und ihren Besitz vor bösen Geistern und dem Bösen Blick zu schützen. Doch auch heute noch duldet die islamische Welt magische Objekte die Schutzformeln tragen. Gern wird das Wissen vom Gebrauch solchen Wunderwerks, dem islamischen Propheten Suleyman zugeschrieben: dem jüdischen König Salomon.

Keinem Sterblichen wurde je so viel verliehen, wie König Salomo, dem Sohne Davids. Er nämlich gebot über Menschen und Dschinnen, über Vögel und Vierbeiner. Sogar die Geister, die Mârids und die Satane vermochte er in Messingflaschen einzusperren, die er mit geschmolzenem Blei verschloß und mit seinem Siegelring versiegelte!

- Aus "Die Messingstadt", einem Märchen aus tausendundeiner Nacht

Ein wunderbarer Siegelring muss das gewesen sein. Wohl gewiss ein Archetyp eines magischen Amuletts und Talismans. Salomo soll über ihn durch Allahs Gnade verfügt haben. Allah, so die Legende, erlaubte dem König über dessen magische Kräfte zu verfügen. Es heißt, dieser magische Siegelring befinde sich heute, bei dem in der Verborgenheit lebenden Imam Mahdi.

Der besagte Ring soll ein mit fünf ineinandergreifenden Linien gezeichnetes Pentagramm zeigen: das Siegel Salomos. Andere beschreiben den Ring mit der Gravur eines entsprechenden Hexagrams. Das es sich um ein Wunderding handelte, beschreibt Ludwig Storch in seinem Gedicht "Der Ring des Salomo", aus dem die ersten Verse hier wiedergegeben seien:

Tief aus des Ostens heiliger Morgenfrühe
Tönt eine Sage, wie aus Kindermund,
Und doch voll hohen Sinns uralter Weisheit
Und Gleichnis der Entwicklung unsres Geistes:
Das Märchen von dem Ring des Salomo.
Des Ringes werden wir noch heute froh.

An diesen Ring – so flüstert das Gedicht –
Gebunden war der Weisheit höchster Schatz
Und ob der Geisterwelt gewalt’ge Herrschaft.

Der Siegelring des weisen Königs war
Der Talisman, der jedes Übel abhielt
Und seinem Herrn zur größten Macht verhalf.
Denn der verstand nicht nur der Vögel Wort;
Der Dichtung Zauber und der Weisheit Hort,
Der Liebe Süße und der Eintracht Segen,
Sie haben – sagt man – in dem Ring gelegen.

- Aus "Der Ring des Salomo", Prolog zu Lessing’s "Nathan der Weise", von Ludwig Storch

Aus was dieser wundersame Ring des Salomon verfertigt war bleibt unbekannt, wie auch keine sicher weiß, wie das darauf befindliche Siegel letztendlich aussah. Sicher aber ist, dass die vermuteten Symbole darauf, ihre ganz eigenen Kräfte besitzen. So zumindest wollen es all jene, die sich mit den geheimen Schlüsseln des Salomon befassten.

Fest steht, dass Hexagramm und Pentagramm auf allen möglichen Talismanen, Amuletten oder Münzen zu sehen sind, um ihre ganz explizite Wirkung zu erzeugen.

Im Westen und im Orient sind solche Glückbringer und Schutz-Amulette aber nicht immer aus wertvollen Metallen oder Edelsteinen verfertigt. Heute werden solche Amulette oft aus Holz, Knochen oder kleinen Steinen hergestellt, auf denen sich eingraviert magische Formeln finden.

Üblich sind aber auch kleine beschriftete Papierstücke, auf denen sich heilige Namen, kurze Gebetsformeln oder Verse aus dem Koran befinden.

Die auf einem Amulett oder Talisman befindlichen Zeilen, sollte ein Mullah oder Imam auf von ihm erwählten Papier, mit schwarzer Tinte notiert haben. Zumindest soll der Hersteller eines islamischen Amuletts, ein frommer Muslim sein. Vor der Herstellung also, hat er die rituelle Waschung und das Gebet vollzogen.

Sobald das Stück Papier mit den heiligen Zeichen und Worten beschriftet ist, wird es gefaltet und dann vielleicht in ein simples Leder-Etui gesteckt, dass der Gläubige an einer Kette um seinen Hals trägt. Selten werden statt beschriebenem Papiel, auch dünne Bleiplättchen verwendet, in die Amulett-Texte geritzt sind. Sie faltet man dann und trägt sie bei sich in einem kleinen Metallbehältnis.

Das Wissen von der Magie der Symbole und Buchstaben

Da den 99 wichtigsten Namen Allahs magische Eigenschaften nachgesagt werden, verwendet man solche auch in Amulett-Inschriften. Auf arabischen Amuletten befinden sich auch geheime Symbole, Zahlen, magische Namen, Namen der Planeten, der Wochentage, Namen von Engeln und so weiter.

Da nun jedem der 28 arabischen Buchstaben, geheime Kräfte nachgesagt werden, finden sich in Amulett-Texten oft auch teils erfundene Namen, die sich aus arabischen Buchstaben zusammengefügt wurden, die von hoher magischer Relevanz sind. Schon die alten Araber wussten um die okkulten Eigenschaften ihrer Buchstaben. Wegen ihrer Anzahl assoziiert man sie seit alters her mit den 28 Mondstationen. Anderen der Buchstaben entsprechen besondere Himmelskörper, Sternzeichen oder astrologische Dekanate.

Aus diesem Wissen ergaben sich in der Hochphase der arabischen Kutlur im Mittelalter, ganz neue Sparten der magischen Wissenschaft. In unzähligen Traktaten über Mathematik, Sternenkunde, Astrologie und Magie, wurde ausführlich über die Kräfte der Planeten und den ihnen entsprechenden Buchstabensymbole gesprochen (hier sei natürlich das Rasa'il Ikhwan al-Safa angeführt, die Enzyklopädie der Eingeweihten Brüder der Reinheit).

28 Mondphasen mit arab. Buchstaben - ewigeweisheit.de

Schaubild: Die 28 Mondphasen mit den 28 arabischen Buchstaben.
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Die 28 arabischen Buchstaben

Jedem der Buchstaben des arabischen Alphabets werden magische Kräfte nachgesagt. Wie auch die Buchstaben anderer Alphabete (lateinisch, griechisch, hebräisch) verwendete man diese als Zahlensymbole, bevor sich das arabische Zahlensystem ab Ende des 9. Jhd. im Westen verbreitete. Für die Herstellung magischer Amulette, ist dies natürlich von essentieller Bedeutung, denn die "Welt ist Zahl", wie uns Pythagoras lehrt. Und wenn nun jedem Buchstaben eine besondere Zahl entspricht, lassen sich Buchstaben mittels ihrer Numerologie so anordnen, dass sie ihren magischen Zweck erfüllen.

Vor diesem Hintergrund wussten die Araber sich nur jede erdenkliche Form eines Amuletts herzustellen. Meist wurden die Buchstaben dazu rechteckig zusammengestellt und nach Maß eines magischen Quadrats geordnet.

Magisches Quadrat des Saturn - ewigeweisheit.de

Das Magische Quadrat des Saturn.

Es gibt sieben magische Quadrate die mit den Planetenkräften der sieben astrologischen Gestirne korrespondieren: Sonne (6x6), Mond (9x9), Mars (5x5), Merkur (8x8), Jupiter (4x4), Venus (7x7) und Saturn (3x3).

Werden nun also bestimmte arabische Namen oder sogar die Buchstaben ganzer Koran-Verse in einem dieser magischen Quadrat untergebracht, sollen sie die Kraft der in den Ayat eingezeichneten Sprüche transformieren.

Das einfachste magische Quadrat bilden die Ziffern 1-9 (3 x 3 = 9) – das Saturn-Quadrat.

Wieso aber nennt man diese Quadrate "magisch"?

Die Zahlen sind darin so angeordnet, dass die Summen, ganz gleich ob in den Reihen, Spalten oder Diagonalen, immer den selben Wert ergeben. Für ein 3x3-Magisches-Quadrat mit den Ziffern von 1-9, ergibt sich immer die selbe Summe: 15.

Wie aber schafft man in diesen 9 Positionen Platz für 28 Buchstaben?

22 4 27 9 20 2
13   18   11  
21 3 23 5 25 7
12   14   16  
26 8 19 1 24 6
17   10 28 15  

Tab. 1: Magisches Saturn-Quadrat mit 28 geordneten Zahlen

Die Methode ist denkbar einfach: man addiert die Anzahl der darin enthaltenen Ziffern auf die Zahlen in den einzelnen Positionen – so oft, bis die Zahl 28, der Reihe nach erreicht wurde: Position 1 erhält noch eine 10, die 2 noch eine 11, und so weiter, bis nach dem 3. Durchlauf die Stelle des 28. Buchstaben wieder auf die Position 1 fällt (siehe Tab. 1 und 2). Natürlich ist das bei jedem magischen Quadrat anders.

In obiger Tabelle lassen sich nun aus Worten besondere Sigillen bilden, die sich als Namen im magischen Quadrat eines Planeten einzeichnen lassen. Besonders den 99 Namen Allahs, werden ganz ausgesprochene magische Kräfte zugeschrieben. Doch auch die Namen der Erzengel, Verse aus den Koran-Suren, erfüllen ihren Zweck bei der Erzeugung von Sigillen. Doch es eignen sich auch alle anderen Namen und Sätze, von denen der Hersteller des Amuletts glaubt, dass sie dem Träger von Diensten sind.

Die schönsten Namen Allahs

Die eigentliche Bedeutung des Wortes "Allah" bleibt ein Geheimnis. Die "99 schönsten Namen" aber (arab. "Asma Al-Husna"), die das Wort "Allah" umschreiben, über sie sagte Mohammed (as):

Wer sie rezitiert wird das Paradies betreten.

ت د ظ ط ر ب
م   ص   ك  
ش ج ث ه ذ ز
ل   ن   ع  
ض ح ق ا خ و
ف   ي غ س  

Tab. 2: Magisches Saturn-Quadrat mit den 28 arabischen Buchstaben, entsprechend ihres Stellenwerts geordnet. In diesem, wie auch in den anderen 6 Planetensiegeln, lassen sich die Asma Al-Husna auf besondere Weise einzeichnen. Dazu an anderer Stelle mehr.

Im Koran wird Allah mit jedem dieser Namen beschrieben. Sie bilden gemeinsam die göttlichen Attribute und schönsten Namen Gottes, wie es heißt. Jeder von ihnen resoniert auch mit einem Lebensthema:

1. Ar-Rahman الرحمن der Gnädige  –  2. Ar-Rahim الرحيم der Barmherzige  –  3. Al-Malik الملك der König  –  4. Al-Quddus القدوس der Heilige  –  5. As-Salam السلام der Verleiher des Friedens  –  6. Al-Mumin المؤمن der Bewahrer  –  7. Al-Muhaymin المهيمن der Beschützer  –  8. Al-Aziz العزيز der Ehrwürdige  –  9. Al-Jabbar الجبار der Gewaltige  –  10. Al-Mutakabbir المتكبر der Vornehme  –  11. Al-Khaliq الخالق der Erschaffer  –  12. Al-Bari البارئ Der, der alles aus dem Nichts erschuf  –  13. Al-Musawwir المصور der Former  –  14. Al-Ghaffar الغفار der große Vergeber  –  15. Al-Qahhar القهار der alles Bezwingende  –  16. Al-Wahhab الوهاب der Geber und Verleiher  –  17. Ar-Razzaq الرزاق der Versorger  –  18. Al-Fattah الفتاح der Eröffner  –  19. Al-Alim العليم der Allwissende  –  20. Al-Qabid القابض der Zügelnde  –  21. Al-Basit الباسط der Gewährer  –  22. Al-Khafid الخافض der Erniedriger der Hochmütigen  –  23. Ar-Rafi الرافع der Erhörer der Demütigen  –  24. Al-Muizz المعز der Verleiher wahrer Ehre  –  25. Al-Mudhill المذل der Demütiger  –  26. As-Sami السميع der Hörende  –  27. Al-Basir البصير der Sehende  –  28. Al-Hakam الحكم der Richter  –  29. Al-Adl العدل der Gerechte  –  30. Al-Latif اللطيف der Feinfühlige  –  31. Al-Khabir الخبير der Kundige  –  32. Al-Halim الحليم der Nachsichtige  –  33. Al-Azim العظيم der Großartige  –  34. Al-Ghafur الغفور Der Vergebende  –  35. Ash-Shakur الشكور der Dankbare  –  36. Al-Aliy العلي der Erhabene  –  37. Al-Kabir الكبير der unvergleichlich Große  –  38. Al-Hafiz الحفيظ der Bewahrer  –  39. Al-Muqit المقيت der Stärkende  –  40. Al-Hasib الحسيب der Garant  –  41. Al-Jalil الجليل der Majestätische  –  42. Al-Karim الكريم der Ehrenvolle  –  43. Ar-Raqib الرقيب der Beobachter  –  44. Al-Mujib المجيب der Erhörer der Gebete  –  45. Al-Wasi الواسع der Allumfassende  –  46. Al-Hakim الحكيم der Weise  –  47. Al-Wadud الودود der Liebende  –  48. Al-Mayid المجيد der Glorreiche  –  49. Al-Baith الباعث der Erwecker  –  50. Ash-Shahid الشهيد der Zeuge  –  51. Al-Haqq الحق der Wahre  –  52. Al-Wakil الوكيل der Vertrauenswürdige  –  53. Al-Qawwiyy القوى der Starke  –  54. Al-Matin المتين der Standhafte  –  55. Al-Waliyy الولى der Patron  –  56. Al-Hamid الحميد der Preiswürdige  –  57. Al-Muhsi المحصى der alles Aufzeichnende  –  58. Al-Mubdi المبدئ der Beginnende  –  59. Al-Muid المعيد der wieder Herstellende  –  60. Al-Muhyi المحيى der Belebende  –  61. Al-Mumit المميت der Tötende  –  62. Al-Hayy الحي der aus sich Lebende  –  63. Al-Qayyum القيوم der Fortdauernde  –  64. Al-Wajid الواجد der Findende  –  65. Al-Majid الماجد der Ruhmvolle  –  66. Al-Wahid الواحد der Eine  –  67. Al-Ahad الاحد der Alleinige  –  68. As-Samad الصمد der Ewige  –  69. Al-Qadir القادر der Mächtige  –  70. Al-Muqtadir المقتدر der Obsiegende  –  71. Al-Muqaddim المقدم der Beförderer  –  72. Al-Muakhkhir المؤخر der Aufschiebende  –  73. Al-Awwal الأول der Erste  –  74. Al-Akhir الأخر der Letzte  –  75. Az-Zahir الظاهر der Offenbarer  –  76. Al-Batin الباطن der Verborgene  –  77. Al-Wali الوالي der Schutzherr  –  78. Al-Mutaali المتعالي der Reine  –  79. Al-Barr البر der Rechtschaffene  –  80. At-Tawwab التواب der Reue Annehmende  –  81. Al-Muntaqim المنتقم der Vergelter  –  82. Al-Afuww العفو der Vergebende  –  83. Ar-Rauf الرؤوف der Mitleidige  –  84. Malik-ul-Mulk مالك الملك Inhaber aller Reichtümer  –  85. Dhul-Dschalali-wal-Ikram ذو الجلال والإكرام Dem Majestät und Ehre gebühren  –  86. Al-Muqsit المقسط der unparteiisch Richtende  –  87. Al-Jami الجامع der Versammler  –  88. Al-Ghaniyy الغني der Unabhängige  –  89. Al-Mughni المغني der unabhängig Machende  –  90. Al-Mani المانع der Zurückweisende  –  91. Ad-Darr الضار der Peiniger  –  92. An-Nafi النافع der Wohltäter  –  93. An-Nur النور Das Licht  –  94. Al-Hadi الهادي der Führende  –  95. Al-Badi البديع der Erschaffer des Neuen  –  96. Al-Baqi الباقي der Dauernde  –  97. Al-Warith الوارث der Erbe  –  98. Ar-Rashid الرشيد der recht Leitende  –  99. As-Sabur الصبور der Geduldige.

Das Wichtige an diesen Namen ist, dass wenn Allah durch ihre Rezitation angerufen wird, Engel dazu verpflichtet werden, dem Gebetswunsch des Rezitierenden zu entsprechen. Und was für das Aufsagen gilt, soll in vielleicht anderer Form, auch bei der Verwendung in Amuletten seine Pflicht erfüllen.

Aus diesem Grund sollte jemand der nach göttlicher Hilfe sucht, sich zuerst genau überlegen, welchen der Namen er für die Herstellung eines Amuletts verwenden möchte. Schließlich erhoffen sie sich Allah's Zuneigung und eine Antwort auf ihr Flehen.

Der Koran als Amulett

والله Bei Allah!
علي بن ابي طالب الغالب Ali ibn Abi Talib ist der Siegreiche!
رضي الله تعالى عنه Der erhabene Gott möge an ihm Wohlgefallen haben
وكرم الله وجهه und Gott möge ihm Ehre erweisen!

Für die Araber ist der Koran an sich ein Amulett, das seinen Besitzer schützt. Daher reisen viele niemals ohne einen Koran mit sich zu führen.

Einige der im Koran befindlichen Kapitel – die Suren (auch: Suras) – erachten Muslime als besonders wichtig. Auch bestimmte Verse – die Ayats – aus manchen Suren, nehmen eine prominente Rolle ein. Dazu etwa gehört der sogenannte Thronvers, (arab. "Ayat Al-Kursi"), Sure 2:255.

Er beschreibt auf wunderbare Weise das, was man die "Göttliche Vorsehung" nennen könnte, etwas also, dass dem Menschen auf ewig unbegreiflich bleibt.

Zu den wichtigsten Suren des Koran, zählen

  • die 1. Sure Al-Fatiha, "die Eröffnende",
  • Sure 112 Al-Ichlas, "Die Aufrichtigkeit",
  • Sure 113 Al-Falaq, "Die Dämmerung" und
  • Sure 114 An-Nas, "Die Menschheit".

Kalligramme auf Amuletten

In Arabischen Traktaten, die sich mit magischen Texten befassen, werden auch solche heiligen Verse besprochen, die auf kunstvolle Weise in verschiedene Formen geschrieben, als Kalligramme darin Menschen, Tiere, Engel, ja gar den ganzen Tierkreis und die sieben Planeten abbilden. Sie durchsetzen also irdische, himmlische und göttliche Erscheinungen durch heilige Namen und Sätze.

Eines der wohl bekanntesten Beispiele eines solchen arabische Kalligramm-Amuletts, ist das Bild des "Löwen Gottes", einem Beinamen des Kalifen Ali ibn Abi Talib, dem Schwiegersohn des Propheten Mohammed (as).

Weniger geht es darum, dieses Amulett einfach nur um den Hals zu tragen, als dass es dem Träger als religiöses Hilfsmittel dient.

Über solche geweihten Amulette, die heilige Namen und Worte enthalten, soll der Gläubige direkt mit Allah in Kontakt treten können. Damit, heißt es, erhält er seinen ersehnten Schutz. Die Araber sehen das Tragen eines solchen Amuletts darum als Würde, macht es doch aus dem der es zu verwenden weiß, einen frommen Menschen.

 

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