Das Buch Kohelet - Drittes Kapitel

von Prediger Salomo (Übersetzung: S. Levent Oezkan)

Alles hat seine Zeit und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.

Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist.

Töten und heilen hat seine Zeit, niederreißen und bauen, weinen und lachen, klagen und tanzen. Steine werfen hat seine Zeit und Steine sammeln, umarmen und die Umarmung lösen.

Suchen und verlieren hat seine Zeit, behalten und wegwerfen, zerreißen und zusammennähen, schweigen und reden, lieben und hassen.

Eine Zeit für Streit und eine Zeit für Frieden.

Wenn jemand etwas tut - welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt?

Ich sah die Mühe, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie darin geplagt werden.

Er aber tut alles fein zu seiner Zeit und lässt ihr Herz sich ängstigen, wie es gehen solle in der Welt. Denn der Mensch kann das Werk, das Gott tut, nicht vom Anfang bis zum Ende erfassen.

Darum merkte ich, dass nichts Besseres darin ist als fröhlich zu sein und so verschaffe man sich Glück in seinem Leben.

Denn jeder Mensch, der da isst und trinkt und in aller seiner Arbeit guten Mutes ist: Das ist eine Gabe Gottes. Ich merkte, dass alles, was Gott tut, für immer besteht: Dazu ist nichts hinzuzufügen und davon nichts wegzunehmen.

Und solches tut Gott, um einem Ehrfurcht zu gebieten.

Was geschieht, das ist zuvor geschehen, und was geschehen wird, ist auch zuvor geschehen. Und Gott sucht wieder auf, was vergangen ist.

Und weiter sah ich unter der Sonne: An der Stätte des Rechts, da war das Unrecht, und an der Stätte der Gerechtigkeit, da war das Unrecht.

Da dachte ich bei mir: Gott muss richten den Gerechten und den Gottlosen, also eine bestimmte Zeit für jedes Geschehen und für jedes Tun gibt es dort.

Ich dachte mir: Es geschieht wegen der Menschenkinder, auf dass Gott sie prüfe und sie sehen, dass sie an sich selbst sind wie die Tiere.

Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: Wie dies stirbt, so stirbt auch er. Und haben alle einerlei Atem, und der Mensch hat nichts mehr als das Vieh. Denn es ist alles vergänglich.

Beide gehen an ein und denselben Ort. Beide sind aus Staub gemacht und beide kehren zum Staub zurück.

Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts steigt und der Odem der Tiere abwärts ins Erdreich hinabsinkt?

So sah ich also, dass nichts Besseres ist, als dass ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit. Denn das ist sein Teil. Denn wer will ihn dahin bringen, dass er sehe, was nach ihm sein wird?