Das Buch Kohelet - Viertes Kapitel

von Prediger Salomo (Übersetzung: S. Levent Oezkan)

Ich wandte mich um und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne. Und siehe, da waren die Tränen derer, die Unrecht erlitten und keinen Tröster hatten.

Und von der Hand ihrer Bedrücker erfahren sie Gewalttat, aber es gibt keinen Tröster für sie.

Da pries ich die Toten, die schon gestorben waren, mehr als die Lebendigen, die noch das Leben hatten, und besser als alle beide ist, der noch nicht ist und des Bösen nicht innewird, das unter der Sonne getan wird.

Und ich sah alle Mühe und alle Geschicklichkeit im Tun. Da neidet einer den andern. Auch das ist sinnlos und ein Haschen nach Wind.

Ein Narr legt die Hände in den Schoß und hat doch sein Fleisch zum Essen.

Es ist besser eine Handvoll mit Ruhe, als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

Ich wandte mich um und sah die Vergeblichkeit unter der Sonne. Es kommt vor, dass jemand allein steht und weder Sohn noch Bruder bei sich hat. Doch ist seines Arbeitens kein Ende, und seine Augen werden des Reichtums nicht satt. Aber für wen mühe ich mich denn und spare mir Gutes ab und warum gönne ich mir kein Glück? Auch das ist absurd und eine unliebsame Mühe.

Besser daran sind ihrer zwei als einer, weil sie guten Lohn haben für ihre Mühe.

Fällt ihrer einer so hilft einer dem anderen auf. Wehe dem, der allein ist! Wenn er fällt, so ist keiner da, der ihm aufhelfe.

Auch wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich. Einer allein: Wie kann er warm werden?

Einer mag überwältigt werden, aber zwei mögen widerstehen. Und eine dreifältige Schnur reißt nicht so schnell.

Ein armes Kind, das weise ist, ist besser als ein alter König, der ein Narr ist und sich nicht zu hüten weiß.

Der junge Mann wurde aus dem Gefängnis befreit und wurde König, obwohl er, während der andere schon regierte, arm zur Welt gekommen war.

Und ich sah, dass alle Lebendigen unter der Sonne wandelten bei dem andern, dem jungen Mann, der an jenes Stelle treten sollte.

Die Volksmenge nimmt kein Ende, gleichgültig, wer an ihre Spitze getreten ist. Gleichwohl freuen sich die Nachkommen seiner nicht. Denn auch das ist vergänglich und Haschen nach Wind!