Zehnt

Esoterik des Zinseszins

von S. Levent Oezkan

Ein Gedankenmodell: Angenommen Joseph von Nazareth hätte bei der Geburt Jesu 1 € auf ein Sparkonto eingezahlt, bei einer Verzinsung von 5%: Was wäre heute, im Jahr 2020, aus diesem Geld geworden, hätte es niemals jemand von dieser hypothetischen Bank abgehoben?

Schaut man auf den winzigen Betrag von 1 € und die gewöhnliche Laufzeit dessen, was man vor einigen Jahrzehnten noch als Sparkonto kannte, dann dürfte einem der Plan Josephs wirklich kurios erscheinen.

Was aber, Joseph hätte sein Sparkonto, zum selben Zinssatz, einem Erben hinterlassen, der es seinerseits jemandem vermacht hätte, der wiederum diesen Plan fortgeführt hätte, ohne jemals einen Cent abzuheben?

Was wäre aus dem 1 € nach 10 Jahren, nach mehr als 100 Jahren, was nach 500 Jahren, ja was eigentlich nach mehr als 1000 Jahren geworden? Welcher Wert hätte sich da angehäuft, wäre dieses Konto sogar bestehen geblieben bis zum heutigen Tage im Jahre 2020?

Solche Fragen dürften alle samt ziemlich eigenartig erscheinen. Doch der britische Philosoph und Geistliche Richard Price (1723-1791) stellte sie schon vor etwa 250 Jahren in seiner Schrift »Ein Aufruf an die Öffentlichkeit zum Thema Staatsverschuldung«. Price wollte damit veranschaulichen, wie widersprüchlich und unvereinbar Zinseszinsen auf verliehenes Geld eigentlich sind.

Bevor wir genauer darauf eingehen, soll aber zuerst einmal die eigentliche Voraussetzung für Zinserhebung geklärt werden: Und das ist die Existenz des Geldes an sich.

Entstehung des Geldes und des abstrakten Denkens

Auch wenn wir alle tagtäglich mit Geld zu tun haben, bedeutet das nicht, dass wir die damit einhergehenden Zusammenhänge völlig selbstverständlich nachvollziehen können, die in der Bedeutung des Wortes »Geld« zusammenlaufen.

Fest steht, dass Geld heute das materielle Befinden bestimmt, was natürlich auf unsere Gefühle und unsere Gedanken, auf unsere Hoffnungen und auf unsere Ängste wirkt – sei es im gesellschaftlichen, beruflichen wie auch im privaten Leben.

Da wir Geld alle völlig selbstverständlich verwenden, wird seine Bedeutung, seine Herkunft und sein wirklicher Einfluss auf das Leben der Menschen, gar nicht mehr hinterfragt. Denn wie ginge jemand damit um, hätte er einmal genug davon? Kann man überhaupt genug Geld haben und wieviel davon entspräche dann einer materiellen Zufriedenheit?

Eigentlich ist Geld ein Tabuthema. Vielleicht, da sein eigentliches Wesen gar nicht so leicht zu beschreiben ist, denn mit der Erfindung des Geldes, begannen die Menschen ihr Denken zu abstrahieren. Nicht mehr wurden soundsoviele Gegenstände oder Waren gegen andere ausgetauscht, nicht mehr vermochte man zu erwägen, wieviel das, was man zu bieten hat, eigentlich wirklich wert ist. Man begann stattdessen den Wert einer Sache oder eines Dienstes, an Stundensätzen, Preisen, Gehältern und Gebühren zu bemessen.

Wenn man im alten Tauschgeschäft Naturgüter handelte, unterlag diese Tätigkeit den Naturgesetzen. Seit Einführung des Geldes hat sich das jedoch verändert. Geld wächst eben nicht auf dem Felde und auch nicht an Bäumen.

Einst nahmen wir Menschen unmittelbar das, was uns die Natur gab. Heute scheint sich der Zwischenschritt der Gabe und Annahme von Geld durchweg dazwischen geschoben zu haben. Und das begann, als die Menschen sesshaft wurden, vor vielleicht 13.000 Jahren. Seit dieser Zeit gewann auch Eigentum an Bedeutung. Wem ein Feld oder ein Apfelhain gehörte, wollte ihn alleine beernten und verwehrte anderen den Zugriff. Mit der Festlegung von Landbesitz wurde auch die Grundlage für Kriege geschaffen.

Was aber berechtigte den Menschen dazu Besitzanspruch auf Teile unseres Planeten zu hegen? Was eigentlich ermächtigt jemanden Land zu besitzen, wo eben einer einfach auf etwas »sitzt« und es darum sein eigen nennt?

Als die Menschen noch ausschließlich als Nomaden über die Erde wanderten, gab es vielleicht auch schon heilige Orte. Man besaß diese Orte jedoch nicht, sondern traf sich dort ein, um gemeinsam besondere Rituale zu feiern. Danach aber zog man weiter.

Gut haben.

In alter Zeit lebten die Menschen in kleinen Gruppen, arbeiteten zusammen, handelten gemeinsam. Jeder trug zum Ganzen auf ähnliche Weise zur Gemeinschaft bei. Wer etwas vom anderen haben wollte, musste dafür etwas geben oder etwas für den Geber tun. Das war die Grundlage allen Tauschs und das Entstehen der dazu verwendeten Mittel.

Wohin sich jedoch die heutige Weltgesellschaft entwickelt, das ist keinem klar. Viele haben einfach vergessen was zu tun ist, um ein autarkes Leben in einer kleinen Gemeinschaft zu führen. Wofür auch? Heute kümmert sich da der eine um die Lebensmittel, ein anderer erbringt Dienstleistungen oder bietet seine Hilfe an als Handwerker, als Arzt, als Gärtner, Landwirt und so weiter. Wenn Menschen einst gemeinsam handelten, geht es heute um ein Handeln des Einzelnen, insbesondere beim Handel mit Waren. Als die Menschen noch in kleinen Gruppen zusammenlebten, war jedem klar worauf es ankam, da er es von Kindesbeinen an erlernt hatte. Viele Versuche sich wieder in diese alten Formen des Zusammenlebens zurückzubegeben, scheiterten oft kläglich und es gelang nur sehr wenigen, wenn überhaupt, hieraus in einer Art Parallelmodell zum Großgesellschaftlichen Zusammenleben zu finden. Darin aber spielen Waren und der Handel damit, eine ganz zentrale Rolle.

Nun stellt sich die Frage, welche Eigenschaften solche Waren erfüllen müssen, um sich als Tauschmittel zu eignen? Wären nämlich grüne Blätter in unseren Breiten ein Tauschmittel, könnte jeder immer wieder eins pflücken, um damit bei einem Handel einen Gegenwert zu geben. In der Polarregion aber sähe das ganz anders aus, da es dort eben nur sehr wenig Grünes gibt. Noch deutlicher ist das beim Wasser: Es ist wohl nur dann ein wirkliches Tauschmittel, wenn es auch getrunken werden kann, also zum Beispiel aus einer Quelle oder einem Brunnen. Auch Knappheit von Wasser in trockenen Gebieten unserer Erde, machen aus ihm ein kostbares Gut, verleihen ihm einen Wert.

Wer nun dafür sorgt, dass Trinkwasser verfügbar ist, der wendet Arbeit auf, stellt die physischen Mittel zur Verfügung (zum Beispiel Wasserleitungen und Behältnisse) und reserviert einen Teil seiner Lebenszeit für diese Tätigkeit. Wer von so jemandem dann Wasser haben möchte (ein anderes Produkt oder eine Dienstleistung, dass er zur Verfügung stellt), erwartet von seinem Abnehmer dafür eine Gegenleistung.

Menge - Münze - Mahnung

Ware und Gegenwert aber sind nicht nur der Sache wegen verbunden, sondern auch durch ihre Qualität. Je nach dem wo ein Bauer sein Getreide lagert, ist es von besserer oder geringerer Güte. Auch die Teilbarkeit der Ware spielt eine besondere Rolle. Weizen oder Wasser kann ich leicht in kleinere oder größere Mengen teilen. Auch wenn ein Baum erst einmal gefällt wurde, lässt er sich in handliche Stücke zersägen. Anders sieht das aus mit einem Fisch, der erst tot gehandelt werden kann und das auch nur für eine bestimmte Zeit.

Um solche Mengen zu kennzeichnen, entwickelten Menschen zuerst Symbole, die dann irgendwann zu den Zahlen wurden, die wir heute alle kennen. Daraus folgte, dass Menschen symbolische Gegenstände verwendeten, um diesen durch Zahlen definierten Teilwerten einen Tauschwert zuzuordnen. Das waren meist seltene, hochgeschätzte Objekte, die vielleicht keinen Nutzwert besaßen, doch wegen ihrer Schönheit begehrt waren: Edelsteine, Edelmetalle und andere. Sie waren die Urform des Geldes, dass man einem Händler, wenn er diese als Tauschmittel anerkannte, als Gegenwert bei einem Kauf geben konnte. Besonders die Edelmetalle wurden dabei immer wichtiger und so kam es zu ersten Münzprägungen. Interessant dabei ist, wenn man sich den Ursprung des Wortes »Münze« anschaut, dass von der römischen Moneta stammt: Der Göttin der Mahnung, der Erinnerung an eine Verpflichtung! Der Wert der Münzen war und ist bis heute gegeben, da sie eben nur begrenzt, ja sogar selten vorkommen, doch sehr begehrt sind und ihre Schaffung einen gewissen Aufwand voraussetzt.

Durch diese Abstraktion von Tauschwerten ging es nun nicht mehr nur darum Waren aufzubewahren, sondern auch um die verwendeten Tauschmittel, insbesondere Münzen. So entstand die Bankenzunft. Kam einer um seine Münzen aufbewahren zu lassen, erhielt er dafür eine Quittung: die Banknote, als Dokument, für den Anspruch auf einer Bank hinterlegten Wertmenge. So kam es, dass irgendwann einfach nur noch Banknoten genügten, um Tausch auszuführen, das heißt, um Waren zu kaufen. Das sollte den Städtern ersparen säckeweise Münzen transportieren zu müssen.

Das Schatzhaus der Athener – ewigeweisheit.de

Der Thesauros: Das Schatzhaus der Athener im Tempelbezirk von Delphi (Griechenland). Dieses antike Gebäude erfüllte den Zweck einer Depotbank, in der man die kostbarsten Votivgaben der Fürsten der alten griechischen Welt aufbewahrte.

Wichtigste Voraussetzung für jeden Handel aber ist, dass Waren knapp bemessen sind. Gibt es zuviel davon und finden sich keine Abnehmer, sind sie wertlos. Angenommen ein Bauer verkauft nun dem einen Sack Getreide, der der Gemeinschaft selbst einen Mehrwert geschaffen hat und das auch belegen kann, so etwa durch den Besitz eines entsprechenden Dokuments (zum Beispiel als Banknote), dann hat so jemand mit seiner Arbeit oder seinem produzierten Gut, selbst einen Anspruch auf eine Gegenleistung erwirtschaftet. Sie kann er gegenüber der Gemeinschaft geltend machen. Und ist dieser Anspruch durch ein Dokument belegbar, dann spricht man von Geld. Auf diese Weise erfüllt es seine wesentliche Funktion.

Nun muss man aber unterscheiden zwischen Beschaffenheit und Menge, zwischen Wert und Zahl, aus denen sich der jeweilige Anspruch gegenüber der Gesellschaft ergibt. Hierbei spielt Geld eigentlich auch noch keine Rolle, da zuerst eine Gleichheit ermittelt wird, zwischen ganz unterschiedlichen Waren oder Dienstleistungen. Wie setzt man dann zum Beispiel den Wert von Äpfeln mit dem von Weizensäcken, den Wert einer Kuh mit dem von Wasserbecken, den Wert einstündiger Arbeit eines Schusters mit dem Wert von soundsoviel Säcken Äpfeln zueinander in Relation?

Vom Ermessen des Werts

Diese Frage eindeutig zu beantworten ist unmöglich, da die Werte von Dingen oder Leistungen, nicht objektiv bemessen werden können. Man denke etwa an den Ort wo bestimmte Güter gehandelt werden: der kulturelle Hintergrund von Gebendem und Abnehmer ist da ganz relevant. Ein einfaches Beispiel: Was nützt einem Schiffbrüchigen eine Tonne Gold? Aber auch in mindernden Verhältnissen wäre es schwer eine zentrale Instanz zu ernennen, die unzähligen Relationen zwischen Wert und Gegenwert einheitlich festlegen wollte. Für einen Durstenden in der Wüste ist ein Diamant wertlos gegen einen Kübel Wasser. Selbst Geld würde da nur zu einer Ware. Was nützten einem Säcke voller Geldscheine, wenn er kurz davor wäre aus Wassermangel zu sterben? Hier hätte der Wert des Geldes inflationär zugenommen, da es da eben seine Bedeutung verlor.

Es liegt an dem Ort beziehungsweise dem Wirkbereich von Geld, wie hoch sein Wert ist. Ist zu viel Geld im Umlauf, spricht man von einer Inflation, wenn ein bestimmter Wert nicht mehr eintauschbar ist. Hier bereits sei schon einmal auf das hingedeutet, was wir ganz zu Anfangs mit dem Thema »Zins« ansprachen. Denn der Zins schließlich vermehrt ja einen Relativwert, der quasi aus dem Nichts entsteht. Dass das aber eigentlich widersprüchlich ist, wollen wir uns gleich genauer ansehen.

Keine Sache hat von sich aus einen Wert, sondern eben nur so viel wie ein anderer bereit ist dafür zu geben. Geld dient dabei als Symbol für ein gegenseitiges Vertrauen, dass die Menschen einer Gesellschaft einander erbringen müssen um zu handeln. Dabei muss immer eine Balance zwischen Geben und Nehmen bestehen – eine Balance die in unserem existierenden System aber auch als Druckmittel eingesetzt wird, das die Mitglieder dieser Gesellschaft zwingt, ihren Beitrag zum Gesamtwohl zu leisten. Das aber ist nur die Sicht aus Warte des Menschen in einer Gemeinschaft, zumal doch die meisten anderen Lebewesen auf unserer Erde ja ganz ohne Geld zurecht kommen.

Stellt sich dann aber nicht die Frage, wie eine Welt ohne Geld aussehen könnte? Was würde sich da ändern, für jeden von uns, wenn jeder immer das täte, was er schon immer getan hat? Ließe sich organisieren, dass sich Geld an sich erübrigt und jemand seine erbrachten Leistungen oder bereitgestellten und verkauften Waren direkt mit dem verrechnet, was er zum Leben braucht? Kann es dann überhaupt noch von einander abgegrenztes Eigentum geben und bedürfte es dann noch Banken, die anderen, zu einem bestimmten Zinssatz, Geld verleihen?

Den Zehnten von allem

Das Wort »Zins« hat seinen Ursprung ziemlich wahrscheinlich im proto-indoeuropäischen »Kems«, was soviel wie »ordnen« bedeutet, denn seit alter Zeit musste das zuerst mit den zehn Fingern der Hände vollbracht werden – entweder zählend oder handelnd. Auch das Wort »Zehnt«, das selbst wiederum vom proto-indoeuropäischen »Komt« abstammt, entspricht seinem etymologischen Sinn gemäß wahrscheinlich dem Wort »Zins«. Dabei war der Zehnt seit uralter Zeit eine Form der Steuer, die jemandem zustand, der einem anderen einen Wert zur Verfügung stellte. Das war im Mittelalter vielleicht ein Acker oder was ein Kriegsherr auf einem Raubzug erbeutet hatte. Schon im biblischen Testament ist davon die Rede, als nämlich Abraham dem sagenhaften Priesterkönig Melchisedek den »Zehnten von allem« gab:

Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er war Priester des Höchsten Gottes. Er segnete Abram und sagte: Gesegnet sei Abram vom Höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, und gepriesen sei der Höchste Gott, der deine Feinde an dich ausgeliefert hat. Darauf gab ihm Abram den Zehnten von allem.

- Genesis 14:18–20

Ist da nun der Zehnt oder Zins aber vielleicht auch eine spirituelle Angelegenheit?

Das Schatzhaus der Athener – ewigeweisheit.de

Goldnuggets aus Kalifornien (oben) und Australien (unten).

Heiliges Metall Gold

Es war wohl immer so, dass jene, die selbst nicht in irgendwelche Formen des Handels involviert werden sollten, durften oder konnten, und sich am »schmutzigen Geschäft«, wie viele meinen, nicht die Finger dreckig machen wollten, damit einen Weg fanden zu ihrem Unterhalt zu kommen: dem Handel mit Gold. Das die Worte »Geld« und »Gold« so nahe beieinanderliegen, dürfte darum auch kein Zufall sein.

Mit dem Zinssystem nun wurde etwas geschaffen, dass auf einen Widerspruch hinausläuft, denn schließlich kann man aus etwas, das einen bestimmten Wert hat, nicht mehr machen als es wert ist. Genau das aber macht der Zins. Besonders deutlich wird das bei so abstrakten Werten wie unserem lieben Geld, dass seit langer Zeit schon eine bestimmte Deckung mit barem Gold benötigt, damit es die Regierung eines Landes in ihrem nationalen Bankwesen überhaupt in Umlauf bringen darf.

Das Gold seit uralter Zeit als schönstes aller Metalle im Leben der Menschen eine Rolle wichtige spielte, darauf verweist bereits das Buch Genesis, in dem es im zweiten Kapitel heißt:

Und Gott der Herr bildete den Menschen, Staub von dem Erdboden, und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens; und der Mensch wurde eine lebendige Seele. Und Gott der Herr pflanzte im Osten einen Garten in Eden, und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte. […] und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Und ein Strom ging aus von Eden, den Garten zu bewässern; und von dort aus teilte er sich und wurde zu vier Flüssen. Der Name des ersten ist Pison; dieser ist es, der das ganze Land Hawila umfließt, wo das Gold ist; und das Gold dieses Landes ist gut

- Genesis 2:7-12

Metall der Sonne

Es scheint also, als hätte man alles Kostbare schon sehr lange mit Gold verglichen, wo Gold seinen Wert angezeigt. Besonders König Salomon ließ es aus dem sagenhaften Land Ophir nach Jerusalem bringen. Mit diesem Gold schmückte er auch seinen Tempel. Und in diesem Zusammenhang taucht da in der Bibel immer wieder eine eigenartige Zahl auf:

Und es war das Gewicht des Goldes, das Salomo in einem Jahr gebracht wurde, 666 Zentner […] Und der König machte einen großen elfenbeinernen Thron und überzog ihn mit lauterem Gold. Und der Thron hatte sechs Stufen und einen goldenen Fußschemel am Thron […]. Und zwölf Löwen standen auf den sechs Stufen zu beiden Seiten. […] Und alle Trinkgefäße des Königs Salomo waren aus Gold, und alle Gefäße des Libanon-Waldhauses waren aus lauterem Gold

- 2. Buch der Chroniken 9:13,17-20

Nun muss man wissen, dass das, was man in der Zahlenmystik als »magisches Sonnenquadrat bezeichnet und in sechs mal sechs Feldern die Zahlen eins bis sechsunddreißig auf besondere ordnet, in jeder Reihe als Summe die Zahl 111 ergibt (siehe hier). Das es zwischen der Zahl Sechs und der Sonne einen esoterischen Zusammenhang gibt, das wussten bereits die weisen Chaldäer (abgeleitet von den sogenannten »Planetenstunden«). Wenn das Gold nun aber der Sonne zugeordnet ist, so wie das Silber dem Mond, so scheint es einen tieferer Zusammenhang zu gegeben, wenn in obigem Zitat jene eigenartige Zahl 666 auftaucht, von der ja auch im Buch der Offenbarung des Neuen Testaments die Rede ist.

In diesem Buch ist die Zahl zwar »eines Menschen Zahl«, das Gold aber wiederum ist die metallische Substanz, aus der, dem Mythos nach, das himmlische Jerusalem gebaut wurde.

Unermessliche Mengen Goldes

Der Teufel sitzt im Detail, wie es heißt. Und wenn es um den Zinseszins geht, so könnte man sich mokieren, dass der Leibhaftige darin wahrlich sein Gefallen findet. Denn Zinsen auf Geld zu erheben, setzt einen eigenen Zyklus in Gang, der mit dem eigentlich dahinterstehenden und deckenden Geld- oder Goldwert eigentlich nichts mehr zu tun hat. Werden, wie in unserem Beispiel, 5% Zinsen erhoben, schafft das einen Wert den es eigentlich überhaupt nicht gibt – zumindest nicht in dem Sinne, als dass ihm ein physischer Wert entspräche. Hier setzt die Inflation ein, denn das Geld wird abgewertet durch die Erhebung von Zinsen. Da wird dann alles  immer teuerer und die Kaufkraft der Währung verliert an Stärke. Zu unserem Beispiel des Josephspfennig zurückkehrend, wollen wir uns ansehen, was das bedeutet.

Zahlt jemand nämlich Zinsen für eine Geldschuld, so muss er eigentlich aufkommen für den vorübergehenden Verzicht des Gläubigers auf sein Geld. In der Regel werden Zinsen pro Jahr berechnet. Wenn der Schuldner sein Geld aber erst nach einem Zeitraum von über einem Jahr zurückzahlt, kommt da ein Zinseszins ins Spiel: Zinsen die anfallen für die bereits zuvor angefallenen Zinsen. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die ganze Sache absurde Züge an, denn nun verdient da ein Gläubiger Geld, ohne dass er dafür eine Gegenleistung erbringt, was ja in etwa noch durch den Verzicht gewährleistet gewesen wäre, denn er muss vielleicht ja durch Aufwand oder Arbeit entsprechende Werte erzeugen, die ihm durch sein Verleihen vorerst nicht zur Verfügung stehen. So könnte man den Zins auch als etwas betrachten, der dem Schuldner eine gewisse Last aufbürdet, damit er seine Schuld so schnell als möglich begleicht.

Doch die Prinzipien die mit einem Zinseszins wirken – mit Zinsen also, die man auf bereits angefallene Zinsen berechnet – sind eigentlich grotesk. Das soll folgendes Rechenbeispiel beweisen.

Der Josephspfennig

Wir hatten gesagt, dass Joseph von Nazareth auf sein hypothetisches Sparkonto 1 € einzahlte. Wäre er nach 10 Jahren zu seiner Bank gegangen, wären es gerade einmal 1,63 € gewesen, die er seit seiner Einzahlung mit 5% Verzinsung hätte sozusagen geltend machen können.

Nach 80 Jahren – einer Dauer die etwa der heutigen Lebenserwartung entspricht –, wären es dann schon immerhin ca. 50 € gewesen. Das heißt also, dass sich, wie aus dem Nichts, der anfängliche Geldbetrag verfünfzigfacht hätte! Die Bank hätte also zum Beispiel einen Mitarbeiter »unbezahlte Überstunden« machen lassen müssen, oder Ähnliches. Zugegebenermaßen ist das Beispiel recht albern, denn bei 80 Jahren wäre das ja nicht ins Gewicht gefallen.

Doch diese Angelegenheit sieht ganz und gar anders aus, wenn wir das Gedankenspiel mit dem Zinseszins fortführen!

Nach 142 Jahren nämlich wären da bereits mehr als 1.000 € (!) auf dem alten Konto Josephs zusammengekommen. Sein eingezahlter Geldbetrag hätte sich also vertausendfacht. Hier kann man bereits sehen, dass es sich beim Zinseszins um eine exponentielle Vermehrung des Geldbetrags handelt, womit der tatsächliche Wert des Geldes an sich ja aber abnimmt.

Da könnten wir nun die Frage stellen: Wie soll eine exponentielle Mehrung von Geldbeträgen auf einem endlichen Planeten Erde durchführbar bleiben? Denn Geld benötigt ja schließlich einen Deckungswert, da es ja stellvertretend für andere Werte eintauschbar bleiben muss. Doch wie wir gleich sehen werden, ist das schlichtweg unmöglich.

Denn im Jahr 236 n. Chr. wären die Zinsen sogar schon mehr als 100.000 € gewesen, was etwa dem Wert eines ganzen Goldbarren entspräche (Goldpreis März 2020). Das wären also 99.999 € mehr, als zu Anfangs, also vor 236 Jahren auf das Sparkonto eingezahlt wurde.

Nach 500 Jahren hätte ein Erbe Josephs auf sage und schreibe entsprechend 70.245 Goldbarren (entsprechend mehr als 7 Milliarden €!) Anspruch gehabt.

Das gesamte auf der Erde vorkommende Gold (ca. 200.000 Tonnen) aber, hätte unsere hypothetische Bank bereits nach 805 Jahren dem Erben des Sparers geschuldet.

Im Jahr 1415 wäre der entsprechende Geldwert dann soviel gewesen, als schulde man ihm das Volumen unseres gesamten Planeten Erde, ausgefüllt mit reinem Gold.

Im Jahre 1900 wäre das ein noch fantastischerer Wert gewesen, denn die Bank hätte ihm die groteske Menge von 19 Milliarden Erdkugeln aus reinem Gold geschuldet.

Zu heutigem Datum 2020 aber, hätte sich dieser Wertbetrag zu mehr als 6 Billionen Erdkugeln aus reinem Gold aufaddiert, was etwa dem Volumen einer Goldkugel entspräche, deren Durchmesser 5 Millionen mal größer wäre als das unserer Sonne!

Punkt.

Wie man ganz deutlich sehen kann, wäre es der Bank wohl bereits nach 500 Jahren nicht mehr möglich gewesen, jenem Sparer-Erben nur den winzigsten Bruchteil eines Bruchteils dessen auszahlen zu können, was ihm bei einer Verzinsung von nur 5% zugestanden hätte!

Bei dieser Rechnung wäre durchaus die Frage angebracht, inwieweit das Konzept des Zinseszins dann überhaupt noch Sinn macht, wenn der ab einem gewissen Grad überhaupt nicht mehr zurückgezahlt werden kann?

Wofür die Menschen Zinsen erfanden

Die Sache mit dem Zins war immer auch eine Religiöse, wie wir oben sehen konnten. Man verbot Zinsen zu erheben und führte den Zins auch wieder ein. Ursprünglich stammt das Zinskonzept von den Sumerern, aus einer Zeit vor etwa 4.400 Jahren. Sie nannten es »Maš«, das »Kalb«, denn es galt ihnen als ein Naturlohn, was man heute als Sachzuwendung bezeichnen würde.

Im Reich der Babylonier, vor etwa 3.800 Jahren, kannte man den sogenannten Marktzins, der schon damals für den Schuldner ein Risiko bildete, denn konnte er diesen Zins nicht zahlen, lief er Gefahr von seinem Gläubiger versklavt zu werden.

Vor 3.000 Jahren gab es dann bei den Juden das Sefer ha-Berit, das »Bundesbuch«, indem man das Verbot fand, Zinsen bei Krediten an arme Menschen zu erheben.

Leihst du einem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt, Geld, dann sollst du dich gegen ihn nicht wie ein Gläubiger benehmen. Ihr sollt von ihm keinen Zins fordern.

- Exodus 22:24

In einem anderen der fünf Bücher Moses heißt es zudem

Du sollst von Deinen Volksgenossen keinen Zins nehmen, weder Zins für Geld, noch Zins für Speise, noch Zins für irgendetwas, was man leihen kann

- Deuteronomium 23:30

Ob das nur für die angesprochenen Mitglieder des Volkes Israel galt, sei einmal dahingestellt. Dass Zinserhebung einem Volk jedoch schade, davon war auch der griechische Philosoph Platon überzeugt. Bei den Römern dann, etwa zur selben Zeit Platons, handhabte man das mit der Verzinsung entsprechend der Art des Schuldnertums, wo der mündlichen Zusage auf einen bestimmten Zinssatz, per Handschlag zugestimmt wurde, oder man an Verwandte Darlehen auch zinslos als Gefälligkeit gab.

Erst mit dem Aufkommen des Christentums bewegte sich die Erhebung von Zinsen in einen Bereich heftiger Kritik. Die Kirche verlangte, dass in Not geratenen, bedürftigen Personen, zinslose Darlehen gegeben werden mussten, und beriefen sich dabei auf das mosaische Buch Levitikus und wie auch das Lukas-Evangelium des Neuen Testaments:

Doch ihr sollt eure Feinde lieben und Gutes tun und leihen, wo ihr nichts zurückerhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

- Lukas 6:35

Nimm von ihm keinen Zins und Wucher! Fürchte deinen Gott und dein Bruder soll neben dir leben können. Du sollst ihm weder dein Geld noch deine Nahrung gegen Zins und Wucher geben. Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus Ägypten herausgeführt hat, um euch Kanaan zu geben und euer Gott zu sein. Wenn ein Bruder bei dir verarmt und sich dir verkauft, darfst du ihm keine Sklavenarbeit auferlegen

- Levitikus 25:36


Ein Verstoß gegen das daraus resultierende Zinsverbot hatte für einen Christen schwerwiegende Folgen. Wer Zinsen erhob dem drohte der Ausschluss aus der christlichen Gemeinde. So einer erhielt damit auch kein kirchliches Begräbnis. Kaiser Karl der Große löste im Jahr 789 dann dieses Zinsverbot aus dem kirchlichen Gesetzeszusammenhang und erklärte es sogar zum weltlichen Verbot.

Doch auch der Islam hatte bereits mehr als 150 Jahre zuvor, das christliche Zinsverbot übernommen und forderte nach 622 n. Chr. dazu auf, keinen Zins – arabisch »Riba« – zu nehmen. Wie man der Sure 2:275 entnehmen kann, darf der Schuldner dem Gläubiger nur das Kapital zurückzuerstatten.

Diejenigen, die Zins nehmen, werden nicht anders dastehen als wie einer, der vom Satan erfasst und geschlagen ist. Dies dafür, dass sie sagen: »Kaufgeschäft und Zinsleihe sind ein und dasselbe.« Aber Gott hat das Kaufgeschäft erlaubt und die Zinsleihe verboten.

Das Prinzip vom Verleihen von Geld, als Vorstellung eines Verzichts auf Möglichkeiten darzustellen, scheint damit an sich in Frage gestellt. Allerdings ist da aus heutiger Sicht eine recht schwierige Angelegenheit, zumal alle Geldbeträge, der Inflation wegen, ja ihre Kaufkraft allmählich verlieren – wegen eben des Zinseszins.

Kaum verwunderlich, wenn man im Mittelalter als Synonym für den Zinseszins, ganz einfach das Wort »Schaden« verwendete.

 

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Melchisedek - König von Salem

Melchisedek - König von Salem

Als Abram nach dem Sieg über Kedor-Laomer und die mit ihm verbündeten Könige zurückkam, zog ihm der König von Sodom ins Schawetal entgegen, das jetzt Tal des Königs heißt. Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester des Höchsten Gottes. Und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat; und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand beschlossen hat. Und demselben gab Abram den Zehnten von allem.

- Genesis 14:17ff

Melchisedek bringt Brot und Wein heraus - ewigeweisheit.de

Wie aus dem Nichts tritt im 14. Kapitel der Genesis ein sagenhafter König auf: Melchisedek von Salem. Von seinem rätselhaften Erscheinen spricht auch der Apostel Paulus in einem seiner Briefe an die Hebräer. Darin aber erklärt er die christliche Natur dieses Königs und seine himmlische Aufgabe auf Erden, der auf Geheiß der Ordnung des Melchisedek auch Jesus folgen sollte.

Was hier angedeutet wird, beschreiben folgende Verse des fünften Paulus-Briefes:

Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden. Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt. Darum muss er, wie für das Volk, so auch für sich selbst opfern für die Sünden. Und niemand nimmt sich selbst diese Würde, sondern er wird von Gott berufen wie auch Aaron. So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat 'Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.' Wie er auch an anderer Stelle spricht: 'Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.' Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden, von Gott genannt ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.

- Hebräer 5:1-10

Es geht also um die Erfüllung eines Priesteramtes, dessen Erfüllung seinem Inhaber nur darum gelingt, da er wegen seiner eigenen, menschlichen Schwächen, auch dazu im Stande ist Mitgefühl zu entwickeln. Doch er trägt auch die hohe Würde, die ihm nach Ordnung des Melchisedek verliehen wurde. Das machte auch den Jesus zum Christus, zum Gottgesalbten Messias, einen der höchsten Eingeweihten der Menschheitsgeschichte. Umso geheimnisvoller darum, wer oder was dieser Melchisedek von Salem eigentlich ist.

Auch König David wurde die Segnung des Priesterkönigs verliehen, worauf der 110. Psalm hinweist:

Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel unter deine Füße lege. Das Zepter deiner Macht streckt der Herr aus vom Zion her: Herrsche inmitten deiner Feinde! Dich umgibt Herrschaft am Tag deiner Macht, im Glanz des Heiligtums. Ich habe dich aus dem Schoß gezeugt vor dem Morgenstern. Der Herr hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.

- Psalm 110:1-4

Wer nun aber war Melchisedek?

Aus den weltlichen Lehren des Christentums erfahren wir über seine wahre Existenz wenig. Seine Identität bleibt darum zunächst ein Rätsel.

Steht der Name Melchisedek eher für ein geistiges Prinzip höchster Vollkommenheit und göttlichen Rechts, oder war er auch tatsächlich ein von Gott eingesetzter, irdischer Herrscher?

Höchstes Geistesamt der Welt

Melchisedek wird in der Bibel bezeichnet als rechtschaffener König, Friedensfürst, ewiger König des höchsten Gottes, einer, »der den Tod niemals schmecken wird«. Sein Name deutet hin auf einen »König von Jerusalem« oder auch auf einen »König des Friedens«, denn der Name »Salem« ist etymologisch verwandt mit dem hebräischen »Schalom«, der Frieden.

Der Name Melchisedek setzt sich zusammen aus zwei Wörtern: »Melchi« oder »Malik«, der König, und »Sedek« oder »Zadik«, der Gerechte. Somit steht sein Name für den Gerechten König des Friedens. Chassiden verwenden das Wort »Zadik« außerdem zur Bezeichung eines heiligen, eines religiösen Würdenträgers moralischer Vollkommenheit. Damit ist der Melchisedek von Salem auch ein Priesterkönig des Friedens, der in dieser Rolle auch das verkörpert, wofür einst der Prophet König Salomon stand. Ihn mit Melchisedek jedoch gleichsetzen zu wollen wäre falsch.

Ist darum Melchisedek allein geistiges Vorbild, dessen Leitgedanken sich auf ein irdisch geborenes Wesen, in Gottes Auftrag übertragen?

Zunächst einmal scheint jener in Genesis 14 auftretende Priesterkönig ein leiblicher Mensch gewesen zu sein, da er dem Abraham als Person begegnet. Es wäre eher fantastisch anzunehmen, dass sich der Heilige Geist oder ein Engel (etwa Gabriel) in Form eines Menschen auf Erden manifestierte oder dem Abraham gar als Geist entgegenkam.

Gleichzeitig aber heißt es in den Apokryphen, Melchisedek sei ohne Vater und Mutter auf die Erde gekommen, wurde weder geboren, noch solle er jemals sterben. Das allerdings macht die Sache kompliziert. Denn wenn er nun kein Geist und auch kein geborener Mensch ist, dürfte uns damit seine Erscheinung noch geheimnisvoller vorkommen.

Was aber, wenn er beides zugleich ist?

Die Aufgabe des Priesterkönigs von Salem

Einer der Nachkommen Seths, dem dritten Sohn von Adam und Eva, war in zehnter Generation der Urvater Noah. Lamech, der Vater Noahs, gebot seinem Sohn den heiligen Leichnam Adams an einen besonderen Ort zu bringen, der gemäß Überlieferung als »Nabel der Welt« bezeichnet wird. Und diesen Ort nennt die biblische Legende Salem – der Name des heutigen Jerusalem.

Was sich Lamech außerdem von Noahs Verantwortung versprach, war, dass er einen seiner direkten Nachfahren mit der Bewachung des heiligen Leichnams Adams in Salem verpflichte. Und dieser Nachfahre des adamitischen Geschlechts, war wohl der Sohn Noahs: Sem – Namensgeber der Semiten, einer der Urväter der Juden.

Die eingangs zitierten Verse aus dem 14. Kapitel der Genesis, finden sich, in leicht abgewandelter Form, auch in den Überlieferungen des Talmud beziehungsweise Midrasch. Es gibt außerdem eine Version dieser Geschichte, die der Schriftsteller Joseph bin Gurion in seinen »Sagen der Juden« erzählt:

Als Abram von der Schlacht mit den Königen zurückging und an dem Tale Siddim vorbeikam, woselbst die Könige miteinander gestritten hatten, kam ihm Bera, der König von Sodom, entgegen und mit ihm die anderen Leute, die in die Lehmgruben gefallen waren. Auch Adoni-Sedek (vergl. Josua 10:1), der König von Jerusalem, dies war Sem, der Sohn Noahs, kam zu ihm heraus und trug Brot und Wein hervor, und sie standen dort alle im Tal der Könige. Und Adoni-Sedek segnete Abram, und Abram gab ihm den Zehnten von dem, was er von den Feinden erbeutet hatte, denn Adoni-Sedek war Priester vor dem Herrn.

- Die Sagen der Juden, Band II, S. 165, Joseph bin Gurion

Dies scheint eine alternative Fassung zu sein, der in Genesis 14 erwähnten Erzählung von Abrahams Segnung im Tal der Könige.

In der biblischen Fassung lesen wir von Melchi-Sedek der dem Abraham mit Brot und Wein entgegenkommt, in Bin Gurions Midrasch heißt dieser aber Adoni-Sedek. Diese Namen aber sind sich eigentlich ähnlich, weisen sie beidesmal doch auf einen Herrschaftstitel hin, wofür ja »Adoni«, hebräisch für »der Herr« (im Sinne eines Regenten), wie auch synonym »Melchi«, der König hinweisen. Das hebräische »Sedek«, die Gerechtigkeit, jedoch ist sowohl Teil des Namens Adoni-Sedek wie auch Mechisedek. Und damit ist mit dem zuvor gesagten hier ein Priesterkönig gemeint, der in heiliger Kommunion den Propheten »Abram« segnet, der dann einmal Abraham heißen wird. Sowohl also in der Bibel, wie auch im Midrasch, wird in dieser mystischen Begegnung hingewiesen auf die Verwandlung eine Königs, Abram, in einen Propheten vor dem Herrn (Adon).

Golgata auf dem Zion

Was diese verschiedenen Überlieferungen zu Melchisedek aber miteinander verbindet ist, dass er teils als Mensch, teils als Verkörperung einer höheren, geistigen Ordnung auftritt.

Zwar bleibt eine abschließende, genaue Erläuterung seiner Herkunft ungewiss, doch ist es vielleicht gar nicht so wichtig, über seine wahre Herkunft zu wissen, als eher seine Rolle zu erkennen, die jenem irdischen Wesen, in diesem Falle dem Sem, geboten war einzunehmen. Und so wie Sem »ein Melchisedek« war, so sollten es auch Abraham, David und schließlich Jesus Christus sein.

Der Heilige Ephrem von Syrien (306-373) schreibt in seiner apokryphen Schrift »Die Schatzhöhle«, dass nach dem Tod Noahs, durch seinen Sohn Sem der Leichnam Adams einem Melchisedek übergeben wurde. Dieser sollte ihn dann auf der Schädelstätte zu Golgata bestatten, auf dem Berg Zion. Laut Ephrem opferte hier Abraham den Widder statt seinem Sohn Isaak, womit die Einsetzung des Pessach erfolgte - jenem Fest, an dem man später das »Lamm Gottes« an dieser Stelle als gekreuzigten Christus aufrichtete. Wenn nun Melchisedek dem Abraham Brot und Wein gab und ihn segnte, erfolgte das vor 2000 Jahren zu Pessach durch den Leib Christi der, wie es heißt, für die Menschheit starb und dessen Blut für sie vergossen wurde:

dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.

- Markus 14:22ff

Das Himmlische Jerusalem

Golgata ist jener Ort, über dem sich dereinst das neue, himmlische Jerusalem manifestieren wird, dessen König aber wohl bereits jetzt Melchisedek von Salem ist. Denn nachdem er den Adam hier beigesetzt hatte, lebt er seither dort als Priesterkönig des höchsten Gottes.

Grabeskirche Jerusalem - ewigeweisheit.de

Auf dem Golgata befindet sich heute die Jerusalemer Grabeskirche (Fotografie um 1900).

Laut dem griechischen Schriftgelehrten Suidas (Ende 10. Jhd.) aber, bewachte Melchisedek nicht nur das Grab Adams, sondern gilt sogar als Erbauer Jerusalems:

Melchisedek, Priester Gottes, König von Kanaan, erbaute eine Stadt auf einem Berg namens Zion. Ihr gab er den Namen Salem. Sie nennt man auch »Eirenopolis« – die Stadt des Friedens. Nach 113-jähriger Regentschaft aber starb er dort, rechtschaffen und ledig. […] Nichtsdestotrotz war Salem, wovon er der König gewesen, das berühmte Jerusalem, dass jedoch damals noch nicht den Namen »Hierusalem« trug. Erst später erhielt Salem die Vorsilbe »hieru«. Und da man ihm (Melchisedek) keine Abstammung zuschrieb heißt es, er war ohne Vater und Mutter.

Menschensohn und Gottessohn

Wie später Jesus Christus, nannte man Melchisedek einen Sohn Gottes. In fleischlicher Erscheinung als Messias, erschien er auf Erden in Gottes Auftrag.

Melchisedek ist symbolisch und mystisch gekennzeichnet als fleischgewordene Verkörperung des Heiligen Geistes. Einst wurde in den geistigen Himmelssphären ein mystischer Orden gegründet, von dem aus den Menschen auf Erden ein besonderes Bewusstsein übertragen wurde – zuerst durch den besagten Priesterkönig, später nach der Ordnung des Selben auch durch Jesus Christus.

Der Erste, der diese Einsetzung als Prophet der Menschheit erfuhr war Abraham, nachdem ihn Melchisedek in der bereits angedeuteten eucharistischen Initiation mit Brot und Wein segnete und ihn damit als ersten Propheten einsetzte.

Erst durch Abraham ergab sich das, was man später als Prophetentum bezeichnete. Wie er, wurden sie zu den gottgesandten Hohepriestern, in denen die Menschen die göttlichen Ideale erkennen konnten. Darauf weißt nun also jene zu Eingangs zitierte Bibel-Episode hin, in der Abraham seinen Segen erhielt.

Von dieser heiligen Begegnung Abrahams und Melchisedeks, erfuhren wir aus den zwei Fassungen, denen beiden aber dennoch der wahre Zweck dieses mystischen Vorgangs fehlt.

Die um 630 n. Chr. entstandene oströmische Weltchronik mit dem Titel Chronicon Constantinopolitanum, liefert eine recht erhellende Ergänzung zu dem, was wir hier bereits darstellten. Darin nämlich wird Melchisedek nicht gleichgesetzt mit Sem, sondern wird als Nachfahre des jüngsten Noah-Sohnes Ham beschrieben. Dennoch wird der Zweck der Begegnung Abrahams mit Melchisedek, und deren Ähnlichkeit mit dem Christus-Mysterium, auf besondere Weise vorgestellt:

Melchisedek war ein Mann aus dem Stamm des Ham. Gott mochte ihn, war er doch ein heiliger Nachkomme aus jenem Stamme. So bat ihn Gott in das Land jenseits des Jordan, so wie er auch den Abraham aus dem Land der Chaldäer rief. Und eben wie dieser Mann heilig und gerecht war, wurde er zum Priester des allerhöchsten Gottes, der Brot und Wein darbot, sowie die heiligen Gebete des allerhöchsten Gottes. Er betete für seine Sippe, indem er sprach: 'Herr, du erwähltest mich aus dem Kreise meines eigenen Volkes und hattest mit mir Gnade. Habe drum auch mit meinem Volke Gnade.' Doch Gott antwortete ihm und sagte: 'Ich will sie erretten, sobald ich meinen Sohn aus Ägypten her rufe.' Dieses Versprechen erhielt Melchisedek von Gott. […]

Während dieser Zeit geschah es, dass man Lot gefangen nahm und aus Sodom fortbrachte bei denen, die zum Volk Gothologomos gehörten, jene die Abraham verfolgte und zerstörte, und er befreite alle Gefangenen (vergl. Genesis 14:12). Und auch Lot, den Sohn seines Bruders Aram, befreite er aus ihren Fängen. So sprach dann Abraham bei sich: 'Herr, in meinen Tagen sende deinen Engel auf Erden, gewähre mir diesen Tag zu erleben!' Der Herr sprach: 'Das kann nicht geschehen, doch ich will dir an diesem Tag eine Person erscheinen lassen. Gehe hinab und überquere den Jordan-Fluss und du sollst sie erblicken.'

Darum überquerte Abraham den Jordan mit seinen Männern, und da trat Melchisedek auf sie zu, um ihn zu treffen, gerufen durch den Heiligen Geist, in seinen Händen das Brot der Eucharistie haltend und den Wein der Danksagung. Abraham aber sah Melchisedek nicht, bevor er den Jordan überquerte. Das aber war ein Symbol der Taufe.

Als Abraham nun den Melchisedek sah, der da kam um ihn zu treffen mit dem Brot der Eucharistie und dem Kelch der Danksagung, warf er sich mit dem Gesichte zur Erde hin, um ihn anzubeten, sah er doch den Tag des Herrn, und freute sich.

Insbesondere die Taufe im Jordan, ist eben jener fortführende Hinweis auf das, was man im neuen Testament als das Christus-Ereignis bezeichnen könnte. Denn Jesus wurde ja in diesem Fluss von Johannes getauft, damit er jenen Segen empfange, der ihn »nach Ordnung des Melchisedek« ermächtige, seinen himmlischen Auftrag auf Erden zu vollbringen.

Der Grund seines Erscheinens

Vor dem Hintergrund des bisher Gesagten, glich Melchisedek keinem normalen Menschen. Das Reich in dem er König ist, scheint wohl eher eine Welt zu sein, die jenseits der Welt der Sterblichen liegt. Eher gleicht sie dem, was in der Offenbarung des Johannes, als das »Neue Jerusalem« bezeichnet wird: eine himmlische Stadt in deren Mitte das Geisteslicht Gottes strahlt.

Da führte mich im Geist hin auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam. Sie hatte die Herrlichkeit Gottes.

- Offenbarung 21:10f

Es ist ein Ort vollkommener Gerechtigkeit, wo, wie es heißt:

nichts Unreines wird hineinkommen und keiner, der Gräuel tut und Lüge

- Offenbarung 21:27

An diesem Ort erwartet dereinst Abraham in seinem Schoße die Seelen der Gerechten, bevor der Messias die Tore zu jener heiligen, himmlischen Stadt eröffnet.

Melchisedeks Rolle auf Erden nun, war mit der Einsetzung Abrahams, als ersten Propheten, den Weg der Erlösung der Seelen aus ihrer irdischen Existenz vorzubereiten, in die Gefilde des himmlischen Jerusalems. Denn wenn Abraham über Könige siegte, deren Länder, ja besonders Sodom und Gomorrha, Reiche des Frevels und der Bosheit waren, trat ihm Melchisedek segnend entgegen, um den dafür notwendigen Tribut zu empfangen – in Genesis 14 der »Zehnte von Allem«.

Wenn er dann auch David segnete, in der Gerechtigkeit seines himmlischen Ordens, dürfte dieser geistige Einfluss auch Davids Psalmen beeinflusst haben. Als König schrieb er sie für sein Volk, ihnen Erleichterung und Gebete zu entbieten, als Führung auf dem Weg der Gerechten.

Gerechtigkeit in einer Welt des Verfalls

wir sind ein Theater geworden der Welt und den Engeln und den Menschen.

- 1. Korinther 4:9

Der Grund des Erscheinens des Melchisedek und all derjenigen, die im Namen seines Ordens auftraten, war wegen dem im obigen Zitat erwähnten »Theater«, dass ja allgegenwärtig, ja sich besonders heute ereignet, in einer Welt, die in den heiligen Schriften als eine »Gefallene Welt« bezeichnet wird.

Doch dieser Fall ereignete sich ja bereits am Anfang der Welt: im Sündenfall Adams. Da riss er nicht nur sich, sondern mit dem besagten Ereignis und als Vater der Menschheit, gar alle Menschen nach sich mit in den Abgrund jenseits des himmlischen Paradieses. Das ist die physische Erde. Dort sollte er im Schweiße seines Angesichts den Acker bestellen, dessen Weizen dereinst aber in fermentiert-vergeistigter Form als Brot der Eucharistie diente, was im Übrigen ja auch für den Traubensaft gilt.

Unsere Erde aber schein gegenwärtig einem Schlachtfeld zu gleichen, wo die Mächte der Rechtschaffenen gegen die Mächte der Sünde ankämpfen. Kein Wunder also, wenn dem Abraham der Melchisedek ausgerechnet dann erschien, als er die Könige im Siddimtal schlug. Sie symbolisieren in der Genesis das Böse. Mit dem Erscheinen Melchisedeks, wird damit die Welt bewahrt vor der Ausbreitung des Bösen über den gesamten Erdball.

Aus dem Kreise einer himmlischen Bruderschaft

In der esoterischen Philosophie ist die Rede von einem mystischen Orden, den man auch die »Weiße Bruderschaft« nennt. Sie soll seit jeher ihres heiligen Amtes walten, schon seit die ersten Menschen auf diesem Planeten lebten. Einem Sterblichem aber bleibt auf ewig verschlossen, seit wann diese Bruderschaft existiert.

Als Gruppe überweltlicher Wesen besitzen ihr Mitglieder weder Vorfahren, noch altern sie, noch sterben sie. Sie leben an keinem besonderen Ort auf der Erde. Was ihr Glaube ist, basiert weder auf von Menschen erdachten Ritualen oder Überzeugungen. Sie sind gänzlich frei von Autorität, denn ihnen fehlt jeder Wunsch zu kritisieren oder zu überzeugen.

Die Macht der Mitglieder dieser Bruderschaft ist göttlichen Ursprungs, nichts also, das sie sich angeeignet hätten. Ja eigentlich bilden sie an sich die Struktur, aus deren Grund sie aus dem Himmlischen ins Irdische hineinwirken – sind die geistig-spirituellen Muster dessen, was sie selbst repräsentieren.

Sicherlich aber ist diese Bruderschaft, zu der auch der Priesterkönig Melchisedek zählt, eine Gemeinschaft unzähliger anderer, ihm ähnelnden Wesenheiten. Er aber ist zum Wohle der Menschen auf diesem Planeten eingesetzt. So wollen es auch die beiden biblischen Testamente, zumindest was die westliche-spirituelle Tradition anbelangt. Melchisedek ähnelt damit vielleicht ein wenig dem Sanat Kumara der östlichen Tradition.

Melchisedek ist ein Eingeweihter in das große Sonnenmysterium. Er erschien dem Abraham auf der Erde zwar als leiblicher Mensch, doch er war in ein heiliges, ätherisches Gewand gekleidet, das er auf seinen Initianten übertrug.

Damit der Priesterkönig Melchisedek von Salem seine irdische Aufgabe erfüllen konnte, wurde der Noah-Sohn Sem von Gott verpflichtet, seine Lichterscheinung als Gottessohnschaft in sich aufzunehmen und darauf seinen göttlichen Auftrag zu erfüllen. So zumindest ließen sich die verschiedenen zuvor geschilderten Episoden seines Erscheinens zusammenfassen. Damit erschien Melchisedek also gleichermaßen als Mensch und als Gott.

Das in seinem Auftreten gegenüber Abraham wirksame Geistesprinzip gleicht dem, was auch die weiße Lilie symbolisiert, die der Erzengel Gabriel bei Mariä Verkündigung in Händen hält, beziehungsweise jene Weiße Taube, die in der Jordantaufe, als Sinnbild des Heiligen Geistes zu Häupten Jesus landet.

So also steht der Name Melchisedek für ein Lichtwesen, das »Göttliches Licht« empfangen kann und als solches in die Welt getragen, eine spezifische Rolle erfüllt. In der gnostischen Schrift »Pistis Sophia«, zählt Melchisedek daher zu den Paralemptai – den »Empfängern des Lichts«. Diese Empfänger des Lichts, die eigentlich identisch sind mit der zuvor beschriebenen Weißen Bruderschaft, nennt man auch »Söhne des Lichts« oder einfach Gottessöhne. Sie wurden ausgesendet vom Höchsten Sein, dem, was sich dem Moses auf dem Sinai in einer Flamme offenbart als der »Ich bin« (hebr. Ehje) – ein Name des Höchsten Gottes beziehungsweise des ursprünglichsten Gottesprinzips. Dies geschah nun aber zum Wohle und Schutze der Menschheit. So könnte man die Weiße Bruderschaft auch als »Bruderschaft der Menschheit« bezeichnen, die jedoch keine verkörperlichten Wesen sind, die auf unserem Planeten wandeln, als eher einem Prinzip gegenseitigen Brüderlichkeit ähneln, etwas, das aber auch in jedem von uns Erdenbewohnern veranlagt ist.

Was aber durch das Wirken Melchisedeks erfolgt, ist die Schlechtigkeit des Menschen zu überwinden und das Gute in ihm zu heiligen. Das heißt, den göttlichen Funken in ihm, im höchstem Licht Gottes zu veredeln. Sein Beistand hilft allen und trägt zu einem großen spirituellen Fortkommen der Menschheit bei.

Alle hohen Eingeweihten auf Erden, besitzen jenes Licht, dass ihnen vom Rat der Weißen Bruderschaft Melchisedeks verliehen wird – ein ewig-heiliges Priesteramt, wirksam jenseits aller weltlichen Formen.