Im Fluss auf der Suche nach dem Meer

von S. Levent Oezkan

Gemälde von Alfred de Bréanski - ewigeweisheit.de

Bewegung ist so wichtig. Nicht allein die körperliche, sondern ebenso die emotionale, wie auch die mentale Bewegung. Im Lebensfluss kann dabei auf einen ruhigen, auch mal ein höherer Wellengang folgen.

Oft sind wir aber mit unseren Lebenssituationen nicht ganz einverstanden und suchen dann vielleicht Hilfe. Oder wir fragen jemanden nach gutem Rat. Und bestimmt sind das auch Abläufe, die uns und unserem Leben zu Gute kommen können.

Nur wäre es ein Irrtum zu glauben, dass man dem natürlichen Lauf der Dinge immer etwas, nennen wir es »Künstliches«, hinzufügen muss, damit positive Resultate schneller eintreten. Klar, es gibt natürlich Mittel, die einem etwa auf dem Weg zur Gesundung unterstützen, wozu sicher auch die Behandlung durch einen Kenner unserer Probleme, seinen guten Zweck erfüllt.

Vorsicht aber: Manche Wunderheilung und magische Hilfe von außen, hat oft auch schon zum Gegenteil geführt. Denn wenn uns ein körperliches Gebrechen oder eine Krankheit belastet, oder massive Gefühlsschwankungen unser emotionales Feld beschweren, wünschen wir uns nichts mehr, als dass wir so schnell wie möglich wieder zurück zur Normalität finden.

Was nur aber, wenn es kein Zurück mehr gibt zur Normalität? Und was, wenn uns alle bisher gegangenen Wege und gerade eben gemachten Erfahrungen, in einen völlig neuen Lebensbereich manövrieren? Was nützten uns da schon alte Schlüssel und Anleitungen zur Problembewältigung, wenn sie eben, in einem neuen Leben das wir begannen, doch gar nicht mehr taugen?

 

Schaut man sich mal den Lauf eines Flusses an, so scheint sein Wasser den Weg ins Meer, sagen wir, »intuitiv« zu finden. Er fließt so lange weiter, bis er einen Abweg gefunden hat, in den sein Wasserlauf mündet. Manchmal gar, stürzt »er« sich in weite Tiefen, in freiem Fall, um seinen Weg dort unten weiter zu bahnen.

Und das besondere eines solchen Flusses ist eben auch, dass er zunimmt, wie als hätte er etwas dazu gelernt und durch all sein vieles Winden, stets nur das Mögliche versucht – denn über etwas fließen konnten seine Wasser nur, da etwas unter ihm lag.

Wenn es aber darum geht, dass auch wir als Menschen, uns unseren eigenen Tiefen stellen und wir unser Schicksal anscheinend tiefen Gründen unserer Seele überlassen sollten, laufen wir doch meist lieber zurück. Es sei denn, wir stehen mit dem Rücken zur Wand, wenn es keinen anderen Ausweg mehr gibt, als nach vorne weiter zu gehen. Wohin sonst als weiter, sollten wir da noch kommen?

Ein Mehr und ein Zugewinn im Leben, das findet nur, wer bereit ist Schranken in seinem Leben zu überwinden, gar zu durchbrechen. Die Natur zeigt es uns: Manchen Flussstrom konnten keine Schleusen mehr bremsen, sondern wurden hochgefahren, damit seinen Wassern freier Lauf blieb.

Das Mehr des Flusses aber ist das Meer, aus dem diese unsere Erde getränkt und so alles Leben erhalten wird, wo ständig neue Ströme entstehen. Bei alle dem aber bilden sich daraus auch wieder dunkle Wolken am Himmel, deren Wasser sich sammeln, um zu fallen. Und was zuvor da dunkel war, das löst sich auf.

Solch Mehr als Bereicherung unseres Lebens dürfen auch wir erwarten, wenn wir das was uns bisher im Weg stand, umgehen, darüber fließen, es hinter uns lassend neuen Horizonten zustreben und dabei allmählich aufkommenden Schmerz zurücklassen – wie eben der Fluss in den Gezeiten auch Schlamm und Gestrüpp am Ufer zurücklässt.

 

 

 Über die Meditationspraxis im Zen - ewigeweisheit.de

Über die Meditationspraxis im Zen

S. Levent Oezkan

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