Die Drei Geistesgifte (Buddhismus) - ewigeweisheit.de

Über die drei Geistesgifte

Gier, Hass und Verblendung nennt man in Fernost aus gutem Grund die »Drei Geistesgifte«. Sie gleichen den Wurzeln eines unheilsamen Gewächses das in Flammen steht, wovon sich ein dunkler, beißender Rauch ausbreitet. Heute scheinen solch flackernde Auswüchse vielerorts ihr Gift zu verströmen, was ständig neue Negativität verbreitet.

Der Buddha spricht über die drei Geistesgifte als Verunreinigungen, die einen Menschen unfrei bleiben lassen, da er sich über Gier, Hass und Verblendung an die Dinge im Außen haftet, sie ihn fesseln wie schmerzende Knoten.

Doch ist das alles? Oder ließen sich diese Gifte gar in ihr Gegenteil verkehren?

Zunächst einmal sollten wir dazu verstehen, was die besagten Geistesgifte im Allgemeinen sind.

Die Gier ist ein egoistisches Haften an den Dingen im Außen und der Glaube, dass sie für unser Glück und unsere Zufriedenheit unentbehrlich sind. Denn leider meinen viele unter uns, dass sich ihr Wohlsein allein aus dem was im Außen ist, bewahren lässt. Darum häufen sie mehr Dinge um sich an, als sie jemals bräuchten.

Gier aber bewegt sich auch ganz in der Nähe des Hasses, einer Wut und einem Widerwillen gegenüber anderen Menschen oder unangenehmen Umständen.

Es ist eben oft die Unwissenheit über die Dinge im Außen und die Fehlannahme, dass das, was manche da spüren, hören und sehen immer mit ihnen selbst zu tun hat, was gewiss einer Verblendung gleicht, die in einem ausgelöst wird durch all die vielen Quellen der Verwirrung in ihrer Welt.

Doch was wirklich der Realität entspricht, ergibt sich zuerst einmal aus eines Menschen Haltung zu dem was er im Außen wahrnimmt. Oft nämlich wird gar nicht bemerkt, dass manche ihre negative Realität immer wieder selbst erschaffen und damit eigentlich nur glauben, dass das was sie da vernehmen, auch tatsächlich der Wahrheit entspricht.

Wahrheit meint da aber keineswegs ein rein subjektives Empfinden der Wirklichkeit, denn in der Tat gibt es unzählige Dinge um uns, die sich natürlich wirklich ereignen und auf die wir keinen Einfluss haben. Auf unsere innere Haltung dazu aber haben wir ganz gewiss Einfluss.

Darum scheint mir der Gedanke naheliegend, dass die besagten Geistesgifte Gier, Hass und Verblendung, oft als Nebenprodukt einer großen Unwissenheit ihren Schaden anrichten: in unserem Umfeld, aber auch in uns selbst.

Wer sich aber selbst näher gekommen ist und Wege fand in seinem Herzen Weisheit erwachen zu lassen, der kommt bald auch in Berührung mit seiner wahren Natur und einem Mitgefühl mit allem Leben; ein ganz wichtiger Aspekt, um sich von allen Arten von Leid und Unglück zu befreien.

Die Übung eines achtsamen Gewahrseins

Ja, das bisher Gesagte erscheint zuerst einmal nur negativ. Wer aber Einblick hat und die Wirkungen der Geistesgifte recht versteht, wird letztendlich durch sich selbst dazu ermächtigt sich von ihnen auch zu befreien.

So jemand bekommt ein klares Verständnis und Gefühl für die Faktoren in seinem Leben, die in ihm Verwirrung, Unglück und Leiden verursachen und kann sie darum auch beseitigen.

Ganz wichtige Fähigkeiten die wir brauchen, um diese Arbeit in und an uns zu schaffen, sind Geduld, Ausdauer und Sorgfalt. Wie oft nämlich haben Menschen schon besonderen Rat in Büchern oder von Menschen erhalten, seine Wirksamkeit auch erkannt, doch scheiterten daran, weil sie nicht lange genug sich darin übten.

Wie also können wir die Wirkungen der drei Geistesgifte erkennen und sie verwandeln?

Nun, da sie alle im Geist des Menschen wurzeln, beginnt die Reinigung davon zuerst einmal damit, dass wir diese Tatsache annehmen, um dann in einem weiteren Schritt zu Wegen finden unsere Geistesbewegungen zu beruhigen. Denn es sind die vielen Gedanken die uns daran hindern in uns selbst hineinzuschauen. Mit anderen Worten: die Gifte der Gier, des Hasses und der Verblendung sollten wir nicht mehr bei anderen zu entlarven versuchen, sondern uns unsere eigenen Schwächen eingestehen, aus denen sie mehr oder weniger in unserem Geist zum Vorschein kommen.

Es bedarf also der Übung eines achtsamen Gewahrseins, eines tiefen Hineinsehens in unser Denken, was jedoch nur aus einer Ruhe heraus erfolgen darf, zu der wir zuerst einmal finden, im Betrachten der Bewegungen unseres Atems.

Bewusstes Atmen übt man, in dem man sich bequem setzt, sich auf seine Nasenspitze konzentriert und dann spürt, wie durch die Nase etwas kühlere Luft beim Einatmen in einen einfließt und beim Ausatmen über die Nase ganz leicht erwärmt wieder ausströmt. Alle Gedanken und Gefühle die kommen, dürfen auftauchen, doch man bewertet nicht, reagiert nicht darauf, sondern lässt sie, mit dem nächsten Ausatmen, sich wieder entfernen. Es ist das etwas, das uns hilft uns unseres Selbst im Alltag gewahr zu werden.

Im beharrlichen Üben dieser doch sehr einfachen Praxis, lernen wir uns der Gedanken und Gefühle bewusst zu werden, die da oft aus uns auftauchen und uns zu stören beginnen. Dann allmählich erkennen wir, wie wir mit ihnen umgehen müssen, damit sie nicht außer Kontrolle geraten.

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