Ayurveda: Das Wissen vom Leben

von S. Levent Oezkan

Es finden sich in den west-östlichen Weisheitslehren viele gute Ansätze, um die Wirklichkeit des Lebens zu erklären. Und das auch, wenn es um Fragen der eigenen Befindlichkeit geht. Drum ist es wichtig, dass solch Weisheiten jemand übersetzt, damit sie Hilfesuchende auch direkt in ihrem Leben nutzen können.

In den esoterischen Traditionen des Orients und Okzidents, finden sich dafür unzählige Instruktionen, wie etwa besondere Gebets- und Meditationsübungen. Besonders aber der indische Ayurveda, unterrichtet eine direkte Anwendung solch Wissens auf unsere Inkarnation und unser damit gelebtes irdisches Dasein.

In der indischen Ayurveda-Tradition, werden dafür ganz bewusst Nahrungsmittel eingesetzt, die sich nicht nur auf die körperliche Befindlichkeit auswirken, sondern auch auf die Stimmung unserer seelischen Verfassung.

Stimmungsschwankungen und schlechter Schlaf etwa, haben oft mit unserer Ernährung zu tun. So empfehlen manche Ayurveda-Experten, den Tag mit einem warmen Getreidebrei (zum Beispiel zubereitet mit Hafer) zu beginnen, wozu man zwei Tassen heißes Wasser trinkt. Mittags Rohkost oder Salate und abends eine Suppe.

Auch wenn es keine wissenschaftlichen Belege für die ayurvedische Medizin gibt: Diese uralten Heilmethoden, die indische Weise schon vor Jahrtausenden entwickelten, scheinen sich auch heute im Westen immer mehr zu bewähren. Ayurveda versucht eben Kopf und Bauch ebenbürtig, in die Gesamtverfassung eines Menschen mit einzubeziehen. Diese Heilkunst trennt eben nicht in Pathologie (zum Beispiel Psychosomatik) und Physiologie, sondern betrachtet den Menschen ganzheitlich.

Im Ayurveda geht es auch garnicht darum, wie etwa in der westlichen Schulmedizin, eine Heilwirkung beweisen zu können oder zu müssen. Eher wird versucht, Körper, Seele und Geist, auf drei fundamentale Lebensprinzipien abzustimmen, die sogenannten Doschas:

  • Vata: Das Bewegungsprinzip, verkörpert durch die Elemente Luft (Wind) und Äther (fünftes Element in der indischen Tattva-Lehre),
  • Pitta: Das feurige Stoffwechselprinzip, in dem die Elemente Feuer und Wasser zusammenwirken, und
  • Kapha: Das Strukturprinzip, worin die Elemente Erde und Wasser von Bedeutung sind.

Was diese Doschas beschreiben, nennt man umgangssprachlich oft auch die »Energien« eines Menschen. Alle drei Prinzipien müssen dabei harmonisch zusammenwirken. Ein Mensch aber neigt zu Krankheit, bei dem diese Prinzipien unausgeglichen sind und wo wenigstens eines dieser Doschas aus der Balance geraten ist.

Qualitäten des lebendigen Seins

Der Hang eines Menschen zu Unwohlsein, hängt für einen Ayurveda-Experten immer zusammen mit dem Zustand seiner Doschas. In schwierigen Lebenssituationen nämlich, können manche davon ins Hintertreffen geraten. Darum verfolgt die Ayurveda-Medizin einen ganzheitlichen Ansatz. Sie sieht den Menschen als eine Einheit von Körper, Seele und Verstand. Darum kann eine ungesunde Ernährung, die viel dunkle Anteile besitzt, auch zu entsprechend verfinsternden Aspekten des Seelenlebens führen. Diese Anteile aber, setzen sich aus drei fundamentalen Bestandteilen zusammen, die jeweils besondere Eigenschaften besitzen: Die Gunas.

Die indische Samkhya-Philosophie nennt drei Grunas: Sattva (Klarheit), Rajas (Energie) und Tamas (Dunkelheit). Im Ayurveda setzt sich unsere Nahrung aus diesen drei Gunas zusammen:

  • Sattva: Milde Speise, voll Saft und Geschmack, beruhigend, bekömmlich und frisch, ist beliebt bei Menschen, in denen Sattva überwiegt. Diese Speisen beleben und spenden Energie, Stärke und Gesundheit und bringen Freude – sowohl körperlich, als auch geistig.
  • Rajas: Sehr scharfe, bittre, saure, salzige oder stark gewürzte Speisen, werden von Menschen bevorzugt, in denen Rajas vorherrscht. Sie allerdings verursachen Verstimmung des Körpers und des Geistes. Damit sind sie häufig Auslöser für eine schlechte Gesundheit.
  • Tamas: Speise, die schal oder geschmacklos, abgestanden, verdorben oder verunreinigt ist, schätzen Menschen mit entsprechend dunklen Charakterzügen – oder haben eben eine entsprechende Gesinnung, eben weil sie hauptsächlich tamasische Nahrung zu sich nehmen.

Diese Zuordnung der Gunas zu bestimmter Nahrung, ist der Bhagavad Gita 17:7-11 entnommen.
 

Nun geht man im Ayurveda davon aus, dass so wie jeder Mensch mit einer bestimmten Gewichtung der drei oben genannten Doschas geboren wird, so auch die Zusammensetzung der drei Gunas wirkt, im Augenblick der Empfängnis.

Im Laufe unseres Lebens jedoch können wir durch unsere Ernährung auf diese drei Gunas Einfluss nehmen und damit auch unsere Lebensverhältnisse ändern, die dann entsprechend auf geistiger und körperlicher Ebene wirken.

Ziel eines jeden von uns sollte darum ein Streben in Richtung des Sattva-Gunas sein, dass eben für Klarheit, Harmonie und Mitgefühl steht. Zu den sogenannte »sattvische Nahrungsmittel« zählt zum Beispiel frisches und reifes Obst, Gemüse, Nüsse, doch auch Milch, Reis oder Quinoa.

Hat ein Mensch viel Rajas in sich, ist er oft sehr ehrgeizig und kommt nur schwer zur Ruhe. Ein gewisser Teil von Rajas aber ist wichtig, da er unsere Aktivität fördert. Zu den »rajasischen Nahrungsmitteln« zählt Kaffee, schwarzer Tee, Zucker, Sauermilchprodukte, Brot aus Weißmehl, Buchweizen und Roggen, sowie die Gewürze Ingwer, Chili und Pfeffer.

Menschen die von Tamas geprägt sind, leiden häufig an Antriebslosigkeit und sind müde. Ganz ohne Tamas jedoch geht es auch nicht, da es unsere Stabilität fördert. Mit »tamasischen Nahrungsmitteln« sollten wir jedoch sehr sparsam umgehen, da sie das Verdauungsfeuer schwächen. Hierzu zählt Fleisch, das für Nicht-Vegetarier in bestimmtem Maße durchaus eine positive Wirkung haben kann. Schädlich hingegen sind sehr fettige Speisen, Konserven oder Tiefkühlkost.

Grundsätzlich gilt, dass sich die drei Gunas harmonisieren lassen, wenn zwischen ihnen folgendes Verhältnis geschaffen wird:

  • 70 % sattvische,
  • 20% rajasische, doch nur maximal
  • 10% tamasische Nahrungsmittel.

Mit einer solchen Ernährung können wir uns dem Ziel nähern, unser Körperbefinden und unser Gefühlsleben, in einen Sattva-Zustand zu überführen, für Harmonie und inneres Gleichgewicht. Besonders heute, in unserer schnelllebigen Zeit, ist das sehr wichtig.

Wer sich mit den Prinzipen der genannten Doschas und Gunas eine Zeit lang auseinandersetzt, wird allmählich dabei gewonnene Erkenntnisse auch praktisch und seinem Leben zugute kommend, anzuwenden wissen.


 

 

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