Das Buch Kohelet - Erstes Kapitel

von Prediger Salomo (Übersetzung: S. Levent Oezkan)

Dies sind die Reden des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs von Jerusalem.

O was das Vergebliche doch alles soll, sprach Kohelet der Prediger, letztendlich ist es doch alles flüchtig und ist nichtig.

Was hat der Mensch für einen Gewinn von aller seiner Mühe, die er unter der Sonne hat?

Eine Generation geht, eine andere kommt. Die Erde aber bleibt ewiglich.

Die Sonne geht auf und geht unter und strebt nach dem Ort, wo sie aufgeht.

Der Wind geht gen Mittag und kommt herum zur Mitternacht und wieder herum an den Ort, da er anfing.

Alle Wasser fließen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller. Zu dem Ort, wo die Flüsse entspringen, fließen sie zurück, um wieder zu entspringen.

Alle Dinge mühen sich ab, kein Mensch kann alles ausdrücken, dass das Auge sich nimmer satt sieht, und das Ohr sich nimmer satt hört.

Was gewesen ist, ebendas wird sein, und was geschehen ist, ebendas wird geschehen. Und es gibt gar nichts Neues unter der Sonne.

Geschieht auch etwas, wovon man sagen möchte: Siehe, das ist neu.

Auch das ist zuvor geschehen in den langen Zeiten, die vor uns gewesen sind.

Man gedenkt nicht derer, die zuvor gewesen sind. Also auch derer, die danach kommen, wird man nicht gedenken bei denen, die danach sein werden.

Ich, Kohelet, war Prediger zu Jerusalem und hatte mir vorgenommen, das Wissen daraufhin zu untersuchen und zu erforschen, ob nicht alles, was unter dem Himmel getan wurde, ein schlechtes Geschäft war, für das die einzelnen Menschen durch Gottes Auftrag sich abgemüht haben. Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht. Und siehe, es war alles vergeblich und ein Haschen nach Wind.

Krumm kann nicht schlicht werden noch, was fehlt, gezählt werden.

Ich sprach in meinem Herzen: Siehe, ich bin herrlich geworden und habe mehr Weisheit als alle, die vor mir gewesen sind zu Jerusalem, und mein Herz hat viel gelernt und erfahren.

Und richtete auch mein Herz darauf, dass ich die Weisheit erkennen würde und die Tollheit und die Torheit erkennen würde. Was ich aber erkannte, war, dass auch das nur ein Haschen nach Wind ist. Denn wo viel Weisheit ist, da ist viel Grämens, und wer viel lernt, der muss viel leiden.