Zahl

Numerologie: Metaphysik von höchstem Rang

von Johan von Kirschner

Numerologie - ewigeweisheit.de

Zahlen sind ein Mysterium. Die Form ihrer Symbole gleichen bildgewordenen Ideen, deren Ursprünge aber verborgen bleiben, während in ihnen die Notwendigkeit des Schicksals wirkt. Ihr Ursprung aber gleicht dem Ursprung des Legendenhaften: Etwas, das auf ewig unbekannt bleibt.

Wir können uns die Zahlen genau vorstellen, können sie aussprechen oder schreiben: Als Ziffer, Zeichen oder Figur. Darin verkörpern sie sich immer als tiefe Fundamente einer esoterischen Wirklichkeit, aus der sich, für jede Kultur (und darin entsprechend für jeden Menschen), besondere Bedingungen ergeben. Hieraus bleibt das Bestehende erhalten oder aber lässt sich neu gestalten.

Wenn wir von »Bestehendem« sprechen, so gilt das im Mikrokosmos auch für die Seele. Sie ist ewig, doch versucht sich zu verwirklichen, in der Kultur in der sie lebt. Und das geschieht eben zu allererst durch Vorgänge, deren ursächlichen Ausgangspunkte das Wesen der Numerologie bilden.

Alles Dasein und Werden, basiert auf elementaren Prozessen, denen eine »esoterische Mathematik« zugrunde liegt. Denn das eigentliche Geheimnis alles Gewordenen, verkörpert sich im Typus der mathematischen, in sich unveränderlichen Zahl. So könnte man also sagen, dass die Numerologie eine Metaphysik ist, von höchstem Rang.

Zahlen, ob nun gedacht, gesprochen oder geschrieben: Immer geht es dabei um optische Symbole für Abbildungen einer Grenzsetzung. Wieso? Da eben die Zahlen den mitteilbaren Rahmen jeden Seins versinnbildlichen. Und dieser Rahmen, den die Zahlen in ihrer numerologischen Bedeutung bilden, vermögen auch alle Eindrücke voneinander abzugrenzen, wobei jedes Ding und Sein, eben durch die Zahlen begreifbar wird.

Der Begriff, der für eine Zahl steht – das heißt also, ihr Name –, bezeichnet ihre Mächtigkeit und ihren Wert. Darum erhoben die Alten Römer ihre »Numina« (lat. Plural von »Numen«, einem transzendentalen, mystischen Einfluss) zu Gottheiten, um die Natureindrücke der Welt bestimmbar, sie greifbar zu machen, durch einen Namen, der die innere Bedeutung der Zahlen (lat. »Numeri«) quasi in sich gefasst hält.

Mit den Zahlen ordnet und untergliedert der menschliche Geist die Welt. Entsprechend halten die Namen der Zahlen in sich, jeweils ein bestimmtes Weltgefühl, aus dessen Abbild alle Formen in der Welt gezeichnet sind. Man denke etwa an die Geometrie der Pyramiden Ägyptens. Ohne eine Mathematik der Zahl wären sie wohl niemals erbaut worden und hätten auch nicht ihre besondere, energetische Wirkung in der Welt hinterlassen.

Numerologische Verfahren seit der Antike

Der griechische Philosoph Pythagoras entwickelte im 6. Jhd. v. Chr. eine Methode, aus der sich eine zahlenmäßige Beziehung zwischen Planeten und ihre numerischen Schwingung ergab. Er nannte diese Methode »Sphärenharmonie«. Und wenn auch Wörter einen Klang haben, gingen damit davon entsprechende Resonanzen aus, die in bestimmten Zahlen-Frequenzen schwingen. Darum glaubten die Pythagoreer, dass das Universum als ein harmonisches Ganzes betrachtet werden kann, worin alles Klänge und Schwingung ausstrahlt.

Seit der Antike also versuchen Menschen die Geheimnisse der Zahlen zu ergründen. Eine der wichtigsten Praktiken dabei, bildete seit alter Zeit ganz sicher das, was man Gematrie nennt. Die Weisen von einst, versuchten damals schon bestimmten Wörtern und Namen besondere Zahlenwerte zuzuschreiben, um daraus gewisse religiöse Bedeutungen der so gebildeten Zahlenwerte ablesen zu können.

Eine berühmte Geschichte dazu, ist die von Sargon, König von Assyrien, der im 8. Jahrhundert v. Chr. lebte. Er, so die Legende, ließ eine lange Mauer errichten, in der Stadt Dur Scharrukin (heute Khorsabad), die 16.283 Ellen lang war. Dieser Zahlenwert entsprach der Gematrie seines Namens. Bis heute spielt die Gematrie eine wichtige Rolle in rabbinischen Kreisen, wo man sie zur Auslegung von Passagen in der hebräischen Bibel verwendet.

Auch die Alchemie verwendet numerologische Methoden in ihren Prozessen. So beispielsweise formulierte der persisch-arabische Alchemist Jabir ibn Hayyan (721-815) seine alchemistischen Werke mittels einer ausgefeilten Numerologie. Sie basierte auf den Zahlenwerten der Namen der Substanzen, die er in seinem »Großen Werk« verwendete.

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Die Goldenen Verse des Pythagoras

Bete zuerst zu den unsterblichen Göttern, denn sie wurden erschaffen und bestimmt nach göttlicher Ordnung.

2. Ehre den Schwur und dann den Helden, erfüllt von Güte und Licht.

3. Ehre ebenso die unterirdischen Geistwesen, indem Du ihnen opferst, wie es die Ordnung verlangt.

4. Ehre ebenso Deine Eltern und jene, die Deiner Familie angehören.

5. Unter allen anderen der Menschheit, befreunde Dich mit denen, die sich selbst als Tugendhafte zu erkennen geben.

6. Folge immer den sanften Mahnrufen des Einen und nimm Dir ein Beispiel an seinem rechtschaffenen und beispielhaften Tun.

7. Vermeide um jeden Preis, Deine Freunde wegen kleiner Vergehen zu hassen.

8. Willenskraft und Notwendigkeit liegen nahe beieinander.

9. Bedenke, dass alle Dinge so sind, wie ich Dir mitgeteilt; und übe Dich darin die Leidenschaften zu überwinden und Deine fehlerhaften Veranlagungen zu besiegen.

10. Davon in erster Linie Fresssucht, Faulheit, Wut und Sinnenlust.

11. Tue kein Übles, weder in Gegenwart anderer, noch insgeheim mit Dir.

12. Vor allem aber, respektiere Dich selbst.

13. Als nächstes sollst Du Dich selbst beobachten, im Deinem Tun und Reden Gerechtigkeit walten lassen.

14. All Deine Tun soll vernünftig diesen Vorschriften folgen.

15. Refektiere über dies immer wieder, denn es ist vom Schicksal einem jeden beschieden einmal zu sterben.

16. Und so wie die Güter des Glücks erworben werden, gehen sie auch wieder verloren.

17. So erleiden die Menschen das gottgesandte Schicksal.

18. Doch nimm Dein Los gelassen hin, sei niemals mürrisch, was immer auch kommen möge.

19. Aber bemühe Dich, soweit Du vermagst, der Nöte abzuhelfen,

20. Und bedenke Folgendes: Das Schicksal lädt nicht dem guten Menschen die größte Bürde und Unglück auf.

21. Viele verschiedene Arten der Urteilskraft findet man unter den Menschen, gut wie schlecht.

22. Doch sollst Du nicht davor erschrecken oder Dich ihnen verweigern.

23. Wenn Dir aber Falschheiten begegnen, so nimm sie auf mit Sanftmut, und rüste Dich allein mit Gelassenheit.

24. Erfülle aber alles getreu, was ich Dir jetzt sagen werde:

25. Lass niemals zu, dass Dich die Worte oder Taten eines anderen verführen.

26. Noch lasse Dich dazu verleiten, etwas zu tun oder zu sagen, was von Nachteil für Dich sein könnte.

27. Hole Rat ein und überlege genau, bevor Du handelst, damit nicht Törichtes daraus entstehe.

28. Denn man erkennt den Toren an seinem nutzlosen und unreflektierten Handeln und Reden.

29. Tue aber das, was Dich nachträglich nicht belastet, oder Dich zur Reue verpflichtet.

30. Tue niemals etwas, das Du nicht verstehst.

31. Lerne aber alle Dinge die Du nicht verstehst und Du wirst ein sehr erfreuliches Leben haben.

32. Sei nicht nachlässig wenn es um die Gesundheit Deines Körpers geht;

33. Sondern trinke und esse nach Maß, und übe Körper und Geist.

34. Ich sage Dir: halte Maß, auf das es Dich nicht erschöpfe.

35. Gewöhne Dich an eine reine und ordentliche Lebensweise ohne Luxus.

36. Vermeide alles, was anderen Anlass gibt, neidisch zu sein.

37. Sei auch nicht verschwenderisch, auch wenn Du glaubst, noch nicht zu wissen, was Ordnung und Ehrenhaftigkeit bedeuten.

38. Noch sei habgierig oder geizig; denn in allen Dingen das Ma. zu halten, ist das Allerbeste.

39. Tue nur Dinge, die Dir nicht schaden, doch erwäge was am angemessensten ist, bevor Du zur Tat schreitest.

40. Auch sollst Du nicht mit müden Augen zu Bett gehen,

41. Bevor Du nicht sorgfältig und mit Vernunft noch einmal alles in Gedanken nachgeprüft hast, was Du am Tag getan und was Du unterlassen hast.

42. Habe ich unrecht gehandelt? Was habe ich mit Liebe vollbracht? Was habe ich unterlassen, was ich eigentlich hätte tun sollen?

43. Wenn Du, mit dem Wichtigsten beginnend, hierbei fändest, dass Du Ungutes getan, so ziehe Dich selbst dafür zur Rechenschaft;

44. Und wenn Du Gutes vollbracht hast, so sei glücklich darüber und erfreue Dich.

45. Übe Dich sorgfältig darin – meditiere über all diese Dinge; Du solltest sie in Deinem Herzen beheimaten und lieben.

46. So wirst Du auf den Weg zur Göttlichen Tugend kommen.

47. Das schwöre ich bei dem, der unseren Seelen die Heilige Vierheit der Tetraktys eingepflanzt hat, der Quelle der Natur, deren Ursache ewig ist.

48. Niemals aber beginne mit der Arbeit, bevor Du nicht ein Gebet an die Götter gerichtet hast, mit der Bitte Dir zu helfen Dein Werk vollbringen zu können.

49. Wenn Dir dies zu einem Brauch geworden ist,

50. Wirst Du die Gestalt der unsterblichen Götter sowie die der Menschen erkennen.

51. Ganz gleich wie weit sich die verschiedenen Wesenheiten erstrecken, und durch was sie erhalten oder verbunden werden.

52. Du sollst ebenfalls wissen, das, entsprechend göttlicher Ordnung, die Beschaffenheit des Universums in allem gleichen Wesens ist und sich entspricht.

53. Sodass Du weder erhoffst, was Du nicht erhoffen solltest, noch Dir irgendetwas in dieser Welt verborgen bleiben soll.

54. Du wirst erkennen, dass die Menschen für ihr Unglück selbst zu Schulden kamen, durch ihren eigenen freien Willen.

55. Wie unglücklich sind jene, die weder sehen noch verstehen, dass sich das Gute in ihrer Nähe befindet.

56. Nur wenige wissen wie sie sich aus ihrem eigenen Unglück befreien können.

57. Das ist das Verhängnis dessen Schleier die Sinne der Menschen verwirrt.

58. Sie gleichen riesigen Felsen die hin und her rollen, unter der Last ihrer vielen Gebrechen.

59. Denn ein tödlicher, scheinbar unbemerkte Begleiter, der Streit, schleudert sie hoch und runter, ins Verderben.

60. Doch anstatt die Zwietracht anzuschirren, muss man sie vermeiden, ihr entfliehen.

61. Wahrhaftig! Zeus, unser Vater! Du würdest all jene von diesen Übeln erlösen,

62. Würdest du sie nur alle sehen lassen, von welchem Geist (Daimon) sie ihr Leben leiten lassen.

63. Doch sei guten Mutes; Die Menschen sind göttlicher Abstammung.

64. Die heilige Natur enthüllt ihnen die verborgensten Geheimnisse.

65. Wenn sie Dir gewährt ihre Geheimnisse zu schauen, so wirst Du alle Dinge mit Leichtigkeit vollbringen können, in die ich Dich zuvor eingeweiht habe.

66. Und durch die Heilung Deiner Seele, wirst Du sie von allen Übeln und von allem Leid befreien.

67. Aber enthalte Dich von alle dem, das wir Dir in den Reinigungen zur Erlösung der Seele verboten haben.

68. Unterscheide recht zwischen allen zuvor genannten Dingen, und prüfe sie auf das Genaueste.

69. Bedenke dies alles, wenn du wählst, und lasse Dich durch die beste Erkenntnis von oben durchs Leben führen.

70. Und wenn Du schließlich eines Tages Deinen sterblichen Körper verlässt, so möge Deine Seele frei den reinen Äther durchmessen.

71. Du wirst ein unsterblicher Gott sein – keiner kann Dir etwas anhaben – nicht einmal der Tod.

Pythagoreer zelebrieren Sonnenaufgang - ewigeweisheit.de

Pythagoreer zelebrieren den Aufgang der Sonne - Gemälde von Fyodor Bronnikov