Pratyahara: Rückzug der Sinne

von Johan von Kirschner

In den ersten vier Stufen übt man Handeln und Denken zu läutern, innerlich und äußerlich Reinheit zu entwickeln, den Körper beherrschen und entspannen, sowie über den Atem, rhythmische Prozesse von Körper, Seele und Geist zu kontrollieren.

Im Pratyahara geht es um den Rückzug von der Welt der Sinneseindrücke. Alle Verbindungen zur Außenwelt werden vollkommen eingeschränkt, mit dem Ziel, Herr der Sinne und Vorstellungen zu werden. Da die Sinne überwiegend im Kopf konzentriert sind, geht es zuerst um die Kontrolle von Sehen und Hören.

Auf dieser Stufe übt man den Geist in sich zurückzuziehen. Denken sie zum Beispiel daran, als sie sich das letzte mal völlig auf eine Arbeit eingelassen haben, die ihnen besondere Freude bereitete: ihr Geist war völlig versunken in ihre Tätigkeit und sie nahmen von außen keinerlei Wirkungen mehr wahr. So könnte man auch Pratyahara als konzentrierte Versenkung bezeichnen. Das wird erreicht, indem man Gedanken und Gefühle auf einen einzigen Gegenstand ausrichtet. Man muss dabei jedoch wissen, dass die sichtbaren Formen und Schattierungen eines Objekts, nicht sein ganzes Wesen zeigen. Sein verborgener Teil ist geistiger Natur und für die Sinne nicht wahrnehmbar.

Im Pratyahara geht es nun aber genau darum, das Innere, Verborgene eines beobachteten Objekts wahrzunehmen. Das heißt, es geht um den geistigen Willen der einer materiell gewordenen Sache zugrunde liegt, die man versucht in der Meditation von innen her zu erspüren. Man verinnerlicht dabei den Geist des Objekts.

Gut eignet sich ein Kristall um diese Art der Wahrnehmung zu üben. Man versetzt sich in die geistige Form dessen, was das Objekt der Konzentration erschaffen hat. Das wäre bei einem Bergkristall, etwa die trigonale Kristallstruktur, über die wir uns den Wachstumsprozess dieses Objekts innerlich vergegenwärtigen. Je besser uns das gelingt, desto schneller lässt sich Ähnliches auch für Pflanzen, Tiere und Menschen erfahren.

Ziel ist, damit die innere Struktur der eigenen Chakras im Geiste zu vergegenwärtigen. Für diese Struktur stehen bei den Chakra-Emblemen die Yantras und Symbole, wie sie zuvor ausführlich besprochen wurden. Man stellt sich also vor, wie durch die Perfektion ihrer Struktur, ihre Konstitution harmonisiert und verbessert wird. So könnte man durch eine Meditation über das Hexagramm, eine Harmonisierung des Herzchakras bewirken.

Sinneseindrücke unterscheiden sich von Vorstellungen. Erstere kommen von außen, letztere von innen, wirken richtungsmäßig also entgegengesetzt. Bei der Übung des Pratyahara geht es nun darum, eine Vorstellung zu entwickeln, von dem, was sich hinter der äußeren Erscheinung eines Objekts, auf geistiger Ebene abspielt. Es geht darum, die in ihr wirkenden Geistprinzipien ihrer Form nach zu erkennen und auf höhere Art, mit unserem Geist darauf zurückzuwirken.

Der heilige Patanjali beschreibt Pratyahara so:

Wenn man durch Üben, das Denken von den äußeren Sinnesobjekten gelöst hält, ziehen sich davon ebenso die Sinnesorgane zurück und beginnen der Eigenform des Bewusstseins zu entsprechen, es zu imitieren.

- Yoga-Sutras 2:54

Pratyahara ist der Weg, ohne Sinneswahrnehmung, Aufschluss zu gewinnen über das innere Wesen eines Objekts. Die indischen Upanischaden weisen darauf hin, dass dieses »innere Schauen« nicht über die Augen im Kopf, sondern über ein Sehen im Herzen erfolgt. Die Wahrnehmung wird dann von dem oben erwähnten achtblättrigen Lotus (Ananda Kanda) gewonnen, jenem spirituellen Herzen, dem kleinen Chakra zwischen Manipura und Anahata. So sagt man, von manch erleuchteten Yogis, sie hätten über diesen Punkt den Weg ins Land der Seligen gefunden, ins verborgene Reich von Shambhala.

Ohne regelmäßiges Üben und Vervollkommnen der vorherigen Stufen von Yama, Niyama, Asana und Pranayama, sollte Pratyahara noch nicht ausgeführt werden. Wenn man zum Beispiel in Sorge über etwas oder wütend ist und Pratyahara ausführt, um die Chakras zu harmonisieren, erhält man recht unerwünschte Resultate. Denn wie sich jeder vorstellen kann, fließen so geartete Gemütszustände mit in geistige Gefüge des Chakras ein. Wer sich also nicht richtig entspannen kann und sich in seinem Körper, in seiner Atmung und in seinem Denken, nicht vollkommen wohl fühlt, sollte mit Pratyahara noch nicht beginnen. Andererseits ließe sich daraus erklären, wieso negative Gedanken schädlich auch für andere Menschen sind.

 

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Johan von Kirschner

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